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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Hinweis] Der Ost <-> West "Konflikt"



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Zugbeleidiger
23.02.2009, 12:05
Hallo liebe Mods bitte mal die unpassenden Beiträge aus DIESEM THEMA (http://bahnerforum.de/forum/showthread.php?t=8710) und anderen, so auffindbar, in diesen Thread verschieben


Liebe Forengemeinde

Seit ich hier im Forum unterwegs bin stoße ich in den verschiedensten Unterforen immer wieder auf nicht zum Thema passende Beiträge. Vielfach geht es darin um den immer noch unterschwellig schwelenden "Konflikt" zwischen Ost und West. Dadurch verursachen wir (mich im Übrigen eingeschlossen) unseren Mods, die sich alle Mühe geben, auch diese Diskussion sachlich zu halten, eine immense Mehrarbeit. Das finde ich nicht fair!
Daher möchte ich hier mal den Versuch wagen, das Thema zumindest in unserem kleinen Rahmen auszudiskutieren.
Jeder möge seinen Standpunkt der Dinge hier in diesem Thread darlegen.
Auch ich werde mich zu dem einen oder anderen Beitrag zu Wort melden.

BITTE seien wir fair und beleidigen keinen User persönlich. Jeder macht Fehler, klar. Dafür sind wir auch nur Menschen. Es sollte aber auch jeder die Größe haben, sich ggf. für seine Fehler zu bei dem anderen zu entschuldigen...

Ich denke mal, nicht nur unseren Mods kommt das dann zu Gute...


In diesem Sinne - Feuer Frei ...

homeofthechosen
23.02.2009, 12:14
Hmmh, finde die Überschrift ein wenig unpassend, in meinen Augen gibt es keinen Konflikt mehr zwischen Ost und West, sondern nur noch, naja nennen wir es verschiedene Standpunkte.

Traindriver
23.02.2009, 12:21
Hmmh, finde die Überschrift ein wenig unpassend, in meinen Augen gibt es keinen Konflikt mehr zwischen Ost und West, sondern nur noch, naja nennen wir es verschiedene Standpunkte.

Das ist kein Konflikt.
Jeder Mensch hat seine Erfahrungen und Ansichten. Die Ansichten eines jeden einzelnen ändern sich im Laufe seines Lebens.
Die Erziehung spielt dabei im Kindesalter auch eine große Rolle.
Es gibt überall positives und negatives und die unterschiedlichen Ansichten gibt es auch zwischen Nord und Süd.
Solange man sachlich, respektvoll und fair miteinander diskutiert und umgeht haben alle Seiten was davon. Durch solche Diskussionen bekommt man neue Denkanstöße und grübelt auch mal wieder über was nach, was man eigentlich schon abgehackt hatte.

Ich denke so bringt das alle weiter!:001:

homeofthechosen
23.02.2009, 12:24
Jupp, genau so sehe ich das auch. Die jungen erwachsenen, die heute gerade volljährig sind, sind schon ganz anders aufgewachsen, als ich z.B. . Und bei denen existiert dieser "Konflikt im Kopf" schon fast gar nicht mehr. Deswegen finde ich, sollten mal langsam alle mit diesem Thema abschliessen und Gras über die Sache wachsen lassen. Weil jeder ist in erster Linie mal Mensch, wo er aufgewachsen ist, was er denkt, welcher Religion er angehört ..... ist absolut nebensächlich für mich.

Wirrkopf-Fahrdienst
23.02.2009, 12:36
Es macht wohl einen Unterschied, ob man erstens Menschen beurteilt oder vergleicht oder zweitens Gesellschaftsformen, politische Ordnungen, Rechtsordnungen und dergleichen. So geht es mitnichten darum, Menschen abzuklassifizieren, nur weil sie aus dem einen oder anderen Teil der wiedervereinigten Republik kommen sondern darum, die Staatsformen zu bewerten und auf ihre freiheitlich-rechtlichen Elemente hin zu untersuchen.

Dies aber bitte nicht heute. Ich habe das Häs schon an, laufe gleich einen feinen Rosen-Montags-Umzug und mache mir danach ganz gepflegt und bis in den frühen Dienstag Morgen die Lampe an. Hubs. In diesem Sinne: Narri Narro.

WK

emil51
23.02.2009, 12:51
@ homeofthechosen


Weil jeder ist in erster Linie mal Mensch,
da stimme ich dir 100% zu

, was er denkt,..... ist absolut nebensächlich
ist jedoch für mich schon sehr wichtig.
Egal ist ob Christ, Moslem, Buddhist...
oder ob weis, gelb, schwarz,
auch egal ob west, ost, süd oder nooord......
aber unterhalten kann man sich ja doch noch
über diese Themen. Und damit meine ich auch "unterhalten".
Am besten bei einem virtuellen Bierchen.
Muss ja nicht immer gleich in wüste Streiterei ausarten.
So kommen wir uns doch bestimmt ein wenig näher, oder???:6:
Und gegessen ist dieses Thema glaub ich bestimmt noch lange nicht.
Auch weil ich vor ca. 4 Wochen einem Pärchen ca. 30 Jahre
in Berlin Hbf begegnet bin. Die 2 waren das erste mal in ihrem Leben
im Osten und recht erstaunt das wir hier schon elektrisch Licht haben.:13:(übertrieben)
die kannten den Osten nur aus der Bild-Zeitung.
Da musste ich natürlich noch etwas nachlegen mit Ost-Bildung...

mfg.$

PS. nicht Konflikt, mach Begegnungsstätte draus.....

Zugbeleidiger
23.02.2009, 13:23
Hmmh, finde die Überschrift ein wenig unpassend, in meinen Augen gibt es keinen Konflikt mehr zwischen Ost und West, sondern nur noch, naja nennen wir es verschiedene Standpunkte.

Definition Konflikt (http://de.wikipedia.org/wiki/Konflikt)


Ein Konflikt (lat.: confligere = zusammentreffen, kämpfen; PPP: conflictum) ist dann gegeben, wenn Zielsetzungen oder Wertvorstellungen von Personen, gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen oder Staaten unvereinbar sind....

Und genau das trifft noch auf große Teile der Bevölkerung zu. Egal aus welchem Teil Deutschlands diese kommt. Wohl gemerkt nicht auf alle.
Für andere sind das nur Meinungsverschiedenheiten. Aber es stimmt auch, dass es in beiden Teilen noch Nacholebedarf gibt zum Thema Geschichte des jeweils anderen Teil Deutschlands. Wobei ich mich mal die Behauptung aufstelle, dass der Ostteil mehr über den Westteil weiß(?), als umgekehrt.
Aber bitte jetzt kein Wettrennen veranstalten. Das WWW ist eine quelle unerschöpflichen (Falsch und Halb)Wissens ... :003:

Hab mich erdreistet, einen Beitrag von IKE 59 aus einem anderen Thread hierher zu kopieren.


Wo immer auch amerikanische oder sonstige Heuschrecken auftauchen werden sie genau dasselbe tun wie bei Märklin. Ausbluten, Kapital herausziehen und den Rest am Ende verscherbeln um den Namen ggf noch für irgendwas zu nutzen.

Naiv ist wer glaubt daran würde sich etwas ändern....
Ich staune immer noch wie dümmlich manche Leute sind wenn sie glauben es sei ein Vorteil wenn ein "Investor" auf den Plan tritt.
Was haben wir denn heute? Die solidesten Unternehmen sind in privater Hand und nicht in der von sogenannten Investoren (Ausnahmen ausgenommen wenn sie an Größenwahn oder übersteigerter Gier in Schwierigkeiten geraten).

Mal abwarten was man in diesem unserem Lande noch kaputt bekommt. Das Volkvermögen in Form von Post und Bahn ist ja nun auch schon bald neutralisiert und zugrunde gerichtet.
Übrig bleiben die Gewinne die an die Investoren gehen - und die Verluste die dann der Steuerzahler löhnen darf....

Genau das ist nämlich der Grund dafür warum viele Ossis so extrem sauer auf die "Wessis" waren und sind.


Im Übrigen freut es mich, dass auch unser Wirrkopf den Weg hierher gefunden hat.

Teufel36
23.02.2009, 13:31
Ich mag euch doch alle.

sebastian57
23.02.2009, 13:45
Ich glaube nicht, daß wir einen Extra-Thread wegen des sogenannten "Ost-West-Konfliktes" brauchen.
Es ist doch ganz normal, daß bei jeder Diskussion, insbesondere bei Themen, die Politik, Wirtschaft, das Zusammen- oder Gegeneinanderleben der Menschen betreffen, unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen.
Wir haben alle unterschiedliche Lebenserfahrungen, sind entweder in dem einen oder anderen System großgeworden oder haben erst die letzten zwanzig Jahre bewußt erlebt.
Außerdem hat jeder von uns die Innen und Außendarstellung beider deutscher Staaten unterschiedlich aufgenommen und sich daraus Meinungen gebildet. Und die müssen dann zwangsläufig aufeinandertreffen, gerade wenn es um brisante Themen geht.

Ich find sachliche Diskussionen gut, hab auch schon Einiges dazugelernt und auch manchmal meine Meinung geändert.

homeofthechosen
23.02.2009, 14:25
Genau das ist nämlich der Grund dafür warum viele Ossis so extrem sauer auf die "Wessis" waren und sind.


Und genau das ist der Grund, warum solche Themen zu nichts führen. Warum sind "Ossis" sauer auf "Wessis" ??

Seit nunmehr fast zwanzig Jahren sind wir wieder ein Deutschland - und das mit allen Konsequenzen. Negative und Positive Konsequenzen. Sicherlich hat die Wiedervereinigung Unmengen an Geld gekostet usw....

Einige Leute haben leider immer noch die "Mauer in den Köpfen". Ich selbst bin geborener Ossi, jedoch sehr früh in den Westen übergesiedelt. Für mich gibt es keinen Ost/West-Konflikt mehr.

Man sollte froh sein, dass der Kalte Krieg kalt geblieben ist und Deutschland wieder einen Namen in der Welt hat - ein VEREINTES DEUTSCHLAND. Stellt euch nur mal vor, jemand hätte in der Kuba-Krise überreagiert, was wäre dann mit uns? Wo ständen wir heute?

In den letzten 100 Jahren stand Deutschland so oft am Abgrund, dass es eigentlich ein Wunder darstellt, dass wir heute eine der führenden Industrienationen sind und kein Entwicklungsland. Darüber sollte man mal nachdenken und endlich mit diesem kleinlichen Ost/West-Kram aufhören.

Genauso gut könnten wir dann anfangen, darüber nachzudenken, ob es richtig war, dass Hitler 33 an die Macht gekommen ist und warum die Leute ihn gewählt haben. Das ist ja nicht soo viel länger her.

Gruss

Oskar

Homo Sapiens

Bewohner des Planeten Erde

Bat
23.02.2009, 14:51
... Ihr habt es wirklich getan ...!?:13:

:20::20::20:


---====--- Beitrag hinzugefügt um 13:51 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 13:44 ---====---


Hmmh, finde die Überschrift ein wenig unpassend, in meinen Augen gibt es keinen Konflikt mehr zwischen Ost und West, sondern nur noch, naja nennen wir es verschiedene Standpunkte.

Diesen Standpunkt kann ich gar nicht teilen ... !

Schon aus persönlichen Erfahrungen nicht ... , leider.

sven0403
23.02.2009, 15:52
Und genau das ist der Grund, warum solche Themen zu nichts führen. Warum sind "Ossis" sauer auf "Wessis" ??

Seit nunmehr fast zwanzig Jahren sind wir wieder ein Deutschland - und das mit allen Konsequenzen. Negative und Positive Konsequenzen. Sicherlich hat die Wiedervereinigung Unmengen an Geld gekostet usw....

Einige Leute haben leider immer noch die "Mauer in den Köpfen". Ich selbst bin geborener Ossi, jedoch sehr früh in den Westen übergesiedelt. Für mich gibt es keinen Ost/West-Konflikt mehr.



Gruss

Oskar

Homo Sapiens

Bewohner des Planeten Erde


Warum suchen wir eigentlich immer nach einem besonderen Grund, auf irgend jemand sauer zu sein, der Schuld an unserer Misere trägt ?

Ist vielleicht einfacher, anderen die Schuld für das eigene Unglück in die Schuhe zu schieben, als den Hintern zu heben und selber was zu verändern.

Meistens geht es ja dabei um Arbeit und Lohn, nun haben sich Anfangs viele Wessis wirklich wie die Gutsherren und Sklavenhalter aufgeführt.
Die wurden mittlerweile durch ehemalige Ossis mehr als nur ausgewechselt.
Die Herkunft ist in diesem Fall also schon mal völlig irrelevant. Wenn es etwas zu gewinnen gibt, trifft die Bande mit dem kleinsten Gewissen zuerst auf dem Platz ein.

Klar fällt es jedem sehr schwer von heute auf Morgen die Arbeit und schlimmer noch das Einkommen zu verlieren, doch es gab vermutlich sehr oft (nicht immer !!) keine andere Möglichkeit.
Die Betriebe waren wohl wirklich zum großen Teil Sanierungsfälle und wer saniert eine marode Firma wenn anschließend kein Markt für deren Produkte vorhanden ist ?

Niemand !

Dann ist man natürlich frustriert und hört nur zu gern auf Leute, die einem genau das sagen, was man hören will.
Die PDS kam da gerade recht, ein Rezept hatte die nicht wirklich aber prima schlechte Stimmung und DDR Nostalgie konnten die verbreiten, brachte ja immerhin den Einzug in den deutschen Bundestag.
Geholfen hat das zwar keinem aber man konnte ja so schön träumen was wäre wenn.........

Aus solchen Dingen resultiert dieser Ost-West Frust unter anderem.

Der andere Grund war Kohl mit seinen unhaltbaren Versprechen, keinem soll es schlechter gehen und blühende Landschaften wurden in Aussicht gestellt.

Beides traf wie allseits bekannt nicht wirklich ein.

Wer von Anfang an die Sache nüchtern betrachtet hätte, würde sagen: Logisch !!!

Nur wer war schon so nüchtern und so abgeklärt in dieser aufregenden Zeit ?
Ud die es waren wollte ja auch niemand hören :003:

Uns schien doch plötzlich alles möglich zu sein.

Und ganz plötzlich kostete die Wiedervereinigung Geld, Au weia !!!!

Der Solizuschlag wurde eingeführt, waren zwar nur ein paar Mark aber es wurde zum Politikum stilisiert.
Jeder der Frust gegen einen Ossi hatte (und sei es nur das neue Auto war größer oder der Urlaub teuer als seiner) schleuderte uns wütend entgegen, das er ja schließlich mit seinem Soli unser Leben finanziert und wir hier auf seine Kosten in Saus und Braus leben würden.

Das wir den Zuschlag ebenso entrichten mussten, hat niemanden wirklich interessiert.

Dieses Stadium haben wir glücklicher Weise überwunden und ich finde man kann mit den Kollegen aus dem Westen genau so gut zusammen arbeiten und leben wie wir früher unter einander.

Man muss das Thema überhaupt nicht Hochwissenschaftlich angehen, es reicht, einfach mal darüber nachzudenken, was wäre denn gewesen wenn ich/du auf der anderen Seite groß geworden wären ???

Also reicht euch die Flossen Genossen :003::003: , in diesem Kahn sitzen wir alle zusammen und geht der Kahn unter, saufen Ossis und Wessis gemeinsam ab !

Gruß Sven

emil51
23.02.2009, 16:23
@ Teufel komm raus


Ich mag euch doch alle.
verdächtig, verdächtig,
das hab ich doch schon mal gehört...:13:

mfg.$

VT605
23.02.2009, 16:42
Der andere Grund war Kohl mit seinen unhaltbaren Versprechen, keinem soll es schlechter gehen und blühende Landschaften wurden in Aussicht gestellt.

Beides traf wie allseits bekannt nicht wirklich ein.

Wer von Anfang an die Sache nüchtern betrachtet hätte, würde sagen: Logisch !!!

Nur wer war schon so nüchtern und so abgeklärt in dieser aufregenden Zeit ?
Ud die es waren wollte ja auch niemand hören :003:

Uns schien doch plötzlich alles möglich zu sein.

Und ganz plötzlich kostete die Wiedervereinigung Geld, Au weia !!!!


Leider will das Volk aber die Wahrheit oft nicht hören. Lafontaine (damals noch SPD) hatte bereits vor der Bundestagswahl 1990 vorrausgesagt, das es ohne Steuererhöhungen nicht funktionieren würde. Als Dank dafür wurde die SPD nicht gewählt, sondern Kohl mit seinen "blühenden Landschaften". Kurze Zeit später fand dann ein gewisser Horst Köhler (damals noch Staatssekretär im Finanzministerium unter Theo Waigel) das "Steuerloch" und plötzlich mußten die Steuern doch erhöht werden. Als Politiker würde ich daraus auch lernen: Das Volk will "beschissen" werden.

sven0403
23.02.2009, 16:53
Als Politiker würde ich daraus auch lernen: Das Volk will "beschissen" werden.

Genau diese Lehre scheinen sie ja gezogen zu haben.

Aber wer will den Leuten einen Vorwurf machen ?
Alle haben gehofft, wieder jeglichen gesunden Menschenverstand, ihr Leben zu verbessern.
Das heute gerade die Menschen, die damals am lautesten nach Deutschland einig Vaterland gerufen haben und damit eigentlich nur die D-Mark gemeint haben, heute die Verlierer zu sein scheinen, ist schon merkwürdig.

Gruß Sven

Bat
23.02.2009, 16:57
@sven0403

Dat hasse jetz aber wieder scheen jesacht ... !:004:

Wobei ich die PDS in ihrer Gesamtheit nicht als "ewig Gestrige" betrachte ... !
Genau so, wie ich nicht glaube, dass alle CDU Mitglieder christlich handeln ... !

Es ist eben doch immer ein bisschen Grau!

sven0403
23.02.2009, 18:04
@sven0403

Dat hasse jetz aber wieder scheen jesacht ... !:004:

Wobei ich die PDS in ihrer Gesamtheit nicht als "ewig Gestrige" betrachte ... !
Genau so, wie ich nicht glaube, dass alle CDU Mitglieder christlich handeln ... !

Es ist eben doch immer ein bisschen Grau!

Ich bin auch nicht der Meinung das alle in der PDS grundsätzlich ewig von Gestern sind, genau so wenig sind in der CDU alle modern und Verantwortungsbewusst und umgekehrt, es gibt doch immer Zwischentöne.

Darum passt das ja auch sehr gut zum Thema, auch da trifft das prima zu.

Gruß Sven

steamy
23.02.2009, 18:33
Hallo Leute,

ich bin Jg 1956 u. war zum Zeitpunkt dieses unsäglichen Mauerbaus knapp 5 Jahre alt. In diesem Alter bergreift man natürlich noch nicht, was in der weiten Welt geschieht.

Das Begreifen begann erst als Jugendlicher zum 10. Jahrestag, als im TV diese allseits bekannten Bilder wiederholt wurden, als der junge DDR-Grenzer seine Waffe wegwarf u. im letzten Moment über den noch auszurollenden Stacheldraht nach West-Berlin sprang.

Da erst kapierte ich so richtig: es gab Familientragödien, Bekannte, Verwandte u. Familien wurden auseinander gerissen.
Von einem Moment zum Anderen durften sich Freunde nicht mehr besuchen, der Enkel nicht mehr den Opa, die Tochter nicht mehr ihre Mutter...
Da spielten sich teilweise unmenschliche, kaum zumutbare Schicksale ab...

Weil es in einem anderen Beitrag so ähnlich erwähnt wurde:
"Was wäre passiert, hätte man in Zeiten des kalten Krieges überreagiert?"
Dazu stelle ich mir folgendes Szenario vor:

Es herrscht Krieg, Deutsche schießen auf Deutsche...!!! (WAHNSINN!!!)
Der Landser neben mir bricht plötzlich zusammen... doch nicht, weil er selbst getroffen wurde, nein, aus Verzweiflung: er erkannte im allerletzten Moment, als er den Soldaten auf der anderen Seite erschoß, das schmerzverzerrte Gesicht seines eigenen Bruders...!!!

Leute: wir waren ein Volk, wir sind wieder ein Volk!

Wir sollten uns alle freuen, wieder vereint zu sein.
Und solchen Schwachmaten, die davon labern, die Mauer wieder aufzubauen, wenn möglich noch ein paar Meter höher, denen sollte man einfach wortlos in den A.... treten.

Noch ein kurzes Nachwort:
1991 besuchte ich mit meinem Bruder das erste Mal das Dampflokwerk in Meiningen. An der ehem. Grenze bei Eußkirchen hatte man einen Gedenkstein gesetzt:
"1949 teilte man das Land, 1989 geben wir uns wieder die Hand."
Ich bekomme regelmäßig Gänsehaut, wenn ich mir das Foto ansehe u. diesen spruch lese.


steamy

macmoldis
23.02.2009, 20:21
Auch zum 60.Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik gibt's natürlich Erfolgsmeldungen in der Aktuellen Kamera
Die Nachrichten zum VEB Deutsche Bahn gibt's ab 1:20 :003:
http://www.youtube.com/watch?v=-p3Rk-aMdBI :021:

Prekarier
23.02.2009, 20:25
Moin Moin

Wat? Wir ham keene blühenden Landschaften? Der… der Dicke hats doch versprochen! Also kiekt Euch doch mal um. Überall blühts und jedeihts. Auf den janzen stilljelechten Bahnhöfen, zwischen den rostenden Gleisen… Wunderbare Brennnesseln, Goldraute meterhoch! Wenn ihr dat nich seht, sollte HOTC darüber mal nen Film drehen. Ick hab da schon mal so einije Ideen für ein paar Einstellungen…
- Türkische Kinder verhauen Junge Pioniere mit ihren eigenen Brottaschen.
- Tante Hilde mit offenem Mund vorm Schaufenster beim ersten "Kackstadt" - Besuch.
- Die letzte Vitacola wird unter dem Beifall der gesamten Belegschaft in Coca Cola umetikettiert.
- Die Jungs aus den Tagebauen, haben ihr eigenes Dorf weg jebaggert und liejen jetzt braunjebrannt am Strand des voll gelaufenen Restloches und saufen (Korn).
- Kassiererin aus dem ALDI Markt trauert um ihr KONSUM - Markenbuch. (A. Domröse?)
- Rentner mit Dederon Beutel und schrumpligen Ostschrippen drin verscheucht Sprayer im fast leeren Marzahn. (P. Sodann?)
Ach, ick hab noch so ville Ideen.
Übrigens sucht HOTC noch ne weibliche Hauptdarstellerin für die Kantinencheffin der LPG "Rote Rübe mit Kompott". (Bitte nicht zu schlank!)
Weiterhin einen enttäuschten Parteisekretär. (möglichst mit Suizidabsichten)

Viele Grüße ausm Pott

(Risiken und Nebenwirkungen:
Vorsicht, dieser Beitrag enthält 85% Blödsinn und 15% Ironie!)

Bat
23.02.2009, 21:21
Du hast den ollen, kniehoch mit Schweinescheiße beschmierten, fahnenschwingenden Bauern mit MIFA-Fahrrad und Jummistiebel am Straßenrand zum 1.Mai vajessen ... !
:24:

sven0403
23.02.2009, 21:26
Weiterhin einen enttäuschten Parteisekretär. (möglichst mit Suizidabsichten)

.... so einen wirste nicht finden, die einen haben ihre stramme Gesinnung postwendend gewechselt (Wendehälse) und sind was geworden, die anderen lauschen begeistert E.Krenz Vorlesungen und träumen von gestern. Denn die Partei hat immer Recht :24::24::24:

Gruß Sven

Schweizkutscher
23.02.2009, 21:27
Moin Moin

Wat? Wir ham keene blühenden Landschaften? Der… der Dicke hats doch versprochen! Also kiekt Euch doch mal um. Überall blühts und jedeihts. Auf den janzen stilljelechten Bahnhöfen, zwischen den rostenden Gleisen… Wunderbare Brennnesseln, Goldraute meterhoch! Wenn ihr dat nich seht, sollte HOTC darüber mal nen Film drehen. Ick hab da schon mal so einije Ideen für ein paar Einstellungen…
- Türkische Kinder verhauen Junge Pioniere mit ihren eigenen Brottaschen.
- Tante Hilde mit offenem Mund vorm Schaufenster beim ersten "Kackstadt" - Besuch.
- Die letzte Vitacola wird unter dem Beifall der gesamten Belegschaft in Coca Cola umetikettiert.
- Die Jungs aus den Tagebauen, haben ihr eigenes Dorf weg jebaggert und liejen jetzt braunjebrannt am Strand des voll gelaufenen Restloches und saufen (Korn).
- Kassiererin aus dem ALDI Markt trauert um ihr KONSUM - Markenbuch. (A. Domröse?)
- Rentner mit Dederon Beutel und schrumpligen Ostschrippen drin verscheucht Sprayer im fast leeren Marzahn. (P. Sodann?)
Ach, ick hab noch so ville Ideen.
Übrigens sucht HOTC noch ne weibliche Hauptdarstellerin für die Kantinencheffin der LPG "Rote Rübe mit Kompott". (Bitte nicht zu schlank!)
Weiterhin einen enttäuschten Parteisekretär. (möglichst mit Suizidabsichten)

Viele Grüße ausm Pott

(Risiken und Nebenwirkungen:
Vorsicht, dieser Beitrag enthält 85% Blödsinn und 15% Ironie!)
Achtung Satire

Pre, ick mach den Parteinik, fett genug dafür bin ich ja. Und arbeiten will ich och nicht.
:24::24::24:

Satire Ende

Bat
23.02.2009, 21:35
... welche Satire ... ???:13:

:24::24::24:

Schotter
24.02.2009, 00:04
Auch wenn es mancher nicht verstehen kann. Ich währe gerne im Osten aufgewachsen und wenn es die DDR heute noch geben würde, dann währe ich bestimmt Ausgewandert wie die 100 im Schnitt anderen Bundesbürger im Jahr auch. Das ist nicht einfach daher gesagt. manch ein User war ja schon mir mir zu Hause zu Besuch und konnte mein Zimmer vor dem Umbau sehen bzw. hat auch gesehen was ich Rauche. sorry aber das ist meine Meinung

ferkel
24.02.2009, 09:40
Ich muss ein dickes Lob an Euch allen aussprechen!!!!
Trotz des brisanten Themas, geht Ihr ordentlich miteinander um.
Macht weiter so!!!!!

homeofthechosen
24.02.2009, 10:16
Auch wenn es mancher nicht verstehen kann. Ich währe gerne im Osten aufgewachsen und wenn es die DDR heute noch geben würde, dann währe ich bestimmt Ausgewandert wie die 100 im Schnitt anderen Bundesbürger im Jahr auch. Das ist nicht einfach daher gesagt. manch ein User war ja schon mir mir zu Hause zu Besuch und konnte mein Zimmer vor dem Umbau sehen bzw. hat auch gesehen was ich Rauche. sorry aber das ist meine Meinung

Da stellt sich dem geneigten Leser die Frage nach dem Warum? Vielleicht kannst du deine Gründe noch ein wenig erläutern?

MarcW
24.02.2009, 11:05
Da stellt sich dem geneigten Leser die Frage nach dem Warum? Vielleicht kannst du deine Gründe noch ein wenig erläutern?
Nun, ich denke mal, das ich da auch etwas weiter helfen kann, (auch als Wessi).
Grundsätzlich ist nicht alles in der DDR schlecht gewesen. Man hat arbeit gehabt, somit auch sein auskommen und das war recht sicher. Es wurde sehr viel für die Familie getan und sich um die Kinder gekümmert. Wo gibt es heute noch betriebliche Kinderbetreuung, die nichts kostet, damit die Eltern Arbeiten gehen können?
Von daher nochmals: Es war nicht alles schlecht in der DDR, wie es gerne immer dargestellt wird.

kague
24.02.2009, 12:46
Von daher nochmals: Es war nicht alles schlecht in der DDR, wie es gerne immer dargestellt wird.


Nein, war es nicht. Es war Arbeit da und die Grundnahrungsmittel waren recht günstig.
Wer was anderes wollte, wie zum Beispiel einen Farbfernseher, mußte entweder Glück haben, das genau an dem Tag ein oder zwei im örtlichen Laden geliefert wurden, mußte Beziehungen haben oder nach Berlin fahren. Wenn es dann mal einen gab, hieß es nehmen oder nicht. Zwei Modelle zur Auswahl waren fast nie da.
Ich habe mich zum Beispiel jede Woche am Spielwarenladen angestellt, wenn die Lieferung für Modellbahn kam. Nach der Mittagspause ist man reingestürmt und hat erst einmal geschaut, was denn nun geliefert wurde. Das konnte auch mehrere Wochen hintereinander der gleiche Wagentyp sein, von den man schon 3 Stück hatte. Wer mehr Auswahl haben wollte, mußte entweder Beziehung haben oder nach Berlin fahren. So ein Berlin-Einkaufstag war recht stressig. Möglichst zeitig mit dem Zug nach Berlin und dort mehrere Läden abklappern. Oftmals gab es dort andere Sachen, die es in unserem Ort noch nie gab.
Ach ja, mal zum Auto. Wenn das Kind geboren wurde, mußte das Auto für das Kind bestellt werden. Wer schneller als 15 bis 18 Jahre ein Auto brauchte, konnte das nur auf dem Schwarzmarkt und legte nochmals einige Tausender drauf.
Selbst ein kleines Ersatzteil für Motorrad oder Moped konnte zur Lebensaufgabe werden. Dafür hatte ich sozusagen Beziehungen. Das heißt, ist wußte, welcher Händler Organisationsgeschick hatte und auch rare Teile ab und zu vorrätig hatte. Und einen anderen Händler kannte ich persönlich.

Ja, ihr habt Recht, wenn Ihr sagt, das nicht alles schlecht war. Dabei sollte man aber nicht vergessen, das auch einige Sachen recht nervig waren.

MarcW
24.02.2009, 13:09
Nein, war es nicht. Es war Arbeit da und die Grundnahrungsmittel waren recht günstig.
Wer was anderes wollte, wie zum Beispiel einen Farbfernseher, mußte entweder Glück haben, das genau an dem Tag ein oder zwei im örtlichen Laden geliefert wurden, mußte Beziehungen haben oder nach Berlin fahren. Wenn es dann mal einen gab, hieß es nehmen oder nicht. Zwei Modelle zur Auswahl waren fast nie da.
Ich habe mich zum Beispiel jede Woche am Spielwarenladen angestellt, wenn die Lieferung für Modellbahn kam. Nach der Mittagspause ist man reingestürmt und hat erst einmal geschaut, was denn nun geliefert wurde. Das konnte auch mehrere Wochen hintereinander der gleiche Wagentyp sein, von den man schon 3 Stück hatte. Wer mehr Auswahl haben wollte, mußte entweder Beziehung haben oder nach Berlin fahren. So ein Berlin-Einkaufstag war recht stressig. Möglichst zeitig mit dem Zug nach Berlin und dort mehrere Läden abklappern. Oftmals gab es dort andere Sachen, die es in unserem Ort noch nie gab.
Ach ja, mal zum Auto. Wenn das Kind geboren wurde, mußte das Auto für das Kind bestellt werden. Wer schneller als 15 bis 18 Jahre ein Auto brauchte, konnte das nur auf dem Schwarzmarkt und legte nochmals einige Tausender drauf.
Selbst ein kleines Ersatzteil für Motorrad oder Moped konnte zur Lebensaufgabe werden. Dafür hatte ich sozusagen Beziehungen. Das heißt, ist wußte, welcher Händler Organisationsgeschick hatte und auch rare Teile ab und zu vorrätig hatte. Und einen anderen Händler kannte ich persönlich.

Ja, ihr habt Recht, wenn Ihr sagt, das nicht alles schlecht war. Dabei sollte man aber nicht vergessen, das auch einige Sachen recht nervig waren.
Sicherlich war einiges nervig, aber ich denke der Zusammenhalt war da ein anderer und wurde dadurch mit gefördert, (ob gewollt oder ungewollt).
Meine bessere Hälfte hat mir da auch so einiges erzählt, zu dem Thema Berlin.
Sie hat eine Zeit lang in Berlin gearbeitet und ist freitags immer nach Hause gefahren, (Coswig/Anhalt), und hatte immer einen Rollwagen dabei, der Grundsätzlich überladen war. Die kleinen Alufelgen des Wagens waren fast jedesmal eckig und ihr Vater hat sie wieder rund geklopft... bis zum nächsten Freitag.
Manch mitreisender der ihr beim aus und einsteigen in / aus dem Zug geholfen hat, hat gestöhnt und gefragt, ob da Ziegelsteine drin sind.
Aber mal ehrlich, es war trotz nerv, doch eine lustige Zeit, so sagt es zumindest meine bessere Hälfte im nachhinein.

Bat
24.02.2009, 13:27
Ich muss ein dickes Lob an Euch allen aussprechen!!!!
Trotz des brisanten Themas, geht Ihr ordentlich miteinander um.
Macht weiter so!!!!!

Warum sollten wir auch nicht ... ?

Der Großteil der Leute hier hat genug Lebenserfahrung, um die Grenze zwischen Meinungsaustausch und Streit ziehen zu können ...,

... man muss nur wollen ... !

Und vom Thread-Titel her ist jeder gewarnt, hier gibt es keinen Grund, bei Wessi-Ossi-Streitereien nach dem Moderator zu rufen (so lange der menschliche Umgang gewahrt bleibt)! Hier wird jetzt ausdiskutiert ... !
-----------------------------------------------------------------------
@Schotter

... bist Du Dir mit Deinem Wunsch sicher ... ?:039:

Trennhuepfer
24.02.2009, 16:29
Hier wird jetzt ausdiskutiert ... !


hast Du Zeit zu viel ??? :004:

Bat
24.02.2009, 16:33
hast Du Zeit zu viel ??? :004:

Nee, aber hier kann jetzt endlich jede dieser Streitereien hingeschaufelt werden!
Die anderen Threads bleiben davon (bis auf versehentliche Querschläger) verschont und niemand kann hier behaupten, er hätte ja nicht geahnt, dass das so eine politische Diskussion wird ... !:004:

Det find ick jut!:15:

rainer
24.02.2009, 16:35
...keiner schreibt über den Nord - Süd "Konflickt"...

Bat
24.02.2009, 16:37
...keiner schreibt über den Nord - Süd "Konflickt"...

:24::24::24: ... mach weiter ...!

kague
24.02.2009, 16:39
...keiner schreibt über den Nord - Süd "Konflickt"...


Erinnere uns nicht daran. Da gibt es Sachsen und Brandenburger und auch Bayern und Franken.
Das können wir gar nicht alles ausdiskutieren. :021:

rainer
24.02.2009, 16:40
:24::24::24: ... mach weiter ...!

...muss erst was ausdenken...Ost / West ist mir nach fast 20 Jahren schnurz!...

Bat
24.02.2009, 16:41
Und so beginnt es ... !!!:schwert:

homeofthechosen
24.02.2009, 16:42
Ich möchte mal ein paar Worte zur Kinderbetreuung sagen:

Klar war die Kinderbetreuung in der DDR sehr gut organisiert, Eltern konnten ohne Probleme auf einer Vollzeitstelle arbeiten gehen, die Kinder waren ja in der Kinderkrippe/Kindergarten und nachher dann auch im Hort. Auch die Ferienlager waren immer klasse (wir waren in Arendsee :-) VT 605 war da bestimmt auch mal). Man darf aber halt auch nicht vergessen, dass diese wirklich Super-Versorgung im Enddefekt einen nicht ganz unwesentlichen Anteil am tief defizitären Staatshaushalt hatte.

Weiterhin war die Erziehung der Kinder ab dem Grundschulalter, teils auch schon im Kindergarten stark von der Ideologie des Sozialismus geprägt. Ich meine, es gab schon tolle Sachen, wie GST und so, wo man ja z.B. seinen Mopedschein machen konnte, jedenfalls hat meine Schwester den da gemacht. Jung- und Thälmannpioniere haben auch sinnvolle Sachen gemacht, z.B. Altpapiersammlungen, alten Leuten beim Einkaufen geholfen und und.

Aber es wurde auch von Anfang an die politische Richtung vorgegeben. Ich weiss noch, wie wir als kleine Kinder in der 1. Klasse am 01. Mai alten verdienten Sozis auf der Tribüne Blumen bringen und Bussis geben mussten ... wenn ich heute dran denke BÄÄÄH!!!!

Und auch die, ich sage mal "vormilitärische" Ausbildung und Prägung fing schon im Kindesalter an. Beispiel: Tag der NVA, GST etc. pp.

Und das alles ist in meinen Augen nach wie vor eine Diktatur gewesen und einige Punkte, das mag man zugeben, unterschieden sich nicht sonderlich von der Jugenderziehung im Dritten Reich -klar, ganz andere politische Richtung-, aber dennoch nicht viel anders.

Bat
24.02.2009, 16:48
... hm, ja so richtig pazifistisch war die DDR Jugend nicht erzogen, stimmt!

Allerdings habe ich sehr viel Zeit beim GST-Sport verbracht, ohne andauernd mit Tiraden über den Klassenfeind traktiert zu werden ..., es ging also auch so!
Außerdem waren dadurch alle jugendlichen Helden irgendwie (sinnvoll?) beschäftigt ... !

rainer
24.02.2009, 16:48
Und so beginnt es ... !!!:schwert:

...gut, da is wenigstens Waffengleichheit...

Bat
24.02.2009, 16:49
Diktatur?

Ja! Stand sogar im Programm!

Diktatur des Proletariats!

rainer
24.02.2009, 16:54
Diktatur?

Ja! Stand sogar im Programm!

Diktatur des Proletariats!

...auch son Kneipenschluss Spruch...

Bat
24.02.2009, 16:58
Wollte ja nur klarstellen, das wir eine Diktatur hatten!:009:

Im übrigen ... : Kinder

Kinder konnten (auch kleine Mädchen), alleine zur Schule und zurück laufen, ohne dass böse Männer ...

Für Kinder wurde deutlich mehr gemacht, als heute ... !
(Vor allem war das Familieneinkommensunabhängig!)

Merlin
24.02.2009, 17:05
Klar war die Kinderbetreuung in der DDR sehr gut organisiert, Eltern konnten ohne Probleme auf einer Vollzeitstelle arbeiten gehen, die Kinder waren ja in der Kinderkrippe/Kindergarten und nachher dann auch im Hort. Richtig! Und wenn es mal nicht ging, hatte man meist Großeltern und Urgroßeltern im Ort zu wohnen, meist sogar, wie bei uns, auf einem Grundstück. Kindergarten fand ich klasse, war meist die Letzte :004:
Vor allem hatten die Erzieher genügend Zeit, sich mit uns Knirpsen zu befassen, wir haben noch richtig was gelernt. Was ist denn das jetzt? Eigentlich nur noch eine Beaufsichtigung, weil für 20 Kinder nur ein oder zwei Erzieher da sind.




Jung- und Thälmannpioniere haben auch sinnvolle Sachen gemacht, z.B. Altpapiersammlungen, alten Leuten beim Einkaufen geholfen und und.Da wurde meist ein regelrechter Wettkampf draus gemacht, wer hat die meisten Flaschen/Gläser gesammelt oder das meiste Papier abgegeben. Zum Herbst hin haben sich die Förster gefreut, weil wir Tonnenweise Kastanien und Eicheln für den Winter gesammelt haben.


Aber es wurde auch von Anfang an die politische Richtung vorgegeben. Ich weiss noch, wie wir als kleine Kinder in der 1. Klasse am 01. Mai alten verdienten Sozis auf der Tribüne Blumen bringen und Bussis geben mussten ... wenn ich heute dran denke BÄÄÄH!!!!Werkunterricht, einige Wochen vor dem 1. Mai: Winkelemente basteln. Boah, was hab ich das doof gefunden. Einmal war's ne Taube mit bunten Bändchen dran, oder eine riesige rote Nelke :35:
Und schön das weiße Blüschen bügeln, und das Halstuch nicht vergessen. Und dann ab in den Bus, der uns in die nächste Stadt gebracht hat, und dann brav marschieren gehen.


Alles in allem, ich bin froh, in der damaligen DDR aufgewachsen zu sein. Wir hatten nicht viel, aber wir wussten, was wir hatten. Wir wussten es zu schätzen! Welcher Jugendliche kann das heute sagen? Sicherlich die Wenigsten.

Maschinist
24.02.2009, 17:05
...........
Klar war die Kinderbetreuung in der DDR sehr gut organisiert, Eltern konnten ohne Probleme auf einer Vollzeitstelle arbeiten gehen, die Kinder waren ja in der Kinderkrippe/Kindergarten und nachher dann auch im Hort. Auch die Ferienlager waren immer klasse (wir waren in Arendsee :-) VT 605 war da bestimmt auch mal). Man darf aber halt auch nicht vergessen, dass diese wirklich Super-Versorgung im Enddefekt einen nicht ganz unwesentlichen Anteil am tief defizitären Staatshaushalt hatte.

Stimmt, aber.....:039:
Wie ausgeglichen ist denn unser heutiger Staatshaushalt?




Weiterhin war die Erziehung der Kinder ab dem Grundschulalter, teils auch schon im Kindergarten stark von der Ideologie des Sozialismus geprägt. Ich meine, es gab schon tolle Sachen, wie GST und so, wo man ja z.B. seinen Mopedschein machen konnte, jedenfalls hat meine Schwester den da gemacht. Jung- und Thälmannpioniere haben auch sinnvolle Sachen gemacht, z.B. Altpapiersammlungen, alten Leuten beim Einkaufen geholfen und und.

Aber es wurde auch von Anfang an die politische Richtung vorgegeben. Ich weiss noch, wie wir als kleine Kinder in der 1. Klasse am 01. Mai alten verdienten Sozis auf der Tribüne Blumen bringen und Bussis geben mussten ... wenn ich heute dran denke BÄÄÄH!!!!

Und auch die, ich sage mal "vormilitärische" Ausbildung und Prägung fing schon im Kindesalter an. Beispiel: Tag der NVA, GST etc. pp.

Und das alles ist in meinen Augen nach wie vor eine Diktatur gewesen und einige Punkte, das mag man zugeben, unterschieden sich nicht sonderlich von der Jugenderziehung im Dritten Reich -klar, ganz andere politische Richtung-, aber dennoch nicht viel anders.

Erziehung gibt doch immer irgendwie eine bestimmte Richtung vor.
In wie vielen Schulen(überwiegend in den ABL) erfolgt die Schulausbildung unterm "Kreuz"?
Was ist mit dem Religionsunterricht an den Schulen?
Gut, im Osten ist das ganze etwas abgeschwächt. Zzu mindest nennt sich das ganze ja "Lebenserziehung und Ethik".

Bat
24.02.2009, 17:11
... in Berlin kämpft gerade eine Interessengruppe für Religionsunterricht ... !:039:

homeofthechosen
24.02.2009, 17:12
Stimmt, aber.....:039:
Wie ausgeglichen ist denn unser heutiger Staatshaushalt?

Womit wir uns wieder im Kreis drehen, weil spätestens jetzt irgendwann die Frage aufkommt:

Wäre der Staatshaushalt der BRD ohne die Wiedervereinigung ausgeglichener?

Und die heutige Bundesrepublik ist nicht so nahe am Bankrott, wie die DDR es war.



Erziehung gibt doch immer irgendwie eine bestimmte Richtung vor.
In wie vielen Schulen(überwiegend in den ABL) erfolgt die Schulausbildung unterm "Kreuz"? Was ist mit dem Religionsunterricht an den Schulen?

Wobei der Unterschied hier meines Erachtens nach ganz klar ist:

- Religion ist nicht verpönt, bzw. verboten, wie z.T. in der DDR
- Kinder und Eltern können frei wählen, ob ihr Kind Reli macht oder nicht
- auch im erzkatholischen Bayern kann man "Werte und Normen" o.ä. statt Religion machen, ohne einen bösen Eintrag im Zeugnis befürchten zu müssen.



Gut, im Osten ist das ganze etwas abgeschwächt. Zzu mindest nennt sich das ganze ja "Lebenserziehung und Ethik".

Oder halt WuN (Werte und Normen) oder ähnlich, nennen tut das glaube ich, fast jedes Bundesland anders. Und das es im Osten abgeschwächt ist, ist auch nach wie vor eine Spätfolge der DDR. Ohne DDR würde das wieder anders aussehen.

VT605
24.02.2009, 17:15
Auch die Ferienlager waren immer klasse (wir waren in Arendsee :-) VT 605 war da bestimmt auch mal).

Nee, nur einmal in der neunten Klasse zum "Lager für vormilitärische Ausbildung".:31: Sonst hab ich die Ferien lieber bei den Großeltern verbracht, später dann mit Ferienarbeit z.B. Strohabladen bei der LPG, das Geld konnte man immer gut gebrauchen (vor allem fürs Moped).

Bat
24.02.2009, 17:19
Womit wir uns wieder im Kreis drehen, weil spätestens jetzt irgendwann die Frage aufkommt:

Wäre der Staatshaushalt der BRD ohne die Wiedervereinigung ausgeglichener?

Und die heutige Bundesrepublik ist nicht so nahe am Bankrott, wie die DDR es war.

Ich glaube, das ist eine ungern gehörte Geschichte, aber die BRD hat seit der Wende gut von den Grundstücksverkäufen und Steuereinnahmen auf Landbesitz und Neuerwerb gelebt.

Jetzt ist alles aufgeteilt ..., Land wird nicht mehr!

Die BRD war kurz vor der Wende auch nicht das blühende Leben ...!:039:

ersatzsignal
24.02.2009, 17:42
Oh mein Gott, wie hab ick den Kindergarten geliebt. Aber auch nur, weil wir eine super Erzieherin hatten. Meine kleinen Geschwister hatten da schon eher Pech. Die hatten Hausdrachen und Angst vor denen. Das hat die geprägt.
Na und was die Schule anging: ich war so heiß auf die blauen und roten Halstücher, habe sie immer schön gepflegt, damit ich ja keine Mecker bekomme. Dann wollte ich mal das rote Halstuch bügeln - nun hat es ein Bügeleisenmuster genau in der Mitte. Was war das für ein Drama. Und das vor der großen Zeugnisausgabe, wo noch vorher der Appell auf dem Schulhof stattfand. Ich hätte heulen können.:20:
Das einzige, was ich dann nervend fand, waren die Vorbereitungen auf die Fdj - einführung und auf die Jugendweihe. Wir mußten ja immer anwesend sein - das hat den ganzen Nachmittag versaut. Und als ich dann endlich die Fdj-Bluse hatte, war der "Stress" vergessen.
Ich war gerne Kind!!! Als ich 13 (fast 14) war, kam dann die Wende. Ja, was haben wir uns erst mal gefreut. Aber schnell war klar, dass es nie mehr so sein sollte, wie wir es als Kinder kannten. Auf einmal war alles nicht mehr so sicher. Man bekam Angst vor der Zukunft, da wir nun live erlebten, was es heißt, dass die Eltern den Job verlieren. Ferienlager wurden auch gestrichen - und das tat weh.:20:
Wie habe ich mich jedesmal aufs neue gefreut, wenn mein Papi nach Hause kam und uns mitteilte, dass er uns für die kommenden Sommerferien wieder im Ferienlager angemeldet hat. Da ging gleich die Briefeschreiberei los, um ja rauszubekommen, wer von den letzten Ferienlagerfreunden auch wieder mit im rennen ist. Das ganze Jahr ging es nur darum, dass wir uns auf die Sommerferien freuten.
Ich vermisse die unbeschwerte Kinderzeit. Die gibt es heute einfach nicht mehr. Das sehe ich bei meiner jetzt 13-jährigen Tochter.

Und früher hatten wir Respekt vor dem Alter und auch vor Bahnangestellten.
Diese heutige "leck mich am allerwertesten" - Meinung der Jugendlichen kotzt mich einfach nur noch an.

P.s.: Ferienlager: ich war immer in der Nähe von Schwedt/Oder - in Teerofenbrück bei Vierraden. Man war das da geil. Mitten im Wald.

MarcW
24.02.2009, 17:47
Ich möchte mal ein paar Worte zur Kinderbetreuung sagen:

Klar war die Kinderbetreuung in der DDR sehr gut organisiert, Eltern konnten ohne Probleme auf einer Vollzeitstelle arbeiten gehen, die Kinder waren ja in der Kinderkrippe/Kindergarten und nachher dann auch im Hort. Auch die Ferienlager waren immer klasse (wir waren in Arendsee :-) VT 605 war da bestimmt auch mal). Man darf aber halt auch nicht vergessen, dass diese wirklich Super-Versorgung im Enddefekt einen nicht ganz unwesentlichen Anteil am tief defizitären Staatshaushalt hatte.

Weiterhin war die Erziehung der Kinder ab dem Grundschulalter, teils auch schon im Kindergarten stark von der Ideologie des Sozialismus geprägt. Ich meine, es gab schon tolle Sachen, wie GST und so, wo man ja z.B. seinen Mopedschein machen konnte, jedenfalls hat meine Schwester den da gemacht. Jung- und Thälmannpioniere haben auch sinnvolle Sachen gemacht, z.B. Altpapiersammlungen, alten Leuten beim Einkaufen geholfen und und.

Aber es wurde auch von Anfang an die politische Richtung vorgegeben. Ich weiss noch, wie wir als kleine Kinder in der 1. Klasse am 01. Mai alten verdienten Sozis auf der Tribüne Blumen bringen und Bussis geben mussten ... wenn ich heute dran denke BÄÄÄH!!!!

Und auch die, ich sage mal "vormilitärische" Ausbildung und Prägung fing schon im Kindesalter an. Beispiel: Tag der NVA, GST etc. pp.

Und das alles ist in meinen Augen nach wie vor eine Diktatur gewesen und einige Punkte, das mag man zugeben, unterschieden sich nicht sonderlich von der Jugenderziehung im Dritten Reich -klar, ganz andere politische Richtung-, aber dennoch nicht viel anders.

Ja nun, aber das gehörte halt damals dazu. Ich habe das nun nicht auf das ideologische bezogen, sondern die Idee. Es wurde halt was getan.
Ich stimme Dir aber auf jeden fall zu was den Ursprung des ganzen anbelangt.
Es ist aus der Richtung eigentlich alles was Jugendprogramme anbelangt aus unserem düsteren Kapitel 1:1 übernommen worden, nur das man dem ganzen andere Namen gegeben hat und eine andere Ideologie darüber gesetzt hat. Dies sollt eigentlich jedem, der klar denken kann und sich mal etwas mit der Materie beschäftigt hat, aufgefallen sein. Daher verstehe ich nicht wie Eva Herman gerade das Beispiel aus unserem düsteren Kapitel als Vorlage genommen hat und nicht das, der DDR, was im Prinzip dasselbe war. Hätte ihr eine menge Ärger erspart.

Maschinist
24.02.2009, 18:16
Womit wir uns wieder im Kreis drehen, weil spätestens jetzt irgendwann die Frage aufkommt:

Wäre der Staatshaushalt der BRD ohne die Wiedervereinigung ausgeglichener?

Und die heutige Bundesrepublik ist nicht so nahe am Bankrott, wie die DDR es war.

Bist Du dir da so sicher?
Wie siehst Du diesen (http://www.sopos.org/aufsaetze/3e4d4735245d9/1.phtml) Artikel?




Wobei der Unterschied hier meines Erachtens nach ganz klar ist:

- Religion ist nicht verpönt, bzw. verboten, wie z.T. in der DDR
- Kinder und Eltern können frei wählen, ob ihr Kind Reli macht oder nicht
- auch im erzkatholischen Bayern kann man "Werte und Normen" o.ä. statt Religion machen, ohne einen bösen Eintrag im Zeugnis befürchten zu müssen.




Oder halt WuN (Werte und Normen) oder ähnlich, nennen tut das glaube ich, fast jedes Bundesland anders. Und das es im Osten abgeschwächt ist, ist auch nach wie vor eine Spätfolge der DDR. Ohne DDR würde das wieder anders aussehen.


Religion in der DDR verpönt?
Ja, das ist nicht ganz unrichtig.
Wie steht es in der "Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" von Marx?:
Religion ist Opium für das Volk . (http://www.zeit.de/2004/42/Stimmts_P_42)

Sicher kann man darüber streiten.
Ich selbst bin konfessionslos und darf mich trotzdem auch nicht ansatzweise als Atheist (http://www.atheismus-info.de/) bezeichnen.
(http://www.atheismus-info.de/)Verboten war Religion in der DDR nicht.
Nein, auch in der DDR gab es Religionsunterricht (Christenlehre).
Diese fand aber außerschulisch statt.
Auch war Religion in staatlichen Angelegenheiten ausgeschlossen.

Das ist in diesem Lande anders.
Hier schwört jede Bundesregierung darauf alles zum Wohle des Volkes zu tun, so war Gott ihnen helfe.
Allerdings scheint Gott diese regelmäßig zu verlassen.
Welcher Gott soll denn auch helfen?
Religionsfreiheit in der BRD?

Zur Auslebung von Religion hatten wir hier im Forum übrigens schon mal eine Diskussion (http://www.bahnerforum.de/forum/showthread.php?t=34&highlight=Kopftuch).

Aber ich werde selbst in diesem Thema schon wieder [ot].
Die Frage war ja nicht pro oder kontra Religion, sondern das Verständnis zwischen Ost und West.
Trotzdem darf auch Religion (nicht unbedingt) ausgeklammert werden.



Gruß vom Maschinist

MarcW
24.02.2009, 18:27
...
Hier schwört jede Bundesregierung darauf alles zum Wohle des Volkes zu tun, so war Gott ihnen helfe.
Allerdings scheint Gott diese regelmäßig zu verlassen.
Welcher Gott soll denn auch helfen?
...
Gruß vom Maschinist

:24: :24: :24:

Genau so sehe ich das auch... Welcher???

Zugbeleidiger
24.02.2009, 18:31
Hallo Maschinist. Ich wei(ß?) (s?) nicht, inwieweit du die Diskussionsrunde im anderen Forum mitverfolgt hast, aber zu diesem Thema gibt es auch zwei sehr interessante Bücher. Verlinke der Einfachheit halber mal meinen Beitrag für Wirrkopf aus dem anderen Forum hier her. Guckst Du Tipp 1 und Tipp 2 (http://bahnerforum.de/forum/showpost.php?p=171083&postcount=406)...

Thema Ferienlager: Meine Wenigkeit war in der Schluzeit auf der Sachsenburg bei Mittweida. Und zu zeiten der Lehre im legendären Zeltlager Seedorf... Scheeee wars gewesen...

Maschinist
24.02.2009, 18:40
Hallo Maschinist. Ich wei(ß?) (s?) nicht, inwieweit du die Diskussionsrunde im anderen Forum mitverfolgt hast, aber zu diesem Thema gibt es auch zwei sehr interessante Bücher. Verlinke der Einfachheit halber mal meinen Beitrag für Wirrkopf aus dem anderen Forum hier her. Guckst Du Tipp 1 und Tipp 2 (http://bahnerforum.de/forum/showpost.php?p=171083&postcount=406)...

Thema Ferienlager: Meine Wenigkeit war in der Schluzeit auf der Sachsenburg bei Mittweida. Und zu zeiten der Lehre im legendären Zeltlager Seedorf... Scheeee wars gewesen...

:039:
Hm, :039:
was willst Du mir mit Deinem Beitrag sagen?
Soll ich mir erst Bücher kaufen um ein Urteil über mein Leben und meine Vergangenheit abzugeben?

Wir wollten hier doch eine offene Diskussion.

platte
24.02.2009, 19:09
Das ist in diesem Lande anders.
Hier schwört jede Bundesregierung darauf alles zum Wohle des Volkes zu tun, so war Gott ihnen helfe.
Allerdings scheint Gott diese regelmäßig zu verlassen.
Welcher Gott soll denn auch helfen?
Religionsfreiheit in der BRD?


Schröder und Fischer haben 1998 bei ihrer Amtseinführung die religiöse Formulierung bewußt ausgelassen und sich als Ungläubige geoutet.

Und was die "schönen" Erinnerungen angeht wie Ferienlager, Kindergarten und "braven" Kinder, die die Schaffner noch als Respektperson betrachteten: Da kann man schon mal die negativen Dinge darüber vergessen, wie die Unfreiheit, die Umweltverschmutzung mit dem ganzen Dreck und der Mangel an hochwertgen Lebensmittel. Das relativiert die Kinderfreundlichkeit der DDR doch wohl um einiges.

Auch wenn die heutigen Verhältnisse im Bund jede Menge Gründe für Kritik liefern, so ist doch wohl das heutige Deutschland noch lange nicht so im Arsch, wie die zum Glück untergegangene DDR mit Anführungszeichen. Auch die aktuelle Wirtschaftskrise wird dieses System irgendwie überstehen, weil es flexibel ist und keiner starren Ideologie anhängt. Das funktioniert hier seit 60 Jahren und in Amerika und England noch viel länger.

Hier sollten manche vieleicht mal drüber nachdenken, ob sie nicht einfach nur ihrer Jugend nachtrauern (wie ich auch), wenn sie einen verklärten Blick in die Vergangenheit richten.

sven0403
24.02.2009, 19:57
Hier schwört jede Bundesregierung darauf alles zum Wohle des Volkes zu tun, so war Gott ihnen helfe.
Allerdings scheint Gott diese regelmäßig zu verlassen.
Welcher Gott soll denn auch helfen?
Religionsfreiheit in der BRD?


Gruß vom Maschinist


Der liebe Gott, welcher auch immer, musste schon für viele Schweinereien sein heiliges Haupt hinhalten.

Gruß Sven

sven0403
24.02.2009, 20:21
Hier sollten manche vieleicht mal drüber nachdenken, ob sie nicht einfach nur ihrer Jugend nachtrauern (wie ich auch), wenn sie einen verklärten Blick in die Vergangenheit richten.

Warum sollte man die guten Dinge nicht im Gedanken behalten ?

Klar die helfen uns heute nicht unbedingt weiter aber wenn mehr Leute sich die Mühe gemacht hätten und die guten Werte ihren Kindern weitergegeben hätten, würde sich so mancher Jugendlicher und Erwachsener vielleicht anders benehmen.

Der Zusammenhalt, die Achtung des Eigentums der Anderen, echte Freundschaft und ja auch viel Spaß das war uns das Wichtigste.

Ich hatte in meiner Jugend viel zu lachen, ganz einfach weil wir ein verrückter toller Haufen waren ohne Neid.
Wir waren gleiche unter gleichen, Luxus wie Walkman oder Videorekorder hat uns nicht interessiert. Wir waren froh wenn unsere Truppe zusammen war.

Und diese Erfahrungen wird meine Tochter vermutlich leider nie so machen weil schon in der 2. Klasse der Besitz eines Nintendo DS über drin oder draußen entscheidet ! :(

Die Kinder von heute werden nicht mehr mit einem FDJ Studienjahr gequält, wobei das immer tolle Klassenfahrten waren und manchmal hat man sogar etwas gelernt dabei ;) , dafür mit einem Leistungsdruck der es in sich hat.

Wir haben unsere Kindheit gelebt, heute beginnt die Schule und damit der Druck, du willst ja mal einen tollen Job haben, also musst du versuchen der Beste zu sein, Konkurrenten gibt es viele.
Diesen Stress hatten wir sooo nicht.

Auch dieses System hat seine guten Seiten und ich möchte auch wirklich die DDR so wie sie zum Schluss war, nicht wieder haben.
Eine bessere Gesellschaft wünsche ich mir dagegen schon.

Dieses System hat seine unbestrittenen Vorteile wenn Geld in der Brieftasche ist, dann macht alles Spaß, wird die Kohle knapp sieht es schon wieder anders aus.

Gruß Sven

Flok
24.02.2009, 20:47
Seht ihr... Genau wegen 95% der Beiträge vor meinem hängt mir diese ganze Schei*e so zum Hals raus. Ostler sind überall im deutschsprachigen Raum vertreten. Egal ob BRD, Schweiz oder Österreich. Überall wird man von 90% der Kollegen ständig zugesabbelt wie (schön) es doch in der DDR (bei der DR)war. Ich, und viele andere können es einfach nicht mehr hören. Es ist wirklich teilweise unerträglich wenn man nur noch aus allen Ecken Stulle, Hoyerswerda, Troschke, rinnkommen, och nich, weesde domols bei do Reichsbahn, domols inner DDR (war alles besser), Disbätzscho, icke hier und icke da, Konsum, Hackepeter, LPG, Ostwurst, Holzroller und diesen ganzen Mist hört - und das im tiefsten Oberbayern/Tirol. Wenn dann von den Ultras dann noch so Sätze fallen wie "Im Osten war alles besser" oder "Von mir aus können se de Maua wieda aufbaun!" möcht ich den Leuten am liebsten einen Tritt in den Allerwetesten geben und meinen Bausparer für die Mauer opfern - Da platzt mir dann endgültig der Kragen.
Wirklich neues gibt es nicht zu berichten, aber viele ex DDRler haben anscheinend den grenzenlosen Drang ständig mit ihren Geschichte präsent zu sein.
Und jetz kommt das eigentlich schlimme: Nicht nur die Geschichten sind nicht mehr hörbar, sondern der Dialekt! Warum kann sich ein Ostler nicht anpassen? Warum muss jemand der aus dem Osten kommt mit seinem Dialekt Tiroler Kollegen "plattwalzen"? Der Hesse kann auch dialektfrei. Sogar Bayern schaffen es hochdeutsch zu reden da der tiroler- und der oberbayrische Dialekt in vielen Bereichen stark unterschiedlich sind. Nur Ostler schaffen es nicht. Es verlangt keiner einen bayrischen Dialekt (Um Gottes Willen!! Blos nicht!!), aber hochdeutsch sollte drin sein.
Es ist wirklich interessant wenn man mal Geschichten aus dem alten Osten oder auch der Reichsbahn gehört hat. Aber mittlerweile hat man es zu oft gehört! Es ist einfach zu viel. Keiner kanns mehr hören. Trotzdem kriegt mans ins Ohr gepresst.
Ich bin gespannt auf die nächsten Generationen die die DDR nicht live mitbekommen haben und im Westen aufgewachsen sind. Dann dürfte sich das ganze etwas glätten.

So, und nun könnt ihr machen was ihr wollt. Gebt mir eine Karte, sperrt mich oder macht sonstwas. Ich spreche nur im Klartext auf den Punkt gebracht das aus, was vielen ausser den Ostlern so auf den Sack geht!

Kilux
24.02.2009, 20:49
Seht ihr... Genau wegen 95% der Beiträge vor meinem hängt mir diese ganze Schei*e so zum Hals raus. Ostler sind überall im deutschsprachigen Raum vertreten. Egal ob BRD, Schweiz oder Österreich. Überall wird man von 90% der Kollegen ständig zugesabbelt wie (schön) es doch in der DDR (bei der DR)war. Ich, und viele andere können es einfach nicht mehr hören. Es ist wirklich teilweise unerträglich wenn man nur noch aus allen Ecken Stulle, Hoyerswerda, Troschke, rinnkommen, och nich, weesde domols bei do Reichsbahn, domols inner DDR (war alles besser), Disbätzscho, icke hier und icke da, Konsum, Hackepeter, LPG, Ostwurst, Holzroller und diesen ganzen Mist hört - und das im tiefsten Oberbayern/Tirol. Wenn dann von den Ultras dann noch so Sätze fallen wie "Im Osten war alles besser" oder "Von mir aus können se de Maua wieda aufbaun!" möcht ich den Leuten am liebsten einen Tritt in den Allerwetesten geben und meinen Bausparer für die Mauer opfern - Da platzt mir dann endgültig der Kragen.
Wirklich neues gibt es nicht zu berichten, aber viele ex DDRler haben anscheinend den grenzenlosen Drang ständig mit ihren Geschichte präsent zu sein.
Und jetz kommt das eigentlich schlimme: Nicht nur die Geschichten sind nicht mehr hörbar, sondern der Dialekt! Warum kann sich ein Ostler nicht anpassen? Warum muss jemand der aus dem Osten kommt mit seinem Dialekt Tiroler Kollegen "plattwalzen"? Der Hesse kann auch dialektfrei. Sogar Bayern schaffen es hochdeutsch zu reden da der tiroler- und der oberbayrische Dialekt in vielen Bereichen stark unterschiedlich sind. Nur Ostler schaffen es nicht. Es verlangt keiner einen bayrischen Dialekt (Um Gottes Willen!! Blos nicht!!), aber hochdeutsch sollte drin sein.
Es ist wirklich interessant wenn man mal Geschichten aus dem alten Osten oder auch der Reichsbahn gehört hat. Aber mittlerweile hat man es zu oft gehört! Es ist einfach zu viel. Keiner kanns mehr hören. Trotzdem kriegt mans ins Ohr gepresst.
Ich bin gespannt auf die nächsten Generationen die die DDR nicht live mitbekommen haben und im Westen aufgewachsen sind. Dann dürfte sich das ganze etwas glätten.

So, und nun könnt ihr machen was ihr wollt. Gebt mir eine Karte, sperrt mich oder macht sonstwas. Ich spreche nur im Klartext auf den Punkt gebracht das aus, was vielen ausser den Ostlern so auf den Sack geht!

Ich lese hier nur sporadisch mit aber du hast meine vollste Zustimmung. Irgendwer musste das Mal sagen. :applaus::applaus::applaus:

Heimi
24.02.2009, 20:56
Schröder und Fischer haben 1998 bei ihrer Amtseinführung die religiöse Formulierung bewußt ausgelassen und sich als Ungläubige geoutet.

Und was die "schönen" Erinnerungen angeht wie Ferienlager, Kindergarten und "braven" Kinder, die die Schaffner noch als Respektperson betrachteten: Da kann man schon mal die negativen Dinge darüber vergessen, wie die Unfreiheit, die Umweltverschmutzung mit dem ganzen Dreck und der Mangel an hochwertgen Lebensmittel. Das relativiert die Kinderfreundlichkeit der DDR doch wohl um einiges.

Auch wenn die heutigen Verhältnisse im Bund jede Menge Gründe für Kritik liefern, so ist doch wohl das heutige Deutschland noch lange nicht so im Arsch, wie die zum Glück untergegangene DDR mit Anführungszeichen. Auch die aktuelle Wirtschaftskrise wird dieses System irgendwie überstehen, weil es flexibel ist und keiner starren Ideologie anhängt. Das funktioniert hier seit 60 Jahren und in Amerika und England noch viel länger.

Hier sollten manche vieleicht mal drüber nachdenken, ob sie nicht einfach nur ihrer Jugend nachtrauern (wie ich auch), wenn sie einen verklärten Blick in die Vergangenheit richten.

Okay in einigen Sachen stimme ich Dir als Ossi zu. Aber mit der Umweltverschmutzung kann ich Dir nur teilweise folgen. Sicherlich war es hier in der DDR schon haarsträubend was da abging. Ich sag nur Halle. Oder Bitterfeld....ABERRRRR in der BRD wars oder ist es ja wohl auch nicht besser, siehe Recycling. Zu Ostzeiten wurde SERO echt wiederverwendet, wobei heute das Zeugs entweder zu sinnlosen Blumentöpfen gepresst wir oder nach Schweden geht zum verbrennen, oder die 25 cent Flaschen nach China um billige T-Shirts draus zu machen. Und es ist ja wohl nicht von der Hand zu weisen, dass immer mehr Menschen an Krebs und ähnliches erkranken, wo man die Ursachen(meine Meinung) totschweigt. Bestes Beispiel für den Superkapitalismus ist ja das Atomlager Asse(heisst das so?). Da ist die Ka... langsam am dampfen und den Verursachern geht das am Ar... vorbei.

Und noch zum eigentlichen Thema, ja ich habe mich auch wohlgefühlt in der DDR, mit Abstrichen zwar, aber als Kind hast es doch echt "Cool" gehabt. Vor allem die Ferienlager. Ich war übrigens, bis 88, in Ferch bei Potsdam. War gut, nur die Nerzfarm nebenan war echt nicht toll.

sven0403
24.02.2009, 20:57
Seht ihr... Genau wegen 95% der Beiträge vor meinem hängt mir diese ganze Schei*e so zum Hals raus. Ostler sind überall im deutschsprachigen Raum vertreten. Egal ob BRD, Schweiz oder Österreich. Überall wird man von 90% der Kollegen ständig zugesabbelt wie (schön) es doch in der DDR (bei der DR)war. Ich, und viele andere können es einfach nicht mehr hören. Es ist wirklich teilweise unerträglich wenn man nur noch aus allen Ecken Stulle, Hoyerswerda, Troschke, rinnkommen, och nich, weesde domols bei do Reichsbahn, domols inner DDR (war alles besser), Disbätzscho, icke hier und icke da, Konsum, Hackepeter, LPG, Ostwurst, Holzroller und diesen ganzen Mist hört - und das im tiefsten Oberbayern/Tirol. Wenn dann von den Ultras dann noch so Sätze fallen wie "Im Osten war alles besser" oder "Von mir aus können se de Maua wieda aufbaun!" möcht ich den Leuten am liebsten einen Tritt in den Allerwetesten geben und meinen Bausparer für die Mauer opfern - Da platzt mir dann endgültig der Kragen.
Wirklich neues gibt es nicht zu berichten, aber viele ex DDRler haben anscheinend den grenzenlosen Drang ständig mit ihren Geschichte präsent zu sein.
Und jetz kommt das eigentlich schlimme: Nicht nur die Geschichten sind nicht mehr hörbar, sondern der Dialekt! Warum kann sich ein Ostler nicht anpassen? Warum muss jemand der aus dem Osten kommt mit seinem Dialekt Tiroler Kollegen "plattwalzen"? Der Hesse kann auch dialektfrei. Sogar Bayern schaffen es hochdeutsch zu reden da der tiroler- und der oberbayrische Dialekt in vielen Bereichen stark unterschiedlich sind. Nur Ostler schaffen es nicht. Es verlangt keiner einen bayrischen Dialekt (Um Gottes Willen!! Blos nicht!!), aber hochdeutsch sollte drin sein.
Es ist wirklich interessant wenn man mal Geschichten aus dem alten Osten oder auch der Reichsbahn gehört hat. Aber mittlerweile hat man es zu oft gehört! Es ist einfach zu viel. Keiner kanns mehr hören. Trotzdem kriegt mans ins Ohr gepresst.
Ich bin gespannt auf die nächsten Generationen die die DDR nicht live mitbekommen haben und im Westen aufgewachsen sind. Dann dürfte sich das ganze etwas glätten.

So, und nun könnt ihr machen was ihr wollt. Gebt mir eine Karte, sperrt mich oder macht sonstwas. Ich spreche nur im Klartext auf den Punkt gebracht das aus, was vielen ausser den Ostlern so auf den Sack geht!

Bist du etwa neidisch ? Hast du nichts schönes in deiner Jugend erlebt ?

Und was glaubst du wohl welche tollen Geschichten wir uns anfangs von den Wessis so anhören durften, Mann waren das alles tolle Typen. :24::24:
Nun ja heute sind wir ein wenig schlauer und wissen schon wie wenig oft hinter der schicken Schale wirklich steckt.

Einfach mal ein wenig Verständnis für den anderen aufbringen aber genau das ist das Problem dieser Gesellschaft: Der andere ist uninteressant, nur ich bin wichtig !

Dann zu dem Satz der mir am meisten stinkt:


Warum kann sich ein Ostler nicht anpassen?

Ja verdammt noch mal warum sollen wir und wem sollen wir uns anpassen, den Siegern oder den besseren Menschen oder einfach nur dem Mainstream damit ihr eure Ruhe habt ?
Das ist einfach nur lächerlich !!

Du hattest wirklich schon wesentlich intelligentere Beiträge im Repertoire.

Gruß Sven

Bat
24.02.2009, 21:19
... . Gebt mir eine Karte, sperrt mich oder macht sonstwas. ...


Warum? Weil Du an genau der richtigen Stelle Deine Meinung vertrittst ... ?
Nein, ist nicht!
Ich finde Deinen Beitrag sehr interessant!

Blockwärter
24.02.2009, 21:23
Bestes Beispiel für den Superkapitalismus ist ja das Atomlager Asse(heisst das so?). Da ist die Ka... langsam am dampfen und den Verursachern geht das am Ar... vorbei.

.

Richtig, aber das gab es auch im Sozialismus , sag mal Endlager Morsleben oder die WISMUT. Und hat man da jemals jemanden zur Verantwortung gezogen ?

Flok
24.02.2009, 21:31
Bist du etwa neidisch ? Hast du nichts schönes in deiner Jugend erlebt ?

Und was glaubst du wohl welche tollen Geschichten wir uns anfangs von den Wessis so anhören durften, Mann waren das alles tolle Typen. :24::24:
Nun ja heute sind wir ein wenig schlauer und wissen schon wie wenig oft hinter der schicken Schale wirklich steckt.


Du hast nichts verstanden von meinem Beitrag.

Ich bin nicht neidisch, weil ich auch eine schöne Jugend erlebt habe genau wie du/ihr. Aber ich muss meine Erlebnisse nicht jedem Ostler 100 mal erzählen. Alles hat seine schönen und schlechten Seiten in BRD wie DDR. Es geht mir nur darum die Geschichten nicht tagtäglich zu hören. Aber es vergeht kein Tag in der Arbeit wo man nicht ständig mit Ostalgie zugedröhnt wird. Es reicht einfach!



Dann zu dem Satz der mir am meisten stinkt:
Ja verdammt noch mal warum sollen wir und wem sollen wir uns anpassen, den Siegern oder den besseren Menschen oder einfach nur dem Mainstream damit ihr eure Ruhe habt ?
Das ist einfach nur lächerlich !!

Du hattest wirklich schon wesentlich intelligentere Beiträge im Repertoire.

Gruß Sven

An wen anpassen? An meine Umgebung in der ich mich aufhalte! Wenn ich als Bayer nach Hamburg fahr verlang ich auch kein Fleischpflanzerl sondern eine Frikadelle. Und das in Hochdeutsch. So einfach ist das! Ist meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt, aber scheinbar für viele Ostler die im Westen und im tiefsten Süden arbeiten absolut unmöglich.
Und warum anpassen? Weil es höflich ist!

sven0403
24.02.2009, 21:48
@Flok

Mag ja sein das ich deinen Beitrag nicht richtig verstanden habe, ist ja auch nicht ganz leicht.

Aber du wirst es mir vermutlich nicht glauben.......

Ich kenne ja sogar unangepasste Westler :13::13::13:

Wasn nu ???

Und ich komme trotzdem mit denen gut aus, obwohl die mir dauernd irgend was von einer Bundesbahn erzählen wollen, manche machen das sogar mehrmals.

Toleranz ist das Zauberwort, mir gefällt auch nicht jeder Dialekt, ich finde bayrisch manchmal sogar furchtbar, weil ich davon kein Wort verstehen kann,ich komme trotzdem nicht auf die Idee den Bayern wegen Körperverletzung zu verklagen :003:

Wenn du mal versuchen würdest den Kollegen zu sehen und nicht den Ossi oder den Wessi, könntest du vielleicht ruhiger leben.

Gruß Sven

Blockwärter
24.02.2009, 21:49
Die BRD war kurz vor der Wende auch nicht das blühende Leben ...!:039:

Jetzt frage Ich mich nur woher das Wissen stammt ?

Bat
24.02.2009, 21:50
@Flok

Mir geht es mit den ganzen pseudo-Alternativen aus Wessiland, die in Berlin Friedrichshain/Kreuzberg/Heiligensee wohnen (woi dös voll inn isch) genau so, wie Dir mit den Ossis im Westen!

Eine der unangenehmen Folgen aus der Wende ... ?

sven0403
24.02.2009, 21:52
Eine der unangenehmen Folgen aus der Wende ... ?

Wie unangenehm, laufend was neues :001:

Gruß Sven

Schweizkutscher
24.02.2009, 21:52
... wenn man nur noch aus allen Ecken Stulle, Hoyerswerda, ...
Flok, det nehm ich Dir jetzt aber übel. :033:
Troscke und Stulle jiebet nich, aba Hoyerswerda.


Diese Ost - Westdiskussion ist genauso brisant wie Diskussionen zum Thema Rechtsradikalismus/Linksradikalismus.

Ich selbst stamme aus Rostock (dort geboren und 3 Jahre gewohnt, später einige Tage meiner Militärzeit dort noch einmal verbracht), bin in Hoyerswerda aufgewachsen, habe an der Grenze gedient. Bin ich deswegen ein "schlechter" Deutscher?

Nur als Hinweis für einige "Wessis": Hoyerswerda und Rostock waren Schauplätze ausländerfeindlicher Ausschreitungen.

Ich glaube kaum, das einer von Euch die Hintergründe dafür kennt.
Ich schliesse mich da mit ein, da mir die Hintergründe für die Ausschreitungen in Rostock auch unbekannt sind, dies gilt aber nicht für Hoyerswerda.

Ich habe bisher meine Leben zu (fast) gleichen Teilen im Sozialismus und im Kapitalismus gelebt.
Ich bin auch der Meinung, das nicht alles schlecht war im Sozialismus, wobei ich diese Staatsform nicht glorifizieren möchte, genauswenig wie mein Leben im "goldenen" Westen.
Jedes System hat hat Vor- und Nachteile und wir müssen das beste daraus machen.

Was ich ich nicht leiden kann, sind Äusserungen über "doofe, arbeitscheue Ossi's" und "intelligente Besserwessis".
Bekloppte und Idioten gab und gibt es hüben wie drüben.

Auch wenn es mancher nicht wahrhaben möchte, aber die "Völkerwanderung" aus dem Osten in den Westen ist ein Ergebnis der Politik seit den 90iger Jahren. Und die haben die Ossis und Wessis gemeinsam verbockt. Erst hatten wir d(i)e Maizire, dann kam der Kohl.
Die versprochen blühenden Landschaften sind da (wo früher einmal Industrieanlagen und Wohngebiete waren), nur wollte das so keiner haben.
Ich bin im Braunkohlenrevier der Lausitz aufgewachsen (Schwarze Pumpe), Hoyerswerda war eine Stadt die zu 80% für Bergleute und Arbeiter in den umliegenden Braunkohlewerken und -fabriken gebaut wurde.
Einwohnerzahl zu den besten Zeiten: knapp 75000 Einwohner, heute sind es noch rund 50000 Einwohner, das Durchschnittsalter in dieser Stadt liegt heute bei knapp 50 Jahren. Die Stadt vergreist, da von der umliegenden Industrie fast nichts mehr übrig geblieben ist. Die Arbeitslosigkeit liegt zwischen 20 und 25% (ich übernehme keine Garantie für die Zahlen, ich hab sie nicht gegoogelt oder bei Wiki nachgeschaut).
Jeder aus den "deutschen Ostgebieten" wird etwas Ähnliches berichten können.
Ich hab aber noch keinen Kollegen/in aus den "gebrauchten" Ländern gehört oder gelesen, der sich über die Arbeitsleistung der "Ossi's" beschwert, wenn er/sie persönlichlich kennenlernen durfte.
Ich hab auch noch keinen (mir bekannten) Ossi gehört, der sich über bayrische, schwäbische, badische oder rheinische Dialekte beschwert hat.

Ich glaube unser aller Freund, SWBC, kann ein ganz besonderes Lied davon singen, er hat die Ossis und Ihre Spezialitäten zu seinem 50. Geburtstag live erleben dürfen.

In diesem Sinne Freundschaft und Grüss Gott (auch wenn ich letzteren nicht einzuordnen weiß).

homeofthechosen
24.02.2009, 22:00
Herr Gott ihr habt Probleme, ich durfte mir gerade eben schon wieder anhören, das es zuviel Deutsche in der Schweiz hat . . . der hat aber nichts von Ossi oder Wessi gesagt, für den bin ich ein Deutscher. EIN DEUTSCHER ! Hört doch endlich auf mit dieser absolut klein karierten Stichelei!

Bat
24.02.2009, 22:00
@Blockwärter

... aus den Berichten meiner Westverwandtschaft ...!

Alles bodenständige Arbeiter, Angestellte, Studenten und Schüler, damals!

Sorry, die Familien meiner Eltern wurden durch die Mauer getrennt und haben trotzdem Infos von der anderen Seite der Mauer bekommen ... !
(... und Butter! Wir hatten ja Nichts!:24:)
Wir hatten auch eine Fernsehantenne, die in Richtung Funkturm guckte ... !

Kann ich Dir sonst noch irgendwelche Fragen beantworten .... ???

Flok
24.02.2009, 22:02
Aber du wirst es mir vermutlich nicht glauben.......

Ich kenne ja sogar unangepasste Westler :13::13::13:

Wasn nu ???

Und ich komme trotzdem mit denen gut aus, obwohl die mir dauernd irgend was von einer Bundesbahn erzählen wollen, manche machen das sogar mehrmals.


Weißt du was das Problem ist? Deinem Profil entnehme ich "Lokführer LL". Ich behaupte jetz einfach mal dass es in deiner Dienststelle zu 100% Einheimische sind. Du wirst Bayern nur beim Ablösen/in der Kantine treffen.
Weißt du wies bei uns ist? In den bayrischen Dienststellen arbeiten zu 80% Ostler, in einigen sogar noch mehr. Münchner Stellwerke oder Stellwerke auf urbayrischen Nebenbahnen sind zum Teil zu 100% in Osthand. Bei uns in Österreich arbeiten ganze 4 Einheimische (ich inklusive) mit ca 30 Ostlern zusammen - tagtäglich. Verstehst du den Unterschied? Stell dir mal vor in deiner Dienststelle wären 80% Bayern oder Österreicher und würden dir jeden Tag was von Bergen und Heidi der g***** Alm*** erzählen... Wär kuhl oder?
Wenn du mir jetz noch was von Toleranz erzählen willst... dann gute Nacht!

Heimi
24.02.2009, 22:09
Weißt du was das Problem ist? Deinem Profil entnehme ich "Lokführer LL". Ich behaupte jetz einfach mal dass es in deiner Dienststelle zu 100% Einheimische sind. Du wirst Bayern nur beim Ablösen/in der Kantine treffen.
Weißt du wies bei uns ist? In den bayrischen Dienststellen arbeiten zu 80% Ostler, in einigen sogar noch mehr. Münchner Stellwerke oder Stellwerke auf urbayrischen Nebenbahnen sind zum Teil zu 100% in Osthand. Bei uns in Österreich arbeiten ganze 4 Einheimische (ich inklusive) mit ca 30 Ostlern zusammen - tagtäglich. Verstehst du den Unterschied? Stell dir mal vor in deiner Dienststelle wären 80% Bayern oder Österreicher und würden dir jeden Tag was von Bergen und Heidi der g***** Alm*** erzählen... Wär kuhl oder?
Wenn du mir jetz noch was von Toleranz erzählen willst... dann gute Nacht!

Ach herrje, wie armselig. Tut mir leid. Es wird wohl einen Grund geben, warum so viele "Ostler" dort arbeiten. Vielleicht, weil die "Einheimischen" es nicht mehr machen wollen. Bisher hatte ich nur nette Bayern kennengelernt. Schade.

Bat
24.02.2009, 22:09
Was ist in Eurem Staat nur schief gelaufen, dass da so wenige den Beruf des Eisenbahners ergriffen haben, um die Ossiflut aufzuhalten???:007:

Schweizkutscher
24.02.2009, 22:09
...und Heidi...
Heidi ist ein Schweizer Mädel, lass det mal aus dem Spiel.
Nicht alles was jodelt ist ein Ösi oder ein Bajuware.

Hast Du Deine Ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen gefragt warum sie jetzt in Bayern und Österreich/ Schweiz arbeiten und leben?

Ich hab es mit einigen guten Freunden, die aus der ehemaligen BRD stammen gemacht, die 1. Antwort war: um Geld zu verdienen (an den doofen Ossis), mittlerweilen sind sie zu ehrlichen und seriösen Geschäftsleuten gereift, haben sich dem Osten angepasst, einschliesslich eine ostdeutschen Partnerin und Kinder.
Tenor dieser Leute, sie fühlen sich jetzt wohl, früher kamen sie zum abzocken.

Blockwärter
24.02.2009, 22:10
@Blockwärter

... aus den Berichten meiner Westverwandtschaft ...!

Alles bodenständige Arbeiter, Angestellte, Studenten und Schüler, damals!

Sorry, die Familien meiner Eltern wurden durch die Mauer getrennt und haben trotzdem Infos von der anderen Seite der Mauer bekommen ... !
(... und Butter! Wir hatten ja Nichts!:24:)
Wir hatten auch eine Fernsehantenne, die in Richtung Funkturm guckte ... !

Kann ich Dir sonst noch irgendwelche Fragen beantworten .... ???+
Nein danke !
Brauchst aber nicht sorry sagen, bei mir (wie wahrscheinlich in etlichen Familien ) gab es auch Familienangehörige hüben und drüben. Und aus dem Fernsehen erfährt man nicht wie es in einem Land zugeht , weder heute noch damals .

nimmi
24.02.2009, 22:12
(...)An wen anpassen? An meine Umgebung in der ich mich aufhalte! Wenn ich als Bayer nach Hamburg fahr verlang ich auch kein Fleischpflanzerl sondern eine Frikadelle. Und das in Hochdeutsch. So einfach ist das! Ist meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt, aber scheinbar für viele Ostler die im Westen und im tiefsten Süden arbeiten absolut unmöglich.
Und warum anpassen? Weil es höflich ist!

Hmmm... warum sollte ich mich an meine momentane Umgebung anpassen? Wenn ein Norddeutscher (egal ob aus Schleswig-Holstein oder Meck.-Pomm.) nach Sachsen kommt stellt er auch nicht seine Sprache um- das würde auch für die Einheimischen ziemlich grotesk klingen. Das ist übrigens für jede Region mühelos übertragbar, jeder redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist und (fast) jeder hat einen gewissen Stolz auf seine Herkunft, welcher auch gern durch das bewußte Sprechen der jeweiligen Dialekte dokumentiert wird. Übrigens sind die Bayern deutschlandweit nicht als besonders sprachanpassungswillig verrufen- möglicherweise bist du ja eine der wenigen Ausnahmen.

Ich habe jedenfalls keine Probleme mit anderen Dialekten- denn es gibt wichtigeres als den durch Dialekt zur Schau gestellten "Nationalstolz" (besser "Regionalstolz"?).
Da wäre als erstes der Inhalt der gemachten Gespräche- und an dieser Stelle respektiere ich meinen Gesprächspartner und seine Ansichten in genau dem Maße, wie ich es von ihm erwarte. Übrigens bin ich durchaus in der Lage ein gepflegtes Hochdeutsch zu sprechen, wende dieses aber nur im Bedarfsfall an, welcher recht selten gegeben ist. Das zwanglose Gespräch unter Kollegen (egal wo) gehört jedenfalls nicht dazu und ich hatte deswegen noch nie irgendwelche Kommunikationsschwierigkeiten oder mußte Anfeindungen ertragen.
Wie bereits gesagt gehört dazu eine gewisse Toleranz- und zwar auf Seiten beider Gesprächspartner. Wenn du deinem Gesprächspartner signalisierst das du diese Toleranz nicht aufzubringen gewillt bist brauchst du -auch in deiner heimatlichen Region- keine Anpassung der Zugereisten an deine Gepflogenheiten erwarten.
Das ist übrigens keine Frage von Ost-West-Eigenheiten, sondern eine Frage der Achtung seinen Mitmenschen gegenüber.

Und nochwas- ich esse meine Arbeitsstullen, egal ich mich gerade in Bayern, Sachsen, Berlin, Hamburg oder sonstwo befinde. Und ebenso bestelle ich beim Fleischer Buletten- auch wenn der Fleischer zufällig Metzger heißt und die gewünschten Bremssohlen dort anders bezeichnet werden.


Gruß M.

sven0403
24.02.2009, 22:14
Weißt du was das Problem ist? Deinem Profil entnehme ich "Lokführer LL". Ich behaupte jetz einfach mal dass es in deiner Dienststelle zu 100% Einheimische sind. Du wirst Bayern nur beim Ablösen/in der Kantine treffen.
Weißt du wies bei uns ist? In den bayrischen Dienststellen arbeiten zu 80% Ostler, in einigen sogar noch mehr. Münchner Stellwerke oder Stellwerke auf urbayrischen Nebenbahnen sind zum Teil zu 100% in Osthand. Bei uns in Österreich arbeiten ganze 4 Einheimische (ich inklusive) mit ca 30 Ostlern zusammen - tagtäglich. Verstehst du den Unterschied? Stell dir mal vor in deiner Dienststelle wären 80% Bayern oder Österreicher und würden dir jeden Tag was von Bergen und Heidi der g***** Alm*** erzählen... Wär kuhl oder?
Wenn du mir jetz noch was von Toleranz erzählen willst... dann gute Nacht!

So gesehen, wäre das natürlich anstrengend. :004::004:

Ich bin oft nur ein Sachsen/Anhalter unter 100 Sachsen, das ist auch nicht immer leicht :16: Ich brauche jetzt Mitleid, bitte !!!!

Ich sag es dir so wie ich das sehe: ich habe Kollegen, Menschen um mich,viele davon sind prima Kerle, manche davon na ja und wenige sind zum :0107::0104::0102: für mich sind das keine Sachsen, Ossis, Wessis oder sonst irgend eine Kategorie.

Wenn mich was stört dann kann ich das sagen oder wenn es nicht so wichtig ist dann kann ich mir auch eine ruhige Ecke suchen.

Auf jeden Fall komme ich nicht auf die Idee und erzähle das mir alle Wessis tüchtig auf den Sack gehen.
Das wäre auch völlig ungerecht weil ich inzwischen etliche Leute auch außerhalb der Bahn kennengelernt habe und wir uns auch über andere Dinge prima unterhalten können, da ist die Herkunft völlig zweitrangig. Sonst würde das auch nicht klappen.

Gruß Sven

Flok
24.02.2009, 22:16
Ach herrje, wie armselig. Tut mir leid. Es wird wohl einen Grund geben, warum so viele "Ostler" dort arbeiten. Vielleicht, weil die "Einheimischen" es nicht mehr machen wollen. Bisher hatte ich nur nette Bayern kennengelernt. Schade.

Scherzkeks! :24: Wenn ich meine Kollegen frage - nein ich brauch sie nicht fragen. Sie erzählen es eh. Die Antwort lautet wie folgt: "Jo drübm kriegste jo nischde!"
So einfach is das.

Ausserdem hab ich ja nix dagegen dass die Kollegen hier arbeiten. Jeder kann das tun was er will. Mir und anderen gehts nur ums auftreten vieler Ostkollegen.

vzinn
24.02.2009, 22:18
Nun, ich denke mal, das ich da auch etwas weiter helfen kann, (auch als Wessi).
Grundsätzlich ist nicht alles in der DDR schlecht gewesen. Man hat arbeit gehabt, somit auch sein auskommen und das war recht sicher. Es wurde sehr viel für die Familie getan und sich um die Kinder gekümmert. Wo gibt es heute noch betriebliche Kinderbetreuung, die nichts kostet, damit die Eltern Arbeiten gehen können?
Von daher nochmals: Es war nicht alles schlecht in der DDR, wie es gerne immer dargestellt wird.
Man sollte aber realistische bleiben. Ja, es hat jeder Arbeit gehabt und bei der Bahn konnte ich als Lokführer gut leben. Eine Bekannte, die als Sachbearbeiterin (heute würde man Bürokaufrau sagen) in einem Stahlwerk arbeitete, verdiente für eine 42 Stunden Woche 320 Ostmark (im Monat). Klar die Miete kam nur 30 - 40 Mark. Dann wurde es aber schwieriger. Klamotten und Lebensmittel waren nun nicht immer billiger als heute, wer es schon vergessen hat, ein Stück Butter kostete meines wissens 2,40. Solche Jobs gab es nicht wenige.
Da geht es heute einem Harz IV nicht schlechter.

Volker

Bat
24.02.2009, 22:20
... . Und aus dem Fernsehen erfährt man nicht wie es in einem Land zugeht , weder heute noch damals .

Die direkte Information ist schon fraglich, ist klar! Da muss man schon zwischen den Zeilen lesen ... !

Flok
24.02.2009, 22:47
Hmmm... warum sollte ich mich an meine momentane Umgebung anpassen? Wenn ein Norddeutscher (egal ob aus Schleswig-Holstein oder Meck.-Pomm.) nach Sachsen kommt stellt er auch nicht seine Sprache um- das würde auch für die Einheimischen ziemlich grotesk klingen. Das ist übrigens für jede Region mühelos übertragbar, jeder redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist und (fast) jeder hat einen gewissen Stolz auf seine Herkunft, welcher auch gern durch das bewußte Sprechen der jeweiligen Dialekte dokumentiert wird. Übrigens sind die Bayern deutschlandweit nicht als besonders sprachanpassungswillig verrufen- möglicherweise bist du ja eine der wenigen Ausnahmen.

Ich habe jedenfalls keine Probleme mit anderen Dialekten- denn es gibt wichtigeres als den durch Dialekt zur Schau gestellten "Nationalstolz" (besser "Regionalstolz"?).
Da wäre als erstes der Inhalt der gemachten Gespräche- und an dieser Stelle respektiere ich meinen Gesprächspartner und seine Ansichten in genau dem Maße, wie ich es von ihm erwarte. Übrigens bin ich durchaus in der Lage ein gepflegtes Hochdeutsch zu sprechen, wende dieses aber nur im Bedarfsfall an, welcher recht selten gegeben ist. Das zwanglose Gespräch unter Kollegen (egal wo) gehört jedenfalls nicht dazu und ich hatte deswegen noch nie irgendwelche Kommunikationsschwierigkeiten oder mußte Anfeindungen ertragen.
Wie bereits gesagt gehört dazu eine gewisse Toleranz- und zwar auf Seiten beider Gesprächspartner. Wenn du deinem Gesprächspartner signalisierst das du diese Toleranz nicht aufzubringen gewillt bist brauchst du -auch in deiner heimatlichen Region- keine Anpassung der Zugereisten an deine Gepflogenheiten erwarten.
Das ist übrigens keine Frage von Ost-West-Eigenheiten, sondern eine Frage der Achtung seinen Mitmenschen gegenüber.
Und nochwas- ich esse meine Arbeitsstullen, egal ich mich gerade in Bayern, Sachsen, Berlin, Hamburg oder sonstwo befinde. Und ebenso bestelle ich beim Fleischer Buletten- auch wenn der Fleischer zufällig Metzger heißt und die gewünschten Bremssohlen dort anders bezeichnet werden.


Gruß M.

Von einem Touristen verlange ich auch keine "Sprachumstellung" - ganz im Gegenteil. Da wirds dann interessant. Aber wenn ich dauerhaft jeden Tag in einer anderen Region arbeite, passe ich mich an.
Dein letzter Absatz is genau der Grund warum viele nicht-Ostler die Schnauze voll haben.
Zum (von mir) hervorgehobenen Absatz: Das ist genau das was der Ostler nicht verstehen kann! Wo soll ich noch Toleranz aufbringen wenn ich von 5 Ostlern umkreist bin die von vergangenen Zeiten schwärmen - regelmäßig auch im Jahre 2009?! Du wirst als Einheimischer praktisch dazu gezwungen den Kollegen zuzuhören. Es geht gar nicht anders. Da hilft auch kein Tolernazgerede. Das hat mit Toleranz nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun wenn ich als Münchner täglich von Ostlern mit Ostgerede konfrontiert werde! Toleranz ist für mich, wenn ich Minderheiten bzw andere Menschen und deren Meinungen akzeptiere. Aber nicht wenn ich von anderen Menschen und anderen Meinung plattgewalzt werde!

emil51
24.02.2009, 23:12
@ Flok
och Mensch alter Schwabe, äh Oberbayer,
dann sach doch einfach ma däm Gollägen
das de denn Mist schon zwanzsch ma gehörd hast.:20:
Du hast dich aber auch..........
willst du einen Zaun ums Freigehege Bayern?
Das hat aber nix mit Ostpolemik zu tun das ist schon
eher ein Nord -Süd- Problem.
Die Bayern lachen einen an wenn du als Urlauber kommst
aber die lachen einen aus wenn du als Arbeitskraft kommst.
Da sind mir die herben Friesen oder die Fischköppe ehrlich schon lieber.
UUUUUUUUUnd nicht böse sein.

mfg.$

Bat
24.02.2009, 23:12
@Flok

Das so etwas frustriert, kann ich nachvollziehen ... !:039:

homeofthechosen
24.02.2009, 23:21
Zum Thema Sprachumstellung möchte ich mal was anmerken:

Es macht durchaus Sinn und ist gewinnbringend, seinen Dialekt ein wenig anzupassen - und das kann jeder

Ich z.B. spreche perfektes Hochdeutsch mit norddeutschem Slang. Und Norddeutsche reden nun mal sehr schnell.

Das führte am Anfang zu kleineren Missverständnissen hier in der Schweiz, da mich manchmal die Leute aufgrund zu schnellen Redens einfach nicht verstanden haben. Also habe ich mir angewöhnt, im Kundenkontakt langsamer zu reden - geht hervorragend.

Und zum Thema Dialekt:

Ich selbst verstehe Zürideutsch super, führe jedoch Gespräche mit den Kunden immer in Hochdeutsch. aber die üblichen Floskeln, wie z.B.:

"Billett vorwiisen bitte"
"Grüezi mitenand, es is Fahruswiiskontrolle"

mache ich schon in recht gutem Zürideutsch. Natürlich versuche ich nicht, den kompletten Dialekt zu kopieren, denn das klingt dann nur lächerlich. Aber wenn man die üblichen Begrüssungen und kleinere Gespräche schon auf Zürideutsch führen kann, hat man es wesentlich leichter auf dem Zug und die "Einheimischen" sehen das auch ganz gerne.

Von daher ist ein wenig Anpassen nicht schwer und eigentlich auch immer gewinnbringend.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 22:21 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 22:17 ---====---

@Maschinist: Ich habe mir den Aufsatz schon einmal durchgelesen, musste dann aber zum Dienst. Ich werde ihn mir morgen noch mal in Ruhe zu Gemüte führen, da er wirklich recht spannend ist, und dann meine Meinung zu dem Text posten ;)

platte
24.02.2009, 23:24
Zum Thema Sprachumstellung möchte ich mal was anmerken:

Es macht durchaus Sinn und ist gewinnbringend, seinen Dialekt ein wenig anzupassen - und das kann jeder



Bei mir kommt es vor, daß sich hessisches Idiom bei mir in die Umgangssprache mischt. Das ist keine Anpassung, sondern das passiert automatisch, wenn man in den hessischen Wäldern langsam verwildert. Muss sich furchtbar anhören. :004:

Alpinista
24.02.2009, 23:26
Herr Gott ihr habt Probleme, ich durfte mir gerade eben schon wieder anhören, das es zuviel Deutsche in der Schweiz hat . . . der hat aber nichts von Ossi oder Wessi gesagt, für den bin ich ein Deutscher. EIN DEUTSCHER ! Hört doch endlich auf mit dieser absolut klein karierten Stichelei!

@Home
Ciao Home,
ich weiss wie schwierig die Polemik in euerer Ecke ist, aber denk dran die sowas sagen sind vielleicht gar keine gebürtigen Schweizer?
Wie sieht es denn auf dem Lande aus wo wirklich fast nur Ur-Schweizer leben?
Nämlich ganz anders. Du warst ja schon 2x bei mir in der Gegend und da hab ich sowas noch nie vernommen.Oder?
Also Kopf hoch sonst gehs Du in die selbe Richtung CH vs D.

@Flok
Und auch Dir ein herzlichen Gruss Flok,
so wie Du schreibst hast Du eigentlich Glück das Seehofer kein Ossi ist.:24:
Nee aber mal ernsthaft.
Ich bin mir bewusst das ich als "Ost-Deutscher" Ausländer bin im Ausland.(wär ich auch in Bayern:001:).
Und ich verstehe auch ein bischen Dein Ungemach in der "Sprachangelegenheit", wie auch jeden Italiener oder Franzosen wenn man als "Deutscher" daherkommt
und verlangt das die Jungs und Mädels einen verstehen "muss"

Aber lass doch den Leuten Ihre Identität behalten und wenn es nur der Dialekt ist, ihre Heimat haben sie verloren.

Und weil Du "Hochdeutsch" ins Spiel gebracht hast, hier bei mir gibt es Täler, da kommst Du nicht mal mit "Hochdeutsch" weiter,
da musst Du Dich einfach den "Dialekten" anpassen.
Aber ansonst haben wir hier ein wunderbares Übereinkommen miteinander.
Wenn einer den anderen nicht "vastaht" dann fragt man halt.
Und hier im Uri ist es sogar noch einfacher, ein simples "Hee" reicht und Dein gegenüber weiss er darfs Dir nochmal erklären.

Und noch ein Tipp wenn Dir Sprüche,Geschichten und Weissheiten aus dem Osten Nerven dann hör doch einfach nicht hin und schalt auf Durchgang.
Nach dem Motto "fa niente" denne lebste entschieden ruhiger.

Gruss Alp

platte
24.02.2009, 23:51
Ostler sind überall im deutschsprachigen Raum vertreten. Egal ob BRD, Schweiz oder Österreich. Überall wird man von 90% der Kollegen ständig zugesabbelt wie (schön) es doch in der DDR (bei der DR)war. Ich, und viele andere können es einfach nicht mehr hören.

:74:

Wenn die beiden Erich`s das noch lesen könnten, dann würden sie sagen: Siehste, wir haben den "Wettbewerb der Systeme" doch gewonnen, jetzt endlich merken sie es. :004:

Flok
24.02.2009, 23:54
@ Flok
och Mensch alter Schwabe, äh Oberbayer,
dann sach doch einfach ma däm Gollägen
das de denn Mist schon zwanzsch ma gehörd hast.:20:
Du hast dich aber auch..........
willst du einen Zaun ums Freigehege Bayern?
Das hat aber nix mit Ostpolemik zu tun das ist schon
eher ein Nord -Süd- Problem.
Die Bayern lachen einen an wenn du als Urlauber kommst
aber die lachen einen aus wenn du als Arbeitskraft kommst.
Da sind mir die herben Friesen oder die Fischköppe ehrlich schon lieber.
UUUUUUUUUnd nicht böse sein.

mfg.$

Du hast auch nicht kapiert worums geht. So einen Stuß braucht man nicht wirklich beantworten.

@Alpinista: Du hast es vertanden! Und ich geb dir vollkommen recht. Ich will den Leuten auch nicht ihre Identität nehmen. Das wäre Hardcore und genau dass worüber ich mich hier beschwere.
Wie schon geschreiben - manche "Geschichten" sind durchaus interessant und man hört gerne zu. Aber eben nicht jeden Tag und immer und immer wieder. Das begreifen eben die meisten nicht. Was den Dialekt betrifft: Diealekte wird man immer durchhören. Selbst wenn ich mich anstrenge, kommt zB immer wieder das "na" als Verneinung durch. Sowas lässt sich nicht vermeiden. Aber es ist halt eben nicht überall alter Osten, und das ist es was die meisten nicht verstehen. Ich muss doch am Brenner mit dem Tiroler Transiteur (der sich wirklich Mühe gibt hochdeutsch zu reden) kein sächsisch reden (Bundeslandwahl jetzt nur als Beispiel!!!).

Trennhuepfer
25.02.2009, 00:34
Ich als ehemaliger Quotenwessi bei uns in Köln, kann Flok da voll nachfühlen. Es ist schon manchmal schrecklich, daß einem der Gedanke nach Feindlicher Übernahme kommt.
Mittlerweile beherrsche ich neben dem Berliner icke und wa!? auch ein herzhaftes nu gloa. Da die Preußen ja seit jeher schon unbelehrbar waren, denke ich, ist dieses sprachliche Problem genetisch bedingt.

Um es mal aus meiner Sicht zu sagen, Dies ist ein Ergebnis der kulturellen Vermischung, durch die industrielle Abhängigkeit, begünstigt durch den Mauerfall.

Im Klartext: Freut Euch, wir sind ein Volk.

Was Flok aber eigentlich sagen will, ist dieses nervige rumgeprahle...also bei uns auf Arbeit ist es nicht so, warum ???
Weil wir ein junges Team sind, die größtenteils, zumindest bei uns in Köln, nach der Wende ihre Ausbildung zum Tf genossen haben und daher auch nicht so viele tolle Geschichten kennen. Auf meiner alten Dienststelle war/ist das anders, da hat man manchmal noch den Eindruck, man wäre Lokführer zweiter Klasse, weil man eben nicht so viele tolle Geschichten und so eine tolle Ausbildung genossen hat... dazu eben von allen Ecken der Dialekt, was mich zu meinen Regio-Zeiten dazu bewogen hat, nicht nur meine Ansagen in feinster Koblenzer Mundart ab zu lassen, sondern auch meine Gegenüber damit zu konfrontieren. Wir einigten uns dann nach einiger zeit auf ein halb Hochdeutsch-mundart-kauderwelsch.

Da es ja auch irgendwie zum Thema gehört....
ich habe viele Freunde mit diesen Sprachfehlern, sei es dieses "icke", oder das "nu gloa", aber bei allen steht nicht die Sprache im Vordergrund, sondern die Freundschaft die uns verbindet.

Schotter
25.02.2009, 01:03
.
Wer was anderes wollte, wie zum Beispiel einen Farbfernseher, mußte entweder Glück haben, das genau an dem Tag ein oder zwei im örtlichen Laden geliefert wurden, mußte Beziehungen haben oder nach Berlin fahren. Wenn es dann mal einen gab, hieß es nehmen oder nicht. Zwei Modelle zur Auswahl waren fast nie da.
Ja, ihr habt Recht, wenn Ihr sagt, das nicht alles schlecht war. Dabei sollte man aber nicht vergessen, das auch einige Sachen recht nervig waren.

Aber verschulden konnte sich auch keiner



Ich möchte mal ein paar Worte zur Kinderbetreuung sagen:

Klar war die Kinderbetreuung in der DDR sehr gut organisiert, Eltern konnten ohne Probleme auf einer Vollzeitstelle arbeiten gehen, die Kinder waren ja in der Kinderkrippe/Kindergarten und nachher dann auch im Hort. Auch die Ferienlager waren immer klasse (wir waren in Arendsee :-) VT 605 war da bestimmt auch mal). Man darf aber halt auch nicht vergessen, dass diese wirklich Super-Versorgung im Enddefekt einen nicht ganz unwesentlichen Anteil am tief defizitären Staatshaushalt hatte.

Weiterhin war die Erziehung der Kinder ab dem Grundschulalter, teils auch schon im Kindergarten stark von der Ideologie des Sozialismus geprägt. Ich meine, es gab schon tolle Sachen, wie GST und so, wo man ja z.B. seinen Mopedschein machen konnte, jedenfalls hat meine Schwester den da gemacht. Jung- und Thälmannpioniere haben auch sinnvolle Sachen gemacht, z.B. Altpapiersammlungen, alten Leuten beim Einkaufen geholfen und und.

Aber es wurde auch von Anfang an die politische Richtung vorgegeben. Ich weiss noch, wie wir als kleine Kinder in der 1. Klasse am 01. Mai alten verdienten Sozis auf der Tribüne Blumen bringen und Bussis geben mussten ... wenn ich heute dran denke BÄÄÄH!!!!

Und auch die, ich sage mal "vormilitärische" Ausbildung und Prägung fing schon im Kindesalter an. Beispiel: Tag der NVA, GST etc. pp.

Und das alles ist in meinen Augen nach wie vor eine Diktatur gewesen und einige Punkte, das mag man zugeben, unterschieden sich nicht sonderlich von der Jugenderziehung im Dritten Reich -klar, ganz andere politische Richtung-, aber dennoch nicht viel anders.

geschadet hat es auch keinen und ganz im gegenteil. schau doch mal die verwahrlosung der heutigen Jugend an. Trinken, Null Bock, Kriminalität ( Natürlich nicht alle )


Und früher hatten wir Respekt vor dem Alter und auch vor Bahnangestellten.
Diese heutige "leck mich am allerwertesten" - Meinung der Jugendlichen kotzt mich einfach nur noch an.
.

zustimmung

Schotter
25.02.2009, 01:27
Da stellt sich dem geneigten Leser die Frage nach dem Warum? Vielleicht kannst du deine Gründe noch ein wenig erläutern?

auch wenn ich jetzt eine BF Sperre bekomme aber Sven hatte mich gefragt und möchte hierzu Antworten
was in sachen Öffentliche Sicherheit an geht, bezeichne ich mich als Hardliner und dulde keine Entgleisungen ( Straftaten )
Da ich im Besitz des DDR Strafrecht bin sowie Fachbücher der Deutschen Volkspolizei, diese auch Durchgelesen habe bin ich zum einen Überrascht und zum anderen auch von der Vorgehensweise der VP überzeugt um die Öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu halten bzw. wieder herrzustellen. Um nur ein Beispiel zu nennen, war das sinnlose Betrinken in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt auch die Null, Null Promille hinter dem Steuer eines Kfz´s sind in Ordnung. Kurz um Sicherheit ist nur ein punkt und die anderen Punkte siehe oben

homeofthechosen
25.02.2009, 03:17
Offene Diskussion? .... Okay...


geschadet hat es auch keinen und ganz im gegenteil. schau doch mal die verwahrlosung der heutigen Jugend an. Trinken, Null Bock, Kriminalität ( Natürlich nicht alle )

Woher willst du das wissen? Geschadet hat es jenen Leuten, die von Freiheit träumten und sich Ihre eigene Meinung bilden wollten und diese auch vertraten. In meiner Famillie gibt es NOCH HEUTE Nachwirkungen des real existierenden Sozialistischen Überwachungsstaates zu spüren, leider wie in vielen anderen Famillien auch. Und dann kommst du und schreibst hier mal locker rein: "Geschadet hat es keinem". Sorry aber das ist ein Arschtritt an alle, die an der deutsch-deutschen Grenze HINGERICHTET WORDEN SIND (hat aber keinem geschadet ...), das ist auch ein Arschtritt an die Leute, die für Freiheit gekämpft haben und es ist auch ein Arschtritt an die Geschichte. Und nicht zu vergessen, ein Arschtritt an alle, die jahrelang im Zuchthaus sassen, weil sie dem Regime nichts abgewinnen konnten.

Genau so könntest du sagen, die Erziehung des Dritten Reiches hat keinem geschadet.

Und das Ganze kannst du mit der heutigen Jugend nicht vergleichen. Weil, wenn es die DDR noch geben würde, hätte man mit der dortigen Jugend genau dieselben Probleme. Auch in der DDR gab es renitente Jugendliche.


auch wenn ich jetzt eine BF Sperre bekomme aber Sven hatte mich gefragt und möchte hierzu Antworten

Warum BF-Sperre, im Gegensatz zum tollen Staat DDR kann man hier auch kritische Äusserungen machen, ohne gleich diskriminiert zu werden.


was in sachen Öffentliche Sicherheit an geht, bezeichne ich mich als Hardliner und dulde keine Entgleisungen ( Straftaten )

Okay, das ist auch völlig in Ordnung.


Da ich im Besitz des DDR Strafrecht bin sowie Fachbücher der Deutschen Volkspolizei, diese auch Durchgelesen habe bin ich zum einen Überrascht und zum anderen auch von der Vorgehensweise der VP überzeugt um die Öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu halten bzw. wieder herrzustellen. Um nur ein Beispiel zu nennen, war das sinnlose Betrinken in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt auch die Null, Null Promille hinter dem Steuer eines Kfz´s sind in Ordnung. Kurz um Sicherheit ist nur ein punkt und die anderen Punkte siehe oben

...................

Weiss echt nicht, was man dazu schreiben kann.

Du willst aus Büchern über die VP und das DDR-Strafrecht urteilen, dass die DDR ein lebenswertes Land war? AUS BÜCHERN?

Wenn du schon Bücher liest, dann lies Geschichtsbücher und hol dir ein breites Bild von den Zuständen in der DDR ein.

Schotter, die DDR war nicht das, was du aus irgend welchen Ostalgiefeten kennst, die Realität sah ganz anders aus.

Und aus dem DDR-Strafrecht heraus über den Lebenswert dieses Staates zu schliessen -- nöö, ganz klar nicht.

homeofthechosen
25.02.2009, 04:11
Noch mal was vom DDR-Strafgesetzbuch:


Der ungesetzliche Grenzübertritt (http://de.wikipedia.org/wiki/Ungesetzlicher_Grenz%C3%BCbertritt) war in der DDR nach § 213 Abs. 2 des StGB der DDR eine strafbare Handlung. Für Bürger der DDR (Abs. 2) wurde er im Sprachgebrauch als Republikflucht (http://de.wikipedia.org/wiki/Republikflucht) bezeichnet und streng bestraft. Die Strafbarkeit stand im Widerspruch zum Völkerrecht (http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrecht), insbesondere Art. 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte) der UN (http://de.wikipedia.org/wiki/UN), die die Reisefreiheit (http://de.wikipedia.org/wiki/Reisefreiheit) garantiert.





Hochverrat (http://de.wikipedia.org/wiki/Hochverrat) (§ 96), Landesverrat (http://de.wikipedia.org/wiki/Landesverrat) (§§ 97 ff.) sowie Terror (§ 101 ff.) wurden nicht nur gegen Widerstandskämpfer (http://de.wikipedia.org/wiki/Politischer_Widerstand) eingesetzt
Staatsfeindliche Verbindungen (§ 100) stellte Kontakte nach Westdeutschland oder ins „kapitalistische Ausland“ unter Strafe
Diversion (§ 103), Sabotage (§ 104) „schützten“ „die Volkswirtschaft, die sozialistische Staatsmacht oder die Verteidigungskraft der Deutschen Demokratischen Republik“ gegen Schädigungen beliebiger Art
Fluchthilfe (http://de.wikipedia.org/wiki/Fluchthilfe) wurde als „Staatsfeindlicher Menschenhandel“ (§ 105) verfolgt
der Versuch, abweichende Meinungen zu äußern, stand als „Staatsfeindliche Hetze (http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegs-_und_Boykotthetze)“ (§ 106) unter Strafe
ebenfalls strafbar war die Bildung oppositioneller Organisationen oder Parteien gemäß § 107 („Staatsfeindliche Gruppenbildung“)

Frag ich mich nur, was man daran so toll finden kann???

Alpinista
25.02.2009, 04:27
Ciao Schotter und Home,
will mal bitte kurz schlichten.
Mit "nicht geschadet" meint glaube ich, mein Freund Schotter die Ehrziehung.
In gewissen Punkten geb ich da auch Schotter recht. Aber man darf nie Vergessen das die Erziehung in der DDR eigentlich nur ein Ziel hatte, nämlich die Erziehung zu nem Parteisoldaten. Ich hoffe da sind wir uns einig.

Und mein Freund Home geb ich auch recht in dem Punkt, das das ganze System einzelenen und auch ganzen Familien geschadet hat. Ich glaube da sind wir uns auch einig.

Die Erziehung in der DDR war auch bis zu einem bestimmten Punkt gut.
(wie auch meine Jugend)
Warum wird das Bildungssytem der DDR immer noch in Schweden angewandt. (Siehe auch Pisa)

Aber es hat nicht jeder der Propaganda wiederstanden und ist dann eben so wie vom Staat gewollt zum Parteisoldaten geworden.

So nun noch zur sogenannten Volkspolizei.
Die war auch nur ein verlängerter Arm des Staates respektive der allmächtigen Partei.
So gut wie der Staat, so gut auch die ausführenden Organe.
Das ist überall auch heut noch so.
[Ironie AN] Also einfach gesprochen DDR Mist = Volkspolizei Mist.:003:[Ironie AUS]
Und Schotter was da in de Bücher steht, da hatt nicht mal der Abschittsbevollmächtigte dran geglaubt, kannste mir glauben.

Ich hoffe ihr beiden wisst das ich mit dem Thema intensive Erfahrung hatte.
Also macht liebe Gruss Alp

homeofthechosen
25.02.2009, 04:37
hey alp brauchst doch nicht schlichten, sind doch alle erwachsen genug und ich bin auch nicht sauer auf schotter :) . intensive erfahrungen hat meine famillie auch gemacht, schon nicht einfach das Ganze - deswegen war ich auch gegen das Thema.

Alpinista
25.02.2009, 04:42
hey alp brauchst doch nicht schlichten, sind doch alle erwachsen genug und ich bin auch nicht sauer auf schotter :) . intensive erfahrungen hat meine famillie auch gemacht, schon nicht einfach das Ganze - deswegen war ich auch gegen das Thema.

Siehste und ich bin für das Thema. Damit solche Mysterien und Ungereimtheiten aus der Welt geschaffen werden. Sonst ist das noch in Hundert Jahren so.
Gruss Alp

Ps: Kommste noch in den Chat. Kann noch nicht schlafen.

Teufel36
25.02.2009, 06:22
Habe ich hier was verpasst?
Wir sind doch alles Menschen und keine Affen oder?
Jeder soll seine Meinung haben solange man den andern nicht Beleidigt.
Ich habe einen Kollegen aus West-Berlin, zu dem sage ich immer Doofer Wessi.
Denn er weiß genau was ich damit meine.
Und wenn er zu mir Doofer Ossi sagt weiß ich auch was er meint.

sbb.lokmaster
25.02.2009, 07:25
@Teufel : Eben, der Spass muß sein dabei.

Ich kann diese ganze Ossi Wessi Kacke auch nicht mehr hören. Mensch Leute, die DDR ist seit fast 19 Jahren Geschichte, so langsam sollte es doch wohl möglich sein, das man vernünftig zusammenlebt.

Zu den Ganzen Kommentaren über die DDR, die interessant zu Lesen sind, enthalte ich mich, da mir als gebürtiger Wessi dazu die Kompetenz fehlt, denn von nur ein paar Tagen im Jahr zu Besuch bei der Verwandtschaft in Berlin kann man sich kein vollständiges Bild machen, es ist immer nur ein klizekleiner Auszug dessen, was da vorgegangen ist. Daher dazu, bis auf eine, keine Anmerkung von mir.

Nur eines. Was mir aufgefallen ist, der zusammenhalt unter den Leuten, sei es im Privaten Umfeld oder auch am Arbeitplatz war erheblich besser, als es hier war und ist. .

Vor allem, ich habe inzwischen Freunde Kreuz und Quer durch das ganze Land Verteilt, und diese Freundschaften möchte ich nicht mehr missen, egal woher die Leute kommen. Und was noch viel wichtiger ist, ich kann jederzeit ohne lange Antragsverfahren zu denen hinfahren, umgekehrt natürlich genauso.

Nur eines darf man trotzdem nicht vergessen, das das Regime Opfer gekostet hat, und vor denen sollte man sich verneigen, denn es waren Menschen die nur Ihre Freie Meinung vertreten haben oder nur Ihre Freiheit haben wollten, dorthin zu gehen, wohin sie wollten und dafür büssen mußten, viele bezahlten es sogar mit Ihrem Leben. Diese Opfer darf man nicht vergessen, ebenso diejenigen, die auch heute noch Leben, aber unter den Folgen bis heute Leiden.


Kleine Ergänzung, Danke @Bat: Du hast mich darauf gebracht. Auch die BRD hat Ihre Justizopfer, und auch die darf man nicht vergessen, auch wenn es nicht so viele sind. Jedes einzelne Opfer ist ein Mensch, und daher ist jeders einzelne schon eines zuviel.

Bat
25.02.2009, 08:22
So gilt es also nach wie vor einen Weg zu finden ...

Im Übrigen wollte ich mal anmerken, dass alle die sich hier beteiligen auch Interesse an diesem Thema haben, sonst würdet Ihr nicht schreiben ... !

Ich bin 2007 in dieses Forum gestolpert worden und kannte am Anfang niemanden von Euch ... !:017:

Mit der Zeit lernt man ein bisschen was über die Menschen, mit denen zusammen man hier seiner Kommunikationssucht fröhnt ... ! Ich hatte nie das Gefühl, dass mir Euer Geburts/Kindheitsort wichtig wäre.
Ich beurteile Menschen, glaube ich, nach Ihren Äußerungen und Taten und nicht nach Ihrer Farbe oder Herkunft!
(In sofern kann ich auch Flok verstehen. Er ist da durch die geschichtliche Entwicklung irgendwie so ein bisschen "der letzte seiner Art" und fühlt sich in seiner Heimat an die Wand gespielt ...)

Und meine Deutschlandkarte im Kopf hat keinen Strich in der Mitte, außer den des geografischen Unwissens! (Freunde behaupten ich würde nur Orte finden, die in der DS 100 mit "B" anfangen:004:)
---------------------------------------------------------------

@Homeofthechosen

Du hast Recht, die Opfer dürfen nicht vergessen werden ...

... aber die DDR bestand nicht nur aus Opfern und Tätern!!!

Ein Großteil der Bevölkerung lebte so vor sich hin, wie wir das heute auch tun!
Deshalb mag ich diese Totschlageargumente mit der "Unmenschlichkeit des Unrechtsstaates" nicht!

Wenn es doch so funktionieren würde, dürfte kein Deutscher den Kopf heben, niemals mehr!
... dagegen verteidigen wir uns doch auch.

Was hat eigentlich die BRD mit ihren Systemgegnern gemacht ... ?
Nach Malle geschickt???

Blockwärter
25.02.2009, 09:05
Was hat eigentlich die BRD mit ihren Systemgegnern gemacht ... ?
Nach Malle geschickt???

Gute Frage..?:039:
Die RAF-Terroristen kamen nach Stammheim oder wurden von der DDR aufgenommen. Ist mir auch nicht bekannt das wir Schauspieler oder sonstige Personen nach Auftritten im Ausland nicht wieder ins Land zurückgelassen haben. Hat es Auftrittsverbote gegeben ? Und an sonsten lief alles über Gerichte.Und das sah dann so aus ,wie z.B. in der Spiegel-Affaire das Augstein freigesprochen wurde und Strauß hinterher mehr als bedingt gefechtsbereit war.Aber das ist nun schon lange her.
Oder gab es da noch etwas ....?

sbb.lokmaster
25.02.2009, 09:09
Es gibt da sicher einige unbekannte Namen, die da Opfer der Justiz wurden ,aber eben sind das kleine Leute, die nicht in der Presse auftauchen, zumindest nicht in Artikeln, die sich Wochenlang hinziehen.

sven0403
25.02.2009, 09:21
Im Klartext: Freut Euch, wir sind ein Volk.



@Trenni + @Bat

Prima Beiträge und der für mich wichtigste Satz steht als Zitat ganz oben.

Hören wir doch ganz einfach auf immer nur nach Dingen zu suchen, die uns stören könnten, leben wir unser Leben und lassen auch andere dran teilhaben so wie hier im BF.
Jeder hat interessante Geschichten zu erzählen, die Geschichten die uns nicht so interessieren, werden einfach überblättert.

Sucht doch lieber nach Dingen die uns einen oder die Spaß machen, das wirkliche Leben ist oft schwierig genug !

Solange jeder Volksstamm sein eigenes Fähnchen vor sich her trägt und Zugereiste nicht akzeptiert, solange wird es leider immer solche Konflikte geben.

Konflikte sind dann eine gute Sache wenn deren Lösung für beide Seiten Verbesserungen bringen.
Dieser Konflikt hat keine Hoffnung auf Verbesserungen wenn nicht alle einen Schritt zurückgehen und auf Empfindlichkeiten verzichten.

In kleineren Orten oder Dienststellen fällt das vermutlich auch schneller auf, als in größeren Städten und ein wenig glaube ich @Flok dann auch verstehen zu können.

Aber es ist nicht mehr zu ändern, die Leute sind da, ihr müsst irgend wie mit denen auskommen und eine klare Ansage hilft da manchmal Wunder.

Doch solange die Ostler nur unter sich bleiben müssen, weil ihr ihnen die Tür nicht öffnen wollt oder könnt, solange werde die Leute nie bei euch zu Hause sein können und ewig der Vergangenheit nachtrauern, weil sie nichts neues kennen lernen.

Das Problem kenne ich von vielen Freunden, die aus den bekannten Gründen zu euch gekommen sind sie bleiben oft nur unter sich.
Die große Mehrheit von denen wäre ganz sicher lieber zu Hause geblieben, freiwillig kamen sicher die wenigsten.

Gruß Sven

Zugbeleidiger
25.02.2009, 09:22
:039:
Hm, :039:
was willst Du mir mit Deinem Beitrag sagen?
Soll ich mir erst Bücher kaufen um ein Urteil über mein Leben und meine Vergangenheit abzugeben?

Wir wollten hier doch eine offene Diskussion.

Nee, sicher nicht! Mann, was seid ihr pingelig! War nur ein Hinweis darauf, dass es zu diesem Thema "schon" Lektüre gibt, die das etwas ausführlicher behandelt. Wenn du Lust hast, leih oder kauf dir das Buch - wenn nicht -Lass es bleiben.

sven0403
25.02.2009, 09:25
Gute Frage..?:039:
Die RAF-Terroristen kamen nach Stammheim oder wurden von der DDR aufgenommen. Ist mir auch nicht bekannt das wir Schauspieler oder sonstige Personen nach Auftritten im Ausland nicht wieder ins Land zurückgelassen haben. Hat es Auftrittsverbote gegeben ? Und an sonsten lief alles über Gerichte.Und das sah dann so aus ,wie z.B. in der Spiegel-Affaire das Augstein freigesprochen wurde und Strauß hinterher mehr als bedingt gefechtsbereit war.Aber das ist nun schon lange her.
Oder gab es da noch etwas ....?

Berufsverbote für Lehrer oder MA im öffentlichen Dienst, die in der verbotenen KPD Mitglied waren oder Nähe dazu zeigten, die NPD ist heute noch eine erlaubte Partei :007:
Eine Demokratie sollte auch so etwas aushalten können.

Gruß Sven

Zugbeleidiger
25.02.2009, 11:36
@ Home

Möchte mal Bezug nehmen auf diesen Beitrag (http://bahnerforum.de/forum/showpost.php?p=172448&postcount=96) von dir. Mit zitieren klappt das leider nicht, wegen deines Wiki Zitats...


Klar stand diese Geschichte im Widerspruch zu div. anderen Sachen, aber ist es nicht Recht und Pflicht eines jeden Staates -egal welche Staatsform er hat- Gesetze zu erlassen, die das tägliche Miteinander regeln? Ohne Regeln würde jede Gesellschaftsform nach und nach im Chaos versinken.
Und wenn ich als Bürger dieses Staates damit nicht einverstanden bin ecke ich an. Is doch logisch oder?

Wenn ich als DDR Bürger mit diesen Regeln nicht einverstanden war, hatte ich sehr wohl die Möglichkeit dagegen anzugehen. Vielleicht nicht in der Art und Weise und Intensität, wie das heute der Fall ist, aber ich hatte die Möglichkeit! Es gab sehr wohl die Möglichkeit, sich mit einer Bitte (das hieß anders, aber mir fällt der Begriff im Moment nicht ein) an das zuständige Miniserium bzw. die Volkskammer zu wenden. Ob meiner Bitte nach Änderung dann entsprochen wurde ist eine andere Frage. Aber Represalien mußte ich deswegen nicht erleiden. Die kamen dann erst in einem späteren Stadium... :002:

Thema Republikflucht:

Die Leute, die eine solche gewagt haben, waren sich des Risikos durchaus bewußt! d.h., Sie haben BEWUßT gegen die Gesetze des Staates DDR verstoßen. JEDER Staat hat das verbriefte Recht, seine Grenzen zu schützen bzw. Gesetzte zum Schutz seiner Staatsgrenzen zu erlassen. Und genau das hat auch die DDR gemacht. Dass sie dabei -aus welchen Gründen auch immer- "etwas" übertrieben hat, ist für viele unbestritten.

Thema Staatsfeindliche Verbindungen etc.:

Je nachdem in welchem Staatssystem du lebst, kann dir das auch umgekehrt passieren. Es ist das Recht eines jeden Staates, gewisse Verbindungen als Staatsfeindlich zu bezeichnen und unter Strafe zu stellen. Als Beispiel für die "gebrauchten Bundesländer sei nur mal das Verbot der KPD zu nennen.
Sabotage wird glaub ich nirgends gern gesehn und steht weltweit unter Strafe. Je nach dem in welchem Staat du gerade bist, droht dir dafür sogar die Todesstrafe.
Die von dir erwähnte Kriegs und Boykotthetze stand auch in der BRD der frühen Jahre unter Strafe und steht meines Wissens nach auch immer noch unter Strafe. Da bin ich aber nicht sicher - man darf mich gern eines Besseren belehren.

Tja und nu? Was hat die DDR falsch gemacht? :039:

Sicher, die Staats und Parteiführung der DDR hat es mit dem Begriff Demokratie nicht so genau genommen und in mancherlei Beziehung "etwas" übertrieben. Aber ansonsten hat sie gneau das getan, was andere Staaten auch getan haben. Gemäß der Ideologie seiner Verbündeten wird mal das eine oder andere unter Strafe gestellt. Und fertig.


Vertsteht das jetzt bloss nicht falsch. Ich finde es auch nicht fein, was da an Wahlmanipulation und Todeschüssen etc. abgegangen ist. :13:
Es gab aber auch in der DDR eine Reformbewegung. Abweichler von der Linie,die nicht jeden Mist bedingungslos mitgemacht haben, der von Berlin aus diktiert wurde. Diese Abweichler hatten zwar nicht so viel Macht, wie heutzutage die Opposition im Bundestag, aber immerhin hatten sie Macht. Ob man auch den Mut hatte, OFFEN gegen die Linie zu sein, ist eine andere Frage. Warum das viel nicht getan haben hat unterschiedliche Gründe. Einer, der das, wenn auch spät, getan hat, war Hans Modrow.


Im Übrigen finde ich es Klasse, dass wir es geschafft haben über fast 7 Seiten lang Fairplay zu spielen. Weiter so!

Traindriver
25.02.2009, 11:57
Super Diskussion!!!:001:

Mein Fazit:
Das Leben ist nie ganz so einfach - in keiner Gesellschaftsform, aber die Demokratie gefällt mir persönlich am besten, weil man hier individueller sein Leben SELBST gestalten kann in gesetzlichen Normen.
Wenn das Steuersystem bei uns einfacher wäre und die Bürokratie nicht weiter steigen würde, würden auch weniger auswandern und es wäre noch lebenswerter hier.
Ich habe in der DDR nicht schlecht gelebt, aber jetzt geht es mir im Großen und Ganzen besser und INDIVIDUELLER!!! (Ich vermeide bewußt FREIER!)


Was mir noch zur DDR einfällt: Mich regte sehr die ständige Angst vor SABOTAGE auf!!
Beim kleinsten Fehler oder Haverie wurde oft sofort Sabotage vermutet, dabei war es meist nur wirkliche Unachtsamkeit oder Materialverschleiß oder durch Rohstoffmangel benutztes minderwertiges Material etc..

MarcW
25.02.2009, 13:16
Ich kann diese ganze Ossi Wessi Kacke auch nicht mehr hören. Mensch Leute, die DDR ist seit fast 19 Jahren Geschichte, so langsam sollte es doch wohl möglich sein, das man vernünftig zusammenlebt.

Aus diesem ganzen Ossi Wessi geschwätzt habe ich mir noch nie was gemacht, im Gegenteil, da geht mir eher der Hut hoch.
Gut immer haben sie es mir nicht einfach gemacht, nach der Wende, es gab da schon einige Spezialisten unter ihnen.
Ich erinnere mich da an die Zeit als in FF die Kollegen S-Bahn fahren sollten und zur Streckenkenntnis zu mir und anderen Kollegen kamen. Einige konnten ja alles und waren die Besten und der ET420... ach gar kein Problem das ist ja nur Spielzeug. Tja nur standen sie der Reihe nach mit der Hälfte des Zuges über den Bahnsteig hinaus. Erklärungsresistent bis zum Schluß.
Aber das waren ja nur einige wenige und hat bei mir trotz allem nicht dazu geführt in dieses Ossi / Wessi denken zu verfallen, im Gegensatz zu einigen Kollegen, die ähnliches erlebt haben.

kague
25.02.2009, 13:34
@flok,

ich stamme aus Sachsen. Wir haben eine Vergangenheit, die sich von Eurer stark unterscheidet. Warum aber soll ich meine Vergangenheit vergessen oder leugnen? Ich kann nichts mehr daran ändern.
Du erinnerst Dich ja sicherlich auch gerne an Deine Vergangenheit und wirst sicher auch davon einiges auch den Kollegen erzählen. Warum auch nicht?

Ich kann Dich aber verstehen, das es Menschen gibt, die zehnmal das Gleiche erzählen. Diese Menschen gibt es aber überall. Auch ich kann mir nicht immer merken, welchem Kollegen ich welche Geschichte schon erzählt habe.

Ich bin seit 18 Jahren in Nürnberg. Einerseits habe ich versucht, verständlich zu reden, damit die Kommunikation besser klappt, was vor allem am Funk wichtig ist. Andererseits ändert sich der Dialekt mit der Zeit automatisch. Mittlerweile haben mir einige Leute einen Dialekt aus Sächsisch und Fränkisch bescheinigt. In Nürnberg erkennt fast jeder, das ich aus den neuen Bundesländern komme und in Sachsen ist es umgedreht.

Was denkst Du, wie oft ich auf Arbeit höre "früher war es besser"? Aber mindestens genauso oft, wie das ehemalige Reichsbahner sagen, sagen das auch ehemalige Bundesbahner. Ich kenne übrigens die Reichsbahn (1986 bis 1991), die Bundesbahn (1991 bis 1993) und auch die Deutsche Bahn.
Früher war nun mal einiges anders. Wir erinnern uns aber viel öfter an die Sachen, die "besser" waren. Die schlechteren Sachen blendet der Mensch meistens aus. Dies ist genetisch bedingt, das der Mensch schlechte Sachen schneller vergisst.

Aber warum soll nicht ab und zu davon erzählt werden?
Wie schon gesagt, es gibt in allen Ecken Menschen, die jedes Thema 10 oder 20-mal erzählen müssen. Das hat nichts mit Ost oder West zu tun.




Da ich im Besitz des DDR Strafrecht bin sowie Fachbücher der Deutschen Volkspolizei, diese auch Durchgelesen habe bin ich zum einen Überrascht und zum anderen auch von der Vorgehensweise der VP überzeugt um die Öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu halten bzw. wieder herrzustellen. Um nur ein Beispiel zu nennen, war das sinnlose Betrinken in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt auch die Null, Null Promille hinter dem Steuer eines Kfz´s sind in Ordnung. Kurz um Sicherheit ist nur ein punkt und die anderen Punkte siehe oben


Wir mußten uns nicht mitten auf den Marktplatz stellen, um uns zu besaufen. Da gab es genügend Alternativen dazu. Das Saufen wurde von staatlicher Seite sogar "unterstützt". Auch wenn es an vielen Sachen in den Geschäften mangelte, Schnaps war immer in den Regalen zu finden. Bier auch, aber das meiste war nicht so toll. Die guten Biere waren sogenannte "Bückware". Die gab es nur, wenn der Händler Ahnung hatte, was zu organisieren und dann oftmals nur für gute Kunden.
0,0 Promille waren zwar vorgeschrieben, aber es gab genauso Unfälle durch Alkohol. Und nach der Disko sind nicht gerade wenig unter Alkoholeinwirkungen heimgefahren.

Deine beiden Beispiele zeigen mir wirklich den Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Ach ja, Kriminalität gab es bei uns auch. Wir hatten mal einen Polizisten zu einer Unterrichtsstunde und der hat einiges aus dem Nähkästchen geplaudert. Auch in der DDR wurden Menschen ermordet, zerstückelt und breitgestreut. Kleinere Delikte gab es natürlich auch.
Während der Tf-Ausbildung wurde uns etwa 1987 ein Buch über Gerichtsmedizin gezeigt. Da konnte man alle möglichen Arten der Tötung/Selbsttötung mit Bildern sehen. Ich sage nur soviel, danach hatte ich keinen Hunger mehr.

Flok
25.02.2009, 14:11
@flok,

ich stamme aus Sachsen. Wir haben eine Vergangenheit, die sich von Eurer stark unterscheidet. Warum aber soll ich meine Vergangenheit vergessen oder leugnen? Ich kann nichts mehr daran ändern.
Du erinnerst Dich ja sicherlich auch gerne an Deine Vergangenheit und wirst sicher auch davon einiges auch den Kollegen erzählen. Warum auch nicht?

Ich kann Dich aber verstehen, das es Menschen gibt, die zehnmal das Gleiche erzählen. Diese Menschen gibt es aber überall. Auch ich kann mir nicht immer merken, welchem Kollegen ich welche Geschichte schon erzählt habe.

Ich bin seit 18 Jahren in Nürnberg. Einerseits habe ich versucht, verständlich zu reden, damit die Kommunikation besser klappt, was vor allem am Funk wichtig ist. Andererseits ändert sich der Dialekt mit der Zeit automatisch. Mittlerweile haben mir einige Leute einen Dialekt aus Sächsisch und Fränkisch bescheinigt. In Nürnberg erkennt fast jeder, das ich aus den neuen Bundesländern komme und in Sachsen ist es umgedreht.

Was denkst Du, wie oft ich auf Arbeit höre "früher war es besser"? Aber mindestens genauso oft, wie das ehemalige Reichsbahner sagen, sagen das auch ehemalige Bundesbahner. Ich kenne übrigens die Reichsbahn (1986 bis 1991), die Bundesbahn (1991 bis 1993) und auch die Deutsche Bahn.
Früher war nun mal einiges anders. Wir erinnern uns aber viel öfter an die Sachen, die "besser" waren. Die schlechteren Sachen blendet der Mensch meistens aus. Dies ist genetisch bedingt, das der Mensch schlechte Sachen schneller vergisst.

Aber warum soll nicht ab und zu davon erzählt werden?
Wie schon gesagt, es gibt in allen Ecken Menschen, die jedes Thema 10 oder 20-mal erzählen müssen. Das hat nichts mit Ost oder West zu tun.


Es geht mir nicht darum wie es früher war oder wie es früher nicht war - das ist ein eigenes Thema. Die Meinungen dürften sich da in Bezug auf die Eisenbahn sogar decken.
Mir geht es nur darum dass man sich in der eigenen Heimat von zugereisten Ostlern ständig anhören darf wie toll es doch bei der Reichsbahn war. Wie toll es doch in der DDR war. Und der tolle Osten überhaupt.
Das verhältnis der Mitarbeiter machts wahrscheinlich auch aus. Sind ja nicht alle so. Aber eben viele. Und wenn in einer bayrischen Dienststelle 80% der Belegschaft ausm Osten kommt is das stellenweise schlicht und ergreifend einfach unerträglich.
Warum muss man sich in einer Münchner Dienststelle anhören wie sich ein Ostler lautstark und ernst darüber beschwert dass es im neuen, vom AG aufgestellten Meica-Wurstautomaten keine Ostwurst mit Bautzner Senf gibt?

Keiner soll seine Vergangenheit leugnen oder vergessen! Das verlangt kein Mensch! Ich verlange nur, dass sich die, die hier dauerhaft tagtäglich mit Einheimischen ihren Dienst tun etwas anpassen und die Ostvergangeheit uns nicht aufgedrängt wird. Hier ist eben nicht Osten.
Und nochmal: Das ist nicht nur meine Meinung. So denken eigentlich alle "Westler" die ich kenne, egal welche Branche.
Das klingt jetz vielleicht hart, aber das ist der Grund warums vielen Westlern eben zum Hals raushängt.

Ich kann mich noch genau an meinen ersten Kontakt (mein Gott hört sich das dämlich an) mit dem Osten erinnern. Ich Kind, in einem oberbayrischen Dorf aufgewachsen. Im gleichen Haus zog dann ein Ehepaar "von drüben" ein. War für die zwei mit Sicherheit auch nicht gerade das schönste Vergnügen mitten in ein bayrisches Kuhdorf zu ziehen. Irgendwie muss man wirklich sagen waren sie wohl damals die Hauptattraktion im Dorf wie zwei Affen im Käfig. Aber man hat sich prächtig verstanden und pflegte eine gute Nachbarschaft. Das Paar hat sich bestens "integriert". Schade dass das nicht alle so können. Aber vielleicht liegts auch einfach an der Menge die jetzt hier sind.

homeofthechosen
25.02.2009, 14:11
Klar stand diese Geschichte im Widerspruch zu div. anderen Sachen, aber ist es nicht Recht und Pflicht eines jeden Staates -egal welche Staatsform er hat- Gesetze zu erlassen, die das tägliche Miteinander regeln? Ohne Regeln würde jede Gesellschaftsform nach und nach im Chaos versinken.

Japp, das ist unbestritten. Nur hat eine Demokratie auch gewisse Spielregeln einzuhalten. Zu den Grundrechten eines jeden Menschen muss das Recht auf Freiheit gehören.



Und wenn ich als Bürger dieses Staates damit nicht einverstanden bin ecke ich an. Is doch logisch oder?


Auch logisch.


Wenn ich als DDR Bürger mit diesen Regeln nicht einverstanden war, hatte ich sehr wohl die Möglichkeit dagegen anzugehen. Vielleicht nicht in der Art und Weise und Intensität, wie das heute der Fall ist, aber ich hatte die Möglichkeit!


Richtig, man hatte die Möglichkeit, gegen Missstände anzugehen, das Ding hiess "Eingabe" soweit ich weiss. Nur leider musste man damit rechnen, dass man aufgrund des Anprangern von Missständen unter Beobachtung gestellt wird. Und das ist dann keine Freiheit mehr.


Es gab sehr wohl die Möglichkeit, sich mit einer Bitte (das hieß anders, aber mir fällt der Begriff im Moment nicht ein) an das zuständige Miniserium bzw. die Volkskammer zu wenden.

Jo, ganz toll. Meine Mutter musste u.a. in mehreren Briefen an die Volkskammer darum kämpfen, dass Sie von meinem Erzeuger geschieden wird, der Oberst bei den Grenztruppen war. Gehts noch? Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wenn der mal wieder besoffen ausgetickt ist und meine Geschwister und meine Mutter zusammengeschlagen hat, kamen immer am nächsten Tag einige schön uniformierte Herren, die meine Mutter baten, von einer Scheidung abzusehen und ihm noch eine Chance zu geben und noch eine und noch eine und noch eine. Schliesslich galt es ja, die Karriere meines Erzeugers nicht unnötig zu gefährden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der gute Mann IM war und UNSERE GANZE Famillie ausgespitzelt hat und auch nicht unwesentlichen Anteil an einigen Gefängnisaufenthalten meiner Verwandten hatte. Und, was noch viel schlimmer ist. Dieser Typ hat soviel kaputt gemacht, das kann man sich gar nicht vorstellen. Derweil ging der Terror dieses Menschen gegen unsere kleine Famillie weiter. ES PASSIERTE NICHTS!! Irgend wann mal ging dann auch komischerweise die Scheidung, nachdem meine Mutter mal wieder ins Krankenhaus musste ...


Ob meiner Bitte nach Änderung dann entsprochen wurde ist eine andere Frage. Aber Represalien mußte ich deswegen nicht erleiden. Die kamen dann erst in einem späteren Stadium... :002:

Sorry, aber auch da hat glaube ich jeder, andere Erfahrungen gemacht. Um mal die Geschichte weiter zu erzählen, hat meine Mutter und auch mein Stiefvater noch vor der Wende mit massiven Repressalien zu kämpfen gehabt. Nachdem die Scheidung von meinem Erzeuger durch war, lernte sie nach einem Jahr jemand neues kennen - meinen Stiefvater. Und wie junge Leute halt so sind, lernten sie sich zu lieben und wir hatten zum ersten Mal eine richtige VATERFIGUR in unserer Famillie.

Problem war bloss, dass auch der Sicherheitsapparat der DDR ganz schnell davon Wind bekam und mein Stiefvater, der bei der VP im Pass- und Meldewesen tätig war und kurz vor seiner Versetzung auf den Flughafen Schönefeld stand zum "Tee" mit seinem Chef gebeten wurde. Ihm wurde unmissverständlich klar gemacht, dass er seine Versetzung aufs Spiel setzt, wenn er die Verbindung mit meiner Mutter aufrecht erhält - kurze Rede langer Sinn - er entschied sich für meine Mutter und fand sich als Sicherheitsbeauftragter auf einem Schlachthof wieder (!).

Meine Mutter hingegen protestierte gegen diese Vorgehensweise, indem sie aus der Partei ausgetreten ist. Sie war Telefonistin beim Rat des Kreises und als solche hatte sie u.a. auch Fernschreiben zu chiffrieren und zu dechiffrieren. Naja, sie war dann auch zu Hause.... Und selbst bis in die Schule ist das Ganze gedrungen. Ich durfte mir als damals 8-jähriger Sprüche anhören und das war noch das harmloseste, meinen älteren Geschwistern und halt meiner Mutter erging es wesentlich schlechter.

Nach der Wende wurde natürlich rehabilitiert.


Thema Republikflucht:

Die Leute, die eine solche gewagt haben, waren sich des Risikos durchaus bewußt! d.h., Sie haben BEWUßT gegen die Gesetze des Staates DDR verstoßen. JEDER Staat hat das verbriefte Recht, seine Grenzen zu schützen bzw. Gesetzte zum Schutz seiner Staatsgrenzen zu erlassen. Und genau das hat auch die DDR gemacht. Dass sie dabei -aus welchen Gründen auch immer- "etwas" übertrieben hat, ist für viele unbestritten.

Jo die Strafbarkeit des "Illegalen Grenzübertrittes" stand aber zum Beispiel im krassen Gegensatz zu den Völkerrechten. Und wenn ein Staat seine Staatsgrenzen schützt, ist es ja auch in Ordnung, aber warum mussten Menschen sterben ??? Und diejenigen, die es wagten, waren sich des Risikos bewusst, sahen aber vielfach keinen Ausweg mehr, weil sie vom Staat DDR verfolgt/unterdrückt wurden oder einfach nur Mensch sein wollten.


Tja und nu? Was hat die DDR falsch gemacht? :039:

Hat doch die Geschichte gezeigt. Die greise Führungsriege der DDR feierte munter 40 Jahre DDR, während der Staat am zerbröckeln war. Man kann ein Volk nun mal nicht einsperren.


Sicher, die Staats und Parteiführung der DDR hat es mit dem Begriff Demokratie nicht so genau genommen und in mancherlei Beziehung "etwas" übertrieben.

Das halte ich für untertrieben. Die Staats- und Parteiführung der DDR agierte realitätsfern. Die alten Säcke in Berlin träumten doch nur von ihrer kleinen sozialistischen Oase. Und um diesen Traum nicht zerplatzen zu lassen, ging man zur Not auch über Leichen.


Aber ansonsten hat sie gneau das getan, was andere Staaten auch getan haben. Gemäß der Ideologie seiner Verbündeten wird mal das eine oder andere unter Strafe gestellt. Und fertig.


Da stimme ich dir zu.

Mal nochmal Grundsätzlich:

Jeder hat seine Erfahrungen mit der DDR gemacht und es war auch nicht alles schlecht. Jedoch kann man von einer Demokratie in der DDR nicht reden. Auch ich hatte schöne Tage in der DDR, die jedoch von dem Ganzen Scheiss, der meiner Famillie wiederfahren ist schon etwas überschattet wurden.

Verstanden habe ich das Ganze erst viel später, aber das ist wieder ne andere Geschichte.

Ich bin froh, das die Wende gekommen ist und wir nun wieder ein Deutschland sind, wenngleich ich jetzt in CH lebe.

Und die ewig Gestrigen, die sich eine DDR zurück wünschen, die sollten sich mal mit einigen Leuten ganz intensiv unterhalten und haben nichts aber auch gar nichts begriffen.

Aber DDR-Verhältnisse wieder haben? Nö!

sven0403
25.02.2009, 14:15
@HOTC

.......genau das waren die Dinge die einfach nicht in Ordnung waren und auch das haben wir nicht vergessen !!
Ich habe es nur zum Glück nie so extrem erleben müssen.

Gruß Sven

homeofthechosen
25.02.2009, 14:30
Bist Du dir da so sicher?
Wie siehst Du diesen (http://www.sopos.org/aufsaetze/3e4d4735245d9/1.phtml) Artikel?

Hallo Maschinist,

nachdem ich mir heute vormittag den Artikel nochmals in Ruhe durchgelesen habe, möchte ich nun auch ein Feedback abgeben.

Ich oute mich mal als ein nicht so an Wirtschaft Interessierter, jedoch habe ich mich mal mit dem Thema auseinandergesetzt und auch Wikipedia gefragt.

Mein Fazit: Es ist meiner Meinung nach sehr viel Wahres an dem Artikel dran und ich sehe das mit der maroden DDR-Wirtschaft nun doch anders. Wenngleich ich denke, das der Verfasser manchmal auch etwas übertrieben hat, oder anders gesagt, Argumente gebracht hat - die er nicht belegen kann.

Vielen Dank für den Link!!


---====--- Beitrag hinzugefügt um 13:30 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 13:24 ---====---


@HOTC

.......genau das waren die Dinge die einfach nicht in Ordnung waren und auch das haben wir nicht vergessen !!
Ich habe es nur zum Glück nie so extrem erleben müssen.

Gruß Sven

Japp, ich wollte mich eigentlich nicht so weit outen, jedoch passte unsere Geschichte so gut zum Post von Zugbeleidiger.

Mittlerweile ist viel Wasser die Elbe runter geflossen und meine Geschwister haben nun eigene kleine glückliche Famillien. Meine Mutter ist immer noch mit meinem Stiefvater zusammen, die beiden leben in München.

Mein Onkel lebt in Kanada und ist dort glücklich. Von daher ist alles gut gegangen - im Endeffekt, aber für was für einen Preis?

Ist schon alles wahnsinnig kompliziert und ich würde auch am liebsten komplett mit dem Thema abschliessen, irgendwann werde ich das auch sicher. Ich bin halt der "Kleinste" bei uns und habe alles erst sehr viel später begriffen. Seit einigen Jahren weiss ich auch, dass ich zwei Halbbrüder habe, denn mein "Erzeuger" hat sich nach der Scheidung von meiner Mutter mit einer neuen Frau eingelassen. Ich war dann mal mutig und bin dort einfach mal hingefahren, man will ja auch mal irgendwann seine Vergangenheit aufarbeiten. Und was musste ich dort erfahren? Der Typ ist abgehauen, nachdem er auch diese Frau und seine "neuen" Kinder tyrannisiert hat und lebt mittlerweile wohl irgendwo in Bayern, unerkannt.

Einer der Menschen, die es trotz Stasi-Vergangenheit zu etwas gebracht haben und immer irgendwie durchs Raster geschlüpft sind.

Und der einzige Mensch, der mir im Dunkeln nicht begegnen dürfte.

TfHLERmarco
25.02.2009, 14:36
Warum muss man sich in einer Münchner Dienststelle anhören wie sich ein Ostler lautstark und ernst darüber beschwert dass es im neuen, vom AG aufgestellten Meica-Wurstautomaten keine Ostwurst mit Bautzner Senf gibt?
Weil der Kollege aus dem Westen, bei seiner Pause im Osten, vor dem Futterautomaten (Lokführer-intensiv-Verpflegung) steht und meckert: "Gibts hier nicht mal ne Bifi?"
Selbst erlebt.
mfG Marco

Trennhuepfer
25.02.2009, 14:39
mir ist da grade beim lesen von Flok (als waschechter Oberbayer) seinem Beitrag etwas eingefallen.
Jeder kann auf Hochdeutsch schreiben und auch lesen, warum aber nicht sprechen .... ?
bei den Chinesen ist es erwiesen, daß sie nicht wirklich den Buchstaben R aussprechen können, liegt es evtl an der (bitte nicht falsch verstehen) Ethnischen Herkunft, daß zB Bayern, Hessen, Schwaben, Badener, Thüringer, Sachsen etc probleme haben Ihren Dialekt bewusst in Gesprächen ganz aus der Sprache zu tilgen?
Hat es nicht vielleicht einen Wissenschaftlichen Hintergrund und nicht nur mit Integrationsverweigerung zu tun ??
Ich hsage es nochmal, Flok hat irgendwo Recht, aber das Thema ist meiner Meinung nach viel tiefgreifender als wir alle denken.

homeofthechosen
25.02.2009, 14:44
@Trennhüpfer: Niemand kann seinen Dialekt vollkommen ausschalten ;)

Flok
25.02.2009, 14:47
mir ist da grade beim lesen von Flok (als waschechter Oberbayer) seinem Beitrag etwas eingefallen.
Jeder kann auf Hochdeutsch schreiben und auch lesen, warum aber nicht sprechen .... ?
bei den Chinesen ist es erwiesen, daß sie nicht wirklich den Buchstaben R aussprechen können, liegt es evtl an der (bitte nicht falsch verstehen) Ethnischen Herkunft, daß zB Bayern, Hessen, Schwaben, Badener, Thüringer, Sachsen etc probleme haben Ihren Dialekt bewusst in Gesprächen ganz aus der Sprache zu tilgen?
Hat es nicht vielleicht einen Wissenschaftlichen Hintergrund und nicht nur mit Integrationsverweigerung zu tun ??
Ich hsage es nochmal, Flok hat irgendwo Recht, aber das Thema ist meiner Meinung nach viel tiefgreifender als wir alle denken.

Am besten wärs vielleicht wenn die "Amtssprache" auf der Schiene vielleicht doch mal Englisch wird :24:

"Sorrrrrrrie, ei dönd anderschdänd ju!"
"Sorrie ei dount kän ju anderschdänd!"
"Söörrie, ei döund önderschdönd jö!"

... Vielleicht auch nicht das Wahre :039::35:

sbb.lokmaster
25.02.2009, 14:54
Ja Ja Sänk ju for trävälling Deutsche Bahn, oder so ähnlich. Ich merke das ja auch, ich kann meinen Kölschen Dialekt auch nie ganz abschalten, und habe auch ab und zu ein paar Bayrische Worte dabei, denn 15 Jahre in Bayern färben doch auch etwas ab. Aber was solls, gerade das macht doch die Spreche so interessant. Wäre ja langweilig, wenn alle den gleichen Dialekt hätten.

Trennhuepfer
25.02.2009, 14:56
@Trennhüpfer: Niemand kann seinen Dialekt vollkommen ausschalten ;)

Doch, mit viel Willenskraft und Übung geht das, aber so ganz muss es ja auch nicht sein, wenigstens der Versuch Hochdeutsch zu sprechen wäre bei manchen schon ein Erfolg, mit dem Schreiben geht es ja auch.

kleines Beispiel: meine mittlere Tochter ist momentan im ersten Schuljahr, nun habe ich ihr versucht, anhand der "Eselsbrücken" die wir DAMALS® beigebracht bekamen zu helfen.
Eine war "A-E-I-O-U, der Mund geht immer weiter zu"
das sollte eigentlich jeder dialektfrei aussprechen können, denn diese 5 kleinen Selbstlaute (Vokale) bilden das Sprachgerüst.
Um jetzt den Bogen mal auf das Ursprungsthema zu lenken, versucht das mal wirklich Dialektfrei auszusprechen, Ihr werdet verstehen worauf ich hinaus will.

TfHLERmarco
25.02.2009, 14:58
@Trennhüpfer: Niemand kann seinen Dialekt vollkommen ausschalten ;)
Meine bessere Hälfte ist das beste Beispiel dafür. Die Eltern kamen vor ca 50 Jahren aus Ostdeutschland nach Wolfsburg. Meine Frau wurde hier in WOB geboren, ist hier aufgewachsen, hier zur Schule gegangen und hat doch den Dialekt ihrer Eltern teilweise angenommen. Dann hört sie von einem Ossi wie mir häufig: "Schatz, CLAAS ist ein Landmaschienen-Hersteller. Was du meinst ist ein Glas.":001:
mfG Marco

homeofthechosen
25.02.2009, 15:05
Andererseits ändert sich der Dialekt mit der Zeit automatisch. Mittlerweile haben mir einige Leute einen Dialekt aus Sächsisch und Fränkisch bescheinigt. In Nürnberg erkennt fast jeder, das ich aus den neuen Bundesländern komme und in Sachsen ist es umgedreht.

Jo, die Erfahrung habe ich auch gemacht. In Deutschland biste auf einmal der "Schweizer" nur weil du dir bestimmte Grammatikangewohnheiten des schweizerdeutschen angewöhnt hast, und hier in der Schweiz biste halt der "Deutsche" ....

Ist wohl einfach so.

platte
25.02.2009, 15:11
@Trennhüpfer: Niemand kann seinen Dialekt vollkommen ausschalten ;)

Ich habe einen Kollegen hier, der hat das geschafft und er stammt aus dem Vogtland! Er redet wie ein Siegerländer mit dem "WOll" und so. Für gesund halte ich das allerdings nicht, wenn man auf diese Weise seine Herkunft leugnet.

TfHLERmarco
25.02.2009, 15:26
Ich habe einen Kollegen hier, der hat das geschafft und er stammt aus dem Vogtland! Er redet wie ein Siegerländer mit dem "WOll" und so. Für gesund halte ich das allerdings nicht, wenn man auf diese Weise seine Herkunft leugnet.
Ich zum Beispie spreche fast ohne Dialekt. Wir, im Sperrgebiet, waren so arm, wir konnten uns keinen Dialekt leisten.:24: Das Wenige, was das fast erklärt, ist eher westlich. Kam voll von audomoadisch.:004:

Schweizkutscher
25.02.2009, 20:34
...Meine Frau wurde hier in WOB gebohren, ist hier aufgewachsen...
mfG Marco
Da kann man mal sehen, das Wolfsburg eben eine Autobauerstadt ist. Da werden Frauen nicht geboren, da werden sie gebohrt.
:24::24::24:

Das ist derzeit geilste Schreibfehler. Man sollte eine eigene Kategorie für solche Schreibfehler aufmachen, nicht aus Schadenfreude oder Besserwisserei, sondern zur allgemeinen Belustigung. Natürlich nur wenn es der "Urheber" zulässt.

Sorry Marco, das ich mich lustig gemacht habe. :6:

Schotter
25.02.2009, 22:26
Offene Diskussion? .... locker rein: "Geschadet hat es keinem". Sorry aber das ist ein Arschtritt an alle, die an der deutsch-deutschen Grenze HINGERICHTET WORDEN SIND (hat aber keinem geschadet ...), das ist auch ein Arschtritt an die Leute, die für Freiheit gekämpft haben und es ist auch ein Arschtritt an die Geschichte. Und nicht zu vergessen, ein Arschtritt an alle, die jahrelang im Zuchthaus sassen, weil sie dem Regime nichts abgewinnen konnten.



nun krieg dich mal wieder ein



[B].

[B]Du willst aus Büchern über die VP und das DDR-Strafrecht urteilen, dass die DDR ein lebenswertes Land war? AUS BÜCHERN?

Wenn du schon Bücher liest, dann lies Geschichtsbücher und hol dir ein breites Bild von den Zuständen in der DDR ein.

.

Diese Bücher sind Geschichte - Deutsche Geschichte


[QUOTE=homeofthechosen;172446][B]ist ein Arschtritt an alle, die an der deutsch-deutschen Grenze HINGERICHTET WORDEN SIND

Es waren.... ach nee das schreibe ich lieber doch nicht

Bat
25.02.2009, 22:27
@Schotter

Nach Homeofthechosen's Posting (http://www.bahnerforum.de/forum/showpost.php?p=172611&postcount=113) kannst Du vielleicht besser verstehen, warum er so ..., so ... vehement reagiert!:039:

Schotter
25.02.2009, 22:27
Und Schotter was da in de Bücher steht, da hatt nicht mal der Abschittsbevollmächtigte dran geglaubt, kannste mir glauben.



denn währe er ja völlig ungeignet für den Job als ABV

homeofthechosen
25.02.2009, 22:33
. . . kannst Du vielleicht besser verstehen, warum er so ..., so ... vehement reagiert!:039:
Ich würde auch ohne meine Geschichte genau so reagieren, davon mal ganz ab.

Schotter
25.02.2009, 22:33
Zuchthaus

.

Zuchthaus heist bei uns:" Justizvollzugsanstalt "

Bat
25.02.2009, 22:34
Ich würde auch ohne meine Geschichte genau so reagieren, davon mal ganz ab.

Glaub ich nicht ... !:005:

:6:

Schotter
25.02.2009, 22:36
Und nicht zu vergessen, ein Arschtritt an alle, die jahrelang im Zuchthaus sassen, weil sie dem Regime nichts abgewinnen konnten.


Ach und das ist in unserer BRD Erlaubt ?


§ 90a
Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) 1. die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder
2. die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft,


wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ein von einer Behörde öffentlich angebrachtes Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt. Der Versuch ist strafbar.

(3) Die Strafe ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, wenn der Täter sich durch die Tat absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt.

homeofthechosen
25.02.2009, 22:37
Glaub ich nicht ... !:005:

:6:
Glaub, was du willst. Es ist so.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 21:37 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 21:36 ---====---

@ Schotter: Was für ein Vergleich ist das denn?

Bat
25.02.2009, 22:40
Ach und das ist in unserer BRD Erlaubt ?

Die von Dir angeführten Paragraphen brauchte man in der DDR nicht zu erfüllen um in den Knast zu gehen!
Dort genügte es u.U. schon, einfach mal eine Lederjacke zu tragen oder The Stones zu hören ... !
Die Mitglieder der Truppen "Parka, Tramper, Röhrenjeans, lange Haare" können ein Lied davon singen ... !

Schotter
25.02.2009, 22:40
Zu den Grundrechten eines jeden Menschen muss das Recht auf Freiheit gehören.


die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen

Bat
25.02.2009, 22:45
die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen

Langsam, langsam ... !

Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden!

... sagte mal ein schlauer Mensch!

Freiheit unterliegt doch immer einem sehr subjektives Empfinden, denke ich ... !:039:

So gesehen ist Niemand frei!

BR_480
25.02.2009, 22:58
@Schotter: Das ist dann aber das Gegenteil von "frei". Außerdem gab es in der DDR nicht nur keine Reisefreiheit, sondern eben auch keine freien Wahlen, freie Meinungsäußerung, etc.

Ich finde es auch nicht gut, wenn unser derzeitiges politisches und wirtschaftliches System so hochgelobt wird, als wäre es das Ende der Evolution, das gerechteste und beste, was man sich nur vorstellen könne. Denn das stimmt vermutlich nicht. Aber dann die DDR als zum Teil positives Beispiel hernehmen, nee, das ist nun auch Quatsch und gefährlich.

Alpinista
25.02.2009, 23:43
die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen

Da sieht man mal jeder versteht etwas anderes unter Freiheit.

Der eine macht das Fenster auf freut sich und sagt ich bin frei.
Der andere sitzt in einer Zelle wo es erst gar keine Fenster hat und denkt sich man ist Freiheit schön.

PS: Die Sache mit dem ABV meinte ich das so mancher Vopo oder MA des Mfs
es ebend nicht so ernst mit dem Gesetz genommen hat. Und man hatte nicht die geringste Chance dagegen vorzugehen.


Die von Dir angeführten Paragraphen brauchte man in der DDR nicht zu erfüllen um in den Knast zu gehen!
Dort genügte es u.U. schon, einfach mal eine Lederjacke zu tragen oder The Stones zu hören ... !
Die Mitglieder der Truppen "Parka, Tramper, Röhrenjeans, lange Haare" können ein Lied davon singen ... !

Das hiess im Amtlichen Sprachgebrauch "Gammler".:004:

Und Danke @All für die guten Beiträge.

Gruss Alp

Wirrkopf-Fahrdienst
26.02.2009, 00:17
Unabhängig vom Vergleich DDR BRD stellt sich die Frage, welche Gesellschaft wir wollen. Sie stellt sich angesichts der Krise der weltweiten Finanzmärkte und des damit verbundenen Abschwungs in beinahe allen Marktwirtschaften weltweit umso mehr.

Ich persönlich finde den Ansatz einer kommuntativen Gesellschaft von Amitai Etzioni (http://www.amazon.de/faire-Gesellschaft-Jenseits-Sozialismus-Kapitalismus/dp/3596125375) sehr vernünftig und hilfreich. Im Kleinen wie im Großen wird dabei das "Wir" wieder über das "Ich" gestellt. Im kommuntativen Gesellschaftsmodell ist - philosiophisch gesehen - das Individuum immer Teil eines ihn umgebenden Systems. Diesem System ist er verpflichtet und gleichzeitig ausgeliefert. In der Psychoanalyse ist dieser Ansatz höchst relevant, und dieser systemische Ansatz gilt ebenso für Mikro- wie Makroökonomische Systeme aller Art. Wir leben in dem Irrtum, die Freiheit und Entwicklung des Individuums sei wirtschaftlich, psychoanalytisch und gesellschaftlich das Maß der Dinge. Von diesem Paradigma gilt es sich zu lösen.

Gerne weise hier auf das Forum für alternative Wirtschaftspolitik (http://www.memo.uni-bremen.de/memo-forum.html) sowie auf die linksintellektuelle Monatszeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" (www.blaetter.de (http://www.blaetter.de)) hin.

Wer will, KANN sich informieren und wird schnell feststellen, dass jedwede pauschale Ost-West-Vergleiche historisch zwar sinnvoll sein mögen, aktuell politisch aber vollkommen irrelevant sind.

Ich darf aber wohl davon ausgehen, dass mündige Bürger ein Bild einer Gesellschaft im Kopf haben, für dass sie kämpfen und für das sie argumentieren. Meckern? Meckern kann jeder!

WK

homeofthechosen
26.02.2009, 03:18
nun krieg dich mal wieder ein

Ich bin die Ruhe selbst und habe nur auf dein Posting reagiert. Fass es bitte nicht als persönlich auf.



Diese Bücher sind Geschichte - Deutsche Geschichte

Geschichte sind diese Bücher meiner Meinung nach nur, weil es die DDR nicht mehr gibt.


Es waren.... ach nee das schreibe ich lieber doch nicht

Was wolltest du sagen? Mach doch nciht nur Andeutungen, sondern schreib einfach, was du meinst. Das Ganze ist eine mittlerweile sehr offene Diskussion also kannst du auch ruhig weiter schreiben. Ganz davon ab finde ich es eh nicht gut, Andeutungen zu machen und dann nicht mit der Sprache raus zu wollen.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 02:15 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 02:13 ---====---


Zuchthaus heist bei uns:" Justizvollzugsanstalt "

Jo, bloss in einer (gesamt)deutschen Justizvollzugsanstalt musst du nicht damit rechnen, z.B. mit Schlafentzug o.ä. gefoltert zu werden. Hier liegt der Unterschied im Detail.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 02:18 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 02:15 ---====---


die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen

Wie bat schon sagte, Freiheit ist die Meinung der anders Denkenden. Alpinista hat es auch sehr gut beschrieben.

Gesamthaft war es aber keine Freiheit, wenn man in seinem eigenen Staat eingesperrt ist und wenn du meinst, es wäre alles so in Ordnung gewesen, ist das deine Meinung. Damit bist du aber wahrscheinlich recht allein auf weiter Flur.

Und mal im Ernst: Willst du wirklich eine DDR zurück?

Bat
26.02.2009, 10:03
Unabhängig vom Vergleich DDR BRD stellt sich die Frage, welche Gesellschaft wir wollen. Sie stellt sich angesichts der Krise der weltweiten Finanzmärkte und des damit verbundenen Abschwungs in beinahe allen Marktwirtschaften weltweit umso mehr.

Ich persönlich finde den Ansatz einer kommuntativen Gesellschaft von Amitai Etzioni (http://www.amazon.de/faire-Gesellschaft-Jenseits-Sozialismus-Kapitalismus/dp/3596125375) sehr vernünftig und hilfreich. Im Kleinen wie im Großen wird dabei das "Wir" wieder über das "Ich" gestellt. Im kommuntativen Gesellschaftsmodell ist - philosiophisch gesehen - das Individuum immer Teil eines ihn umgebenden Systems. Diesem System ist er verpflichtet und gleichzeitig ausgeliefert. In der Psychoanalyse ist dieser Ansatz höchst relevant, und dieser systemische Ansatz gilt ebenso für Mikro- wie Makroökonomische Systeme aller Art. Wir leben in dem Irrtum, die Freiheit und Entwicklung des Individuums sei wirtschaftlich, psychoanalytisch und gesellschaftlich das Maß der Dinge. Von diesem Paradigma gilt es sich zu lösen.

Gerne weise hier auf das Forum für alternative Wirtschaftspolitik (http://www.memo.uni-bremen.de/memo-forum.html) sowie auf die linksintellektuelle Monatszeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" (www.blaetter.de (http://www.blaetter.de)) hin.

Wer will, KANN sich informieren und wird schnell feststellen, dass jedwede pauschale Ost-West-Vergleiche historisch zwar sinnvoll sein mögen, aktuell politisch aber vollkommen irrelevant sind.

Ich darf aber wohl davon ausgehen, dass mündige Bürger ein Bild einer Gesellschaft im Kopf haben, für dass sie kämpfen und für das sie argumentieren. Meckern? Meckern kann jeder!

WK

Das gehört schon wieder in: Ich hatte einen Traum!:15:

Nicht mal weil es unerfüllbare Utopie wäre, sondern einfach der Menschen selbst wegen.
Wie oft erlebt man Sozialneid.
Dieses Ich-Denken aus den Köpfen zu bekommen ist, glaube ich, leider kaum möglich!

Schwarzwaldbahnchef
26.02.2009, 10:27
Das gehört schon wieder in: Ich hatte einen Traum!:15:

Nicht mal weil es unerfüllbare Utopie wäre, sondern einfach der Menschen selbst wegen.
Wie oft erlebt man Sozialneid.
Dieses Ich-Denken aus den Köpfen zu bekommen ist, glaube ich, leider kaum möglich!

Und solange es ein dermaßen großes "Wohlstandsgefälle" (welch ein Unwort!) in Deutschland gibt, wird sich daran auch nichts wesentliches ändern.

Wirrkopf-Fahrdienst
26.02.2009, 11:17
Warum so pessimistisch? Wenn ich Chef bin, dann wird das so gemacht. Fertig. :-))

Im ernst: Im Kleinen wie im Größeren gibt es diese kommuntativen Modelle schon heute. Und wie so oft gehen Impulse hier von den USA aus. Der Autor des von mir genannten Buchs war unter anderem Wirtschaftsberater von Clinton. Gerade was diese kommuntativen und solidarischen Gesellschaftsmodelle angeht, setze ich (mir scheint, zurecht) große Hoffnungen in die Amtszeit von Obama. Auch hier lohnt es, sich die kleinen Nuancen anzuschauen: Obama ist in seinen Reden und Auftritten ein Meister darin, das WIR zu betonen. Sehr gut konnte man dies bei seiner Antrittsrede am Tag der Amtseinführung sehen. Das zentrale Wort seiner politischen Denkweise ist: WE. WIR.

Das zentrale Paradigma der Marktwirtschaft der letzten, sagen wir, 25 Jahre ist aber: ME. Ich. Das System betont das Individuum. Ich muss mich am (Arbeits-)markt behaupten, ich muss erfolgreich sein, ich muss mich gegen andere durchsetzen, ich muss gewinnen. Und genau diese Philosophie ist in großen Teilen gescheitert, was die Finanz- und Wirtschaftskrise auf eindrucksvolle Weise zeigt. Genau diese Ich-betonten gesellschaftlichen Verhältnisse erzeugen Krisen, im Kleinen, psychischen, partnerschaftlichen usw. wie im Großen an den Börsen, auf den Arbeitsmärkten, in den Sozialsystemen. Ich denke, dass es schon mittelfristig zu einem Umdenken gar keine Alternativen gibt. Wo immer ich mich in dieser Republik umschaue, ob beim Stichwort Alterung der Gesellschaft oder bei der Kinderbetreuung, ob im Gesundheitswesen oder auf dem Arbeitsmarkt, werden wir gar nicht umhin kommen, uns im Kleinen wie im Großen wieder als Wir zu definieren, als System, in dem jeder für den anderen Mitverantwortung trägt.

Konkret bedeutet dies u.a. eine Stärkung des Ehrenamts und eine quasi tauschweise Würdigung desselben. Es bedeutet weiterhin, dass mittelfristig die Erwerbsarbeit vom Einkommen getrennt werden muss, Stichwort Grundeinkommen für alle Bürger. Und es bedeutet drittens, dass wir wieder Systeme schaffen müssen, in denen alle unmittelbar voneinander profitieren.

Zu diesen Systemen noch zwei Beispiele, damit es deutlich wird:

1.) Ich habe mal zur Miete in einem Einfamilienhaus im Dach gewohnt. Unten wohnte eine alte Frau, die in ihrem Alltag auf Hilfe angewiesen war. Der Deal war, dass ich bestimmte Arbeiten übernehme und dafür weniger Miete zahle. Nun: Wo liegt das Problem? Ein Beispiel für ein kommuntatives System.

2.) Warum legt man in größeren Städten nicht z.B. Alten- und Studentenwohnheime zusammen? Nicht etwa, weil der durchschnittliche Student so lange studiert (*ggg) sondern, weil hier beide Seiten profitieren können. Während die Jungen in diesem gemeinsamen Heim Arbeiten für die Alten übernehmen, werden ihnen günstige Mieten gewährt.

Ich könnte weit mehr Beispiele für kommuntative Systeme aufzählen.
Nun bin ich noch vergleichsweise jung und ein wenig durchgeknallt, ich mag mich aber dem Pessimismus von Bat und SWBC nicht recht anschließen. Ich glaube, dass diese Veränderungen kommen werden, weil sie kommen müssen. Vielleicht nur eine Frage der Zeit...

Lg

WK

kague
26.02.2009, 11:22
denn währe er ja völlig ungeignet für den Job als ABV


Dann waren viele ungeeignet.



Zuchthaus heist bei uns:" Justizvollzugsanstalt"

Glaube ich nicht. Zuchthaus ist vom Wort "züchtigen" abgeleitet. Da wurde unter anderem auch gefoltert.
Dies mit eine JVA zu vergleichen, wo die Häftlinge mit Einzelzelle, Fernseher, Telefon und Computer versorgt sind und sich weiterbilden können, ist ziemlich unpassend.



Die von Dir angeführten Paragraphen brauchte man in der DDR nicht zu erfüllen um in den Knast zu gehen!
Dort genügte es u.U. schon, einfach mal eine Lederjacke zu tragen oder The Stones zu hören ... !
Die Mitglieder der Truppen "Parka, Tramper, Röhrenjeans, lange Haare" können ein Lied davon singen ... !


Ja, da reichte EIN falsches Wort zu falschen Zeit, um mehrere Monate gesiebte Luft zu atmen.
Ich kenne Leute, die verhaftet wurden, nur weil sie als Bahnfan schauen wollten, was das für Lok an dem Zug ist. Dummerweise war es ein Interzonenzug. Er wurde aber recht bald wieder entlassen, nachdem geklärt war, das er sich wirklich nur für die Lok (BR 03) interessiert hatte.
Am 24.12.1986 wollte mich ein Mitarbeiter des RAW Leipzig-Engelsdorf auch verhaften lassen. Was mein Vergehen war? Ich habe von der Fußgängerbrücke über den Bahnhof Engelsdorf Fotos von Loks gemacht. Somit war ich ein westlicher Spion, der die strategisch wichtigen Stellwerke oder Weichenverbindungen des Bf Engelsdorf für den Westen fotografiert hatte. Damals war ich übrigens 17 Jahre.
Warum das mit der Verhaftung doch nichts wurde, kann ich nicht sagen. Vielleicht lag es ja am Datum und die Polizei wollte in Ruhe Weihnachten feiern. Selbst der Film wurde nicht beschlagnahmt oder vernichtet.
Somit wurde ich nach meinem Zwangsaufenthalt in der Pförtnerloge wieder auf freien Fuß gesetzt.
Von diesem Tag existieren ganze 4 Dias, denn das Fotografieren war mir an diesem Tag vergangen.



die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen


Das mit der Freiheit in der DDR meinst Du doch hoffentlich nicht ernst?
Für Deinen Spruch "ungeeignet als ABV" im ersten Zitat hätte es in der ach so freien DDR passieren können, das Du nicht mehr frei gewesen wärst.

Der Ausruf "Ihr roten Hunde" vor einem Stasigebäude brachte 6 Monate Knast ein. Das der Rufer schon einiges an Alkohol intus hatte, interessierte natürlich niemanden.

ZVV-ZuS
26.02.2009, 11:30
Zum Thema Sprachumstellung möchte ich mal was anmerken:

Es macht durchaus Sinn und ist gewinnbringend, seinen Dialekt ein wenig anzupassen - und das kann jeder

Ich z.B. spreche perfektes Hochdeutsch mit norddeutschem Slang. Und Norddeutsche reden nun mal sehr schnell.

Das führte am Anfang zu kleineren Missverständnissen hier in der Schweiz, da mich manchmal die Leute aufgrund zu schnellen Redens einfach nicht verstanden haben. Also habe ich mir angewöhnt, im Kundenkontakt langsamer zu reden - geht hervorragend.

Und zum Thema Dialekt:

Ich selbst verstehe Zürideutsch super, führe jedoch Gespräche mit den Kunden immer in Hochdeutsch. aber die üblichen Floskeln, wie z.B.:

"Billett vorwiisen bitte"
"Grüezi mitenand, es is Fahruswiiskontrolle"

mache ich schon in recht gutem Zürideutsch. Natürlich versuche ich nicht, den kompletten Dialekt zu kopieren, denn das klingt dann nur lächerlich. Aber wenn man die üblichen Begrüssungen und kleinere Gespräche schon auf Zürideutsch führen kann, hat man es wesentlich leichter auf dem Zug und die "Einheimischen" sehen das auch ganz gerne.

Von daher ist ein wenig Anpassen nicht schwer und eigentlich auch immer gewinnbringend.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 22:21 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 22:17 ---====---

@Maschinist: Ich habe mir den Aufsatz schon einmal durchgelesen, musste dann aber zum Dienst. Ich werde ihn mir morgen noch mal in Ruhe zu Gemüte führen, da er wirklich recht spannend ist, und dann meine Meinung zu dem Text posten ;)

Hier muss ich dir voll zustimmen. Die selbe Erfahrung habe ich auch immer wieder hier machen können. Und ich denke schon die ganze Zeit, während ich Seite für Seite diesen Thread lese, der Titel könnte genau so gut lauten "Der Schweiz-Deutschland-Konflikt".
Was ich aber festgestellt habe, dass hier in der Schweiz viele in erster Linie an ehemalige DDR-Bürger denken, wenn sie von Deutschen reden. Meistens ist eine der ersten fragen dann, ob man auch aus Berlin oder Dresden kommt. Und man erntet dann einen erstaunten Blick, wenn man sich als Ruhrpöttler outet, manchmal verbunden mit der Frage, was einen denn dann in die Schweiz verschlagen hat.
Selbst das Verhältnis zu den Schwiegereltern hat sich erstaunlicherweise sehr verändert, seit wir mal ein wenig deutsche geografie besprochen haben ...lach.

Warum das so ist, hab ich mich dann gefragt, und das auch mal ein wenig recherchiert.
Wie mit den meisten anderen politischen und wirtschaftlichen Diskussionen sind auch hier die Menschen massgeblich durch die medien beeinflusst. Und es ist unbestritten, dass vorwiegend Menschen aus dem Osten Deutschlands den Weg in die Schweiz gefunden haben mit dem ziel, ein besseres Leben zu haben. Das ist zunächst mal völlig in Ordnung und auch für den Schweizer nicht problematisch. nun hat aber eine Entwicklung stattgefunden, in der eben die selben Deutschen mehr und mehr Führungspositionen übernommen haben, die manchem Schweizer dann vorenthalten geblieben sind. Deutsche Manager strukturieren schweizerische Konzerne neu, oft auch zu Lasten der Belegschaft. Kurzum, ähnliche Probleme wie im Osten Deutschlands entstehen.
Dann tun die Klatsch-Medien, allem voran Talkshows ihr übriges. Sie vermitteln den Eindruck, dass wir deutschen in die Schweiz auswandern, um ne Frau zu suchen und so einfacher an nen Schweizer Pass zu kommen. Dass dies natürlich in hohem Masse übertrieben ist, dies so verallgemeinert darzustellen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Aber davon leben eben die Medien. Und der mensch ist froh, nen schuldigen für entstehende Probleme zu haben

Fazit:
Die Diskussion Ost <-> West "Konflikt" innerhalb Deutschlands könnte ebenso gut "Konflikt zwischen Schweizern und deutschen in der Schweiz" heissen und würde ziemlich ähnlich verlaufen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mich mit ein wenig Anpassung an die hiesigen Gegebenheiten hier rundum wohl fühle. Aber es gehört einfach der mut dazu, auf die menschen zu zu gehen, denn von alleine wird man als Fremder niemals integriert.

Wirrkopf-Fahrdienst
26.02.2009, 11:36
Was den solidarischen Geist in der Gesellschaft angeht, war die DDR sicher in einigen Punkten weiter als die BRD. Spannend ist hier das von mir oben erwähnte Verhältnis zwischen WIR und ICH. Ich glaube, dass das WIR unter den Bürgern der DDR sehr ausgeprägt war, während in der BRD seit der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt das ICH immer dominanter wurde. Man könnte etwas ketzerisch und polemisch formulieren: Gescheitert sind beide Systeme. Das eine, weil es den Individualismus mit drastischen, unrechtstaatlichen, Mitteln zu töten versuchte und das andere, weil es den Individualismus zur Staatsreligion erklärte.

Ich glaube, es ist an der Zeit, dass Wirrkopf Kanzler wird. Dann wird alles besser.

WK

Bat
26.02.2009, 11:44
... . Ich glaube, dass diese Veränderungen kommen werden, weil sie kommen müssen. Vielleicht nur eine Frage der Zeit...

Natürlich müssen die kommen ... !
Etliche entstehen ja schon, gerade Wohnprojekte mit Jung und Alt.
Generationenwohnen wird wieder in, weil es sozial gesehen Sinn macht!

Nur passt es eben leider überhaupt nicht zur aktuellen Wirtschaft, in dieser hast Du nämlich am Besten ein Zelt in der Hosentasche und einen Briefkasten am Hals (da ist man dann nämlich nonplusultrabilligflexibel verheizbar!). Familie ist doch in diesem System zum Fremdwort geworden!
Sie hindert Dich eher am Broterwerb, als dass sie dich stützt!

Das ist krank!

Um jetzt noch mal den Bogen zum Titel zu spannen ...:

In DDR-Zeiten war die Familie der Lebensmittelpunkt, nicht der Job!:039:

Wirrkopf-Fahrdienst
26.02.2009, 11:46
Da ist was dran, Bat.

homeofthechosen
26.02.2009, 11:49
Familie ist doch in diesem System zum Fremdwort geworden!
Sie hindert Dich eher am Broterwerb, als dass sie dich stützt!

Das ist krank!

Um jetzt noch mal den Bogen zum Titel zu spannen ...:

In DDR-Zeiten war die Familie der Lebensmittelpunkt, nicht der Job!:039:

In dem Punkt stimme ich dir vollkommen zu! Famillie war Lebensinhalt Nummer 1, hatten doch die Eltern auch keine Sorgen, wie der Nachwuchs denn untergebracht wird etc. pp. . Über die staatlichen "Erziehungsmaßnahmen" habe ich wieder eine andere Meinung, aber was für Famillien getan wurde und wie junge Famillien gefördert worden sind, war schon phänomenal.

Bat
26.02.2009, 11:50
Ich glaube, es ist an der Zeit, dass Wirrkopf Kanzler wird. Dann wird alles besser.


Mach ein Programm, zeig vor, lass gucken ... !

Vorher kann ich Dir kein "Danke" unter den sonst guten Beitrag pappen!:004:

Ick bin da voll der Ossi, sowat unterschreib ick nich blind!:16:

homeofthechosen
26.02.2009, 11:53
Noch mal ne Anmerkung zur Famillienförderung:

Ein unabdingbarer Vorteil war, dass Kinder schon sehr früh zur Selbstständigkeit erzogen wurden. Ich war schon mit 6 Jahren ein Schlüsselkind und geschadet hat es mir nicht, dass ich alleine nach der Schule nach Hause gehen musste. Auch meine älteren Geschwister übernahmen früh Verantwortung, so ist z.B. der Einkauf i.d.R. von den Kindern gemacht worden, da Mama ja arbeiten musste. Und das war völlig normal.
Als ich im Kindergarten war, hat mich immer meine Schwester abgeholt. Man übernahm Verantwortung füreinander.

Schwarzwaldbahnchef
26.02.2009, 12:11
In dem Punkt stimme ich dir vollkommen zu! Famillie war Lebensinhalt Nummer 1, hatten doch die Eltern auch keine Sorgen, wie der Nachwuchs denn untergebracht wird etc. pp. . Über die staatlichen "Erziehungsmaßnahmen" habe ich wieder eine andere Meinung, aber was für Famillien getan wurde und wie junge Famillien gefördert worden sind, war schon phänomenal.

Ja, und anstatt einfach mal in den Archiven nachzuschauen, was damals Sache war, erfindet man jetzt täglich das Rad neu für teures Geld! Eigentlich sollte Frau Merkel es aber besser wissen, oder hat sie ihre Herkunft schon verdrängt oder vergessen?

sven0403
26.02.2009, 12:58
Warum muss man sich in einer Münchner Dienststelle anhören wie sich ein Ostler lautstark und ernst darüber beschwert dass es im neuen, vom AG aufgestellten Meica-Wurstautomaten keine Ostwurst mit Bautzner Senf gibt?

Mir ist zum Beispiel aufgefallen das wir Ostler manchmal einen ganz anderen Humor haben, als die Westler. Wir lachen anders.:003:

Also ganz so ernst hat der Kollege DAS ganz gewiss nicht gemeint, ich denke er hat das so laut gesagt, weil er wusste das sich Leute wie du darüber aufregen würden.

Ich sach ma, plumps reingefallen :003:

Cool wärste gewesen wenn du beiläufig erwähnt hattest, das dieser Automat kein Volkseigener Betrieb ist und deswegen nur Fleisch von glücklichen Almkühen verkaufen kann.

So haste dich wieder drüber aufgeregt, anstatt drüber zu lachen !!!

Gruß Sven

sven0403
26.02.2009, 13:14
die Bürger der DDR waren doch Frei, nur das eben schluss war an der Grenze zum Westen und für mich ist am Flughafen schluss weil mir das nötige Kleingeld fehlt um in die USA zu Fliegen

Freiheit ist das aber nicht wenn es schon ausreichen konnte, das ein missgünstiger Nachbar/Kollege/Mensch dir Schimpf und Schande an den Hals hängen konnte und du als Beschuldigter deine Unschuld beweisen musstest.
Und Meinungen nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen, ist auch nicht unbedingt Freiheit.

Frei ist was anderes, wobei heute die Grenzen dazu auch schon aufzuweichen scheinen.
Es kommt zum Beispiel oft auf den Richter an, ob du Recht bekommst oder nicht, was ist denn das für eine komische Gerechtigkeit ?

Gruß Sven

Bat
26.02.2009, 13:19
@sven0403

Jein! Fällt es Dir schwer, Flok's Frust über die ganzen lauten, unangepassten Fremden (die Allen ständig ungefragt den gleichen Kram erzählen), mit denen er in seiner Heimat arbeiten muss, für ihn als Menschen als belastend zu akzeptieren?
Nicht Jeder bringt rund um die Uhr so viel Coolness mit!
Ich könnte in seiner Situation (wieso die nun auch immer so ist) auch den Humor verlieren.:039:

VT605
26.02.2009, 13:20
Ja, da reichte EIN falsches Wort zu falschen Zeit, um mehrere Monate gesiebte Luft zu atmen.
Ich kenne Leute, die verhaftet wurden, nur weil sie als Bahnfan schauen wollten, was das für Lok an dem Zug ist. Dummerweise war es ein Interzonenzug. Er wurde aber recht bald wieder entlassen, nachdem geklärt war, das er sich wirklich nur für die Lok (BR 03) interessiert hatte.
Am 24.12.1986 wollte mich ein Mitarbeiter des RAW Leipzig-Engelsdorf auch verhaften lassen. Was mein Vergehen war? Ich habe von der Fußgängerbrücke über den Bahnhof Engelsdorf Fotos von Loks gemacht. Somit war ich ein westlicher Spion, der die strategisch wichtigen Stellwerke oder Weichenverbindungen des Bf Engelsdorf für den Westen fotografiert hatte. Damals war ich übrigens 17 Jahre.
Warum das mit der Verhaftung doch nichts wurde, kann ich nicht sagen. Vielleicht lag es ja am Datum und die Polizei wollte in Ruhe Weihnachten feiern. Selbst der Film wurde nicht beschlagnahmt oder vernichtet.
Somit wurde ich nach meinem Zwangsaufenthalt in der Pförtnerloge wieder auf freien Fuß gesetzt.
Von diesem Tag existieren ganze 4 Dias, denn das Fotografieren war mir an diesem Tag vergangen.


Es gab schon eigenartige Sachen damals. Ich komme aus einem Ort bei Salzwedel, das lag etwa 5 km von der Grenze entfernt, war aber noch kein Sperrgebiet. Trotzdem wurden bei jeder Zugfahrt in Richtung Salzwedel die Ausweise durch die TraPo (Transportpolizei) kontrolliert. In der Lehre wollte mal ein Mitschüler aus Brandenburg sich Salzwedel ansehen, das gab lange Diskussionen mit der TraPo, was er da will, zu wem er will, wann er wieder zurückfährt, Personalien wurden notiert. Das Ganze war schon völlig krank.

Flok
26.02.2009, 13:25
Mir ist zum Beispiel aufgefallen das wir Ostler manchmal einen ganz anderen Humor haben, als die Westler. Wir lachen anders.:003:

Also ganz so ernst hat der Kollege DAS ganz gewiss nicht gemeint, ich denke er hat das so laut gesagt, weil er wusste das sich Leute wie du darüber aufregen würden.

Ich sach ma, plumps reingefallen :003:

Cool wärste gewesen wenn du beiläufig erwähnt hattest, das dieser Automat kein Volkseigener Betrieb ist und deswegen nur Fleisch von glücklichen Almkühen verkaufen kann.

So haste dich wieder drüber aufgeregt, anstatt drüber zu lachen !!!

Gruß Sven

Nein, nix mit plumps reingefallen. Der Kollege ist bekannt (gewesen) für seine "überzeugte" Haltung, zeigt das auch und hat das mit Sicherheit ernst gemeint.

Und wie schon gesagt... Die Masse machts einfach. Da kann auch ich nicht mehr lachen, obwohl ich eher zu den Quatschköpfen gehöre die oft mal ein Haufen Blödsinn im Kopf haben haben was den Humor angeht.

Unterschiedlicher Humor? Teilweise. Im Grunde hat das glaub nur Bedingt was mit der Herkunft des Menschen zu tun. Eher mit dem einzelnen Menschen selber. Allerdings ist mir ein gewaltiger Unterschied aufgefallen: Wenn wir in einer Gruppe zusammentreffen und einer lässt seiner internen Gasproduktion "freien lauf" egal ob unten oder oben raus, lacht da eigentlich kein Westler wirklich drüber bzw findet das ein Westler nicht unbedingt lustig. Das finden nur Ostler lustig und betreiben das auch völlig ungeniert unter anderen Kollegen oder halt unter anderen Mitmenschen. Dieses Phänomen ist mir jetz eigentlich nur wieder bei vielen (nicht allen!)Ostlern aufgefallen, aber bei keinem Westler. Ich finds nur eckelhaft. Auf meine Frage hin warum man das so machen müsse heißt es "Gesundheit vor Anstand". Das ist sogesehen richtig, aber es gibt andere Möglichkeiten den Überdruck abzulassen. Da muss man nicht wie eine Trompete vor den anderen Leuten rumhupfen und seine Duftnoten präsentieren.

sven0403
26.02.2009, 13:25
@sven0403

Jein! Fällt es Dir schwer, Flok's Frust über die ganzen lauten, unangepassten Fremden (die Allen ständig ungefragt den gleichen Kram erzählen), mit denen er in seiner Heimat arbeiten muss, für ihn als Menschen als belastend zu akzeptieren?



Ja ein wenig schon, aber das bin ich, Flok ist ein anderer Mensch und hat das Recht darüber genervt zu sein. Natürlich !
Ich würde mir nur an seiner Stelle die Frage stellen, was bringt es, mir selbst den Tag mit solchen kontraproduktiven Fragen zu versauen ?
Ich habe die Gabe :003: bei manchen Dingen (bei manchen anderen wiederum nicht) mein Gehör auf Durchgang zu schalten andere haben die eben leider nicht.

Ich habe nur geschrieben wie ich auf diese, zugegeben dusslige Äußerung, vielleicht reagiert hätte. Fertsch.

Gruß Sven

Bat
26.02.2009, 13:30
... hm.:039:

Flok
26.02.2009, 13:32
Ja ein wenig schon, aber das bin ich, Flok ist ein anderer Mensch und hat das Recht darüber genervt zu sein. Natürlich !
Ich würde mir nur an seiner Stelle die Frage stellen, was bringt es, mir selbst den Tag mit solchen kontraproduktiven Fragen zu versauen ?
Ich habe die Gabe :003: bei manchen Dingen (bei manchen anderen wiederum nicht) mein Gehör auf Durchgang zu schalten andere haben die eben leider nicht.

Ich habe nur geschrieben wie ich auf diese, zugegeben dusslige Äußerung, vielleicht reagiert hätte. Fertsch.

Gruß Sven

Hallo?! Es bleibt einem nix anderes übrig wenn ich in einem Fst von 4 Ostlern umzingelt bin... das ist sozusagen Vergewaltigung. Da kann man sich nicht wehren. Das geht nicht! :004:

Bat
26.02.2009, 13:35
Hallo?! Es bleibt einem nix anderes übrig wenn ich in einem Fst von 4 Ostlern umzingelt bin... das ist sozusagen Vergewaltigung. Da kann man sich nicht wehren. Das geht nicht! :004:

Verdammt!!!:24:

Trennhuepfer
26.02.2009, 13:48
das lässt sich auch nicht durch höhere Gewalt entschuldigen :13:
So grausam war noch nicht mal die Hl.Inquisition ...

Schwarzwaldbahnchef
26.02.2009, 13:52
Durch solche Vorgänge wird das Klischeedenken natürlich nur gefördert!

Dann schaut zu, daß Ihr Bautzener Senf in die Karre kriegt!

Bat
26.02.2009, 14:00
Ich hab mir gerade mal unsere Mitglieder-Karte angesehen ... !:6:

Mensch, sind wir ein bunter Haufen ... !:13:

sven0403
26.02.2009, 14:05
Nein, nix mit plumps reingefallen. Der Kollege ist bekannt (gewesen) für seine "überzeugte" Haltung, zeigt das auch und hat das mit Sicherheit ernst gemeint.

Und wie schon gesagt... Die Masse machts einfach. Da kann auch ich nicht mehr lachen, obwohl ich eher zu den Quatschköpfen gehöre die oft mal ein Haufen Blödsinn im Kopf haben haben was den Humor angeht.

Unterschiedlicher Humor? Teilweise. Im Grunde hat das glaub nur Bedingt was mit der Herkunft des Menschen zu tun. Eher mit dem einzelnen Menschen selber. Allerdings ist mir ein gewaltiger Unterschied aufgefallen: Wenn wir in einer Gruppe zusammentreffen und einer lässt seiner internen Gasproduktion "freien lauf" egal ob unten oder oben raus, lacht da eigentlich kein Westler wirklich drüber bzw findet das ein Westler nicht unbedingt lustig. Das finden nur Ostler lustig und betreiben das auch völlig ungeniert unter anderen Kollegen oder halt unter anderen Mitmenschen. Dieses Phänomen ist mir jetz eigentlich nur wieder bei vielen (nicht allen!)Ostlern aufgefallen, aber bei keinem Westler. Ich finds nur eckelhaft. Auf meine Frage hin warum man das so machen müsse heißt es "Gesundheit vor Anstand". Das ist sogesehen richtig, aber es gibt andere Möglichkeiten den Überdruck abzulassen. Da muss man nicht wie eine Trompete vor den anderen Leuten rumhupfen und seine Duftnoten präsentieren.

Sag mal popeln die Ossis bei euch eigentlich auch in der Öffentlichkeit ?

Zu allem was man als Erklärung anbringt, fallen dir immer wieder neue Dinge, die nur die ungehobelten Ossis so und nicht anders machen. Mmmh:039:
Stehst du dort unter dem Gruppenzwang. Wir mögen Ossis nicht ??

Du kannst immer neue Dinge (er)finden :007: , trotzdem wirst du diese Menschen ertragen müssen, das ist der Preis der Freiheit, nämlich unter anderem dort zu leben, wo immer man will (muss).
Oder gibt es dort den Unterartikel §12,24 außer für Ossis ?

Diese blöden Vorurteile ziehen sich wie ein roter Faden durch die sogenannte Vereinigung.
Jeder missliebige Westler hat irgend eine an den Haaren herbeigezogenen abscheuliche Schauergeschichte auf Lager, um den Ossi als dämlich, arbeitsscheu, ungehobelt, unhygienisch oder was sonst noch darzustellen.

Im Osten gilt die Vermutung das alle Westler arrogant, geldgierig und unehrlich daherkommen. Auch das ist der totale Blödsinn !

Du hast um Verzeihung gebeten, ich tue das hiermit auch, aber:

Solche Menschen gehen mir gehörig auf den Sack !!! :003:

Ist es denn, 20 Jahre nach dem Mauerfall !!!!, immer noch nicht möglich das sich Erwachsene Menschen auch so benehmen ?

Es furzt nicht der Ossi in der Öffentlichkeit es furzt das alte Ferkel !!!!!

Ich würde sehr gern mit dir einen Kaffee trinken gehen, um dir zu beweisen wie ungehobelt ich so bin.

Nimm doch bitte nicht alles so furchtbar schwer, du behauptest Humor zu haben, genieße das doch und lache.

P.s. Mit Leuten die sich nicht benehmen können, gehe ich auch nicht, nicht mal im Dienst !

Gruß Sven

Bat
26.02.2009, 14:15
Diese blöden Vorurteile ziehen sich wie ein roter Faden durch die sogenannte Vereinigung.

Auf beiden Seiten!:039:
Manche hier im Ostteil der Republik sind nicht anders!:15:

sven0403
26.02.2009, 14:21
Auf beiden Seiten!:039::15:

Aber natürlich, darum habe ich auch geschrieben "Solche Menschen......." :003:

Vorurteile sind immer falsch, weil eine Menge Menschen nur nach dem Verhalten einzelner beurteilt werden.
Das muss ganz einfach schief gehen und man macht es sich viel zu einfach damit.
Wer ist schon frei davon ??? Man muss nur aufpassen, das es nicht zur Manie wird.

Gruß Sven

Trennhuepfer
26.02.2009, 14:21
Diese blöden Vorurteile ziehen sich wie ein roter Faden durch die sogenannte Vereinigung.
Jeder missliebige Westler hat irgend eine an den Haaren herbeigezogenen abscheuliche Schauergeschichte auf Lager, um den Ossi als dämlich, arbeitsscheu, ungehobelt, unhygienisch oder was sonst noch darzustellen.
Sven, Du kennst den Schweizkutscher noch nicht... :24:



Sorry Axel, aber weißt ja von wem das kommt und wie das gemeint ist :003: :005:

Bat
26.02.2009, 14:23
Sven, Du kennst den Schweizkutscher noch nicht... :24:

... imma uff det Schlimme ... ! Aua aua!:24:

kague
26.02.2009, 14:42
Nein, nix mit plumps reingefallen. Der Kollege ist bekannt (gewesen) für seine "überzeugte" Haltung, zeigt das auch und hat das mit Sicherheit ernst gemeint.

Und wie schon gesagt... Die Masse machts einfach. Da kann auch ich nicht mehr lachen, obwohl ich eher zu den Quatschköpfen gehöre die oft mal ein Haufen Blödsinn im Kopf haben haben was den Humor angeht.


Solche oder ähnliche Leute wirst Du aber in fast jeder Dienststelle finden und dabei ist es egal, woher sie stammen.

Und wenn notfalls anstatt Rittersport Nuss nur noch Rittersport Nougat drin ist.
Es muß ja nicht einmal Bautzener Senf sein. Wobei Bautzener zu Develey gehört und das ist eine Bayerische Firma.

TfHLERmarco
26.02.2009, 14:43
Die Diskussion Ost <-> West "Konflikt" innerhalb Deutschlands könnte ebenso gut "Konflikt zwischen Schweizern und deutschen in der Schweiz" heissen und würde ziemlich ähnlich verlaufen.
Es würde aber viel mehr Zeit in Anspruch nehmen.:004:


Zitat von Bat Nur passt es eben leider überhaupt nicht zur aktuellen Wirtschaft, in dieser hast Du nämlich am Besten ein Zelt in der Hosentasche und einen Briefkasten am Hals (da ist man dann nämlich nonplusultrabilligflexibel verheizbar!). Familie ist doch in diesem System zum Fremdwort geworden!
Sie hindert Dich eher am Broterwerb, als dass sie dich stützt!

Das ist der Fehler im Denken der Gesellschaft, von ganz Unten bis ganz Oben. Das Hier und Jetzt ist das einzig Wichtige. Man will das Geld jetzt verdienen also lässt man es mit sich machen. Die Rendite pro P will jetzt eingefahren werden also stellt der Manager diese Anforderungen in Sachen Flexibilität.
Daß dieses System nicht endlos weiter zu führen ist, ist Allen klar. Der Eine wird dann in ein anderes System wechseln, Hochschulabschluss machts ja möglich, der Andere bleibt zurück mit der Gewissheit, daß er sein Elend nur verschoben hat, und der Hoffnung auf weiteren Aufschub.
Menschlichkeit und ein auf Langfristigkeit angelegtes Handeln wird an den Unis dieser Welt nicht mehr als vermittlungswürdiges Wissen angesehen. Darum hat ein Uni-Abschluss für mich keinen Wert mehr. Die Gesellschaft denkt da leider anders. Der Akademiker wird nach seinem Abschluss gefeiert und nach seinen Sanierungserfolgen von den Menschen in den Himmel gehoben. Keiner fragt nach den Opfern.:002:
Einen schönen Donnerstag noch.
Marco

Flok
26.02.2009, 14:44
Zu allem was man als Erklärung anbringt, fallen dir immer wieder neue Dinge, die nur die ungehobelten Ossis so und nicht anders machen. Mmmh:039:
Stehst du dort unter dem Gruppenzwang. Wir mögen Ossis nicht ??

Du kannst immer neue Dinge (er)finden

Du kannst erklären was du willst und so lang du willst. Und ja, ich könnte dir viele weitere Beispiele nennen die man -blöd gesagt- an vielen Ossis die hier im Westen leben täglich beobachten kann und negativ auffallen. Ich stehe unter keinem Gruppenzwang - ich bild mir meine eigene Meinung! Die Meinung teilen aber viele Wessis weils einfach so ist.

Ich behaupte einfach du kannst das nicht beurteilen da du als Ostler im Osten lebst und arbeitest. Das ist ein vollkommen anderer Blickwinkel und sind andere Voraussetzungen.

Bat
26.02.2009, 14:44
... . Wobei Bautzener zu Develey gehört und das ist eine Bayerische Firma.

... *spuck-hust-würg* ..., echt???

Na Dankeschön!:047: Jetzt schmeckt er nicht mehr!
Und, nein, ich will jetzt nicht wissen, wem "Werder Ketchup" gehört!!!:045::24::24::24:

kague
26.02.2009, 14:52
... *spuck-hust-würg* ..., echt???

Na Dankeschön!:047: Jetzt schmeckt er nicht mehr!
Und, nein, ich will jetzt nicht wissen, wem "Werder Ketchup" gehört!!!:045::24::24::24:

Wieso nicht? Hier Werder Ketchup (http://www.werder-feinkost.de/).

Firmensitz in der Obst- & Gemüseoase im Havelland vor den Toren Berlins in der Nähe von Potsdam.
Privates, Inhabergeführtes Unternehmen, keine Konzernanbindung!!!

sven0403
26.02.2009, 14:54
Du kannst erklären was du willst und so lang du willst. Und ja, ich könnte dir viele weitere Beispiele nennen die man -blöd gesagt- an vielen Ossis die hier im Westen leben täglich beobachten kann und negativ auffallen. Ich stehe unter keinem Gruppenzwang - ich bild mir meine eigene Meinung! Die Meinung teilen aber viele Wessis weils einfach so ist.

Ich behaupte einfach du kannst das nicht beurteilen da du als Ostler im Osten lebst und arbeitest. Das ist ein vollkommen anderer Blickwinkel und sind andere Voraussetzungen.

Das war ja nun ziemlich deutlich, Danke Dir.

Leider wieder jemand wo alle Mühe umsonst ist, Schade eigentlich.:002:

Trotzdem viele Grüße aus Sachsen/Anhalt (Ostdeutschland) ???sind bei euch noch Arbeitsplätze frei ? Vielleicht komme ich ja doch noch, wo wir soo beliebt sind.

Sven

Bat
26.02.2009, 15:00
Wieso nicht? Hier Werder Ketchup (http://www.werder-feinkost.de/).

... endlich eine entwessifizierte Firma!:023:

Wer nicht darüber lachen kann ... : Mail an Bat!


---====--- Beitrag hinzugefügt um 14:00 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 13:55 ---====---


... . Leider wieder jemand wo alle Mühe umsonst ist, ...

Sehe ich anders. Es ist nie Umsonst mit Vorurteilen zu kämpfen und diese durch eigenes, beispielhaftes Handeln zu entkräften!
Nichts anderes versuchen wir hier ... !:003:

Trennhuepfer
26.02.2009, 15:01
Ich denke auch, daß wenn viele Westler im Osten arbeiten würden, diese das selbe erleben und berichten würden.

Bat
26.02.2009, 15:10
Ich denke auch, daß wenn viele Westler im Osten arbeiten würden, diese das selbe erleben und berichten würden.

Ohhhh ..., ich könnte da Geschichten aus Berlin erzählen ... !

Von Bonner/innen im Großstadtdschungel und Bundesangestellten aus dem bergigen Wessiland, die sich jetzt in den Berliner Gepflogenheiten zurechtfinden müssen ... !!!:15:

Die hatten am Anfang echte Todesangst!!!
:24::24::24:

Aber, hey, was soll's! Ich muss ja mit den einzelnen Menschen, die ich nicht mag, nicht auch immer gleich ein Bier trinken gehen!

Und wir hatten einen Pfälzer im Nebenhaus, auch Bundesangestellter, der ist ein völlig cooler Typ gewesen ... !

Also sollte es doch immer eine Einzelfallentscheidung sein, die man da trifft!

Ich für meinen Teil kenne genug Ossis auf die ich gut verzichten kann, aber auch genug Wessis auf die ich in meinem Leben nicht verzichten möchte!:6:

sven0403
26.02.2009, 15:16
Sehe ich anders. Es ist nie Umsonst mit Vorurteilen zu kämpfen und diese durch eigenes, beispielhaftes Handeln zu entkräften!
Nichts anderes versuchen wir hier ... !:003:

Wenn man aber lieber seine Vorurteile (teilweise auch bewiesen durch Einzelfälle) lieber pflegt, anstatt sich auf die Menschen zu konzentrieren, die eben nicht so sind, ist vermutlich alles sinn frei.

OOOHHH ich bekomme Blähungen ich muss ganz schnell zu irgend einem aus dem Westen, Vorurteile bestätigen :24::24::24:

Ganz Ehrlich, da gehen mir die Argumente aus, du hast mir letztens erst eine PN geschrieben, in der stand was von einem "kleinen radikalen Touch mit Postings......" den ich manchmal hätte.
Das war wieder einer von denen wo ich den Touch verspüre.......:003:


Ganz ehrlich, ich ärgere mich über so etwas, schön doof was ??

Gruß Sven

Bat
26.02.2009, 15:18
Ganz ehrlich, ich ärgere mich über so etwas, schön doof was ??

... jepp!:005:

homeofthechosen
26.02.2009, 15:40
So langsam wirds lächerlich und völlig kindisch.

Bat
26.02.2009, 15:48
So langsam wirds lächerlich und völlig kindisch.

Da kannst Du mal sehen wie tief solche Vorurteile wurzeln und was man alles tun muß um da ran zu kommen ... !

Jeder Psychologe hätte seine Freude an diesem Thread!:039:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 15:48
Es muß ja nicht einmal Bautzener Senf sein. Wobei Bautzener zu Develey gehört und das ist eine Bayerische Firma.


Wobei der Bautzener aber wesentlich besser schmeckt als das Develey Zeugs, und das sagt ein Wessi. So und jetzt?

Bat
26.02.2009, 15:49
Wobei der Bautzener aber wesentlich besser schmeckt als das Develey Zeugs, und das sagt ein Wessi. So und jetzt?

Du bist ab sofort Wossi!:004:

homeofthechosen
26.02.2009, 15:52
Da kannst Du mal sehen wie tief solche Vorurteile wurzeln und was man alles tun muß um da ran zu kommen ... !

Jeder Psychologe hätte seine Freude an diesem Thread!:039:

Naja, das mag ja alles sein, aber Vorurteile gibt es nicht nur zwischen Ost und West, auch die Badenser mögen die Schwaben nicht. Bayern und Franken haben ein Problem. Köln und Düsseldorf. Hamburg und Bremen..... liesse sich endlos fortsetzen.

Fakt ist: Für mich ist die Wiedervereinigung vollzogen, auch im Kopf. Nun sind Menschen nun mal, wie sie halt sind. Einige Argumente von @Flok kann ich auch nicht nachvollziehen, einige Gegenargumente von @Sven0403 und @Bat auch nicht. Da wird man eh auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.

Ich denke, ein Westler, der im Osten arbeitet hat genau so mit Vorurteilen zu kämpfen.

sven0403
26.02.2009, 15:55
Da kannst Du mal sehen wie tief solche Vorurteile wurzeln und was man alles tun muß um da ran zu kommen ... !

Jeder Psychologe hätte seine Freude an diesem Thread!:039:

Siegmund hätte daran wenig Freud.

Gruß Sven

Bat
26.02.2009, 15:58
*lol*

homeofthechosen
26.02.2009, 15:58
Siegmund hätte daran wenig Freud.

Gruß Sven

Joa, in der Tat ... :24:

sven0403
26.02.2009, 16:01
Ich denke, ein Westler, der im Osten arbeitet hat genau so mit Vorurteilen zu kämpfen.

Diese Problem wurden ja sogar schon verfilmt, ist zwar nicht neu aber immer wieder witzig:

http://www.youtube.com/watch?v=27wkJ6KDolk

Gruß Sven

kague
26.02.2009, 16:06
Wobei der Bautzener aber wesentlich besser schmeckt als das Develey Zeugs, und das sagt ein Wessi. So und jetzt?


Tja, ich esse auch gerne Laugenbrezen, fränkische Bratwürste (sogar viel lieber als Thüringer Rostbratwürste), bayrischen Leberkäse, Münchner Weißwürste (mit süßen Senf) oder auch den Kartoffelsalat mit Essig und Öl.
Und das als Sachse.

Lokischreck
26.02.2009, 16:10
Tja, ich esse auch gerne Laugenbrezen, fränkische Bratwürste (sogar viel lieber als Thüringer Rostbratwürste), bayrischen Leberkäse, Münchner Weißwürste (mit süßen Senf) oder auch den Kartoffelsalat mit Essig und Öl.
Und das als Sachse.

Und ne echte Mantaplatte aussem Pott machse nich? Ich fühle mich diskriminiert :20:

kague
26.02.2009, 16:12
Und ne echte Mantaplatte aussem Pott machse nich? Ich fühle mich diskriminiert :20:


Kenn ich gar nicht. Kommt vielleicht auf einen Versuch an.

Lokischreck
26.02.2009, 16:14
Kenn ich gar nicht. Kommt vielleicht auf einen Versuch an.

Du kenns ja wohl ne Mantaplatte?? :13: Currywurst pommes mayo

kague
26.02.2009, 16:17
Du kenns ja wohl ne Mantaplatte?? :13: Currywurst pommes mayo


Jetzt wo Du es sagst. Aber Currywurst ist ja nix regionales mehr, die gibt es mittlerweile überall in Deutschland.

Lokischreck
26.02.2009, 16:19
Jetzt wo Du es sagst. Aber Currywurst ist ja nix regionales mehr, die gibt es mittlerweile überall in Deutschland.

Die anderen Klamotten kriegste mittlerweile auch überall in Deutschland. Was richtig regionales? Stielmus, dafür is unser Dorf relativ bekannt.

okay, aber bevor das ganze Thema jetz ins OT versinkt, geh ich lieber inne wanne

Schweizkutscher
26.02.2009, 16:24
Es muß ja nicht einmal Bautzener Senf sein. Wobei Bautzener zu Develey gehört und das ist eine Bayerische Firma.

Aber er wird nach wie vor in Bautzen produziert und auf den kleinen und grossen Bechern steht als Hersteller die Produktionsanlage in Bautzen. Und nicht das bayrische Unternehmen, welches seinen Senf dazu gibt.

kague
26.02.2009, 16:29
Aber er wird nach wie vor in Bautzen produziert und auf den kleinen und grossen Bechern steht als Hersteller die Produktionsanlage in Bautzen. Und nicht das bayrische Unternehmen, welches seinen Senf dazu gibt.


Auf meinen 1000 ml Eimer steht das nicht. Da steht zwar Baut´ner als Marke, aber als Firma "Develey Unterhaching und Bautzen".
Nichts mit Produktionsort Bautzen.

Flok
26.02.2009, 16:30
Wenn man aber lieber seine Vorurteile (teilweise auch bewiesen durch Einzelfälle) lieber pflegt, anstatt sich auf die Menschen zu konzentrieren, die eben nicht so sind, ist vermutlich alles sinn frei.


Ich pflege keine Vorurteile, (nicht nur) ich beobachte sie eben oft. Ich zieh mir das nicht aus den Fingern sondern ich nehme die Dinge mit meinen Sinnen wahr.
Aber so ist das mit den verschiedenen Kulturen. Passt halt irgendwo nicht immer. Zum Problem wirds dann wenn die eine Kultur in der eigenen Region von einer anderen Kultur stellenweise übervölkert wird.
Wie hier schon geschrieben, würds die gleichen Probleme mit anderen Details wahrscheinlich auch geben wenn der Westen in den Osten übersiedelt.

Ich habe übrigens auch wenige Ostkollegen die eben nicht so sind wie viele ihrer Kollegen. Mit denen sich ein freundschaftliches verhältnis entwickelt hat. Ja, ich kenne sogar einen Berliner der sich genauso über das Verhalten vieler Ostler aufregt wie die Westler selber.
Es ist nicht so dass ich alle über einen Kamm schere und "der Osten für mich abgestempelt ist".

sbb.lokmaster
26.02.2009, 16:31
Genau, und ich genieße gleich meine Badischen Schweinsbratwürstel mit Bautzener Senf (Beweisfoto folgt, sobald sie Würstel fertig sind)

Schweizkutscher
26.02.2009, 16:34
Auf meinen 1000 ml Eimer steht das nicht. Da steht zwar Baut´ner als Marke, aber als Firma "Develey Unterhaching und Bautzen".
Nichts mit Produktionsort Bautzen.
Liegt wohl daran, das die Lieferwege bei Euch kürzer sind? Bei mir in den Kaufland-Häusern bekomme ich nur den "direkten" aus Bautzen, daher auch mein Posting.
Das ist jetzt übrigens mein 1111 Posting und das zum 2. Mal.
:24::24::24:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 16:48
Eben da kaufe ich meinen auch immer. Die kleinen Becher sind recht praktisch, denn so viel Senf brauche ich nie, das mir bei den anderen normalen größen immer ein Teil eintrocknet.

Kleine Ergänzung, Die Würstl sind fertig. Hier der Beweis, das ich weiß von was ich rede, wenn ich vom Bautzener rede:

sven0403
26.02.2009, 16:52
räusper, räusper OT Gefahr :003::009:

der eigentliche Thread heißt: Der Ost <-> West "Konflikt"

Wollte ja nur mal dran erinnern......

Gruß Sven

Schweizkutscher
26.02.2009, 16:55
räusper, räusper OT Gefahr :003::009:

der eigentliche Thread heißt: Der Ost <-> West "Konflikt"

Wollte ja nur mal dran erinnern......

Gruß Sven
Das ist absolut keine OT-Gefahr, hier darf jeder seinen Senf dazugeben. Zu Halberstädter Würstchen, gibt es Kühne-Senf, zu bayrischem Leberkäse gibt es Bautzner Senf.

Sorry, jetzt hab ich doch meinen Senf wieder dazu gegeben.
:24::24::24:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 16:57
Wieso, hat doch mit Ost und West zu tun, der Senf aus dem osten, die Würstel aus dem Westen, und das alles auf einem teller mit Schweizer Kreuz drauf, wenn das dann kein Konflikt ist, dann weiß ich es nicht :24:

Bat
26.02.2009, 17:03
Also ist es im Endeffekt doch so, dass sich hier die treffen, die miteinander leben können wollen und an dem Thema nicht verzweifeln sondern wachsen ... !

Wo sind denn jetzt die Hardcore-Ossis/Wessis, die hier endlich mal die Möglichkeit hätten, mit all Ihren Vorurteilen aufeinander einzudreschen???:007:

Ist der Konflikt wirklich nur mit Regionalitäten begründbar und damit nicht wirklich ein echter Ost-West-Wende-Konflikt?:13:

Trennhuepfer
26.02.2009, 17:03
im Übrigen heißt Mantaplatte auch C-Wuast mit Pommes Schranke !

homeofthechosen
26.02.2009, 17:07
Also ich finde Ossis und Wessis doof. Deutsche find ich cool. :)

platte
26.02.2009, 17:08
Der "Ost West Konflikt" ist manchmal auch herrlich absurd: Vor etwa 6 Jahren hat ein Freund von mir (Wessi) eine junge Dame aus der Niederlausitz kennengelernt, gefreit und ist wahrhaftig mit ihr in die Niederlausitz gezogen, lebt dort heute noch und hat mit ihr zwei Kinder. Als er etwa 1 Jahr dort lebte, trafen wir uns bei einem Ski-Urlaub im Zillertal, den unser Verein (http://www.bs-oberrosphe.de/Bilder.html) (wenn ihr auf den Link klickt, beachtet bitte unser Vereinszeichen oben links :004:) organisierte, fingen einige Mitgereisten an, ihn mit seinem Umzug nach "drüben" aufzuziehen. Da habe ich ihm gesagt, daß ich zu ihm halte, denn wir Ossis halten schließlich zusammen. :004:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 17:10
im Übrigen heißt Mantaplatte auch C-Wuast mit Pommes Schranke !

In Köln sagt man auch gerne Asi oder Bergheimer Teller

Bat
26.02.2009, 17:10
Danke Freund!:045:

Ich kann doch aber meine Herkunft nicht verleugnen ... !:033:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 17:14
Vor allem ist diese Ewige Ost west Diskussion für mich für den Ar... , Ich arbeite hier in Südbaden mit rund 70 % Ostdeutschen Kollegen zusammen, nur ein Einziger ist ein Einheimischer, und ich mache es gerne, und ich möchte keinen der Kontakte mit den Kollegen missen.

Trennhuepfer
26.02.2009, 17:21
Also ich arbeite besonders an Tagen wo es mir nicht gut geht gerne mit den Leuten aus dem Osten zusammen, wenn dann kommt "wia haddn doch nüscht" geht es mir direkt besser... :004:

sven0403
26.02.2009, 17:25
Ich pflege keine Vorurteile, (nicht nur) ich beobachte sie eben oft. Ich zieh mir das nicht aus den Fingern sondern ich nehme die Dinge mit meinen Sinnen wahr.
Aber so ist das mit den verschiedenen Kulturen. Passt halt irgendwo nicht immer. Zum Problem wirds dann wenn die eine Kultur in der eigenen Region von einer anderen Kultur stellenweise übervölkert wird.
Wie hier schon geschrieben, würds die gleichen Probleme mit anderen Details wahrscheinlich auch geben wenn der Westen in den Osten übersiedelt.

Ich habe übrigens auch wenige Ostkollegen die eben nicht so sind wie viele ihrer Kollegen. Mit denen sich ein freundschaftliches verhältnis entwickelt hat. Ja, ich kenne sogar einen Berliner der sich genauso über das Verhalten vieler Ostler aufregt wie die Westler selber.
Es ist nicht so dass ich alle über einen Kamm schere und "der Osten für mich abgestempelt ist".

Doch noch Hoffnung, Prima !
Das "Problem" auf die Art zu nehmen gefällt mir schon viel besser.

Gruß Sven


Das ist absolut keine OT-Gefahr, hier darf jeder seinen Senf dazugeben. Zu Halberstädter Würstchen, gibt es Kühne-Senf, zu bayrischem Leberkäse gibt es Bautzner Senf.

Sorry, jetzt hab ich doch meinen Senf wieder dazu gegeben.
:24::24::24:

Und wo bleibt da der Konflikt ? Arme Würstchen können sich ja nicht wehren.

Gruß Sven

Schwarzwaldbahnchef
26.02.2009, 17:26
@Trenni:

Aha, dann fühlst Du Dich als gleich unter Gleichen!:004::004:

sbb.lokmaster
26.02.2009, 17:34
Na ja, der Schweizer Teller mit Deutschen Produkten drauf, aber das ist dann ja wieder ein Nord-Süd Konflikt. :24:

Schweizkutscher
26.02.2009, 17:38
Vor allem ist diese Ewige Ost west Diskussion für mich für den Ar... , Ich arbeite hier in Südbaden mit rund 70 % Ostdeutschen Kollegen zusammen, nur ein Einziger ist ein Einheimischer, und ich mache es gerne, und ich möchte keinen der Kontakte mit den Kollegen missen.
Also machen der Einheimische und Du die restlichen 30% der Belegschaft aus? :039:
Ich weiß ja das Du nicht das bist, was man im allgemeinen unter schlank versteht. :6:
Aber das das gleich 15% der Belegschaft ausmacht? :13:
Jetzt weiß ich auch warum oftmals von Wessis gesprochen wird, die sich breit machen.
:24::24::24:


---====--- Beitrag hinzugefügt um 16:38 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 16:36 ---====---


Und wo bleibt da der Konflikt ? Arme Würstchen können sich ja nicht wehren.

Gruß Sven
Das ist schon ein geschmacklicher Konflikt.
:24::24::24:

nimmi
26.02.2009, 17:40
Wobei Bautzener zu Develey gehört und das ist eine Bayerische Firma.

Seitdem haben sie auch den Deppen-Apostroph (http://de.wikipedia.org/wiki/Apostrophitis) auf ihrem Logo.

Wenigstens wurde die Verpackung nur geringfügig geändert. Und-> es ist ein Plastebecher, kein Kunststoffbehältnis.:021::021:


Gruß M.

sbb.lokmaster
26.02.2009, 17:41
Wie rechnest Du? Wir sind insgeammt 40 Leute hier. Macht also 2,5 % pro Nase, sprich es sind 12 Nicht Ostdeutsche hier.

sven0403
26.02.2009, 17:43
Vor allem ist diese Ewige Ost west Diskussion für mich für den Ar... ,

Klar ist das eigentlich zum brechen, doch Rede bedarf scheint es auf beiden Seiten genügend zu geben und wie soll man daran was ändern wenn keiner weiß, was den anderen, warum, stört ?
Das Schlimme ist ja, das sich beide Seiten beharrlich weigern, auch nur einen Millimeter auf den anderen zu zugehen und nur aus diesem Grund dieser "Konflikt" überhaupt noch nach 20 Jahren existent ist.

Gruß Sven

Schweizkutscher
26.02.2009, 17:50
Wie rechnest Du? Wir sind insgeammt 40 Leute hier. Macht also 2,5 % pro Nase, sprich es sind 12 Nicht Ostdeutsche hier.
Moment, das stand nicht in Deinem Posting, da stand:
Zitat
Ich arbeite hier in Südbaden mit rund 70 % Ostdeutschen Kollegen zusammen, nur ein Einziger ist ein Einheimischer, und ich mache es gerne, und ich möchte keinen der Kontakte mit den Kollegen missen.
Zitat Ende

Ergibt folgende Rechnung:

70% Ossis
15% Einheimisch (nur einer)
15% Lokmaster (und ich)
-----------------------------
100% Mitarbeiter

:24::24::24:

Also Lokmaster, bin ich jetzt der doofe Ossi, oder Du der doofe Wessi?
:24::24::24:

Natürlich ist das nicht persönlich gemeint, den nichts liegt mir ferner als einen sehr guten Freund , einen doofen Wessi zu nennen.

sbb.lokmaster
26.02.2009, 18:16
Na Du kannst rechnen, Wo hast Du das gelernt? Du kannst Doch nicht 2 bezeichnete Personen direkt 1:1 in die restlichen 30 % umrechnen, wenn Du nicht weißt wieviel Leute sind 100% Einfacher Dreisatz, nur das eben 2 unbekannte da waren. Und mit diesen 2 unbekannten geht keine einzige Rechnung auf.

Da Du jetzt aber weißt, 40 = 100 %; 30 % machen dann 12 und 28 Leute aus dem Osten sind dann 70 % so geht die Rechnung auf.

Oder bist Du schon Pisa geschädigt? :D

Und was sagt nun der "doofe 0ssi" zum "doofen Wessi"? :D
Vor allem Dingen die Worte "und Ich" bezogen sich auf den Rest des Satzes dahinter, nicht auf die Rechnung. Wer Lesen kann...... :D

Schweizkutscher
26.02.2009, 18:37
Na Du kannst rechnen, Wo hast Du das gelernt?

In der 10 Klassigen Polytechnischen Oberschule. :004:



Du kannst Doch nicht 2 bezeichnete Personen direkt 1:1 in die restlichen 30 % umrechnen, wenn Du nicht weißt wieviel Leute sind 100% Einfacher Dreisatz, nur das eben 2 unbekannte da waren. Und mit diesen 2 unbekannten geht keine einzige Rechnung auf.

Waren ja keine 2 Unbekannte, nur einer, Dich kenn ich doch.:24:



Da Du jetzt aber weißt, 40 = 100 %; 30 % machen dann 12 und 28 Leute aus dem Osten sind dann 70 % so geht die Rechnung auf.

Jetzt sieht die Rechnung ganz anders aus.



Oder bist Du schon Pisa geschädigt? :D

Zu meiner Schulzeit gab es Pisa nur als Stadt in Italien.:021:



Und was sagt nun der "doofe 0ssi" zum "doofen Wessi"? :D
Vor allem Dingen die Worte "und Ich" bezogen sich auf den Rest des Satzes dahinter, nicht auf die Rechnung. Wer Lesen kann...... :D

Ich war in Mathe nicht die grosse Leuchte, deswegen hat auch keiner damit gerechnet, daß ich Lokführer werde.:24:

So das war jetzt OT, kommen wir zurück zum Thema, sonst ningelt der zuständige Mod rum und wird vielleicht noch böse.:025:

sven0403
26.02.2009, 18:58
So das war jetzt OT, kommen wir zurück zum Thema, sonst ningelt der zuständige Mod rum und wird vielleicht noch böse.:025:

Da kannst du aber sicher sein :16::24:
Der ist ein ganz scharfer, den kenne ich !:004:

Gruß Sven

rainer
26.02.2009, 19:13
Da kannst du aber sicher sein :16::24:
Der ist ein ganz scharfer, den kenne ich !:004:

Gruß Sven

...is wohl ein Nordi ?..

sbb.lokmaster
26.02.2009, 19:23
Ne Ne, der Scharfe (Senf) kommt aus Dusseldoof.

emil51
26.02.2009, 20:18
@

:003:
Das Schlimme ist ja, das sich beide Seiten beharrlich weigern, auch nur einen Millimeter auf den anderen zu zugehen
ja klar und dann vielleicht auch noch die Hand geben. Wer weiß was
die Hinterwäldler da für Krankheiten mit ausm Busch bringen....:003::35:
Ich hätte da noch ein fast Ost-West-Problem.
Die Ruhrpottdödel und wer weiß noch alles, können keine Uhr.
Wenn ich "Dreiviertelzwölf" sage kommen die immer zu spät, warum wohl nur.:24:

mfg.$

sbb.lokmaster
26.02.2009, 20:25
Dreiviertelzwölf geht ja noch, aber frage mich mal, bis ich begriffen haben was viertel elf ist. Irgendwann hat es dann mal Klick gemacht, und jetzt ist das kein Problem mehr. Ansonsten gilt immer die Standartzeit: 25 nach Nesquick--->Zeit zum Umrühren :24:

emil51
26.02.2009, 20:36
@

ich hab schon meine Tochter und Enkeltochter extra nach
Duisburg geschickt als Missionare.
Und was kommt dabei raus,...?
Mit Kultur woll´n se uns "Ossis" jetzt ködern.
siehe hier.... (http://www.youtube.com/watch?v=3tMwRiqKGpM)
:24::24::24:


mfg.$

Alpinista
26.02.2009, 23:53
@
ich hab schon meine Tochter und Enkeltochter extra nach
Duisburg geschickt als Missionare.
Und was kommt dabei raus,...?
Mit Kultur woll´n se uns "Ossis" jetzt ködern.
siehe hier.... (http://www.youtube.com/watch?v=3tMwRiqKGpM)
:24::24::24:
mfg.$

Mensch Duisburg is jut war da erst vorriges Jahr. Wenn da noch ein Bier nach 23:00 Uhr am Samstag trinken willst, kannste nur die Minibar im Hotel leeren.:20:
O-Ton der Serviertochter, auf die Frage wo noch was los is: "Nüscht, für sowat fährt man nach Köln". Dat war Duisburg.:24:

Gruss Alp

sebastian57
27.02.2009, 00:07
Weißt du was das Problem ist? Deinem Profil entnehme ich "Lokführer LL". Ich behaupte jetz einfach mal dass es in deiner Dienststelle zu 100% Einheimische sind. Du wirst Bayern nur beim Ablösen/in der Kantine treffen.
Weißt du wies bei uns ist? In den bayrischen Dienststellen arbeiten zu 80% Ostler, in einigen sogar noch mehr. Münchner Stellwerke oder Stellwerke auf urbayrischen Nebenbahnen sind zum Teil zu 100% in Osthand. Bei uns in Österreich arbeiten ganze 4 Einheimische (ich inklusive) mit ca 30 Ostlern zusammen - tagtäglich. Verstehst du den Unterschied? Stell dir mal vor in deiner Dienststelle wären 80% Bayern oder Österreicher und würden dir jeden Tag was von Bergen und Heidi der g***** Alm*** erzählen... Wär kuhl oder?
Wenn du mir jetz noch was von Toleranz erzählen willst... dann gute Nacht!

Bei uns arbeiten auch Südler und Tief-Ostler, nämlich nette Kollegen, die früher mal die rumänische, polnische und sowjetische Staatsbürgerschaft hatten, und die sind wirklich total netter, netter als mancher oberbayerischer Fahrgast, der auch im Jahre zwanzig nach der (von wem ausgegangenen) Vereinigung beider deutscher Nachkriegsstaaten genauso eine Haltung raushängen läßt. Norddeutsche Stimmen finden eine Berliner Schnauze in Bayern recht angenehm, die verstehen sie wenigstens. Übrigens geben sich Schweizer und Österreicher mehr Mühe mit Hochdeutsch gegenüber Dialektunkundigen als Oberbayern, das ist zumindest meine Erfahrung.

Flok
27.02.2009, 00:25
Übrigens geben sich Schweizer und Österreicher mehr Mühe mit Hochdeutsch gegenüber Dialektunkundigen als Oberbayern, das ist zumindest meine Erfahrung.

Vollkommen richtig. Bayern sind da Muffel. Was ich aber nicht schlimm finde, genauso wie ich nicht will dass sich zB ein Hamburger verstellt wenn ich da mal vorbeischau. Genauso wie ich nicht will dass sich ein waschechter Ruhrpottler, Kölner, Berliner oder sonstwer verstellt nur weil ein Bayer bzw halt eben ein Fremder da zu Besuch ist oder da arbeitet. Warum sollen sich diese Leute verstellen? Die wohnen da, leben da und sind da aufgewachsen. Ich komme in "fremdes" Gebiet und pass mich ein wenig an. Ich komm nicht von da. Warum soll ich erwarten dass sich diese Leute an mich anpassen?
Und genau deswegen finde ich es auch erschreckend wenn sich eben der tiroler Transiteur/Fahrdienstleiter mühe gibt hochdeutsch zu reden, und der Kollege ihn mit Icke, 15 "ö"s und 17 z-sch-zsch Verbindungen pro Wort zutextet.

Alpinista
27.02.2009, 00:50
Vollkommen richtig. ......
Flok geb Dir da vollkommen recht. Es ist so, man sollte sich in einem gewissen Mass anpassen und kann trotzdem seine Identität haben.
Und wenn man sich etwas anpasst an Sitten und Gepflogenheiten hat man keine Probleme mit den Nachbarn und darf auch nach 5 Jahren mal ein Icke raushängen lassen und man ist trotzdem Mitglied der Gemeinde.

Und was ich auf alle Fälle gelernt hab gerade in Italien, auch wenn man nur den zartesten Versuch macht auf italienisch zu sprechen. Es wird Dir hoch angerechnet.

Es ist halt so wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus.

Gruss Alp

PS: Ich kenn auch Kollegen aus Ost und West die haben nach 5 Jahren hier noch keinen grossen Kontakt zu den Einheimischen.Warum auch immer?:039:

sebastian57
27.02.2009, 01:48
Zustimmung. nur heißt Anpassung heutzutage Toleranz, und ist eigentlich immer in Einheit mit Integration zu sehen (bitteschön EU-verordnet, etwas hat sie doch an sich, wo mein Beifall sicher ist und der Bayer sich wehrend kehrt).
Leute in OBBy, wenn Ihr nicht so bescheuert kath. und personellirgendwieverflochten..verzeihsozialchrist lichoderdochfreiwählbar sein wollt, wählt..
hat ja kein Zweck , müßt Ihr halt durch, wählt ja doch immer im Gottvertrauen den Gleichen, und der kehrt nie wieder..

Schwarzwaldbahnchef
27.02.2009, 10:30
Manche Volksstämme tun sich aber auch aus einem unzeitgemäßen "Traditionalismusverhalten" heraus selber unnötig schwer!
Hier wäre etwas mehr Toleranz sicher angebracht.

Traindriver
27.02.2009, 10:34
PS: Ich kenn auch Kollegen aus Ost und West die haben nach 5 Jahren hier noch keinen grossen Kontakt zu den Einheimischen.Warum auch immer?:039:

Das gibt es überall und liegt oft in der Natur desjenigen selber.
Einer macht dort nur seinen Job und ist bei Ruhezeiten bei der Familie zu Hause.
Der nächste holt seine Familie nach(oder ist solo), ist aber lieber gern für sich und möchte einfach keinen weiteren Kontakt mit anderen( sei es aus schlechter Erfahrung und Enttäuschung oder anderen Gründen).
Wieder ein anderer braucht sehr viel Zeit um "WARM" zu werden, aber dann ist es ein Super-Kumpel!

Mein Motto: JEDER MENSCH MUß SO GENOMMEN WERDEN WIE ER IST!
Ändern kann man meist daran sowieso nicht, höchstens durch Diskussion und einsehen auf BEIDEN SEITEN!!!!:001:

Flok
27.02.2009, 11:04
Zustimmung. nur heißt Anpassung heutzutage Toleranz, und ist eigentlich immer in Einheit mit Integration zu sehen (bitteschön EU-verordnet, etwas hat sie doch an sich, wo mein Beifall sicher ist und der Bayer sich wehrend kehrt).
Leute in OBBy, wenn Ihr nicht so bescheuert kath. und personellirgendwieverflochten..verzeihsozialchrist lichoderdochfreiwählbar sein wollt, wählt..
hat ja kein Zweck , müßt Ihr halt durch, wählt ja doch immer im Gottvertrauen den Gleichen, und der kehrt nie wieder..


Manche Volksstämme tun sich aber auch aus einem unzeitgemäßen "Traditionalismusverhalten" heraus selber unnötig schwer!
Hier wäre etwas mehr Toleranz sicher angebracht.

Also Leute jetz wirds echt dämlich. Jeder Volksstamm hat seine Traditionen. Osten wie Westen. Warum sollte ein Volksstamm die Traditionen aufgeben nur weil irgendwer dann besser in fremden Gebiet leben kann. Dann können wir gleich eine EU-Sprache (Englisch) einführen und alles was mit Religion und Tradition zu tun hat abschaffen damit sich keiner benachteiligt fühlt oder bevorzug wird - und das ind er ganzen EU, Osten wie Westen! Willkommen in einer uninteressanten Welt die ganz den Trotteln aus Brüssel entspricht!
Wenns einem irgendwo nicht passt, soll er einfach verschwinden. Es wird EU weit niemand gezwungen irgendwo zu bleiben. Jeder kann da hingehen wo es ihm am besten gefällt. Insofern finde ich es fast frech, wenn man sich jetz schon über die Traditionen eines Volksstammes beschwert. Wenn einem sowas nicht passt wäre es das beste wirklich die Koffer zu packen - egal ob Einheimisch oder nicht- und endlich zu verschwinden! Ich lasse mich auch nicht da nieder wo es mir nicht gefällt. Und wenn ich es aus beruflichen Gründen muss, dann muss ich da eben auch durch.

Ich finde es auch sehr unverhältnismäßig immernoch von Toleranz zu sprechen wenn man als Einheimsicher mehr Ostler um sich rum hat als Einheimische oder? Da wäre es an der Zeit wenn die Mehrheit die Minderheit mal toleriert - traurig aber wahr!

emil51
27.02.2009, 12:08
@
jetzt wirds aber wieder politisch....

Da wäre es an der Zeit wenn die Mehrheit die Minderheit mal toleriert - traurig aber wahr!
da stimme ich dir zu.
Aber da hat eure Regierung bis jetzt echt geschlampt,
um den jungen Bajuwaren den Eisenbahnerberuf schmackhaft zu machen
hätten sie sich mehr ins Zeug legen müssen. Nun ists zu spät und ihr
habt die "Fremdarbeiter" am Hals.
Aber wie ich schon mal geschrieben hab, sags denen die dir täglich
mit dem selben "Blablabla" auf den Geist gehen ordentlich aber ganz konkret.
Wenn du es ehrlich meinst werden sie dich verstehen.
Außer es sind ganz "Hartleibige Wendesocken" die dich nur ärgern wollen.
Lad mal den einen oder andren zum sonntäglichen Kirchgang ein
und hinterher zum Bierchen und schon kommt man sich näher,
auch sprachlich.
denk ich mal so:001:

mfg.$

rainer
27.02.2009, 12:17
...diese Diskussion verbraucht wenigstens kein Papier - das ist positiv!...

emil51
27.02.2009, 13:05
@
aber Strom für die Server
und deinen Rechner
und den Router
und....:20::20::20:

Schei...........
nix mit "Grüner Diskussionsplattform"

mfg.$

Flok
27.02.2009, 13:09
@
jetzt wirds aber wieder politisch....

da stimme ich dir zu.
Aber da hat eure Regierung bis jetzt echt geschlampt,
um den jungen Bajuwaren den Eisenbahnerberuf schmackhaft zu machen
hätten sie sich mehr ins Zeug legen müssen. Nun ists zu spät und ihr
habt die "Fremdarbeiter" am Hals.
Aber wie ich schon mal geschrieben hab, sags denen die dir täglich
mit dem selben "Blablabla" auf den Geist gehen ordentlich aber ganz konkret.
Wenn du es ehrlich meinst werden sie dich verstehen.
Außer es sind ganz "Hartleibige Wendesocken" die dich nur ärgern wollen.
Lad mal den einen oder andren zum sonntäglichen Kirchgang ein
und hinterher zum Bierchen und schon kommt man sich näher,
auch sprachlich.
denk ich mal so:001:

mfg.$

Da hat nicht unsere Regierung geschlampt. Was hat unsere Regierung mit dem Auftreten eines Ostlers zu tun? Nix oder?
Und nein, sie verstehen es nicht. Ich hatte schon x Diskussionen. Irgendwo kann man ihnen vielleicht gar nicht bös sein weil sie es gar nicht nachvollziehen können. Ausserdem sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, als bayrischer Jungwichtel einem alten Ostler noch Benehmen und Anpassungsgabe beizubringen. Sollte man eigentlich ab einem gewissen Alter beherrschen egal woher man kommt.


...diese Diskussion verbraucht wenigstens kein Papier - das ist positiv!...

Ich denke du kannst das auch nicht nachvollziehen was ich meine weil du wahrscheinlich in deinem Ort einfach unverändert weiterlebst mal abgesehen vom Bevölkerungsschwund. Aber sonst ändert sich bei dir und in deiner Dienststelle nicht viel. Du hast überwiegend Einheimische um dich rum, das ist eben bei uns im Süden stellenweise total umgedreht. Einheimische bilden die Minderheit, Ostler die große Mehrheit.

emil51
27.02.2009, 13:12
@

das wird alles ein wenig seichte Diskussion....
ich leg da mal ein heißes Brikett ins Feuer.
Ein Aufsatz (http://www.sopos.org/aufsaetze/3e4d4735245d9/1.phtml) über den man diskutieren kann.
Ich denke das wir im Osten den verlorenen Krieg fast allein
an die "Russen" bezahlt haben.
Deshalb hatten wir auch einen schwierigeren Start
als der Westen den die "Amis" unter die Arme gegriffen haben.
Oder sehe ich das falsch?

mfg.$

sven0403
27.02.2009, 13:28
Also Leute jetz wirds echt dämlich.

Immerhin hast du diese lustige Diskussion, um Befindlichkeiten Einheimischer teilweise vom Zaum gebrochen und jetzt beschwerst du dich, das es dir zu dämlich wird :007::007:

Du wirst mich zwar mal wieder nicht verstehen können oder besser wollen aber ich behaupte, das es nur diese kleinen Empfindlichkeiten sind, die uns ewig trennen werden.

Jetzt kommen dir die anderen mit fast den gleichen Plattheiten die du als Hauptargumente ins Feld geführt hast und du reagierst jetzt darauf verschnupft, Logisch oder etwa nicht ??

Ständig wird alles an irgend einem Ossi oder auch Wessi festgemacht.
Es ist nicht ein Ossi oder ein Wessi, der sich nicht zu benehmen weiß.
Es ist doch zu allererst mal der eine bestimmte Mensch, der keine Erziehung hat, wo der herkommt ist doch völlig zweitrangig.

Und immer sind die Neuen, die Zugereisten die Schuldigen, die bornierten Einheimischen, die Angst vor jeder Neuerung haben, sind natürlich wieder einmal völlig schuldfrei.

Dafür gibt es einen Begriff: Spießig !

Und das es so junge Leute wie du, fertig bringen sich auf dieses Niveau herab zulassen, erschreckt mich wirklich.

Eigentlich ging es hier um den Streit Ost und West und nicht um gebrochene Traditionen, dafür gibt es Heimatvereine.

Du hast Angst das sich eure bayrische Identität durch die zugereisten auflöst aber das ist doch völlig normal und auch gesund !

Das hat es in der Geschichte schon immer gegeben und wir wären noch lange nicht an dem Entwicklungsstadium angelangt wenn jeder kleine Volksstamm unter sich geblieben wäre, im gegenteil sie alle wären durch Inzucht zu einem degenerierten Haufen von Idioten geworden.

Frisches Blut, andere Ideen, Weiterentwicklung das ist doch etwas Gutes.
Man muss es nur sehen und annehmen wollen.

In unserem Dünkel etwas besseres zu sein, wollt ihr nicht wie die Ossis werden und wir nicht wie die Wessis. Prima Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander.

Kaum einer von denen ist freiwillig bei euch, sondern weil die wirtschaftliche Lage sie und auch euch dazu zwingt.
Warum kommen denn so viele aus dem Osten zu euch ?
Weil sich die Einheimischen für diese Arbeit zu fein zu sein scheinen, es gibt kaum Westdeutschen Bewerber für diese Arbeit.
Jemand muss sie aber machen und so kommen halt neue ins Land und bringen logischer Weise ihre Identität mit, damit sind sie groß geworden so wie du mit deiner.

Identitäten gibt es nicht beim Identitätenhändler um die Ecke, das sind Lebenserfahrungen, mit welchem Recht willst du diese Erfahrungen den Leuten absprechen ?

Mit dem Recht des Alteingesessenen ?

Spießig !

Du siehst mich regen solche Argumente die keine sind, sondern nur Hausfrauengeschwätz aus purer Langeweile, furchtbar auf.

Wie keifende alte Weiber machen wir, in Ost und in West den Leuten und uns selbst, das Leben unnötig schwer.

Ich erwarte keine wirkliche Zustimmung für meinen Beitrag, nur bitte hört endlich mit diesem Kindergarten auf, dafür sind wir alle zu alt und zu intelligent um solch einen Mist zu glauben.

Gruß Sven

rainer
27.02.2009, 13:28
@

das wird alles ein wenig seichte Diskussion....
ich leg da mal ein heißes Brikett ins Feuer.
Ein Aufsatz (http://www.sopos.org/aufsaetze/3e4d4735245d9/1.phtml) über den man diskutieren kann.
Ich denke das wir im Osten den verlorenen Krieg fast allein
an die "Russen" bezahlt haben.
Deshalb hatten wir auch einen schwierigeren Start
als der Westen den die "Amis" unter die Arme gegriffen haben.
Oder sehe ich das falsch?

mfg.$

...das ist geschichtlich klar, trotzdem wunderte mich immer, dass Millionen sich in Kriege treiben lassen, oder / und sich hinter Mauern sperren lassen...

ersatzsignal
27.02.2009, 15:13
Noch mal ne Anmerkung zur Famillienförderung:

Ein unabdingbarer Vorteil war, dass Kinder schon sehr früh zur Selbstständigkeit erzogen wurden. Ich war schon mit 6 Jahren ein Schlüsselkind und geschadet hat es mir nicht, dass ich alleine nach der Schule nach Hause gehen musste. Auch meine älteren Geschwister übernahmen früh Verantwortung, so ist z.B. der Einkauf i.d.R. von den Kindern gemacht worden, da Mama ja arbeiten musste. Und das war völlig normal.
Als ich im Kindergarten war, hat mich immer meine Schwester abgeholt. Man übernahm Verantwortung füreinander.


Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Und nicht anders haben (mußten) wir es mit unserem Kind machen. Seit der ersten Klasse Schlüsselkind und super selbständig. Und da brauche ich nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.:018:

Bat
27.02.2009, 15:55
Ich finde es auch sehr unverhältnismäßig immernoch von Toleranz zu sprechen wenn man als Einheimsicher mehr Ostler um sich rum hat als Einheimische oder? Da wäre es an der Zeit wenn die Mehrheit die Minderheit mal toleriert - traurig aber wahr!

Demokratie ist, wenn die Mehrheit entscheidet ... !:004:

Wirrkopf-Fahrdienst
27.02.2009, 16:22
Also Flok,

ich habe mir irgendwann einmal vorgenommen, nicht mehr jeden Unsinn zu kommentieren, den ich in den unterschiedlichstenm Ecken des Internets tagtäglich so zu lesen bekomme. Bei dir indes nehme ich mir mal drei Minuten:

Ich glaube nicht, dass du für rationale Argumente überhaupt zugänglich bist, und ich sage dir auch warum: Deine "Argumentation" ist nicht von Rationalität geprägt sondern von eigenem Empfinden, von einem eigenen Gefühl.

Dieses Gefühl lautet bei dir ganz offensichtlich: Fremdenfeindlichkeit.
Warum nur, frage ich mich, stehst du nicht offen dazu, dass du einfach fremdenfeindlich bist? Warum schreibst du nicht, was doch offensichtlich ist, dass deine Ablehnung sich nicht nur gegen fremde Menschen aus deutschen Regionen richtet sondern wahrschienlich ebenso gegen Türken, Albaner, Iraner, Nigerianer usw.? Es würde die Sache irgendwie vereinfachen, weil dann wahrscheinlich auch dem Letzten hier endlich klar wäre, wessen Geistes Kind du bist.

Diese Form von Fremdenfeindlichkeit, wie du sie zeigst, verbunden mit einem erstarrten Festhalten an urheimatlichen Lokalpatriotismen ist - glaube ich - häufig schlichter Ausdruck von tiefer Unsicherheit, ja existentieller Angst. Vielleicht fürchtest du, das Fremde könnte dir etwas wegnehmen, dir in den Vorgarten pinkeln oder - wie du ja schon trefflich erwähnt hast - in deiner Gegenwart laut furzen. Der entscheidende Part in deiner sog. "Argumentation" aber sind doch nicht die Ostdeutschen in deiner Nähe. Entscheident sind auch nicht die Fremden. Einzig entscheidend ist deine Unsicherheit und die daraus resultierende Fremdenfeindlichkeit.

Will sagen: DU bist das Problem. Und DU hast ein Problem.

Ich für meinen Teil habe gar keine Lust mit dir zu diskutieren. Ich hätte z.B. auch keine Lust, mit jemandem zu diskutieren, der etwas gegen Schwule hat. Erstens ist es nicht mein Niveau, und zweitens ist es, wie oben erwähnt, zwecklos, mit rationalen Argumenten gegen Gefühle anzureden.

Ich bin bei Menschen deiner Colour einfach nur froh, wenn sie möglichst nicht in meiner Nähe sind.

Habe die Ehre,

WK

Bat
27.02.2009, 16:43
@Wirrkopf-Fahrdienst

Da liegst Du falsch, glaube ich!

Schließlich hört es sich ja so an, als wäre seine Antipathie mit den Erfahrungen gewachsen und beziehe sich nicht auf alle Kollegen aus dem "Osten".

Wie kommst Du jetzt auf "urheimatliche Lokalpatriotismen"?

Unterliegst Du da vielleicht einem eigenen Vorurteil?:039:

Wirrkopf-Fahrdienst
27.02.2009, 17:01
Ich pflege keine Vorurteile, (nicht nur) ich beobachte sie eben oft. Ich zieh mir das nicht aus den Fingern sondern ich nehme die Dinge mit meinen Sinnen wahr.
Aber so ist das mit den verschiedenen Kulturen. Passt halt irgendwo nicht immer. Zum Problem wirds dann wenn die eine Kultur in der eigenen Region von einer anderen Kultur stellenweise übervölkert wird.
Wie hier schon geschrieben, würds die gleichen Probleme mit anderen Details wahrscheinlich auch geben wenn der Westen in den Osten übersiedelt.

Ich habe übrigens auch wenige Ostkollegen die eben nicht so sind wie viele ihrer Kollegen. Mit denen sich ein freundschaftliches verhältnis entwickelt hat. Ja, ich kenne sogar einen Berliner der sich genauso über das Verhalten vieler Ostler aufregt wie die Westler selber.
Es ist nicht so dass ich alle über einen Kamm schere und "der Osten für mich abgestempelt ist".


Bat, wenn ich so etwas lese, kommt mir das schon sehr verängstigt und von urheimatlichem Lokalpatriotismus geprägt vor. Über Vokalbeln wie "Übervölkerung" (er hätte auch gleich "Überfremdung" schreiben können) möchte ich mich hier besser nicht auslassen.

Ich bin, was solche Semantiken wie die von Flok angeht, allerdings auch sehr sensibel. Das driftet mir sehr in eine Ecke, die ich so gar nicht mag.

WK

sven0403
27.02.2009, 17:08
Ich bin, was solche Semantiken wie die von Flok angeht, allerdings auch sehr sensibel. Das driftet mir sehr in eine Ecke, die ich so gar nicht mag.

WK

Du kannst gewiss sein, das sich bei derartigen Entgleisungen in dieser Richtung schon der eine oder andere Mod zu Wort melden würde, noch sieht es mir nicht danach aus.

Gruß Sven