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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Luxemburg] Bahnmitarbeiter zu Haftstrafen verurteilt



Ludmilla_Fan
30.01.2009, 02:52
Moin,

gerade in den Weiten des Netz gefunden


Luxemburg Vier Mitarbeiter der luxemburgischen Bahngesellschaft CFL wurden am Donnerstag verurteilt. Sie sind schuld an einem Zugunglück, das sich vor über zwei Jahren im lothringischen Zoufftgen ereignet hat. Sechs Menschen sind dabei getötet worden.


Bitte hier weiterlesen (http://www.volksfreund.de/totallokal/region/Region-Zugunglueck-Zoufftgen-Luxemburg-Urteil-Gericht;art1129,1963640)

Was damals passiert ist, kann hier (http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/saarland/Saarland-Luxemburg-zoufftgen-zugunglueck-oktober-2006;art2814,2555408) nachgelesen werden.

Dom.

Gleis9
30.01.2009, 10:13
Hallo,
mit den eingleisigen Strecken ist das so eine Sache für sich:49:
Wer hat noch nicht beim befahren solcher Abschnitte darüber nachgedacht ob der FDL seine Arbeit richtig gemacht hat? Ganz besonders wenn auf Ersatzmaßnahmen gefahren wird.
MfG
Dirk

Schwarzwaldbahnchef
30.01.2009, 16:05
Nur gut, daß andere nie Fehler machen! (Ironie)

Schätterlefahrer
30.01.2009, 16:13
Also in Deutschland verlasse ich mich als Tf schon auf die Sicherungstechnik, auch auf eingleisigen Strecken. Ich glaube kaum, dass es noch viel Strecken ohne Streckenblock gibt, höchstens vielleicht Nebenbahnen, oder liege ich da falsch?
Im Störungsfall muss man sich natürlich voll und ganz auf die Person Fdl verlassen können, da ist eine vorsichtige Fahrweise auch durchaus angebracht.

CargoTorte
30.01.2009, 20:20
Ich hab auf einer eingleisigen Strecke mal Zs1 erhalten....ehrlich gesagt, ein wenig mulmig war mir da schon. Trotz meines Vertrauens zu unseren Kollegen auf den Stellwerken.

Schwarzwaldbahnchef
30.01.2009, 21:09
Also mal im Ernst jetzt: meint Ihr etwa wirklich, auf den Stellwerken sitzen nur Idis?
Bei allem Wohlwollen, jeden Tag fahren 40 000 Züge durch Deutschland, die Hauptkombattanten sind dann also Tf und Fdl und einer wartet auf die Fehler der andern?

Schlimm genug, was damals in Luxemburg passiert ist. Die Schuldigen wurden ermittelt und bestraft. Ein was -wäre- wenn Gruselthread hilft wohl niemandem.

Fehler können jedem Eisenbahner mal passieren, hier einer ganzen Berufsgruppe
auch nur Ansatzweise mögliche Fehlhandlungen als Selbstverständlichkeit zu unterstellen
halte ich nicht für angemessen.

Webasto
30.01.2009, 21:53
Also mal im Ernst jetzt: meint Ihr etwa wirklich, auf den Stellwerken sitzen nur Idis?


Natürlich nicht. Aber ich habe mitbekommen wie Kollegen (EiB Lokführer/Transport!) mangels Einsatzmöglichkeit unter 21 innerhalb 3-4 Wochen in Regensburg zum Fahrdienstleiter ausgebildet wurden. Anschließend noch ein bischen Stellwerkseinweisung, und schon waren sie auf eingleisigen Strecken mit Formsignaltechnik eingesetzt. Die Kollegen haben selbst gesagt dass ihnen mulmig dabei ist ...

Schwarzwaldbahnchef
31.01.2009, 10:19
Das stimmt und ist auch nicht wirklich befriedigend, die jungen Kollegen so aufs Glatteis zu schicken! Hier sind aber die Vorgesetzten gefordert und auch angehalten den jungen Kolleginnen und Kollegen entsprechend zu helfen!
Das trifft meine Spezies und Ihr dürft mir glauben, daß man diesen Auftrag auch sehr ernst nimmt.

Moselaner
31.01.2009, 16:39
Der Unfall ereignete sich auf einer im normal Fall zweigleisigen Strecke, wegen einer Betra war aber nur ein Streckengleis befahrbar. Da kamen wieder mehrere unglückliche Umstände zusammen. Der betroffene Doppelstocktriebwagen (2207) stand eine Zeit lang im Bw XLL und sah ziemlich übel aus.

steamy
31.01.2009, 23:11
Also in Deutschland verlasse ich mich als Tf schon auf die Sicherungstechnik, auch auf eingleisigen Strecken. Ich glaube kaum, dass es noch viel Strecken ohne Streckenblock gibt, höchstens vielleicht Nebenbahnen, oder liege ich da falsch?
Im Störungsfall muss man sich natürlich voll und ganz auf die Person Fdl verlassen können, da ist eine vorsichtige Fahrweise auch durchaus angebracht.


Dazu eine dumme Frage eines Unwissenden:

Wie sieht denn so eine "vorsichtige Fahrweise" aus?
Ich meine, es geht ja nicht so leicht, wie im Pkw: an die unübersichtliche Stelle im Schrittempo 'ranrollen, dann "Ah ja, alles klar!" wieder aufschalten.

Und den ganzen Streckenabschnitt "auf Sicht" fahren würde bedeuten, man könnte sich die Arbeit, einen Fahrplan zu erstellen, sparen.

Irgendwie kann ich mir darunter nichts Konkretes vorstellen. Es wäre echt nett von Euch, mich nicht dumm sterben zu lassen.

steamy

Schätterlefahrer
01.02.2009, 12:51
@ Steamy
Mit vorsichtig Fahren meine ich zumindest im Bahnhofbereich, da es z.B. vorkommen kann, dass im Störungsfall eine Weiche vergessen wurde zum umstellen, oder ein Ls noch Halt zeigen könnte. Auf der Strecke fahre ich natürlich nicht auf Sicht, sofern ich keinen entsprechenden Befehl habe.

steamy
01.02.2009, 18:29
@Schätterlefahrer

Danke für die Erklärung, das leuchtet ein.

steamy

sbb.lokmaster
02.02.2009, 02:45
Ich frage mich nur, warum bei 2 solchen eigentlich modernen Bahnen ein so antiquiertes Zugmeldewesen herrscht, denn beide Bahnen haben annähernd das selbe Signalsystem, die selbe Zugsicherung, und vor allem es wird die gleiche Sprache gesprochen. Nur weil zwischen Thionville und Bettembourg eine Landesgrenze ist, funktioniert kein normales technisches Zugemeldeverfahren? Das ist ja wohl ärmlich. Und was ist die Folge? 6 Menschen haben wegen solcher unzulänglichkeiten, im Zusammenhang mit Menschlichen Fehlern Ihr Leben lassen müssen, ettliche Andere sind dabei an Ihrer Gesundheit geschädigt worden. Tut mir leid, aber so kann man kein Vertrauen auf die Sicherheit bei der Bahn in der Bevölkerung erreichen. Sicher eine 100% Sicherheit wird und kann es niemals geben, denn selbst wenn alles technisch absicherbar ist, es bleibt immer noch der Mensch als Fehlerquelle, und diese Bedienen nun mal diese Technik.

Schwarzwaldbahnchef
03.02.2009, 19:16
Ich frage mich nur, warum bei 2 solchen eigentlich modernen Bahnen ein so antiquiertes Zugmeldewesen herrscht, denn beide Bahnen haben annähernd das selbe Signalsystem, die selbe Zugsicherung, und vor allem es wird die gleiche Sprache gesprochen. Nur weil zwischen Thionville und Bettembourg eine Landesgrenze ist, funktioniert kein normales technisches Zugemeldeverfahren? Das ist ja wohl ärmlich. Und was ist die Folge? 6 Menschen haben wegen solcher unzulänglichkeiten, im Zusammenhang mit Menschlichen Fehlern Ihr Leben lassen müssen, ettliche Andere sind dabei an Ihrer Gesundheit geschädigt worden. Tut mir leid, aber so kann man kein Vertrauen auf die Sicherheit bei der Bahn in der Bevölkerung erreichen. Sicher eine 100% Sicherheit wird und kann es niemals geben, denn selbst wenn alles technisch absicherbar ist, es bleibt immer noch der Mensch als Fehlerquelle, und diese Bedienen nun mal diese Technik.

Was mich wundert, im Fall Brühl fiel wegen "Organversagens" (Mitschuld des EIU??), die Strafe für die Angeklagten milder aus. Wenn es denn am Zugmeldeverfahren lag, muss man sich diese frage auch hier stellen.

Moselaner
03.02.2009, 20:19
Was mich wundert, im Fall Brühl fiel wegen "Organversagens" (Mitschuld des EIU??), die Strafe für die Angeklagten milder aus. Wenn es denn am Zugmeldeverfahren lag, muss man sich diese frage auch hier stellen.

Wenn man in Luxembourg so mal die Zeitungen verfolgt, wird bei denen vor Gericht konsequenter gehandelt.