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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie man Züge verspätet – oder: Wenn „Plan B“ nicht mehr funktioniert



liebe70
13.07.2008, 02:29
Hallo ins Land,
heute kam ich mit ICE 690 mit drei Stunden Verspätung in Berlin an, und das nur, weil die ZBSL an den „falschen“ (oder richtigen) Tf :003: geriet.

Der ICE 690 wurde wegen Bauarbeiten im Raum Frankfurt über Frankfurt West – Gießen nach Kassel-Wilhelmshöhe umgeleitet. Bei meinem Kontrollgang durch die 1.Klasse kam mir ein Reisender entgegen, der mich auf seiner Meinung nach seltsame Geräusche u.a. im Wagen 11 aufmerksam machte. Ich ging also zum Wagen 11 und horchte auf die Geräusche. Tatsächlich war ein leichtes Rattern zu hören. Also schickte ich eine entsprechend codierte SMS an die ZBSL ab: Laufwerk defekt => Geräusche/unruhiger Lauf mit der erweiterten Erklärung „Wagenende 2, vermutl. leichte Flachstelle“. Die Wagen 9, 12 und 14 prüfte ich auch und setzte sicherheitshalber ebenfalls die vorgenannte SMS ab. Ich war noch gar nicht fertig mit dem Senden, klingelte das Diensthandy und die ZBSL war dran. Ich solle den Tf informieren, wir mögen am nächsten Bahnhof halten und die Wagen untersuchen. Der Hinweis der ZBSL lautete noch: bei Flachstelle größer als 4cm mit 160km/h weiterfahren und bei Flachstelle größer als 6cm den Zug aussetzen.

Da mir nicht ganz klar war, was mit „nächster Bahnhof gemeint war, fragte ich nochmals nach, ob in Kassel-W. oder schon früher zu halten sei. Letzteres. Aha. Also zur Sprechstelle gelatscht und den Tf informiert.

Ich will nicht alles wiedergeben, aber in einer späteren Unterhaltung fanden wir beide es schon seltsam, daß die ZBSL mich anruft und mir aufträgt, dem Tf eine Anweisung zur wagentechnischen Untersuchung des Zuges zu erteilen. Warum ruft sie den Tf nicht selbst an und setzt mich lediglich in Kenntnis? Das wäre einfacher gewesen, ich habe schließlich nur die SMS abgesetzt.

In Kirchhain kamen wir dann im Überholungsgleis zum Halten, der Tf und ich untersuchten im Rahmen unserer Möglichkeiten nun die fraglichen Drehgestelle der Wagen 9-14. Natürlich konnten wir nichts feststellen, woher auch?

Nun kommt Plan B: Der sieht genau diesen Fall vor, verbunden mit der Entscheidung, daß der Tf sagt: „Weiterfahren“. Zu 99% klappt das auch.

Aber hier nicht. :6: Der Tf rief die ZBSL (?, den Hotliner, wen auch immer – ich habe es vergessen, da es für mich nicht vorrangig wichtig war) an und teilt denen mit, daß er das nicht entscheiden könne, weil


er weder die technische Erfahrung (woher auch?)
noch irgendwelche Hilfsmittel dabei hat, um eventuelle Schäden vermessen zu können (hier die womögliche Flachstelle) und schlußendlich
Laufwerksuntersuchungen nur Bordtechniker/Wagenmeister machen dürfen.

Da war plötzlich Polen offen, denn den Fall sah Plan B nicht vor. Also entschied die ZBSL, den Zug solange stehenzulassen, bis ein Bordtechniker die Wagen untersucht und über die mögliche Weiterfahrt entschieden hat. Gegen 14.30 Uhr (der Zug stand schon eine gute Stunde in Kirchhain) tauchte dann der zuständige Notfallmanager auf. In ziemlich scharfen Ton fragte er den Tf u.a., warum er nach der Untersuchung des Zuges nicht weiterfuhr, den Zug nicht am Bahnsteig zum Halten brachte und noch einiges mehr.

Der Tf gab ihm entsprechend Bescheid, nämlich


über die Länge der am Bahnsteig haltenden Züge in Ausnahmefällen,
Sicherung der Reisenden,
dem laut RiL 408 vorgeschriebenen Halteplatz der Züge, wenn es keine H-Tafel gibt,
wer Drehgestelluntersuchungen an Wagen machen darf (Tf gehören nicht dazu) und

wie man bitteschön die Drehgestelle untersuchen soll, wenn der Zug am Bahnsteig steht?

Zu mir war der Notfallmanager sch***freundlich, ich könne nichts dafür, usw. usf. Bla bla bla. Ach... Zu mir sch***freundlich, aber den Tf, der genauso wenig dafür kann, niedermachen wollen? Sehr fragwürdig das Ganze. :002:

Nachdem der Notfallmanager wieder von seiner Palme herunterkam, begann dann endlich die Untersuchung der Drehgestelle, denn mittlerweile war auch der Bordtechniker eingetroffen. Auf der linken Seite gab es keine Auffälligkeiten. Auf der anderen Seite kroch der Bordtechniker am Wagen 9 verdächtig lange am Drehgestell herum. Später stellte sich heraus, daß er dort sogenannte Ausbröcklungen fand (das sind Löcher in der Lauffläche des Rades).

Der Bordtechniker fuhr noch bis Göttingen mit, um die Geräusche im Wageninneren festzustellen, und zwar bei den Geschwindigkeiten 50 km/h, 80 km/h und 120 km/h. Dabei stellte er eine leichte Flachstelle am Wagen 11 fest. Da der Notfallmanager verständlicherweise an den Personalien des Reisenden interessiert war, der die Beobachtungen der ungewöhnlichen Geräusche (siehe oben) machte, tätigte ich eine entsprechende Ansage, daß er (der Reisende) sich bitte am Dienstabteil einfinden möge. Wer kam? Richtig! Niemand! Hätte mich auch gewundert. :003:

Erstaunlicherweise war es im Zug recht ruhig – bis auf die obligatorische „goldene Ausnahme“. In jedem verspäteten Zug gibt es mindestens einen Spinner, der herumblökt von wegen böse Bahn. Aber wir (Zub und Gastropersonal) hatten so ziemlich alles getan, was man tun sollte:


regelmäßige Ansagen

warum der Zug steht,

wie lange es noch dauert,

welche Folgemaßnahmen getroffen wurden
Ansage über die Ausgabe von Freigetränken
Ausgabe der Freigetränke

Ansage über die Verteilung der Gutscheinkarten und Ausgabe derselben.


Als der Zug dann endlich wieder rollte, kam das bei Verspätungen übliche Geschleime.

Mit der Abfahrt des ICE 690 in Kirchhain hatte der Zug mittlerweile eine Verspätung von 140 Minuten. Der Bordtechniker beobachtete bis Göttingen weiter die Geräuschkulisse in den Wagen 9 und 11 und entschied dann, daß der Zug nur noch mit 160 km/h bis Berlin fahren dürfe. Na, gute Nacht aber auch. Damit war eine weitere Verspätung vorhersehbar. :002:

Da unmittelbar hinter uns der ICE 108 fuhr, rief ich die mittlerweile zuständige Transportleitung in Hannover an und schlug vor, daß die Reisenden in Hildesheim aus dem 690 aus- und in den nachfolgenden 108 einsteigen und somit wenigstens ihre paar Anschlüsse in Berlin noch erreichen können. Erstaunlicherweise ging das problemlos. Die Transportleitung informierte auch die Lautsprecherbediener in Braunschweig, so daß die dort wartenden Reisenden gleich in den 108 einsteigen würden. :001:

Als wir dann in Braunschweig ankamen, wollten dennoch etliche Reisende in den ICE einsteigen, was ich durch eine Ansage im Zug über die zu erwartende Ankunft des 690 in Berlin gleich wieder abbog. :003:

In Wolfsburg wurde unser 690 dann auch folgerichtig vom 108 überholt. Wir fuhren dann ganz entspannt mit 25 im Zug verbliebenen Reisenden nach Berlin.

Fazit:


Wenn ein Reisender das Zub auf irgendeine Unregelmäßigkeit im Zug anspricht, gehe dem nach und setze auch eine Meldung an die zuständige Stelle ab.
Schreib Dir sicherheitshalber die Personalien des Reisenden auf, es könnte auch sein, daß er Dich veralbern will. Um an die Personalien zu kommen, nimm ggf. Polizei mit (sofern vorhanden) und/oder laß Dir eine schöne Geschichte einfallen, damit der Reisende sie Dir freiwillig gibt.
Den Schicht-Gruppenleiter rufe lieber nicht an (ich bekam von dem nur eine blöde Abfuhr, weil angeblich nicht zuständig), sondern telefoniere gleich mit Deinem Gruppenleiter (das hat der Tf und auch ich gemacht), damit er informiert ist.
Laß Dir die Personalien und Telefonnummer der Beteiligten geben (haben der Tf und ich auch gemacht, er kam aus Kassel und ich eben aus Berlin).:001:
Informiere Gott und die Welt, sonst sind sie eingeschnappt. :003: Außerdem kann sich so der eine oder andere später schwerer herausreden, weil angeblich nicht informiert.
Mache ausreichend Ansagen und gib Freigetränke aus. Je weniger Reisende herumblöken und Dir und Deinen Kollegen auf den Wecker fallen, desto besser.
Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Du tun sollst (hier weiterfahren oder nicht), entweder laß die Karre stehen oder such Dir jemanden, der die Verantwortung für’s Weiterfahren übernimmt. Falls es schiefgeht, bist Du fein raus.
Laß Dich nicht einschüchtern! Nur weil es keinen Plan C gibt, wenn Plan B nicht funktioniert – Du bist nicht schuld.

Du mußt Dich nicht an Plan B halten! Das ist nur gut für die übrigen Beteiligten. Wenn etwas schiefgeht, dann hast nur Du die A***karte. Und das kann es wohl nicht sein.


Hab ich was vergessen? - Nein.

Es war eine tolle Zusammenarbeit mit den Tf (es wurde unterwegs noch zweimal gewechselt, einmal in Schlierbach und einmal in Wolfsburg) und dem Bordtechniker. Die Kollegen der Transportleitungen in Frankfurt und Hannover waren auch sehr fürsorglich, die notwendigen Informationen kamen problemlos und auch die daraus resultierenden Maßnahmen funktionierten reibungslos. Das Gastroteam und die Zub-Kollegen zwischen Frankfurt West und Berlin wußten ohne große Worte, was zu tun war. Trotz der hohen Verspätung hat die Arbeit Spaß gemacht. Und das will was heißen... :001:

Gruß, Ralf
(der das trotzdem nicht wieder haben will)

VT605
13.07.2008, 02:49
Den "Spaß" werden wir in nächster Zeit wohl noch öfter haben bis sich die Lage wieder etwas beruhigt. Meistens wird man draußen eh nichts feststellen können. Um eine Flachstelle erkennen und vermessen zu können, muß der Zug schon sehr günstig stehen.

homeofthechosen
13.07.2008, 03:53
Hallo Ralf,

na da hast du ja wirklich mal eine stressige Tour gehabt. Aber ein sehr interessanter Bericht und meiner Meinung nach hat das Lok- und Zugpersonal hier einen tollen Job gemacht.

Ahnungsloser
13.07.2008, 04:23
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert

homeofthechosen
13.07.2008, 04:47
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter

DSO-Charakter legst du hier leider gerade an den Tag.

Zudem finde ich den Beitrag von liebe70 sehr interessant und fachlich versiert.

Sowas mit DSO zu vergleichen, ist ein wenig krass. Bleib mal ganz locker.

und völlig schreibt man mit "V" :D

Hanseexpress
13.07.2008, 04:50
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert

Ich stimme dir zu, Dein Beitrag hat wirklich DSO Charakter!
Ich bin der festen Überzeugung das Ralf keine Probleme bekommen wird da dieser Text die hervorragende Zusammenarbeit der unterschiedlichesten Mitarbeitergruppen schildert! Die Bahn und die Kollegen vor Ort reagiert wie sie reagieren sollen: Sicherheit vor Pünktlichkeit. Für Führungskräfte ist dieser Text Anlass genug zu schmunzeln und zu sehen das es doch noch motivierte Mitarbeiter im Konzern gibt.
Wie soll der Admin denn deiner Meinung nach reagieren? Auf deinen sinnlosen Kommentar in einem Erlebnisbericht kann selbst ich als Nicht-Admin nur mit kopfschütteln reagieren.


:noahnung:

Traurig das es hier User gibt die auf DSO Niveau posten.

Mit freundlichem Gruß

Hanseexpress

BW Frankfurt 1
13.07.2008, 04:59
Ja die Leute sind Über sensibilisiert momentan, was ich teilweise aber auch Ok finde. Ich bekam heute mit meinem RE ne Überholung. Der 401er kam vorbei gesaust und genau an der stelle wo ich mit meinem Stwg stand, ist im Durchgehenden Hauptgleis seit 5 Jahren eine Rumpel Pummpel und ein Bisschen Gewackel stelle. Wagen 1, 2 ,3 ,4 ,5 zischten an mir Vorbei als dann Plötzlich Pssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssttttttt ttttttttttttttttttttt über den Bahnsteig schallte. Richtig Alarm Achsbruch Notbremse :107:

Hat nur geschlagene 15 Minuten gedauert bis es weiter ging. Zum einen muss ich sagen Respekt das sich Fahrgast traut die Notbremse zu ziehen, zum anderen muss ich sagen ich kenne die Stelle selber aus dem 401er und muss sagen vollkommen überreagiert. Da bewegt sich nicht mal ne Cola Dose auf dem Tisch. Aber derzeit ist es nachvollziehbar das sich die Leute wegen jeder Kleinigkeit Gedanken machen.

Ahnungsloser
13.07.2008, 05:02
sag ich doch, DSO live
bei ICE Fanpage ging es genauso ab, mit der Folge, das das Forum geschlossen wurde

homeofthechosen
13.07.2008, 05:03
Ja die Leute sind Über sensibilisiert momentan, was ich teilweise aber auch Ok finde.

Ja ich denke, das ist auch völlig normal. Und wir Eisenbahner sehen das ja doch aus einer ganz anderen Perspektive oder ? Du kennst das Ruckeln und denkst dir nichts dabei, so wie alle Betriebseisenbahner, die ja fast jedes Rumpeln, Knacken und Vibrieren zuordnen können.

Der Fahrgast kriegt es gerade nach solchen Ereignissen ein wenig mit der Angst zu tun, denn er kennt sich mit der Materie nicht aus. Also durch den Köln-Hype angefacht, zieht er die Notbremse.

Aber meine Meinung dazu ist: Lieber einmal zuviel als einmal zuwenig oder ???

P.S.: Aber geschmunzelt hätte ich an deiner Stelle auch :D

drehlecom
13.07.2008, 05:05
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert

Der Beitrag von liebe70 war sehr informativ, er gibt sich mit seinen Beiträgen viel Mühe.
Dein Geschrieb... ääh Kritik aber sieht nach 30 Sekunden Hingeschmiere aus.


-mal sehen wie der Admin reagiert

Sicher nicht mit einer Konsequenz, die sich an liebe70 richtet.


:noahnung:
Geschmacklos und unpassend.

Hanseexpress
13.07.2008, 05:11
sag ich doch, DSO live
bei ICE Fanpage ging es genauso ab, mit der Folge, das das Forum geschlossen wurde

Wenn da solche Mießmacher wie Du einer bist angemeldet sind wundert mich das garnicht. Es steht jedem frei hier im Forum zu sein, sollte es dir hier nicht gefallen suche dir doch ein anderes Forum da dies hier nicht der Notnagel für ehemalige Fanpageuser ist sondern ein Forum das auf ein freundliches Miteinander setzt!
Ich möchte dich bitten solche oder ähnliche Beiträge sein zu lassen da deine Beiträge nichts zum Thema beitragen und weit unter dem BF Niveau liegen. Der Einzige mit DSO Charakter den ich hier finde heißt: Ahnungsloser.

Tuhe dir und uns den Gefallen und schreibe nicht irgendwelche verbale Diarrhoe in Beiträge die dich augenscheinlich nicht interessieren. Wahre bitte ein wenig Contenance wenn du dich hier schon "zwangsweise" aufhältst.

Herzliche Grüße

Hanseexpress

LZB
13.07.2008, 06:18
Der Bericht hat mich dann mal neugierig gemacht.
Dieses Geräusch: Je höher die Geschwindigkeit, desdo kürzer das Plopp kenne ich auch. Und ich hab bei einer Nachtfahrt sogar schon mal den Wagen gewechselt, weil mir das Holpern die Ruhe raubte.
Allerdings war ich bisher der Meinung, das man dem Achslager mal eine Dröhnung Staucherfett gönnen sollte.
Nun lese ich was von 40---60 mm Flachstellen.
Hab das mal auf ein Blatt Papier gemalt und zunächst einmal gestaunt.
Dann hab ich mir die Radsatzdaten besorgt.
Na ja, bei einem mittleren Radumpfang von 2750 mm beträgt die Flachstelle etwa 2% der Radlauflänge.
Werde mal versuchen, ob ich noch über die Kreissegmentformel ausrechnen kann, wieviel mm des Raddurchmessers in so einem Fall abgerieben sind.
Und damit zu meiner Grundsatzfrage.
Wie kann eine solche Flachstelle entstehen?
Grundsätzlich läuft ja ein Rad rund und die Abnutzung (von 920 mm auf 830 mm Raddurchmesser geschieht kontinuierlich.
Möglichkeit 1 wäre also ein Bremsblockieren bei der Anfahrt des Zuges. Ist aber schwer vorstellbar, da das Lösen der Bremse sicher elektronisch überwacht wird.
Möglichkeit 2 wäre beim Anhalten, wenn durch zu hohe Bremskraft das Rad blockiert, bevor der Zug zum Stillstand kommt.

1. Frage : Welche Möglichkeit einer Abflachung besteht noch.

Alle Daten sind öffentlich lesbar und dürfen daher wohl öffentlich diskutiert werden.

2. Frage : Erhöhte Bremskräfte können am ehesten bei Zwangsbremsungen, also durch mich (LZB) , ziehen der Notbremse, oder Eingriff durch den Tf erfolgen. Solche Fälle werden sicherlich protokolliert. Führt das zu Verkürzung des Wartungsinterwalls, oder gar zu einer Sonderuntesuchung.

Hier dürfte eine Antwort per PN sicher angebrachter sein.

Danke

Walter
13.07.2008, 07:47
Wenn da solche Mießmacher wie Du einer bist angemeldet sind wundert mich das garnicht. Es steht jedem frei hier im Forum zu sein, sollte es dir hier nicht gefallen suche dir doch ein anderes Forum da dies hier nicht der Notnagel für ehemalige Fanpageuser ist sondern ein Forum das auf ein freundliches Miteinander setzt!
Ich möchte dich bitten solche oder ähnliche Beiträge sein zu lassen da deine Beiträge nichts zum Thema beitragen und weit unter dem BF Niveau liegen. Der Einzige mit DSO Charakter den ich hier finde heißt: Ahnungsloser.

Tuhe dir und uns den Gefallen und schreibe nicht irgendwelche verbale Diarrhoe in Beiträge die dich augenscheinlich nicht interessieren. Wahre bitte ein wenig Contenance wenn du dich hier schon "zwangsweise" aufhältst.

Herzliche Grüße

Hanseexpress

Als Miesmacher sehe ich "Ahnungslos" nicht. Was hat er Schlimmes gesagt? Er hat lediglich darauf hingewiesen, daß die handelnden Personen auf dem Zug leicht zu ermitteln sind, was ich bestätigen kann, da mich noch Tage später nach einer Meldung ähnlich der von Ralf, die Werkstatt angerufen hat - ebenso den Lokführer, auf den ich natürlich besonders verwiesen habe, weil er - was jedem vom Zugpersonal hier bekannt ist - der technische Verantwortliche im Zug bleibt, solange keine versiertere Fachkraft vor Ort ist. Der individuelle Austausch der Daten ist aber deshalb wichtig, weil man das Zugpersonal spalten will bzw. nach Schuldigen sucht. Alles andere ist Sache von "Ahnungslos" und entspricht eben seiner Erfahrung - eine Erfahrung, die hier nun tatsächlich schon häufiger durch die Admins angemahnt wurde. Wer ist denn gezwungen, der Auffassung von "Ahnungslos" zu folgen? Und den Bericht von Ralf hat er weder angezweifelt noch im Detail kritisiert, sondern sich einfach eines Kommentars, der noch detaillierter als der von Ralf gewesen wäre (davon bin ich überzeugt) aus dem von ihm genannten Grund enthalten.

Maschinist
13.07.2008, 08:19
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert


Ich bin zwar keiner der Admins, trotzdem möchte ich mal meine Meinung kund tun.

1.) "liebe70"´s Beitrag = DSO-Niveau? Ganz sicher nicht, da fachlich sehr versiert und inhaltlich vollkommen vorschriftenkonfirm.
2.) föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten? Stimmt, den hier evtl. mitlesenden bestimmten Personen/Institutionen sind die Personalien der btr. Zub/Tf garantiert schon bekannt. Negatives kann ihnen auf Grund ihrer vollkommen richtigen Handlungsweise nicht angelastet werden.
3.)"zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter". Wäre in diesem Fall (meiner Meinung nach) besser gewesen, da Dein Beitrag genau diesem Charakter entspricht.

Wie steht in unserem Slogan? "Von Bahnern für Bahner" .
Genau diesem Grundsatz wollen wir treu bleiben.
Zumindest zu 51% erheben wir als Forum den Anspruch ein Fachforum zu sein.
Berichtigt mich bitte wenn ich mit meiner Meinung falsch liege.

Falls nun noch der Einwand kommen sollte, daß in diesem Fall Interna an die Öffentlichkeit getragen worden währen kann ich nur sagen:
Falls in dem betroffenen Zug ein "*M" einer großen Zeitung gesessen haben sollte/oder hat, so steht die Sache eh in der nächsten Ausgabe der "B**d".




Gruß vom Maschinist

liebe70
13.07.2008, 08:41
Da ich selbst der Zugcheffe war, dürfte das völlig unerheblich sein. Und wenn Du meinen Namen und den Nicknamen bei G**gle eingibst, bekmmst Du locker meinen Realnamen heraus.
Mitr ging es bei Bericht darum, zu zeigen, daß man sich nicht verarschen lassen muß. Wenn Du auf die Erfahrungen Deiner Kollegen verzichten kannst, bitte. Andere sind dankbar dafür.

Gruß, Ralf

Walter
13.07.2008, 08:42
Ich bin zwar keiner der Admins, trotzdem möchte ich mal meine Meinung kund tun.

1.) "liebe70"´s Beitrag = DSO-Niveau? Ganz sicher nicht, da fachlich sehr versiert und inhaltlich vollkommen vorschriftenkonfirm.
2.) föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten? Stimmt, den hier evtl. mitlesenden bestimmten Personen/Institutionen sind die Personalien der btr. Zub/Tf garantiert schon bekannt. Negatives kann ihnen auf Grund ihrer vollkommen richtigen Handlungsweise nicht angelastet werden.
3.)"zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter". Wäre in diesem Fall (meiner Meinung nach) besser gewesen, da Dein Beitrag genau diesem Charakter entspricht.

Wie steht in unserem Slogan? "Von Bahnern für Bahner" .
Genau diesem Grundsatz wollen wir treu bleiben.
Zumindest zu 51% erheben wir als Forum den Anspruch ein Fachforum zu sein.
Berichtigt mich bitte wenn ich mit meiner Meinung falsch liege.

Falls nun noch der Einwand kommen sollte, daß in diesem Fall Interna an die Öffentlichkeit getragen worden währen kann ich nur sagen:
Falls in dem betroffenen Zug ein "*M" einer großen Zeitung gesessen haben sollte/oder hat, so steht die Sache eh in der nächsten Ausgabe der "B**d".




Gruß vom Maschinist

Warum denn nicht locker bleiben? Der Beitrag von Ralf ist korrekt, aber die Wahrheit der Aussage hat den Konzern gerade die Richtlinie für das Verhalten der Mitarbeiter erfinden lassen (es gibt sie in allen Konzernen).

liebe70
13.07.2008, 08:58
Er hat lediglich darauf hingewiesen, daß die handelnden Personen auf dem Zug leicht zu ermitteln sind,...

Das ist keine Kunst. Die Aktion wird wohl so große Wellen geschlagen haben, daß sie im Tagesbericht erwähnt werden dürfte. Und viellleicht besinnt man sich mal darauf, uns Zub und Tf in dieser Richtung mal besser zu schulen. Die letzten drei Dienstunterrichte bei Wagentechik drehten sich um


Schäden anTüren
Klimaanlagen
Feuer im Zug.

Wie man mögliche erkennt Flachstellen usw. aufgrund der Geräusche erkennt, wurde lange nicht geschult.

Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.

Gruß, Ralf

PS: Nach der Häufigkeit der Telefonate und der Anrufer, weiß sowieso die halbe DB unsere Namen. abgesehen davon stehen unsere Namen in den Dienstplanungsprogrammen, auf die nicht nur die TP'en Zugriff haben....


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*** Doppelter Beitrag automatisch zusammengeführt ***
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sag ich doch, DSO live
bei ICE Fanpage ging es genauso ab, mit der Folge, das das Forum geschlossen wurde

Bist ein ganz Schlauer, was? Das Schließen des Forums von der ICE-Fanpage hatte andere Gründe. Mittlerweile ist die ganze Seite platt...

Im Usenet würden Deine Beiträge ignoriert werden, das wird hier wohl früher oder später auch passieren.

Gruß, Ralf

sven0403
13.07.2008, 09:13
Nun macht euch doch mal nicht gegenseitig fertig.

Ralf hat lediglich beschrieben wie ein Arbeitstag von Zub und Tf aussehen kann, das es an eine bestimmte Zugnummer geknüpft wurde, halte ich nicht für besonders wichtig, hätte ja auch der 4711 sein können.:003:

Erinnert euch doch mal, wie es euch als jungen MA so ging, bei der artigen Vorkommnissen.
Wir mussten plötzlich Entscheidungen treffen, auf die wir nicht vorbereitet waren. Der Tf ist der technisch verantwortliche MA am Zug !
Dieser Erfahrungsbericht ist eine gute Hilfe für die jüngeren unter uns, sich nicht von außen unter Druck setzen zu lassen.
Hier kommt es auf den einzelnen an, Hilfe hast du von den übergeordneten Stellen nämlich nicht zu erwarten, die verstecken sich lieber hinter dem Telefon und sagen, du bist vor Ort, DU entscheidest.
Und wenn ich mich mit etwas nicht so gut auskenne(Wagentechnik,Laufwerk) dann entscheide ich zur sicheren Seite und bleibe eben stehen oder lasse den betreffenden (wo es eben noch geht) Wagen aussetzen.
Der Blödmann bin ich ohnehin, egal wie ich mich entscheide (siehe Notfallmanager), doch ich bin dann fein raus, wer nicht fährt, kann auch nicht bei 230 Km/h entgleisen !!!
Immer zur sicheren Seite hin entscheiden, das ist niemals verkehrt aber eben vielleicht im Moment etwas unbequem:003:

Mögen uns allen solche Momente erspart bleiben, immer allen gute Fahrt !

Gruß Sven

Walter
13.07.2008, 09:48
Nun macht euch doch mal nicht gegenseitig fertig.

Ralf hat lediglich beschrieben wie ein Arbeitstag von Zub und Tf aussehen kann, das es an eine bestimmte Zugnummer geknüpft wurde, halte ich nicht für besonders wichtig, hätte ja auch der 4711 sein können.:003:

Erinnert euch doch mal, wie es euch als jungen MA so ging, bei der artigen Vorkommnissen.
Wir mussten plötzlich Entscheidungen treffen, auf die wir nicht vorbereitet waren. Der Tf ist der technisch verantwortliche MA am Zug !
Dieser Erfahrungsbericht ist eine gute Hilfe für die jüngeren unter uns, sich nicht von außen unter Druck setzen zu lassen.
Hier kommt es auf den einzelnen an, Hilfe hast du von den übergeordneten Stellen nämlich nicht zu erwarten, die verstecken sich lieber hinter dem Telefon und sagen, du bist vor Ort, DU entscheidest.
Und wenn ich mich mit etwas nicht so gut auskenne(Wagentechnik,Laufwerk) dann entscheide ich zur sicheren Seite und bleibe eben stehen oder lasse den betreffenden (wo es eben noch geht) Wagen aussetzen.
Der Blödmann bin ich ohnehin, egal wie ich mich entscheide (siehe Notfallmanager), doch ich bin dann fein raus, wer nicht fährt, kann auch nicht bei 230 Km/h entgleisen !!!
Immer zur sicheren Seite hin entscheiden, das ist niemals verkehrt aber eben vielleicht im Moment etwas unbequem:003:

Mögen uns allen solche Momente erspart bleiben, immer allen gute Fahrt !

Gruß Sven
Jawohl - das hat Ralf gesagt, daß es allgemeine Grundsätze für den Bahnbetrieb gibt, die gleich am Anfang der "Fahrdienstvorschrift" stehen. Hauptaufgaben Sicherheit und Pünktlichkeit. Sicherheit geht vor Pünktlichkeit. Alle anderen Aufgaben haben dahinter zurück zu stehen. Außerdem hat er gesagt, daß die Vernachlässigung dieser Grundsätze zur Verunsicherung der Eisenbahner führt.

ES44AC
13.07.2008, 09:52
Guten Morgen,Leute!
Nun kommt alle mal wieder runter und beruhigt Euch.Ich fand den Bericht in Ordnung,was gibt es daran zu meckern? Was dieser Unfallmanager an den Tag gelegt hat,daß geht mir gewaltig gegen den Strich.Meine Hochachtung gilt dem Kollegen,der den Mut hatte,diesen Zug stehen zu lassen.Wenn sich solche Leute so aufführen,wenn möglich noch vor Reisenden,dann sollte man seine Qualifikation hinterfragen,unterste Schublade.

Schwarzwaldbahnchef
13.07.2008, 10:49
Es scheint mir, daß die sehr sensible Stimmung, die derzeit in der Öffentlichkeit herrscht,auch bei uns den einen oder Anderen erfasst hat!
Kurzum, das Zugpersonal hat seine Sache gut gemacht, das Verhalten des Notfallmanagers dagegen war unangemessen.
Ich kenn zwar die Örtlichkeit nicht, aber hier hätte der Kollege nicht rumlamentieren sollen, sondern die Evakuierung organisieren, sonst hätt er gar nicht zu kommen brauchen!
Der NMG wird bei ICE-Zwangsstopps sofort alarmiert und hätte auf der Fahrt zum Ereignisort sich besser schon informiert und sich Lösungen überlegt!

Fazit: Zugpersonal Note 1, TPen und BZ Note 2, Notfallmanager Note 5, Klassenziel nicht erreicht!

Knecht
13.07.2008, 12:16
Mal wieder ein schönes Bild eines Notfallmanagers. Deckt sich mit meinen Erfahrungen die ich bisher mit der Spezies gemacht habe.

Desweiteren Kompliment an die Kollegen - absolut korrekt gehandelt und Respekt, dass sie sich nicht einschüchtern haben lassen.

Bei technischen Unregelmäßigkeiten halt ich es mittlerweile so, dass ich es mir zwar angucke - aber alles was Drehgestelle/ Bremsen etc. betrifft zusätzlich von einer Fachkraft begutachten lasse. Ich bin aufgrund meines Schulungsstandes nicht mehr in der Lage diesbezüglich Urteile abzugeben und von daher immer nach der alten Devise

Immer zur sicheren Seite!

Da können noch irgendwelche TPen oder Notfallmanager zetern und betteln. Soviel Coyones sollte jeder haben.

lokolenkerin
13.07.2008, 12:22
Bei technischen Unregelmäßigkeiten halt ich es mittlerweile so, dass ich es mir zwar angucke - aber alles was Drehgestelle/ Bremsen etc. betrifft zusätzlich von einer Fachkraft begutachten lasse. Ich bin aufgrund meines Schulungsstandes nicht mehr in der Lage diesbezüglich Urteile abzugeben

Genau so sieht es aus. Im FU wird sowas doch gar nicht mehr ausreichend behandelt.
Inzwischen sind wir doch zum Bediener degradiert. Es gibt für alles und jedes eine Störhotline.
Also bitte - dann soll diese Hotline das doch bitte entscheiden und nicht auf uns abwälzen.

Ich finde das Personal hat hervorragend reagiert und ich wünsche mir,
sollte ich mal in solch eine Situation kommen,
daß ich dann genau so viel Arsch in der Hose habe, wie der Tf dieses Zuges.

Georgeli
13.07.2008, 12:40
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert

Das kann ich Dir gern erläutern.
Ich werde gar nicht regieren, es bleibt alles so stehen, wie es steht.
Als liebe70 diesen Beitrag verfasst hat, wird er sich bewußt gewesen sein, was er schreibt und wie er es schreibt.
Zugleistung und Tag stehen schon im Beitrag, Zugchef war er selbst und der Tf ist, wie schon geschrieben steht, im Sony-Tower sicher bekannt.
Also was willst Du?
Diesen Beitrag mit "DSO Charakter" einzustufen ist eigentlich schon eine Beleidigung.
Wenn es Dir hier nicht gefällt, warum schaust Du dann rein?
Und eine Bitte noch, solltest Du hier weiter Posten wollen, ändere Deine Signatur, der eingesetzte Smiley bringt keine Punkte.

MarcHi
13.07.2008, 13:16
Da ich selbst der Zugcheffe war, dürfte das völlig unerheblich sein. Und wenn Du meinen Namen und den Nicknamen bei G**gle eingibst, bekmmst Du locker meinen Realnamen heraus.
Mitr ging es bei Bericht darum, zu zeigen, daß man sich nicht verarschen lassen muß. Wenn Du auf die Erfahrungen Deiner Kollegen verzichten kannst, bitte. Andere sind dankbar dafür.

Gruß, Ralf

Ralf, du musst dich nicht rechtfertigen.

Vielleicht Lesen ja auch mal zufällig Fahrgäste mit und bedanken sich nochmals bei dir für deine Taten.
Mir erging es schon mal so.

Zur Zeit ist die Stimmung gereizt, bei allen. Das ist denke ich mal normal. Ich habe auch schon mal einen ICE bei der Mitfahrt zu einem Zwangsstop verleitet. Da hatte man vergessen die Klappen an der Seite (draußen) wieder richtig zuzumachen. Kann ja mal passieren.

Einmannbetrieb
13.07.2008, 13:21
Hallo Ralf,

vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Zeigt er doch allen - Eisenbahnern und Fahrgästen - was bei einer Störung abläuft und wie es teilweise hinter den Kulissen zugeht. So kann sich jeder Außenstehende ein Bild machen, das es gerade bei Störungseingrenzungen nicht gerade einfach ist, alles unter einen Hut zu kriegen. Die Welt der Eisenbahn mag ein in sich geschlossenes System sein, jedoch treffen manchmal soviele Faktoren (wie in Deinem geschilderten Fall) auf einmal zu, das für das Personal vor Ort die Entscheidungsfindung nicht gerade leichtgemacht wird.

So, wie ihr (Tf und Zub) das gehandhabt habt, war das für meine Begriffe völlig IO. Zudem tut es ab und zu auch mal wieder gut, sich im Rahmen der Vorschriften zu bewegen und denen da oben zu zeigen, wo der Hase langläuft.

Mike

Knecht
13.07.2008, 13:28
Ich bin ja oftmals auch einer, der das Abdriften ins DSO - Niveau befürchtet, aber in diesem Fall sicherlich nicht.
Erstmal hat sich der Autor hier selbst geoutet, und das müsste jedem selbst überlassen sein und zum anderen wird hier nichts unsachlich angeprangert.
OK - wenn ich jetzt in die Tiefe geh, könnte man vielleicht dem Notfallmanager (was sich ja auch rauskriegen lassen würde) ein bissken auf den Schlips treten - aber ein wenig Schwund is immer:032:

Walter
13.07.2008, 13:49
Das kann ich Dir gern erläutern.
Ich werde gar nicht regieren, es bleibt alles so stehen, wie es steht.
Als liebe70 diesen Beitrag verfasst hat, wird er sich bewußt gewesen sein, was er schreibt und wie er es schreibt.
Zugleistung und Tag stehen schon im Beitrag, Zugchef war er selbst und der Tf ist, wie schon geschrieben steht, im Sony-Tower sicher bekannt.
Also was willst Du?
Diesen Beitrag mit "DSO Charakter" einzustufen ist eigentlich schon eine Beleidigung.
Wenn es Dir hier nicht gefällt, warum schaust Du dann rein?
Und eine Bitte noch, solltest Du hier weiter Posten wollen, ändere Deine Signatur, der eingesetzte Smiley bringt keine Punkte.

Das sehe ich auch so, aber hat er das auch gemeint? Kann ich mir nicht denken - er bezeichnet sich als "Instandhalter", weiß also, wovon die Rede ist. Es heißt doch: Denial of Service – oder kurz DoS – bedeutet soviel wie etwas unzugänglich machen oder außer Betrieb setzen. Na und? Ist denn das nicht das anzuwende Sicherheitsprinzip, wenn man es mit dem Bahnbetrieb ernst meint? Bei uns im Unterricht ob Wagentechnik oder Betriebsdienst heißt es immer: Es wird erst weiter gefahren, wenn die Situation geklärt ist. Da kann sich ZUB oder/und Tf aus Verantwortung "weigern". Mich würde aber brennend interessieren, ob der Schaden bereits vorher bekannt war. Auf dem Führerstand befand sich nicht schon ein gewisses Dokument?

Karibikfan
13.07.2008, 14:27
Auch ich empfinde es als wenig hilfreich uns durchaus in Richtung DSO-Charakter tendierend, wenn man alles so zerpflückt und niedermacht, was hier geschrieben wird.

liebe70 hat uns einen hervorragenden Beitrag geliefert, der durchaus zeigt, wie es in der Realität eben manchmal abläuft - und wie auch Entscheidungsträger in arge Nöte geraten können. Das sind keine Einzelbeispiele, sondern passieren so überall immer einmal wieder.

Zum eigentlichen Thema aber:

Als Tf kann ich eigentlich nicht viel mehr machen als eine augenscheinliche Kontrolle. Allerhöchstens mal noch die Hand in die Nähe eines Radsatzes halten, wenn die HLOA angesprochen hat. Oder, bei der BR 120, mit dem Schmelzstift arbeiten. Viel mehr bleibt mir nicht übrig. Ob der Radsatz irgendwo Risse hat oder arg unrund ist ist von außen kaum bis gar nicht zu erkennen und vor allem im Zweifel auch nicht auszuschliessen, selbst wenn man den Radsatz von der Seite angeschaut und nix gefunden hat ! In so einem Fall kann dann ein Notfallmanager oder die TP oder sonstwer machen was er will, bei Sicherheitsbedenken bleibt der Zug stehen, bis eine Fachkraft da ist und den Zug untersucht !

Bat
13.07.2008, 14:42
@liebe70

Danke für Deinen Beitrag.

Schade, dass es Euch den Tag versaut hat. Da habt Ihr euch das Feierabendbier aber sauer verdient.:004:

Gut gemacht!:6:

nimmi
13.07.2008, 15:15
-föllig überflüssig die Zugleistung zu Posten - zum Rest: ohne Worte, da DSO Charakter
-es kostet ein paar Klicks, um aus Zugleistung und Tag, Tf und Zub Name herauszukriegen - bitte dran denken!!!
-mal sehen wie der Admin reagiert

Hättest du den -übrigens sehr guten- Beitrag von "liebe70" richtig gelesen und auch verstanden, dann hättest du eigentlich mitbekommen müssen das er das selbst weiß.
Was ist eigentlich "DSO- Charakter"? Meiner Meinung nach tummeln sich dort ein Haufen Leute, die gern unkontrolliert gegen alles motzen was ihnen vor die Flinte kommt und sich nur selten die Mühe machen, sich mit den Beiträgen ihres selbst auserkorenen Gegners auseinanderzusetzen- oft auch mangels Kompetenz bzw. Intelligenz. Da kommen dann schnell mal ein paar zusammengestammelte Brocken als Aufreger bei heraus, ganz toll.
Das ist genau das Niveau, welches ich nicht brauche- und ich denke ich stehe mit dieser Meinung hier nicht allein.

Durch solche Kommentare kann man natürlich auch versuchen, gute und qualifizierte Threads mit sachlichen und fundierten Beiträgen zu "kippen", wenn sie jemandem unbequem sind. Das wissen die Admins übrigens auch...

In diesem Sinne- herzlich willkommen auf meiner I- Liste.

:78:

Gruß M.

Schwarzwaldbahnchef
13.07.2008, 16:16
Hättest du den -übrigens sehr guten- Beitrag von "liebe70" richtig gelesen und auch verstanden, dann hättest du eigentlich mitbekommen müssen das er das selbst weiß.
Was ist eigentlich "DSO- Charakter"? Meiner Meinung nach tummeln sich dort ein Haufen Leute, die gern unkontrolliert gegen alles motzen was ihnen vor die Flinte kommt und sich nur selten die Mühe machen, sich mit den Beiträgen ihres selbst auserkorenen Gegners auseinanderzusetzen- oft auch mangels Kompetenz bzw. Intelligenz. Da kommen dann schnell mal ein paar zusammengestammelte Brocken als Aufreger bei heraus, ganz toll.
Das ist genau das Niveau, welches ich nicht brauche- und ich denke ich stehe mit dieser Meinung hier nicht allein.

Auf diese Weise kann man natürlich auch versuchen, durch sachliche und fundierte Eröffnungsbeiträge gute und qualifizierte Threads zu "kippen", wenn sie jemandem unbequem sind. Das wissen die Admins übrigens auch...

In diesem Sinne- herzlich willkommen auf meiner I- Liste.

:78:

Gruß M.

Genau die richtige Reaktion!:applaus::applaus::applaus:

sbb.lokmaster
13.07.2008, 17:40
Wie schon Georgeli schrieb, hat keiner von uns Teamern einen Anlass gesehen, da einzugreifen. Das wäre fast eher bei Deinen Aussagen angebracht, aber selbst das lassen wir stehen, damit jeder sehen kann, wie man sich sehr schnell diqualifiziert. Irgendwie schein ja der User Name "Ahnungsloser" Programm zu sein, denn ansonsten hättets Du nicht so was geschrien.
Ralf und sein uns nicht bekannter Kollege auf dem Führerstand haben alles richtig gemacht, denn hätte einer von denen sich weichkochen lassen, und die hätten entschieden, wir fahren weiter, und es wäre wirklich was gewesen und es wäre was passiert, dann wäre das Geschrei groß gewesen. Ich kann euch nur zu Eurer Entscheidung gratulieren, bei solchen Kollegen kann man sich Sicher fühlen als Fahrgast.
Und auch, das Du das mit Tag Datum Uhrzeit und Zugnummer geschreiben hast, finde ich ganz o.K., denn Du hast ja nichts negatives verlauten lassen, sondern nur mal sachlich geschildert, was da abgelaufen ist. Und das dabei der NFM etwas unglücklich weggekommen ist, na ja, etwas Schwund ist immer, die Kritik war immerhin sachlich vorgetragen, und vielleicht ließt der betreffende NFM hier ja mit, und überdenkt für die Zukunft seine Auftritts- uns Handlungsweise etwas.
Das verhalten vom NFM kann und will ich nicht bewerten, denn ich kenne seine Sicht der Dinge nicht, aber aufgrund der Schilderung von Ralf, die ich in keinster weise anzweifele, bleiben mir da bedenken.
Wenn ich an der Stelle von Ralf oder des Tf gewesen wäre hätte ich nicht anders gehandelt, und ich schätze auch keiner der anderen hier anwesenden ZUB oder Tf. Sicherheit geht nun mal vor, und da momentan mal wieder Landauf, Landab ein Hohenzollernbrücken Hype herrscht, muß man eben mit so was Leben und vor allem damit angemessen umgehen können.
Bei DSO hätte das sicher ganz anders geklungen als hier, und auch die Kommentare dazu wären dann alle so auf dem Niveau wie das vom User Ahnungsloser, ggf. sogar noch tiefer.

Aber zur Ehrenrettung der NFM muß man sagen, das es auch welche gibt, die auch kein Problem haben, zuzugeben, das Sie auch nicht die Allahnung haben, und sich erstmal sachlich shcildern lassen, was Sache ist, und dann sich auch auf die Meinungen vom Zugpersonal einlassen. Ich selber habe mal einen erlebt, als ich als Fahrgast nach Köln fuhr, und der ICE im Raume Karlsruhe Probleme hatte. Er ist nach der Schilderung des Sachverhaltes vom Tf und Zc zu der meinung gekommen, das es richtig war stehen zu bleiben, und einen Wagenmeister zu rate zu ziehen, der dann auch erkannte, das der Zug zwar noch weiter fahren kann, aber besser in RK ausgesetzt werden sollte, zumindest sollte er auch nicht schneller als 160 fahren.
Es gibt eben auch NFM, die abwägen zwischen dem was auch Ihr auftrag ist, nämlich den Betrieb so schnell wie möglich wieder ans laufen zu bringen, gleichzeitig, müssen Sie aber auch die Sicherheit des Betriebes gewähren.

EIB_Azubi2008
13.07.2008, 19:09
Hallo liebe Forumianer bzw. Kollegen


Habe gerade den Beitrag von liebe70 gelesen und ich muss sagen Respekt das ihr als Team so cool geblieben seit. (TF+Zub)
Zudem stell ich mir die Situation mega stressig vor, Fahrgäste wollen wissen was los ist, du musst dein Meldung machen usw..... da den Überblick zubehalten ist bestimmt nicht einfach oder???

Da du ja auch aus Berlin bist (liebe70 wenn ich richtig im Profil geschaut habe) weißt du sicherlich wie Agro zum Teil das Personal hier drauf ist.
Ich als (noch) Fahrgast finde es toll wenn man auch auf Informationen von Kunden reagiert statt diese abzuweißen oder niederzuspielen versucht.

Habe das auch schon selbst erlebt in (RB /RE) das wenn man ein Fundstück oder Graffiti Schmierer oder anders den Kundenbetreuer meldet, kommt so ein Spruch wie "Da hänge ich mich nicht rein" oder " Lassen sie es einfach liegen an der Endstation wird es dann entsorgt" Das ermutigt den Fahrgast natürlich nicht in Zukunft wenn wieder mal was ist dies zu melden.

Sicherlich kann man den Regionalverkehr nicht mit dem Fernverkehr vergleichen, aber manch Kundenbetreuer im Berliner Regionalverkehr sieht man an wie gerne er sein Job macht!!!

Mfg

EIB_Azubi2008

nimmi
13.07.2008, 20:44
Hallo Ralf,

Vielen Dank für die Schilderung eines "Dienstes, (fast) wie alle anderen" :004:

Ihr habt auf jeden Fall weitaus professioneller gehandelt, als die "Vordenker" sich das gedacht haben- nur so gelingt es, den Wust an Weisungen
1.) mit Leben zu erfüllen:003: und
2.) als das zu brandmarken, was sie oft sind: unausgegorene Papiertiger.

Nur wer seine Vorschriften kennt, kommt aus solch einer Geschichte unbeschadet heraus- das ist in Eurem Fall offensichtlich so.
Nur wenn das vorgeschriebene Prozedere bis zum bitteren Ende durchgezogen wird, werden die Ersteller mancher Weisung zum Nachdenken angeregt.
Dieses Verhalten zeichnet Profis aus- ich liebe es, mit Profis zusammenzuarbeiten.:004:

Übrigens- zur oberflächlichen Beurteilung von Flachstellen (oder auch Bremshub) gibt es seit einigen Jahren eine cm- Skala auf der Rückseite der La.
Früher nahm man eine Streichholzschachtel, aber wer hat die schon noch dabei...


Gruß M.

MarcHi
13.07.2008, 20:52
Wenn aber wer wieder etwas zum Bemängeln finden will, dann findet der auch was. Man hat es nicht immer leicht, wenn man seinen Kopf durchsetzen will. Da wird so mancher Dispo richtig ausfallend und will unter Druck setzen.

Wenn ich sage, dass ich nicht mehr fahre, dann steht der Zug. Ich habe nur ein Leben. Und da bestimme ich oder der liebe Gott wie und wann es endet...im schlimmsten Fall.

thedfh
14.07.2008, 02:25
Auch ich danke Dir Ralf für diesen Beitrag.
Finden ganz und garnicht das dieser Beitrag hier fehl am Platze ist, im Gegenteil.
Das dieser Beitrag hier von Gott und der ganzen Welt gelesen werden kann ist doch völlig uninteressant. Ich weiß ja nicht wieviele Fahrgäste Du hattest, sagen wir mal 300 oder so. Erstmal bekommen alle 300 mit das dieser Zug steht wegen technischen Problemen, ist somit ja sowieso schon öffentlich! Wenn Ralf dann mit den jeweiligen zuständigen Stellen spricht, bekommen dies ja auch des öfteren Fahrgäste mit, das lässt sich nicht immer verhindern, somit auch öffentlich. Genauso wie viele andere Dinge auch. Gut der Notfallmanager kommt hier etwas - zu Recht - schlecht weg. Aber auch solche Sachen bekommen manchmal Fahrgäste mit. Desweiteren könnte es vieleicht noch einen weiteren Vorteil haben. Vieleicht ist dieser Notfallmanager auch hier im BF vertreten....er wird es sicherlich dann gelesen haben und vieleicht etwas dazu gelernt haben.

Denke in den nächsten Tagen und Wochen wird diese Sache sicher öfter vorkommen, da unsere Fahrgäste zum Teil, aus verständlichen Gründen, sehr sehr besorgt unterwegs sind und jedes Geräusch sicherlich für nervösität sorgen wird. Wir sollten jede Info von unseren Gäste ernst nehmen und uns um unser Gäste kümmern. So schaffen wir wieder vertrauen zu unseren Fahrgästen was über kurz oder lang auch wieder zur beruhigung dieser führen wird.

BW Frankfurt 1
14.07.2008, 08:49
Ich finde den Beitrag von Liebe70 unheimlich gut, aber Gestern während des Dienstes kam mir irgendwie an der Situation etwas Spanisch vor. Und Zwar dieser Absatz:
Der Tf rief die ZBSL (?, den Hotliner, wen auch immer – ich habe es vergessen, da es für mich nicht vorrangig wichtig war) an und teilt denen mit, daß er das nicht entscheiden könne, weil

* er weder die technische Erfahrung (woher auch?)
* noch irgendwelche Hilfsmittel dabei hat, um eventuelle Schäden vermessen zu können (hier die womögliche Flachstelle) und schlußendlich
* Laufwerksuntersuchungen nur Bordtechniker/Wagenmeister machen dürfen.

So und nun kommt das worüber ich angefangen habe plötzlich zu rätseln.

"er weder die technische Erfahrung" , Wenn er Tf ist muss er genauso wie ich den Wagenprüfer G und/oder P haben. Im Rahmen dessen hat er Sehr wohl Technische Erfahrung und kann Schäden am Laufwerk untersuchen.

"noch irgendwelche Hilfsmittel dabei hat, um eventuelle Schäden vermessen zu können" Soll er mal die LA umdrehen ist nen Zentimetermaß drauf, wurde Extra durch ein Verbesserungsvorschlag eingeführt, um Vorort wo auch immer etwas zu vermessen können.


"Laufwerksuntersuchungen nur Bordtechniker/Wagenmeister machen dürfen"
Finde es grade nicht mehr Schriftlich aber ich entsinne mich an den Satz: Vorort entscheidet das Ausgebildete Zugpersonal (Tf) unter zuhilfenahme der Vorschriften das Weitere Vorgehen bis zu dem Bahnhof an dem eine Laufwerksuntersuchung durch einen Wagenmeister Stattfinden kann. Anmerkung: Dazu hat er Wagenprüfer gemacht.
Dazu habe ich desweiteren das Handbuch "983 Bedienung und Störung Reisezugwagen" persönlich Zugeteilt bekommen, in dem Übrigens selbe Handlungen stehen wie sie auch der Bordmechaniker Veranlasst hat.

Wäre es statt nem ICE eine 120er gewesen und diese hätte geklopft hätte der Tf ebenfalls entscheiden müssen ob es im Grenzmaß ist oder nicht. Ich weiß nun nicht ob es Besondere Regelungen für den ICE gibt die es einem Tf nicht erlauben über derartige Schäden zu urteilen, aber mir geht das irgendwie nicht aus dem Kopf. Ich will gar nicht Abstreiten wenn er sich absolut nicht sicher war das es so die Beste Lösung gewesen ist, würde ich auch nicht anders machen aber die Begründung das er keine Technische Erfahrung hat, kann nicht vermessen etc schmeckt mir nicht so ganz. Dann dürfte er auch keine Tfz führen denn da gehören Sichtprüfungen des Laufwerks zum Täglich Brot.

sven0403
14.07.2008, 09:22
@BW Frankfurt 1

Du stehst du vor einem fehlerhaft gemeldeten Drehgestell und kannst absolut nichts fehlerhaftes daran entdecken, manchmal ist es auch noch Dunkel, der Bahndamm stark bewachsen und das Zub versichert dir glaubhaft, das diese Geräusche und der unruhige Lauf sehr merkwürdig aber doch existent waren.

Wie entscheidest du dich in diesem Fall ?

Aussetzen oder weiterfahren ? Wo ist die sichere Seite? Hast du ein Ultraschallmessgerät in den Augen, weißt du was im Material vorgeht ?

Gruß Sven

lokolenkerin
14.07.2008, 09:31
@ BW Frankfurt 1

Also ich weiß ja nicht, wie oft Du schon ein Laufwerk untersuchen musstest?
Ich bin seit 18 Jahren dabei und kam noch nie in die Verlegenheit sowas entscheiden zu müssen.
Etwa genau so lang ist meine Wagenprüfer G Ausbildung her.



Dann dürfte er auch keine Tfz führen denn da gehören Sichtprüfungen des Laufwerks zum Täglich Brot.


Das sind doch zwei völlig verschiedene Schuhe.
Bei der A1 gehe ich davon aus, daß mein Fahrzeug in Ordnung ist und
überprüfe es auf augenscheinliche Schäden. Dort vermesse ich doch keine Flachstellen.
Sollte das Fz welche haben schreibe ich immer noch einen Arbeitszettel

cuk63
14.07.2008, 09:58
... Wenn Du auf die Erfahrungen Deiner Kollegen verzichten kannst, bitte. Andere sind dankbar dafür.

Gruß, Ralf

So muß man den Beitrag sehen, als Weitergabe von Erfahrung vor allem an Kollegen/Kolleginnen die am Anfang ihrer Laufbahn als Eisenbahner stehen.

Ich kann mich noch an meine Anfänge als Betriebler erinnern und wie oft im Störungsfall das Telefon geklingelt hat und versucht wurde Druck zu erzeugen damit der Betrieb wieder "läuft".

nimmi
14.07.2008, 10:11
Hallo!

@Bw Frankfurt1:

Knackpunkt an der Sache ist der, das ein Tf eben nicht die Qualifikation zum untersuchen eines Wagens hat, das ist Sache des Bordtechnikers/ Wagenmeisters. Der Tf kann als Wagenprüfer P bzw. Wagenprüfer Tf ein Laufwerk maximal prüfen.
Wenn er also den Auftrag zum Untersuchen bekommt, muß er das richtigerweise ablehnen. Und er ist nicht verpflichtet, die auftraggebende Stelle über den kleinen, aber feinen Unterschied aufzuklären- das Wissen darum darf man voraussetzen.
Außerdem ist die Entscheidung zur sicheren Seite immer richtig- schließlich hat der Kollege weder die Geräusche hören noch eine Ursache dafür finden können.

Und die aus der ganzen Übung resultierende Verspätung trägt vielleicht auch zur "Beruhigung" hypersensibler Fahrgäste bei, wenn sie entsprechend propagiert wird. :003:


Gruß M.

nimmi
14.07.2008, 11:41
(...)etwa 2% der Radlauflänge.
Werde mal versuchen, ob ich noch über die Kreissegmentformel ausrechnen kann, wieviel mm des Raddurchmessers in so einem Fall abgerieben sind.

Grenzwerte, welche zum Aussetzen eines Fahrzeuges führen sind 60mm Länge einer Flachstelle, welche mit 1mm Tiefe derselben gleichgesetzt werden. Das dieser Zusammenhang vom Raddurchmesser abhängig ist, sollte klar sein- aber irgendwo muß man ja die Grenzwerte ziehen, auch ohne Berechnungen vor Ort.



Und damit zu meiner Grundsatzfrage.
Wie kann eine solche Flachstelle entstehen?
Grundsätzlich läuft ja ein Rad rund und die Abnutzung (von 920 mm auf 830 mm Raddurchmesser geschieht kontinuierlich.
Möglichkeit 1 wäre also ein Bremsblockieren bei der Anfahrt des Zuges. Ist aber schwer vorstellbar, da das Lösen der Bremse sicher elektronisch überwacht wird.

Dieser Fall ist beim ICE eher unwahrscheinlich und tritt allgemein bei scheibengebremsten Zügen (bedingt durch die lineare Kennlinie der Scheibenbremsen) sehr selten auf. Bei klotzgebremsten Zügen mit Graugußbremssohlen passiert das schon mal.



Möglichkeit 2 wäre beim Anhalten, wenn durch zu hohe Bremskraft das Rad blockiert, bevor der Zug zum Stillstand kommt.

Dieser Fall ist die Hauptursache für Flachstellen und tritt nicht nur bei Haltbremsungen, sondern auch bei normalen Regulierungsbremsungen in Erscheinung, wenn die Schienen schlüpfrig sind. Verhindert werden soll die Flachstellenbildung durch den Gleitschutz, dessen Ansprechen man auch als Fahrgast im Zug durch Zerrungen und Stauchungen mitbekommt.
Nur kann der Gleitschutz nicht zaubern, so das es trotz seiner einwandfreien Funktion dennoch mitunter zu stehenden Radsätzen kommt- und damit zu Flachstellen.



1. Frage : Welche Möglichkeit einer Abflachung besteht noch.

Weitere Möglichkeiten wären z.B. bei Rangierarbeiten nicht vollständig gelöste Bremsen (führen zu Flachstellen) oder Materialfehler (führen zu Ausbröckelungen) oder auch Aufwalzungen (führen erst zur Erhöhung der Lauffläche, danach zu Ausbröckelungen).



2. Frage : Erhöhte Bremskräfte können am ehesten bei Zwangsbremsungen, also durch mich (LZB) , ziehen der Notbremse, oder Eingriff durch den Tf erfolgen. Solche Fälle werden sicherlich protokolliert. Führt das zu Verkürzung des Wartungsinterwalls, oder gar zu einer Sonderuntesuchung.

Klar wird das mitgeschrieben- die Datenspeicherkassette ist unser Freund. :003:
Ein Zusammenhang zwischen Bremshäufigkeit (insbesondere Zwangsbremsungen) und Wartungsintervallen ist mir nicht bekannt. Ich sehe auch keine Erfordernis dafür, da o.g. technische Einrichtung (Gleitschutz) doch sehr wirksam ist.
Interessant wird es erst, wenn der Gleitschutz aufgrund technischer Störungen nicht wirksam ist, dann sind einige Besonderheiten zu beachten (kann bis zum Ausschalten der Bremse des betroffenen Fzg. führen).


Gruß M.

LZB
14.07.2008, 12:52
Vielen Dank Nimmi für die ausführliche Erklärung. Für mich war es immer wichtig nicht nur Störungen zu beseitigen, sondern auch die Ursache zu hinterfragen. So kann man wirkungsvoll Wiederholfehler beseitigen oder bessere techn. Verbesserungen entwickeln. (Siehe ABS beim Auto).

Gruß, franz

nimmi
14.07.2008, 13:05
Hallo Franz,

Der Gleitschutz bei der Eisenbahn ist funktionell durchaus mit dem ABS des Kfz vergleichbar. Nur fährt die Eisenbahn schon viel länger mit Gleitschutz herum als die PKW- Lenker. ;)

Auch der von VW seinerzeit als Weltneuheit angepriesene TDI- Motor war damals aus Sicht des Eisenbahners schon ein alter Hut.



Gruß M.

liebe70
14.07.2008, 20:24
Hallo @all,

ich bin doch ziemlich überrascht über das große Echo zu meinem Beitrag. :001:

Ich muß noch einiges zu der Geschichte erläutern.

Natürlich fragte der Notfallmanager den Tf nach weiteren Auffälligkeiten am Zug und er antwortete, daß es am Wagen 6 eine Meldung bezüglich des Radsatzes gab. Wie diese Fehlermeldung lautete und wie sie übertragen wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bekam grad noch mit, daß es da wohl drei Abstufungen gibt und diese Meldung die niedrigste Stufe war.

Zum Bahnhof Kirchhain: Der Zug stand im Überholungsgleis des Bahnhofes. Auf der linken Seite dieses Überholungsgleises waren die beiden durchgehenden Hauptgleise. Um den Zug auf dieser Seite begutachten zu können, hätte das durchgehende Hauptgleis Frankfurt West - Kassel-W. gesperrt werden müssen. Nichts anderes veranlaßte nämlich der Notfallmanager, bevor er mit dem Bordtechniker am Zug entlangging, damit dieser die einzelnen Drehgestelle sich ansehen und untersuchen konnte. Als zusätzlicher SiPo stand ich in Höhe des führenden Triebkopfes 401 5xx.
Wie hätte denn "mein" Tf die Inaugenscheinnahme der Drehgestelle machen sollen? Auch das Gleis sperren lassen? Der Fdl hätte bestimmt getobt. Sollte der Tf ohne SiPo losziehen - um sich den A*** abfahren zu lassen? Wer wäre der SiPo gewesen? Das Zub? Mit Verlaub, aber davon haben wir erst recht keine Ahnung und auch keine Ausbildung. Also fiel diese Möglichkeit aus. Und ohne SiPo... So bescheuert kann nun wirklich keiner sein, eher lebensmüde. Wer ist das schon?

Die Ausbröcklungen in der Lauffläche wurden allerdings genau auf dieser Seite durch den Bordtechniker entdeckt, sie waren etwa fingernagelgroß (ca. 0,5cm x 0,5 cm). Falls der Tf dieses entdeckt hätte, hätte er dann gewußt, wie weiter zu verfahren ist? Ich glaube nicht (oder lernt man sowas als Tf?).

Die leichte Flachstelle entdeckte der Bordtechniker auch erst während der Mitfahrt im Zug und auch nur, weil der Zug sich bei einer bestimmten Geschwindigkeit (50 km/h?) in einer leichten Rechtskurve befand. Um so etwas zu entdecken, braucht man schon langjährige Erfahrung als Bordtechniker. Eine Flachstelle im Stand zu entdecken, kann durchaus schwierig sein. Was ist, wenn der Zug zufällig genau auf der Flachstelle steht? Dann nützt auch keine Zentimetermarkierung auf der Rückseite der La.

Beim heutigen Mitarbeitergespräch (für die Unkundigen: Einschätzungsgespräch der DB-Führungskraft zu den Leistungen des Mitarbeiters) kam meine Gruppenleiterin nochmals darauf zu sprechen. Der Vorfall hatte wohl schon die Runde gemacht. Es gab keinerlei Beanstandungen zu unserem Verhalten, vielmehr war auch sie über das Verhalten des Notfallmanagers irritiert.

Ich hoffe nun darauf, daß in einem der nächsten wagentechnischen Dienstunterrichte konkreter auf das Erkennen von Schäden am Drehgestell (Flachstelle, Ausbröcklungen, Auftragungen, usw.) eingegangen wird und welche Maßnahmen das Zub einzuleiten hat.

Gruß, Ralf

Altersstarrsinn
14.07.2008, 21:06
Hallo @all,

ich bin doch ziemlich überrascht über das große Echo zu meinem Beitrag. :001:

Ich nicht ;)


Ich muß noch einiges zu der Geschichte erläutern.

[...]

Zum Bahnhof Kirchhain: Der Zug stand im Überholungsgleis des Bahnhofes. Auf der linken Seite dieses Überholungsgleises waren die beiden durchgehenden Hauptgleise. Um den Zug auf dieser Seite begutachten zu können, hätte das durchgehende Hauptgleis Frankfurt West - Kassel-W. gesperrt werden müssen. Nichts anderes veranlaßte nämlich der Notfallmanager, bevor er mit dem Bordtechniker am Zug entlangging, damit dieser die einzelnen Drehgestelle sich ansehen und untersuchen konnte. Als zusätzlicher SiPo stand ich in Höhe des führenden Triebkopfes 401 5xx.
Wie hätte denn "mein" Tf die Inaugenscheinnahme der Drehgestelle machen sollen? Auch das Gleis sperren lassen? Der Fdl hätte bestimmt getobt. Sollte der Tf ohne SiPo losziehen - um sich den A*** abfahren zu lassen? Wer wäre der SiPo gewesen? Das Zub? Mit Verlaub, aber davon haben wir erst recht keine Ahnung und auch keine Ausbildung. Also fiel diese Möglichkeit aus. Und ohne SiPo... So bescheuert kann nun wirklich keiner sein, eher lebensmüde. Wer ist das schon?

[...]

Gruß, Ralf

Zum Sperren des Nachbargleises sagt die FV folgendes:



DS 408.0471:
Gleise der freien Strecke sperren

1 Anlässe
Ein Gleis der freien Strecke müssen Sie sperren, wenn
[...]
g) auf Antrag oder Anweisung Personen durch Sperren des Gleises gegen die von
bewegten Schienenfahrzeugen ausgehenden Gefahren gesichert werden sollen,
[...]


Also eine sogenannte Sperrung aus UVV-Gründen. Diese hat für den zust. Fdl den Vorteil, daß eine einfache Meldung über den Wegfall des Grundes die Aufhebung der Sperrung ermöglicht.

Wenn Du das nächste mal zwischen Zug und Nachbargleis musst, laß das Nachbargleis aus UVV-Gründen sperren. Besser als "Hintern ab". ;)


Gruß

A.

cuk63
14.07.2008, 21:33
Ich nicht ;)



Zum Sperren des Nachbargleises sagt die FV folgendes:



Also eine sogenannte Sperrung aus UVV-Gründen. Diese hat für den zust. Fdl den Vorteil, daß eine einfache Meldung über den Wegfall des Grundes die Aufhebung der Sperrung ermöglicht.

Wenn Du das nächste mal zwischen Zug und Nachbargleis musst, laß das Nachbargleis aus UVV-Gründen sperren. Besser als "Hintern ab". ;)


Gruß

A.

Irgendwie bist du durcheinander, der Zug steht im Bahnhof so das der von dir zitierte 408 Abschnitt hier nicht greift,(Sperren von Gleisen der freien Strecke).

Deine Ausführung das Nachbargleis aus UVV Gründen zu sperren sind jedoch so auf alle Fälle richtig, jediglich der 408 Absatz ist falsch.

Altersstarrsinn
14.07.2008, 23:06
Irgendwie bist du durcheinander, der Zug steht im Bahnhof so das der von dir zitierte 408 Abschnitt hier nicht greift,(Sperren von Gleisen der freien Strecke).

Deine Ausführung das Nachbargleis aus UVV Gründen zu sperren sind jedoch so auf alle Fälle richtig, jediglich der 408 Absatz ist falsch.

Stimmt, total falsch. Man sollte kurz vor Dienstbeginn nichts mehr in die Maschine hämmern :004:

Also : DS 408.0471 Abs 1 g) trifft nur bei Sperrung des Nachbargleises aus UVV-Gründen auf der freien Strecke zu.

Für Sperrung der Bahnhofsgleise aus UVV-Gründen trifft


DS 408.0472
Bahnhofsgleise sperren
1. Anlässe
Als Fahrdienstleiter müssen Sie Gleise -auch Abschnitte von Gleisen oder Weichen- sperren, wenn
[...]
d) auf Antrag oder Anweisung Personen durch Sperren des Gleises gegen die von bewegten Schienenfahrzeugen ausgehenden Gefahren gesichert werden sollen,
[...]


zu. Immerhin hat das Versehen jetzt aber einen Vorteil: Interessierte wissen jetzt, daß sie zu ihrer eigenen Sicherheit Gleise im Bahnhof und auf der freien Strecke sperren lassen können.

Noch einen Tip: Sprecht Euch mit dem zuständigen Fdl ab, besonders welches Gleis ihr gesperrt haben wollt. Bei unseren heutigen riesigen Stellbezirken kann es schnell mal zu Verwechselungen kommen.


Gruß

A.

VT605
15.07.2008, 00:25
Wie hätte denn "mein" Tf die Inaugenscheinnahme der Drehgestelle machen sollen? Auch das Gleis sperren lassen? Der Fdl hätte bestimmt getobt. Sollte der Tf ohne SiPo losziehen - um sich den A*** abfahren zu lassen?

Gruß, Ralf

Hallo Ralf
Bis jetzt hatte zumindestens ich noch keine Probleme wenn das Nachbargleis gesperrt werden mußte. Es hat auch noch kein FDL "getobt". Vor einigen Monaten wurde ich auf der SFS Hannover-Berlin mit einem 402 kurz vorm Abzw Nahrstedt gestellt, da die HOA angesprochen hatte. Daraufhin ließ ich das Nachbargleis sperren, um die Achslager zu untersuchen. Gab keine Probleme dabei, ein entgegenkommender ICE blieb vorm Abzw. stehen bis wir die Sperrung wieder aufheben ließen.
Zu dem anderen Teil deines Beitrages gebe ich dir natürlich recht.

Zwangsbremsung
15.07.2008, 02:27
Und ohne SiPo... So bescheuert kann nun wirklich keiner sein, eher lebensmüde. Wer ist das schon?
Deswegen läßt man ja das Nachbargleis sperren. Was soll denn der Tf eines Güterzuges auch sonst machen, wenn er wegen ´ner festen Bremse oder eines Heißläufers gestellt wird?

Eine Flachstelle im Stand zu entdecken, kann durchaus schwierig sein. Was ist, wenn der Zug zufällig genau auf der Flachstelle steht?
Genau - zumal es auch noch Drehgestelle gibt, bei denen man vom Rad nicht viel sieht, z.B. bei diesen Wagen (http://www.stinnes-freight-logistics.de/gueterwagenkatalog/deutsch/gueterwagen/gattung_S_6Rad/S_6Rad_KlappeStirn_SchwellenKlappbar_0KlappeSeite_ Rungen.html).

Knecht
15.07.2008, 12:34
Wie hätte denn "mein" Tf die Inaugenscheinnahme der Drehgestelle machen sollen? Auch das Gleis sperren lassen? Der Fdl hätte bestimmt getobt.

Auf jeden Fall sperren. Hab damit bisher auch noch nie mit nem FDL Probleme gehabt. Netz sperrt ja auch immer mal kurzfristig, wenn sie was machen müssen.
Viele vergessen das aber gerne mal im Eifer des Gefachts, darum ist es gut hier noch mal darauf hinzuweisen.

BW Frankfurt 1
15.07.2008, 13:16
@BW Frankfurt 1

Du stehst du vor einem fehlerhaft gemeldeten Drehgestell und kannst absolut nichts fehlerhaftes daran entdecken, manchmal ist es auch noch Dunkel, der Bahndamm stark bewachsen und das Zub versichert dir glaubhaft, das diese Geräusche und der unruhige Lauf sehr merkwürdig aber doch existent waren.

Wie entscheidest du dich in diesem Fall ?

Ihr scheint den Satz im meinem Beitrag Überlesen zu haben.


Ich will gar nicht Abstreiten wenn er sich absolut nicht sicher war das es so die Beste Lösung gewesen ist, würde ich auch nicht anders machen


Also ich weiß ja nicht, wie oft Du schon ein Laufwerk untersuchen musstest?
Ich bin seit 18 Jahren dabei und kam noch nie in die Verlegenheit sowas entscheiden zu müssen.
Etwa genau so lang ist meine Wagenprüfer G Ausbildung her.

@ Nimmi hat es Angesprochen Knackpunkt Prüfen / Untersuchen. Das ist wieder der Beamtendeutsch unterschied ich meinte Prüfen und habe es in Liebe70 Beitrag auch so raus gelesen. Denn Untersuchen darf ich nicht schon Richtig aber sehr wohl Prüfen. Dazu auch wieder ein Zitat von mir.


Finde es grade nicht mehr Schriftlich aber ich entsinne mich an den Satz: Vorort entscheidet das Ausgebildete Zugpersonal (Tf) unter zuhilfenahme der Vorschriften das Weitere Vorgehen bis zu dem Bahnhof an dem eine Laufwerksuntersuchung durch einen Wagenmeister Stattfinden kann.
Das eben durch eine Sichtprüfung nun weiß man eben nicht worauf sich die BSL Bezogen hat, ob sie auch Prüfen und untersuchen Verwechselt hat. Hätte er Prüfen gesagt wäre selbige Situation vielleicht anders ausgegangen? :106:



Das sind doch zwei völlig verschiedene Schuhe.
Bei der A1 gehe ich davon aus, daß mein Fahrzeug in Ordnung ist und
überprüfe es auf augenscheinliche Schäden. Dort vermesse ich doch keine Flachstellen.
Sollte das Fz welche haben schreibe ich immer noch einen Arbeitszettel

Also das finde ich etwas zu salopp daher gesagt. Ich gehe bei einer A1 nicht davon aus das alles in Ordnung ist, denn dann könnte ich sie mir ja eigentlich auch Schenken. Mit meinem Kürzel im Übergabebuch Bestätige ich das die Lokomotive die nächsten 24 bis 36 Stunden Betriebsfähig ist. Also nehme ich diese Sicht Prüfung der Lokomotive sehr ernst. Meldest du Flachstellen an der Lokomotive (Meldepflichtig) Arbeitszettel und Eintrag ins Bordbuch mit dem Satz mit Flachstellen Übernommen, wie es gerne gemacht wird reichen nicht. Dann kann dich der Lokdienst sehr wohl dazu veranlassen die Flachstellen zu Prüfen. Und wenn du 6 mal Vor und Zurücksetzen musst bist du was siehst. Natürlich bleibt dir dort genauso offen zu sagen tut mir leid ich finde nix das Knallt aber so sehr die Lok geht raus und ich kennzeichne sie als nicht Betriebsfähig.



Das Einzige womit ich bei meinem Beitrag drauf hinaus wollte das ich die Begründung so nicht Verstanden habe, denn Ich bin immer noch Technischer Beamter am Zug. Aber durch Nimmi seinen Beitrag war mir dann klar wo der Hacken war Prüfung / Untersuchung. Während alle sich über Untersuchungen unterhalten haben wollte ich auf Prüfung drauf hinaus und das kam mir eben auch so Spanisch vor. Denn für mich ist es eigentlich klar wenn ich irgendwo auf der Freien Strecke anhalte wegen irgendeinem Schaden dann Prüfe ich das und wenn ich mir dann nicht sicher bin sage ich Feierabend da muß jemand kommen. Aber genau so gut kann es auch nen Kaugummi auf dem Radsatz sein und ich stehe genau davor und sehe es, das soll ich dann nicht Abkratzen weil einer am Telefon sagt Untersuchen (Sonnenschein , Ich sehe das ganze Rad , etc.)?
Und das mit dem Kaugummi ist kein Witz hatte ich schon. Denke es sollte jeder wissen was er im Rahmen seiner Ausbildungen darf und was nicht.

Einmannbetrieb
15.07.2008, 13:55
Die leichte Flachstelle entdeckte der Bordtechniker auch erst während der Mitfahrt im Zug und auch nur, weil der Zug sich bei einer bestimmten Geschwindigkeit (50 km/h?) in einer leichten Rechtskurve befand.
Altes Störungsleiden: Da kannste im Stillstand noch so genau gucken, manche Defekte werden erst durch den Sinuslauf der Radsätze aufgedeckt. Wie auch hier.


Um so etwas zu entdecken, braucht man schon langjährige Erfahrung als Bordtechniker.
Eine gute Ausbildung und eine langjährige Erfahrung sollten in vielen Positionen das A und O sein. Sollten!

Mike

Gerd Belo
15.07.2008, 14:23
I


Also das finde ich etwas zu salopp daher gesagt. Ich gehe bei einer A1 nicht davon aus das alles in Ordnung ist, denn dann könnte ich sie mir ja eigentlich auch Schenken. Mit meinem Kürzel im Übergabebuch Bestätige ich das die Lokomotive die nächsten 24 bis 36 Stunden Betriebsfähig ist.




Wenn dem so wäre, würde ich nicht unterschreiben. :009:

Mit deiner Unterschrift bestätigst du, das die vorgeschriebenen Kontrollen von dir durchgeführt wurden und das dir dabei nichts aufgefallen ist und das Fahrzeug aus deiner Sicht ohne Einschränkungen einsatzfähig ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Tschüß
GERD

nimmi
15.07.2008, 14:24
Hallo Ralf
(...) Vor einigen Monaten wurde ich auf der SFS Hannover-Berlin mit einem 402 kurz vorm Abzw Nahrstedt gestellt, da die HOA angesprochen hatte. Daraufhin ließ ich das Nachbargleis sperren, um die Achslager zu untersuchen. Gab keine Probleme dabei, ein entgegenkommender ICE blieb vorm Abzw. stehen bis wir die Sperrung wieder aufheben ließen.
Zu dem anderen Teil deines Beitrages gebe ich dir natürlich recht.

Und, hat dir der Zf die Notleiter zum Wiedereinsteigen in den Zug gereicht oder hast du dich abgeseilt? :D

(Ist ein "Insider" für Streckenkundige :D)


Gruß M.

BW Frankfurt 1
15.07.2008, 14:50
Wenn dem so wäre, würde ich nicht unterschreiben. :009:

Mit deiner Unterschrift bestätigst du, das die vorgeschriebenen Kontrollen von dir durchgeführt wurden und das dir dabei nichts aufgefallen ist und das Fahrzeug aus deiner Sicht ohne Einschränkungen einsatzfähig ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Tschüß
GERD



Ich gehe bei einer A1 nicht davon aus das alles in Ordnung ist

Deshalb mache ich ja eine A1 um mir Sicher zu sein das nichts an der Lokomotive ist
Nur ich kann nicht vor der A1 sagen ich gehe davon aus das alles in Ordnung ist weil dann brauche ich auch keine zu machen.

muss man hier wirklich jedes Komma schreiben ? Ihr seit genauso gestandene Lokführer, dann könnt ihr doch auch mal zwischen den Zeilen lesen was ich meine.

Moselaner
15.07.2008, 19:06
Die Ausbröcklungen in der Lauffläche wurden allerdings genau auf dieser Seite durch den Bordtechniker entdeckt, sie waren etwa fingernagelgroß (ca. 0,5cm x 0,5 cm). Falls der Tf dieses entdeckt hätte, hätte er dann gewußt, wie weiter zu verfahren ist? Ich glaube nicht (oder lernt man sowas als Tf?).

Ich hoffe nun darauf, daß in einem der nächsten wagentechnischen Dienstunterrichte konkreter auf das Erkennen von Schäden am Drehgestell (Flachstelle, Ausbröcklungen, Auftragungen, usw.) eingegangen wird und welche Maßnahmen das Zub einzuleiten hat.

Gruß, Ralf


Zur Ausbröcklung kann man sagen, es gibt die Ril 983.90 techn. Regeln; Reisezüge im Betrieb für Zub, Tf und Rg. Da stehen alle für uns relevanten Maßnahmen drin. Diese solltest du auch haben. Sie ist auch auf den Triebfahrzeugen des FV vorhanden.

Christian S.
15.07.2008, 22:12
Zur Ausbröcklung kann man sagen, es gibt die Ril 983.90 techn. Regeln; Reisezüge im Betrieb für Zub, Tf und Rg. Da stehen alle für uns relevanten Maßnahmen drin. Diese solltest du auch haben. Sie ist auch auf den Triebfahrzeugen des FV vorhanden.

Es wäre sehr schön, wenn diese nicht nur auf den TFZ des FV vorhanden wäre. Ich kann mir jedenfalls nicht jedes einzelne Details merken, welches dort drin zu finden ist, und eine Hotline haben wir auch nicht :-(

BW Frankfurt 1
15.07.2008, 22:19
Es wäre sehr schön, wenn diese nicht nur auf den TFZ des FV vorhanden wäre. Ich kann mir jedenfalls nicht jedes einzelne Details merken, welches dort drin zu finden ist, und eine Hotline haben wir auch nicht :-(

Wir haben die Extra persönlich zugeteilt bekommen und letztens kam sogar die Erste Einbesserung.

liebe70
16.07.2008, 00:02
Zur Ausbröcklung kann man sagen, es gibt die Ril 983.90 techn. Regeln; Reisezüge im Betrieb für Zub, Tf und Rg. Da stehen alle für uns relevanten Maßnahmen drin. Diese solltest du auch haben. Sie ist auch auf den Triebfahrzeugen des FV vorhanden.

Und? Was steht da zu Ausbröckelungen? Schon mal nachgesehen? Steht da überhaupt irgendetwas zu Ausbröckelungen? Wie hört es sich an, wenn eine Ausbröckelung auf der Lauffläche vorhanden ist? Die dort gezeigten Bilder zeigen ebenfalls keine Ausbröcklungen.

Ich habe bei meinen Kollegen herumgefragt, wann sie das letzte Mal im technischen Dienstunterricht Hinweise erhielten, wie man anhand der Geräusche (die ein beschädigter Radsatz macht) erkennen kann, um welchen Schaden es sich handelt. Das Ergebnis war verheerend: Niemand konnte sich daran erinnern. Das sollte doch zu denken geben.

Gruß, Ralf

BR_480
16.07.2008, 11:54
Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Sehr interessant! Habt ihr gut gemacht! :)

Moselaner
16.07.2008, 17:38
Und? Was steht da zu Ausbröckelungen? Schon mal nachgesehen? Steht da überhaupt irgendetwas zu Ausbröckelungen? Wie hört es sich an, wenn eine Ausbröckelung auf der Lauffläche vorhanden ist? Die dort gezeigten Bilder zeigen ebenfalls keine Ausbröcklungen.

Ich habe bei meinen Kollegen herumgefragt, wann sie das letzte Mal im technischen Dienstunterricht Hinweise erhielten, wie man anhand der Geräusche (die ein beschädigter Radsatz macht) erkennen kann, um welchen Schaden es sich handelt. Das Ergebnis war verheerend: Niemand konnte sich daran erinnern. Das sollte doch zu denken geben.

Gruß, Ralf

Das sollte keinerlei Kritik an eurem Verhalten sein, das war schon in Ordnung, habt Ihr Richtig gemacht. Der Hinweis auf die 983.90 sollte nur zeigen, daß man unterwegs doch mal was zum Nachschauen hat. Ob es in Deinem Fall nützlich gewesen wäre, laß ich mal dahin gestellt, ich war nicht dabei.
In der 983.90 sind ja auch nur Maßnahmen drin, die man vor Ort tätigen kann und es werden in den Bildern ja nur Flachstellen und Aufschweißungen gezeigt.

Auch die Tf gehen nur noch ganz selten zum techn. FU. Die Kollegen die schon länger fahren, können sich vielleicht noch helfen, aber bei den ganz jungen sehe ich leider schwarz.

Schwarzwaldbahnchef
16.07.2008, 20:46
Mal wieder ein schönes Bild eines Notfallmanagers. Deckt sich mit meinen Erfahrungen die ich bisher mit der Spezies gemacht habe.

Desweiteren Kompliment an die Kollegen - absolut korrekt gehandelt und Respekt, dass sie sich nicht einschüchtern haben lassen.

Bei technischen Unregelmäßigkeiten halt ich es mittlerweile so, dass ich es mir zwar angucke - aber alles was Drehgestelle/ Bremsen etc. betrifft zusätzlich von einer Fachkraft begutachten lasse. Ich bin aufgrund meines Schulungsstandes nicht mehr in der Lage diesbezüglich Urteile abzugeben und von daher immer nach der alten Devise

Immer zur sicheren Seite!

Da können noch irgendwelche TPen oder Notfallmanager zetern und betteln. Soviel Coyones sollte jeder haben.

Ein kleines bischen gesittetere Kritik reicht auch Kollege! Im Einzelfall hat
der NMG Mist gebaut, keine Frage. Ich verdamme oder verallgemeinere aber hier auch nicht alle Tf, bloß weil einer mal nen Fehler gemacht.
Immer Menschbleiben, fair und tolerant sein. Könnte sein, auch du brauchstmal den Notfallmanager.......:24::24::24:

Knecht
17.07.2008, 18:45
Ein kleines bischen gesittetere Kritik reicht auch Kollege! Im Einzelfall hat
der NMG Mist gebaut, keine Frage. Ich verdamme oder verallgemeinere aber hier auch nicht alle Tf, bloß weil einer mal nen Fehler gemacht.
Immer Menschbleiben, fair und tolerant sein. Könnte sein, auch du brauchstmal den Notfallmanager.......:24::24::24:

Seh hier eigentlich nicht eine allgemeine Kritik sondern beziehe mich ja ausdrücklich auf meine Erfahrungen. Und gebraucht hab ich ihn schon einigemale - leider wars es jedesmal nicht so der Hit.

Sollte jedoch der Eindruck enstanden sein, ich würde pauschal alle in einen Topf werfen, so verneine und bedauere ich dies.

Jedoch weiss ich, auch aus Gesprächen mit Notfallmanagern, dass es um ihre Kentnisse und Aufgaben im Hinblick auf das Zugpersonal, bzw. technische Einrichtungen der Fahrzeuge eher mangelhaft bestellt ist.
Aber das ist ein anderes Thema

Schwarzwaldbahnchef
17.07.2008, 19:41
Seh hier eigentlich nicht eine allgemeine Kritik sondern beziehe mich ja ausdrücklich auf meine Erfahrungen. Und gebraucht hab ich ihn schon einigemale - leider wars es jedesmal nicht so der Hit.

Sollte jedoch der Eindruck enstanden sein, ich würde pauschal alle in einen Topf werfen, so verneine und bedauere ich dies.

Jedoch weiss ich, auch aus Gesprächen mit Notfallmanagern, dass es um ihre Kentnisse und Aufgaben im Hinblick auf das Zugpersonal, bzw. technische Einrichtungen der Fahrzeuge eher mangelhaft bestellt ist.
Aber das ist ein anderes Thema


Kein Problem, darum diskutiert man ja!

Wenn meine Kollegen ihren Job ernst nehmen, dann müssen sie sich schon aus eigenem Interesse auch um technische Belange oder menschliche Belange des Zugpersonals kümmern und sich Informationen besorgen.

Aber leider ist es schwierig, für 170 Notfallbezirke mindestens jeweils 4 Mann/oder Frau zu finden, die sich als NMG ausbilden lassen und die Tätigkeit auch durchführen. Wird ja nicht extra bezahlt, außer der Bereitschaftsvergütung!

Da kann es natürlich schon passieren, daß die Motivation (leider) nicht die Beste ist. Insofern kann ich Deine erste Aussage schon verstehen.

Wikkinger
20.07.2008, 11:24
Zu "Liebe70":
"Die Ausbröcklungen in der Lauffläche wurden allerdings genau auf dieser Seite durch den Bordtechniker entdeckt, sie waren etwa fingernagelgroß (ca. 0,5cm x 0,5 cm). Falls der Tf dieses entdeckt hätte, hätte er dann gewußt, wie weiter zu verfahren ist? Ich glaube nicht (oder lernt man sowas als Tf?)."

So'ne Sache ist mir mit 'nem Dosto passiert. Da ist mir das Klopfen allerdings selbst aufgefallen, da ich direkt auf dem "Klopfer" saß.
Zur Situation:
Beim Anbremsen des nächsten Haltes ging es von jetzt auf gleich mit dem Hämmern los.
Trockenes Wetter - geringe Bremsstufe - gleiten und somit Flachstelle so gut wie ausgeschlossen.
Stein auf der Schiene (beliebtes "Kinder"spiel) - zwei kurze Schläge - das wär's gewesen.
Aber NEIN - es klopft und klopft und .....
Also - was bleibt übrig als Grund für den Krach? Keine Ahnung - und DAS zwingt zum Handeln, also nachsehen.
Da steh ich also im durchgehenden Hauptgleis am Bstg. und muß unter den Zug. Der Fdl übernimmt alle Meldungen nach oben (mit der Bitte, mich "in Ruhe zu lassen") und sperrt mir das Nachbargleis - die "bequeme" Seite. Das es "die Ecke" war, hat's sicherlich erleichtert. Und auf geht's auf Tauchstation. Die Erreichbarkeit der Laufflächen ist mit Sicherheit Fz-/Bauart- sowie auch Standortabhängig (Dammform/-höhe, Bstg. ja/nein, ....). Gesehen hab ich nicht wirklich was - aber "scharfkantige Dellen" in der Lauffläche ertastet (natürlich auf der Bstg.-Seite :004:). Und weil SOWAS DA nicht hingehört, war für mich die Fahrt vorbei - und auch für "die da oben". Da gabs kein Maulen oder Murren - im Gegenteil. Die haben die Meldung an die zuständigen Stellen übernommen und auch den Wagenmeister sofort in die Spur geschickt - am Samstag! Keine Ahnung, wo die den her hatten.:003:

Lange Rede - kurzer Sinn:
Falls der Tf das entdeckt hätte (der Bordtechniker kann auch nichts anderes finden - Fz-/Bauart, ect.), wenn er denn den "unschönen Tauchgang" gemacht hätte, wäre der Ablauf schlußendlich der gleiche. Wahrscheinlich aber ohne die massige Verspätung für die Reisenden. Ein Loch in der Lauffläche heißt - für mein Verständnis - Ende im Gelände. Mit dieser sofortigen Entscheidung wäre die Nutzung des Stundentaktes mit ziehmlicher Wahrscheinlichkeit die effizientere Lösung gewesen. Die "Probefahrten" und die Überführung des Zuges - denn nichts anderes war es ja nach der 160 k/mh-Entscheidung des Bordtechnikers - wären dann "außerhalb des Regelverkehrs" gelaufen und somit ohne Einfluß auf den Reisenden.

Aber trotz meiner "Nörgelei" - HOCHACHTUNG vor dem bewiesenen Rückgrad!!!

Ach so - noch eins: Von uns (Tf) werden, wie ja jeder weiß - und viele auch erwarten - in solchen Fällen die ersten Entscheidungen getroffen.
An alle weniger resoluten Kollegen:
Ihr SOLLT eine Entscheidung treffen - also trefft sie auch. Und zwar nach der sicheren Seite. Im kommentierten Fall: Der Fdl kann doch "drumherum" fahren - er muß es "nur WOLLEN"!!! Klar ist das Mehrarbeit, aber die habt ihr doch auch - oder? Und die Ankündigung einer nett formulierte Durchsage an die Reisenden im Zug, so nach dem Motto: "Da der Fdl leider die Sperrung des Nachbargleises vereigert, ......", hat schon in so manchem Fall reine Wunder bewirkt.

lokolenkerin
20.07.2008, 12:16
Unter den Zug krabbeln? Das würde ich im Leben nicht machen.
Da bekomme ich allein von der Vorstellung schon Panikattacken.
Hoffentlich verlangt das niemals jemand von mir.http://www.cheesebuerger.de/images/midi/konfus/c010.gif

Schwarzwaldbahnchef
20.07.2008, 12:23
Unter den Zug krabbeln? Das würde ich im Leben nicht machen.
Da bekomme ich allein von der Vorstellung schon Panikattacken.
Hoffentlich verlangt das niemals jemand von mir.http://www.cheesebuerger.de/images/midi/konfus/c010.gif

Das sollte man von Euch auch nicht verlangen! Ihr seid ja schließlich keine Sachverständigen für die Unterwelt eurer Fahrzeuge.
Mach einfach jedem, der das von Dir verlangt ein obszönes Angebot!

lokolenkerin
20.07.2008, 12:34
Das sollte man von Euch auch nicht verlangen! Ihr seid ja schließlich keine Sachverständigen für die Unterwelt eurer Fahrzeuge.
Mach einfach jedem, der das von Dir verlangt ein obszönes Angebot!

Wie jetzt?

Variante 1 --> http://wuerziworld.de/Smilies/girl/gi85.gif

Variante 2 --> http://wuerziworld.de/Smilies/girl/gi65.gif



Frag mal die Kollegen, die mich persönlich kennen, welche Variante da wohl eher passt :004:

Trennhuepfer
20.07.2008, 14:18
Die Zeiten änder sich, war der Lokführer früher noch Texhniker am Zug, so wird heute schon in der Ausbildung auf reines Fahren ausgebildet. Man will doch von oben nicht, daß jemand mit wachsender Verantwortung noch die entsprechende Vergütung verlangt. Ich perso8lich sehe mich noch als Lokführer und mache das entsprechend meiner Qualifikationen und in Einklang mit den geltenden Vorschriften was ich verantworten kann. Grade der Technische Aspekt macht unseren Beruf doch aus und wenn ich mit meinem Latein am Ende bin, kann ich immernoch jemanden rufen.

Gerd Belo
20.07.2008, 14:42
Die Zeiten änder sich, war der Lokführer früher noch Texhniker am Zug, so wird heute schon in der Ausbildung auf reines Fahren ausgebildet. Man will doch von oben nicht, daß jemand mit wachsender Verantwortung noch die entsprechende Vergütung verlangt. Ich perso8lich sehe mich noch als Lokführer und mache das entsprechend meiner Qualifikationen und in Einklang mit den geltenden Vorschriften was ich verantworten kann. Grade der Technische Aspekt macht unseren Beruf doch aus und wenn ich mit meinem Latein am Ende bin, kann ich immernoch jemanden rufen.

Die Zeiten haben sich aber leider dahin geändert, das der Lokführer heute (im Normalfall) der einzige "technische Beamte" am Zug ist und von ihm eine Einschätzung der Situation gefordert wird. Erfahrung hin, Erfahrung her - letztendlich muß der Lokführer entscheiden, was passiert. Diese Entscheidung wird je nach Ausbildung und Erfahrung des Einzelnen anders aussehen. Letztendlich entscheide ich als Lokführer, was passiert und erwarte von den betriebsleitenden Stellen, das meine - vor Ort getroffene - Entscheidung aktzeptiert wird. Warum ich so entschieden habe, spielt keine Rolle. Ich finde es allerdings anmaßend, wenn später meine Entscheidung angezweifelt/kritisiert/verteufelt wird, ohne überhaupt Nachzufragen, wie ich zu dieser Entscheidung gekommen bin. (Was mitlerweile der Regelfall ist)

Tschüß
GERD

Trennhuepfer
20.07.2008, 14:49
Ja, das mit dem Anzweifeln von Entscheidungen ist so eine Sache. Wenn mich die Leitstelle bittet 'in Gleis xx steht ne Lok, die wurde defekt gemeldet, geh mal schauen was da los ist' frage ich zuerst was für ein Fzg? Bei drehstromern reichen ja meist einPaar Stunden Standzeit daß sie wieder funktionieren, aber ic werde einen Teufel tun und die Entscheidung eines Kollegen anzweifeln.

Webasto
20.07.2008, 15:02
Ja, das mit dem Anzweifeln von Entscheidungen ist so eine Sache. Wenn mich die Leitstelle bittet 'in Gleis xx steht ne Lok, die wurde defekt gemeldet, geh mal schauen was da los ist' frage ich zuerst was für ein Fzg? Bei drehstromern reichen ja meist einPaar Stunden Standzeit daß sie wieder funktionieren, aber ic werde einen Teufel tun und die Entscheidung eines Kollegen anzweifeln.

Naja bei manchem meiner Kollegen wusste/weiß man aber schon vorher dass die Lok dann wieder gehen wird wenn man selber Hand anlegt. Von daher mache ich sowas i.d.R. schon wenn die Dispo anruft.

sbb.lokmaster
20.07.2008, 15:13
Naja bei manchem meiner Kollegen wusste/weiß man aber schon vorher dass die Lok dann wieder gehen wird wenn man selber Hand anlegt. Von daher mache ich sowas i.d.R. schon wenn die Dispo anruft.

Sicher gehe ich mal nachschauen, und selbst, wenn ich weiß, das war vorher der Kollege x mit 2 linken Händen drauf, und ich bekomme das hin, das die Maschine wieder läuft, und ggf. sogar Problemlos, dann werde ich anber einen Teufel tun, und den Kollegen bei den oberen in die Pfanne zu hauen. Die kriegen dann von mir zu hören, eine der Berühmten Computerstörungen, die sich ein paar Stunden kalt abstellen von selber beheben.

Schwarzwaldbahnchef
20.07.2008, 15:16
Wie jetzt?

Variante 1 --> http://wuerziworld.de/Smilies/girl/gi85.gif

Variante 2 --> http://wuerziworld.de/Smilies/girl/gi65.gif



Frag mal die Kollegen, die mich persönlich kennen, welche Variante da wohl eher passt :004:

Na, da denk ich jetzt mal einfach die 2!!!:applaus:

Trennhuepfer
20.07.2008, 15:20
Naja bei manchem meiner Kollegen wusste/weiß man aber schon vorher dass die Lok dann wieder gehen wird wenn man selber Hand anlegt. Von daher mache ich sowas i.d.R. schon wenn die Dispo anruft.

Klar gibt es da einige schwarze Schafe, aber grade bei den Drehstromern soll die Werkstatt ruhig mal die Daten auslesen, ich mach mir da nicht die Finger schmutzig.
Bei den Komutatorloks ist ja meistens noch was durch Störungssuche zu machen, aber auch da gillt, wenn die Lok nicht Betriebsbereit gemeldet wurde, werde ich einen teufel tun dies wieder Rückgängig zu machen.

Webasto
20.07.2008, 15:40
Klar angeschwärzt wird normal keiner, unsere "Pappenheimer" kennt die Dispo bzw. Führung eh schon lange.

Aber es gibt bei unseren tollen 189 ein paar Bedienhandlungen die eigentlich zu 90% helfen. Und da nervt es schon wenn ein Kollege die Lok mindermotorig meldet bevor er überhaupt Mal ein bischen rumspielt.

Schwarzwaldbahnchef
20.07.2008, 15:52
Klar angeschwärzt wird normal keiner, unsere "Pappenheimer" kennt die Dispo bzw. Führung eh schon lange.

Aber es gibt bei unseren tollen 189 ein paar Bedienhandlungen die eigentlich zu 90% helfen. Und da nervt es schon wenn ein Kollege die Lok mindermotorig meldet bevor er überhaupt Mal ein bischen rumspielt.

Freche Bemerkung: das scheint eben der Unterschied zwischen Lokführer und Lokfahrer zu sein, wie bei Fahrdientsleiter und Fahrdienstleider!:24::24::24:

Walter
21.07.2008, 14:36
Ein kleines bischen gesittetere Kritik reicht auch Kollege! Im Einzelfall hat
der NMG Mist gebaut, keine Frage. Ich verdamme oder verallgemeinere aber hier auch nicht alle Tf, bloß weil einer mal nen Fehler gemacht.
Immer Menschbleiben, fair und tolerant sein. Könnte sein, auch du brauchstmal den Notfallmanager.......:24::24::24:

Meine Erfahrungen mit dem Nofallmanager sind bislang nur positiv.


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*** Doppelter Beitrag automatisch zusammengeführt ***
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Das sollte keinerlei Kritik an eurem Verhalten sein, das war schon in Ordnung, habt Ihr Richtig gemacht. Der Hinweis auf die 983.90 sollte nur zeigen, daß man unterwegs doch mal was zum Nachschauen hat. Ob es in Deinem Fall nützlich gewesen wäre, laß ich mal dahin gestellt, ich war nicht dabei.
In der 983.90 sind ja auch nur Maßnahmen drin, die man vor Ort tätigen kann und es werden in den Bildern ja nur Flachstellen und Aufschweißungen gezeigt.

Auch die Tf gehen nur noch ganz selten zum techn. FU. Die Kollegen die schon länger fahren, können sich vielleicht noch helfen, aber bei den ganz jungen sehe ich leider schwarz.

Möglichjerweise hätte Nachschauen und Abtasten hier wirklich was gebracht - natürlich immer sehr schwierig - bahnsteigseitig sowieso (manchmal auch Rollprobe erforderlich und nützlich). Ausbröckelung=Aussetzen. Wenn an Ort und Stelle nicht möglich, dann Bremse am betreffenden Fahrzeug ausschalten und mit max. 15 km/h zum nächsten geeigneten Bahnhof.

liebe70
21.07.2008, 16:55
Möglichjerweise hätte Nachschauen und Abtasten hier wirklich was gebracht - natürlich immer sehr schwierig - bahnsteigseitig sowieso (manchmal auch Rollprobe erforderlich und nützlich).

Bei einem ICE 1 (denn der 690 war solch einer) hätte das auch nichts gebracht. Und ob man bei einer Rollprobe eine Ausbröcklung feststellt, wage ich zu bezweifeln.


Ausbröckelung=Aussetzen.Auch daß man bei einer Ausbröcklung gleich den Zug (bzw. den Wagen) aussetzen soll, steht nirgends. Sinnvoll wäre in diesem Fall höchstens die Herabsetzung der Geschwindigkeit gewesen. Aber die Entscheidung dazu trifft der "technische Beamte am/im Zug". Und wenn der meint, so lange stehenzubleiben, bis ein Bordtechniker den Zug untersucht und die Lauffähigkeit bestätigt hat, dann ist das so. Mittlerweile ist die DB so weit unten angekommen, daß einige Verantwortliche teilweise versuchen, u.a. den Bordtechniker unter Druck zu setzen, damit er diverse Schäden "übersieht". Wenn wir das mit uns machen lassen und dem nachgeben, dann ist ein neues "Eschede" nicht mehr weit. :002:


Wenn an Ort und Stelle nicht möglich, dann Bremse am betreffenden Fahrzeug ausschalten und mit max. 15 km/h zum nächsten geeigneten Bahnhof.Durch eine Ausbröcklung wird die Wirksamkeit der Bremse nicht beeinträchtigt. Eine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf max. 15 km/h dürfte übertrieben sein. Die 983.90 geht z.B. bei dem Fehler "Heulton oder rauher, dröhnender Lauf" nur davon aus, daß der Schaden ins Bordbuch einzutragen und vorzumelden ist.

Das gesamte Problem wäre nicht aufgetreten, wenn man die Kilometerlaufleistung aus Kosteneinsparungsgründen auf 300.000km heraufgesetzt hätte. Bei einem kürzeren Untersuchungsintervall, wäre der Schaden eher entdeckt und beseitigt worden.

Gruß, Ralf

Walter
21.07.2008, 17:17
Bei einem ICE 1 (denn der 690 war solch einer) hätte das auch nichts gebracht. Und ob man bei einer Rollprobe eine Ausbröcklung feststellt, wage ich zu bezweifeln.

Auch daß man bei einer Ausbröcklung gleich den Zug (bzw. den Wagen) aussetzen soll, steht nirgends. Sinnvoll wäre in diesem Fall höchstens die Herabsetzung der Geschwindigkeit gewesen. Aber die Entscheidung dazu trifft der "technische Beamte am/im Zug". Und wenn der meint, so lange stehenzubleiben, bis ein Bordtechniker den Zug untersucht und die Lauffähigkeit bestätigt hat, dann ist das so. Mittlerweile ist die DB so weit unten angekommen, daß einige Verantwortliche teilweise versuchen, u.a. den Bordtechniker unter Druck zu setzen, damit er diverse Schäden "übersieht". Wenn wir das mit uns machen lassen und dem nachgeben, dann ist ein neues "Eschede" nicht mehr weit. :002:

Durch eine Ausbröcklung wird die Wirksamkeit der Bremse nicht beeinträchtigt. Eine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf max. 15 km/h dürfte übertrieben sein. Die 983.90 geht z.B. bei dem Fehler "Heulton oder rauher, dröhnender Lauf" nur davon aus, daß der Schaden ins Bordbuch einzutragen und vorzumelden ist.

Das gesamte Problem wäre nicht aufgetreten, wenn man die Kilometerlaufleistung aus Kosteneinsparungsgründen auf 300.000km heraufgesetzt hätte. Bei einem kürzeren Untersuchungsintervall, wäre der Schaden eher entdeckt und beseitigt worden.

Gruß, Ralf

Du irrst. Das steht geschrieben (einschließlich Geschwindigkeitsvorgabe) - ich habe Dir hier nur wiedergegeben, was geschrieben steht (die Wirksamkeit der Bremse ist nicht beeinträchtigt, aber die Lauffläche des Rades, was sich bei starkem Bremsen sicherlich nicht verbessern würde - Rißgefahr). Bitte mache Dich sachkundig in der Regelwerksdatenbank. Ansonsten: Die Rollprobe hat doch zumindest den Vorteil, daß man vermeidet, daß sich die beschädigte Lauffläche ausgerechnet auf der Schiene befindet (da kann man sie nicht orten). Ansonsten Zustimmung.

Schwarzwaldbahnchef
21.07.2008, 17:18
Warum hättet Ihr Euch auch den Schuh anziehen sollen? Der Tf muss fahren um eine Rollprobe überhaupt machen zu können, und Ihr als Zub sollt eine Ausbröckelung feststellen,
kann man vergessen!

Walter
21.07.2008, 19:40
Warum hättet Ihr Euch auch den Schuh anziehen sollen? Der Tf muss fahren um eine Rollprobe überhaupt machen zu können, und Ihr als Zub sollt eine Ausbröckelung feststellen,
kann man vergessen!

Steht ja auch nicht in der 983.90, sondern an anderer Stelle. Es dürfte seinen Grund haben, weshalb es nicht der 983.90 steht.

Schwarzwaldbahnchef
21.07.2008, 19:42
Steht ja auch nicht in der 983.90, sondern an anderer Stelle. Es dürfte seinen Grund haben, weshalb es nicht der 983.90 steht.

Prima Walter, ich seh schon, Di bist fit!:applaus::applaus:

Walter
21.07.2008, 20:02
Prima Walter, ich seh schon, Di bist fit!:applaus::applaus:

Wenn man irgendwann mal eine Schlosserausbildung hatte (sich sogar Maschinist nennen durfte), blickt man ab und zu auch in die andere Seite des Regelwerkes.

liebe70
21.07.2008, 20:49
Dann klär doch mal den unwissenden Zub ohne Schlosserausbildung auf, woher Dein Wissen kommt...

Gruß, Ralf

Walter
21.07.2008, 21:21
Dann klär doch mal den unwissenden Zub ohne Schlosserausbildung auf, woher Dein Wissen kommt...

Gruß, Ralf

Na Ralf, weil wir uns kennen und weil Du es bist: Du hast auf dem Rechner Deiner Dienststelle (dort, wo Du auch die Personalbesetzung ausdruckst) eine Verknüpfung mit der Regelwerksdatenbank (BKU). Dort gibst Du in die Suchmaske vollständiger Text "Ausbröckelung" ein und schon bekommst Du eine Reihe von Koril etc. präsentiert. Das haben ein Lokfüher und ich auch getan. Die Datenbank ist stets aktuell und sehr nützlich.

liebe70
21.07.2008, 21:28
Danke, auf das Naheliegende bin ich natürlich nicht gekommen. Ich bin gespannt, was ich übersehen habe. :039:

Gruß, Ralf

Walter
21.07.2008, 23:25
Danke, auf das Naheliegende bin ich natürlich nicht gekommen. Ich bin gespannt, was ich übersehen habe. :039:

Gruß, Ralf

Lieber Ralf!
Du hast gar nichts übersehen. Aber man hat für das Personal auf dem Zug diesen Fall offenbar gar nicht vorgesehen.
Gruß
Walter
PS. Ralf an einigen Stellen habe ich auch etwas (auch etwas sehr doll) geflunkert - das weckt das Interesse für Probleme. Der Lokführer und ich sind auch zwei Scherzkekse, die gern mal etwas "verfremden" (übertreiben und zuspitzen). Schließlich können aus unserem Forum keinerlei Ansprüche etc. hergeleitet werden. Aber Du bist ja auch ein humorvoller Kollege.

Schwarzwaldbahnchef
24.07.2008, 19:48
Na Ralf, weil wir uns kennen und weil Du es bist: Du hast auf dem Rechner Deiner Dienststelle (dort, wo Du auch die Personalbesetzung ausdruckst) eine Verknüpfung mit der Regelwerksdatenbank (BKU). Dort gibst Du in die Suchmaske vollständiger Text "Ausbröckelung" ein und schon bekommst Du eine Reihe von Koril etc. präsentiert. Das haben ein Lokfüher und ich auch getan. Die Datenbank ist stets aktuell und sehr nützlich.

Das wär grundsätzlich eine gute Sache, wenn die Zub alle mal an einem BKU-Rechner in die Zentrale Regelwerksdatei reinschauen könnten.
Bei den vielen ständig geänderten Richtlinien wäre das echt hilfreich!

Warum macht Ihr nicht mal nen VV?

liebe70
24.07.2008, 22:43
Das wär grundsätzlich eine gute Sache, wenn die Zub alle mal an einem BKU-Rechner in die Zentrale Regelwerksdatei reinschauen könnten.
Bei den vielen ständig geänderten Richtlinien wäre das echt hilfreich!

Warum macht Ihr nicht mal nen VV?

Wozu? Die Zub fahren eben alle nach Leipzig und gucken dort einfach. Dazu müssen nur die Schichten so geplant werden, daß 'ne vernünftige Pause in Leipzig herausspringt. Sonst wird das ja nichts. Gut, eine Ausnahme gibt es: Die Berliner Zub fahren nicht nach Leipzig. Brauchen sie auch nicht... :021:

Übrigens sind VV sowieso für den A***. Nachdem meine letzten beiden VV zuerst unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurden - um sie ein oder zwei Jahre später doch zu realisieren - mache ich eben keine mehr.

Ich habe nämlich keine Lust solche Standardantworten vom "Entscheider" (also dem, der den VV prüft - und anschließend ablehnt) zu bekommen:

"Die Idee ist nicht neu. Bla bla bla. Es wird ausführlich begründet, warum die Idee nicht neu sein kann (u.a. weil mindestens noch ein anderer außer mir - und dazu noch eher als ich - die gleiche Idee hatte). Dann kommen noch ein paar füllende Wort, damit es nicht auffällt: Bla, bla, bla. Und schlußendlich: Darum ist die Idee nicht neu. - Unterschrift." :002:

Gruß, Ralf

Trennhuepfer
24.07.2008, 22:47
Wozu? Die Zub fahren eben alle nach Leipzig und gucken dort einfach. Dazu müssen nur die Schichten so geplant werden, daß 'ne vernünftige Pause in Leipzig herausspringt. Sonst wird das ja nichts. Gut, eine Ausnahme gibt es: Die Berliner Zub fahren nicht nach Leipzig. Brauchen sie auch nicht... :021:

Übrigens sind VV sowieso für den A***. Nachdem meine letzten beiden VV zuerst unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurden - um sie ein oder zwei Jahre später doch zu realisieren - mache ich eben keine mehr.

Ich habe nämlich keine Lust solche Standardantworten vom "Entscheider" (also dem, der den VV prüft - und anschließend ablehnt) zu bekommen:

"Die Idee ist nicht neu. Bla bla bla. Es wird ausführlich begründet, warum die Idee nicht neu sein kann (u.a. weil mindestens noch ein anderer außer mir - und dazu noch eher als ich - die gleiche Idee hatte). Dann kommen noch ein paar füllende Wort, damit es nicht auffällt: Bla, bla, bla. Und schlußendlich: Darum ist die Idee nicht neu. - Unterschrift." :002:

Gruß, Ralf

woher kenne ich das bloß ???
3 VV von mir erging es ebenso ...

Gerd Belo
24.07.2008, 22:53
woher kenne ich das bloß ???
3 VV von mir erging es ebenso ...


Kommt auch mir eigenartig bekannt vor. Immerhin sichert die Einreichung ggf. Urheberrechte. :017:

Damit VV überhaupt ernst genommen werden, muß man mindestens 2P einsparen.........

Tschüß
GERD

liebe70
25.07.2008, 00:09
Du irrst. Das steht geschrieben (einschließlich Geschwindigkeitsvorgabe) - ich habe Dir hier nur wiedergegeben, was geschrieben steht (die Wirksamkeit der Bremse ist nicht beeinträchtigt, aber die Lauffläche des Rades, was sich bei starkem Bremsen sicherlich nicht verbessern würde - Rißgefahr). Bitte mache Dich sachkundig in der Regelwerksdatenbank.

Ich habe nun alles umgewälzt und gelesen, was mit dem Stichwort "Ausbröckelung" zu tun hat. Nichts! Keine Geschwindigkeitsherabsetzung auf 15 km/h, nirgends ist etwas zu finden.

Aus der 983.0202 (Katalog der wichtigsten Mängel am Fahrwerk):


Löcher, Ausbröckelungen oder Abblätterungen deren Länger größer als 60 mm ist = aussetzen, da betriebsgefährdender Schaden.
Größere (ca. ∅ 15 mm) auf der Lauffläche verteilte Ausbröckelungen = aussetzen
Kleinere (als oben angegeben) auf der Lauffläche verteilte Ausbröckelungen = vormelden.

Das kann man noch konkretisieren, indem man den Schadenskatalog Radlauffläche (900.0100A01) zu Hilfe nimmt.

Die Merkmale einer Ausbröckelung (Abblätterung):
Aus der Lauffläche lösen sich Materialteile heraus. Die Ränder verlaufen meist scharfkantig zur Lauffläche. Ausbröckelungen treten vorwiegend im mittleren Laufflächenbereich auf. Sie können einzeln oder mehrfach über den Umfang verteilt auf der Lauffläche auftreten.

Verfahren zur Feststellung:
Sichtprüfung

Auswirkungen:


Beeinträchtigung Fahrkomfort durch Lärmentwicklung und Erschütterungen
Erhöhte Beanspruchung und Schädigung von Radsatz, Radsatzlager, weiterer Fahrzeugteile sowie dem Fahrzeug und Fahrweg
Entwicklung von Radunrundheiten


Als Grenzwerte sind entweder die Ausdehnung oder die Tiefe der Ausbröcklung anzuwenden. Für die Triebzüge der DB Fernverkehr AG gelten nachstehende Grenzwerte:


Bei einer maximalen Ausdehnung von 30 mm und einer maximalen Tiefe von 2 mm ist die Vmax kleiner/gleich 200 km/h.
Bei einer maximalen Ausdehnung von 30 mm und einer maximalen Tiefe von 0,5 mm ist die Vmax größer als 200 km/h.


Ansonsten: Die Rollprobe hat doch zumindest den Vorteil, daß man vermeidet, daß sich die beschädigte Lauffläche ausgerechnet auf der Schiene befindet (da kann man sie nicht orten).Mach mal 'ne Rollprobe mit einem ICE 1, das ist etwas anderes als mit so einem kleinen ICE-T. Wie willst Du eine Rollprobe machen, wenn sich


der Zug im Überholungsgleis eines Bahnhof befindet und
der führende Tk rund 5-10 m vor dem Ausfahrsignal des Bahnhofes steht?

Dann leuchte außerdem mit Deiner kleinen Handtaschenlampe und guck nach, ob Du was siehst! Paß aber auf, daß Du beim Gucken nicht auf die Schnauze fällst. Selbst der Bordtechniker nahm die Taschenlampe aus dem Notfallkoffer und krabbelte unter den stehenden Zug und an den einzelnen Drehgestellen entlang, um etwas zu sehen. Und sowas soll ich bei einer Rollprobe machen???

Gruß, Ralf

Walter
25.07.2008, 08:30
Ich habe nun alles umgewälzt und gelesen, was mit dem Stichwort "Ausbröckelung" zu tun hat. Nichts! Keine Geschwindigkeitsherabsetzung auf 15 km/h, nirgends ist etwas zu finden.

Aus der 983.0202 (Katalog der wichtigsten Mängel am Fahrwerk):


Löcher, Ausbröckelungen oder Abblätterungen deren Länger größer als 60 mm ist = aussetzen, da betriebsgefährdender Schaden.
Größere (ca. ∅ 15 mm) auf der Lauffläche verteilte Ausbröckelungen = aussetzen
Kleinere (als oben angegeben) auf der Lauffläche verteilte Ausbröckelungen = vormelden.

Das kann man noch konkretisieren, indem man den Schadenskatalog Radlauffläche (900.0100A01) zu Hilfe nimmt.

Die Merkmale einer Ausbröckelung (Abblätterung):
Aus der Lauffläche lösen sich Materialteile heraus. Die Ränder verlaufen meist scharfkantig zur Lauffläche. Ausbröckelungen treten vorwiegend im mittleren Laufflächenbereich auf. Sie können einzeln oder mehrfach über den Umfang verteilt auf der Lauffläche auftreten.

Verfahren zur Feststellung:
Sichtprüfung

Auswirkungen:


Beeinträchtigung Fahrkomfort durch Lärmentwicklung und Erschütterungen
Erhöhte Beanspruchung und Schädigung von Radsatz, Radsatzlager, weiterer Fahrzeugteile sowie dem Fahrzeug und Fahrweg
Entwicklung von Radunrundheiten


Als Grenzwerte sind entweder die Ausdehnung oder die Tiefe der Ausbröcklung anzuwenden. Für die Triebzüge der DB Fernverkehr AG gelten nachstehende Grenzwerte:


Bei einer maximalen Ausdehnung von 30 mm und einer maximalen Tiefe von 2 mm ist die Vmax kleiner/gleich 200 km/h.
Bei einer maximalen Ausdehnung von 30 mm und einer maximalen Tiefe von 0,5 mm ist die Vmax größer als 200 km/h.

Mach mal 'ne Rollprobe mit einem ICE 1, das ist etwas anderes als mit so einem kleinen ICE-T. Wie willst Du eine Rollprobe machen, wenn sich


der Zug im Überholungsgleis eines Bahnhof befindet und
der führende Tk rund 5-10 m vor dem Ausfahrsignal des Bahnhofes steht?

Dann leuchte außerdem mit Deiner kleinen Handtaschenlampe und guck nach, ob Du was siehst! Paß aber auf, daß Du beim Gucken nicht auf die Schnauze fällst. Selbst der Bordtechniker nahm die Taschenlampe aus dem Notfallkoffer und krabbelte unter den stehenden Zug und an den einzelnen Drehgestellen entlang, um etwas zu sehen. Und sowas soll ich bei einer Rollprobe machen???

Gruß, Ralf

Lieber Ralf!
Das hast Du ja auch richtig recherchiert (anders antworten wir alle grundsätzlich nicht und Dein Vorgehen wurde von meinen Kollegen erst kürzlich wieder praktiziert). Ich hatte ja bei meiner letzten Antwort deshalb noch ein "PS." dazu gesetzt - weil wir alle Humor besitzen. Ein Wagenmeister/Techniker wird Dir keine andere Antwort geben, als die, die Du selbst herausgefunden hast. Ich werde das auch nicht tun und habe bewußt überspitzt, denn das mit den 15 km/h, Bremse aus... (ohne Hinweis auf Rollprobe) findet sich in der 936.9611, S. 6 "Technische Wagenbehandlung im Betrieb (Güterwagen)" , Mängel, Kriterien, Hinweise zu Laufwerk.
Allgemeine Ergänzung: Hinsichtlich der Frage Lokführer als Technischer Beamter auf dem Zug wäre noch zu sagen, daß es vor einigen Jahren ausdrücklich den Hinweis gegeben hat, daß der Lokführer die Ausbildung als Wagenprüfer hat. Darauf beruft man sich und wenn also Fragen der Wagentechnik in den Fachunterrichten der Lokführer keine Rolle mehr spielen, worauf hier ja auch hingewiesen wurde, dann muß man Rabatz machen - vielleicht ist das sogar schon geschehen.
Herzliche Grüße
Walter
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@Schwarzwaldbahnchef
Diese Verknüpfung steht jedem ZUB zur Verfügung, wenn er sich an den Rechner setzt, um die Personalbesetzung auszudrucken. Das war in AA so, das war in HH so usw. (Vorschriften der DB AG heißt sie). Das Unternehmen wäre sehr schlecht beraten, wenn es diese Möglichkeit beseitigt.

Trennhuepfer
25.07.2008, 08:38
Allgemeine Ergänzung: Hinsichtlich der Frage Lokführer als Technischer Beamter auf dem Zug wäre noch zu sagen, daß es vor einigen Jahren ausdrücklich den Hinweis gegeben hat, daß der Lokführer die Ausbildung als Wagenprüfer hat. Darauf beruft man sich und wenn also Fragen der Wagentechnik in den Fachunterrichten der Lokführer keine Rolle mehr spielen, worauf hier ja auch hingewiesen wurde, dann muß man Rabatz machen - vielleicht ist das sogar schon geschehen.
Herzliche Grüße
Walter

vielleicht sollt man das wirklich mal an die große Glocke hängen, auch hier wäre eine Info (wie bei den 1000Tf) an die einschlägigen Gazzetten eine Überlegung wert. Ich sehe schon die Schlagzeilen
"Bahn spart sich zu neuem Eschede", "Börsengang auf Kosten der Sicherheit" etc ... irgend sowas würde dabei herauskommen.

nimmi
25.07.2008, 09:30
Die Zeiten haben sich aber leider dahin geändert, das der Lokführer heute (im Normalfall) der einzige "technische Beamte" am Zug ist und von ihm eine Einschätzung der Situation gefordert wird. Erfahrung hin, Erfahrung her - letztendlich muß der Lokführer entscheiden, was passiert. Diese Entscheidung wird je nach Ausbildung und Erfahrung des Einzelnen anders aussehen. Letztendlich entscheide ich als Lokführer, was passiert und erwarte von den betriebsleitenden Stellen, das meine - vor Ort getroffene - Entscheidung aktzeptiert wird. Warum ich so entschieden habe, spielt keine Rolle. Ich finde es allerdings anmaßend, wenn später meine Entscheidung angezweifelt/kritisiert/verteufelt wird, ohne überhaupt Nachzufragen, wie ich zu dieser Entscheidung gekommen bin. (Was mitlerweile der Regelfall ist)

Tschüß
GERD

Ich hatte erst im vergangenen Herbst einen Fall, bei dem ich aus technischen Gründen eine Zugfahrt geweigert habe.
Da kam allerdings keine Diskussion, meine Entscheidung wurde akzeptiert und im nachhinein für richtig befunden.

Aber das war ja auch bei einer anderen Firma- nicht bei "Die Bahn Bahn" :021::021:


Gruß M.

liebe70
25.07.2008, 10:35
Lieber Ralf!
Das hast Du ja auch richtig recherchiert (anders antworten wir alle grundsätzlich nicht und Dein Vorgehen wurde von meinen Kollegen erst kürzlich wieder praktiziert). Ich hatte ja bei meiner letzten Antwort deshalb noch ein "PS." dazu gesetzt - weil wir alle Humor besitzen.

Es tut mir leid, aber bei sicherheitsrelevanten Sachen kann ich nicht scherzen.


Ich werde das auch nicht tun und habe bewußt überspitzt, denn das mit den 15 km/h, Bremse aus... (ohne Hinweis auf Rollprobe) findet sich in der 936.9611, S. 6 "Technische Wagenbehandlung im Betrieb (Güterwagen)" , Mängel, Kriterien, Hinweise zu Laufwerk.Aha, dann kann ich lange suchen. Niemand erwartet bei Störungen an Reisezugwagen eine Antwort aus dem Güterwagenbereich. :002:


@Schwarzwaldbahnchef
Diese Verknüpfung steht jedem ZUB zur Verfügung, wenn er sich an den Rechner setzt, um die Personalbesetzung auszudrucken. Das war in AA so, das war in HH so usw. (Vorschriften der DB AG heißt sie). Das Unternehmen wäre sehr schlecht beraten, wenn es diese Möglichkeit beseitigt.Die Rechner mit den Teamübersichten stehen in jeder Einsatzstelle Zub Fernverkehr. Warst Du schon in der Est in Köln oder Stralsund? Dort hast Du zwar die Möglichkeit, die Teamübersichten Deiner Züge zu drucken, aber sonst ist es Asche mit BKU oder ZRWD. Nur weil das in Leipzig geht (und in einigen wenigen anderen Zub-Einsatzstellen), heißt das nicht automatisch, daß das überall so ist.

Hast Du auch alle Möglichkeiten des Rechners in Leipzig schon durchprobiert? Die Antwort dann bitte lieber als PN, da hier wahrscheinlich noch andere (u.a. von "Guck&Horch") hier wenigstens mitlesen. Außerdem habe ich keine Lust, erneut zum "Tee" gebeten zu werden.

Gruß, Ralf

Altersstarrsinn
25.07.2008, 11:31
[...]

Übrigens sind VV sowieso für den A***. Nachdem meine letzten beiden VV zuerst unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurden - um sie ein oder zwei Jahre später doch zu realisieren - mache ich eben keine mehr.

[...]

Gruß, Ralf


Noch schöner ist es, wenn ein VV in die Tat umgesetzt wird, der VV selbst aber "... aufgrund der Umstrukturierung des VV-Wesens unauffindbar ist". So mir passiert, nachdem ich mit Erstaunen festgestellt hatte, daß mein letzter realisiert wurde, ich aber nichts von der maßgeblichen Stelle hörte und mal nachgefragt hatte. Der Endeffekt ist der gleiche. Ich mache auch keine mehr.


Gruß

A.

Christian S.
25.07.2008, 15:55
Noch schöner ist es, wenn ein VV in die Tat umgesetzt wird, der VV selbst aber "... aufgrund der Umstrukturierung des VV-Wesens unauffindbar ist". So mir passiert, nachdem ich mit Erstaunen festgestellt hatte, daß mein letzter realisiert wurde, ich aber nichts von der maßgeblichen Stelle hörte und mal nachgefragt hatte. Der Endeffekt ist der gleiche. Ich mache auch keine mehr.

Wobei man zur Ehrenrettung des Ideenmanagements hinzufügen muß, daß die auch nur den Verwaltungsakt vollziehen, also Finden des möglichen Entscheiders, Weiterleiten an den möglichen Entscheider, Nachfragen und ein bißchen Säbelwetzen, wenn keine Antwort kommt, und letzten Endes die Information an den Einreicher, was aus dem VV geworden ist, ggf. Prämierung. Entscheiden tun aber andere.

liebe70
25.07.2008, 17:01
Wobei man zur Ehrenrettung des Ideenmanagements hinzufügen muß, daß die auch nur den Verwaltungsakt vollziehen, also Finden des möglichen Entscheiders, Weiterleiten an den möglichen Entscheider, Nachfragen und ein bißchen Säbelwetzen, wenn keine Antwort kommt, und letzten Endes die Information an den Einreicher, was aus dem VV geworden ist, ggf. Prämierung. Entscheiden tun aber andere.

Wenn ich beispielwsweise vorschlage, mal einen kleinen Test auf der Linie 10(A) nur mit ausgewählten Zügen zu machen - nämlich nur in den Zügen, wo ausschließlich Berliner Gastropersonal fährt - und der VV dann erst eine Deutschlandtour von Berlin nach Frankfurt und zurück machen soll... Dabei sitzen die "Entscheider" des RB Ost Fernverkehr mehr oder weniger im gleichen Haus (hier ist es der Berliner Ostbahnhof, und zwar die Seite wo u.a. die GDL-Geschäftsstelle und die Kantine ist). Sowas verstehe ich dann nicht mehr. Dieser "Erfindergeist" geht dabei auch noch völlig verloren. Eine meiner Ideen war, so wie die anderen Kaffeebuden ebenfalls Kaffee mit Geschmack (Karamell und Amaretto, ggf. noch Vanille) zu verkaufen. Dazu nimmt man bevorzugt die ICE 2, wo Berliner Gastropersonal fährt, also 646/656 und 547/557. Damit hat man ein komplettes Zugpaar hin und zurück.

Der Test, einen zusätzlichen Caddyfahrer von Berlin nach Frankfurt zu schicken, damit er dann im 1090 arbeitet und so das Sprinterteam entlastet, ging doch auch ohne großes Brimborium?!

Warum funktionieren bestimmte Projekte einfach so, während für andere erst komplizierte Wege eingehalten werden müssen? :002:

Gruß, Ralf

Altersstarrsinn
25.07.2008, 17:33
Wobei man zur Ehrenrettung des Ideenmanagements hinzufügen muß, daß die auch nur den Verwaltungsakt vollziehen, also Finden des möglichen Entscheiders, Weiterleiten an den möglichen Entscheider, Nachfragen und ein bißchen Säbelwetzen, wenn keine Antwort kommt, und letzten Endes die Information an den Einreicher, was aus dem VV geworden ist, ggf. Prämierung. Entscheiden tun aber andere.

Richtig. Wie ich schon schrieb war dies bei der letzten großen Umorganisation des VV-Wesen. Das schöne daran ist, daß ich den Vorschlag kurz vor seiner Umsetzung noch im Original nebst mitlerweile auf zwei Zentimeter Dicke angewachsener Akte gesehen habe. Kurz danach war er dann nicht mehr auffindbar, der VV aber durchgeführt (war: "Anordnungen über den Zugverkehr" als Lose-Blatt-Sammlung). Geld hätte es sowieso nicht gegeben, Einsparungen waren durch den VV nicht bzw. nur in geringer Höhe zu erwarten. Aber egal, ich mache keine mehr.


Gruß

A.

Gerd Belo
25.07.2008, 21:43
Ich habe nun alles umgewälzt und gelesen, was mit dem Stichwort "Ausbröckelung" zu tun hat. Nichts!

.....983.0202 (Katalog der wichtigsten Mängel am Fahrwerk)....
......Schadenskatalog Radlauffläche (900.0100A01).......



Da hast du richtig Zeit in die Suche investiert!

Ist alles gut und schön. Für den Lokführer ist genau festgelegt, welche Vorschriften er kennen muß. Dazu gehöhren die von dir gefundenen nicht. Die einzige Vorschrift, die Verhaltensweisen bei Störungen am Laufwerk behandelt, ist (für uns) die 983.90. Die kennt keine Ausbröckelungen. Deshalb kann es so etwas beim Fernverkehr NICHT geben, oder? :6:

Tschüß
GERD

liebe70
25.07.2008, 22:57
Für den Lokführer ist genau festgelegt, welche Vorschriften er kennen muß. Dazu gehöhren die von dir gefundenen nicht. Die einzige Vorschrift, die Verhaltensweisen bei Störungen am Laufwerk behandelt, ist (für uns) die 983.90. Die kennt keine Ausbröckelungen. Deshalb kann es so etwas beim Fernverkehr NICHT geben, oder? :6:

Tschüß
GERD

Für den Zub ist auch genau festgelegt, welche (Ko)RiL er kennen muß. Die stehen im Modul 499.9007. Wenn ich die Liste mit dem vergleiche, was mir an (Ko)RiL zugeteilt wurde...

Was mir so alles fehlt (auszugsweise):


099.1001 Handlungshilfe "Psychisch belastende Ereignisse bewältigen"
099.1200 Sicherheit im Zug
493.0401Z07 Tfz bedienen, BR 401, Beschreibung der Bedieneinichtungen der Galley
493.0401Z08 Tfz bedienen, BR 402, Beschreibung der Bedieneinichtungen der Galley
493.0406Z07 Tfz bedienen, BR 403/406, Beschreibung der Bedieneinichtungen der Galley
493.0415Z06 Tfz bedienen, BR 411/415, Beschreibung des Triebzuges für Zugbegleiter
493.0401Z07 Tfz bedienen, BR 411/415 Beschreibung der Bedieneinichtungen der Galley
493.0605Z06 Tfz bedienen, BR 605, Beschreibung des Triebzuges für Zugbegleiter
718.0105 Rangieren und Züge bilden
718.9005 Rangieren und Züge bilden, Fahrzeuge mit Schraubenkupplung kuppeln
926 Energieversorgung der Züge

Wenn ich mit dieser kleinen Bedarfsliste zu unserem Vorplaner gehe... Der schmeißt mich raus, auch durch die geschlossene Tür. :24: :24:

Ich war schon froh, daß ich von ihm ein Handbuch für den ICE 3 bekam. Das aber auch nur, weil ich hinging und danach fragte, als mir "aufgrund meiner langjährigen Erfahrung im Zugprodukt ICE-T die Berechtigung für das Zugprodukt ICE 3 zuerkannt" wurde (O-Ton unseres Qualifizierungsmanagers). Parallel zu dem Schreiben der Zuerkennung bekam ich ein dünnes 6 Seiten starkes A5-Heftchen in die Hand gedrückt, in dem der ICE 3 kurz beschrieben wurde - aber ohne technische Details. Braucht man auch nicht. Der ICE3 ist ja baugleich mit dem ICE-T, nicht wahr? :002:
Leider sah das EBA es genauso. (Hinterher stellte sich heraus, daß das 6-Seiten-Blättchen falsch war und ich bekam ein neues Heftchen, mit ein paar mehr Seiten, aber immer noch ohne technische Details).

Kurz bevor ich dann meine erste ICE3-Fuhre hatte, ging ich also zu unserem Vorplaner und fragte nach dem Handbuch. Er gab mir eins. Auf meine Frage, wann ich es ihm denn zurückgeben solle, winkte er ab. Und die anderen? Tja, die haben halt Pech. Alles klar? Nun habe ich ein Handbuch für den ICE 3 - und die anderen nicht. :6:


Übrigens bin ich folgendermaßen zu meiner "langjährigen Erfahrung im Zugprodukt ICE-T" gekommen:
Als die Leipziger Tf ihre Wackel-Dackel-Einweisungsfahrten machten, hatten die Zub der Est Leipzig und Magdeburg parallel einen eintägigen Dienstunterricht. Dazu gehörte auch eine Fahrt mit der Kiste von Leipzig nach Dresden-Neustadt und zurück. Danach fuhren die Leipziger Zub brav ihren Wackel-Dackel - und die Magdeburger Zub machten Neese.
2001 ging ich nach Berlin. Dort bekam ich eine erneute ICE-Ausbildung, und zwar vom ICE 1/2/T. Den Wackel-Dackel fuhr ich nur hin und wieder, da meine Dienste mich meistens gen Ruhrgebiet oder nach Frankfurt führten - bis dann aus heiterem Himmel die "Zuerkennung" des 3ers kam... :021:

Gruß, Ralf

Trennhuepfer
25.07.2008, 23:04
Für den Zub ist auch genau festgelegt, welche (Ko)RiL er kennen muß. Die stehen im Modul 499.9007. Wenn ich die Liste mit dem vergleiche, was mir an (Ko)RiL zugeteilt wurde...
....

Wenn ich mit dieser kleinen Bedarfsliste zu unserem Vorplaner gehe... Der schmeißt mich raus, auch durch die geschlossene Tür. :24: :24:
....

Und die anderen? Tja, die haben halt Pech. Alles klar? Nun habe ich ein Handbuch für den ICE 3 - und die anderen nicht. :6:

Das schreit ja schon danach sich mal auf Grund der fehlenden Unterlagen die Arbeit einzustellen ...

Gerd Belo
25.07.2008, 23:16
Für den Zub ist auch genau festgelegt, welche (Ko)RiL er kennen muß. Die stehen im Modul 499.9007. Wenn ich die Liste mit dem vergleiche, was mir an (Ko)RiL zugeteilt wurde...

Was mir so alles fehlt (auszugsweise):

----diverses--------

------- schnipp ----------------------------------

Gruß, Ralf

Da fehlt dir ja eine ganze Menge.

Ich bin zwar auch nicht komplett, unsere Gruppenleiter sind da aber hinterher. (Da du, wenn ich recht lese, Berliner bist, schau doch einfach mal bei unseren Gruppenleitern rein. Das eine oder andere werden sie dir bestimmt geben können. Ansonsten sollte es heute kein Problem sein, die von dir genannten Vorschriften zu beschaffen. Die werden bestellt (auch Einzelstücke) und per "Print on demand" gefertigt.

Was aber in dem Vorschriftenverzeichnis nicht berücksichtigt ist: Der imense Berg von Zetteln, den man - speziell nach dem Urlaub - in seinem Postfach vorfindet. Dazu kommen die Aushänge. Da gab es z.B. einen Aushang, der eine Einbesserung zur Betriebsanleitung der BR 475 beschreibt. (Wir sind Berliner, 475 sind alte Stadtbahnzüge und kein TALYS! :004:) Neu hängt eine Weisung, die Korrekturen für die Bedienungsanleitungen diverser Regio-VT beschreibt. Prima. Bei uns können nämlich alle (ausnahmslos!) Talent und Desiro fahren......:021:


Tschüß
GERD

Zugbeleidiger
15.09.2008, 22:15
Sodele. Jetzt hab ich mich auch durch diesen Riesenthread gekämpft. DANKE für diesen Beitrag. Er war nicht nur für die Frischlinge als "Unternehmer an Bord auf Zeit" sondern auch für manchen alten Hasen sehr informativ und hilfreich.
An diesem betreffenden Tag war ich auch unterwegs von Nord nach Süd mit einem unserer langsamen weißen Züge. Vermutlich bin ich sogar an dir vorbei gefahren... Na is ja auch egal.

Irgendwer hat weiter vorn so sinngemäß geschrieben, dass es bei der jetzigen Situation nicht mehr lange dauert, bis es ein weiteres Eschede gibt, wenn es so weiter geht. Dem kann ich nur zustimmen. Der "Fürungsetage" ist es egal, ob die "Kostenstelle mit 2 Ohren" hops geht oder nicht - Die Kostenstelle ist ja ersetzbar und bis zu einem gewissen Grad auch beliebig austauschbar. Ob dem wirklich so ist oder nicht, kann ich nicht nachweisen. Aber es ist mein Eindruck von der Situation in letzter Zeit. Es wir so ziemlich alles mit Hinweis auf den bevorstehenden Börsengang abgeblockt, was mit Geld zu tun hat. Es besteht ein inoffizieller "qualifizierter Ausgabenstopp". Klar offiziell bestätigen wird das niemand, aber dem ist so. Gern bin ich bereit mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen...
Zu meiner Überzeugung passt auch ein Schreiben zum Thema ICE 3 und Achsbruch in Köln. Habs leider nicht dabei, aber ich denke mal alle ZUB`s haben das Pamphlet im Fach gehabt. Ich finds einfach nur lächerlich. Wenn wirklich alles bestens wäre, wie in dem Schreiben behauptet, dann frage ich mich doch, warum hat das EBA die Wartungsintervalle wieder( Weil ja nach Eschede bereits geschehen, aber dann im Laufe der Jahre klammheimlich durch die Hintertür wieder erhöht) herab gesetzt hat? Und wenn wirklich alles in bester Ordnung ist, warum häufen sich dann in letzter Zeit die Probleme mit den Laufwerken der Züge? :007:

Ebenfalls zum Thema und zu meiner Überzeugung passt folgendes-leider nicht mehr so ganz aktuelles Erlebniss:

Teil1:

Die genaue zeitliche Reihenfolge bekomme ich nicht mehr hin, weil das Geschehen wie gesagt schon ein paar Tage zurück liegt und alles mehr oder weniger gleichzeitig passierte.
3er Leistung ICE 506 nach EDO. Wie immer um diese Uhrzeit ist der Zug rappelvoll bis Köln. Aus den verschiedensten Gründen heraus, hab ich es nicht geschafft, bis köln einmal durch meinen Zugteil zu gehen. Zwischen Solingen und Wuppertal spricht mich meine damalige B2 aus KK (seit Mannheim auf meinem Zugteil) via Cordless an. Im Wagen 22 hätte sich eine Reisende bemerkbar gemacht, wegen seltsamer Geräusche und mehr als unruhigem Lauf. Ich solle doch bitte mal persönlich dort erscheinen. Den Loki hätte sie im Übrigen schon verständigt.

[off tropic]Eigeninitiative eines B2? Kommt heutzutage, nicht erst nach Einführung der neuen „Kompetenzen“ des B 2 leider nur noch selten vor und ist deshalb für Lobenswert.[/off topic]

Auf dem Weg in den betreffenden Wagen informiert mich mein Loki ebenfalls über diesen Vorfall-mit dem zusatz, dass er nun bereits mit der BL gesprochen habe und auf dem nächsten geeigneten Bahnhof einen AP Halt gefordert hat. Bis dahin Vmax = 60Km/h. -Reisendeninfo:“Techn.Probleme am Zug. Deswegen verminderte Geschwindigkeit. In Kürze AP Halt zur Untersuchung.Weitere Infos kommen später.“
Im Wagen angekommen höre auch ich ein komisches nicht richtig zuordenbares Geräusch. Eine Mischung aus Heulen, Rumpeln und Kratzen. Die Reisende und meine B2 sagen beide, jetzt sei es schon nicht mehr so schlimm wie vorher bei voller Geschwindigkeit. Zudem sei der Wagen bei schneller Fahrt immer wieder gehüpft und zwar stark. Auch sei der Wagen dabei immer nach rechts und links „gehüpft“. O.K., hört sich gefährlich an und trotzdem habe ich keine Ahnung, wie ich das einordnen soll. Zwischenzeitlich ruft mein mich der Loki wieder an. AP Halt in Wuppertal-Vo(h?)(r?)winkel am Bahnsteig. Die Türen läßt er -noch- zu. Er kommt jetzt hinter. Nachdem er unsere Schilderung des Vorfalles angehört hat, guckt er mit seiner Handlampe die Drehgestelle vom 22er und benachbarten 23er ab auf beiden Seiten. Ergebniss: Nach Augenscheinprüfung nix festzustellen. Drunter kriechen is nich seine Aufgabe und das traut er sich auch nicht. Zu gefährlich. O.K., der die Zugfahrt ist somit hier und jetzt beendet. Zwischenrein ruft die TP an, was denn los sei, warum wir stehen würden. Klasse Kommunikation bei der Bahn... Nachdem die Leut den Sachverhalt von mir und meinem Loki geschildert bekommen hatten, haben sie sofort reagiert. Ich hatte gerade noch Zeit, meine Reisenden zu informieren, dass es hier nich mehr weiter geht, da kam auch schon der Rückruf mit der Ersatzverbindung nach Wuppertal und Dortmund. Kurz darauf-mitten in der Zugräumung rief dann noch die ZTP an und wollte Details wissen. Auch da kam nur „Richtig gemacht. Wenn nicht eindeutig klärbar ist, was es ist oder woran es liegt-Zug stillegen“
Der Zug soll dann mit Schrittgeschwindigkeit ohne Reisende in einen Güterbahnhof von Wuppertal gebracht werden und dort noch einmal genauer untersucht werden durch einen/mehrere Wagenmeister. Soweit – so gut...

Das Positive an der Geschichte war für mich und meinen B1, dass wir nun zu einer längeren Pause in Duisburg gekommen sind. Den Pausenraum von DB-Regio kann ich nur wärmstens empfehlen! Top in Schuß. Das nur mal nebenbei.

Teil 2:

Auf der Heimfahrt kommt in Mannheim ein Kollege aus Karlsruhe als SRK dazu. Und wie das so ist, wenn man etwas Zeit hat – man fängt an mit klönen. Dabei kommen wir auch auf den Vorfall zu sprechen. Je mehr ich davon erzähle, umso hellhöriger wird der Kollege. Als ich fertig bin, fragt er mich nach der Wagennummer des Wagens. Dabei stellt sich heraus, dass der Kollege den GLEICHEN PARK bereits 2 oder 3 Tage vorher von Dortmund nach Karlsruhe-Basel hätte fahren sollen. Dessen Zugfahrt war aber bereits in Hagen Hbf beendet. Gleiches Problem. Ein zufällig mitfahrender Bordtechniker/ Wagenmeister hätte bei einer ersten oberflächlichen Untersuchung eine „Mordsflachstelle“ entdeckt und noch dazu einen Achsschaden/Achslagerschaden. Er hätte dann wohl auch veranlasst, dass der zug in die Werkstatt nach Dortmund kommt. Inwieweit dieser Achslagerschaden betriebsgefährdend war kann ich nicht beurteilen, ich war nicht dabei. Ich kann nur eines sagen: Wenn bei „meinem“ Zug ein solcher Schaden festgestellt werden würde, ich würde keinen Meter weiter fahren. Ausnahme- ein Wagenmeister UND mein Loki sagen ÜBEREINSTIMMEND aus, es ist ungefährlich. Wenn kein Wagenmeister greifbar ist, dann fällt der Zug halt aus. Wie hat uns doch so schön eingetrichtert in all den Jahren: SAFETY FIRST!
Bei dieser Aussage des Kollegen ist es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was hätte passieren können...
Schlimm ist nur, dass dieser Triebzug trotz eines bekannten Schadens wieder in Umlauf genommen wurde. Ob der Zug jemals eine Werkstatt von innen gesehen hat und ordentlich untersucht wurde; und ob bei dieser Untersuchung etwas gefunden wurde, lässt sich von mir nicht nachprüfen.
Ich bezweifele das aber stark.
Ähnliche Erlebnisse können die Kollegen aus den SC berichten, die den Wackeldackel begleiten dürfen.

Solche und ähnliche Erlebnisse lassen bei mir starke Zweifel aufkommen, dass sich die Firma um die Sicherheit und Wohlergehen ihrer Mitarbeiter kümmert. Wie oben bereits erwähnt: Bis zu einem bestimmten Grad sind wir ALLE beliebig untereinander austauschbar. ZUB wie Tf...

VT605
16.09.2008, 00:38
Siehe auch vor ein paar Tagen der 512 in Kraichtal und (ich glaube am selben Tag) der ICE-TD in Lübeck.

Zugbeleidiger
16.09.2008, 13:47
512? Kraichtal? An dem Tag war ich mit 617 unterwegs nach TS und hab mich schon über den Riesenaufwand für eine HO gewundert. Als solche hats die TP mir nämlich angekündigt...

liebe70
17.09.2008, 02:46
Ebenfalls zum Thema und zu meiner Überzeugung passt folgendes-leider nicht mehr so ganz aktuelles Erlebniss:

Geschehen am 01.08.08?


... (außerplanmäßiges Fahrtende des ICE 506 in Wuppertal-Vohwinkel)Die Triebzugnummer war nicht zufällig der 4311? :003:


... (Unterhaltung mit Kollegen über ähnlichen Vorfall einige Tage zuvor)Interessant. Hier weichen meine Infos von Deinen Schilderungen ab. Meine Infos meinen, daß der genannte Tz am Vortag in Köln endete, aus gleichen Gründe und der Wgm auch von einem Lager-/Achsschaden ausging.


Ähnliche Erlebnisse können die Kollegen aus den SC berichten, die den Wackeldackel begleiten dürfen.Nicht nur die. Die 401er, 402er haben auch entsetzlich nachgelassen. Gestern (MOntag) hatte ich in einem WC im ICE 1 das "Vergnügen", daß das Ventilder WC-Spülung sich aufgehängt hatte. Das Wasser lief und lief und lief und ... Da die WC-Schüssel schon voll war, lief das Wasser über und schwappte auf den Teppich im Vorraum .- und lief weiter. Ein Reisender machte das Zub darauf aufmerksam und gemeinsam mit den beiden anwesenden Kollegen der Unterwegsreinigung haben wir


das Wasser abgestellt
das übergelaufene Wasser "aus dem Zug gekehrt"
den Teppich trockengelegt
und die WC im betreffenden Wagen abgeschlossen.

Ich rief dann noch die ZBSL an, das Telefon klingelte und klingelte und klingelte. MIr kam es endlos vor, bis dann doch endlich mal jemand den Hörer auf der anderen Seite der Leitung abnahm. In Frankfurt kam dann auch ein Wagenmeister, der bezettelte die WC-Türen nur noch und meldete das Problem an den Endbahnhof des Zuges vor. Mehr war auch nicht mehr zu machen.


Solche und ähnliche Erlebnisse lassen bei mir starke Zweifel aufkommen, dass sich die Firma um die Sicherheit und Wohlergehen ihrer Mitarbeiter kümmert. Wie oben bereits erwähnt: Bis zu einem bestimmten Grad sind wir ALLE beliebig untereinander austauschbar. ZUB wie Tf...Das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter... Wenn ich an die tolle Technik namens MT 2, Release 1 denke... :002: Mittlerweile fotografiere ich die Fehlermeldungen, sonst glaubt die mir keiner. In den Systemmitteílungen steht dann sinngemäß drin: "Viel Spaß wünscht DB S***el." Da frag ich mich langsam, ob die das absichtlich so verkorkst programmieren? :007:Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Gruß, Ralf

Zugbeleidiger
17.09.2008, 11:01
Geschehen am 01.08.08?

Die Triebzugnummer war nicht zufällig der 4311? :003:

Das Datum stimmt. Tz Nummer bin ich mir nicht mehr sicher. -Könnte aber hinhauen.



Interessant. Hier weichen meine Infos von Deinen Schilderungen ab. Meine Infos meinen, daß der genannte Tz am Vortag in Köln endete, aus gleichen Gründe und der Wgm auch von einem Lager-/Achsschaden ausging.

Der Kollege war sich sehr sicher, dass es Hagen Hbf war.


Ventil der WC-Spülung sich aufgehängt hatte. Das Wasser lief und lief und lief und ... Da die WC-Schüssel schon voll war, lief das Wasser über und schwappte auf den Teppich im Vorraum .

Kenn ich zur Genüge. Hatte gestern Zwei Tz, bei denen das gleiche Problem auftrat.


Ich rief dann noch die ZBSL an, das Telefon klingelte und klingelte und klingelte. MIr kam es endlos vor, bis dann doch endlich mal jemand den Hörer auf der anderen Seite der Leitung abnahm. In Frankfurt kam dann auch ein Wagenmeister, der bezettelte die WC-Türen nur noch und meldete das Problem an den Endbahnhof des Zuges vor. Mehr war auch nicht mehr zu machen.

Klar, mehr wirst du auch nicht erreichen. Das Problem WC ist kein B&S Schaden. Und schließlich kam ja diesebzüglich eine Weisung/Zub-Info raus. Sinngemäß stand da drin: Die ZBSL ist überfordert mit den Bagatellschäden wegen defekten WC.Das Problem ist bekannt.Die Heimatbsl des Zugendbahnhofes kümmert sich um das Problem. I.d.R. bitte per Commi vormelden. Nur in dringenden Fällen ZBSL stören.

Muß ich noch mehr ausführen? Glaube nicht. Wieder Puzzelstück mehr zu meiner Überzeugung...:026:

Zugbeleidiger
29.10.2008, 15:37
Ersatzprogramm ICE 3 oder:Auch hier herrscht das Chaos

Also ihr Lieben, da ich am 27.10. , dem letzten Tag des ICE 3 Ersatzprogrammes das "Vergnügen" hatte via KK nach EDO und zurück via KK-TS nach MH zu fahren, möchte ich mal meine Erlebnisse von gestern hier kund tun.

Die Hinfahrt nach EDO:

ICE 611 kommt in FFLF pünktlich an und sogar, wie lt. ZPAR mit 2 Teilen. Allerorten große Freude. Bis Köln gings dann auch super vorwärts. Nur wußte NIEMAND wo der Anschlußzug der Ersatzzug nach EDO denn nun abfährt? Der ATIC Ticker behauptet: Pünktlich vom GLEICHEN Gleis wie 611. Nun - mit Verlaub gesagt: DAS halte ich für unmöglich, es sei denn die Bahn hat mittlerweile das Beamen bis zur Perfektion weiter entwickelt. :021:
Der Zugchef bekommt von der zuständigen TP auch keine genaue Auskunft:
Entweder auf dem gleichen Gleis, auf dem IHR rein gekommen seid oder am Gleis gegenüber. Je nachdem welches Gleis eher frei wird. O.K., die wissen es offenbar auch nicht so richtig. Klar, wir sind ja auch ein zusätzlicher Zug, der "irgendwie" mit eingepasst werden muss ins Tagesgeschehen. Während unsere vorläufige Parkposition auf der Brücke vor Köln eingenommen haben, rauscht unser Ersatz-ICE an uns vorbei an den Bahnsteig. Dann gehts auch bei uns weiter-an den Bahnsteig. Gegenüber steht der Ersatz-ICE 2801 nach EDO. 1 x Apmz, 2 x Ex-Touristikzugwagen, 1 x Bimz, 2 x Ex-Touristikzugwagen, 1xBpmzf (IC-Steuerwagen) mit einer BR 110 als Zuglok... :005:

Das übliche Chaos tritt ein. Alles raus und drüben rein in den Ersatzpark. div. Fragen nach Platzreservierung und Wagennummern und Speiswagen...

Vom Zugpersonal hatte NIEMAND auch den Schimmer einer Ahnung, wo das Dienstabteil ist, ob der Zug schon vorbereitet ist, ob wir den ICE noch abrüsten müssen etc.. Ich für meinen teil habe extra deswegen, weil ich diese Probleme schon habe kommen sehen, im SC den Tagesdisponenten gefragt danach. Der wußte auch von nix. Kommunikation gleich Null :13:
Also machen wir den Abschluss selber. Müssen die Leut eben noch weiter warten... :106:

Na gut, dann gings endlich los nach EDO mit Vmax=140 Km/h, statt mit ICE Geschwindigkeit von 200 Km/h. Abfahrtsverspätung war, wenn ich mich recht entsinne 15 Min.. Div."Verzögerungen im Betriebsablauf" haben uns dann bis EDO 25 Min. beschert. Der Ärger mit nicht erreichten Anschlüssen gehört ja mittlerweile zum Alltag bei Die Bahn.

Leerpark abfertigen und mit nach EDOB fahren. Mal noch 10 min. Ruhe haben vor der bestimmt nicht weniger nervigen Rückfahrt. Die Infrastruktur in EDO lädt ja nun auch nicht gerade zu längerem Verweilen auf dem Bahnsteig ein. Und auf Currywurst mit Brötchen hatte ich gerade keinen Appetit...

Da ja die BR 110 eine Lok von DB Regio ist, verträgt sich diese nicht mit den Wagen von DB Fernverkehr -> Lok muß in EDOB umlaufen. 10 min. vor der plm. Abfahrt des ICE 612 in EDO kommt die Lok wieder an den Zug. Da es Richtung EDO Probleme mit der Verständigung mit dem Tf gegeben hatte, haben wir das ausprobiert, obs jetzt klappt. Bei der Gelegenheit bekomm ich zu hören:
Du, Kollege. Ich brauch noch einen neuen Bremszettel. In KK sind die Leut wahrscheins davon ausgegangen, dass das ein Wendezug ist. Den alten Bremszettel hab ich schon entsorgt.Wie? Bremszettel? :13: ICH? Ich bin eigentlich gar nicht am Zug. Habe Pause. Naja gut. ehe jetzt von irgendwo noch ein Zfe herzugebeamt werden muß, mach schnell mal einen neuen Bremszettel. Wir wollen schließlich alle heim. MBR möge der Kollege vorn bitte selber eintragen-die kenn ich für den Ersatzzug nicht. Habe keinerlei Unterlagen dafür bekommen-außer einer Wagenliste vom Vorgänger (2801).

Bereitstellung an den Bahnsteig mit bereits 10 Min. Verspätung. Der Kollege vorn steigt ab und kommt hinter.
Ich hab keinerlei Fahrplanunterlagen für diesen Zug auf meiner Lok und auf dem Führerstand vom Steuerwagen is auch nix. Ich geh jetzt zur Aufsicht und besorg mir das Zeugs.
:039:Hm, wer hat hier wohl gepennt? :039:

Weitere 10 min. gehen ins Land und der Kollege kommt wieder. Im vorbei gehen die Ansage
Wenn ich vorn bin kanns los gehen. Fahrplan für 120Km/h. Häh? :007: 120 Km/h - Ich denk 140 Km/h kann die Kiste rollern? Na gut, dann eben mit 120 Km/h - der Kollege wird schon wissen warum. Ändern kann ichs eh nicht mehr...

Abfahrt in EDO als 2892 mit +20 Min. nach KK. Wie auf der Fahrt nach Edo gab es auch auf der Fahrt zurück nach KK div."Verzögerungen im Betriebsablauf". eine davon ist die ganz spitzenmäßig schnelle "Umleitung" via S-Bahn Gleise.
Unser Ankunft in KK wurde dann mit +30 Min. erwartet... :002:

Ein schneller Anruf bei der TP ergab dann, dass der 612 auch 2teilig fährt und am Bahnsteig gegenüber steht. :001: Wenn das kein Grund zur Freude ist...
Auch wurde mir mitgeteilt, dass es wohl jemanden gäbe, der den Abschlußdienst für uns erledigt.

Prima. Also nix wie rüber in den Zug und ab die Post nach MH.

Weit gefehlt-so schnell sind die Leut in Kölle nun auch nicht.

Als nach 5 Min. wartens nach der Fertigmeldung an die ö.A. immer noch nix passiert, spreche ich selbige nochmals an.
Ja, die Fertigmeldung habe ich aufgenommen und weiter gegeben. Warum es jetzt nicht los geht bei Euch kann ich dir nicht sagen. Der zuständige FDL redet nicht mit mir. Ich habe schon 3 x nachgefragt...Also bleibt uns nichts anderes übrig als WARTEN.... bis es los geht. Rechts und Links von uns fahren div. Züge Aus und Ein - nur wir, wir stehen wie angenagelt am Bahnsteig und wissen nicht WARUM :firedevil:

Nach fast 15 Min. wartens geht es dann mit 49Min. endlich mal los.


Guten Abend meine Damen und Herren.Herzlich Willkommen im ICE nach München...

Unser "Führer" vorn in der Kanzel ist sichtlich bemüht, die Verspätung zu reduzieren. An dieser Stelle noch mal ein ganz großes DANKE an den Kollegen aus TS. Du BISCH SUBBER GEFAHRE...:6:
Leider wollte der Rest der Eisenbahnwelt nicht das, was wir auch wollten. Bis nach RM wurde die Verspätung kontinuierlich rausgefahren. Kurz vor oder nach dem Abzw. Kraichtal fällt dann die Sicherung vom LZB-Rechner im Füherestand. :10: beim Caddysurfen

Dumm gelaufen, aber nicht zu ändern. Weiter gehts mit verminderter Geschwindigkeit. Nur noch 200Km/h und andauerndes ausbremsen, lassen uns vermuten, was ein Anruf bei TP und "Führer" bestätigt: 1819 vorraus seit Kraichtal. Der bleibt auch vorne drann bis TS. SUPERLEISTUNG! Von bis dahin knapp 28/29 Min. schaffen wir das bis TS wieder bis fast auf die alte Höhe von 45 Min. :firedevil: Hätte man den 1819 nicht mal beseite nehmen können? 612 =Vmx 250Km/h - 300Km/h // 1819 Vmax= höchstens 200Km/h

Endeffekt nach Richtungwechsel in TS: Weiter mit +47Min. bis MH...


Zu allem Unglück vermissen wir bei uns im Zugteil noch eine Betreuerin, welche eigentlich seit EDG mit dabei hätte sollen bis TS. Auch die TP und der zuständige Fahrmeister konnten die Kollegin nicht finden. Also Unterbesetzung... :002:
Während der Kontrolle im Zug und Service nicht nur in der "Fürsten Klasse" werden wir von den Fahrgästen blöd angemacht und vollgepöbelt. Ich erspare mir hier die detaillierte Schilderung der Beschimpfungen und Beleidigungen. Die Leute sind teilweise extrem ausfallend und sehr persönlich beleidgend geworden... :017:
Ich kann die Leute sogar verstehen, dass sie sauer sind! Das ist das Schlimme an der Geschichte. Denn:

Grund der Geschichte mit Beleidigung und Beschimpfung: INFORMATIONSMANGEL von Seiten der Bahn in KK

Der ICE 612 wurde in KK anscheinend planmäßig ca. 10 min. vor der plm. Abfahrtszeit bereit gestellt - und das wars dann aber auch schon... :20:

Keine Ansage im Zug "Abfahrt verzögert sich, weil etc." Nach 20 min. nach der eigentlichen Abfahrt in KK wurde nach Berichten div. Reisender eine unverständliche Ansage getätigt - auf dem Bahnsteig! und nicht im Zug.


Wenn das tagtägliche Praxis war bzw ist (ICE-T) - dann Gute Nacht Marie!

Ich kann die Kollegen, die den tagtäglichen Kampf mit den ausgefallenen ICE-T bestehen müssen sehr gut verstehen und möchte aber auch um nichts in der Welt tauschen. :13:

Ich habe keine Überblick über das ganze, große Geschehen und die Betreibslage an diesem Tag, aber ich weiß, das es mit etwas gutem Willen und ein klein wenig mehr miteinander reden etwas besser gegangen wäre.


SO haben wir wieder einmal nicht gerade wenig Kunden verprellt.

Ich habe in einer SBB Mitarbeitezeitung etwas gelesen, was ich mir auch für uns wünsche. Da ging es um, ich glaub Supporter heißen die Leut. Da konnte sich das ZP "ausheulen, wenn es wieder mal schlimm kam im Zug mit Beleidigen (und tw. auch bespucken in der S-Bahn Zürich glaub ich). Es stand glaub ich auch drinn, dass der Pilotversuch erfolgreich war und jetzt landesweit eingeführt werden soll.
WARUM führt man so etwas nicht auch bei uns in Deutschland ein? Sind wir dem AG so wenig wert? :007: