Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Leere nach dem Aufprall
imzugvornsitzer
20.03.2008, 20:41
Ich lass den interessanten und wie ich finde guten Artikel der Süddeutschen Zeitung hier mal kommentarlos im Raum stehen...
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/935/164472/
Was soll man dazu sagen...
Es ist Teil unseres Berufes, ein Teil, auf den man sich nicht vorbereiten kann. Es passiert irgendwann, und ich kann mir vorstellen, dass einen so ein Bild nicht mehr loslässt, vor allem, wenn man es bewusst mitbekommt.
Einige Kollegen hatten auch schon "Personenunfälle", manche können darüber reden, viele nicht.
Ich finde, psychologische Betreuung ist nach so einem Vorfall sehr wichtig.
Wenn es auch in dem im Artikel beschriebenen Fall nur teilweise geholfen hat, so wäre ein Psychologe der erste, dem ich auch meine Empfindungen anvertrauen würde.
Mir ist "es" übrigens noch nicht passiert, es muss auch nicht unbedingt sein, aber es war ein paarmal doch recht knapp vorbei....
viele Grüße und frohe Ostern
lippi
war sehr beeindruckt von diesem artikel,
wohl dem, der das noch nicht erlebt hat.
Traurig um den Kollegen :( Die Bilder lassen einen wirklich nicht mehr los. Spreche da aus eigener Erfahrung. Aber ich habs -Gott sei Dank!- recht gut verkraftet. Der Lokführer in mir war stärker als die Ängste es nochmal zu erleben. Ich denke das wichtigste ist, dass man versucht wieder den Alltag zu leben und sich auf keinen Fall irgendeine Art von Schuld gibt. Aber das ist in manchen Augen wohl leichter gesagt als getan.
Guter Bericht auf jeden Fall. Bin erstaunt dass eine Zeitung sich auch mal dieser Seite der Lokführer zuwendet.
Da gibt´s nicht viel hinzuzufügen...
Ludmilla_Fan
20.03.2008, 21:51
Ja, in der Tat.. Gänsehaut, beim lesen des Artikels. Hab den Artikel heute kurz gesehen, als die Dame welche mir gegenüber saß die Süddeutsche gelesen hat, und bin von daher recht froh dass ich den Artikel jetzt hier lesen kann..
Zum Glück hatte ich seit dem 1. November kein solches Erlebnis. Es muss auch nicht sein, doch wie meinte neulich ein Kollege im Führerstand zu mir?
"Es ist wie eine Vergewaltigung, du kannst es dir nicht heraussuchen, wenn es passiert musst du durch. Durchziehen, Pfeifen, Sanden - Und merk dir eins: Schau niemals in das Gesicht der Person. Schau weg. Und lass dir helfen.. Vielleicht nicht von Leuten, welche das Tag für Tag machen, sondern vone iner Person zu der du ein persönliches Verhältnis hast
Auch wenn ich den Vergleich Suizid <-> Vergewaltigung vielleicht etwas heftig finde, hat der Kollege doch recht..
Der Kollege tut mir leid, und ich wünsche ihm dass er es vielleicht eines Tages doch noch verkraftet.
Wollen wir hoffen, dass keiner von uns sowas durchmachen muss..
Nachdenkliche Grüße,
Dominik
Da hat dein Kollege recht! Wenn man noch die Zeit hat sollte man alles tun um nichts mitzubekommen. Hab nach dem durchziehen auch die Augen zu gemacht, die Ohren zugehalten und laut geschrien. Durch das schreien hörst du wirklich nichts mehr weil der Schall ja auch über deinen Schädelknochen übertragen wird.
Ludmilla_Fan
20.03.2008, 22:25
Ob man allerdings in dem Moment so schnell reagieren kann wie man möchte? Ich weiß es nicht.. Wie gesagt, ich wünsch es keinem in die Situation zu kommen und will es auch nicht ausprobieren.. Irgendwo fahren die Gedanken daran jedoch immer im Hinterkopf mit..
Und gerade wenn man an solchen Bahnsteigen wie Neusäß und Westheim vorbeifährt, und dort Schulklassen/Kinder/Jugendliche "rumtollen" sieht... Aber ich schweif zu sehr vom Thema ab..
Dominik
Karibikfan
20.03.2008, 22:38
Interessanter Zeitungsartikel, allerdings sicher schon ein eher krasser Fall. Es gibt auch Beispiele von Kollegen, die mehr als 5 PU hatten und auch immer wieder fahren. Das ist einfach ein sehr sensibles Thema, das wohl jeder anders verarbeitet. Daher ist ein solches Beispiel nicht wirklich repräsentativ.
imzugvornsitzer
21.03.2008, 01:49
Interessanter Zeitungsartikel, allerdings sicher schon ein eher krasser Fall. Es gibt auch Beispiele von Kollegen, die mehr als 5 PU hatten und auch immer wieder fahren. [...] Daher ist ein solches Beispiel nicht wirklich repräsentativ.
Jeder dieser Fälle ist krass. Für alle Beteiligten, egal in welcher Form. Ob du nun einen PU hast oder fünf. Jeder Einzelfall ist schlimm. Letztendlich auch für die andere Seite. Da muss nix repräsentativ sein oder der Statistik entsprechen. :kopfschuettel:
Deiner Aussage entnehme ich, dass du entweder sehr abgebrüht bist oder noch keinen PU hattest. Oder beides. Auch ich hatte bisher Glück und habe es noch nicht 'aktiv' erleben müssen. Da sieht man manches neutraler. Trotzdem stehen hinter solchen Zeitungsartikeln und Meldungen in jedem Fall Schicksale. Auf beiden Seiten. Meine letzte Leiche war ein 22-jähriges Mädel. Hätte sicher in dein "Beuteschema" gepasst. Ob sie hübsch war kann ich dir nicht mehr sagen. Ohne Ausweise aus der am Bahnsteig zurückgelassenen Jacke wäre es schon schwer gewesen sie noch als Mädel zu identifizieren. Für den Kollegen war es auch nicht der erste Fall. Nummer drei oder vier. Er hatte ne verhältnismäßig lange Schicht hinter sich. Noch etwa 30-40 min bis zum Feierabend. Zu Hause wartete seine Frau. Evtl. noch Kinder, das weiß ich nicht. Und so wie er das Mädel ungewollt aus dem Leben gerissen hat, so hat sie ihn aus seinem Leben gerissen. Da ist es egal ob es der erste Unfall ist oder der fünfte. Für die nächsten Tage oder Wochen wird wohl für den Kollegen nichts mehr so gewesen sein wie es zuvor war.
Ich denke der Artikel beleuchtet diese Seite des Berufes sehr gut. In einem für die breite Masse zugänglichen und - zumindest im Vergleich zu manch anderem Blatt - seriösen Medium. Da ist es egal wie viele Unfälle da nun vorangegangen sind oder ob man noch fahrtauglich ist oder nicht. Denn eins bleibt in jedem Fall immer zurück: Die Leere nach dem Aufprall...
Mein lieber Karibifan,
Wahrscheinlich hattest Du noch keine solchen "Personenunfälle", wie die im Zeitungsartikel.
Daher wahrscheinlich auch Deine Behauptung, daß ein solches Beispiel "nicht wirklich repräsentativ ist".
Ich hatte 1993 einen Suizid. Gott sei Dank ist diese Person erst im letzen Moment losgesprinted, so daß ich nur noch den kurzen Aufprall gehört habe.
Daß große Grübeln kam erst viel später, als ich zu hause war.
Kurze Zeit später hatte ich einen Vorfall der mir noch viel mehr zu schaffen machte:
Eine alte Dame überquert einen mit Halbschranken gesicherten Bahnübergang.
Ich war mit einem Güterzug unterwegs.
Sofort gepfiffen, die alte Dame zeigt keine Reaktion.
Schnellbremsung, Dauersanden eingeleitet.
Ich hab ständig gepfiffen und mußte abwarten, ob die alte Dame (wahrscheinlich verwirrt und schwerhörig) es nun noch schafft oder nicht.
Daß war eigentlich viel schlimmer als der Suizid. Zuschauen und nichts tuen können.
Sie hat es dann wirklich in allerletzter Sekunde geschafft, den BÜ unbeschadet zu überqueren. Ich bin an Ihr noch um Haaresbreite vorbeigerauscht und Sie hat sich nicht mal umgedreht, Sie hat wirklich nichts mitbekommen.
An Hand des geschilderten Vorfalls kann man sich vorstellen, wie es ist wenn sich ein
Selbstmörder rechtzeitig ins Gleis stellt, und Du nichts mehr tuen kannst als abzuwarten.
Ich wünsche keinem Lokführer in so eine Situation zu kommem.
Allzeit Gute Fahrt.
opo
Interessanter Zeitungsartikel, allerdings sicher schon ein eher krasser Fall. Es gibt auch Beispiele von Kollegen, die mehr als 5 PU hatten und auch immer wieder fahren. Das ist einfach ein sehr sensibles Thema, das wohl jeder anders verarbeitet. Daher ist ein solches Beispiel nicht wirklich repräsentativ.
Die Behauptung, es handle sich hierbei um einen krassen Fall ist sehr irretierend. Dies ist etwas, was jeder anders verarbeitet, der eine besser, manch anderer schlechter. Der Artikel zeigt, dass dieses Thema wichtig ist und auch im Kollegenkreis darüber gesprochen werden sollte, ohne dass sich jemand "schwach" fühlen muss vor anderen.
Vor 3 Jahren sah ich, wie jemand vor die U-Bahn sprang in der ich saß. Er nahm Anlauf und war weg. Ich bin über ein Jahr keine U-Bahn mehr gefahren und auch jetzt vermeide ich es.
Leuchtturm
21.03.2008, 10:33
STOP !
Jeder verkraftet einen Unfall anders.Der eine steckt so einen Unfall locker weg und kriegt Panik wenn er einen Zahnarztbohrer hört. Der Pathologe trauert Jahrelang um sein Haustier.
Deshalb sollte mit diesem Thema sensibel umgegangen und Betroffene geholfen werden.
Alle Menschen sind nicht gleich sonst müssten wir 24 h Schreinemakers sehen.
Der treue Johannes
21.03.2008, 11:03
ES gibt aber noch weitere Betroffene: die Personen, die diesen Weg wählen.
Unsere Gesellschaft müßte mehr zum Thema Depressionen und ihre Folgen sensibilisiert werden, man darf nie vergessen, daß es sich um eine Erkrankung handelt, die man nur eben nicht sehen kann. Deshalb wird diese oft genug bagatellisiert.
Im allgemeinen wird hier erst reagiert, wenn es zu spät ist. Und Depressionen sind zumeist mit einer derartigen Antriebslosigkeit verbunden, daß der Betroffene nicht selbst die Kraft aufbringt, sich einen geeigneten Psychotherapeuten zu suchen sondern andere Wege aus seinem Leiden wählt...
Und in unserer Gesellschaft gibt es wahrlich genug Gründe für die Entwicklung einer Depression.
Gibt es eigentlich Zahlen darüber, wieviel Prozent der Personenunfälle im DB-Netz Suizide sind und wieviele aus Unachtsamkeit geschehen sind?
In der Stadt haben wir es ja eher mit letzterem zu tun, und glücklicherweise bin ich bisher wo immer ich gerade fahre, verschont geblieben. Aber wir haben auch Kollegen, die schon mehrere tödliche Verkehrsunfälle hatten.
Und ein Vorfall, wo ich zum Beinahe-Zeugen geworden bin, wo das Kind im letzten Augenblick vor dem herannahenden Güterzug zurückgetreten ist, habe ich noch sehr stark in Erinnerung.
Der treue Johannes (Kerstin)
Oberrheinfahrer
21.03.2008, 11:05
Tja was soll man dazu sagen? Mich hat an diesem Artikel geärgert,dass der Kollege so alleine gelassen wurde-keiner von der Führungsriege fühlte sich scheinbar im Stande etwas für das seelische Wohlbefinden zu tun,aber für die ist scheinbar mit unserem "üppigen" monatlichem Schmerzensgeld alles erledigt!!!Da merkt man wieder das du wirklich nur noch eine Nummer bist!!!
Grüße vom Orf
STOP !
Jeder verkraftet einen Unfall anders.Der eine steckt so einen Unfall locker weg und kriegt Panik wenn er einen Zahnarztbohrer hört. Der Pathologe trauert Jahrelang um sein Haustier.
Deshalb sollte mit diesem Thema sensibel umgegangen und Betroffene geholfen werden.
Alle Menschen sind nicht gleich sonst müssten wir 24 h Schreinemakers sehen.
vollkommen richtig. Alles andere ist schwachsinn. Dem ist nichts beizufügen. :rede:
Trennhuepfer
21.03.2008, 11:10
Auch ich muss gestehen, daß ich wie ein Kollege letztens sagte "Quotendrücker", aber durch einige Erkundungsfahrten nicht unvorbelastet bin. Mit den gesehenen Bilder kann ich bislang recht gut umgehen, kann aber nicht sagen, wie ich im Falle eines direkt mich betreffenden PU reagieren würde.
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß betroffene Kollegen darüber reden müssen aber auch wie in dem Artikel beschrieben, Angst haben sich jemandem anzuvertrauen.
dazu ein kleines Beispiel...
vor einigen Jahren saßen wir mit ein paar Leuten in Bierseliger Runde im DSO-Chat zusammen und redeten über allen Scheiß, nur eben nicht über Eisenbahn. Als dann ein Kollege vom FV TS reinkam und nicht so recht mit der Antwort rauskam warum er "Heute so komisch drauf" sei fing er an von seinem Mittags erlebten PU zu erzählen. Sofort trat im Chat eine gespenstische Schreibblockade auf, ein anderer Lokführer und meine Wenigkeit erkannten aber sofort worauf es nun ankam. Wir unterhielten uns ganz offen mit ihm, es wurde auch über einzelheiten geredet und bis ins Detail eingegangen. Einige der anderen Chatter, die sich im Übrigen komplett aus der Sache raushielten und nur mitlasen, fragten per PN ob das sein müsse, der Kollege hat es doch so schon schwer genug. Aber genau dies wäre aus unserer Sicht ein Fehler gewesen. Der Kollege wollte mit jemandem der die Situation auch nur im Ansatz kennengelernt hat besprechen. Einige Tage später hat er sich dann bei uns auch per e-post für die Unterstützung bedankt und das wir ihm mehr geholfen hätten als die "Psychotante von der Bahn".
Was ich damit sagen will ist, daß wir grade im Umgang mit dem Thema PU ruhig mal in die Offensive gehen sollten, auf die betroffenen Kollegen zugehen, mit ihnen reden und zeigen daß sie nicht alleine sind. Wir vorne auf dem Bock sind unschuldig, wir werden als Werkzeug missbraucht nur weil diejenigen zu feige sind sich eine 9mm an den Schädel zu halten und abzudrücken.
Bei Unfällen ist die Ausgangslage eine andere, die Folge aber nicht. Wir sind immernoch das Werkzeug, aber das einer höheren Macht. Ich muss gestehen, daß ich nicht unbedingt an Gott glaube, ich glaube ehr an die Existenz des großen Buch des Schicksals in dem für jeden das Leben vorgetextet ist, insofern kommt jedem seine Zeit wenn sie eben kommen muss.
Meine letzten Sätze waren vielleicht ein wenig heftig, sollte sich jemand davon beleidigt fühlen, so bitte ich hiermit um Entschuldigung.
Wie es schon öfter gesagt wurde: jeder steckt es anders weg.
Aber eine Aussage, das man es nicht als repräsentativen Fall her nehmen kann - das zeugt nach Unwissenheit. Selbst die Kollegen, die es gut wegstecken, haben ganz tief im Inneren auch diese Gedanken - bitte nicht noch einmal.
Ich kann Kollegen nicht verstehen, die sich einen PU auch noch wünschen. Aber große Klappe haben ist ja so einfach.
Ich hatte meinen PU damals in der 10ten Schicht bei der S-Bahn. Es ist ein scheiß Gefühl, wenn man weiß "das schaffe ich nicht mehr". Der Zeitungsartikel zeigt schon serh gut auf, wie die Handlungen währenddessen sind.
Um mich hat man sich sehr gut gekümmert. Kriseninterventionsteam, Notfallmanager, Kollegen, Teamleiter und vorallem Freunde.
Das was Trennhüpfer schreibt, ist vollkommen richtig. Wenn einer von sich aus anfängt, dann auf jeden Fall ihm unter die Arme greifen. Wenn er es dann nicht mag, nicht gleich locker lassen und in ruhiger Minute nochmal fragen wie es ihm so geht. Es sind manchmal auch "Berührungsängste" vom Betroffenen...
Prekarier
21.03.2008, 11:17
Moin
Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern, aber zumindest gibt es heute wenigstens psychologische Betreuung für die betreffenden Kollegen. Vor etlichen Jahren sah das noch ganz anders aus. Nach meinem zweiten PU wollte man tatsächlich von mir, dass ich den Zug noch zum Zielbahnhof bringe, da man sich außerstande sah, einen Ablöser zur Unfallstelle zu bringen!!! Heutzutage undenkbar.
Ich kann nur jedem wünschen, dass er einigermaßen gut darüber hinwegkommt.
Gruß ausm Pott
imzugvornsitzer
21.03.2008, 11:30
Zur umstrittenen Betreuung durch die Führungskräfte möchte ich kurz ansprechen, dass es inzwischen schon ein sehr gutes Interventionsmaßnahmenprogramm der Bahn gibt.
http://betriebliche-wiedereingliederung.sozialnetz.active-web.de/ca/j/hmp/
Ob die Notwendigkeit zu Maßnahmen dann aber durch Führungskräfte auch erkannt wird und entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden, dass steht wohl leider auf einem anderen Blatt. Hier ist denke ich noch ein sehr großer Nachholebedarf vorhanden. Solange die Prioritäten bei der Führung von Personal aber in der Einhaltung von Zahlen (z.B. ES) liegt und nicht darin einen Mitarbeiter wirklich zu führen, wird sich da auch nicht viel ändern.
Dennoch muss man offen sagen, dass dieses Thema bei den Eisenbahnen in Deutschland lange Zeit unter den Teppich gekehrt wurde. Da waren Bahnen anderer Länder (z.B. Niederlande) uns um Längen voraus.
Ein kleines Problem sehe ich auch bei den Privatbahnen in Deutschland. Ich bin mir nicht sicher ob hier immer optimale Wege gegangen werden. Einem Kollegen letztens hat man ein Mail mit einer Adresse einer Klinik geschickt die sich "um solche Fälle" kümmert. Das war wohl mehr nur ein Akt das Gewissen zu beruhigen, als eine wirkliche Hilfe. :kopfschuettel:
Karibikfan
21.03.2008, 12:17
Meine letzte Leiche war ein 22-jähriges Mädel. Hätte sicher in dein "Beuteschema" gepasst. Ob sie hübsch war kann ich dir nicht mehr sagen.
Sei mir net bös, bei allem Spass, aber sowas ist schon etwas arg geschmacklos ... :mad:
Ich denke der Artikel beleuchtet diese Seite des Berufes sehr gut. In einem für die breite Masse zugänglichen und - zumindest im Vergleich zu manch anderem Blatt - seriösen Medium. Da ist es egal wie viele Unfälle da nun vorangegangen sind oder ob man noch fahrtauglich ist oder nicht. Denn eins bleibt in jedem Fall immer zurück: Die Leere nach dem Aufprall...
Mit meiner Aussage wollte ich sicher auch auf keine Statistik oder sonstiges hinweisen, sondern nur darauf, das dieser Fall eben ein besonders "harter" Fall - wie auch immer - ist. Der Kollege hatte eben sehr große Probleme, das Erlebte zu verarbeiten. Dafür mache ich ihm sicher keinen Vorwurf, das ist nunmal alles eine Frage der persönlichen Sensibilität, Einflüssen wie Erziehung etc und - ganz wichtig - auch die Frage des WIE, also wie man es erlebt hat. Er hatte eben besonders großes Pech, vor allem was den letzten PU betraf. Leider ist das alles Schicksal, worauf man keinerlei Einfluss hat.
Aber es gibt eben auch eine ganze Reihe Kollegen, die mit sowas anders umgehen, es anders verarbeiten oder sich z.T. auch wirklich nix draus machen. Da habe ich schon die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Nur da wollte ich mit den Worten "nicht repräsentativ" ausdrücken. Denn es handelt sich um einen Artikel in einer stark nachgefragten Zeitung. Dem Leser schildert der Artikel das Problem sehr gut, jedoch zeigt es ihm eben nur ein Beispiel. Es gibt sowohl mildere, aber auch noch krassere Beispiele, wie sich das Leben des betroffenen Tf danach entwickelt hat. Genanntes Beispiel ist eben nur EIN Beispiel.
Besonders gut gefallen hat mir übrigens die Aussage von Orf - das er sich ärgert, wie wenig Beachtung man dem betroffenen Tf von Seiten der Führung, Vorgesetzten und Kollegen entgegengebracht hat. Denn da könnte man wirklich einiges mehr erwarten - aber nunja ...
imzugvornsitzer
21.03.2008, 12:49
Sei mir net bös, bei allem Spass, aber sowas ist schon etwas arg geschmacklos ... :mad:
Geschmacklos? Ja, stimmt... die ganze Situation ist geschmacklos. Und genau diese "Geschmacklosigkeit" muss der Kollege vor Ort ertragen. Damit im Nachhinein umgehen. Das verändert ein Leben. Wohl dem, der damit gut umgehen kann. Die Gewissheit das "es" passiert ist, den geschmacklosen Anblick, wirst du aber nie wieder los.
Ansonsten kann ich Der treue Johannes nur zustimmen. Auch die andere Seite sollte man als "Betroffene" nicht vergessen. So sehr sie im Moment für den Kollegen als "Täter" herüberkommen, sind sie doch in gewisser Weise doch nur Opfer. Ob nun Opfer der Gesellschaft, Opfer eines Partners, Opfer ihrer selbst... Das wussten sie wohl nur selbst. Mit dem Blick in den Ausweis hat dieses Häufchen Elend für mich eine Identität bekommen. Und damit ihre ganze eigene Dramatik. Und ja, es war geschmacklos. Und derweil war ich nicht einmal aktiv betroffen...
Nachdenkliche Ostergrüße.
Traindriver
21.03.2008, 13:29
Ich hatte auch eine Gänsehaut beim lesen und der Vorstellung dessen!!!
Seit 1982 bin ich Lokführer und fahre immer noch gerne. Mir ist bisher glücklicherweise nur ein Rangierer von der Lok gefallen und war schwer verletzt.
Tiere sind mir öfters vor die Lok gelaufen, daß größte war ein Hirsch.
Aber bisher kein Mensch(es war manchmal knapp, auch durch jugendlichen Leichtsinn am Bahnsteig)!!!!
Ehrlich, daß muß ich auch nicht haben und wünsche es KEINEM!!!!
Wenn sich einer unbedingt umbringen will, dann soll Er das irgendwo heimlich machen oder sonstwo, wo Er/SIE keinen stört!
BITTE NICHT DURCH EINEN ZUG!!!
Vor einigen Jahren hat sich ein Kollege, mit dem ich zusammen gelernt habe, auch vor den Zug geworfen. Es kam nie genau heraus warum, ob wegen Krebs oder Scheidung o.ä.. Der Lokführer von dem Zug war aber zufälliger Weise kein Kollegen dieser Dienststelle. Das stelle ich mir noch krasser vor:
DU KENNST(und erkennst) DEN SELBSTMÖRDER!!! Brrrrrrrrrr:erschreckt:
Leuchtturm
21.03.2008, 13:32
Tja was soll man dazu sagen? Mich hat an diesem Artikel geärgert,dass der Kollege so alleine gelassen wurde-keiner von der Führungsriege fühlte sich scheinbar im Stande etwas für das seelische Wohlbefinden zu tun,aber für die ist scheinbar mit unserem "üppigen" monatlichem Schmerzensgeld alles erledigt!!!Da merkt man wieder das du wirklich nur noch eine Nummer bist!!!
Grüße vom Orf
Und genau das ist mit ein Problem.Das Anbiedern an das Fußvolk wird in Führungskreisen als Schwäche ausgelegt.
Dabei ist in meinen Augen die Unterstützung der Untergebenen in dieser Situation ein Zeichen von Stärke.
Leider sehen das nicht alle so.
Ich stelle mir das ganze sehr schlimm vor. Aus Gesprächen mit diversen TFs kann ich mir ein gewisses Bild machen. Ein TF hat berichtet welche Probleme er nach seinem Unfall hatte. Das war wohl auch ein Hammer. Er kam mit ca. 100 km/h um die "Ecke" und da stand ein Lkw auf dem Bahnübergang. Man musste ihn aus dem Führerstand rausschweißen. Das ganze hat er nie verkraftet und Hilfe bekam er von der DB auch kaum. Gefahren ist er seitdem nie wieder. Bei einem anderen TF ist ein Typ aufgrund des Warnsignal zur Seite ins andere Gleis gesprungen. Nur kam da auch gerade ein Zug und der TF musste sich das Drama von vorne mit ansehen. Das muß ja wohl der absolute Supergau gewesen sein. Ich wünsche jedenfalls allen TFs das sie niemals in irgendeine Unfallsituation kommen. :nicken:
sbb.lokmaster
21.03.2008, 15:21
Die ganze Sache ist eh sehr schwierig zu sehen. Der eine Verarbeitet das recht gut, und ein anderer eben nicht. Ich habe schon Kollegen gesehen, die sind die sogenannten "Kerle wie ein Baum", die eigentlich nichts aus der Spur bringt, und dann haben die einen PU und gehen daran fast kaputt, aber auch andersherum, Leute, die allgemein als recht "weich" gelten, haben damit keine größeren Probleme und fahren nach ein paar Tagen wieder.
Man kann das nicht verallgemeinern. Jeder reagiert anders, und man kann den Menschen bis heute zum Glück nicht hinter die Stirn schauen. Jeder Einzelfall ist auch von der Unfallsituation her anders zu bewerten. Wenn jemand ein Kind überfährt trifft das wohl härter als ältere Personen, aber selbst da gibt es Unterschiede.
Ich habe aus meiner Zeit, wo ich nebenbei im Rettungsdienst tätig war einige Kollegen kennengelernt, und jeder hat das anders aufgenommen. Einer meiner Freunde hat das so mitgenommen, das er sich Wochen Später daheim das Leben genommen hat. Er kam mit damit nicht klar, wobei in diesem Fall die Berichte einiger Revolverblätter auch einen Gewissen Anteil daran hatten, die dem Lokführern eine Mitschuld gaben, obwohl er keine Chance hatte (Ich kenne den Abschlussbericht der Unfallkommission).
Daher sehe ich diesen Bericht, gerade bei so einer doch als renommiert geltenden Zeitung als sehr gut an, und jeder sollte sich darüber Gedanken machen. Bisher hatte ich bisher keine Probleme, aber wer weiß, wie es beim nächsten wird? Das kommt auch auf die Situation an, in der dieser PU entstanden ist.
Traindriver
21.03.2008, 15:58
Bisher hatte ich bisher keine Probleme, aber wer weiß, wie es beim nächsten wird? Das kommt auch auf die Situation an, in der dieser PU entstanden ist.
Genau, jeder PU ist anders und wird auch anders erlebt.
Mal erkennt man die Person oder sieht in Ihr Gesicht, dann der Aufprall ist mal so oder so......
Egal wie, es ist Sch.....!
WÜNSCHE ICH ECHT KEINEM!!!!
sbb.lokmaster
21.03.2008, 16:06
Ich wünsche es auch keinem, aber dennoch, auch wenn es Krass klingt, es muß sich jeder darüber im klaren sein, das Sie oder Er die oder der nächste sein kann. Man sollte sich darüber eigentlich keine Gedanken machen, denn wenn es passiert, passiertes eben. Aber es ist oft genug passiert und es wird leider immer wieder passieren. Es nun mal so, auch wenn es makaber klingt, ein Zug, gerade dann, wenn er noch einigermaßen schnell fährt, ist nun mal eine Todsichere Sache.
Mr. Re421
21.03.2008, 16:35
Wenn ich die Beiträge hier lese haben wir in Deutschland ein ganz erhebliches Defizit bei er Aufarbeitung von Suiziden. Ich wundere mich warum jemand den Kollegen zurück ins Berufsleben begleitet, der diziplanerischer Vorgesetzter ist, durch Mitarbeitergespräche Kollegen beurteilt und der durch seinen Titel als Gruppenleiter fachlich keine Ahnung von PTBS hat und dann im Rahmen einer Begleitfahrt feststellen soll, ob man wieder fahrdiensttauglich ist.
Mit seiner großen Fachkompetenz finde ich es sehr anmassend (vom GL) mit dem Tf genau die Strecke zu befahren, auf der der Suizid geschah. Diese Schocktherapie ist bei Traumatherapeuten sehr umstritten. Was will der GL während einer solchen Fahrt feststellen? Öffnet der Kollege ihm sein Inneres und spricht über seine Gefühle, wenn sein Job davon abhängt? Was macht der gut vorbereitete GL wenn der Tf einen Nervenzusammenbruch erleidet? Ist dem GL denn klar, daß ein Mensch in einer psychischen Extremsituation unberechenbar werden kann?
Meine Meinung ist, die erste Fahrt nach dem Suizid wird grundsätzlich auf einer Strecke durchzuführen, die mit dem Erlebten nichts zu tun hat. Der GL als Vorgesetzter hat bei einer solchen Fahrt nichts zu suchen. Es gab doch beim GB Traktion ein Betreuungskonzept nach Unfällen und da kam der GL meines Wissens nach gar nicht vor, sondern speziell ausgebildete Vertrauensleute.
Ich habe gerade in der DB/ EUK Broschüre "Psychisch belastende Ereignisse bewältigen" gelesen. Im geschilderten Fallbeispiel eines Lokführers wird die erste Fahrt auch mit dem GL absolviert und als große Hilfestellung dargestellt. Naja Konzernpropaganda halt, traurig aber war.
Der in der SZ geschilderte Fall zeigt wohl die bittere Realität.
Karibikfan
21.03.2008, 17:31
Mit seiner großen Fachkompetenz finde ich es sehr anmassend (vom GL) mit dem Tf genau die Strecke zu befahren, auf der der Suizid geschah. Diese Schocktherapie ist bei Traumatherapeuten sehr umstritten. Was will der GL während einer solchen Fahrt feststellen? Öffnet der Kollege ihm sein Inneres und spricht über seine Gefühle, wenn sein Job davon abhängt? Was macht der gut vorbereitete GL wenn der Tf einen Nervenzusammenbruch erleidet? Ist dem GL denn klar, daß ein Mensch in einer psychischen Extremsituation unberechenbar werden kann?
Meine Meinung ist, die erste Fahrt nach dem Suizid wird grundsätzlich auf einer Strecke durchzuführen, die mit dem Erlebten nichts zu tun hat. Der GL als Vorgesetzter hat bei einer solchen Fahrt nichts zu suchen. Es gab doch beim GB Traktion ein Betreuungskonzept nach Unfällen und da kam der GL meines Wissens nach gar nicht vor, sondern speziell ausgebildete Vertrauensleute.
Das entscheidet aber meistens nicht der Gruppenleiter, sondern der Betroffene selbst. Im allgemeinen wird es so gehandhabt, das man nach einem PU und der Genesung erstmal keine feste Schicht fährt, sondern sich mit dem Gruppenleiter irgendeinen Zug aussucht und diesen dann fährt. Ob es die Unfallstrecke ist oder nicht kann normalerweise der Betroffene selbst aussuchen. Ein guter Freund von mir hat es so gemacht, er wollte unbedingt wieder an der Unglücksstelle vorbeifahren. Also hat er sich mit seinem GL so abgestimmt, sie haben sich irgendeinen Zug auf dieser Strecke herausgesucht und sind eben gefahren. Da darf meines Wissens nach keine Vorgabe gemacht werden, sondern sowas sollte immer der Betroffene selbst auswählen und entscheiden.
In allen anderen Punkten gebe ich Dir aber Recht :)
imzugvornsitzer
21.03.2008, 17:41
Na ja, zum einen muss zum Glück nicht jeder Vorfall in einer PTBS für den Mitarbeiter enden. Zum anderen sind eigentlich schon entsprechend geschulte Leute dafür vorgesehen und nicht die Gruppenleiter. Genau aus dem von Mr. Re421 genannten Grund... Fehlende fachliche Kompetenz und oft - nicht zwingend immer - auch ein fehlendes Vertrauensverhältnis. Das Urteil "kann wieder fahren" durch einen Gruppenleiter ist daher sicher nicht viel wert und wird in vielen Fällen eher die Folge einer durch Existenzangst entstandenden Nötigung sein. Ein guter Gruppenleiter würde sich daher so ein Urteil gar nicht anmaßen. Allerdings habe ich eh das Gefühl, dass das Tätigkeitsbild "Gruppenleiter" bei der Eisenbahn (zumindest bei der, bei der ich arbeite...) falsch hinterlegt ist. Mit der Führung von Mitarbeitern hat das in vielen Fällen kaum etwas zu tun. Es scheint eher ein Alibiposten für den Konzern zu sein.
Traindriver
21.03.2008, 18:03
Ich wünsche es auch keinem, aber dennoch, auch wenn es Krass klingt, es muß sich jeder darüber im klaren sein, das Sie oder Er die oder der nächste sein kann. Man sollte sich darüber eigentlich keine Gedanken machen, denn wenn es passiert, passiertes eben. Aber es ist oft genug passiert und es wird leider immer wieder passieren. Es nun mal so, auch wenn es makaber klingt, ein Zug, gerade dann, wenn er noch einigermaßen schnell fährt, ist nun mal eine Todsichere Sache.
Ja, leider ist das ein Risiko unseres Berufes, dem keiner entfliehen oder sich vor schützen kann.
1991 hat sich ein 17jähriger Abiturient hier vor einen Zug am Bahnsteiganfang geworfen. Aber der Zug war mit BR 232 bespannt und sollte hier planmäßig halten. Durch den Bahnräumer der 232er und die niedrige Geschwindigkeit kam der Junge nicht unter die Lok. Er wurde schwerverletzt(linkes Bein ab und Kopf offen) ins KH geflogen und meines Wissens überlebte Er und seine Eltern(bzw. deren Haftpflichtversicherung) mußten der Bahn den Schaden ersetzen.
Idealist
21.03.2008, 23:01
Wenn man so etwas hört und liest, dann denkt man doch darüber nach, ob man diesen Beruf erlernen will oder nicht.
Es gibt Leute, die können das einfach so weg stecken und berufliches von privaten trennen. Aber manche bekommen das Trauma ein Leben lang nicht mehr weg.
Aber ich denke, das es in jeder Branche so schreckliche Sachen passieren können. (z.B. bei der Polizei) die sehen jeden Tag das Elend...
Sehr guter Zeitungsartikel! Respekt!
Vor einigen Monaten nach meinem letzten PU bin ich durch zufall mal auf ein Forum gestoßen (weiß aber nichtmehr wie das hieß) da ging es auch um dieses Thema. Was mich dabei damals total schockierte war, das viele damals dort meineten, das ist halt Berufsrisiko des Lokführers und er wusste ja worauf er sich bei seinem Job einlässt und solche aussagen. Mich hat das damals sooo wütend gemacht diese blödsinngen Aussagen von einigen da.
Klar muss man in seiner Laufbahn damit rechnen das einem soetwas passieren kann, nur man macht ja diesen Beruf nicht mit dem ständigen gedanken daran, das sich jeden Moment jemand vor den Zug wirft. Ein Polizist hat sicherlich auch Probleme damit, nachdem er das erste mal von seiner Waffe gebrauch machen musste, auch bei ihm ist es ja Berufsrisiko und trotzdem bestimmt nicht einfach wenn man das erste mal in so eine Situation kommt.
Mich macht nur manchmal etwas nachdenklich was auch in dem Artikel beschrieben ist. Bei mir ist es so, bin nun grade mal seit fünf Jahren fertiger Tf und habe so einem Mist schon zwei mal durchmachen müssen. Habe mich auch machesmal gefragt, "WIESO ICH schon wieder" andere wie ich hier gelesen habe sind seit 1988 oder so Lokführer, also seit 20 Jahren und habe sowas noch nie erleben müssen. Irgendwie komisch, wie der zufall es machmal so will. Naja ich hoffe mal das ich jetzt erstmal für viele viele Jahre mit diesem Thema durch bin!
sven0403
29.03.2008, 23:30
Bei mir ist es so, bin nun grade mal seit fünf Jahren fertiger Tf und habe so einem Mist schon zwei mal durchmachen müssen. Habe mich auch machesmal gefragt, "WIESO ICH schon wieder" andere wie ich hier gelesen habe sind seit 1988 oder so Lokführer, also seit 20 Jahren und habe sowas noch nie erleben müssen. Irgendwie komisch, wie der zufall es machmal so will. Naja ich hoffe mal das ich jetzt erstmal für viele viele Jahre mit diesem Thema durch bin!
Ich hatte 21 Jahre Ruhe und dann kam es im 2 Jahresrythmus.
Ich glaube aber nicht das das Forum der geeignete Ort ist um sich gegenseitig zu helfen.
Hier lesen zu viele mit, denen dabei die Phantasie durchgeht.
Mich nervt das schon total, jemand fragt was ich arbeite und die nächste Frage lautet garantiert: na schon mal einen überfahren, wie war denn das ?
Damit muss jeder selbst fertig werden um Hilfe zu bekommen, wende ich mich vertrauensvoll an unsere Psychotante, da bleibt die Familie wenigstens halbwegs außen vor.
Vergessen kann ich trotzdem keinen von denen, die mir schlaflose Nächte bereitet haben. R.i.P.
Gruß Sven
lokolenkerin
31.03.2008, 14:19
Keiner von uns konnte sich vorstellen, wie es ist auf einen Menschen zuzufahren
und NICHTS tun zu können.
Man ist ein wehrloses Opfer und wird als Waffe missbraucht.
Ich fände es sehr wichtig, daß man auch mit den jungen Kollegen über dieses
Thema redet. Und zwar nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz
offiziell.
Leuchtturm
31.03.2008, 15:41
Keiner von uns konnte sich vorstellen, wie es ist auf einen Menschen zuzufahren
und NICHTS tun zu können.
Man ist ein wehrloses Opfer und wird als Waffe missbraucht.
Ich fände es sehr wichtig, daß man auch mit den jungen Kollegen über dieses
Thema redet. Und zwar nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz
offiziell.
Offen ja aber nicht Öffentlich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Werther-Effekt
Ich hatte 21 Jahre Ruhe und dann kam es im 2 Jahresrythmus.
Ich glaube aber nicht das das Forum der geeignete Ort ist um sich gegenseitig zu helfen.
Hier lesen zu viele mit, denen dabei die Phantasie durchgeht.
Mich nervt das schon total, jemand fragt was ich arbeite und die nächste Frage lautet garantiert: na schon mal einen überfahren, wie war denn das ?
Damit muss jeder selbst fertig werden um Hilfe zu bekommen, wende ich mich vertrauensvoll an unsere Psychotante, da bleibt die Familie wenigstens halbwegs außen vor.
Vergessen kann ich trotzdem keinen von denen, die mir schlaflose Nächte bereitet haben. R.i.P.
Gruß Sven
Richtig.
Es geht bei diesem Thema um den Schutz der Lokführer und nicht um Nachahmer zu animieren und die neugierte anderer zu Befriedigen.
--taurus--
31.03.2008, 15:59
@Leuchtturm:
Also den Werther-Effekt auf ein Internetforum für Eisenbahner zu übertragen, finde ich schon ein wenig weithergeholt, da hier wohl kaum potentielle Selbstmörder mitlesen.
Viele Grüße,
--taurus--
Leuchtturm
31.03.2008, 16:11
@Leuchtturm:
Also den Werther-Effekt auf ein Internetforum für Eisenbahner zu übertragen, finde ich schon ein wenig weithergeholt, da hier wohl kaum potentielle Selbstmörder mitlesen.
Viele Grüße,
--taurus--
Das meine ich auch nicht sondern die Offizielle Handhabung die Loko meint.
lokolenkerin
31.03.2008, 16:18
Das meine ich auch nicht sondern die Offizielle Handhabung die Loko meint.
Meinst du ein potentieller Selbstmörder macht zuerst eine Ausbildung als Tf?
Mit offiziell meine ich, daß man diese Thematik auch in der Ausbildung ansprechen sollte.
Leuchtturm
31.03.2008, 16:51
Meinst du ein potentieller Selbstmörder macht zuerst eine Ausbildung als Tf?
Mit offiziell meine ich, daß man diese Thematik auch in der Ausbildung ansprechen sollte.
In meiner Ausbildung zum Tf wurde dieses Thema behandelt.
Es gab auch vom Arbeitgeber eine Broschüre und Infomaterial.
Ich dachte Du und "Taurus" meintet vielleicht noch in einer Talkshow oder so.
Mein PU war ein Nachahmersuizid. Mehrere PU´s innerhalb kürzester Zeit an der selben Stelle.
Sensibles Thema, habe ich schon oft gesagt. Mit neuen Kollegen (egal ob jung oder alt) sollte man schon drüber reden - dann ist es bei einem Vorfall nicht mehr ganz so schlimm (je nach der Person und wie sie es verkraftet).
Panki1967
31.03.2008, 20:15
hallo an Alle!
erstmal danke für die Einstellung des Artikels hier!
Ich sage nur eines.... wer meint das es ein krasses Beispiel ist spielt die Tatsache runter!
Verschweigen, wegsehen.. nicht sprechen darüber das ist die Mentalität vieler Leute, Eisenbahner und auch bei den Lokführern!
Wir werden ALLEINE gelassen mit unseren Problemen! Kein Seminar, kein Unterricht kann die Situation erklären und lehren damit "RICHTIG" umzugehen!
Ich habe es erlebt.. ich weiß was das alles in dieser Reportage bedeutet!
ICH WERDE NIE verschweigen was uns allen, damit angetan wird! Ich lüge nicht und ich verschweige nichts....
Das ist meine Meinung zu den nett gemeinten Meinungen über diese Reportage!
Gruß
Panki
...aber es wird einem heute schon mehr und besser geholfen wie es früher war. Vorallem muss man sich wenn auch helfen lassen.
Panki1967
31.03.2008, 21:37
Also... na ja .. wers glaubt...
...aber es wird einem heute schon mehr und besser geholfen wie es früher war. Vorallem muss man sich wenn auch helfen lassen.
ICH bestimmt nicht...
Ich habe mir helfen lassen.... aber nicht von der Bahn... die scheert sich einen "das Wort schreib ich ned" um einen!
lokolenkerin
31.03.2008, 21:45
Also... na ja .. wers glaubt...
ICH bestimmt nicht...
Ich habe mir helfen lassen.... aber nicht von der Bahn... die scheert sich einen "das Wort schreib ich ned" um einen!
So siehts aus.
Das fängt ja schon nach dem Unfall ansich an.
Wenn man dann von sämtlichen Notfallmanagern, Polizisten und Rettungskräften erst
mal ignoriert wird und denen dann nach 3 Stunden einfällt, daß
da vielleicht noch einer sitzt, den das ganze betrifft,
ist das ganz großes Kino :(
Mr. Re421
06.04.2008, 11:42
So siehts aus.
Das fängt ja schon nach dem Unfall ansich an.
Wenn man dann von sämtlichen Notfallmanagern, Polizisten und Rettungskräften erst
mal ignoriert wird und denen dann nach 3 Stunden einfällt, daß
da vielleicht noch einer sitzt, den das ganze betrifft,
ist das ganz großes Kino :(
Auch das leider kein Einzelfall. Mir ist diese Erfahrung als Betroffener zum Glück erspart geblieben, aber einigen Jahren ereignete sich ein PU im Ausrückebereich meiner Löscheinheit (Feuerwehr). Ich kam gerade von einer Fortbildung und hörte über Funk von dem Einsatzgeschehen.Nach der damaligen Alarm- und Ausrückeordnung war die Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehr bei solchen Einsatzstichworten nicht vorgesehen, das war Sache der Berufsfeuerwehr.
Es kam über Funk die übliche Rückmeldung: "P ex, kein Einsatz für den Rettungsdienst, Rüstzug Alarmfahrt abbrechen". Toll dachte ich, an den Lokführer denkt mal wieder keiner. Bin also ohne Einsatzauftrag hingefahren, der Zug stand ca. 500m von der Unfallstelle entfernt, einDosto- Regionalexpress, Steuerwagen voraus. Auf dem Führerstand traf ich Lokführer und Zugführer an, meine erste Frage war ob der Rettungsdienst schon da (beim Lokführer) war, Antwort: "nein".Toll dachte ich, da hat man hier aus Sicht der Feuerwehr eine ziemlich entspannte Lage (keinen zeitkritischen Rettungseinsatz) und trotzdem wird der Lokführer vergessen.
Ich unterhielt mich mit den Kollegen über dies und das bis zum Eintreffen eines verantwortlichen von DB Regio und übergab ihm diesen Teil der Einsatzstelle.
Das Vorgehen der Berufsfeuerwehr ärgerte mich sehr, also rief ich den verantwortlichen Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr an und fragte warum die Betreuung des Lokführers nicht Bestandteil seiner Einsatzmaßnahmen war. Seine Antwort hat mich dann schon sehr erstaunt: "die Bahn hat uns (der Berufsfeuerwehr) versichert, sie kümmere sich bereits um den Kollegen......"
Zur Zeit werden bei der Berufsfeuerwehr für viele Einsatzszenarien sogenannte Checklisten für die Einsatzleiter A- ,B- und C- Dienst entwickelt. Ich werde mal den Amtsleiter fragen, ob es eine Checkliste für "Person unter Zug" gibt und ob die Betreuung des Zugpersonals durch den Rettungsdienst darin geregelt ist.
drehstromer
06.04.2008, 13:06
Diese Ausführungsweise kenn ich leider auch nur zu gut.Beim letzten PU (2003) in Babenhausen (Strecke Aschaffenburg-Darmstadt) schaffte es der erste Helfer (der Rettungsassistent) nach geschlagenen 40min,sich nach meinem Befinden zu erkunden..Nach weiteren 20min tauchten dann die ersten Bahnmitarbeiter(BuPo,Notfallmanager) auf.
Gruß drehstromer
Mir ist bis jetzt zum Glück auch so ein Erlebnis erspart geblieben.
Manchmal erzählen aber Kollegen von ihren Erlebnissen und da bekommt man öfter zu hören, das der Lokführer ziemlich lange warten muß, bis mal einer bei ihm erscheint.
Warum das so ist, kann ich nicht sagen, denn uns wurde mal im Unterricht erzählt, das man sich laut Richtlinien schnell um den Lokführer zu kümmern hat. Der Lokführer hat eventuell einen Schock (http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Gesundheit/s_433.html) durch diese Erlebnisse.
Plötzliches Erschrecken, Angst, Schmerzen usw. können zu einer Erweiterung der Blutgefäße führen und dadurch einen Schock auslösen.
Quelle: verlinkte Seite (http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Gesundheit/s_433.html)
Was ein Schock bedeutet, könnt Ihr in der verlinkten Seite unter "Störung des Kreislaufes" im unteren Teil nachlesen.
drehstromer
06.04.2008, 13:13
Aus eigenem Erleben kann ich nur sagen,das die ersten fünf Minuten die schlimmsten sind.Das Herz pocht dir bis zum Hals und dieses elende Hände zittern...danach hab ich mich immer wieder beruhigt.
Gruß drehstromer
Aus eigenem Erleben kann ich nur sagen,das die ersten fünf Minuten die schlimmsten sind.Das Herz pocht dir bis zum Hals und dieses elende Hände zittern...danach hab ich mich immer wieder beruhigt.
Gruß drehstromer
Ja, aber wenn sich das nicht wieder beruhigt, kann es sehr gefährlich werden. Wenn dann erst nach ein oder zwei Stunden mal jemand zum Lokführer schaut, ist das eindeutig zu spät.
in unserer kleinen bimmelbahn hatten wir zwangsläufig auch schon diverse pu. unser neuer öbl war beim letzten pu mit nem lehrlokführer zusammen fast so schnell da wie polizei und feuerwehr! so hatte der betroffene kollege 2 versierte leute um sich die sich mit ihm beschaftigten, ihm das gefühl gaben nicht alleine dazustehen und daß sich in seinem sinne um seine belange gekümmert wurde. bis hin zum heimweg hat man sich um ihn bemüht und zur seite gestanden.
seit diesem abend haben wir tf wenigstens das gefühl von unseren vordenkern zur kenntnis genommen und in solchen fällen menschlich behandelt zu werden.
ich weiß nämlich wie es ist wenn man nach unfällen herumsitzt, alle irgendwas zu tun haben und bei einem selber das große grübeln einsetzt.....; DAS ist tödlich und gerade in den ersten 2-3 stunden nach dem erlebnis gräbt sich vieles ein wenn man gelegenheit hat alleine ins grübeln zu verfallen...
mir gings besser als ich das erlebte einem altgedienten kollegen beschreiben, mich dazu auslassen konnte. wenn ich sowas bei anderen erlebe werde ich sicher den arsch in der hose haben mich zumindest um den unglücksraben zu bemühen - falsch macht man garantiert nix wenn man sich mit dem hinsetzt und ihn wenigstens nicht alleine sitzen lässt; scheißegal was für eine farbe seine lok hat.....
Hi!
Am Freitag erwischte es einen Cantus-Zug zwischen Eichenberg - Friedland - Göttingen an einem beschrankten Bahnübergang. Ein paar Teile des Verstorbenen lagen weit verteilt an und auf der Strecke. Ein paar Bilder vom Auto, den Menschen und Co sind hier (http://www.goettinger-tageblatt.de/_/tools/diaview.html?_CMTREE=19505&list=1) zu finden. Das ist hart.
drehstromer
06.04.2008, 15:40
Ich persönlich finde den Link mit dem Bild sehr grenzwertig!
Nachdenkliche Grüße vom drehstromer
So war er im Internet zu finden und auch in der Zeitung abgedruckt. Es ist in der Tat grenzwertig, aber ich denke das wir damit umgehen können.
CargoTorte
06.04.2008, 15:46
Nun ja, das Thema ist schon hart und manchmal sehr grenzwertig weil nicht alle dieses Gefühl bereits erlebt haben und auch nicht alle damit umgehen können wenn sich ein gestandener Mann öffnet und unter Tränen das Unglück schildert. Nun, ich habe zum Glück eine starke und hilfreiche Familie, meine Frau und meine Kinder haben mir danach wieder viel Mut und Kraft gegeben, dafür bin ich ihnen heute nachwievor sehr dankbar!
Ich habe gemerkt, daß Abwechselung für mich die beste Medizin war. Rausgehen, spazieren, viel mit den Kindern und der Frau unternehmen und sich einfach mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen.....und wenn das Bild im Kopf wieder hoch kam, sich einfach mal von seiner Frau in den Arm nehmen lassen und die Umsorgtheit geniessen. Mir hat's geholfen, auch wenn ich jetzt immer noch ab und zu Schweißperlen auf der Stirn kriege wenn jemand zu dicht am Bahnsteig steht und ich da durchfahre. Aber das wird sich wohl nie komplett legen. Man soll ja auch nie vergessen und verdrängen, sondern das Erlebte verarbeiten....auch wenn's länger dauert.
Oberrheinfahrer
06.04.2008, 15:57
Ich persönlich finde den Link mit dem Bild sehr grenzwertig!
Nachdenkliche Grüße vom drehstromer
Da stimme ich Dir zu,aber auf der anderen Seite hat Marchi ja nur den Link reingestellt und jeder weis was sich dort verbirgt! Und wer muss soll es halt anschauen!
Grüße vom Orf
Ich war Freitag Mittag schon etwas verwundert, dass in Eichnberg selbst in Gleis 4 (durchgehendes Hauptgleis Bebra - Göttingen) Loks standen, die Richtung Bebra aufgerüstet waren. Dazu Cantuszug am Gleis 6 und noch ein abgebügelter Gz.
CargoTorte
06.04.2008, 16:09
Kein Wunder, wie viele Überholungen gibt es noch wenn du von Bebra kommst? Cornberg, Eschwege West und Oberrieden! Sonst ist doch alles zu, brauchen man sich nicht wundern wenn der Betrieb nicht mehr so flutscht wenn es mal wo klemmt. Aber das ist ein anderes Thema und gehört hier gar nicht hin.
sven0403
07.04.2008, 08:46
Ich hoffe das solche Bilder wie von MarcHi verlinkt, so manchen Irren und geistig Armen zum Nachdenken bringen können.
SO sieht man aus wenn man das rot leuchtende Andreaskreuz und die geschlossene Halbschranke ignoriert !!!!!!!!!!!!!!!:mad::mad:
Gruß Sven
:( Mir tut der Kollege sehr leid. Ich kann ihn leider gut verstehen. ich selbst hatte meinen ersten PU in der Ausbildung gehabt. Gottseidank, und dafür bete ich war es bis jetzt der einzige.
Es ist sehr schade das viele danach den Beruf aufgeben müssen. Ich selber habe einen Bekannten dem es so geht.
Gruss Sven
Der treue Johannes
07.04.2008, 11:14
Ich hoffe das solche Bilder wie von MarcHi verlinkt, so manchen Irren und geistig Armen zum Nachdenken bringen können.
SO sieht man aus wenn man das rot leuchtende Andreskreuz und die geschlossenen Halbschranke ignoriert !!!!!!!!!!!!!!!:mad::mad:
Gruß Sven
Und ich erlebe jede Woche mindestens einmal, wie solche Irren in Immenhausen über den geschlossenen Bü rennen, um mit meiner Tram noch nach Kassel zu fahren. Mit mir jedenfalls nicht. Die können sich die Wartezeit auf die nächste Bahn mit Nachdenken vertreiben...
Ich warte allerdings darauf, daß ich antreten muß, weil ich doch unsere hochgeschätzten Fahrgäste stehengelassen habe.
Ich überlege mir schon ob ich entsprechende Bilder zum Zeigen mitnehme, aber ich glaube bei den meisten nicht, daß das hilft....
Der treue Johannes
sbb.lokmaster
07.04.2008, 12:58
Wenn Du denen was sagst, dann sagen die noch, was ich will, es ist doch nichts passiert, nur das in meinem Zug alle Fahrgäste aufgrund der Schnellbremsung durcheinandergewürfelt wurden. Aber das interessiert die jenigen nicht.
Aber ansonsten mache ich es wie Du, die bleiben stehen. Unsere Dispo wird darüber benachrichtigt, und damit ist es gut. Und seitens der Firma bekommen wir dafür, das wir Leute stehen lassen, die geschlossene Schranken ignorieren, sogar Rückendeckung. Wichtig ist es bei uns halt dafür, das wir unsere Dispo darüber benachrichtigen, das das im Tagesbericht steht.
Ich habe erst am vergangenen Freitag wieder eine Jugendliche hinauskomplimentiert, die durch geschlossen Schranken mit Ihrem Fahrrad gefahren ist. Desweiteren fuhr sie dann mit dem Fahrrad auf dem Bahnsteig, und fuhr sogar noch direkt in den Zug. Da ich dort noch ca. 30 sec. Zeit hatte, ging ich nach hinten in den Fahrgastraum, und sie stieg, gleich das Sie mich erblickte, wieder aus, ohne das ich was sagen mußte. Den verdutzt dreinschauenden Fahrgästen erklärte ich im Vorbeigehen, was sie Sie angestellt hatte, und alle gaben mir recht. Eine junge Mutter mit 2 Kindern meinte, recht so, endlich mal wieder wer, der gegen so was durchgreift.
VT 628 Kutscher
07.04.2008, 16:59
Also ich handhabe das genauso. Wenn ein Beförderungsfall (Fahrgast) keine Zeit hat die offiziellen Wege zum Zug zu nehmen, dann gebe ich ihm eben Zeit auf den nächsten Zug zu warten. In Gießen ist das ganz schlimm. Die Gleise 12-15 Richtung Fulda und Gelnhausen sind nur über einen Treppenabgang von Gleis 11 her zu erreichen. Im Anfangsbereich der Bahnsteige befindet sich noch ein Bohlenüberweg. Selbst wenn noch 10 Minuten Zeit bis zur Abfahrt ist, wird der Bohlenüberweg benutzt. Da fahren sogar welche mit dem Fahrrad drüber, ohne anzuhalten, oder nach rechts und links zu gucken.
Selbst ganze Familien mit Kinderwagen machen da rüber.
Und was machen unsere Herren von der BSG. Stehen am ServicePoint und labern mit den weiblichen Kolleginnen.
Es war schon mehrere Male haarscharf, dann hätte ich einen unterm Zug gehabt. Man kann sagen, daß passiert beinahe täglich.
Aber von Bahnseite her interressiert das keinen. Ich habe schon mehrmals beim TL auf der Matte gestanden deswegen. Und was passiert: NIX!!!
Es muß leider immer erst was passieren, bevor hier etwas gemacht wird.
Und wer ist dann immer der, der darunter leidet. Der TF.
Bei solchen Vorfällen warte ich ab,bis sie sich unmittelbar vor dem Tfz befinden,um dann mit wachsender Begeisterung einen Achtungspfiff abzugeben(natürlich die vorgeschriebenen 3 Sekunden:D:D)
Macht sich beim 642 besonders gut!!!!
Wenn dann die Beförderungsfälle mehrere Tage Ohrensausen hatten....:fackgrin:
Aber so lernt man es am schnellsten und ich kann Euch aus eigener Erfahrung sagen: Es funktioniert
Oberrheinfahrer
07.04.2008, 18:07
Ganz schlimm und immer sehr Risikobehaftet finde ich die Strecken die wir uns im Großraum Karlsruhe mit der Straßenbahn teilen! Dort ist es absolut "üblich" hinter der Bahn über die Gleise zu rennen und wir kommen dann aus der Gegenrichtung!
Wie oft hat es da schon "gepasst".....!!!!
Grüße vom Orf
sbb.lokmaster
08.04.2008, 01:23
Heute hat es sehr gut gepasst. Hatte mich gestern abend noch mit einem von der Bundespolizei darüber unterhalten, das es momentan extrem schlimm ist am Haltepunkt Haagen, da dort die Regiomesse íst, und somit rgelmäßig hohes Fahrgastaufkommen ist. Und eben dieser Bundespolizist fuhr heute mittag mit einem von mir geführten Zug zur Arbeit. Und da fragte er, ob er mal vorne mitfahren kann, damit er sich eventuell ein Bild von dieser Situation aus unserer Sicht machen kann. Und voila, wie auf Bestellung liefen als ich schon stand eine Familie (2 erw. und 2 Kinder) direkt vor meinem Zug über die Gleise. Eigentlich hätte ich schon abfahren können, denn gerade, als diese auf dem Bahnsteig waren, meldete mir der Leuchtmelder, das alle Türen zu waren, aber höflich wie nun mal bin, habe ich noch mal freigegeben, so das diese 4 dann noch einsteigen konnten. Sie dankten auch noch, und nach Abfahrt ging der Bundespolizist nach hinten, als die mit Ihm in Lörrach Ausstiegen, schauten die 4 gar nicht mehr so glücklich. Es war dann eben ein etwas teurerer Messebesuch. Nebenbei habe ich erfahren , das es Schweizer waren, und der Vater Trambahnfahrer in Basel ist. "Super" Kollege und "Super Vorbild" für Seine Kinder.
imzugvornsitzer
09.04.2008, 10:29
Passiert am Montag Morgen... Mein Beileid allen Beteiligten. Diese Mal auch oder gerade "denen im Gleis".
http://www.stwheide.de/html/ehog.html
Karibikfan
09.04.2008, 13:30
Dazu eine Geschichte aus meiner Nahverkehrs-Zeit:
In der Nähe eines Hp gab es eine Olivenplantage. Dort arbeiteten diverse Männer südlicher Herkunft, vor allem Iraner, Pakistani etc. Sie arbeiteten dort im 2-Schicht-System, die Spätschicht endete wohl immer gegen 22:30, sodass sie um 22:55 den Zug nach hause nahmen. Meist kamen sie als größere Truppe von 10-15 Mann daher. Benutzt wurde nie der offizielle (nur unwesentlich weitere) Weg, sondern ein Trampelpfad neben dem Gleis entlang, dann übers Gleis und hinauf auf den Bahnsteig. Die Überquerung des Gleises erfolgte nicht an einer, sondern oft an diversen Stellen entlang des Trampelpfades. Meist waren sie spät dran und der Zug kam angefahren (Tempo 100 km/h). Immer wieder mussten Kollegen, so auch ich, zum Makrofon oder gar zur Schnellbremsung greifen. Ergebnis eines Zp1 waren meistens erhobene Arme, dumme Sprüche und z.T. auch Drohungen.
Einmal reichte es mir, nachdem ich wiederrum eine Schnellbremsung einleiten musste, da ich die Herren im Dunkeln mit ihrer meist dunklen Kleidung nur schwer ausmachen konnte (an dem Trampelpfad gibt es natürlich keine Beleuchtung).
Im "Vorbeigleiten" erkannte ich einen der Übeltäter, der noch schnell gesprungen war und sich aufregte, wie ich denn da schon ankommen könnte etc. Am Bahnsteig ging ich hinter zu den Herren und bat diesen einen Kerl, den Zug zu verlassen. Er weigerte sich und meinte, er hätte ja nix gemacht. Er schob die Schuld auf einen anderen, der aber angeblich gar nicht im Zug sei etc - typische Ausreden halt. Gut, da ich wusste, wo die Truppe aussteigt, rief ich von unterwegs die Polizei dahin und übergab den betroffenen Mann dort den Beamten.
Ein paar Tage später musste ich zur Polizei, zwecks Aussage aufnehmen, dann tat sich erstmal wochenlang nichts.
Dann bekam ich eine Vorladung des Gerichtes als Zeuge. Am Verhandlungstag traf ich im Warteraum den "Angeklagten" mit seiner Frau und einem Freund. Wie sich dann herausstellte, war dieser Freund sein Zeuge. Wir machten also unsere Aussagen. Dabei verstrickte sich der Freund so sehr und so schön einfach in Widersprüche, das selbst der Richter grinsen musste. Auch die Mitleidsnummer seiner mitgebrachten armen Frau konnte den Richter nicht beeindrucken.
Allein meine Anwesenheit an diesem Tag hat ihn 155€ gekostet :D
Die Gesamtkostensumme lag sicher bei über 300€. Das zeigte Wirkung, denn es sprach sich in seinem Kollegenkreis natürlich schnell herum. In den folgenden Tagen und Wochen war immer wieder zu beobachten, wie im Dunkeln der Nacht ein paar Schatten eigentlich gerade das Gleis überschreiten wollten, aber sich bei Annäherung des Zuges schnell abduckten oder - in einem Fall selbst erlebt - schnell in den nebenliegenden Graben sprangen :D
Natürlich half das alles nur eine gewisse Zeit lang. Ein paar Wochen später war schon wieder weniger Respekt der Eisenbahn gegenüber vorhanden. Aber trotz allem, es war sicher eine notwendige Aktion, auch wenn es halt nur einen von vielen getroffen hat.
dazu ein kleines Beispiel...
vor einigen Jahren saßen wir mit ein paar Leuten in Bierseliger Runde im DSO-Chat zusammen und redeten über allen Scheiß, nur eben nicht über Eisenbahn. Als dann ein Kollege vom FV TS reinkam und nicht so recht mit der Antwort rauskam warum er "Heute so komisch drauf" sei fing er an von seinem Mittags erlebten PU zu erzählen. Sofort trat im Chat eine gespenstische Schreibblockade auf, ein anderer Lokführer und meine Wenigkeit erkannten aber sofort worauf es nun ankam. Wir unterhielten uns ganz offen mit ihm, es wurde auch über einzelheiten geredet und bis ins Detail eingegangen. Einige der anderen Chatter, die sich im Übrigen komplett aus der Sache raushielten und nur mitlasen, fragten per PN ob das sein müsse, der Kollege hat es doch so schon schwer genug. Aber genau dies wäre aus unserer Sicht ein Fehler gewesen. Der Kollege wollte mit jemandem der die Situation auch nur im Ansatz kennengelernt hat besprechen. Einige Tage später hat er sich dann bei uns auch per e-post für die Unterstützung bedankt und das wir ihm mehr geholfen hätten als die "Psychotante von der Bahn".
Hallo. Bin neu im Forum und auf den Beitrag aufmerksam geworden.
Ich kann dir nur beipflichten. Dass ihr mit dem Kollegen offen geredet habt, war das beste, was ihr tun konntet.
Ich wünschte, ich hätte damals auch solche Kollegen gehabt, aber leider haben die sich eher rumgedreht, als zu zuhören...
Ich hab 1997 meine Ausbildung zum Eib/T gemacht und noch in der Ausbildung 3Mal! diese Erfahrung machen müssen.
Hatte leider niemanden zum reden, und wenn ich nicht durch meine Zeit als Feuerwehrmann vorbelastet gewesen währe, weiß ich nicht, ob ich`s so gut verkraftet hätte.
Schlimmer als den "vollzogenen" Suizid fand ich folgende Erfahrung:
Strecke Koblenz - Köln (linke Rheinseite); Einfahrt Andernach:
Fahre mit ca. 80 km/h am Bahnsteiganfang an zu Bremsen, als sich eine junge Frau ins Gleis stellt. Habe sofort die Schnellbremse reingehauen und gepfiffen!
Ca. 2-3 Meter bevor mein Zug die frau erfasst hätte sprang sie Gott sei Dank wieder runter! Aber leider war ich schon so weit ran, dass ich ihr direkt in die Augen sehen konnte - DA WAR NICHTS!!!
Weder Angst, noch irgendein anderes Gefühl zu erkennen... Ich hätte auch durch ne Glasscheibe gucken können... Habe lange dran zu knabbern gehabt...
War ein scheiß Gefühl!
Deshalb kann ich nur jedem raten, der in solch eine Situation kommt - AUGEN ZU!!!
Hoffe es kommt kein Kollege in die Situation.
Nachdenkliche Grüße
Kuppelschütz
12.04.2008, 19:09
Passiert am Montag Morgen... Mein Beileid allen Beteiligten. Diese Mal auch oder gerade "denen im Gleis".
http://www.stwheide.de/html/ehog.html
Sehr tragisch...... mein Beileid den Angehörigen.
Ich denk oft, wenn ich nachts an Baustellen vorbeifahre, welch gefährlichen Job die Gleisbauer usw. haben. Ein Schritt zu weit nach rechts oder links und schon kann´s das gewesen sein.
frosch27
13.04.2008, 00:00
Nun,
nachdem hier soviel geschrieben worden ist über Suizid und Unfälle, möchte ich meine Erlebniss hier auch einmal schreiben.Bei mir steht die Zahl:5
Das sind 4 Suizide und ein Unfall.Die Suizide möchte ich nicht hier groß ausbreiten. Dies sind für mich Leute die ihr Leben aus welchen Gründen auch immer wegwerfen. Sie gehen das Risiko ein nicht getötet zu werden, sondern ein Leben lang im Rollstuhl zu sitzen. Für mich allerdings ehrlich gesagt gibt es keinen Grund sein Leben zu beenden, denn es gibt immer eine Lösung auch wenn man ein sehr langes tal der Tränen, wie auch immer geartet, durchschreiten muss.
Nun gut ich habe mit dem Tod als solches viel Berührung gehabt, als damals aktiver Feuerwehrmann einer freiwilligen Feuerwehr, die auch u.a. einen Autobahnabschnitt zu betreuen hatte (Buderus-Kurve) der A40, wo sich bald täglich ein Autofahrer oder Kradfahrer der Tempoüberschreitung straffällig gemacht hat und dabei aus dieser Kurve herausgetragen wurde. Wir hatten Kinder die 50m und mehr aus dem Fahrzeug herausgeschleudert worden waren. Dieses stumpft und härtet irgendwann ab, da mann diese Sachen nicht an sich mehr ranläßt oder eine andere Geschichte wo ein mann seine frau im Fahrzeug angesteckt hatte und wir nicht herangekommen sind, da er in einer Hand eine handgranate hielt und die Kinder dabei zugeschaut haben.undundund
Aber nun zu dem Unfall, der mich bis heute berührt. Ich fuhr mit einem Sonderzug aus Richtung Hösel nach Ratingen Ost.Aus dem Tunnel heraus beschleunigte ich auf 120 km/h. Wer die Strecke kennt weiß, das sie einen linksbogen macht vor der Autobahn in Richtung Ratingen Ost. Wie ich also um die Ecke fliege, sehe ich eine junge Frau über den Trampelpfad gehen mit ihrem Hund. Sie kreuzte meinen Weg. Sie sah mich nicht und hörte mich nicht obwohl ich die Pfeife die ganze Zeit betätigte, soweit ich weiß, betätigte ich sie weit bis nach dem Stillstand.SB rein und warten was passiert.Sie sieht im letzten moment zu mir hoch und wird pfall weiß. Es knallt.Das übliche Prozeder spult sich ab. Feuerwehr und der Notarzt sidn zu hören. Es ist still geworden auf der Lok. Ich sitze alleine da und nehme nicht mehr viel wahr.Alles wirkt nur noch mechanisch.Nach einer gefühlten halben Stunde kommt die Notärztin zu mir auf die Lok. Nach ca 1 Stunde werde ich abgelöst und mit dem Taxi nach hause gefahren. Die Frau findet mann erst auf der Bühne da sie sich so sehr in die Lok hineingefressen hat.Mein TL mewldet sich am nächsten Tag und fragt mal wie es mir geht.Bahnarzt/KUR.
Das habe ich bis heute noch nicht ganz verwunden ,diese Bilder, die Bilder danach, die Bilder der Lok, die Aussagen usw.
G
lokolenkerin
10.05.2008, 00:07
.... und dann wirst du vom Notfallmanager nach Hause gefahren und er verabschiedet dich mit den Worten:
"Aber gell, übertreibe es nicht mit dem Krankfeiern"
@ frosch27
Hattest du in der Kur wenigstens kompetente Therapeuten?
CargoTorte
10.05.2008, 13:48
Zum Thema Notfallmanager eine kleine Anekdote:
Als dieser nach meinem Unfall das Tfz betrat waren seine ersten Worte in Richtung der netten Dame von der BuPol: "Warum sich die Deppen immer tagsüber auf Personenzugstrecken werfen, die sollen das mal lieber nachts auf irgendwelchen Güterzugstrecken machen."
Ehrlich gesagt, ich habe mir ernsthaft überlegt daraus nicht noch was zu machen. An Pietätlosigkeit nicht zu überbieten! Schade das ich in diesem Moment nicht so schnell geschaltet habe und mit anderen Sachen beschäftigt war, sonst hätte er von der 11er absteigen können und sich von unten alles aufschreiben können!
oh man ich hoffe das bleibt mir erspart,das ist echt hart und wenn ich manche kollegen höre die,die pu`s zählen wie frauen die sie hatten macht mir das angst.ich persönlich habe da nen heiden bammel vor allem wenn ich sehe wie leicht sinnig die leute mit ihrem leben spielen.naja vielleicht bin ich ja auch nicht hart genung für den job aber ich hab eangst vor meinen ersten PU
.naja vielleicht bin ich ja auch nicht hart genung für den job aber ich hab eangst vor meinen ersten PU
Na ich glaube nicht, das man besonders hart sein muss, um den Beruf des Lokführers ausüben zu können. Allerdings ist eine gewisse "emotionale Distanz" wohl nicht verkehrt. Ob man so eine Distanz allerdings wirklich aufbauen kann, werde ich wohl auch erst beurteilen können, wenn ich selber in so eine Situation komme. (Und ich hoffe mal, das dies nicht so bald sein wird)
Ich hab auch keine gutes Gefühl dabei, wenn ich daran denke, dass es wohl leider nur eine Frage der Zeit ist, bis es mich erwischt.
Gruss
Koepi09
:002: Einfach nur heftig. Ob sich da mancher Kollege wieder erkannt hat?
Einmannbetrieb
15.05.2008, 19:11
Vor einigen Monaten nach meinem letzten PU bin ich durch zufall mal auf ein Forum gestoßen (weiß aber nichtmehr wie das hieß) da ging es auch um dieses Thema.
Vielleicht eines von denen hier:
http://www.shg-berlin.de
oder
http://www.lokfuehrer-selbsthilfe.de/
Gruß
Mike
Mr. Re421
17.07.2008, 23:31
Durch meine Tätigkeit in der freiwilligen Feuerwehr bin ich auf ein Buch eines Einsatzleiters der Berufsfeuerwehr Düsseldorf aufmerksam geworden. In diesem Buch beschreibt der Autor den Aufbau seines Teams zur Erst- und Folgebetreuung nach belastenden Einsätzen. Er beschreibt auch ausführlich die physischen und psychischen Reaktionen des Körpers auf belastende Ereignisse. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang war für mich folgender Absatz: " Wir Menschen sind Experten unserer Lebenslagen. Wir setzen alles daran, bei extremen Belastungen unser Gleichgewicht wieder herzustellen. Am liebsten alleine. Wir wissen, dass nicht wir verrückt sind, sondern dass die Situation im Unglück verrückt ist..."
Auch wenn dieses Buch nicht unbedingt an unsere Berufsgruppe gerichtet ist, so zeigt sie doch interessante Aspekte der Aufarbeitung bei ähnlich belasteten Berufsgruppen.
Wessen Leselust nun geweckt wurde, das Buch heisst: Brandzeichen und Eisberge
Im Alltag der Katastrophe überleben lernen, Autor Günter Nuth, erschienen im Geest Verlag.
Schweizkutscher
18.07.2008, 01:04
Nun,
nachdem hier soviel geschrieben worden ist über Suizid und Unfälle, möchte ich meine Erlebniss hier auch einmal schreiben.Bei mir steht die Zahl:5
Das sind 4 Suizide und ein Unfall.Die Suizide möchte ich nicht hier groß ausbreiten. Dies sind für mich Leute die ihr Leben aus welchen Gründen auch immer wegwerfen. Sie gehen das Risiko ein nicht getötet zu werden, sondern ein Leben lang im Rollstuhl zu sitzen. Für mich allerdings ehrlich gesagt gibt es keinen Grund sein Leben zu beenden, denn es gibt immer eine Lösung auch wenn man ein sehr langes tal der Tränen, wie auch immer geartet, durchschreiten muss.
Nun gut ich habe mit dem Tod als solches viel Berührung gehabt, als damals aktiver Feuerwehrmann einer freiwilligen Feuerwehr, die auch u.a. einen Autobahnabschnitt zu betreuen hatte (Buderus-Kurve) der A40, wo sich bald täglich ein Autofahrer oder Kradfahrer der Tempoüberschreitung straffällig gemacht hat und dabei aus dieser Kurve herausgetragen wurde. Wir hatten Kinder die 50m und mehr aus dem Fahrzeug herausgeschleudert worden waren. Dieses stumpft und härtet irgendwann ab, da mann diese Sachen nicht an sich mehr ranläßt oder eine andere Geschichte wo ein mann seine frau im Fahrzeug angesteckt hatte und wir nicht herangekommen sind, da er in einer Hand eine handgranate hielt und die Kinder dabei zugeschaut haben.undundund
Aber nun zu dem Unfall, der mich bis heute berührt. Ich fuhr mit einem Sonderzug aus Richtung Hösel nach Ratingen Ost.Aus dem Tunnel heraus beschleunigte ich auf 120 km/h. Wer die Strecke kennt weiß, das sie einen linksbogen macht vor der Autobahn in Richtung Ratingen Ost. Wie ich also um die Ecke fliege, sehe ich eine junge Frau über den Trampelpfad gehen mit ihrem Hund. Sie kreuzte meinen Weg. Sie sah mich nicht und hörte mich nicht obwohl ich die Pfeife die ganze Zeit betätigte, soweit ich weiß, betätigte ich sie weit bis nach dem Stillstand.SB rein und warten was passiert.Sie sieht im letzten moment zu mir hoch und wird pfall weiß. Es knallt.Das übliche Prozeder spult sich ab. Feuerwehr und der Notarzt sidn zu hören. Es ist still geworden auf der Lok. Ich sitze alleine da und nehme nicht mehr viel wahr.Alles wirkt nur noch mechanisch.Nach einer gefühlten halben Stunde kommt die Notärztin zu mir auf die Lok. Nach ca 1 Stunde werde ich abgelöst und mit dem Taxi nach hause gefahren. Die Frau findet mann erst auf der Bühne da sie sich so sehr in die Lok hineingefressen hat.Mein TL mewldet sich am nächsten Tag und fragt mal wie es mir geht.Bahnarzt/KUR.
Das habe ich bis heute noch nicht ganz verwunden ,diese Bilder, die Bilder danach, die Bilder der Lok, die Aussagen usw.
G
Du hast aber inzwischen die Kraft und den Mut darüber zu sprechen und das ist das wichtigste. Du bist dabei die ganze Sache zu verarbeiten.
Ich kann Deine Gefühle nachvollziehen, hab selbst die Zahl 3 im System, 1x Unfall, 2x Suizid, davon ein 13 jähriges Mädchen.
Ich kann auch mit der Zahl 2 aufwarten. Ich bin froh, dass das Suizide waren. So kann ich mein Gewissen damit beruhigen, dass die das so wollten und ich einfach nur Dienstleister war. Sie haben ihren Willen bekommen, ich meinen Job gemacht. Fertig.
Nichtsdestotrotz hat sich das ins Gehirn eingebrannt. Wir sollten uns nicht einreden, das Erlebte überwinden oder gar vergessen zu können. Es geht nicht. Es gehört zu unserem Leben. Wie die Einschulung, die Jugendweihe, die erste Freundin ... Und Folgen bleiben wohl immer irgendwie. Bei mir kommen halt auch immer wieder Gedanken hoch, was wäre, wenn ein Mitglied unserer Familie einfach so von jetzt auf gleich nicht mehr da wäre... Filme, in denen Familien tragisch auseinandergerissen werden, kann/will ich mir gar nicht mehr ansehen. Es krampft sich alles zusammen und Taschentücher sind auch nie genug da...:004: Existenzängste sind das, sagt die Bahnärztin und dass das normal sei nach solchen Erlebnissen. Also gut, lebe ich eben damit. Es führt ja auf der anderen Seite irgendwo auch dazu, dass ich das Familienleben und Zusammensein viel mehr genieße, als vorher.
Im MDR gab es kürzlich einen Film zum Thema. "Verhängnisvolle Augenblicke" hieß der und es ging um die Verarbeitung der Schuldgefühle nach so einem Unfall. Auch um einen Lokführer geht es da. Wer sich das ansehen will, am So, 20.7. wird der Beitrag um 8 Uhr wiederholt. Ein weiteres Mal am Montag, 21.7. um 3 Uhr 20.
Gruß
Jens
EIB_Azubi2008
18.07.2008, 15:39
Ich lass den interessanten und wie ich finde guten Artikel der Süddeutschen Zeitung hier mal kommentarlos im Raum stehen...
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/935/164472/
Hallo imzugvornesitzer,
ich bin durch Zufall auf dieses Thema gestoßen und habe mir den Artikel der Verlinkt ist mal durchgelesen. Als erstes muss ich sagen habe auch Gänsehaut bekommen. Nun habe ich mal 2-3 Fragen hoffe die kann mir jemand beantworten.
Frage 1: Im Artikel steht das jeder TF 3 Suizid fälle hat, ist das wirklich so und zählst das nur für Fernverkehr oder auch für Regio ???
Frage 2: Wird man auf sowas in der Ausbildung speziell vorbereitet ????
Frage 3: Wenn sowas passiert ist darf man danach weiter aktiv im Fahrdienst tätig sein ????
Frage 4: Merkt davon was im FST (Führerstand) von dem Aufprall???
Nicht das ihr denkt ich finde sowas toll aber sind Fragen wo ich selbst keine Antwort drauf habe.
Sorry ........ bitte um Entschuldigung
Mfg
EIB_Azubi2008
imzugvornsitzer
18.07.2008, 16:15
Frage 1: Im Artikel steht das jeder TF 3 Suizid fälle hat, ist das wirklich so und zählst das nur für Fernverkehr oder auch für Regio ???
Das kann natürlich/leider jeden Tf betreffen. Die Zahlen selbst sind nur Statistiken. Der eine hat Glück und bleibt verschont, der andere nicht.
Frage 2: Wird man auf sowas in der Ausbildung speziell vorbereitet ????
Jaein... Es gibt einen Lehrgang zur Stressbewältigung, der auf solche Ereignisse eingeht. Ob man dann aber auf ein solches Ereignis wirklich vorbereitet ist...?!? Das liegt auch sehr viel an jedem selbst.
Frage 3: Wenn sowas passiert ist darf man danach weiter aktiv im Fahrdienst tätig sein ????
Natürlich. Die Frage ist eher ob und wann sich der Kollege wieder in der Lage dazu fühlt.
Frage 4: Merkt davon was im FST (Führerstand) von dem Aufprall???
Jaein.
homeofthechosen
18.07.2008, 16:16
EibAzubi:
Nicht böse nehmen, aber es wäre ganz toll, wenn du den ersten Link entfernen kannst. So einen Scheiss will hier keiner lesen. Solche Internetseiten gehören verboten !!!
Georgeli
18.07.2008, 16:34
EibAzubi:
Nicht böse nehmen, aber es wäre ganz toll, wenn du den ersten Link entfernen kannst. So einen Scheiss will hier keiner lesen. Solche Internetseiten gehören verboten !!!
Von mir bearbeitet und Link gelöscht.
@home: Dank für die Meldung.
EIB_Azubi2008
18.07.2008, 16:37
War gerade Offline. Sorry war echt nicht böse gemeint aber irgendwie war ich auch total geschockt. Wollte mit dem Link keinen zu nahe treten.
Entschuldigung für die Geistige Entgleisung
Oki imzugvornesitzer das ist wahrscheinlich die dunkle Seite dieses Jobs.
Mfg
EIB_Azubi2008
Altersstarrsinn
18.07.2008, 17:34
Hallo zusammen!
Bis jetzt habe ich mich aus diesem Thema herausgehalten, weil man im Ortsdienst mit diesen Seiten des Eisenbahnbetriebes kaum mal in Kontakt kommt. Trotzdem muß ich jetzt mal ein Erlebnis loswerden, daß mitlerweile aber auch 14 Jahra zurückliegt.
Meine Tochter war damal 16 Jahre alt, letztes Schuljahr und war im Sommer zu einer Bauernhof-Fete eingeladen. Big Party, Übernachten in der Scheune usw, volles Programm. Vater hatte nichts dagegen, er hatte Samstag Spätdienst bis 20:00 Uhr und Sonntags Tagesdienst von 05:30 Uhr bis 17:30 Uhr.
Der Sonntag lief normal an, bis dann gegen 10:00 Uhr ein Notruf einging. Knapp vier Kilometer entfernt ein Suizid an einer "berüchtigten" Stelle. Der dort ziemlich hohe Bahndamm geht an dieser Stelle in einen Einschnitt über und wird gerne zur Überquerung genutzt. Zunächst reiner Routine-Ablauf, Strecke gesperrt, Polizei, Notarzt, Feuerwehr alarmiert. Die Notfall-Leitstelle gab es damals noch nicht, sogar den Busnotverkehr mußten wir noch selber organisieren. Nach knapp einer Stunde dann die erste Info: ein Mädchen hatte sich vor den Zug geworfen, 16 Jahre alt, Tochter eines Eisenbahners. Der Bauernhof ist an dieser Stelle knapp einen Kilometer entfernt.
Wie mir jetzt zu Mute war, könnt Ihr Euch vorstellen. Vor allem, als ein Anruf zu Hause (möglichst neutral, um bei meiner Frau keine Panik aufkommen zu lassen) ergab, daß unsere Tochter sich noch nicht gemeldet hatte. Das erste Gefühl war Panik, an der Grenze zur Hysterie. Gleichzeitig mußte man kalt und unbeteiligt bleiben, denn der Betrieb lief ja weiter, nur in einem völligen Durcheinander. Die TPs ordneten Zugübergänge und -ausfälle an, die Fka holte alle fünf Minuten neue Infos über Zugausfälle und Anschlüsse, Tf fragten nach, wann es denn nun weiterginge, die BZ erkundigte sich alle paar Minuten, wie lange es denn noch dauert; jedenfalls, wenn das Telefon nie klingelt, in solchen Situationen hört es nicht auf zu bimmeln.
Gegen 12:00 Uhr meldete sich dann endlich eine Organisation nach der anderen ab, auf dem Schmierblatt konnte man einen "Dritten" nach dem anderen streichen. Ein paar Minuten später meldete sich dann meine Tochter, mir fiel ein Stein vom Herzen.
Das ist jetzt natürlich nicht mit der Situation eines Tf, der direkt betroffen ist, zu vergleichen. Aber Ihr könnt mir glauben, das möchte ich nicht noch einmal durchmachen!
Gruß
A.
homeofthechosen
18.07.2008, 18:03
Ich habe bevor ich zur Bahn gekommen bin und nach meiner Altenpflegeausbildung im Rettungsdienst gearbeitet. Wie man sich sicher vorstellen kann, habe ich dort einige sehr belastende Ereignisse erlebt. Ertrunkene Kinder, schwere Verkehrsunfälle, Suizide .... alles Dinge, über die man am liebsten gar nicht reden möchte und sie vergessen möchte.
Über ein Erlebnis, dessen Bilder ich heute noch vor Augen habe, möchte ich hier berichten. Aber nicht nur weil ich es erzählen will, sondern vielmehr um euch aufzuzeigen, wie wichtig Gespräche und Aufarbeitung sind. Passiert ist das ganze vor fast genau 4 Jahren.
Ein wunderschöner Nachmittag im Sommer, bestes Wetter. Pieperalarmierung für unseren RTW "Einsatzort Baggersee XY ... vermisstes Kind"
Wir fahren "solo", also ohne Notarzt zum Einsatzort, denn es war noch nicht klar, ob überhaupt ein Notarzt benötigt wird.
Naja bei einer Einsatzfahrt baut sich dann Adrenalin auf, nach ca. 15 Minuten sind wir am Einsatzort. Jede Menge Feuerwehren bereits vor Ort, Polizei auch. Die Mutter des Jungen auch da. Auch die Wasserrettung ist vor Ort und macht sich bereit, den See abzusuchen. Man geht aber davon aus, dass der Junge irgendwo im Wald ist und sucht dementsprechend primär dort. Mein Kollege ( jünger als ich, gerade frisch ausgebildet ) und ich stellen den RTW bei der Einsatzleitung ab und haben gute Laune, denn keiner hat mit dem worst case gerechnet. Die Einsatzstelle war bedingt durch die räumlichen Gegebenheiten ziemlich gross. Wir trinken Mineralwasser und schnacken mit den Polizisten.
Dann plötzlich ein Funkspruch "Der RTW zum Seeufer" . Wir fahren dort hin und keiner sagt uns, was uns dort erwartet. Ein mit einem grossen Badehandtuch abgedeckter Körper liegt am Seeufer.
Bei mir stellt sich die Realität ein. Damit haben wir nicht gerechnet. Am See angekommen lief alles, wie drillmässig ausgebildet ab. Notarzt und KRIPO nachfordern. Ich nehme das Kind und lege es auf unsere Trage hinten in den RTW. Es stehen ja auch jede Menge Schaulustige herum. Die Mutter kommt auch in den RTW.
Scheisse, was mach ich jetzt .... 2 1/2 Stunden unter Wasser ..... sichere Todeszeichen sind da .... Gott hilf mir in dieser Situation ..... die Mutter hysterisch, schreit.... weint ........ was soll ich jetzt sagen ???? ...... auf so eine situation bin ich nicht vorbereitet worden ..... es ist wie in einem grossen Theatersaal und 500 leute warten auf mich .......... aber was soll ich tun ......... Ich nehme die Mutter in den Arm ........ tröste sie ( kann man eine mutter in der situation überhaupt trösten ) ........ ICH BIN AM ENDE MEINER MENTALEN KRAFT ...... wieso weine ich nicht ??? ....... was soll ich sagen ??? ..... lieber garnichts sagen ...... mein kollege ist schon längst rausgegangen ...... HILFE !!! ....... endlich ..... notarzt da ....... redet mit der mutter ........ ich bleibe ........ mutter geht mit notarzt raus ........... endlich ist auch ein notfallseelsorger da .......... der leichenwagen kommt ............ packt seinen Silberpfeil aus hinter unser auto ........ ich nehme den jungen von der trage und packe ihn in den sarg ......... sarg zu ..... ab ins auto ........ kripo will noch was wissen ...... ich antworte professionell .......... endlich einsatzende...
Auf der Fahrt nach Hause ..... ich rede mit dem Kollegen, wir witzeln über die Situation ( makaber - aber in der Akutphase eine gute Sache um erstmal wieder zur Ruhe zu kommen ) Wir fahren, auf halber Strecke kommt über Funk direkt der nächste Einsatz. Wieder eine vermisste Person, ältere Frau. Wir sind zwar eigentlich nicht einsatzbereit, müssen den Einsatz aber übernehmen, da wir das einzige freie Fahrzeug in dem Moment sind. Blaulicht an und wir rasen zum Einsatzort. Unsere Ablösung hat mitgedacht. Wir werden am Einsatzort von zwei Kollegen abgelöst ..... und nach Hause gefahren. Hilfsangebote ob wir reden wollen, lehnen wir ab. Nur zur Ruhe kommen.
Eine knappe Woche später kam bei mir der Einbruch und ich fing an zu reden. Mit Kollegen, mit Freunden und Vorgesetzten. Das tat gut. Eine Woche lang alles mit mir rumgetragen, mürrisch gegenüber allen. Jetzt liefen die Tränen und das war auch gut so.
Mein Fazit: Keiner kann sagen, dass belastende Ereignisse, gleich welcher Art spurlos an ihm vorbeigehen. Man lebt hier in einer psychischen Ausnahmesituation - wie in einem "Film". Ich habe beim Rettungsdienst Kollegen zusammenbrechen sehen, von denen ich gedacht hätte, die können alles ab.... jahrzehntelang dabei ..... . Und auch sie weinten.
"Im Einsatz funktioniert man und macht das, was man gelernt hat. Das Zittern und der Zusammenbruch kommen viel viel später. Bei einem früher, beim anderen später."
Eine gute Krisenintervention / Notfallseelsorge / Einsatznachsorge ist immens wichtig.
Jim Knopf BST
18.07.2008, 22:44
Hmmmmm ..., ja, ... kenne es auch!
Den jungen Kerl in Jeansjacke und schwarzer Jeanshose. Den Schnee auf den Feldern, der Bahnübergang, der wartende Zug auf dem Nebenbahngleis, ... und den jungen Mann, der hinter dem Masten hervorgekrochen kommt ...!
Drei Wochen hat es gedauert, ... - habe darüber gegrübelt, warum der Typ da vor mir auf die Gleise gekrabbelt ist. Warum hat er das gemacht ...? War wie im Trance - habe die Autos im Stadtverkehr und die Menschen wie in einem Traum - wie durch einen Schleier wahrgenommen.
Meine damalige Freundin hat mir geholfen. Erst wußte ich nicht, ob ich ihr all das sagen kann. Dann aber hat sie mir Löcher in den Bauch gefragt, ... erst vorsichtig, dann aber doch immer genauer - wollte auch die Bilder wissen, die ich gesehen habe - alles, die Geräusche, das Gefühl!
Das hat gutgetan, konnte alles loswerden. Habe gemerkt, daß meine Freundin die Last mit mir zusammen trägt. Mußte nichts verheimlichen, nichts in mich hineinfressen. Und nach rund drei Wochen bekam ich eine Stinkwut auf den Typen - ... habe das Fenster während der Fahrt aufgerissen und meine Wut aus dem Fenster gebrüllt! Danach war gut! Habe ihm dann sogar in meinem Innersten verzeihen können!
Was aus der Freundin geworden ist ...??? ... Heute ist sie meine Frau :003: - und wir verstehen uns von Jahr zu Jahr immer besser - seit über 13 Jahren :005: !
...
Habe später aber auch als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Notfallseelsorge/Krisenintervention eine andere Seite kennen gelernt. Durfte einen Kollegen vor Ort nach einem PU betreuen. Einfach da sein und verstehen ...
Es ist wertvoll, wenn einer da ist, dem man nicht erst erklären muß, was eine Schnellbremsung ist, oder wie lang so ein Zug braucht, bis er steht. Ein wortloses Verstehen vor Ort, ... einfach nur sagen können, was man gesehen, gehört, gefühlt und getan hat!
Gerade unter Kollegen darüber reden zu können - Kollegen zu haben, die sich nicht umdrehen ...! Das hilft ...! Auch mal offen ansprechen, ... fragen, ob alles o.k. ist, oder ob er/sie mal reden will (ein paar Tage nach dem PU)! Sich Zeit nehmen (mal ´ne halbe Stunde)! ... Nur nicht umdrehen und verschämt wegschauen - nicht so tun, als wäre nichts gewesen! Und wenn dann die Familie den anderen Teil der Belastung noch tragen kann, dann ist das meiste schon gewonnen.
Klar, nicht jeder Kollege ist in der Lage darüber sprechen zu können. Oft reicht aber auch schon nur ein offenes Zuhören und Mittragen der Last. Es braucht meißt keine Antworten - das Verstehen kann auch durch einen Blick gezeigt werden. So viel Berührungsängste braucht keiner davor zu haben. Einfach nur zuhören - aber wirklich zuhören ... und nicht nur abwesend mit dem Kopf nicken!
...
Weiter vorne hat "Einmannbetrieb" einen Link eingestellt, den ich hier noch einmal wiederholen möchte:
http://www.lokfuehrer-selbsthilfe.de/
Wer keine Kollegen, Freunde oder eine(n) Partner(in) hat, mit dem er/sie einfach mal über all das erlebte reden kann ... - hier könnt Ihr anonym Eure Seele ausschütten.
Ich habe die "Erfinderin" dieser HP durch Zufall einmal bei einer Katastrophenschutzübung persönlich kennen gelernt. Ist echt eine patente Frau, keine Therapeutin oder so was ... ! Aber gerade wir Lokführer habe es ihr angetan, ... eben weil sie gemerkt hat, daß wir oft niemanden haben, mit dem wir darüber reden können. Und so kam sie auf die Idee dieses Forum zur Selbsthilfe zu gründen. Ich kann es nur empfehlen.
Hmmmm .... !
Am besten halten wir alle möglichst eng zusammen, wenn einem von uns mal wieder so ein Sch... passiert ist! Das ist immer noch die beste Medizin - und da können wir alle noch sehr viel mehr drauß machen :039: !
Viele Grüße aus dem Frankenland
Jim Knopf BST
frosch27
19.07.2008, 00:32
Wenn ich dies hier alles lese, denke ich werde ich meine anderen Suizide hier auch aufschreiben.
sbb.lokmaster
19.07.2008, 05:19
Wenn ich so die Berichte der Vorposter hier lese, läüft es einem eiskalt den Rücken runter. Vor allem auch die Situation, die Altersstarrsinn beschreiben hat ist wohl die Beschi....., die es geben kann. Vor allem dann, wenn man selber noch im Dienst ist.
Ich hatte ja auch kurz vor dem Event in Koblenz Lützel einen PU, und inzwischen ist da ja etwas Distanz dazu, so das ich noch einiges berichten kann dazu.
Ich werde hier nicht ins Detail gehen. Nachdem ich den Zug nach dem Pu zum halten gebracht hatte "spulte" man sein Programm ab. Notruf an FDL, warten auf rückmeldung, Standortmeldung. Ich war erstaunt, wie ruhig und "Professionell" ich das erledigte. Danach Anruf bei unserer Dispo, der eigentlich, kurze Schilderung der Lage, und Anruf beim ÖBL, der zusagt so schnell wie möglich zur Unfallstelle zu kommen. Dann Einweisen der Rettungskräfte, als diese am Unfallort eintrafen. Als der Notfallmanager Eintraf kurze begrüßung und Vorstellung. Den Polzisten die Personalien gegeben, weiter keine Fragen von dieser Seite an mich, ich hätte eh nicht mehr gesagt zum derzeitigen zeitpunkt.
Dann noch herumärgern mit der Kripo, die unbedingt von mir noch mehr wissen wollten, aber außer meinen Personalien nichts bekamen von mir. Seltsamerweise kamen auch bis heute keine Anfragen wegen einer Aussage, da es sich eindeutig um Suizid handelte. Ich wurde mehrfach gefragt, von der Landes und Bundespolizei von den Feuerwehrleuten und den Sanis, wie es mir denn ginge, und ich war erstaunt, ich nahm das eigentlich emotionslos hin.
Nachdem ich dann den Unfallort, bzw. den Zug verlassen konnte, weil für mich alles erledigt war, wurde ich an der Strasse noch vom Kriseninterventionsteam "abgefangen", die sich auch nach meinem Befinden erkundigten, und nachdem ich denen bestätigte, das es mir derzeit gut ging, gab man mir zur Sicherheit noch eine Visitenkarte mit Tel. nr und Ansprechpartner mit, wenn was sein sollte, damit ich sofort anrufen könne, er oder sein anwesender Kollege kämen dann sofort zu mir, ggf. mit Sonderrechten(Blaulicht). Dann die paar meter gegangen, wo das Taxi auf mich wartete, das den Kollegen , der meinen Zug dann weiterfahren sollte, gebracht hatte, und das mich nun zurück nach Hause bringen sollte. Kurze begrüßung, und die schon obligate Frage, ob es mir gut gehe, und direkt hinterher der Hinweis, wenn was seie, einfach anrufen, das hatte mir natürlich auch unser ÖBL gesagt, wenn was ist, oder man reden will, anrufen. es war einfach gut, das das, was man sonst selbst als Sani oder Kollege gegenüber anderen Kollegen sagt, nun zu einem selbst gesagt wurde.
Ich muß dazu sagen, das das mein insgesammt 3. PU war, wobei zwischen dem 2. und 3. fast 10 Jahre lagen. Wenn ich heute zurückdenke, wie chaotisch, auch von meiner Seite die ersten meldungen, speziell nach dem 1, aber teils auch nach dem 2. abliefen, und wie unorganisiert die Hilfe für die Betroffenen Fahrpersonale(egal ob Tf, Tram-;U-Bahn- oder Starssenfahrzeugführer damals noch war, dann ist das heute schon fast ein paradisischer Zustand.
Nur sollten sich manche Polizeibehörden endlich mal abgewöhnen, von dem Betroffenen Fahrzeugführer gleich an Ort uns Stelle unmittelbar nach dem Unfall ein Aussage "rauszuquetschen". Gerade ein Führer eines Fahrzeuges des öffentlichen Verkehrs(Zu, BUs, Tram etc.) ist ja relativ leicht zu erreichen, es muß doch reichen, wenn der/die Betroffene erst mal seine Personalien angibt.
Bei meinem letzten Unfall wollten weder die Landespolizei, die zufälligerweise mit hingeschickt wurde, weil die Erste Meldung aus der Rettungsleitstelle hieß, das der Unfall sich an einem BÜ zugetragen hätte, was aber nicht der Fall war, als auch die Bundespolizei wollten ja nur meine Personalien haben. Nur die Kripo, die wollte am besten alles direkt, und bis ins letzte Detail haben, am besten noch Schriftlich in 3 facher ausfertigung. So was nervt. Entsprechend pampig wurden die zwei dann auch, als ich denen sagte, wenn die noch was wissen wollen, sollen die sich an die BUPo wenden, denen gegenüber werde ich wenn erforderlich in den nächsten Tagen eine Aussage machen.
Ich kann nur jedem empfehlen, wenn Ihr , was ich keinem wünsche, in eine derartige Situation kommt, macht vor Ort keine Aussage, egal, wie die Euch bedrängen, Ihr braucht nur Eure Personalien angeben, mehr erstmal nicht. Wenn Die zu Euch blöd kommen, dann greift zu einem zwar nicht ganz fairen Mittel, und sagt, euch wird schummrich, und laßt euch von den Sanis versorgen und ggf. mit dem Sanka(RTW) abtransportieren. Es ist zwar nicht ganz fair, so was zu makieren, aber die sind es Euch gegenüber ja im Moment auch nicht. Aber das sollte nur der letzte Notanker sein, denn normalerweise kennen das auch die Polizeibörden, das Ihr direkt vor Ort keine Aussagen machen müsst, und wenn Ihr das nicht wollt, müssen die das akzeptieren, ob die wollen oder nicht.
Aber zurück zu mir. Ich war selber erstaunt, wie ruhig ich das aufnahm, und wie ich damit umging. Gut ich habe ein paar Jahre als Sani gearbeitet, da lernt man schon, so was nicht an sich direkt heranzulassen, aber es ist was anderes, wenn man als Sani den Einsatzbefehl bekommt: "Personenunfall mit Zug, oder ähnlichem". Da kann man sich auf der Fahrt zum Unfallort gedanklich noch drauf einstellen, was einen erwarten könnte, aber wenn Du als Tf fährst, trifft es Dich aus heiterem Himmel unerwartet.
Als ich dann zu Hause eintraf, habe ich direkt den Computer angemacht, ab ins Forum, und geschaut, ist jemand, den Du kennst, online. Ich hatte Glück, und der geschätzte und mir auch persönlich bekannte Kollege Trennhüpfer war im Chat, also rein dort, und Ihm gleich geschlidert, was vor kanpp 2 Std. passiert war. Das tat einfach nur gut, das erlebte nochmals zu berichten, und damit schon mal anzufangen das aufzuarbeiten. Er bot sich an, das ich Ihn hätte anrufen können, wenn ich darüber reden wollte. Ihr glaubt nicht, wie gut das tut, so was zu hören, bzw. zu lesen.
Gut , ich habe keinen Anruf tätigen müssen, aber nochmals danke dafür an Trenny, und an einige weitere Kollegen aus dem Forum, die mir das gleiche angeboten hatten.
Am nächsten Tag, als ich die Dienststelle kam, wußte ja jeder der anwesenden Kollegen, was mir wiederfahren war, und jeder bot sich an, wenn ich reden wollte, er nähme sich die zeit. Das tut einfach gut, auch wenn die meisten von denen, die das anboten, so was selber noch nicht erlebt hatten. Bisher war ich nur der jenige, der Ansprechpartner war, wenn einem Kollegen so was passiert war, nun war ich auch wieder in dieser Situation, das ich die Hilfe angeboten bekam. Gut ich sprach auch mit einigen Kollegn darüber, weil ich spürte, Sie wollten wissen, was genau passiert war. Keiner hatte gesagt, ich solle mal erzählen, aber ich spürte, das einge es halt eb wissen wollten, auch merkten die wohl, das ich das loswerden wollte. Und so habe ich mich mit einigen Kollgen darüber unterhalten.
Interessanterweise habe ich denen allen mehr erzählt, als unserem Betriebspsychologen, was aber auch wohl damit zusammenhängt, weil man die Kollegen gut kennt, und den Betriebspsychologen kannte ich nicht.
Auch in Koblenz habe ich mich dann noch mit einigen Kollegn aus dem Forum darüber unterhalten, wobei wohlgemerkt keiner gefragt hatte, ob ich was sagen wollte, nur diejenigen, die es wußten, weil ich ja nicht Mitarbeiten durfte in Koblenz, da ich ja noch zu diesem Zeitpunkt Krankgeschrieben war, fragten, wie es mr ginge. Hinfahren und dabei sein durfte ich ja , auch weil der Arzt, aber auch der Psychologe meinte, ich solle das auf jedenfall machen, dennes würde gut tun, und nachdem die Firma dagegen auch keine Einwände hatte, fuhr ich halt hin. Es tat gut da zu sein, das half, einfach das Leben so weitermachen, wie es kommt, und sich nichtz zu verstecken. Gut ein anderer braucht vielleicht seine Ruhe, und will nach so einem Ereignis eben nicht so einen Trubel mitmachen, aber da ich einer bin, der gerne was unternimmt, und halt eben gerne Spass hat, ist es wichtig, das auch zu machen, und sich nicht zurückzuziehen. Aber das muß jeder für sich individuell entscheiden, wie Er/Sie sich in den Tagen danach verhalten will. Nur fresst es nicht in euch hinein, redet mit jemandem darüber. Und wenn die Person Eures Vertrauens halt eben ein Kollege/eine Kollgin ist, die Ihr schon lange kennt, dann halt eben mit diesen Personen, vorrausgesetzt, diese Person lehnt es nicht ab, weil sie mit so was nicht umgehen kann.
Wenn Euer Gesprächspartner damit überfordert ist, wenn Ihr ihm so was erzählt, dann sucht euch einen anderen, denn sonst könnte es mehr Schaden als nutzen anrichten sich darüber mit dieser Person zu unterhalten.
Nicht jeder möchte halt gerne mit den Personen Sprechen, die dafür ausgebildet wurden, wie z.B. Psychologen. Ich habe gegenüber solchen Leuten auch so meine Skrupel, denn in der Regel sind das für mich wildfremde Menschen, und denen möchte ich nicht unbedingt mein Seelenleben auf die Nase binden.
Wenn es euch genauso geht, dann hört euch um auf eurer Dienststelle, in der regel findet Ihr immer jemanden, der zuhören kann, und manchesmal stellt man sogar erstaunt fest, das es genau der ist, den man eigentlich am wenigsten Leiden kann. Nur den "Dienststellen Klatschreporter" sollte man sich nicht unbedingt als Gesprächspartner aussuchen, denn dann könnte man es ja gleich niederschreiben, und am Schwarzen Brett aushängen.
Ich jedenfalls habe mit dem Unfall derzeit abgeschlossen(was aber nicht heißen soll, das es nicht nochmal "hochkommt", denn man weiß nie, was in Zukunft sein wird), woran auch einige User aus diesem Forum einen nicht unerheblichen Anteil dran haben. Dafür noch mal Danke.
Ich habe in den letzten 20 Jahren so einge Berichte angehört von Kollegen denen so was passiert war, aber keiner dieser Berichte, auch nur ansatzweise wurde und wird ohne Zustimmung des jenigen an jemand anderen weitergegeben. Wenn ich mal was irgendwo im vertrauten Kreis dazu gesagt hatte, dann nur das, was auch in der Presse zu lesen war. Weil es kommt ja hin und wider schon mal vor, das man sich anläßlich eines anderen Unfalls schon mal über einen weiter zurückliegenden unterhält, und man kann zumindest falsche Sachen ggf. richtigstellen, wenn es dem Schutz und wohl der betroffenen Person dient, aber Namen hat und wird von mir keiner erfahren.
Man, ich wollte nur ein paar Zeilen dazu schreiben, jetzt ist es so viel geworden, ich hoffe ich nerve Euch damit nicht.
Ich bin seit 1987 Lokführer. Ich habe bisher Glück gehabt. Meine Unfälle waren bis jetzt immer ausschließlich Sachschäden. Die erlebten, gefährlichen Situationen sind natürlich ungezählt. Angesichts der bewegenden Beiträge von anderen Usern über erlebte PU`s, hoffe ich, daß mein Glück mir hold bleibt.
sven0403
19.07.2008, 10:41
Ich bin seit 1987 Lokführer. Ich habe bisher Glück gehabt. Meine Unfälle waren bis jetzt immer ausschließlich Sachschäden. Die erlebten, gefährlichen Situationen sind natürlich ungezählt. Angesichts der bewegenden Beiträge von anderen Usern über erlebte PU`s, hoffe ich, daß mein Glück mir hold bleibt.
Genau das wünsche ich uns allen ...... die Realität sieht leider anders aus.
Gruß Sven
das problem dabei ist daß der menschliche geist allzugerne versucht sich dem verarbeiten dieser bösen erlebnisse zu entziehen. ich habe irgendwann an mir beobachtet daß ich mich immer wenn das thema irgendwie aufkam zurückzog und ganz schnell weg wollte - egal wohin, nur weg von dem thema...
das klappt aber nicht weil man dann doch wieder in dieser verdammten schleife hängt aus der man erst wieder nach einiger zeit und ganz schwer rauskommt.
erst seit ich drüber reden konnte, hören daß auch andere sowas durchmachen, daß sie genauso denken und reagieren, erst seitdem stelle ich mich dem ganzen und es geht mir deutlich besser damit!
und nach meinen eigenen erfahrungen habe ich mir geschworen daß ich im falle eines pu auch zu einem unbekannten auf die lok gehe und versuche ihm ein klein wenig zur seite zu stehen soweit es geht. einmal hat es das nun auch schon gegeben - und ich habe selber etwas stärke aus der situation mitgenommen! ich verschließe mich nichtmehr und renne nichtmehr davon weg....
sbb.lokmaster
19.07.2008, 13:44
Die erste schlimme Zeit ist ja die, vom Unfallgeschehen selber bis zum eintreffen der Rettungskräfte. Ich hatte noch nicht erwähnt, das bei meinem letzten Unfall ja auch noch 4 Fahrgäste an Bord des Zuges, und die mußten nun informiert werden. Da war man auch wieder etwas beschäftigt. Vor allem bei den Triebwagen sitzt man ja quasi direkt vor den Fahrgästen, und kann somit sich unter Sie "mischen", die Fragen , die Hektik, die dann entsteht, lenkt auch erst mal ab.
Wesentlich schwieriger ist die Situation bei Güterzügen. Da ist man alleine, bis dann die Rettungskräfte eintreffen. Bei meinem ersten PU hatte ich einen Leerzug, da war die Situation ungleich schwieriger, der erste Unfall dieser Art überhaupt, und man sitzt dort Mutterseelen alleine auf seinem Bock. Diese paar minuten, bis die ersten Rettungskräfte eintrafen kamen mir wie Stunden vor. Ähnlich wird es wohl einem Cargokollegen ergehen, und deshalb ist es auch wichtig, das sich eine dafür abgestellte Person seitens der Rettungskräfte speziel bei Güterzügen des Lokführers annimmt. Zum Glück setzt sich diese erkenntnis, das das sein muß bei den Hilfdiensten immer mehr durch, so das der Tf nicht wie in der Vergangenheit ewigkeiten alleine gelassen wird.
drehstromer
19.07.2008, 22:51
Ich erinner mich leider mehr als zu gut,das ich sage und schreibe 40min gewartet habe,bis sich die erste Person bei mir hat blicken lassen...durch die aufgeklappten Taurusspiegel konnte ich das Geschehen am Zugende verfolgen.Als sich dann ein Rettungssanitäter als Erster zur Lok bequemte,erntete ich ein müdes Lächeln,als ich nebenbei erwähnte:"Schön das mal einer kommt.Um den kläglichen Rest da hinten (es war ein Suizid) kümmert ihr euch,aber das ich hier schon dreimal nen Herzkasper bekommen habe...".
Nach ner Stunde schafften es dann auch endlich die DB Mitarbeiter in Form von Notfallmamager mit BuPo im Schlepp zur Lok.
Gruß drehstromer
Puuuh, ganz schön ergreifende Geschichten!
Ja die ersten Minuten bis endlich mal jemand da ist, der sich um einen kümmert vergehen am langsamsten und scheinen Stunden zu dauern.
Bei meinem zweiten Fall war das auch so. Da kam auch erst mal nix. Keine Feuerwehr, kein Krankenwagen, keine Polizei. Und das obwohl es direkt neben einem Krankenhaus passiert war! Aber alle ihre RTW/NAW waren irgendwo unterwegs. Irgendwann rief ich den Fdl erneut an, ob er mein "Problem" auch weitergemeldet habe, weil immer noch niemand da ist! Hatte er zwar, aber auch ihm kam das dann schon komisch vor und er rief erneut an. Und irgendwann erschien auch endlich mal die Polizei als erste Hilfstruppe am Ort. Na gut, zu "helfen" war nicht viel. Die Person war absolut stumm und lag an einer Stelle unterm Zug, wo kein Rankommen war. Das zweite eintreffende Auto war dann schon unsere Bereitschaft mitsamt der Ablösung! Genervt haben mich dann hinterher nur in beiden Fällen die zwangsweisen Besuche in den Notaufnahmen anliegender Krankenhäuser. Das dauert unnötig lange und hinterher durfte ich auch nie mit dem eigenen Auto nach Hause fahren. Das fand ich auch ätzend! "Du bist zu aufgeregt dafür!" hieß es immer. Toll, also am nächsten Tag mit den Öffentlichen wieder zur Arbeit, um das Auto abzuholen *grummel*. Im Krankenhaus war dabei auch nur Blutdruck messen angesagt und dann gab es jedes Mal ein nettes Becherchen mit einer Beruhigungstablette mit nach Hause. Als ich beim zweiten Mal wieder viel zu Früh von Arbeit kam und meiner Frau mit dem Pillenbecher klappernd ("Guck, mal was die Frau Doktor mir wieder geschenkt hat!") entgegen lief, wusste sie gleich Bescheid: Badewasser einlassen und 'ne Flasche Roten dazustellen. :009::004:
Eine Lanze muss ich aber mal für die Kripo brechen. Deren Fragerei hat ja einen Grund: Die müssen Fremdverschulden ausschließen. Und sollte es Zweifel daran geben, dass es ein Suizid war, müssen die das so früh wie möglich wissen. Deshalb "nerven" die auch von Anfang an. Ist ihr Job.
Gruß
Jens
tickettussi
20.07.2008, 09:06
Im MDR gab es kürzlich einen Film zum Thema. "Verhängnisvolle Augenblicke" hieß der und es ging um die Verarbeitung der Schuldgefühle nach so einem Unfall. Auch um einen Lokführer geht es da. Wer sich das ansehen will, am So, 20.7. wird der Beitrag um 8 Uhr wiederholt. Ein weiteres Mal am Montag, 21.7. um 3 Uhr 20.
Gut gemachter sachlicher Bericht. Lohnt sich wirklich anzuschauen, oder vielleicht aufzunehmen. Letzte Gelegenheit: Nacht zum Montag, 21.07. um 3 Uhr 20 im MDR
Schwarzwaldbahnchef
20.07.2008, 11:13
Ich hab mir jetzt alle Beiträge gut durchgelesen und werde beim nächsten derartigen Notfallmanagereinsatz noch mehr als bisher versuchen, auf das wirkliche Opfer des Vorfalls einzugehen. Ich hab zwar bisher schon versucht, immer so schnell wie möglich zum Tf zu kommen, aber man wird einfach zu oft von Hinz und Kunz aufgehalten. Ein Riesenproblem, daß aber nicht zu Eurem werden sollte!
Die Betreuung des Tf wird uns immer sehr ans Herz gelegt in der NMG-Fortbildung, man weiß aber auch, daß der NMG ja meistens der Alleinunterhalter vor Ort ist.
Persönlich werd ich zukünftig schneller versuchen, die ganzen Beteiligten sich erst mal selbst zu überlassen, wenn die Gleise gesperrt sind, und nach vorn zu gehen!
Ich hab mir jetzt alle Beiträge gut durchgelesen und werde beim nächsten derartigen Notfallmanagereinsatz noch mehr als bisher versuchen, auf das wirkliche Opfer des Vorfalls einzugehen. Ich hab zwar bisher schon versucht, immer so schnell wie möglich zum Tf zu kommen, aber man wird einfach zu oft von Hinz und Kunz aufgehalten. Ein Riesenproblem, daß aber nicht zu Eurem werden sollte!
Die Betreuung des Tf wird uns immer sehr ans Herz gelegt in der NMG-Fortbildung, man weiß aber auch, daß der NMG ja meistens der Alleinunterhalter vor Ort ist.
Persönlich werd ich zukünftig schneller versuchen, die ganzen Beteiligten sich erst mal selbst zu überlassen, wenn die Gleise gesperrt sind, und nach vorn zu gehen!
Das ist eine gute Einstellung. Vielleicht ist der Tf ja auch weggeklappt und braucht im Gegensatz zu dem Toten wirklich erste Hilfe.
Wenn man noch vor einigen Jahren Kollegen zugehört hat, waren die 40 min Wartezeit von Drehstromer gar nichts. Da sind teilweise weit über 60 min vergangen.
lokolenkerin
20.07.2008, 12:01
Ich würde mir wünschen, daß noch mehr Notfallmanager diesen Thread lesen.
Offensichtlich wissen die meisten überhaupt nicht, wie wir das empfinden,
wenn wir nach einem PU ganz alleine da vorne hocken.
Man kommt sich vor wie Schütze Arsch im letzten Glied, um den sich der AG
mal wieder nicht kümmert.
Wenn nun noch mehr Notfallmanager so reagieren wie Du @ Schwarzwaldbahnchef,
dann hat dieser Thread schon was bewirkt.
Dafür ein Danke :kiss2:
Schotter
21.07.2008, 00:52
Was aber auch sehr schlimm ist, zu wissen das man nur Benutzt wird oder anders gesagt als Waffe Missbraucht zu werden. Ihr Tf´s könnt nicht dafür ausser die Regler nach hinten zu ziehen und vieleicht die Mg Bremsen zu nutzen.
.... ich weiß nicht so ganz genau, ob das hier wirklich passt ... ,
aber ich fahre immer noch mit gemischten Gefühlen an der Stelle vorbei, an der jugendliche Chaoten unter meinem Zug Mutprobe gespielt haben.
Wenigstens hatte ich das Glück, dass er drunter durch gepasst hat und nach der Überfahrt mit seinen filmenden Kumpels wegrennen konnte.
Der "nichts-passiert-Tarif" also.
Aber wirklich nichts passiert?
Wohl kaum!
PS: Spoiler für Bahnpsychologischen Dienst
... ich hasse diese übercoolen, gelangweilten, dummdreisten, herum spuckenden, Schuhe in die Polster stampfenden, im Zug rauchenden und Mutprobe spielenden kleinen Pisser inzwischen gewaltig!:032:
... ich hasse diese übercoolen, gelangweilten, dummdreisten, herum spuckenden, Schuhe in die Polster stampfenden, im Zug rauchenden und Mutprobe spielenden kleinen Pisser inzwischen gewaltig!
Ich auch, aber manchmal denke ich an meinen Leichtsinn als Teenager und an das "Grünauer Kreuz". :16:
Ich auch, aber manchmal denke ich an meinen Leichtsinn als Teenager und an das "Grünauer Kreuz". :16:
das ist es, was mich hindert jeden Tag einen davon zu verdreschen ... .:002:
Schwarzwaldbahnchef
21.07.2008, 17:21
das ist es, was mich hindert jeden Tag einen davon zu verdreschen ... .:002:
Steinyplattes Ratschlag hält mich erfreulicherweise auch meistens davon ab, denen eine reinzuha....! Halt, man darfs ja nicht mal laut sagen, geschweige denn schreiben!:20::20::20:
Schotter
22.07.2008, 01:20
Gut gemachter sachlicher Bericht. Lohnt sich wirklich anzuschauen, oder vielleicht aufzunehmen. Letzte Gelegenheit: Nacht zum Montag, 21.07. um 3 Uhr 20 im MDR
Ich habe mir den TV Beitrag angesehn. der Kollege sagte in dieser Doko auch schon das was ich hier geschrieben habe. Interessant auch zu sehen aber auch Traurig was an so einem Unfall auch noch für Persönliche Schicksale dranhängen wie z.b. Job verlusst, Selbstmord gedanken, Bruch der Ehe.
Ich habe die Beiträge, ab dem unsachlichen Kommentar von BR 480, aus dem urspünglichen Thema entfernt. Somit ist das ursprüngliche Thema wieder sauber.
In Zukunft werden derartige Bemerkungen mit einer Warnung und bei weiterer Uneinsichtigkeit mit einer Verwarnung geahndet.
Kein Außenstehender hat eine Ahnung was nach einem Unfall in einem vorgeht und damit auch kein Recht demassen unqualifizierte Kommentare zu verfassen.
Das Team hat ein sehr wachsames Auge auf dieses Thema, das ich nun wieder öffnen werde, in der Hoffnung das es sowas nicht wieder gibt. Sollte es erneut unsachlich werden, bleibt das Thema bis auf weiteres geschlossen, so leid es mir für die Betroffenen tut.
Aber Ihr habt gesehen, was ein unsachlicher Satz anstellen kann. Damit ist keinem geholfen.
Im Team beraten wir zur Zeit, wie wir in Zukunft mit entprechenden Themen umgehen wollen. Jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich alles von der Seele zureden. Wir wissen nur noch nicht, wie wir das gestalten. Dazu aber später mehr im Feedback-Forum.
Schirdewan
23.07.2008, 13:28
Hab hier jetzt, nicht alles aber einiges gelesen und will hier mal meine Erfahrung mit einem PU hinzu geben.
Wenn man im Zug weiter hinten, sprich im Service arbeitet, denkt man vieleicht, mit PU hab ich nichts am Hut... FALSCH
Ich war seit ca. 2 Monaten bei der Bahn und bin mit einem AZ in Richtung Kroatien gefahren.
Es war Sommer, es war heiß und die Klimaanlagen waren mal wieder kaputt.
Als wir den Bahnhof Hannover Bismarkstraße passierten, stand ich im lezten Personenwagen, im Serviceabteil. Da ich grade eine ruhige Minute hatte, war ich kurz am telefonieren und lehne mit dem Kopf am Fenster.
Plötzlich geht der Zug in die Eisen. Ich wollte mich am Telefon noch schnell verabschieden, als vor meinem Fenster, recht langsam, der Körper eines jungen Mädchens, mit einem sehr großen Loch im Kopf vorbeigleitet. Ich legte sofort auf und ging zügig zum Zf, um ihm grade gesehenes zu berichten. Er schaute mich recht ungläubig an, ging aber doch zur Sprechstelle um sich beim Tf zu informieren. Der bestätigte mit dem Zusatz, dass Notfallmanager u.s.w. verständigt waren.
Da es recht ungewöhnlich ist, dass Feuerwehr und Polizeiim Gleis anzutreffen sind, bekammen die Fahrgäste recht schnell mit, was passiert war. Und meine Fahrgäste im letzten Wagen bekammen mit, der Körper lag, nähmlich zwei Wagen weiter, neben den Ddm´s. Wie sensationsgeil und pietätlos einige unserer Fahrgäste sind, ahnte ich da noch nicht. Anstatt sich hin zu setzen und ein wenig Anstand zu zeigen, hängten sie sich mit Kameras ans Fenster und machten Fotos und Videos. Später kam mir auf dem Gang ein Kind, ca. 7 oder 8 Jahre alt, entgegen gerannt und verkündete stolz wie Oskar, ich hab ne Tote gesehen, ich hab ne Tote gesehen.
Als ich darauf hin die Fenster im letzten Wagen bis auf einen handbreiten Spalt abschloss, wurde mir von einem Fahrgast doch tatsächlich mit einer Anzeige wegen freiheitsberaubung gedroht, was ich aber unter androhung von Fahrtausschluss ob dieses menschenverachtenden Verhaltens, ansonsten ignorierte.
Was mich an dem nomalen Prozedere nach einem PU allerdings verwundert hat ist, dass keiner der anwesenden 15 Phychologen auf die Idee kam, mal das Sevicepersonal zu fragen, ob denn alles in Ordnung sei.
Einig der Reiseleiter frgate mich, ob ich mich noch in der Lage sehe, weiter zu fahren. Auf mein zögerliches "Ja" reichte er mir eine magenberuhigende Flüssigkeit und meine, ich solle mich melden, wenns nich mehr ginge.
Matthias
23.07.2008, 23:19
Leider hatte ich letzte Woche auch wieder mal ein "Beinahe" Erlebnis, wo irgendwelche Blindgänger hinter dem Zug einfach mal so über die Gleise wollten. Und von der anderen Seite kam ich...
Sie(..)hat mich gerade noch so bemerkt und den Schwung herausgenommen, so das ich sie nicht getroffen hab. In diesen Bruchteilen von Sekunden war meine Reakion ihr 'nen Vogel zu zeigen.
Solche Situationen hat wohl schon ein jeder der Tfz's fährt öfters mitgemacht(ist ja fast alltäglich, das Leute in den Gleisen rumrennen). Im meinem Fall leider mit ungeahnten Konsequenzen.
Ich hatte meinem Zub nach der Ankunft am Zielbf. die Sache noch erzählt und mich dann meiner weiteren Arbeit gewidmet. Das Ereignis war wieder aussen vor.
Denkste: Der Geist ist willig, aber der Körper schwach... Tage bzw. Nächte später kam die Trotzreaktion desselben nämlich totale Schlaflosigkeit und andere Wehwehchen. Folge :3 h vor Dienstbeginn hab ich die "Notbremse" gezogen und mich Krank gemeldet.
Aber nun: Hat mir am nächsten Tag der "Teamführer" den Kopf gewaschen, warum ich das nicht gleich gemeldet hab und das das jetzt Probleme mit der EUK gibt und und und...
Danke! War sehr hilfreich! Eimerweise Asche aufs Haupt und raus.
Ergo: Jeder wird ab jetzt gemeldet der in den Gleisen rumrennt, und wenns der Chef ist...
PS: Ich trage alles eigentlich mit Fassung, da sowas ja oft passiert bzw ja nichts passiert ist. Leider war das Nachspiel total daneben.
Ich denke, das so mancher sich jetzt auch Gedanken macht über Sachen, welche eigentlich vergessen waren und im Nachhinein sich sagt: mir ging es ähnlich.
Matthias
Hanseexpress
24.07.2008, 03:02
Im Team beraten wir zur Zeit, wie wir in Zukunft mit entprechenden Themen umgehen wollen. Jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich alles von der Seele zureden. Wir wissen nur noch nicht, wie wir das gestalten. Dazu aber später mehr im Feedback-Forum.
Ich fand diesen Blogeintrag von Mr. Re421 sehr gut, vielleicht wäre es möglich wenn die anderen diesem Beispiel folgen würden? So als Vorschlag, dann kann sich jeder da von der Seele schreiben was ihm wichtig ist und es würde vielleicht weniger Konflikte bei so einem heiklen Thema geben.
Hier ist der Link zum Blogeintrag von Mr. Re421: *klick* (http://www.bahnerforum.de/forum/blog.php?b=4)
frosch27
27.07.2008, 16:05
Also,
nachdem ich mich gegen den Blog entscheiden habe, hier also mein erster Suizid obwohl der erste war das gar nicht wirklich aber der erste halt den ich selber erlebt habe. Es war ein heißer Sommertag so um die 35 Grad. Ich hatte meine 10er vorbereitet und an den Bahnsteig gefahren. Zu dem Zeitpunkt war ich 4 Wochen Streckenlokführer nach Rgd usw.Mein Zf war auch schon da und wir hatten noch 5 min bis zur Abfahrt in Bielefeld Hbf. Also noch ein bißchen Quatschen. Das wir beide 6 Stunden später zusammen in der Bahnhofskneipe in Hamm sitzen würden und Bier trinken hat von uns beiden keiner gedacht. Es kamm zur Abfahrtszeit und wir fuhren ab. Kurz vor Rheda komme ich um die Ecke geschoßen und sehe dort im Unterbewußtsein einen jungen Mann stehen, der so wie es aussieht an den Brombeeren rummacht. Ehe ich mich versehe steht er auf dem Gleis. Ich reiße durch und pfeife. Keine Reaktion außer das er mich ansieht beim knall und grinst. Ich höre das Knacken der Knochen und stehe. Ich gebe einen Notruf ab und sehe wie ungefähr 2 km vor mir ein IC mit einer Rauchwolke zum stehen kommt. In diesem Momment zeige ich überhaupt keine Regung. Ich steige von der Lok ab und gehe schauen. Der Zub kommt mit. Wir gehen in die Richtung wo auf den Gleisen etwas liegt aber nicht bis ganz dran, da immer wieder auf dem Weg dorthin Fleichfetzen liegen.Wir gehen wieder zurück zum Zug und dann hatten wir unsere Ablenkung. Der Zub und ich wurden zur Hebamme. Eine Frau Hochschwanger war auf dem Weg zum Krankenhaus nach Hamm. Losgehen sollte es, so haben wir hinterher erfahren bei der Taufe, eine Woche später und es sollte eine Routineuntersuchung werden. Nur scheinbar durch die Aufregung ist es wohl passiert. Kein Arzt usw an Bord. Also was tun? Erstmal die Frau in die 1.Klasse in die alten Plüchsitze die mann noch zusammenschieben konnte.Ich hatte durch die Wärme ein 2tes Hemd zum Wechseln dabei.Dann war es da. Das Neugeborene, eingewickelt im DB Hemd. Ein neuer Erdenbürger. Der PU war für mich zu diesem zeitpunkt absolute Nebensache.Heutzutage bin ich Patenonkel des kleinen und er heißt wie ich Ingo.Die ersten Rettungskräfte kammen ca 20 min später an und sahen meine Blutverschmierten hände und Arme,ich meinte nein nicht ich sondern die Frau die im Zug liegt mit Neugeborenem im Arm.Übrigens habe ich in diesem Moment das rauchen angefangen auf der Trittstufe am Wagen nachdem der ZUB mir eine angeboten hat, direkt auf Lunge ohne zu husten.Es kamm BAPO und alle anderen trudelten auch Langsam ein.Im Bremsgestänge hing eine zerfetzte Hand, woanders ein teil vom Kiefer usw.Das ganze hatte bis dahin schon fast 2 Stunden gedauert.Die Zeit war aber vergangen wie im Flug. Nachdem die Leute endlich alle versorgt waren, fuhr der Zf und ich bis nach Hamm, langsam da es an der Luftversorgung auch zu Undichtigkeiten gekommen war. Am Bahnhof nahm ein anderer Tf mir den Zug ab und wir beide setzen uns in die Kneipe, meldeten uns bei der Lokleitung krank und feierten bis tief in die Nacht. 2 Wochen später waren Giudo und ich eingeladen zur Taufe mit allem was dazugehörte. Wir wurden gefragt ob wie die Paten sein wollten und haben es gemacht.Übrigens das hemd hat seine Wirkung gezeigt, nicht nur das es das Hemd immer noch gibt, nein mein Patenjunge ist auch Lokführer geworden und hat damls von mir wie er angenommen worden ist damals dann erfahren, warum gerade ich sein Pate bin, da er die Geschichte kannte aber ohne den PU und in abgewandelter Form.
Ja das war mein erster PU.
lokolenkerin
27.07.2008, 16:35
Trotz allem Schrecken hatte dieser Tag für dich ein Erlebnis der ganz besonderen Art für dich parat. http://wuerziworld.de/Smilies/baby/bab3.gif
Theoretisch brauchst du auf den Typen auch nicht mehr sauer sein, er hat dir zu deinem Patenkind verholfen :)
egal wie es beim pu kommt - unbedingt die ohren zuhalten und woanders hingucken damit der "film" im kopf hinterher so leise wie möglich abläuft...
leider starrt man in der zeit nach dem sanden und durchreißen wie hypnotisiert hin und überschlägt immer noch ob es nicht doch passen könnte obwohl man genau weiß daß es nicht so ist - und diese sekunden sind ganz ekelhaft lang!!!
so eine sache wie bei frosch27 ist ja ganz doll - wenn leben und tod so nahe beieinander liegen, man wenigstens auch etwas schönes damit verbinden kann und nicht alleine da vorne hockt und grübelt....
homeofthechosen
28.07.2008, 18:57
@frosch27:
Da kann man nichts zu sagen, einfach nur:
Meinen Respekt hast du!
@
eigentlich wollte ich nichts zu dem Thema schreiben.
Aber nun da ich nach Tagen endlich alle Beiträge
durch habe muss ich doch noch meinen Senf dazu geben.
Ich bin nicht verschont geblieben habe 4 Pu
schon weg von denen einer überlebt hat.
2Unfälle und 2 die nicht mehr wollten.
Was ich aber berichten wollte ist etwas was die ganzen
Berichte etwas auflockert, es ist wirklich so passiert.
Als Anwärter, es war etwa so 1975 oder 76 fuhren wir
einen Bummelzug spät abends mit V 100 von Nossen nach Freiberg.
Irgendwo hinter Großvoigtsberg/Großschirma ist flaches
Land Vmax 30km/h wegen unbeschrankter Überwege.
Da sagt mein Lehrlokführer mach mal langsam
da ist was, ich bremse und pfeife
und tatsächlich sehe ich wie einer nackig über die Felder stiebt.
Der hatte alle seine Sachen sorgfältig gefaltet neben das Gleis gelegt
und sich zum Abschiedsgebet eine Kerze angezündet
und das auf einer Strecke wo man Meilenweit gucken kann
und nie schneller wie 30km/h gefahren ist.
War zwar blöd aber mein Lehrlokführer und ich haben uns
vor lachen gebogen.
mfg.$
--taurus--
01.08.2008, 19:46
Wow, die Geschichte von Frosch27 hat mir eben wirklich den Atem geraubt!
Und da soll noch mal jemand sagen, das Leben hielte keine Überraschungen parat! Wahnsinn!
Baffe Grüße,
--taurus--
@emil51
... so ist das Leben eben.:005:
Das Problem ist, wie wir mit all den Situationen die aus unserer Arbeit und dem Fehlverhalten anderer entstehen umgehen.
In Eurem Falle: Glück gehabt! :039:
Das mit Augen zu, Ohren zu und laut schreien oder singen klappt nicht immer...
@ marchi - aber es schadet auch nicht. nochmal wie gebannt hinstarren würde ich zumindest zu vermeiden versuchen wenns wieder passierte....
frosch27
03.08.2008, 23:07
Heute, nachdem alles wieder gesagt ist beschreibe ich PU 3 und 4. Da Pu 2 ein normaler Pu war und 3 und 4 unwiederruflich zusammenhängen und es damals auch durch die Presse gegangen ist.Diese beiden Suizide haben mich damals so aus der Bahn geworfen, das ich danach 4Monate Fahruntauglich war und auch nicht mehr konnte und selber mit dem gedanken gespielt habe ohne das ganze jetzt reißerich darstellen zu wollen und imponieren zu wollen, mir meinem Leben, ja wie soll ich es beschreiben, kurz und gut ein Ende zu setzen. Dmals habe ich innerhalb von 3 Wochen ein junges Paar überfahren. Erst das Mädel, weil es aus Liebeskummer sich umgebracht hat und dann ihren Freund. Dies habe ich damls erfahren am Unfall durch den Jungpolizisten, der meinte, das wäre ja sein 2ter Unfall, der ja dort und dann stattgefunden hat. Mir war sofort klar welcher PU gemeint war. Ich meinte nur ja danke und brach in Tränen aus. Er holte seinen Kollegen der mich sofort erkannte auf den Führerstand und dieser wußte sofort was los war.Der Notarzt kümmerte sich sofort um mich und nahm mich mit ins Krankenhaus, da mittlerweile auch mein Blutdruck im Keller war und die Gefahr eine Kollapses drohte. Es drehte sich in meinem Kop sich alles nur noch um die beiden.Sie und er sehr jung.Beide das Leben noch vor sich und ich gerade ich muss beide überfahren.WARUM?WARUM nur?Warum ich.Weshalb und und und.Die Befragung habe ich bei der polizei 2 mal wiederholt, ich musste abbrechen. Es ging nicht. Man steckte mich in die Kur. Ich lernte dort eine Therapeutin kennen die mit mir alles aufarbeitete bis ins Detail.
Wenn ich heutzutage an die Sache denke, habe ich natürlich keine Gedanken mehr daran mir etwas anzutun und auch gehe ich die Sache anders an. Habe Schulungen mitgemacht um anderen Kollegen zu helfen in solche fällen und auch um mir zu helfen. Ich habe es abgearbeitet wie eine V1. Abfahren und weitermachen.
gruß
Ingo
Tolbiacum
12.08.2008, 13:01
Hallo MarcHi
Das mit dem Augen und Ohren, schreien ist, naja so eine Sache.
Was heftig kommt ist gegef. der Aufprall ( Bumm, Schepper, poltern unter der Lok, ja sogar in Fußsohlen und am Hintern spürt man es noch lange.
Wenn es noch klappt, die Füße HOCH !!!!
Es dauert lange Zeit, bis man nicht mehr wegen einem blöden Schienenstoß oder Unruhigerlauf, an das Erlebte erinnert wird, das mülmige Gefühl im Bauch wenn man am Unfallort vorbei kommt, bleibt noch lange.
Gruß T
Mr. Re421
30.08.2008, 01:26
Ich hatte kürzlich eine Generalprobe, eine Müllsortiertonne stand nicht mehr auf dem Bahnsteig, sondern mitten im Gleis. Es polterte 200m fürchterlich unter der Lok.
Vor genau einer Woche hatte ich meinen ersten PU nur 5 Kilometer vor der Ablösung (genaueres im Blog). Im Vergleich muß ich sagen die Mülltonne hat das schlimmere Geräusch erzeugt.
Trennhuepfer
30.08.2008, 02:10
Nachdem wir ja ausführlich über Deinen PU geredxet haben, kann ich nur respektvoll den Hut vor Dir ziehen, daß Du so gut darüber hinweg bist.
Wenn das alles jemand versteht, dann Kollegen
sebastian57
30.08.2008, 02:23
Müllsortiertonne und ein Fahrrad- ohne jemand obendrauf - hatte ich auch schon. Das Andere noch nicht. Ein paar beinahe PU schon.. Radfahrer, der am Andreaskreuz eine Schnellbremsung macht und über den Lenker sich vor mir verbeugt, UPS-Fahrer, dem es am lichtzeichengesicherten Übergang zu lange dauert, der aber trotzdem aus Respekt nochmal (und rechtzeitig) den Rückwärtsgang einlegt... Ihr kennt das alle..
Vor Jahren las ich mal in der FAZ einen Beitrag eines klugen Psychologen (soll es auch noch geben). Der empfahl, jede Person, die sich irgendwie in unzulässiger Weise ins Gleis oder ans Gleis begibt, als Angriff MICH zu begreifen. Denn derjenige nimmt zumindest einen Schreck meinerseits, vielleicht sogar auch einen Schock, vielleicht auch eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung in Kauf. Und damit BEDROHT ER MICH IN MEINER EXISTENZ! .....
Vielleicht hilft eine solche Herangehensweise bei der Veraebeitung..
Ludmilla74
30.08.2008, 14:08
Hallo an alle !
Eigentlich wurde ja schon alles gesagt. Euer Kollege und jeder von Euch, der so etwas durch machen musste, tun mir sehr, sehr leid.
Habe gerade gestern bei RTL einen Bericht gesehen. Da war ein Strassenbahnfahrer betroffen, vor dessen Bahn sich auch ein Mann geworfen hatte - er hat es auch nicht verkraftet, aber gleich vier mal ? Das ist schon schlimm.
Ich wünsche auf jeden Fall jeden von Euch stets einen ruhigen und unfallfreien Dienst, und jenen von Euch, die "es" schon einmal erlebt haben, alles, alles Gute !!!
Liebe Grüße
Mario
DonBilbo
06.09.2008, 07:29
Danke für den Hinweis auf diesen Zeitungsbericht, lieber imzugvornsitzer.
Er regt mich sehr zum nachdenken an.
Ich bin noch nicht allzulange Lokführer (im 1.Jahr). Aber oft denke ich darüber nach wie das wohl sein wird wenn es mir mal passiert...
Bisher habe ich noch nie so einen offenen Bericht über jemanden gelesen dem so etwas passiert ist.
Es ist für mich sehr erschreckend wie es dem armen Kollegen ergangen ist.
Schade das diese Selbstmörder oder Unvorsichtigen Zeitgenossen sich darüber keine Gedanken machen was sie den Lokführern damit antun.
Ich wünsche allen Kollegen denen soetwas passiert ist das sie gut darüber hinwegkommen und sie jemanden zum reden haben.
Schotter
11.09.2008, 01:09
so nun ist es auch mir passiert. Mein zweiter PU
ich stand gerade auf den S-Bahnsteig und wartete auf meine Nach Hause Bahn. Mit den gedanken schon im BF zu sein, kam eine S-Bahn in den Hbf rein als Plötzlich eine Person auf Sprang und direkt vor den Tf Lief und direkt vor meinen Augen. den Rest könnt ihr euch denken. Nach dem ich mich gesammelt habe konnte ich mich an das BF erinnern und ging gezielt zum Tf um Ihn in diesen schweren Minuten beistand zu Leisten. wir Rauchten zusammen die eine und andere Zigarette. Ich habe seine Hand gehalten und war einfach nur bei Ihn. Das Rettungspersonal hat sich um die geschockten zeugen und um die P. gekümmert. Nach dem der Nfg vor Ort war hat dieser alles weitere übernommen. auch wenn mein Feierabend voll Sch.... war, habe ich doch das Gefühl alles Richtig gemacht zu haben.
sbb.lokmaster
11.09.2008, 01:17
Da kann man nicht viel zu sagen, außer Gut gemacht @ Schotter.
Und bevor jetzt einer kommt, warum hat er sich nicht um den jenigen gekümmert, der gesprungen ist, so denke ich mal, das der unter dem Zug lag, wo keiner drankommt, zum anderen ist da ja auch noch die Stromschiene, und solange die nicht abschaltet und geerdet ist, geht da keiner ins Gleis rein.
Trennhuepfer
11.09.2008, 01:38
Ich hoffe Du und der betroffene Tf verarbeitet die Geschichte gut.
Auch wenn es sich bescheuert anhört, aber ich denke Deine Reaktion zeigt daß dieser Thread, der anfangs kritisch beäugt wurde, doch zu etwas nützlichem Beigetragen hat.
Für Dich Schotter einen herzlichen Dank!
Schotter
11.09.2008, 01:41
Ich gebe dir Recht SBB mein Blick geht Routine mäßig bei sollche sachen immer zuerst nach dem Schnellerder der über der Tür im Tf Stand hängt und wie eine Notbremse aussieht. weiter waren auch schnell Kollegen von der DB Sicherheit vor Ort.
Ich habe das gemacht was ich für Richtig gehalten habe, konnte mich an das BF erinnern was die Kollegen sich wünschten in sollch einen Fall der Rest war erfahrung aus als Freiwilliger Feuerwehrmann. nur komisch da bei war das ich das Gefühl hatte als wenn man Ferngesteuert wird.
Ach so die Person hat Überlebt mit einer Verletzung an der Hand.
homeofthechosen
11.09.2008, 03:32
Ich habe das gemacht was ich für Richtig gehalten habe, konnte mich an das BF erinnern was die Kollegen sich wünschten in sollch einen Fall der Rest war erfahrung aus als Freiwilliger Feuerwehrmann. nur komisch da bei war das ich das Gefühl hatte als wenn man Ferngesteuert wird.
Dieses Gefühl kenne ich immer noch sehr gut. In schwierigen Situationen funktioniert man und setzt das Gelernte um. Man denkt nicht nach. Ich habe mich als Rettungssanitäter nach so manchen Einsätzen schon gefragt, warum mir eigentlich nicht übel geworden ist oder ich nicht geweint habe ....
Das grosse Zittern kommt immer erst später. Und in Krisensituationen können viele Menschen, denen man es gar nicht zutraut, über sich hinaus wachsen.
Gut dass du drüber redest Kollege !!!
Schotter
11.09.2008, 03:59
Danke Sven das du deine erfahrung als Rettungssani hier reinschreibst. genau das ist es
"In schwierigen Situationen funktioniert man und setzt das Gelernte um"
sbb.lokmaster
11.09.2008, 09:54
@ Schotter, auch wenn man das gelernt hat, Sei es du als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, oder Sven und ich als Sani, erstmal "zu funktionieren", so bleibt hinterher ein Loch, das man erst mal auffüllen muß, und da steht siese Comunity auch für da. Hier ist immer jemand da, der für ein Gespräch bereit ist. Und das macht uns alle stark und froh, vorallem, weil man ja inzwischen doch etwas weiß, wie wir Tf´s nach einer so einer Situation ticken, auch wenn es diesmal glimpflich abgegangen ist. Wie Trenni schon schrieb, man hat diesen Thread anfangs vorsichtig beäugt, aber Deine Reaktion zeigt, das er was gebracht hat. Respekt noch mal vor dem was Du für den Kollegen getan hast, denn für die anderen Dinge die zu tun waren, waren ja noch genügend andere Personen vor Ort. Und ich glaube bei dem betroffenen Kollegen hast Du einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
frosch27
11.09.2008, 14:20
Nun ja,
mit dem funktionieren ist so eine Sache. Gut, als ausgebildeter UBM (Unterbrandmeister) für die die es kennen mit 4 Balken, und damls einem Autobahnabschnitt hat man alles schon gesehen und getan, hat Schulungen bekommen und davon viele, waren ja auch eine StadtFF (Essen) die ganz normal mit der BF mitalamiert wurde.(In Essen steht ja auch nur Feuerwehr Essen auf dem Ärmelabzeichen) ABER und das ist das was auf der anderen Seite steht, wenn man selbst betroffen ist, sieht das ganze anders aus.Da kann man sich als Helfer ausbilden lassen für Tf usw.Sicherlich versucht man zu helfen oder auch sich selbst zu helfen, nur ob das funktioniert?!?Manchmal wage ich es zu bezweifeln.
Siehe vorgestern. Da hatte ich den Tod vor Augen. Nicht nur den des Baggerfahrers der zu mir in mein Lademass schwenkte, sondern auch ich, da man ja bekanntlich auf der Class links sitzt.Es fehlten nur Zentimeter.Hätte ich nicht auf der Pfeife gestanden,hätte er mich nicht so schnell gesehen und ich die SB eingeleitet hätte.Ich stieg von der Lok ab und ging zu ihm, kalk weiß war er und ein Sipo der im Auto schlief. Danach nicht mehr, weil ich ihn aus dem Auto gezerrt hatte und die Beule auf dem Dach nicht zu vergessen aber diese nicht von mir sondern vom Baggerfahrer, dem er erzählt hatte, das ja das Gleis gesperrt sei.Na ja, danach das übliche Prozedere.Allles ätzend so etwas. Ob mir die Erfahrung dann geholfen hätte in dem Moment. Ich wage es zu bezweifeln.
Gruß
Ingo
Ich fnde es, allgemein gesehen, schon ziemlich heftig, wie oft sowas passiert. Ich glaube, dass war mir vor diesem Thread noch garnicht so bewusst. Ich hab zwar mal ein Buch darüber gelesen, in dem auch Statistiken aufgeführt sind, aber wenn man das hier so liest wird man doch schon nachdenklich gestimmt. Vor allem weil ich denke, dass man noch so gut geschult sein kann, aber in diesem Moment tritt sicherlich eine Situation ein, in der das Erlernte erstmal verfällt und man selbst erstmal realisieren und letztendlich irgendwie handeln muss? (stelle ich jetzt mal als Frage).
homeofthechosen
12.09.2008, 22:02
Also ich versuche dir mal nach meinen Erfahrungen die Frage zu beantworten:
Du stellst in den Raum, das Erlernte würde in dem Moment vergessen und nicht angewendet werden?
Nein du tust instinktiv in diesen Situationen das, was du gelernt hast. Beispiel:
Rettungsdiensteinsatz, Verkehrsunfall, Person mit schwerstem Schädel-Hirn-Trauma .... kein schöner Anblick, aber daran denkst du in dem Augenblick nicht, sondern du denkst dran, was medizinisch sofort passieren muss:
- Intubation und Beatmung, Medikamente für den Doc vorbereiten, EKG anschliessen, i.v. Zugang, Hubschrauber anfordern ....
Es läuft alles mechanisch ab ... hinterher nach dieser Situation denkst du erst drüber nach. Dann kommen die Bilder ...
Und genauso, denke ich, wird es auch einem Lokführer geben. Solange man noch etwas zu tun hat ... Notruf etc... denkt man nicht drüber nach. Erst wenn man zur Ruhe kommt.
Hoffe ich habe dir mit dieser Antwort geholfen.
Hoffe ich habe dir mit dieser Antwort geholfen.
Ja, Home, hast Du. Es ist halt sehr schwer vorstellbar, wenn man es nicht selbst erlebt hat, wohl aber die Gewissheit hat, dass dieser Tag kommt --- ein mulmiges Gefühl.
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*** Doppelter Beitrag automatisch zusammengeführt ***
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... in diesem Zusammenhang fällt moir noch eine Frage ein. Man hört ja hier im Stadtverkehr auch sehr häufig, dass sich jemand vor die S-Bahn/U-Bahn geworfen hat und ich frage mich jedes mal, ob eigentlich auch die Augenzeugen am Bahnsteig, also die Fahrgäste, eine psychologische Betreuung erhalten? Ich hab immer nur mitbekommen, dass der Bahnsteig schnell geräumt wird, nur wie werden die damit fertig, die 3 Meter daneben gestanden haben?
homeofthechosen
12.09.2008, 22:48
Alex,
tu dir nen grossen Gefallen und mach dir da nicht so viele Gedanken drüber. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann niemand beeinflussen und das ist auch ganz gut so.
Alex,
tu dir nen grossen Gefallen und mach dir da nicht so viele Gedanken drüber. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann niemand beeinflussen und das ist auch ganz gut so.
Da hast Du recht. "Verrückt" mach ich mich damit auch nicht, aber es war sowohl vor meiner Bahn-Zeit als auch jetzt immer ein Thema, womit ich mich auseinandergesetzt habe um es verstehen zu können. Vor dieser Einigung mit den Medien bzgl. der Berichterstattungen hatte man solche Ereignisse alle 2 Tage in der Zeitung. Aber wie Du schon geschrieben hast: Es gibt Dinge die muss man nicht verstehen...
drehstromer
13.09.2008, 01:33
Ich kann aus eigener,leidvoller Erfahrung sagen,das nach dem Halt die ersten fünf bis zehn Minuten die Schlimmsten sind,dann läßt endlich dieses scheiß Hände zittern nach und man wird ruhiger und kann langsam wieder klar denken.Nur der Anfang ist irgendwie automatisiert,der Rest ist absolut situationsbedingt.
Ich kann aus eigener,leidvoller Erfahrung sagen,das nach dem Halt die ersten fünf bis zehn Minuten die Schlimmsten sind,dann läßt endlich dieses scheiß Hände zittern nach und man wird ruhiger und kann langsam wieder klar denken.Nur der Anfang ist irgendwie automatisiert,der Rest ist absolut situationsbedingt.
@Schotter
Gut gemacht! Solche Kollegen wünscht man sich in dieser Situation.
Die ersten Minuten sind in der Tat die schlimmsten - alles, aber auch wirklich alles dauert so unendlich lange. Dann kommt der Augenblick, wo alles "normal" scheint. Man wartet halt. Aber dann, wenn der ganze "Trouble" vorbei ist, dann geht es wieder los...alles wird beschissen, man fühlt sich bescheiden.
Wenn dann Freunde, Familie und Co für einen da sind, geht es etwas besser.
imzugvornsitzer
14.02.2009, 02:13
Ich habe wirklich überlegt, ob man das alte - und heikle - Thema noch einmal aus der Versenkung holen soll oder nicht. Nun denn, kramen wir es noch einmal heraus...
Anlass ist die Ausstrahlung des Sechsteilers "Tod eines Schülers" (http://www.deutsches-filmhaus.de/filme_einzeln/w_einzeln/witt_claus_peter/tod_eines_schuelers.htm) von 1980 in dieser Nacht im ZDF. Interessant vor allem, weil der Schienenfreitod eines 19-jährigen Schülers aus verschiedenen Perspektiven und Beweggründen beleuchtet wird. Aber auch bedingt durch die Tatsache, dass es nach der Erstausstrahlung 1981 zu einer dramatischen Häufung (immerhin fast eine Verdopplung) von Schienensuiziden kam. (Werther-Effekt)
Wer sich mit diesem sensiblen Thema weiter auseinandersetzen möchte, dem sei an dieser Stelle eine Dissertation zum Thema Bahnsuizid (http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=980346886&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=980346886.pdf) (http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=980346886&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=980346886.pdf) und ein Forschungsbericht zur PTBS bei Lokführern (http://www.uni-koeln.de/med-fak/psysom/mitarbeiter/schaefer/lokfuehr.html) (http://www.uni-koeln.de/med-fak/psysom/mitarbeiter/schaefer/lokfuehr.html) ans Herz gelegt.
Karibikfan
14.02.2009, 11:00
In einem anderen Forum, das nix mit Eisenbahn zu tun hat, aber eine enorm große Userzahl hat, gibt es aktuell auch eine Diskussion zum Thema Tod auf den Gleisen. Es ist ganz erstaunlich, wieviele Jugendliche da schreiben, das es sie aufregt, wenn andere das machen und sie selbst das nie machen würden etc. Ich konnte das beim Lesen gar nicht glauben, denn täglich beobachte ich das genaue Gegenteil, mag die Wegersparnis auch noch so kurz sein ^^
Danke für das Herauskramen des alten Themas.
Ich finde es gut, dass hier einige Ihre Erlebnisse geschildert haben. Auch dafür ein Danke. Einige Fragen, die ich mir selbst gestellt habe, sind dadurch beantwortet worden. Ich kenne ja keinen Tf persönlich, der mir davon erzählen könnte.
Bisher habe ich PU´s als Fahrgast erlebt und selbst da wird es einem ziemlich mulmig. Man (oder vielmehr ich) versucht sich dann in alle Beteiligten ´reinzuversetzen. Aber man schafft es nicht einmal annähernd.
Auch die Fragen nach einem Warum, einem Sinn des Lebens und die Risiken des Lebens gehen mir da durch den Kopf.
Ich wünsche jedem Betroffenen, dass er gut über das Erlebnis hinwegkommt und es verarbeiten kann.
Ich habe auch mal nach einer im Thread angesprochenen Doku gesucht und gefunden, dass sie am 20.02.09 wiederholt wird.
http://www.kohlhammer.de/pflegezeitschrift.de/download/Portale/Zeitschriften/Pflegezeitschrift/Feb_2009/651_Varia_hompage.pdf
3sat, Fr 20. Februar, 12.00 bis 12.30 Uhr: Verhängnisvolle Augenblicke. Leben mit Schuldgefühlen
Wirrkopf-Fahrdienst
15.02.2009, 22:12
Mein Bruder ist Lehrer.
Er war mit seiner Schulklasse im vergangenen Jahr auf einem Ausflug in Niedersachsen unterwegs. Auf dem Rückweg standen er und seine Klasse am Bahnsteig eines Bahnhofs an einer Hauptstrecke und warteten auf ihren Zug, der sie heim bringen sollte. Seine Schüler, alle im Alter von etwa 14 Jahren, wiesen ihn dann auf die Frau hin, die am Bahnsteigende mitten im Gleis saß. Mein Bruder ist zu ihr hingeeilt und hat sie gefragt, was sie da mache. Ihre sinngemäße Antwort war, sie warte quasi auf den finalen Zug.
Um es kurz zu machen, Anruf 110 --> NFL --> Streckensperrung. Die Frau konnte eines Besseren belehrt werden, hier ist nichts passiert.
Ich schreibe das, weil ich diese Art des Suizids für einen im höchsten Maße verachtenswerten agressiven Akt halte. Dieser Frau war es offensichtlich vollkommen egal, dass da eine Gruppe von über 20 Kindern/Jugendlichen praktisch daneben standen und hätten Zeuge des Aufpralls werden können. Von Schuldfähigkeit will ich nicht reden, vielleicht stand sie unter Drogen, sicher war sie einer absoluten psychischen Ausnahmesituation. Das sind Amokläufer auch. Es ist nur diese Art des Suizids von einer solchen Zerstörungswut und Destruktivität begleitet, dass man es einfach nur verachten kann.
Ich würde mich auch weigern, dies als Freitod zu bezeichnen. Die Freiheit unschuldiger anderer Menschen - in meinem Beispiel die Schüler am Bahnsteig - aber auch Tf, evt Fahrgäste, die nach vorn rausschauen etc, wird durch eine solche Tat massiv verletzt. Eher trifft im übertragenen Sinne das Wort 'Selbstmordattentäter' eher diese Sache.
Das schreibe ich nicht als Eisenbahner sondern in erster Linie im Lichte meiner ganz persönlichen Meinung.
WK
Ich schreibe das, weil ich diese Art des Suizids für einen im höchsten Maße verachtenswerten agressiven Akt halte. Dieser Frau war es offensichtlich vollkommen egal, dass da eine Gruppe von über 20 Kindern/Jugendlichen praktisch daneben standen und hätten Zeuge des Aufpralls werden können. Von Schuldfähigkeit will ich nicht reden, vielleicht stand sie unter Drogen, sicher war sie einer absoluten psychischen Ausnahmesituation. Das sind Amokläufer auch. Es ist nur diese Art des Suizids von einer solchen Zerstörungswut und Destruktivität begleitet, dass man es einfach nur verachten kann.
WK
Mit solchen Vorverurteilungen sollte man doch etwas vorschichtig sein. Viele Selbstmörder sind psychisch kranke, die zu so einem Zeitpunkt ihre Umgebung extrem eingeschränkt wahrnehmen. Die bekommen gar nicht mit was in ihrer Umgebung los ist und was sie mit ihrem tun anrichten. Das Problem ist oftmals, dass ihre Umgebung Anzeichen von Problemen nicht erkennt und auch gar nicht weis, wie sie reagieren soll. (Ja, ich habe da leider Erfahrungen im persönlichen Umfeld gemacht und zum Glück hat ein Nachbar von dem betroffenen richtig reagiert und die Polizei und den Notarzt gerufen)
Volker
...das Problem für diejenigen die ungewollt involviert werden bleibt dennoch bestehen! Ich weiß wie man sich fühlt wenn man daran knabbert - und bin sauer auf Leute die einem sowas antun! Mir persönlich ist es dann egal warum sie das getan haben - wenn sie dadurch ggf. mein Leben als Unbeteiligter mit kaputt machen interessiert mich eigentlich nur mein eigenes Problem damit....
Schotter
15.02.2009, 23:00
Viele Selbstmörder sind psychisch kranke, die zu so einem Zeitpunkt ihre Umgebung extrem eingeschränkt wahrnehmen. Die bekommen gar nicht mit was in ihrer Umgebung los ist und was sie mit ihrem tun anrichten.
das hast du gut beschrieben.
jeder gesunde Mensch hat den sog. selbst erhaltungstrieb oder einfach gesagt niemals nie in extrem Situation aufgeben. Der Körper kämpft mehr als das er sich aufgiebt und dieses ist bei einem Menschen der Suizid absichten hat gestört. So lange dieser Versuch sich am Tage abspielt und auch da wo noch viel Publikums Verkehr ist, ist die wahrscheinlichkeit groß das es sich um Hilfeschrei handelt, die Gefährdete Person Rechtzeitig gesehen wird und dieser geholfen werden kann. Passiert es doch so ist es gewohlt das möglichst viele anteil an das Persönliche Schicksal haben sollen.
JimderKnopf
15.02.2009, 23:04
Hallo,
die DB Regio hat für diese Fälle ein Betreuungskonzept entwickelt. Falls jemand an diesem Konzept Interesse hat kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen.
Falls Bedarf ist kann ich auch geren in den nächsten tagen mal das Konzept hier vorstellen. Also sagt mir ob ihr das wollt, dann nehme ich mir mal Zeit das hier zu schreiben.
Mit kollegialem Gruß
Michael
Trennhuepfer
15.02.2009, 23:08
Bin dafür, notfalls auch per Mail/PN
Gallusrowdy
15.02.2009, 23:10
Hallo,
die DB Regio hat für diese Fälle ein Betreuungskonzept entwickelt. Falls jemand an diesem Konzept Interesse hat kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen.
Falls Bedarf ist kann ich auch geren in den nächsten tagen mal das Konzept hier vorstellen. Also sagt mir ob ihr das wollt, dann nehme ich mir mal Zeit das hier zu schreiben.
Mit kollegialem Gruß
Michael
Da sowas ja nicht nur bei Suizid anwendbar ist, sondern in anderen Fällen auch, Spreche ich hoffentlich im Namen der meisten Leute aus der Zunft das mit dem rollenden Rad zu tun hat, mache es.
Wirrkopf-Fahrdienst
15.02.2009, 23:29
Hallo Vzinn,
ich kann gut nachvollziehen, was du schreibst. Psychologie und Psychoanalytik sind seit Jahren Interessengebiete, mit denen ich mich beschäftige. Ich behaupte nicht, Fachmann zu sein, bin aber sehr interessiert an diesen Dingen. Du hast einerseits Recht, andererseits aber bleibt die Tat. Und diese Tat ist von enormer Agressivität geprägt, wobei sich diese Agressivität nicht nur gegen den eigenen Körper richtet sondern eben auch gegen Zeugen dieser Tat. Und dann macht man häufig den Fehler (meiner Meinung nach ist es ein Fehler), dass man in der moralischen Bewertung dessen, was Geschehen ist, nur den Suizidanten als Opfer sieht. "Er hat keinen Ausweg mehr gesehen. Auf ihn ist niemand eingegangen. Niemand hat sein Leid erkannt." usw. Das ist alles richtig, und Angehörige leiden natürlich unter einem Suizid.
Aber: Es ist bei so einer Art der Selbsttötung (wie im Grunde bei allen Suiziden, hier aber im Besonderen) der Suizidant auch Täter! Und der Tf zum Beispiel ist ein Opfer. Und es ist meines Erachtens nach wichtig - auch im Umgang mit Tf, die dies erleben mussten, dass man sie darin bestärkt, dass sie Opfer geworden sind. Und zwar ohne jedes eigene Zutun.
Und dann kann man diese Tat - den Suizid mit Hilfe eines Zuges - moralisch bewerten, und zwar allgemein und grundsätzlich. Das tue ich, indem ich solche Taten verachtenswert finde. Ich habe im Beitrag oben versucht zu betonen, dass es dabei nicht um die Frage der Schuld(-fähigkeit) geht. Natürlich ist ein Suizidant wahrscheinlich selbst nicht in der Lage, sein Verhalten und die damit verbundenen Folgen für andere, wirklich einzuschätzen - von daher stimme ich dir zu. Aber das ändert doch nichts daran, dass er mit seinem Suizid zum Täter wird!
Letzteres darf man meiner Meinung nach in diesem Kontext einmal betonen.
Lg
WK
Edit: Das erwähnte Betreuungskonzept von Regio würde mich sehr interessieren. Wenn es möglich ist, Infos bitte an mich. Das finde ich spannend.
Mit solchen Vorverurteilungen sollte man doch etwas vorschichtig sein. Viele Selbstmörder sind psychisch kranke, die zu so einem Zeitpunkt ihre Umgebung extrem eingeschränkt wahrnehmen. Die bekommen gar nicht mit was in ihrer Umgebung los ist und was sie mit ihrem tun anrichten. ...
Genau! Deswegen ist pauschale Bewertung nicht möglich! Wenn Du mal nach Tagen mit einem sprichst der gerettet wurde, dann bricht der vor Scham und Entsetzen über das eigene Tun gleich nochmal zusammen ... ! Auch schon erlebt ... !:002:
Wirrkopf-Fahrdienst
15.02.2009, 23:38
Genau! Deswegen ist pauschale Bewertung nicht möglich! Wenn Du mal nach Tagen mit einem sprichst der gerettet wurde, dann bricht der vor Scham und Entsetzen über das eigene Tun gleich nochmal zusammen ... ! Auch schon erlebt ... !:002:
Das ist richtig.
Aber nochmal: Dies ändert nichts an der Tat und der Bewertung derselben.
Das ist kein Kippschalter, der entweder An oder Aus ist. Beide Seiten sind meiner Meinung nach richtig und wichtig. Nur muss man auch beide Seiten betrachten und betonen.
WK
Du meinst, die eigentlichen Opfer einer solchen Tat werden zu wenig beachtet?
Gallusrowdy
15.02.2009, 23:53
Du meinst, die eigentlichen Opfer einer solchen Tat werden zu wenig beachtet?
Bat so ist es, auch wenn es Alibimitarbeiter bei unserer Firma zur Zeit gibt.
Nur reicht dieses in keinem Fall.
Wirrkopf-Fahrdienst
16.02.2009, 00:05
Du meinst, die eigentlichen Opfer einer solchen Tat werden zu wenig beachtet?
Jein. Ich finde es zumindest wichtig, den Suizidanten auch als Täter anzusehen. Das gilt grundsätzlich, denn der Suzid ist ist der wohl radikalste Ausbruch aus einem System, und da zieht der Suizidant alle diejenigen mit rein, die diesem System angehören bzw. angehört haben. Der Suizidant stürzt Menschen ins Unglück. Hier - am Beispiel Eisenbahn - wird aber deutlich, dass er auch Menschen ins Unglück stürzt, mit denen er systemisch gar nix am Hut hatte. Unbeteiligte Menschen, zu denen keinerlei Beziehung bestand. Dies ist ungemein agressiv. Und eben auch die Tat eines Täters.
Meine Meinung.
(Ich bin übrigens auch vorbelastet durch das nähere Umfeld...)
WK
Geronimo
16.02.2009, 00:20
Jeder verkraftet so ein Erlebis anders!
Sicher ist es schlimm - ein solches Erlebnis zu haben...aber ich kann dem Kollegen nur eins mitgeben "ES WAR NICHT DEIN ENTSCHLUSS ... DU BIST NICHT SCHULD!"
Meinen ersten Selbstmörder hatte ich mit damals wohl 19 Jahren als Zugführer auf D 712 Oberhausen - Frankfurt/M - kurz hinter Hüttental-Weidenau - hatte einen Lokführer der "alten Garde" dabei.
Auch er stand unter Schock...."die Brocken" hingen noch am Zughaken!
Und was macht der Tf er schimpfte wie ein Rohrspatz: "Du alte Drecks.. - guck Dir mal an was Du mit meiner Lok gemacht hast -alles versaut!"
Wir sind dann erst einmal an die Seite gegangen haben eine geraucht ...bis die Stattsanwaltschaft und BP eintraf.
Von Ablösung nicht die Rede ... er wollte weiterfahren (heute undenkbar) und er hat seinen Zug bis Giessen weitergefahren.
Auch mich hat dieses Erlebnis nicht losgelassen.....aber war hilfreich bei meinem nächsten Suizid Neujahrmorgen 1979 ich sass vorne im ET 515, sprang kurz vor dem Bahnsteig in Bottrop-Boy eine Frau uns vor den Zug.
Also Notbremsung, Nachschauen, über den damals noch sehr jungen ZBF den Notruf abgesetzt und da ich immer Handschuhe - seit dem damaligen Erlebnis - immer in meiner Zf-Tasche hatte.
Die Leichenteile beiseite geräumt. (Gab´zur damaligen Zeit eine Sonderzahlung von 50 DM).
Entschuldigt wenn ich es so klar und pragmatisch sehe - die Zeiten waren damals so....
und würde es wahrscheinlich heute auch nicht anders machen.
Denn so tief der Schock bei den Kollegen auch sitzen mag....IHR HABT ES DOCH NICHT GEWOLLT!
...und wenn Selbstmörder wüssten wie sie nach so einem Selbstmord aussehen würden sie es auch nicht wieder tuen!
... . Hier - am Beispiel Eisenbahn - wird aber deutlich, dass er auch Menschen ins Unglück stürzt, mit denen er systemisch gar nix am Hut hatte. Unbeteiligte Menschen, zu denen keinerlei Beziehung bestand. Dies ist ungemein agressiv. Und eben auch die Tat eines Täters. ...
Hmmm ... ! Aber das ist doch nur die Eigendynamik der Tat, der Täter realisiert doch die Folgen im Tatmoment gar nicht!
Agressiv? Vielleicht.
Vorsatz? Eher selten!
Der Zug ist das Werkzeug, die Menschen darin, unsichtbar ... !
Wer die Eisenbahn mit Vorsatz für seinen Tod benutzen will, denkt auch vorher über den körperlichen Zustand danach nach ... !
Spätestens danach lassen 99% davon ab und nehmen den Fön mit in die Wanne ...
... denke ich ... !?
Laileena
16.02.2009, 09:36
Hmm.... aufgrund einiger persönlicher Vorbelastung mal eine kleine Erklärung:
"Öffentliche Suizide" sollen anklagen. Die Personen sind sich im Großteil definitiv dessen bewusst was sie dort tun und was sie ihren Mitmenschen antun.
Da sie allerdings in ihrem Leidensdruck so verzweifelt sind und meist einen Hass auf den Rest ihrer Umwelt haben ist dies dann ihr letzter Racheakt an den bösen Menschen von denen ihnen keiner geholfen hat.
Auch wenn es jetzt hart klingt: Aber JA sie wissen was sie tun! Und sie machen es absichtlich! (nicht alle aber doch viele) Ich habe lange mit einem rennomierten Psychoanalytiker und Psychiater gesprochen der täglich mit diesen Menschen zu tun hat. War aus persönlichem Interesse und er war so freundlich und hat sich etwas Zeit für mich genommen.
Was ich damals gehört habe hat mich zutiefst geschockt, aber heute schaue ich mit anderen Augen auf dieses Thema.
Desshalb stimme ich WK mit seiner Aussage dass die Suizidanten Täter sind im Großteil zu.
Klar sie sind in einer Situation wo sie aufgrund ihrer Verzweiflung dem normalen Menschenverstand total fern sind. Und ihr einziger Gedanke ist eigentlich nur noch: Sterben und sich an den bösen Menschen die einen da hingetrieben haben rächen.
Dass die anwesenden Personen gar nichts mit ihrer Situation zu tun haben ist in diesem Moment komplett ausgeblendet. Die ganze Menschheit ist schuld am persönlichen Unglück.
Von daher: Menschen die "öffentlichen" Suizid begehen sind Opfer. Aber zugleich auch Täter... Und das "Publikum" ist ein Opfer! Wir als Zuschauer können nichts tun. Nur die Augen schließen und hoffen, dass es schnell vorbei ist. Aber denkt daran: Sie wollten es so... und sie haben eure Hilflosigkeit ausgenutzt um euch als ihr Werkzeug zu missbrauchen. Schuldgefühle sind hier fehl am Platz. Ganz makaber: Ihr habt ihnen einen Gefallen getan, denkt daran, ihr habt ihnen ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt. Nämlich den zu sterben.
(Ich hoffe dass jetzt keiner geschockt ist oder in einer Krise landet, ich lege es den Admins und Moderatoren in die Hand wie mit diesem Beitrag umgegangen wird :) )
Nun hats mich auch erwischt.(Mein erster) :017:
Samstag abend um 18:45 kam das was ich eigentlich nie erleben wollte und meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Seit Samstag abend hats mich sowohl körperlich als auch psychisch schwer durch die Mangel gedreht. Samstag nacht wollte dann auch mein Magen nicht mehr und ich war erledigt wie nach einer Magen-Darm Grippe. So ganz langsam komme ich wieder auf die Füsse da immer noch mein Kreislauf spinnt und zum Glück sehe ich nicht mehr die Bilder vom Samstag abend so klar und deutlich vor meinen "inneren" Augen. Die Betreuung war super, ab da wo der erste Polizist da war konnte ich dann keinen Schritt mehr alleine machen und dann übernahm eine DRK Psychologin und ein Pfarrer meine weitere Betreuung bis mich dann unser S-Bahn Notfallmanager heimfuhr. Soweit bis jetzt mal.....
@SNCB-NMBS
... tja ..., Schritt für Schritt geht's dann doch weiter ... .:039:
Schweizkutscher
16.02.2009, 16:20
Nun hats mich auch erwischt.(Mein erster) :017:
Samstag abend um 18:45 kam das was ich eigentlich nie erleben wollte und meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Seit Samstag abend hats mich sowohl körperlich als auch psychisch schwer durch die Mangel gedreht. Samstag nacht wollte dann auch mein Magen nicht mehr und ich war erledigt wie nach einer Magen-Darm Grippe. So ganz langsam komme ich wieder auf die Füsse da immer noch mein Kreislauf spinnt und zum Glück sehe ich nicht mehr die Bilder vom Samstag abend so klar und deutlich vor meinen "inneren" Augen. Die Betreuung war super, ab da wo der erste Polizist da war konnte ich dann keinen Schritt mehr alleine machen und dann übernahm eine DRK Psychologin und ein Pfarrer meine weitere Betreuung bis mich dann unser S-Bahn Notfallmanager heimfuhr. Soweit bis jetzt mal.....
Kopf hoch, Du warst nur Mittel zum Zweck. Mach Dich nicht verrückt.
Such Dir jemanden, mit dem Du über das geschehene reden kannst, das hilft in den meisten Fällen.
Meine Nummer bekommst Du per PN, wenn Du möchtest.
Gallusrowdy
16.02.2009, 16:23
Gute Besserung
Tastenquäler
16.02.2009, 17:23
Ich würde gern etwas zum Trost und zur Aufmunterung sagen, jedoch fehlen mir die Worte ...
sven0403
16.02.2009, 17:54
Nun hats mich auch erwischt.(Mein erster) :017:
Samstag abend um 18:45 kam das was ich eigentlich nie erleben wollte und meinem ärgsten Feind nicht wünsche. Seit Samstag abend hats mich sowohl körperlich als auch psychisch schwer durch die Mangel gedreht. Samstag nacht wollte dann auch mein Magen nicht mehr und ich war erledigt wie nach einer Magen-Darm Grippe. So ganz langsam komme ich wieder auf die Füsse da immer noch mein Kreislauf spinnt und zum Glück sehe ich nicht mehr die Bilder vom Samstag abend so klar und deutlich vor meinen "inneren" Augen. Die Betreuung war super, ab da wo der erste Polizist da war konnte ich dann keinen Schritt mehr alleine machen und dann übernahm eine DRK Psychologin und ein Pfarrer meine weitere Betreuung bis mich dann unser S-Bahn Notfallmanager heimfuhr. Soweit bis jetzt mal.....
Auch das wirst du überstehen, ..........bald. Das Gefühl kenne ich gut.
Gruß Sven
CargoTorte
16.02.2009, 18:30
Reden....erzählen....sich auch mal bei jemanden anlehnen hilft ungemein! Raus an die frische Luft und etwas machen was einem gefällt! Geh schwimmen oder spazieren, geh raus in die Natur und genieß die Wintertage mit dem weißen Schnee! Oder beschäftige dich mit etwas, daß du immer gern gemacht hast und leider nie viel Zeit dafür hattest!
Aber, und das meine ich jetzt nicht böse, mach einfach was! Laß dich nicht hängen und alles wird gut!
homeofthechosen
16.02.2009, 20:37
Hey SNCB,
es gibt halt Dinge - und die wird es immer geben, die man nicht beeinflussen kann. Kopf hoch altes Haus!
Hi Lars!
Tut mir wahnsinnig leid für dich, dass es dich "erwischt hat". Wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Glück, schnell über das Erlebte hinwegzukommen. Ich hatte auf der Lok zwischenzeitlich nur ein paar "Schreckenserlebnisse" wie Leute, die sehr nah am Bahnsteig standen oder noch im letzten Moment über die Gleise gehechtet sind und du kannst mir glauben, daran hatte ich im ersten Moment schon genug zu knabbern.. Wird schon wieder werden und lass dir den Beruf nicht deswegen kaputtmachen, wäre bei jemand welcher mit solcher Begeisterung dabei ist wirklich zu schade.
Grüße!
Lennart
Laileena
16.02.2009, 21:20
Und das nachdem ich soetwas geschrieben habe..... Komm wieder auf die Beine Großer.... Und vielleicht kannst du aus meinem Text etwas für dich mitnehmen. Sei stark und behalte deinen Mut und lass dich nicht aus der Bahn werfen.
Gute Besserung für dich und einen *ganz lieber Knuddler* :)
Jens Hartwig
16.02.2009, 21:39
Nun hats mich auch erwischt.(Mein erster) :017:
...
Lars, ich habs Dir ja schon am Telefon gesagt. Kopf hoch Großer.. und wenn was is... kannst anrufen. Ich hab immer nen Ohr offen......
Gruß Jens
drehstromer
16.02.2009, 23:49
Alles wird gut Lars.In KKOL-M ist es dann schon wieder fast vergessen.Falls du mal reden willst...meld dich einfach.
Schotter
17.02.2009, 00:50
Nun hats mich auch erwischt.(Mein erster) :017:
Ich kenne auch diese Gefühleund das durch leben von Kalt und Warm schüben aber vieleicht Hilft es dir wenn du dir sagt " Das der Mensch Krank war und ihn durch meine Hilfe vom leid befreit habe"
Bitte nicht falsch verstehen Männers
sbb.lokmaster
17.02.2009, 04:29
@SNCB
Lars, Du hast meine Nummer, wenn Du meinst es ist notwendig ruf mich an. Und wenn es mitten in der Nacht ist, ab Mittwoch habe ich eh Nachtschicht, da bin ich dann sogar recht schnell am Apparat.
Immer wieder ein böses Spiel was dazu führt daß man selber oder ein guter Kollege nach solchen Erlebnissen an seinem Verstand zweifelt. Schade daß es nun wieder einen aus unseren Reihen hier erwischt hat - doch das schlimmste was man tun kann ist alles in sich hineinzufressen!
So recht helfen kann man in Form geschriebener Worte ja schlecht - auch wenn es sicher zeigt wie sehr es doch vielen anderen gleich mit nahe geht....
Wer immer hier sowas durchmacht sollte jemanden seines Vertrauens anrufen, sofort weitererzählen was passiert ist. Man fühlt sich nicht so grausam alleine wenn man ggf. alleine vorne hockt und niemand für einen da ist....
Klaro - auch mich kann jeder in einem solchen Fall zu jeder Zeit anrufen.
Einige hier können ja ganz gut miteinander - da ist sicher immer jemand dabei der dem Kollegen die erste Stunde zu überbrücken helfen wird. Wer hier für solche Fälle ne Handynummer von mir haben will wird sie auf Anfrage per PN bekommen - das würden sicher auch andere so machen...!
redesign
20.02.2009, 09:10
Hallo zusammen.
Das dieses Thema hier in erster Linie TF`s betrifft ist nicht von der Hand zu weisen. Und all denen, welchen ein PU oder Unfall wiederfahren ist, denen gilt mein Mitgefühl.
Es kann aber auch so gehen, wie es mir widerfahren ist, obwohl ich nur indirekt an einem Suizid per Bahn beteiligt war und mir es wahrscheinlich, weil auch Eisenbahner, deswegen irgendwie mehr "nahegeht".
Und auch, weil es ein Bekannter von mir war.
Diesen traf ich eines Tages, ich hatte frei, bei uns auf dem Marktplatz. Er war sternhagelvoll, heulte und war mental in einer absolut besc**** Situation.
Nachdem ich ihm etwas länger zugehört hatte, wurde mir seine Tendenz bewußt.
Alle Versuche, ihn dazu zu bewegen, sich umgehend zumindest in ärztliche Obhut zu begeben, waren sinnlos.
Also, denkt man sich, dann ruf ich eben nen Sanka, mit der Begründung:
Da ist einer, der will sich umbringen!
Gesagt, getan. Als er dann allerdings mitbekam, worum es geht, als die Sanis kamen, hat er sich losgerissen und die Flucht ergriffen. Und es ist keinem gelungen, ihn trotz Alk in der Birne, wieder einzuholen.
Als ich auf dem Heimweg an einem gesperrten BÜ vorbeikam, stellte sich heraus, das es dort einen PU gab.
Mein erster Gedanke galt eigentlich dem TF und wie es ihm wohl gehen mag.
Erst am nächsten Tag habe ich dann erfahren, wer sich da vor den Regio geworfen hat. Es war mein Bekannter.
Dann hat sich erst mal ein paar Tage das Gedankenkarussell gedreht. Hätte ich es verhindern können, warum, wieso und vor allen Dingen immer wieder die Frage:
Warum ausgerechnet vor einen Zug? Wußte er, was er damit dem Tf antut?
Irgenwann "beruhigte" ich mich mit dem Gedanken, das ein Mensch in dieser Ausnahmemsituation an alles denken mag, aber bestimmt nicht an den armen TF.
Und das vielleicht unheimliche oder was es auch sein mag, ich hatte in der Zeit mehr Mitgefühl mit dem mir unbekannten Tf, als mit meinem Bekannten.
Wenn das aus irgendeinem Grund hier net so reinpaßt, bitte entfernen.
Grüßle
Dennis08
08.03.2009, 13:51
Ich hatte vor drei Wochen meinen ersten.Naja,was heißt ich...Eigentlich der Tf.Ich war dahinter und habe alles mitbekommen.Bin ja noch im ersten Lehrjahr.
Das ich sowas schon nach 5 Monaten im Betrieb mitkriege,hätte ich vor Beginn der Ausbildung nie Gedacht.
Ich habe mir schon öfters dieses Thema hier durchgelesen.Jetzt weiß ich auch was mit dieser "Leere" gemeint ist.Die ersten zwei Stunden saß ich einfach nur und habe aus dem Fenster geschaut...nix gesagt...kaum bewegt.Das schlimmste waren die Geräusche.Es hat schon ein paar Tage gedauert bis ich die wieder einigermaßen verdrängen konnte.
Ich habe viel mit Kollegen geredet und mir auch immer wieder eingeredet,das der Kerl das wollte und wir halt nur das Werkzeug waren.Jetzt bin ich soweit das ich garnicht mehr darüber nachdenke.Ich hoffe wirklich,dass mir das später nicht passiert,wenn ich vielleicht mal fahre.Naja,aber das ist halt das Berufsrisiko...
Christian S.
09.03.2009, 00:35
Ich hatte vor drei Wochen meinen ersten.Naja,was heißt ich...Eigentlich der Tf.Ich war dahinter und habe alles mitbekommen.Bin ja noch im ersten Lehrjahr.
Das ich sowas schon nach 5 Monaten im Betrieb mitkriege,hätte ich vor Beginn der Ausbildung nie Gedacht.
Ich habe mir schon öfters dieses Thema hier durchgelesen.Jetzt weiß ich auch was mit dieser "Leere" gemeint ist.Die ersten zwei Stunden saß ich einfach nur und habe aus dem Fenster geschaut...nix gesagt...kaum bewegt.Das schlimmste waren die Geräusche.Es hat schon ein paar Tage gedauert bis ich die wieder einigermaßen verdrängen konnte.
Ich habe viel mit Kollegen geredet und mir auch immer wieder eingeredet,das der Kerl das wollte und wir halt nur das Werkzeug waren.Jetzt bin ich soweit das ich garnicht mehr darüber nachdenke.Ich hoffe wirklich,dass mir das später nicht passiert,wenn ich vielleicht mal fahre.Naja,aber das ist halt das Berufsrisiko...
Bist Du denn auch betreut worden oder wirst es noch? Denn in dem Fall reicht es ja nicht aus, sich um den Tf zu kümmern, denn Du hast ja die gleiche Verletzung erfahren, wie er.
homeofthechosen
09.03.2009, 01:15
Das denke ich auch, falsch wäre es, wenn er nicht betreut worden wäre. Dann ist etwas faul im Staate Dänemark.
@Dennis: Versuch auch, mit Leuten mal so drüber zu reden, denen du vertraust und die du kennst. Das hilft auch ne ganze Menge, wenn man einfach mal labern kann und es jemanden gibt, der auch zuhören kann.
Trennhuepfer
09.03.2009, 12:56
@dennis, wenn Du darüber quatschen willst, meld Dich mal, bin ja öfter in KKO auf der lokleitung/im Melderaum anzutreffen.
Dennis08
09.03.2009, 16:53
@Trennhuepfer:Vielen Dank :-)
Ich muss sagen,die in Koblenz haben sich sehr gut um uns gekümmert(Wir waren zwei Azubis,die das mitbekommen haben).Uns wurde psychologische Hilfe angeboten und wir haben dann auch erstmal frei bekommen.Wir wurden sogar am nächsten Tag angerufen,wie es uns denn gehe.Also da bin ich schon sehr dankbar.Aber wie gesagt,jetzt ist wieder alles vergessen(auch durch das viele Reden mit Kollegen und der Familie) und ich denke auch nicht mehr darüber nach. Meine Ausbildung lasse ich mir durch sowas nicht kapputt machen:-)
Schotter
09.03.2009, 21:06
Aber wie gesagt,jetzt ist wieder alles vergessen
nicht Falsch verstehen aber es wird Situationen, Geräusche, töne geben die dann das erlebte wieder hervorrufen ehnlich wie mit der ersten freundin zusammen zu sein und da bei lief im Hintergrund ein Lied und irgendwann kommt im Radio dieses Lied und man erinnert sich an die Ex. Bei mir ist es jedes mal der Samstag vor dem Ersten Advent, da hatte ich mein ersten PU. Also Kopf Hoch und wenn nötig Traue dich über deine Gefühle zu Reden.
Gruß Schotter
Hallo BF-Gemeinde,
hmmm..., soll ich, soll ich nicht???
Ein Zeitungsartikel, der in ähnlicher Form hier bereits gepostet wurde: die Geschichte ist die gleiche, die Namen lauten anders...
Wie geht man mit solch einem sensiblen Thema um?
Ich meine, ein seriös u. einfühlsam geschriebener Bericht, der es nicht verdient, einfach ignoriert zu werden:
http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/19/1090412.html?s=1
steamy
Christian S.
20.03.2009, 00:21
Ich meine, ein seriös u. einfühlsam geschriebener Bericht
Absolut, das ist mal eine richtige Qualität, keine Spur von Sensations-Journalismus.
sven0403
20.03.2009, 08:57
Ich finde den Bericht sehr gut...........und stimmt, der Geruch......
Gruß Sven
Kuppelschütz
20.03.2009, 10:06
Hallo BF-Gemeinde,
hmmm..., soll ich, soll ich nicht???
Ein Zeitungsartikel, der in ähnlicher Form hier bereits gepostet wurde: die Geschichte ist die gleiche, die Namen lauten anders...
Wie geht man mit solch einem sensiblen Thema um?
Ich meine, ein seriös u. einfühlsam geschriebener Bericht, der es nicht verdient, einfach ignoriert zu werden:
http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/19/1090412.html?s=1
steamy
Der Beitrag hätte ein dickes "Danke" für´s Abendblatt verdient. Gut geschrieben und auch auf die Gefühle der Kollegen eingegangen........
Hallole!
Der Bericht "Und wie geht es dem Lokführer?" von der web-Seite "Katholische Nachrichten" geht auch recht sensibel mit dem Thema um. Er stammt schon vom 4. März, ich glaube aber, er war hier noch nicht verlinkt.
http://www.kath.net/detail.php?id=22278
sbb.lokmaster
20.03.2009, 12:49
Der Artikel war schon da, aber gerade bei einem solchen Artikel ist sogar gut, das er nochmals verlinkt wurde, zumal er zum Thema passt und eine gute Ergänzung zu dem anderen sehr gut geschriebenen Artikel ist.
JimKnopf75
06.11.2009, 17:49
Hallo Kollegen , ich habe diese Situation schon 4 mal erlebt. Ich denke ich werde nach meiner Kur versuchen über das Versorgungsamt ein paar Prozente zu bekommen.Hat jemand erfahrungen in solchen Dingen ? Ist es Sinnvoll diesen Weg zu gehen aufgrund PTBS ? Ihr könnt mir auch Mailen ! Danke euch für die Mithilfe
Hallo Kollegen , ich habe diese Situation schon 4 mal erlebt. Ich denke ich werde nach meiner Kur versuchen über das Versorgungsamt ein paar Prozente zu bekommen.Hat jemand erfahrungen in solchen Dingen ? Ist es Sinnvoll diesen Weg zu gehen aufgrund PTBS ? Ihr könnt mir auch Mailen ! Danke euch für die Mithilfe
Laut meiner Psychologin sollte man dies nicht ungenutzt lassen. Schlieslich weiß man ja auch nicht was alles kommt. Wie es läuft weiß ich nicht genau. Aber eine Psychologin/Psychologe sollte wissen wie da zu verfahren ist.
Noch eine Frage am Rande. Auch in diesem angesprochenen Artikel spricht der betroffene von dem Geräusch der brechenden Knochen. Scheinbar ein unlöschbares detail bei diesen Unglücken. Oder liege ich da falsch?
Hallo zusammen, also ich hatte in dem Jahr seit dem meine Lehre aus ist zum Glück noch keinen Suizid. Ich würd mir wünschen es bleibt so. Aber ich kenne oder besser kannte einen Azubi bei der RBH, der im Lehrjahr vor mir war dem sowas passiert ist.
Während der Ausbildung ist ihm eine junge Frau vor dem Zug gesprungen. Betreuung durch die Firma? Fehlanzeige. Da kam noch die Frage vom Betrieb ob der Lokführer den Zug nicht zu Ende fahren könnte... Das der auch unter Schock stand dürfte jedem Klar sein.
Der Azubi hat es aber geschafft das Erlebte zu verarbeiten und hat dann auch seine Abschlussprüfung gemacht.
Und genau während der Prüfungsfahrt ist ihm ein Jugendlicher vor dem Zug gelaufen, der es nicht nötig hatte einen BÜ zu benutzen, sondern einen Trampelpfad benutzte weils ja ach so cool ist... Mp3-Player im Gleisbereich war noch nie ne gute Idee. Das Zp1 hat der erst gehört als es zu spät war.
Da der Betrieb wieder keine Hilfe anbot ist der Azubi an dem erlebten kaputt gegangen.
Wenig später schmiss er sich selbst vor einen Zug, da er keinen anderen Ausweg sah... Der arme Tf der ihn überfuhr, war derselbe, der schon bei dem ersten Suizid dabei war...
Für mich jedoch wäre das kein Ausweg. Ein Selbstmord ist die feigeste Möglichkeit einem Problem zu entgehen.
Jedoch hat es mir gezeigt was passieren kann (aber nicht muss) wenn der Betrieb einem keine einzige Hilfe anbietet und es dem Ebl schei*** egal ist was aus dir wird, hauptsache die Züge rollen und seine Tonnenprämie stimmt...
Bei der NWB das genaue Gegenteil. Vor der Einstellung wird man zu einem Psychologen geschickt, der offen mit einem darüber spricht und einem Erklärt was vom Betrieb her geschiet wenn es zum Ernstfall kommt (das Alles zu Erklären, würde aber den Rahmen sprengen :6:). Da merkt man welcher Betrieb sich um seine Tf kümmert und welcher nicht.
Ich hab mal was von der Fürsorgepflicht des Betriebes gegenüber seinen Mitarbeitern gehört... War wohl doch nur ein Gerücht.
In diesem Sinn und das alle Kollegen von sowas verschont bleiben, egal ob die lok rot, orange oder sonst wie lackiert ist.
Bis neulich
Sebi
.....
Jedoch hat es mir gezeigt was passieren kann (aber nicht muss) wenn der Betrieb einem keine einzige Hilfe anbietet und es dem Ebl schei*** egal ist was aus dir wird, hauptsache die Züge rollen und seine Tonnenprämie stimmt...
Bei der NWB das genaue Gegenteil. Vor der Einstellung wird man zu einem Psychologen geschickt, der offen mit einem darüber spricht und einem Erklärt was vom Betrieb her geschiet wenn es zum Ernstfall kommt (das Alles zu Erklären, würde aber den Rahmen sprengen :6:). Da merkt man welcher Betrieb sich um seine Tf kümmert und welcher nicht.
Ja einer von vielen Punkten woran man eine gute Firma erkennt. Vor allem in Zukunft sollte man diesen Punkt eine erhöhte Bedeutung zumessen, da sich nach meinen Beobachtungen diese Vorfälle extrem häufen.
Zumal sollte man bedenken, dass kein Lokführer wie eine Maschine ist, der nach einem solch heftigen Erlebnis einfach weiterfährt. Darüber muss sich die Obrigkeit klar werden.
Und was ich für ganz wichtig halte ist, dass wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und so zum Unfallort kommen ist das Wichtigste der Tf.
In der Regel ist dem Springer leider nicht mehr zu helfen, doch der Tf braucht die Hilfe und sei sie nur seelisch umso mehr.
Wie gesagt bin ich bisher verschont geblieben, doch wenn ich hier lese wie mit den meisten Tfs umgegangen bin kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist doch keine Art mit einem Menschen umzugehen der einen schweren Schock erlitten hat...
In diesem Sinne bis neulich
Sebi
Timo Albert
07.11.2009, 21:13
Zumal sollte man bedenken, dass kein Lokführer wie eine Maschine ist, der nach einem solch heftigen Erlebnis einfach weiterfährt. Darüber muss sich die Obrigkeit klar werden.
Und was ich für ganz wichtig halte ist, dass wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und so zum Unfallort kommen ist das Wichtigste der Tf.
In der Regel ist dem Springer leider nicht mehr zu helfen, doch der Tf braucht die Hilfe und sei sie nur seelisch umso mehr.
Wie gesagt bin ich bisher verschont geblieben, doch wenn ich hier lese wie mit den meisten Tfs umgegangen bin kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist doch keine Art mit einem Menschen umzugehen der einen schweren Schock erlitten hat...
In diesem Sinne bis neulich
Sebi
Tja so ist das leider. Hab das vor 3 Wochen ja erst mitmachen dürfen. Der erste der gefragt hat wie es mir geht, war meine Zugleitung am Telefon, "der" zweite meine Kollegen die aktuell unterwegs waren und anschließend mein Betriebsleiter. Der erste vor Ort der "Seelsorger"... 2 Std nach dem Unfall. Der Polizei, Notarzt und dem Notfallmanager waren nur meine Angaben zum Unfall wichtig...
sbb.lokmaster
07.11.2009, 21:50
Ich meine eine Regelung zu kennen, wonach es eh nicht gestattet ist, das man nach einem PU ohnehin nicht mehr weiterfahren darf. So habe ich das mal von einem NMG gehört. Da kann der Betriebsleiter eines EVU zetern wie er will, wenn der NMG sagt, nein, der fährt nicht mehr weiter, dann ist Ende, und es ist das Problem des EVU, wie und wann dieses einen neuen Mitarbeiter zum Weiterfahren hinschickt.
Karibikfan
07.11.2009, 22:39
Ich meine eine Regelung zu kennen, wonach es eh nicht gestattet ist, das man nach einem PU ohnehin nicht mehr weiterfahren darf. So habe ich das mal von einem NMG gehört. Da kann der Betriebsleiter eines EVU zetern wie er will, wenn der NMG sagt, nein, der fährt nicht mehr weiter, dann ist Ende, und es ist das Problem des EVU, wie und wann dieses einen neuen Mitarbeiter zum Weiterfahren hinschickt.
Richtig, das müsste seit etwa 2 Jahren so sein. Die TP hat im Falle eines PU den Tf unbedingt abzulösen, da heutzutage niemandem mehr zugemutet werden soll, nach einem solchen Ereignis noch weiterfahren zu müssen. Es spielt dabei auch keine Rolle, wie weit von der nächsten Est entfernt der Zug steht ...
Ich hatte selbst zwar glücklicherweise noch keinen PU, aber vor einiger Zeit mal etwas "ähnliches". Dabei war zum Glück nicht viel passiert, aber ich hatte alle Mühe, die TP davon zu überzeugen, das es mir gut geht und ich kein Problem damit habe, meinen Zug selbst weiterzufahren.
Bei dem Thema ist man heutzutage Gott sei Dank sensibel genug - die Zeiten von "beinharten Kerlen, die es allen beweisen" sind damit endlich vorbei.
Blocksignal
07.11.2009, 22:45
Herbst 1989. Nachtschicht als Fdl in BAKO. Gegen 23:30 Uhr fährt ein Dg nach Ntz (heute WNT) durch und beginnt eine Vollbremsung mit Funkensprühen kurz vor dem Stellwerk Ako. Mein erster Gedanke war: Sch.... Fehlleitung fabriziert.
Der Tf meldet sich nach Halt des Zuges über Funk. "Oh Mann. Mir ist da gerade kurz vor der Brücke jemand vor die Lok gesprungen. Den habe ich voll erwischt."
"Alles klar, bleib stehen wo Du stehst, ich kümmere mich."
Unfallmeldestelle (damals hieß das noch so), Dispatcher und umliegende Stellwerke informiert.
Der Zug blockierte alle Fahrwege von und nach Karow und so wurde Umleitung über BBKB gefahren.
Nach geschätzten 30 min traf die Transportpolizei ein und übenahm die Ermittlungen. Sie fanden die kompletten Unterlagen (Personalausweis, Mietvertrag, Sparbuch, Abschiedsbrief) auf dem Weichenheizungskasten der Weiche 1. Die Frau war 89 Jahre alt, schwer krank und wollte nicht mehr leben.
Der Tf meldete sich nach 10 min über Funk. Die ganze Aufstiegsleiter an der rechten Seite der Pufferbohle der BR 250 (155) war verbogen und blutig.
Die Trapo verfügte die Anforderung der Feuerwehr zum Abspritzen und Reinigen des Brückenpfeilers der Sellheimbrücke.
Der Tf wurde gefragt ob er in der Lage wäre den Zug noch bis Ntz (WNT) zu fahren, weil es keine Ablösung auf die Schnelle gäbe. Er stimmte zu.
Ich hätte nicht an seiner Stelle sein mögen. Meinen Respekt dafür.
Diese Situation hat mein Berufsleben nachhaltig beeinflusst. Auch ich hatte etliche schlaflose Nächte. Die Dämonen der Finsternis wirkten gut sechs Monate.
Blocksignal
Timo Albert
07.11.2009, 22:50
Herbst 1989. Nachtschicht als Fdl in BAKO. Gegen 23:30 Uhr fährt ein Dg nach Ntz (heute WNT) durch und beginnt eine Vollbremsung mit Funkensprühen kurz vor dem Stellwerk Ako. Mein erster Gedanke war: Sch.... Fehlleitung fabriziert.
Der Tf meldet sich nach Halt des Zuges über Funk. "Oh Mann. Mir ist da gerade kurz vor der Brücke jemand vor die Lok gesprungen. Den habe ich voll erwischt."
"Alles klar, bleib stehen wo Du stehst, ich kümmere mich."
Unfallmeldestelle (damals hieß das noch so), Dispatcher und umliegende Stellwerke informiert.
Der Zug blockierte alle Fahrwege von und nach Karow und so wurde Umleitung über BBKB gefahren.
Nach geschätzten 30 min traf die Transportpolizei ein und übenahm die Ermittlungen. Sie fanden die kompletten Unterlagen (Personalausweis, Mietvertrag, Sparbuch, Abschiedsbrief) auf dem Weichenheizungskasten der Weiche 1. Die Frau war 89 Jahre alt, schwer krank und wollte nicht mehr leben.
Der Tf meldete sich nach 10 min über Funk. Die ganze Aufstiegsleiter an der rechten Seite der Pufferbohle der BR 250 (155) war verbogen und blutig.
Die Trapo verfügte die Anforderung der Feuerwehr zum Abspritzen und Reinigen des Brückenpfeilers der Sellheimbrücke.
Der Tf wurde gefragt ob er in der Lage wäre den Zug noch bis Ntz (WNT) zu fahren, weil es keine Ablösung auf die Schnelle gäbe. Er stimmte zu.
Ich hätte nicht an seiner Stelle sein mögen. Meinen Respekt dafür.
Diese Situation hat mein Berufsleben nachhaltig beeinflusst. Auch ich hatte etliche schlaflose Nächte. Die Dämonen der Finsternis wirkten gut sechs Monate.
Blocksignal
gruselige Geschichte!
Aber das habe ich mich die Nacht mehrmals gefragt, ob sich denn auch Jemand um den FDL kümmert!? Nicht nur das er es ja alles über Funk und Handy mitbekommen hat... nein es ist ja nahezu vor seinem Fenster passiert!
Gruß, Timo
sbb.lokmaster
07.11.2009, 22:51
Und für die ganz hartnäckigen, die einfach nicht einsehen wollen, das Ihr dann nicht mehr weiterfahrt, gibt es eine Radikaltherapie: Ein RTW ist immer mit vor Ort, also laßt euch ins nächste Krankenhaus fahren, auch wenn die Euch dann nach Eingehender Untersuchung wieder heimschicken. Das klingt zwar jetzt Heftig, aber manchesmal hilft eben nichts anderes, denn dann muß der Disponent reagiren, ob er will oder nicht. Und wollen kann euch dann auch keiner was, denn nicht jeder hat die Kraft, das erstmal dort durchzustehen.
Denn sowas ist nun mal nicht der Normalfall, und auf sowas kann man auch keinen Trainieren. Es ist eben so, das es nicht jeder schafft sich direkt zu sagen, Gut, es ist passiert, ich kann nichts dafür, ich war nur das Werkzeug des anderen. Viele haben eben ein Problem damit, das Sie einen Menschen überfahren nhaben, obwohl Sie nichts dafür können, und eben dementsprechend ist es auch normal, das man sich eben auch mal zur Sicherheit ins Krankenhaus fahren läßt. Der Zug ist erstmal Nebensache. Selbst das weitere Sichern des Zuges muß dann eben erstmal der NMG oder ein anderer Bahnmitarbeiter übernehmen, wenn der betroffene Tf absolut nicht mehr in der Lage ist, was zu machen.
Vor allem sollte man sich eines merken, auch die Folgen eines Schocks, der nicht behandelt wird, können schwere Folgeschäden bis hin zum Tod haben. Es ist Euer Leben und Eure Gesundheit die dabei ebenfalls angegriffen wurde, nicht nur von der Person die Überfahren wurde. Es bringt gar nichts den Obercoolen zu spielen, um dann 3 Tage später umzufallen.
Einmannbetrieb
08.11.2009, 13:12
Zumal sollte man bedenken, dass kein Lokführer wie eine Maschine ist, der nach einem solch heftigen Erlebnis einfach weiterfährt.
Die Notfallmanager achten meines Wissens darauf, daß der betroffene Tf nicht mehr weiterfährt.
Und was ich für ganz wichtig halte ist, dass wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und so zum Unfallort kommen ist das Wichtigste der Tf.
Also bei mir waren sie erst nach 52 Minuten an der Lok (700m hinter dem Bahnsteig), um mir auf Nachfrage mitzuteilen, daß man -vorerst- noch nichts gefunden hat. Da läuft es Dir wiederholt kalt den Rücken runter und man kommt auf solche Gedanken wie: Was, wenn es doch nur ein Wildschwein war? Wobei die Spuren an der Lok eine andere Sprache sprachen...
Nach knapp drei Stunden durfte ich dann endlich die Unfallstelle verlassen, da dann der Ablöse-Tf endlich eintraf. Der Nmg begleitete mich zu seinem Auto, um mich um die Unfallstelle herum vor den Bahnhof zu fahren, wo mich unser Cargo-Notdienst dann nach Hause fuhr.
Im Endeffekt ist es so abgelaufen, wie von vielen geschildert: Für die Bupo und dem Netzbetreiber bist Du nur Tf soundso. Zwar kamen auch von der Bupo Fragen nach dem Befinden, aber das ist ungefähr so, als wenn man jemanden fragt, wie geht es Dir? Also so oberflächlich. Den Rettungssanitätern, dem Nmg sowie meiner Leitstelle und unserem Cargo-Notdienstler konnte man echte Anteilnahme entnehmen.
Andererseits muß man auch zugeben, daß zuviel Anteilnahme je nach der charakterlichen Ausrichtung im Augenblick des vorhandenen Zustandes auch als nervend empfunden werden kann. Jedoch ist jedwede Anteilnahme immer zu begrüßen.
Mir jedenfalls hat ein gewisser Zynismus geholfen, das Erlebte zu verarbeiten. Schlechte Träume= Gottseidank Fehlanzeige! Nur die Stelle ist verbrannt.
Mike
sbb.lokmaster
08.11.2009, 17:22
Ich finde wichtig ist, das wenn die Notfallkräfte eintreffen sich jemand nach dem Befinden des Tf erkundigt, und ggf, wenn dieser merkt, der braucht medizinische Hilfe, auch wenn der Tf im Moment das Gegenteil meint, diese auch organisiert. Sicher haben gerade die Polizei, Notarzt, NMG und ggf auch ein Leitender Mitarbeiter des EVU auch andere Dinge zu tun, die auch wichtig sind, denn es gibt das Opfer, das vom Zug erfasst wurde, aber auch der Tf ist in diesem Moment ein Opfer, der genauso Hilfe braucht. Wichtig ist, das jemand bei ihm ist, nicht unbedingt direkt daneben, aber in Rufweite, denn alleine das Wissen, das man nicht mehr ganz alleine ist, ist für viele Kollegen in dieser Situation eine große Hilfe.
Es muß ja nicht unbedingt ein Sani oder Polizist sein, das kann auch ein andere Kollege, der sich zumindest bei Personenzügen im Zug befand, bzw. einer der Zub Kollegen sein, sofern die nicht gerade selber mit der Situation Probleme haben. Es hilft machesmal schon ungemein, wenn jemand da ist, der sagt, wenn du mich brauchst, ich bin da. Dann weiß man, man ist nicht ganz alleine. Und das funktioniert zum Glück bei sehr vielen, wenn nicht sogar fast allern EVU so. Sicher ist es schwierig, das jemand vom eigenen EVU schnell vor Ort ist, wenn der Unfall sich 400 km vom Sitz des EVU ereignet hat. Da ist eben die DB mit den über ganz Deutschland verteilten Standorten im Vorteil. Aber im Endeffekt ist es eh egal, wer da dann kommt und da ist, denn in so einer Situation wird, bzw. wohl jeder über seinen Schatten springen, und dem Kollegen beistehen, auch wenn der von der "Konkurrenz" ist. Da gibt es kein erstmal kein EVU sondern nur der Mensch und Kollege, der da betroffen ist.
Aber ich glaube eh, das es hier unter uns im BF da keine Probleme gibt, das man, wenn man helfen/da sein kann, eben auch hilft, egal was für eine Firma bei dem anderen auf dem Arbeitsvertrag steht. Denn so eine Situation ist für jeden von uns mit das schlimmste, was uns passieren kann. Wer in so einer Situation in Konkurrenzdenken verfällt, der hat nach meiner Meinung seinen Beruf verfehlt.
Die Leere nach dem Aufprall.
Wenn man dort in Konkurrenzdenken verfällt ist das echt die abscheukichste Art eines Menschen, die es gibt. Da DARF es keine Unterschiede geben - zumindest sehe ich das so.
Konkurrenz?
Scheiß drauf!
Eisenbahner sind wir!!!:003:
Da ist es völlig Wurscht, wessen EVU Logo auf meinem Leibchen klebt!
" Tief luftholen"
Liebe Forengemeinde,
vor genau 3 Wochen erwischte auch mich es wieder. Diesmal in Königstein Sachsen
Betreuung? Ha was ist das?
Es kam der BGS es kam, es kam die Notfallmangerin.
Der BGS kam und verlangte nach meinem Personalausweiß welchen ich ihnen übergab. Eine Aussage verweigerte ich zu diesem Zeitpunkt. Und dann saß ich da auf der Lok ALLEINE. Mit meinen Zigaretten und einem dauernd klingelnden Handy, Dispo, usw.
Nach gefühlten 5 Stunden und richtigen 3 Stunden begnädigte man sich dann auch mich zum HBF in Dresden zu fahren abzusetzten mit den Worten dann kommen sie mal gut nach Hause. ?! Ist das noch normal?
Naja war ja ne Privatbahn was erwarte ich bloß....
Nachdem ich mir eine Fahrkarte geholt hatte stieg ich dann in den ICE richtung Frankfurt.
Ich war alle, ich war Fix und fertig mit der Welt, ich konnte aber auch nicht einfach nur irgendwo sitzen.
Nach der Abfahrt in Dresden kam der ZF zur Fahrkarten kontrolle, und bemerkte wohl auch das was nicht stimmte, ich hatte aber auch keine Ambitionen mich um zu stellen.
Auf seine Frage was den Los sei nutzte ich nur das Wort Königstein er wusste was ich meinte denn es hatte sich bereits rumgesprochen.
Erst dann konnte ich von einer Betreuung reden.
Er informierte seinen Kollegen in Leipzig der übernahm und dieser wiederum seinen Kollegen in Erfurt als ich in den IC richtung Düsseldorf wechselte um nach Soest zu fahren.
Ich hatte es mit einem Sehr jungen Kollegen zu tuen welcher mich dann bat ihn ins Dienstabteil zu begleiten da er mich nicht alleine im Zug sitzen lassen wollte, auch Nadine vom Boardservice wich mir kaum noch von der Seite.
Ich kann nur sagen Danke an die Kollegen aus Köln leider habe ich die nicht nochmal getroffen bis jetzt.
Aber worrauf ich raus wil.
Betreuung als TF einer Privatbahn kann man vergessen.
Nichtmal meinen Chef hat es BIS Heute interessiert wie es mit geht Hilfe hat man mir auch nicht angeboten die Holte ich mir über die GDL.
Danke für das was es nicht gab.
Bei der DB ist das anscheinend anders....
Tut mir Leid ich wollte das nicht so Emotional schreiben. Aber ich habe einfach nur getippt. Seid mir nicht Böse
Gruss Sven
Timo Albert
08.11.2009, 20:06
" Tief luftholen"
Liebe Forengemeinde,
vor genau 3 Wochen erwischte auch mich es wieder. Diesmal in Königstein Sachsen
Betreuung? Ha was ist das?
...
Aber worrauf ich raus wil.
Betreuung als TF einer Privatbahn kann man vergessen.
...
Moin,
das kann ich aber (zum glück) nicht so stehen lassen.
Erstmal hoffe ich, dass es dir bald besser geht und du deine erlebten Dinge "vergessen" kannst - und man sich bald wieder auf der Schiene begegnet!
Vor Ort hat sich mein öBL gut um mich gekümmert und hat mich dort hingefahren, von wo ich heim fahren wollte. Diverse Kollegen hatten mir angeboten mich (wenigstens) telefonisch ein wenig abzulenken und mit mir zu reden. Auch 2(!) Seelsorger waren vor ort und wichen kein cm mehr von meiner Seite. Einer wollte mich auch mit ins Krankenhaus nehmen, was ich aber abgelehnt habe.
Des weiteren wurden mir Gespräche und Hilfe seitens der Firma angeboten.
Also letztendlich (abgesehen von den Minuten direkt nach dem Unfall, wobei ich der Polizei usw. da nichtmal direkt einen Vorwurf machen kann - die Leute erleben vermutlich einfach soviel, dass sie sehr "Abgebrüht" sind) kann ich mich wirklich nicht beschweren!
Grüße, Timo
tickettussi
08.11.2009, 20:10
Tut mir Leid ich wollte das nicht so Emotional schreiben. Aber ich habe einfach nur getippt. Seid mir nicht Böse
wieso böse? Ich glaub Dir hilft es ein wenig mit uns hier zu reden.
*einfachnurknuddel* :knuddel1: ansonsten bin ich sprachlos :shocked2:
Trennhuepfer
08.11.2009, 20:19
Bis zum nächsten Bahnhof fahren und dann auf sich alleine gestellt sein?
Sowas ist in meinen Augen fahrlässig!
was ist, wenn ich im Zug umkippe? Ich stehe in dem Moment unter Schock!
Wenn von uns jemand vor Ort aufschlägt (wozu ist unser CND denn da?) dann fährt der mich gefälligst bis vor die Haustüre!
Ptbs sollte man nicht unterschätzen, der eine ist nach aussen kühl und emotionslos, aber ganz von Emotionen kann sich niemand freisprechen. wie jeder schlussendlich das Erlebte verarbeitet, steht dann auf einem anderen Blatt.
" Tief luftholen"
Liebe Forengemeinde,
vor genau 3 Wochen erwischte auch mich es wieder. Diesmal in Königstein Sachsen
Betreuung? Ha was ist das?
Es kam der BGS es kam, es kam die Notfallmangerin.
Der BGS kam und verlangte nach meinem Personalausweiß welchen ich ihnen übergab. Eine Aussage verweigerte ich zu diesem Zeitpunkt. Und dann saß ich da auf der Lok ALLEINE. Mit meinen Zigaretten und einem dauernd klingelnden Handy, Dispo, usw.
Nach gefühlten 5 Stunden und richtigen 3 Stunden begnädigte man sich dann auch mich zum HBF in Dresden zu fahren abzusetzten mit den Worten dann kommen sie mal gut nach Hause. ?! Ist das noch normal?
Naja war ja ne Privatbahn was erwarte ich bloß....
Nachdem ich mir eine Fahrkarte geholt hatte stieg ich dann in den ICE richtung Frankfurt.
Ich war alle, ich war Fix und fertig mit der Welt, ich konnte aber auch nicht einfach nur irgendwo sitzen.
Nach der Abfahrt in Dresden kam der ZF zur Fahrkarten kontrolle, und bemerkte wohl auch das was nicht stimmte, ich hatte aber auch keine Ambitionen mich um zu stellen.
Auf seine Frage was den Los sei nutzte ich nur das Wort Königstein er wusste was ich meinte denn es hatte sich bereits rumgesprochen.
Erst dann konnte ich von einer Betreuung reden.
Er informierte seinen Kollegen in Leipzig der übernahm und dieser wiederum seinen Kollegen in Erfurt als ich in den IC richtung Düsseldorf wechselte um nach Soest zu fahren.
Ich hatte es mit einem Sehr jungen Kollegen zu tuen welcher mich dann bat ihn ins Dienstabteil zu begleiten da er mich nicht alleine im Zug sitzen lassen wollte, auch Nadine vom Boardservice wich mir kaum noch von der Seite.
Ich kann nur sagen Danke an die Kollegen aus Köln leider habe ich die nicht nochmal getroffen bis jetzt.
Aber worrauf ich raus wil.
Betreuung als TF einer Privatbahn kann man vergessen.
Nichtmal meinen Chef hat es BIS Heute interessiert wie es mit geht Hilfe hat man mir auch nicht angeboten die Holte ich mir über die GDL.
Danke für das was es nicht gab.
Bei der DB ist das anscheinend anders....
Tut mir Leid ich wollte das nicht so Emotional schreiben. Aber ich habe einfach nur getippt. Seid mir nicht Böse
Gruss Sven
Na denn bleib ma schön hier bei uns in der Nähe!:001:
Offene Ohren gibt's hier mehr als genug und Erfahrungen auch ... .
Rede mit uns, wenn Du willst ... .:6:
Oder schweige mit uns, wenn Du willst ... .:033:
Aber eins kannst Du glauben: Hier wissen viele, wie so etwas ist.
Hier redest Du nicht gegen den Baum!
sbb.lokmaster
08.11.2009, 20:58
Du kannst auch, wenn Du willst, auch mit einem User, dem Du vertraust, auch per PN darüber reden. Im Bedarfsfall hilft Dir , so weit möglich auch das Team. PN an einen von uns genügt, einer der Kollegen, die sich es zutrauen, da auch zuzuhören, meldet sich dann schon bei Dir in Absprache des Teams untereinander.
Wie gesagt, wenn du Hilfe haben möchtest, wirst Du hier nicht alleingelassen.
Bahnstern
08.11.2009, 21:07
Ein defiziles Thema das ihr da aufgreift.
Das AB hat auch gut geschrieben.
Leider ist es so DAS ES JEDEN MENSCHEN erwischen kann ähnliches zu erleben!
Ob Lokführer,TF, Autofahrer,Straßenbahnfahrer...Polizist..usw.
Wenn Leute sich das Leben nehmen wollen,ist es denen egal,wo,wann und wie dies geschieht.
Drastisch gesagt (man möge es mir verzeihen,bitte) ist die Chance bei einem Suizid auf Bahnstrecken zu überleben,fast Null.
Dabei spielt das für den Betroffenen keine Rolle was aus dem,oder der wird, die das mit ansehen müssen...
Unter Umständen ist das sogar eine Art "Hilferuf" desjenigen.
Als Rat in diesem Falle kann ich nur sagen :
Hände weg vom Weiterfahren,keine Aussagen egal zu wem,sich in ärztliche Behandlung begeben.
Maximal Angaben zu den Personalien und mehr nicht!
Auf keinen Fall bequasseln lassen...fahr mal eben noch....oder so !
Die traumatischen Folgen eines Unfall treten meist nicht direkt nach dem Ereignis auf,denn der Mensch ist meist geschockt,sondern unter Umständen erst nach Tagen...
Ich selbst habe schon genug...... gesehen...
Kanns Euch nur raten....
Gruss....
sbb.lokmaster
08.11.2009, 21:14
Was mich nur wundert: Ich kenne das aus den Fällen, die ich selber erlebt, bzw. was ich davon mitbekommen habe, das zumindest in Bayern und Baden Württemberg in der regel auch ein sogenanntes Krisen Interventions Team mit ausrückt. Dieses wird in der Regel von den Rettungsdiensten gestellt, und biete eben auch seine Hilfe an, und wenn es erstmal nur das ist, weil man sich eben gut fühlt, das Sie einem Ihre Telefonnummer da lassen, wo man dann, wenn es erforderlich ist Tag und Nacht anrufen kann, die kommen dann so schnell wie möglich bei dir vorbei. Es gibt eben Personen, bei denen kommt das ganze eben erst später hoch. Oder aber Sie brauchen diese Hilfe nicht, weil es ihnen schon Hilft zu wissen, im Notfall ist ja jemand da.
Dazu mal eine Frage, gibt es sowas auch in anderen Bundesländern? Egal ob nun als K.I.T. oder eben das ein Notfallseelsorger in jedem Fall bei einem gemeldeten PU mit ausrückt. Dieses System mit diesen K.I.T. ist zwar noch relativ neu, soviel ich weiß so seit ca. 5-6 Jahren, aber die Erfahrungen, die diejenigen, die ich kenne, die diese Hilfe in Anspruch genommen haben, waren durchaus positiv. Die Inanspruchnahme des K.I.T. kostet nichts, diese werden durch andere Umlagen finanziert, wobei der Kreisverband der Rettungsorganisation, die das K.I.T. stellt, auch nichts dagegen hat, wenn man als Dankeschön denen was in deren Gemeinschaftskasse legt.
Ansonsten kann ich mich den Worten von Bahnstern nur anschließen, und laßt euch im Zweifelsfall lieber ins Krankenhaus fahren.
Bahnstern
08.11.2009, 21:21
Notfallfürsorger können über die jeweiligen Feuerwehren oder die Polizei oder Bupol angefordert werden.
In Berlin geht so etwas relativ zügig!
Im Norfallfall kommen dafür die Krankenkassen oder das Unternehmen auf.
Über die Kosten würde ich mir erst mal kein Sorgen machen....
sbb.lokmaster
08.11.2009, 21:50
Das ist eben schon ein Unterschied. Anderwo kommen die quasi vorsorglich "automtisch" mit, denn meistens denkt man bei dem Betrieb, der dann an solchen Unfallstellen herrscht, gar nicht an sowas. Vor allem der Tf, der hat da meistens so viel um die Ohren, das er sich, solange es Ihm gut geht, weil er eben abgelenkt ist duch das Geschehen vor Ort nicht daran, wo kann ich Hilfe finden, wenn ich Sie später doch brauchen sollte. Da sollte einfach schon am Unfallort jemand da sein, der zumindest eine Telefonnummer mitgibt, wo man im bedarfsfall anrufen kann. Alleine das wissen darum, das man eine Anlaufstelle hat, die man anrufen kann, und die dann auch jemanden rausschickt, hilft vielen schon weiter, und er braucht diese Hilfe dann doch nicht.
Aber ganz alleine stehengelassen zu werden das ist das gefährliche, da kommen dann solche Sachen bei raus, wie Sie Sebi 87 hier: http://www.bahnerforum.de/forum/showpost.php?p=252354&postcount=193 am beispiel seines Kollegen beschrieb. Solche Situationen dürften eigentlich hierzulande nicht mehr passieren, denn inzwischen müßte es sich wohl überall herumgesprochen haben, das auch diejenigen, die den Unfall vor Ihren Augen miterlebt haben, eine Betreuung brauchen.
Und wenn es eben nur das anbieten und weitergeben einer Telefonnummer ist, an die man ich hinwenden kann. Denn so fühlt man sich nach einem solchen Ereignis zu Hause nicht mehr hilflos, wenn man den Gedanken an das Geschehene nicht los wird.
@ Bahnstern: Du hast einerseits recht, es ist ein Hochsensibeles Thema, das und da stimme ich Dir zu, jeden treffen kann, auch als Fußgänger, weil man direkt daneben steht. Ich spreche keinem ab, das man da Hilfe benötigt, nur werden wir uns hier eben hauptsächlich auf den Bahnbereich konzentrieren, da da eben durch die Besonderheiten des Bahnbetriebes eben auch andere Dinge noch hinzukommen, die bei einem Autofahrer nicht der Fall sind, dafür gibt es wiederum besonderheiten, die bei der bahn nicht zutreffen. Was aber nicht heißen soll, das wenn hier jemand so ein Ereigniss im Strassenvekehr hatte, er das hier nicht darlegen soll. Wenn es eben da passiert und er/sie das eben hier lieber mit den Bahnern besprechen will, so darf er das gerne tun.
Und wenn ich mir die Meldungen hier zu diesem Thema betrachte, so sehe ich, das es hier einen großen Gesprächsbedarf gibt. Auch wenn viele von uns hier bisher davon verschont geblieben sind, so macht sich doch sicher jeder mal Gedanken darüber, was ist, wenn es dann doch passiert, auch wenn jeder hofft, das es nicht passiert.
Und was ich für ganz wichtig halte ist, dass wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und so zum Unfallort kommen ist das Wichtigste der Tf.
In der Regel ist dem Springer leider nicht mehr zu helfen, doch der Tf braucht die Hilfe und sei sie nur seelisch umso mehr.
Das ist absolut richtig.
Überhaupt keine Frage.
Ich habe zutiefst beeindruckt dieses Thema verfolgt.
Viele Eindrücke, vieles von dem, was hier geschildert wurde, kann ich gut verstehen.
Vieles auch nachvollziehen; irgendwo wurden die "Dämonen der Dunkelheit" ins Spiel gebracht, die einen verfolgen...bei mir waren die auch schon des Öfteren zu Besuch.
Ich möchte hier aber nicht über mich schreiben; dies ist zu Recht Euer Thema.
Alles, was ich möchte, ist kurz die rettungsdienstliche Herangehensweise zu beleuchten, um vielleicht ein bißchen Verständnis zu wecken (auch wenn mir selber bei so mancher Schilderung hier das Verständnis für meine Berufskollegen fehlt).
Alarmiert werden wir für die "verunfallte" Person.
Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass da nichts mehr zu machen ist; jedenfalls nicht, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Mitunter geht das schneller, mitunter langsamer.
Erst danach dürfen(!) wir uns überhaupt um "unverletzte Beteiligte" kümmern.
Und leider sieht es so aus, als vergäßen viele meiner Kollegen diesen Punkt völlig (vielleicht auch den Eindrücken geschuldet, die sie "da hinten am Zug" gewonnen haben).
Für mich, der ich hier seit längerer Zeit mitlese und am Thema "Bahn" interessiert bin, wäre der Gang zur Lok selbstverständlich.
Damit dies aber nicht von individuellen Entscheidungen abhängt, müssten Standards in der Versorgung geschaffen werden; dies ist ein Thema, dessen ich mich in meinem kleinen Wirkungskreis annehmen werde.
Generell kann ich nur alle (speziell auch Notfallmanager und sonstige, in solchen Situationen mitbeteiligte Bahner) aufrichtig und ehrlich bitten - sprecht die Feuerwehr oder die Mitarbeiter des Rettungsdienstes direkt und aktiv an; macht auf den Menschen in der Lok aufmerksam, drängt darauf, dass wir da nachschauen.
Die Möglichkeit, "Notfallseelsorger" oder Ähnliches zu bestellen, dürfte im Jahr 2009 fast überall gegeben sein.
Dies sind keine Prediger, sondern Menschen, die zuhören können. Oder auch nur einfach da sind. Zeit haben. Und das ist das Allerwichtigste.
Sollte es weitere Fragen im Hinblick auf die Möglichkeiten des Rettungsdienstes, Euch zu helfen, geben - ich bin gerne bereit (auch per PN), so gut es geht zur Klärung beizutragen.
sbb.lokmaster
09.11.2009, 08:18
Es ist schon klar, das Ihr in erster Linie wegen der Verunfallten Person gerufen werdet. Gerade die Rettungskräfte (Sani und Notarzt) haben damit erstmal zu tun, aber es kommern ja auch weitere Kräfte hinzu, in der regel feuerwehr und Polizei, und da sind dann immer soviel Leute dabei, das es doch ohne Probleme möglich ist, das man einen mal nach vorne schickt. Wenn der dann feststellt, der da voren braucht auch dringend Ärtzliche Hilfe, dann kann man das immer noch organisieren.
Nur es überhaupt mal jemand Zeitnah nach dem Kollegen schauen. Sicher können auch weitere Personen im Zug davon betroffen sein, und um die muß sich dann auch gekümmert werden, ebenso Personen die aussen an der Strecke waren und das mit ansehen mußten. Aber es kann nicht angehen, das man den Kollegen da vorne, wie schon mehrfach gelesen bis zu einer Stunde nach Eintreffen der des ganzen Hilfstrosses mit seine Sorgen, Nöten und Ängsten alleine läßt. Notfalls muß eben auch mal der Notarzt oder ein Sani sagen, das mal jemand von den anderen Einsatzkräften vor Ort mal zum Führerstand geht, und zumindest mal nach dem Kollegen schaut, der kann ja auch vor Schock da bewußtlos sitzen, und dann ist auch da schnelle Hilfe von Nöten. Wer da vorgeht ist doch erstmal unerheblich, wichtig ist, das es eben auch so schnell wie möglich passiert. denn ich habe es oft genug geshen, das dort an solchen Unfallstellen die Feuerwehr oder Polizei mit mehreren Kräften stehen, die zur Untätigkeit bestimmt sind und warten müssen, weil eben als erstes der Notarzt da seine Arbeit zu tun hat. Und einer dieser Personen kann doch abkommandiert werden, nach uns zu schauen. Das sollte doch nicht zu schwer sein.
Eben. Es geht ja gar nicht um die Betreuung durch medizinisches Personal.
Es geht darum, das überhaupt mal irgendwer in regelmäßigen Abständen hinguckt.
Einmannbetrieb
09.11.2009, 12:38
Nachdem ich mir eine Fahrkarte geholt hatte stieg ich dann in den ICE richtung Frankfurt.
Ich war alle, ich war Fix und fertig mit der Welt, ich konnte aber auch nicht einfach nur irgendwo sitzen.
In diesen Fällen würde es sich anbieten, daß sich die Bahnhofsmission des Betroffenen annimmt, und wenn es denn bloß am Endbahnhof ist. Also so etwas in der Richtung wie das betreute Fahren für Kinder (http://www.bahn.de/p/view/service/familie/kids_on_tour.shtml). Denn nicht immer hat das Zugpersonal die Zeit, sich eines Kollegen anzunehmen, ich denke da zB an Freitagnachmittag oder Sonntags.
Ansonsten Sven, Kopf hoch. Reden hilft. Und das hier war ein guter Anfang!
Mike
Bahnstern
09.11.2009, 14:16
...ohne jetzt tiefer einzudringen.
Hilfskräfte und Einsatzkräfte müssen vor Ort sich erstmal einen Überblick verschaffen über die Situation!
Dazu gabs mal oder gibs noch den Katalog...mit den berühmten "w"s.... wer..wann...usw.
Es ist jedesmal einen außergewöhnliche Situation die NIE jemand aus dem Ärmel schüttelt,das heisst alle müssen zusammenhalten.
Dabei kann es dann auch passieren das alle erstmal "festgehalten" werden.
Das ist kein böser Wille,sondern dient der Übersicht.
Leider ist es eben nicht möglich umfassend auf alles zu reagieren.
Nachvollziehen kann ich das Schreiben des "Sani" hier nicht,ist er vor Ort bzw überhaupt im Dienst ist es oberste Pflicht zu helfen.
Ob der Verunfallte oder sonstwer anruft.
In erster Linie zählt das Leben und das Wohl des Menschen.
(offtop obwohl ich das bei den Kassen schwer glauben mag)
Ganz besonders muss auf Schockreaktionen geachtet werden,zum Beispiel wenn der Verunfallte geschockt durch die Gegend "rennt".
ES GIBT KEIN SCHEMA nach dem man vorgehen kann,jede Situation ist anders....
Und ich kann nur jedem raten,ärztlichen Beistand anzunehmen!!! Und mit Vertrauenspersonen zu reden.
@Bahnstern
Der "Sani" meint:
Es ist im Bewusstsein der Verantwortlichen noch nicht angekommen, daß solch ein Vorfall mehr als einen Verletzten hinterlässt und daher unter Umständen vor Ort viel mehr medizinisch geschultes Personal notwendig wäre! Er muss sich eben erst um die/den am schwerste/n Verletzte/n kümmern ... .
Nun will ich aber mal was sagen: auch wenn es momentan anscheinend nicht zum Mainstream hier passt.
Wir sollten nicht so tun, als wenn wir als Lokführer diejenigen sind, die an einer solchen Unfallstelle den Notarzt dringend benötigen. Wir haben medizinisch auch keinen Schock, sondern (nur) einen riesen Schreck.Deshalb sollte man sich auch um den Tf kümmern, damit er nicht völlig geistesabwesend vors nächste Auto rennt o.ä.
Aber solch einen "Zustand nach psychischer Ausnahmesituation" (den haben mir die Ärzte in beiden Fällen sinngemäß attestiert) haben doch auch andere Menschen, die Zeuge oder Beteilgter an einem Unfall oder einer Straftat sind. Auch der Feuerwehrmann oder der Notarzt, der solch einen Unfall aufräumen muss, hat doch diesen Ausnahmezustend. Wir sollten uns da vielleicht nicht ganz so wichtig nehmen.
Nichtsdestotrotz muss man sich um den Tf kümmern und ihn ablösen! Wenn ich lese, das @Sven ganz allein mit dem Zug von Dresden nach Hause fahren musste, könnte ich...:31: Es wäre das Mindeste gewesen, seitens der Firma eine Taxe zu stellen, die ihn bis nach Hause vor die Haustür - oder besser - zum heimischen Durchgangsarzt bringt. Ein PU ist und bleibt ein Arbeitsunfall. Und als Tf hat man erst wieder was im Fst zu suchen, wenn man sich wieder konzentrieren kann. Solange man immer und immer wieder an den Unfall denkt - Finger weg!
Ich hoffe, ihr könnt mich noch leiden... :003:
Gruß
Jens
Einmannbetrieb
09.11.2009, 15:41
Wenn von uns jemand vor Ort aufschlägt (wozu ist unser CND denn da?) dann fährt der mich gefälligst bis vor die Haustüre!
Ähh, das geht nicht so schnell. Du mußt vorher noch zum Durchgangsarzt wegen Feststellung des Arbeitsunfalles. Erst danach kannst Du nach Hause gefahren werden (wenn nicht noch Dein Auto an der Dienststelle steht, daß man ja meist auch noch braucht).
Ich komme in der Notaufnahme des Offenburger Krankenhauses an, diese ist komplett leer. Klingeln, kurz warten, Schwester kommt und bittet mich hinzusetzen.
Schwester: "Was gibts?"
Ich: "(Name) Lokführer SBB Cargo, ich hatte einen Personenunfall."
Schwester: "Ahja, wo tut es denn weh?"
Ich: "Mir tut nichts weh, und der Person wahrscheinlich auch nichts mehr."
Schwester: "Welcher Person?"
Ich: "Ich bin Lokführer und hatte einen Personenunfall."
Schwester: (verständnislos guckend ...ratter...ratter...bleich werdend) "Okay ich komme gleich wieder."
Nächste Schwester kommt, nimmt alles auf und bittet mich in ein Behandlungszimmer.
Mike
Nun will ich aber mal was sagen: auch wenn es momentan anscheinend nicht zum Mainstream hier passt.
Wir sollten nicht so tun, als wenn wir als Lokführer diejenigen sind, die an einer solchen Unfallstelle den Notarzt dringend benötigen. Wir haben medizinisch auch keinen Schock, sondern (nur) einen riesen Schreck.
Ich könnt Dir anhand der Reaktion einiger User hier auf die detaillierte Beschreibung eines PUs das Gegenteil beweisen. Ich hätte da einen besonders unschönen Vorfall im Angebot ..., die Forenregeln jedoch verbieten dieses.
Schön, daß Du nur einen großen Schreck hattest, ... ich kenne anderes ... !
Und, ja, natürlich sind auch andere Menschen geschockt. Reisende z.B., oder eben auch Rettungskräfte, die so etwas noch nicht gesehen haben ... .
Ich hoffe, ihr könnt mich noch leiden... :003:
Ja ..., doch ..., warum denn nicht?
Gerd Belo
09.11.2009, 16:13
Ein PU ist und bleibt ein Arbeitsunfall.
Und als Tf hat man erst wieder was im Fst zu suchen, wenn man sich wieder konzentrieren kann.
Und genau da liegt das Problem.
Aus eigener Erfahrung:
Mein (hoffentlich) letzter PU. Der Mensch, der sich von meinem Zug hat überfahren lassen war für mich tot. Ich habe weder Knochen splittern hören noch jemals wieder von ihm geträumt. Er existierte nicht mehr.....
14 Tage später wieder auf dem Führerstand gesessen. Noch nicht mal eine Woche wieder im Dienst, da steht auf unserer "Haus-und Hof-Selbstmörderstrecke" einer auf einer Brücke am Nachbargleis. Steht einfach so da und starrt. Nicht so wie ein Fuzzi, irgendwie anders. Also den Fahrdienstleiter angerufen und gemeldet. Bisher noch nichts. Aber! 10 km weiter meldet sich der Lokdienst und möchte von dem Menschen eine Persohnenbeschreibung. Also alles berichtet. Und damit war die Sache erledigt. Genau diesen Menschen habe ich anschließend immer wieder überfahren...........
sbb.lokmaster
09.11.2009, 19:57
Nun will ich aber mal was sagen: auch wenn es momentan anscheinend nicht zum Mainstream hier passt.
Wir sollten nicht so tun, als wenn wir als Lokführer diejenigen sind, die an einer solchen Unfallstelle den Notarzt dringend benötigen. Wir haben medizinisch auch keinen Schock, sondern (nur) einen riesen Schreck.Deshalb sollte man sich auch um den Tf kümmern, damit er nicht völlig geistesabwesend vors nächste Auto rennt o.ä.
Leiden können wir Dich schon noch, und vielleicht mag das ja bei Dir zutreffen, aber eben nicht jeder reagiert so. Ich weiß von einem Fall, wo der Zug, wenn die Sifa nicht gewesen wäre noch ettliche Kilometer so weitergefahren wäre, bis eben ein scharfer 1000 Hz Magnet im Weg gelegen hätte.
Der Betroffene Kollege hatte allein durch die erst im letzten Moment sichtbare Person, die da mitten im Gleis stand und dem unmittelbar darauf erfolgenden Geräuschd des Zusammenpralls eine so schweren Schock, das er gar nicht mehr getan hat. Zum Glück funktioniert in so einem Fall auch nicht mehr der Tf Automatismus, der uns z.B. im Halbschlaf regelmäßig die Sifa betätigen läßt. Der Zug ist eben durch Ansprechen der Sifa abgebremst worden. Weil eben auf das anrufen des Zuges über Zugfunk sich niemand rührte hat der zuständige Fdl die Polizei und den Rettungsdienst alarmiert (So was wie eine Notfallleitstelle gab es damals noch nicht), sowie die Strecke gesperrt. Da sich die Einsatzkräfte aufgrund deren Anfahrweg dem Zug von der Lok her näherten schauten Sie eben als erstes in den Führerstand und fanden den Kollegen starr auf seinem Sitz vor.
Der betreffende ist zwar seit dem nie mehr als Tf gefahren, hat aber das erlebte zum Glück gut verarbeitet.
Merke: Jeder Mensch ist Medizinisch eine Einzelanfertigung und dementsprechend reagiert auch jeder anders. Da gibt es kein Schema F
Timo Albert
09.11.2009, 20:32
Was mir nach meinem Unfall öfter in den Kopf gekommen ist: Jeder TF spielt das sicherlich mal in sich selber durch - wie er reagieren würde, wenn man mit so einer Situation konfrontiert wird. Ich musste allerdings für mich selber feststellen, dass ich mich selber absolut falsch eingeschätzt habe!
Ich habe mir immer gedacht, wenn so etwas passiert bleib ich sitzen und warte bis alle Einsatzkräfte eintreffen und schaue was passiert...
Und was musste ich nach meinem Unfall feststellen? Ich bin wie von Bienen gestochen rumgerannt, hab mir sogar wie automatisch die Lok angeschaut, Telefoniert, bin sogar zum RTW gelaufen um den Rettungskräften zu sagen, wo sie hin müssen. Die zeit verflog selbstverständlich wie im Zeitraffer und ich kam mir vor wie ferngesteuert!
Ich find es im nachhinein erschreckend, wie wenig man sich selber in solchen Extremsituationen einschätzen kann!
Merke: Jeder Mensch ist Medizinisch eine Einzelanfertigung und dementsprechend reagiert auch jeder anders. Da gibt es kein Schema F
Okay - mea culpa! Ich schreib's mir hinter die Ohren!
Gruß
Jens
Tolbiacum
09.11.2009, 21:30
Ähh, das geht nicht so schnell. Du mußt vorher noch zum Durchgangsarzt wegen Feststellung des Arbeitsunfalles. Erst danach kannst Du nach Hause gefahren werden (wenn nicht noch Dein Auto an der Dienststelle steht, daß man ja meist auch noch braucht).
Ich komme in der Notaufnahme des Offenburger Krankenhauses an, diese ist komplett leer. Klingeln, kurz warten, Schwester kommt und bittet mich hinzusetzen.
Schwester: "Was gibts?"
Ich: "(Name) Lokführer SBB Cargo, ich hatte einen Personenunfall."
Schwester: "Ahja, wo tut es denn weh?"
Ich: "Mir tut nichts weh, und der Person wahrscheinlich auch nichts mehr."
Schwester: "Welcher Person?"
Ich: "Ich bin Lokführer und hatte einen Personenunfall."
Schwester: (verständnislos guckend ...ratter...ratter...bleich werdend) "Okay ich komme gleich wieder."
Nächste Schwester kommt, nimmt alles auf und bittet mich in ein Behandlungszimmer.
Mike
Hallo Forianer
Etwas zur Ergänzung
Das mit dem Durchgangsarzt, kenne ich nicht und der würde mich auch nie SEHEN, wenn dann zum Hausarzt und Ende im Gelände, für einige Wochen.
Das geliebte Auto, kommt auch zu dir nach Hause, aber SPÄTER.
Die Regelung beim PU ist, der Verunfallte TF ist BEGLEITET ( Fürsorgepflicht des AG ) nach Hause zu bringen.
Tage später, wenn der Tf sich in der Lage fühlt, sein Auto auf der Einsatzstelle abzuholen, hat der AG Sorge zutragen, das der Tf ( oder Vertrauensperson ) abgeholt wird, welcher dann mit dem PKW nach Hause fährt.
Hatte schon in älteren Beträgen, Hinweise gegeben wie dem Tf geholfen werden MUß.
sbb.lokmaster
09.11.2009, 21:42
@Recke14
Keine Ursache, ich will keinen belehren, dieses ist bei einem solchen Thema auch absolut unangebracht, aber es ist eben so, das sich jeder anders verhält. der eine hat wirklich die Ruhe weg, und klärt alles was zu tun mit einer Souveränität, das man meint der pinkelt Eiswürfel, aber bei vielen von denen kommt das eben dann erst zum Vorschein, wenn er wieder Ruhe hat.
Ein anderer reagiert so, wie es Timo Albert beschrieben hatte. Und eben wieder einen andereren nimmt das eben so mit, das es ihm so ergeht, wie in dem von mir beschriebenen Fall meines Bekannten.
Und eben diese Unterschiede machen es natürlich auch den rettungskräften so schwer, sich dementsprechend um Dich zu kümmern. denn gerade der erste Typ wird jede Hilfe ablehnen, weil es geht ihm ja gut, bei vielen aber eben nur so lange, wie er die ganze Hektik an der Unfallstelle um sich hat. Sobaldig er wieder alleine ist, und sich die erste Aufregung abgebaut hat, kommt das große Elend, und dann ist es wichtig, das er weiß, das er dann jemanden anrufen kann, der dann entweder kommt, oder eben nur zuhört.
Bei meinen bisherigen 3 Fällen habe ich auch jedesmal anders drauf reagiert, aber bisher hat es mir immer geholfen, das wissen zu haben, das man jemanden hat, mit dem man sich im Bedarfsfall darüber unterhalten. Die ersten beiden Fälle haben zwar länger gedauert, bis ich Sie verarbeitet hatte, da es damals noch nicht so einfach war, jederzeit Kontakt zu Leuten herzustellen, denen man vertraute, und mit denen man reden konnte, denn Internet , so wie wir es heute kennen, war damals noch nicht so verbreitet, ebensowenig Handys. Auch gab es noch nicht so umfangreiche Notfallfürsorgemöglichkeiten wie heutzutage.
Der dritte ging erstaunlich schnell abzuarbeiten, was aber eben auch daran lag, das ich am selben Abend noch hier im Chat einem Kollegen, den ich kenne und dem ich vertrauen kann, berichten konnte, was mir 3 Stunden zuvor wiederfahren war. Dieser bot an, wenn was wäre, sollte ich einfach bei ihm anrufen. Und ich hatte eben eine telefonnummer vom K.I.T., wo ich auch hätte anrufen können. Alleine das Wissen darum, das man im Bedarfsfall sofort jemand zum quatschen gehabt hätte, hat schon viel geholfen, das man ruhig durchschlafen konnte.
So war es bisher bei mir, aber wer weiß, wie es sein wird, passiert sowas, was hoffentlich eintreffen wird, noch einmal, wie ich dann damit umgehen kann.
Und so wird es eben vielen gehen, denen so was wiederfährt.
Hinzu kommt ja auch noch, was für Begleitumstände hat dieser PU. War es so, das man direkt erahnen konnte das es gewollt war, oder war es ein wirklicher tragischer Unfall. Und vor allem, ist die Person, die vom Zug erfasst wurde ein Erwachsener oder ein Kind. Das sind alles Umstände, nach denen es sich richtet, wie jeder, individuel für sich, damit klarkommt, oder eben auch nicht.
Das mit dem Durchgangsarzt, kenne ich nicht und der würde mich auch nie SEHEN, wenn dann zum Hausarzt und Ende im Gelände, für einige Wochen.
Ja, wer da was gesetzliches kennt, kann es gerne ergänzen: aber so wie ich das mal gelernt habe, muss bei einem Arbeitsunfall ein Durchgangsarzt die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Da ein PU auch einer ist, muss man dann halt auch da hin. Bei der DB hingen immer Listen aus, wer in der Umgebung Durchgangsarzt ist. Mein Nächster war (oder ist) Orthopäde und Sportarzt und von dem habe ich bei meinen PU's dann auch die Krankenscheine geholt. Da gab's auch kein "Was wollen Sie denn hier?", sondern die haben auch gleich gesagt "Ach wegen Arbeitsunfall - klar machen wir!". Den Rest kann man ja mit anderen Ärzten klären.
Wiki gibt meiner Erinnerung auch Recht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Durchgangsarzt
Ein PU würde in keins der dort erwähnten Ausnahmeschemen passen, in denen Du andere Ärzte aufsuchen dürftest.
sbb.lokmaster
09.11.2009, 22:18
Das mit dem Durchgangsarzt ist auf jeden fall richtig, aber es wird auch sicher keiner Probleme bekommen, wenn er zuerst zum Hausarzt geht und dieser einen dann Krankschreibt. Und wenn man dann die Dienststelle von der AU benachrichtigt und mann dann eben gesagt bekommt, du mußt auch auf jeden Fall noch zum Durchgangsarzt, so ist das auch sicher problemlos machbar und wird auch sicher von jedem so akzeptiert werden.
Man kann es ja im Notfall dem zuschreiben, das man eben durch das Ereignis etwas durcheinander war, und daher eben zuerst zu dem Arzt gegangen ist, den man kennt und im Regelfall auch vertraut, sprich dem Hausarzt eben.
Am einfachste ist es aber, man läßt sich eh einfach vom RTW in nächste Krankenhaus bringen, diese sind im regelfall auch immer Durchgangsarztstation, und somit wäre das Problem auch auf elegante Art und Weise gelöst.
Bei einem Arbeitsunfall ist der Besuch eines D-Arztes nicht nur angebracht, sondern Pflicht. Ein Hausarzt darf gar nicht mit der Berufsgenossenschaft abrechnen. Entweder bekommt man vom Hausarzt eine Überweisung oder er schickt den Verunfallten so zum D-Arzt.
Sobald das Wörtchen Arbeitsunfall fällt, ist ein Hausarzt nicht mehr zuständig.
Sollte eine dringende Erstversorgung notwendig sein, wird die jeder Arzt vornehmen, aber mehr nicht. Danach wird man zum D-Arzt geschickt.
Das mit den ärzten ist so ne sache.
Ich habe jedoch den Vorteil das mein hausarzt auch ein D - Arzt ist.
Jedoch war das für mich nebensächlich.
ich möchte allen für ihre Aufmunterneten Worte danken.
Es nicht immer ganz einfach frisch umgezogen und kennt kaum jemanden.
Aber ok.
Lieben gruss Sven
Einmannbetrieb
12.11.2009, 19:23
Die Regelung beim PU ist, der Verunfallte TF ist BEGLEITET ( Fürsorgepflicht des AG ) nach Hause zu bringen.
Tage später, wenn der Tf sich in der Lage fühlt, sein Auto auf der Einsatzstelle abzuholen, hat der AG Sorge zutragen, das der Tf ( oder Vertrauensperson ) abgeholt wird, welcher dann mit dem PKW nach Hause fährt.
Hatte schon in älteren Beträgen, Hinweise gegeben wie dem Tf geholfen werden MUß.
Bist Du Dir sicher, daß das, was beim verkehrsroten Mitbewerber so durchgeführt wird, auch bei anderen EVU durchgeführt werden muß? Ich glaube eher nicht, oder?
Mike
Tolbiacum
12.11.2009, 19:34
Das mit dem Durchgangsarzt ist auf jeden fall richtig, aber es wird auch sicher keiner Probleme bekommen, wenn er zuerst zum Hausarzt geht und dieser einen dann Krankschreibt. Und wenn man dann die Dienststelle von der AU benachrichtigt und mann dann eben gesagt bekommt, du mußt auch auf jeden Fall noch zum Durchgangsarzt, so ist das auch sicher problemlos machbar und wird auch sicher von jedem so akzeptiert werden.
Man kann es ja im Notfall dem zuschreiben, das man eben durch das Ereignis etwas durcheinander war, und daher eben zuerst zu dem Arzt gegangen ist, den man kennt und im Regelfall auch vertraut, sprich dem Hausarzt eben.
Am einfachste ist es aber, man läßt sich eh einfach vom RTW in nächste Krankenhaus bringen, diese sind im regelfall auch immer Durchgangsarztstation, und somit wäre das Problem auch auf elegante Art und Weise gelöst.
Bei meinen 3 PU hat mich kein Durchgangsarzt gesehen und es wurde auch nicht DARAUF bestanden.
Es reichte immer, das ein Doc des Vertrauens die Krankmeldung ausstellte.
Gruß T
---====--- Beitrag hinzugefügt um 18:34 ---====--- Vorheriger Beitrag war 18:31um ---====---
Bei einem Arbeitsunfall ist der Besuch eines D-Arztes nicht nur angebracht, sondern Pflicht. Ein Hausarzt darf gar nicht mit der Berufsgenossenschaft abrechnen. Entweder bekommt man vom Hausarzt eine Überweisung oder er schickt den Verunfallten so zum D-Arzt.
Sobald das Wörtchen Arbeitsunfall fällt, ist ein Hausarzt nicht mehr zuständig.
Sollte eine dringende Erstversorgung notwendig sein, wird die jeder Arzt vornehmen, aber mehr nicht. Danach wird man zum D-Arzt geschickt.
Das mit der Abrechnung geht ja über eine andere Kasse und die machen beim PU keinen HicK Hack.
Es wurden alle Rechnungen abgerechnet.
Gruß T
Tolbiacum
12.11.2009, 19:47
Bist Du Dir sicher, daß das, was beim verkehrsroten Mitbewerber so durchgeführt wird, auch bei anderen EVU durchgeführt werden muß? Ich glaube eher nicht, oder?
Mike
Es ist EGAL welches EVU beteiligt ist.
Der Notfall-Manager ist hier in ganzer Form gefordert und hat für den Verunfallten zu SORGEN und WENN auch mit Beteiligung der Nachsorge.
Hatte vor einiger Zeit einige Gespräche mit Notfall-Managern und die haben Unabhängig die gleiche Meinung vertreten.
Gruß T
Bei meinen 3 PU hat mich kein Durchgangsarzt gesehen und es wurde auch nicht DARAUF bestanden.
Es reichte immer, das ein Doc des Vertrauens die Krankmeldung ausstellte.
Es schreibt Dich sicher jeder Hausarzt krank, nur wird das dann nicht als AU abgerechnet. Es sei denn, Dein Hausarzt ist gleichzeitig D-Arzt. Solange Du nur ein zwei Wochen zu Hause bleibst, ist das sicher kein Problem. Aber nach sechs Wochen bekommst Du bei einer normalen Krankschreibung keine Lohnfortzahlung mehr, sondern das deutlich geringere Krankengeld der Krankenkasse. Wird der PU hingegen als Arbeitsunfall anerkannt (was bei der EUK immer der Fall ist), bekommst Du auch über einen längeren Zeitraum Verletztengeld von der EUK, was deutlich höher liegt, als das "normale" Krankengeld der Krankenkasse. Außerdem hast Du im Bedarfsfall Anspruch auf Reha-Maßnahmen, und das im Unterschied zur "normalen Krankheit" ohne Zuzahlung.
Von daher, auch wenn Du als erstes zum Hausarzt gehst, mach ihn darauf aufmerksam, dass der PU ein Arbeitsunfall war. Der D-Arzt dokumentiert dann den Arbeitsunfall, die weitere Behandlung kann dann soweit ich weiß, jeder Arzt Deines Vertrauens übernehmen, solange Du ihm die Überweisung vom D-Arzt vorlegen kannst. Und nicht vergessen: Bei Deinem Arbeitgeber musst Du zusätzlich eine Unfallmeldung aufnehmen lassen.
Ansonsten werden ich mich hier nicht weiter äußern. Ich hatte das Glück, von Pu´s und ähnlichen Sachen bisher verschont geblieben zu sein. Aber interessant ist es auf jeden Fall zu lesen, wie in den einzelnen EVU die Betreuung abläuft (oder auch nicht abläuft)
Gruß Peter
Im RTL Nachtjournal wird gerade auch mal über die Lokführer berichtet, die mit solchen Unfällen nicht klar kommen. Inklusive Interview mit einem Ex-Berliner-S-Bahn-Lokführer (Ralf Pasewald), dem Gründer einer Selbsthilfegruppe zu diesem Thema!
Vielleicht kann ja jemand den Bericht hier mal einstellen?
EDIT: Hier ist das Video: RTL Nachtjournal - Freitod: Auch Lokführer sind oft jahrelang traumatisiert (http://www.rtl.de/rtlaktuell/rtl_aktuell_videoplayer.php?article=33998&pos=3)
Christian S.
13.11.2009, 03:51
Interessanter, sachlicher Beitrag des WDR zu dem Thema: http://www.wdr.de/tv/aks/videos/flashplayer.jsp?mid=109114
Schirdewan
13.11.2009, 04:31
Klasse Bericht über das Leid eines Tf nach einem Pu auch auf RTL (http://www.rtl.de/rtlaktuell/rtl_aktuell_videoplayer.php?article=33998&pos=6)
Drei mal Holz, dass auch die Medien endlich wach werden und auf diese Weise dem Lokführer/n gedenken.:applaus:
Klasse Bericht über das Leid eines Tf nach einem Pu auch auf RTL (http://www.rtl.de/rtlaktuell/rtl_aktuell_videoplayer.php?article=33998&pos=6)
Jo, das hatte ich auch schon verlinkt. Der Lokführer dort in dem Bericht fuhr früher mal bei der Berliner S-Bahn und hat nach seinem PU eine Selbsthilfegruppe für Tf in so einer Situation gegründet: Selbshilfegruppe für Lokführer nach Suizidfällen - Berlin (http://www.shg-berlin.de/)
tickettussi
13.11.2009, 10:28
Die Lokführer sind Opfer
http://www.wz-newsline.de/?redid=677512
Nach Selbstmorden auf den Bahnstrecken folgen häufig Alpträume und Angstattacken....
Die Angst der Lokführer: Quälende Sekunden, die man nie vergisst
http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/angst-lokfuehrer-quaelende-sekunden-vergisst-mm-527531.html
München - Was Lokführer durchmachen, wenn ihr Zug einen Menschen überrollt: Die psychischen Probleme kommen oft erst nach Wochen.....
Ich bin erstaunt, das tatsächlich Teile der Presse über die wahren Opfer des Siuzid vom Fußballspieler berichten.
Bis jetzt konnte man nur Mitgefühlskonzerte zum Freitot des armen Herrn Nationalfußballspieler höre, sehen und lesen. Keiner übter bis jetzt Kritik an der Art des gewählten Freitotes.
Halb so schlimm. Das tun tausend Menschen Jahr für Jahr, könnte man denken.
Aber da er auch eine Art Vorbildfunktion betreute und ein "im öffendlichen Leben" stehender Mensch war, dürfen wir uns wahrscheinlich wieder mit ein paar Lebensmüden mehr auf den Gleisen auseinander setzen.
Da sag ich doch gleich mal vielen Dank!
Vielleicht überlegt sich ja unser Arbeitgeber ob dies nicht eine günstige Zeit ist für seine Mitarbeiter einzustehen.
Aber eigendlich habe ich diese Hoffnung aufgegeben.....
ICE-T-Fan
13.11.2009, 15:44
Ich habe auch noch eine Berichterstattung zum Thema gefunden.
-> http://www.focus.de/panorama/welt/tid-16207/suizid-die-lok-hochheben_aid_223170.html
Ob sie gut oder schlecht geschrieben ist, mag ich als nicht-Tf nicht beurteilen.
Bin nur gerade drüber gestolpert und bin erschrocken und beeindruckt von den Schilderungen.
Trennhuepfer
13.11.2009, 16:38
Ich habe auch noch eine Berichterstattung zum Thema gefunden.
-> http://www.focus.de/panorama/welt/tid-16207/suizid-die-lok-hochheben_aid_223170.html
Ob sie gut oder schlecht geschrieben ist, mag ich als nicht-Tf nicht beurteilen.
Bin nur gerade drüber gestolpert und bin erschrocken und beeindruckt von den Schilderungen.
Ein trockener, aber sachlicher Bericht.
Anscheinend ist es jetzt endlich in der medienwelt angekommen, daß Tf/Zub, sowie Polizei, Feuerwehr und alle anderen, die am beseitigen der "Sauerei" beteiligt sind, die wahren Opfer sind!
Im Moment läuft in Brisant auch ein Bericht über die Lokführer in der schweren Situation.
http://www.mdr.de/brisant/sendezeiten/126470.html
Am Montag auf Sat1, 21.15 Uhr "Kerner"
Der Freitod Robert Enkes – So leiden betroffene Lokführer
...Auch der Lokführer, der den Unglückszug steuerte, muss das schreckliche Erlebnis verarbeiten und mit dem damit verbundenen Trauma fertig werden. Ein Schicksal, das allein in Deutschland jährlich rund 1000 Züge und ihre Lokführer trifft …http://www.sat1.de/kerner/sendung/themen/41599/
Tolbiacum
13.11.2009, 22:07
Es schreibt Dich sicher jeder Hausarzt krank, nur wird das dann nicht als AU abgerechnet. Es sei denn, Dein Hausarzt ist gleichzeitig D-Arzt. Solange Du nur ein zwei Wochen zu Hause bleibst, ist das sicher kein Problem. Aber nach sechs Wochen bekommst Du bei einer normalen Krankschreibung keine Lohnfortzahlung mehr, sondern das deutlich geringere Krankengeld der Krankenkasse. Wird der PU hingegen als Arbeitsunfall anerkannt (was bei der EUK immer der Fall ist), bekommst Du auch über einen längeren Zeitraum Verletztengeld von der EUK, was deutlich höher liegt, als das "normale" Krankengeld der Krankenkasse. Außerdem hast Du im Bedarfsfall Anspruch auf Reha-Maßnahmen, und das im Unterschied zur "normalen Krankheit" ohne Zuzahlung.
Nach meinem letzten PU war ich, gerechnet mit begleitetes Fahren, 3 Monate KRANK und hatte die Reha noch zur Verfügung.
Von daher, auch wenn Du als erstes zum Hausarzt gehst, mach ihn darauf aufmerksam, dass der PU ein Arbeitsunfall war. Der D-Arzt dokumentiert dann den Arbeitsunfall, die weitere Behandlung kann dann soweit ich weiß, jeder Arzt Deines Vertrauens übernehmen, solange Du ihm die Überweisung vom D-Arzt vorlegen kannst. Und nicht vergessen: Bei Deinem Arbeitgeber musst Du zusätzlich eine Unfallmeldung aufnehmen lassen.
Ansonsten werden ich mich hier nicht weiter äußern.
Ich hatte das Glück, von Pu´s und ähnlichen Sachen bisher verschont geblieben zu sein.
Sei mir nicht SAUER, aber du hattest GLÜCK.
Wenn es mal sein sollte, du machst Sachen danach, die hättest du sonst nie und nimmer gemacht.
Nur EINES, bin mit über 200 km/h im DUNKELN über die BAB geblasen und hatte die Hose fast VOLL, danach ging es mir BESSER.
ein Fußgänger am Straßenrand im DUNKELN hat mir schon Schweißausbrüche beschert.
Aber interessant ist es auf jeden Fall zu lesen, wie in den einzelnen EVU die Betreuung abläuft (oder auch nicht abläuft)
Gruß Peter
Gruß T
sven0403
13.11.2009, 22:13
.........So leiden betroffene Lokführer
:039: alles gut und schön aber wollen wir den Rummel wirklich wenns denn mal wieder passiert ist :007:
Gruß Sven
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