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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuwahlen in NRW?



VT605
11.06.2010, 23:29
Die Möglichkeit der großen Koalition ist auch geplatzt in NRW, die SPD hat abgelehnt. Dann bleibt nur noch eine Minderheitenregierung oder Neuwahlen. Eine Minderheitsregierung von Rot-Grün halte ich für gefährlich, man könnte die Linke nicht steuern oder eingrenzen, aber man ist immer auf deren Zustimmung angewiesen. Dann sollte man besser eine Koalition mit den Linken machen, dort können die wichtigsten Punkte bereits im Koalitionsvertrag festgelegt werden. Sollte keine Koalition zustande kommen, wäre mir statt einer Minderheitsregierung Neuwahlen lieber, auch wenn die Möglichkeit besteht das das Ergebnis ähnlich dem jetzigen Wahlergebnis ist.

Maschinist
11.06.2010, 23:34
Es wird wohl alles auf ein Modell a la Hessen oder Saarland hinaus laufen.

ukrupp
11.06.2010, 23:36
Lol, Neuwahlen in NRW? Was meint ihr, was die FDP abgeklatscht wird. Ich glaube, dass die 5%-Hürde dann ein Kack, ähhh Knackpunkt für die Gelben wird.....

VT605
11.06.2010, 23:42
Ich könnte mit einer Koalition mit den Linken leben, Kopfzerbrechen macht mir bei denen nur das "Personal" in NRW. Da sind zu viele Spinner dabei, Haschbefürworter und was es da nicht alles gibt. Da wäre mir selbst eine Sahra Wagenknecht lieber, eine intelligente Frau und bei der weiß man woran man ist.


---====--- Beitrag hinzugefügt am um 22:42 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 22:40 ---====---


Lol, Neuwahlen in NRW? Was meint ihr, was die FDP abgeklatscht wird. Ich glaube, dass die 5%-Hürde dann ein Kack, ähhh Knackpunkt für die Gelben wird.....
Ja ich glaube auch das die SPD eventuell darauf spekuliert. Mit dem Sparpaket der Berliner Schwarz-Gelb-Regierung im Rücken könnte es bei Neuwahlen vielleicht für Rot-Grün reichen.

AOG
12.06.2010, 00:15
Wählen bis der Arzt kommt, das war mir fast schon bei den ersten Hochrechnungen klar. Hannelore ist nun mal eine Zicke.

ukrupp
12.06.2010, 00:37
Wählen bis der Arzt kommt, das war mir fast schon bei den ersten Hochrechnungen klar. Hannelore ist nun mal eine Zicke.

Meinste, ne Zicke ist gut für NRW? Mir reicht es schon, wenn meine Frau rumzickt...., ;-)

AOG
12.06.2010, 09:33
Mir reicht es schon, wenn meine Frau rumzickt...., ;-)
Die Sorgen habe ich nicht (mehr) :004:, aber eine zickende Landesmutti brauche ich auch nicht.

Teufel36
12.06.2010, 09:39
Strategisch aber steht die FDP als größter Verlierer da. Eine Ampelkoalition in Düsseldorf hätte ihr neue Machtoptionen auch im Hinblick auf den zerrütteten schwarz-gelben Bund in Berlin eröffnet.
Aber wer will das schon.

AOG
12.06.2010, 09:53
Es wird wohl alles auf ein Modell a la Hessen oder Saarland hinaus laufen.
Hannelore zickt weiter:


Kraft will Politikwechsel in NRW aus der Opposition

Das Tauziehen um die neue Regierung in Nordrhein-Westfalen ist zunächst beendet: Die SPD verzichtet auf sämtliche Koalitionsoptionen ebenso wie auf eine Minderheitsregierung. Damit zog der Landesvorstand der NRW-SPD am Freitagabend einen überraschenden Schlussstrich unter die wochenlangen Sondierungen.

Artikel (http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kraft-will-politikwechsel-in-nrw-aus-der-opposition/50125691.html)

VT605
12.06.2010, 14:41
Da bleiben eigentlich nur noch Neuwahlen. Wenn sich die SPD freiwillig in die Opposition begibt, wer soll dann regieren? Es bliebe nur Jamaika (schwarz-gelb-grün) übrig, da aber Grüne und FDP zusammen mit der SPD schon nicht wollten, warum sollte es unter schwarzer Führung funktionieren?
Meiner Meinung nach hat die CDU den größten Fehler gemacht am Wahlabend, sie hätte den Rücktritt von Rüttgers akzeptieren sollen. Jetzt hat er sich wieder "berappelt" und klebt wie Pattex an seinem Stuhl. Mit einem anderen CDU-Spitzenkandidaten hätte sich die SPD vielleicht auf eine große Koalition geeinigt, mit Rüttgers war das für Kraft mit Sicherheit undenkbar, seine Politik wurde eindeutig abgestraft bei der Wahl.

Bat
12.06.2010, 17:58
Ich glaube nicht, dass es genug Menschen in NRW gibt, die mit dem Kurs von Sahra Wagenknecht leben können.:039:

Und ich höre schon die Wirtschaftsvertreter heulen:
"Oh Gott! Die Kommunisten kommen, nehmen unser Kapital, verbrennen unsere Häuser und fressen unsere Kinder ... ! Wenn Ihr die an die Macht bringt, dann nehmen wir all unser Geld und rennen weg!!!:20:"

:35:

sbb.lokmaster
12.06.2010, 18:05
Und ich höre schon die Wirtschaftsvertreter heulen:
"Oh Gott! Die Kommunisten kommen, nehmen unser Kapital, verbrennen unsere Häuser und fressen unsere Kinder ... ! Wenn Ihr die an die Macht bringt, dann nehmen wir all unser Geld und rennen weg!!!:20:"

:35:

Nur vergessen diese Wirtschaftsheinis eines, das das gesagte derzeit gerade auf Sie selber zutrifft. Aber das verschweigt man eben dem Deutschen Michel, der ja auch so Dumm ist, und auf das Gerede dieser Typen reinfallen. Mit Angst um den Arbeitsplatz läßt sich sehr gut Parteipolitik machen, denn was würde denn passieren, wenn die Firmen, so wie sie gerne immer wieder drohen, das dann Arbeitsplätze verloren gehen, diese Ankündigung wahr machen? Die würden Pleite gehen, weil dann keiner mehr deren Waren kaufen kann.

Bat
12.06.2010, 18:07
Ja klar. Hatte Marx ja so auch schon geschrieben ... . Aber wer hört dem schon zu ... ?:029:

AOG
12.06.2010, 20:32
Es wird weder in Deutschland, noch in Europa und dem Rest der Welt eine marxistische Wirtschaftsordnung geben. Sie hat sich als untauglich erwiesen.

Na gut, in Nordkorea herrscht ja noch der letzte Versuch eines solchen Systems. Aber ich kann nicht erkennen, das dies zu einem Vorteil für die Bevölkerung geschieht.

Maschinist
12.06.2010, 20:59
Es wird weder in Deutschland, noch in Europa und dem Rest der Welt eine marxistische Wirtschaftsordnung geben. Sie hat sich als untauglich erwiesen.

.......

Sage niemals nie:039:.

Mit der gesellschaftlichen Entwicklung ist es wie mit dem Wein.
Auch ein guter Wein braucht seine Zeit zum Reifen und wenn es dumm kommt wird es Essig.:033:.

Marxismus ist nicht mit Leninismus/Stalinismus zu vergleichen.
(aber auch Lenin hatte damals schon erkannt, daß die jenigen welche den Anfang machen (in diesem Fall die Russen) auch Fehler machen können welche sie sehr schnell ans Ende katapultieren können.

Und nein, ich bin weder ein Radikalist noch ein Utopist.
Ich gehe in so fern mit Dir mit, daß die Zeit heute dafür noch nicht reif ist.

Eines ist aber sicher, keine Gesellschaftsordnung ist unendlich. (Das hat selbst die Geschichte der letzten 100 Jahre bewiesen)
Einzig die Entwicklung der Menschheit und deren Verständnis der wirklich realen Gesellschaftspolitik und deren Auswirkungen führen gesellschaftliche Veränderungen hervor.

Das klingt jetzt zwar sehr abgedroschen, wird sich aber beweisen.

(In der SU hat es 70, in der DDR 40 Jahre gedauert).

[Provokative Frage]
Wie ist es um das Verständnis und die Traute der restlichen Bevölkerung unseres Planeten bestellt?

Altersstarrsinn
12.06.2010, 22:08
Es wird weder in Deutschland, noch in Europa und dem Rest der Welt eine marxistische Wirtschaftsordnung geben. Sie hat sich als untauglich erwiesen.

Nicht unbedingt untauglich. Marx hat nur die ganz normale menschliche Gier und Habsucht nicht einbezogen. So bleibt der Marxismus das was er ist: eine Utopie.


Na gut, in Nordkorea herrscht ja noch der letzte Versuch eines solchen Systems. Aber ich kann nicht erkennen, das dies zu einem Vorteil für die Bevölkerung geschieht.

Richtig. Allerdings geht es da aber nicht um das Volk, sondern um die Nomenklatura, die ihre Pfründe bewahren will.

Es ist dort also so wie auch in fast allen Ländern: Eine kleine, gut organisierte Clique unterdrückt mit Hilfe willfähriger Marionetten den Rest der Bevölkerung, um ihre Pfründe zu wahren.

So nah können sich Nordkoreanische und Kapitalistische Wirtschaftsordnung kommen.


Ja, NRW.... Ich habe mich ja auch gewundert, was hier jetzt ab geht. Mittlerweile kann ich Fr. Kraft aber verstehen und sehe sie als unheimlich clever.

Fakt ist, dass sie mit den Grünen allein nicht regieren kann. Ampel geht auch nicht, da SPD und vor allem die GRÜNEN völlig entgegengesetzte Ansichten zur FDP haben. Mit den Linken will (und kann) man z.Zt. auch nicht. Eine große Koalition nur unter Rüttgers? Nö, geht gar nicht. Wie schon geschrieben wurde, hat die CDU Rüttgers nicht rechtzeitig entsorgt (der Posten als BP wäre doch frei gewesen!).

Jetzt Neuwahlen? Nicht unbedingt. Das Sparpaket ist zwar in aller Munde, aber noch nicht in Kraft; die Menschen sind also noch nicht direkt betroffen und die längerfristigen Bindungen an CDU oder FDP noch nicht zu stark zerrüttet. In den nächsten vier Wochen läßt sich das Thema "Neuwahl" sowieso nicht unter das Volk bringen, denn es ist Fussball-WM und keine Sau interessiert sich für Politik. Jetzt ist Rüttgers weiter im Amt, demontiert sich selbst und Kraft regiert mit der Opposition.

Nächstes Jahr sieht es anders aus. Da blutet der sozial Schwache, der Arbeitnehmer, der Angestellte, der kleine Beamte für den Bundeshaushalt, für die Banken, den Euro, die Energiewirtschaft.... Und beginnt zu kochen. Dann ist es Zeit für die Forderung nach Neuwahlen.


Gruß

A.

LZB
12.06.2010, 22:34
Ob das noch bis nächstes Jahr dauert?
Ich denke mal nicht.
Wenn Guttenberg auch noch zurücktritt ( er denkt darüber nach; wobei ob da beim Denken was gescheites rausschaut ) und auch Rösler endlich sein Versprechen einlöst und geht, wird es Zeit für Angies Vertrauensfrage zu stellen.

Und dann kann man Anfangen mit sparen. 2 Neuwahlen an einem Tag, auf einem DIN A3 Wahlzettel , kostengünstiger wird´s nur, wenn sich schnell noch ein paar andere Landtage auflösen.

vzinn
12.06.2010, 22:37
[OT]

Ja, NRW.... Ich habe mich ja auch gewundert, was hier jetzt ab geht. Mittlerweile kann ich Fr. Kraft aber verstehen und sehe sie als unheimlich clever.

Fakt ist, dass sie mit den Grünen allein nicht regieren kann. Ampel geht auch nicht, da SPD und vor allem die GRÜNEN völlig entgegengesetzte Ansichten zur FDP haben. Mit den Linken will (und kann) man z.Zt. auch nicht. Eine große Koalition nur unter Rüttgers? Nö, geht gar nicht. Wie schon geschrieben wurde, hat die CDU Rüttgers nicht rechtzeitig entsorgt (der Posten als BP wäre doch frei gewesen!).


am ende ist es doch wieder nur Wählerverarsche. Die Spd sagt, sie kann nicht mit der Linken koalieren, und wird jetzt fleisig mit der Linken Gesetze beschliesen. Soll sie doch den Wählern reinen Wein einschenken, dass sie am liebsten so lange wählen lassen möchten, bis sie ein passendes Ergebniss haben.
Bei der SPD vermisse ich seit einer Zeit ein demokratisches Grundverständniss. Es ist nun mal so, dass ich in einer Koalition zugeständnisse machen muss und die stärkste Partei in der Koalition den Regierungschef stellt. Aber seit dem unrühmlichen Abtritt von Schröter denken da anscheinend viele, dass nur die SPD einen Regierungschef stellen kann, wenn sie mit in der Regierung ist. Ich denke da an die Diskussion in Thüringen, wo sie mit der linken nur dann eine Koalition eingehen wollten, wenn die Linken auf den Regierungschef verzichten.
Ich würde mir wünschen, dass die Grünen aus taktischer Sicht doch noch Jamaika mitmachen. Sie könnten damit die Bundesratsmehrheiten beeinflussen und sie SPD in NRW ganz schön alt aussehen lassen.

Sven1601
12.06.2010, 22:55
Kann mich da vzinn nur anschließen.

Die SPD hat die Wahl gewonnen und ist nun eigentlich für die Regierungsbildung verantwortlich.
Das schafft die gute Frau an der Spitze aber offensichtlich nicht und (O-Ton Tagesschau) macht nun eine Art Verweigerungstaktik, um dann ja nicht Schuld zu sein.
Jetzt wäre die Chance durch den Machtwechsel richtig einfluss zu nehmen (z.B. Sparpaket).
Davor scheut sich die Dame und die SPD aber wohl.
Also nach so einer Haltung würde ich die Dame und die SPD auf keinen Fall mehr wählen.
Wenn sie lieber in der Opposition sind, dann sollten die Wähler ihr den Willen lassen! :-)

VT605
12.06.2010, 23:03
Grüne und FDP können eigentlich in NRW nicht in eine Koalition, ob nun unter SPD oder CDU, dafür sind deren Standpunkte zu unterschiedlich. Allein das Thema Energie, Steinkohle- und Atomkraftwerke, da müßte sich eine Seite komplett selbst aufgeben für eine Koalition. Das können sich gerade die kleinen Parteien nicht leisten, sonst fallen sie beim nächsten mal unter die 5%-Hürde.

LZB
12.06.2010, 23:05
Kann mich da vzinn nur anschließen.

Die SPD hat die Wahl gewonnen und ist nun eigentlich für die Regierungsbildung verantwortlich.
Das schafft die gute Frau an der Spitze aber offensichtlich nicht und (O-Ton Tagesschau) macht nun eine Art Verweigerungstaktik, um dann ja nicht Schuld zu sein.
Jetzt wäre die Chance durch den Machtwechsel richtig einfluss zu nehmen (z.B. Sparpaket).
Davor scheut sich die Dame und die SPD aber wohl.
Also nach so einer Haltung würde ich die Dame und die SPD auf keinen Fall mehr wählen.
Wenn sie lieber in der Opposition sind, dann sollten die Wähler ihr den Willen lassen! :-)

Nun, nach meinem demokratischen Verständniss hat die CDU zwar die größten Verluste hinnehmen müssen, aber gewonnen hat dadurch die SPD noch lange nicht.

Daher wundert es mich schon, das Herr Rüttgers es sich in seinem Ohrensessel bequem macht.


Wenn Du aber der Ansicht bist, das die Partei mit den höchsten Stimmenzuwachs ein Recht auf Bestimmung hat, dann müßten es die Grünen tun.
Aber so steht das nirgends.

VT605
12.06.2010, 23:08
Kann mich da vzinn nur anschließen.

Die SPD hat die Wahl gewonnen und ist nun eigentlich für die Regierungsbildung verantwortlich.
Das schafft die gute Frau an der Spitze aber offensichtlich nicht und (O-Ton Tagesschau) macht nun eine Art Verweigerungstaktik, um dann ja nicht Schuld zu sein.
Jetzt wäre die Chance durch den Machtwechsel richtig einfluss zu nehmen (z.B. Sparpaket).
Davor scheut sich die Dame und die SPD aber wohl.
Also nach so einer Haltung würde ich die Dame und die SPD auf keinen Fall mehr wählen.
Wenn sie lieber in der Opposition sind, dann sollten die Wähler ihr den Willen lassen! :-)
Nach der Anzahl der Stimmen hat die CDU gewonnen, wenn auch mit erheblichen Verlusten. Das macht die Sache so kompliziert, Rüttgers will eigentlich keiner mehr, da die großen Parteien aber fast gleichstark sind, besteht ein Patt.
Wen sollen denn die Wähler dann noch wählen, CDU und FDP sind verantwortlich für´s Sparpaket, die SPD hat´s deiner Meinung nach nicht verhindert, da bleiben zur Wahl nur noch Grüne und Linke.

Sven1601
13.06.2010, 00:23
Da habt ihr natürlich recht, da habe ich mich unglücklich ausgedrückt.
Trotzdem hat die SPD mit den Grünen die Mehrheit.
Lt. meiner Warnehmung war nun diese Mehrheit für die Bildung der Regierung in erster Linie verantwortlich/beauftragt.
Das Ergebnis ist dann jetzt dieses.

Bitte verbessert mich, wenn es immer noch nicht stimmt! :-)

Gruß
Sven

Altersstarrsinn
13.06.2010, 08:13
Moin zusammen!

Seltsamerweise gibt es in Deutschland -anders als in anderen Staaten- keinen formalen Akt zum Auftrag einer Regierungsbildung. Alle Parteien können also Gespräche zur Regierungsbildung mit anderen Parteien führen. Warum die CDU trotz einer Mehrheit von knapp 6.000 Stimmen keinerlei Ansätze zu Gesprächen gemacht hat, liegt wohl daran, dass sie keinen Sinn in Gesprächen gesehen hat. Ihr fehlt ein Koalitionspartner.

Jetzt stehen wir also vor der paradoxen Situation, dass weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Koalition bilden kann und eine große Koalition von beiden nicht gewollt wird. Es bleibt nur eine Minderheitsregierung - oder die alte bleibt geschäftsführend im Amt und läßt sich vorführen, bis sich irgendwann mal etwas bewegt .... oder eben Neuwahlen.

Ja, dafür sehe ich als einzigste Initiatoren z.Zt. Rot-Grün. Schwarz-Gelb wird Neuwahlen fürchten wie der Teufel das Weihwasser, denn im Moment gibt es für beide nur eine Richtung - abwärts. Rot-Grün kann sich aber Zeit lassen und eine günstige Gelegenheit zur Neuwahl abwarten. Es ist aber zu befürchten, dass dies dann wohl die erste Wahl in NRW wird, bei der die Wahlbeteiligung unter 50% sinken wird. 2011 stehen dann die nächsten Wahlen ins Haus:

Sachsen-Anhalt 20. März 2011
Baden-Württemberg 27. März 2011
Rheinland-Pfalz 27. März 2011
Hansestadt Bremen 2. Quartal 2011
Land Berlin 3. Quartal 2011
Mecklenburg-Vorpommern 3. Quartal 2011

Sollte Schwarz-Gelb im Bund auch nächstes Jahr noch regieren, haben wir wahrscheinlich wieder die Situation, dass die Länder zu einem großen Teil an Rot/Rot-Grün fallen.


Gruß

A.

AOG
13.06.2010, 12:29
Nach der Anzahl der Stimmen hat die CDU gewonnen, wenn auch mit erheblichen Verlusten. Das macht die Sache so kompliziert, Rüttgers will eigentlich keiner mehr, da die großen Parteien aber fast gleichstark sind, besteht ein Patt.
Bei den Sondierungsgesprächen zwischen CDU und SPD hat Hannelore rumgezickt und von der Union (der etwas stärkeren Partei) die Übernahme der SPD-Positionen gefordert und Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten erhoben.

Wen sollen denn die Wähler dann noch wählen, CDU und FDP sind verantwortlich für´s Sparpaket, die SPD hat´s deiner Meinung nach nicht verhindert, da bleiben zur Wahl nur noch Grüne und Linke.
Die Wahl in NRW lag lange vor dem Sparpaket der Bundesregierung und die alte Koalition in NRW hat damit überhaupt nichts zu tun. Darüber hinaus hätte eine Rot-Grüne Bundesregierung das Sparpaket kaum anders schnüren können.

vzinn
13.06.2010, 21:14
Grüne und FDP können eigentlich in NRW nicht in eine Koalition, ob nun unter SPD oder CDU, dafür sind deren Standpunkte zu unterschiedlich. Allein das Thema Energie, Steinkohle- und Atomkraftwerke, da müßte sich eine Seite komplett selbst aufgeben für eine Koalition. Das können sich gerade die kleinen Parteien nicht leisten, sonst fallen sie beim nächsten mal unter die 5%-Hürde.

Als kleine Partei muss ich aber überlegen, wie kann ich etwas erreichen. Da kann ich nie alle Standpunkte durchsetzen (muss ja irgendwann die CSU auch noch lernen). Die Grünen sollten sich überlegen, was kann ich erreichen, wenn ich in so eine Koalition gehe.
Für die FDP gäbe es meiner Meinung nach in einer Ampel in NRW nichts zu erreichen, für die Grünen in Jamaika dagegen schon. sie könnten auf Landesebene den einen oder anderen Punkt durchsetzen und über den Bundesrat auch noch Einfluss nehmen.

Altersstarrsinn
13.06.2010, 22:29
[...]
Darüber hinaus hätte eine Rot-Grüne Bundesregierung das Sparpaket kaum anders schnüren können.

Doch. Sozial ausgewogener.


Gruß

A.

VT605
14.06.2010, 00:22
Die Wahl in NRW lag lange vor dem Sparpaket der Bundesregierung und die alte Koalition in NRW hat damit überhaupt nichts zu tun. Darüber hinaus hätte eine Rot-Grüne Bundesregierung das Sparpaket kaum anders schnüren können.

AOG, da hast du mich mißverstanden. Das war eine Antwort auf den Beitrag von Sven 1601, in dem er schrieb das die SPD (da freiwillig in Opposition) wohl keinen Einfluss aufs Sparpaket nehmen wolle und er die SPD bei Neuwahlen nicht wählen könnte.

AOG
14.06.2010, 01:49
Doch. Sozial ausgewogener.
Die einzige Möglichkeit, eine sozialere Ausgewogenheit herzustellen, wären weitere Kürzung von Subventionen (die Schmerzliste könnte endlos werden und die Klientel der Sozialdemokraten hart treffen). Eine Erhöhung der Einnahmen behebt das Problem nicht, denn das BIP verändert sich dadurch in keinster Weise.

Ludmilla01de
14.06.2010, 11:59
Ich bestätige, dass Neuwahlen das vernünftigste wäre, denn es ist schon eine Frechheit, dass, aufgrund des politischen Durcheinanders bzw. "Rumgezicke" von der SPD, die CDU/FDP weiter im Amt bleiben darf. Dieses Desaster führe ich auch auf die miserable Wahlbeteiligung zurück. Mich wundert es kaum, dass wir jetzt dieses Chaos in NRW erleben, denn die meisten CDU Wähler bestehend hauptsächlich aus Großverdienern, Manager etc. geben ja alle schön brav ihre Stimme ab. Ich bin ziemlich überzeugt, dass die politische Verdrossenheit im Lande sogar aus dem schwarz/gelben Lager geschürt wird. Nur so kann ich mir das "merkwürdige" Ergebnis in NRW erklären, denn die Rufe nach einer neuen Regierung in NRW waren auf der Straße laut zu hören. Wo blieben gerade diese Menschen bei den Wahlen ? Durch Ignoranz und Desinteresse schaufeln wir brav unser eigenes Grab :002: :mad:

Gruß, Ludmilla :ciao:

AOG
14.06.2010, 13:50
Mich wundert es kaum, dass wir jetzt dieses Chaos in NRW erleben, denn die meisten CDU Wähler bestehend hauptsächlich aus Großverdienern, Manager etc. geben ja alle schön brav ihre Stimme ab.
So viele Großverdiener und Manager wie die CDU Stimmen bekommen hat, gibt es gar nicht in NRW :021:

Ludmilla01de
14.06.2010, 14:09
So viele Großverdiener und Manager wie die CDU Stimmen bekommen hat, gibt es gar nicht in NRW :021:

... das mag vielleicht sein, aber dafür gibt es jede Menge "Möchtegernes", die meinen es zu sein oder sein zu wollen. :021: :021:

AOG
14.06.2010, 18:50
@ Ludmilla01de

Das hat mit "Möchtegern" überhaupt nichts zu tun. Es ist einfach eine andere Grundhaltung. Es gibt eben Menschen, für die sind Rot, Knallrot oder Grün nicht wählbar - ein ganzes Leben lang.

Und davon ab, ich kenne auch Unternehmer oder Großverdiener, die wählen SPD.

VT605
14.06.2010, 22:14
Das sind die Stammwähler der Parteien, besonders in den alten Bundesländern weit verbreitet. Weil Opa und Papa schon immer CDU gewählt haben, macht es die nachfolgende Generation auch, gleiches gilt natürlich auch für die SPD. Für mich ist das eine eigenartige Begründung für die eigene Wahlentscheidung. Es hat doch jeder selbst einen Kopf zum Denken und warum soll ich eine Partei wählen wenn ich mit deren Positionen nicht einverstanden bin, nur weil ich es schon immer getan habe? Heutzutage setzen sich allerdings immer mehr die Wechselwähler durch, die vor jeder Wahl überlegen, wem sie ihre Stimme geben.

sbb.lokmaster
14.06.2010, 22:26
Das wird ja teilweise auch durch die Eltern den Kindern vorgebetet, das Sie nur die Party xy zu wählen haben, denn ansonsten ist die Existenz der Familie gefährdet. Sehr stark ausgeprägt ist das in Ländlichen Gemeinden, wo dann der Pfarrer des Sonntags in der Kirche auch noch anmahnt, das die und die Partei der Untergang des Abendlandes sind. Ganz schlimm ist das auf den kleinen Dörfern, wo jeder , jeden kennt, bzw. eventuell sogar miteinander Verwandt ist, und alle abends im Gasthaus sitzen, das auch das Wahllokal ist, und die Stimmauszählung mitverfolgen, da fällt es eben sofort auf, wenn bei 100 Wahlberechtigten keine 100 Stimmen für die Partei des Dorfbürgermeisters zusammenkommen. Da wird dann gleich, natürlich nicht offen, nachgeforscht, wer denn da das Schwarze Schaf ist.

Ludmilla01de
15.06.2010, 08:31
@ Ludmilla01de

Es gibt eben Menschen, für die sind Rot, Knallrot oder Grün nicht wählbar - ein ganzes Leben lang.

Und davon ab, ich kenne auch Unternehmer oder Großverdiener, die wählen SPD.

Ich schließe mich der Meinung von VT605 und sbb.lokmaster an. Das sind Stamm- oder "Gewohnheitswähler", die das Parteibuch seit Generationen weiterreichen. Das hat mit kritischem Überlegen nichts zu tun. Jeder nach seiner Fasson eben, aber dann braucht man sich nicht zu wundern, dass solche Ergebnisse dabei herauskommen - und sich anschließend auch noch über die miese Politik aufregen. Klar wählen auch Unternehmer auch die SPD - die Partei soll auch ihre Lobbyisten haben, die gehen regelmäßig zur Wahl gehen. Es ging mir hauptsächlich um den Normalbürger, der sein Wahlrecht nicht wahrnimmt. Jede Meinung zählt. Das muss in den Köpfen der Leute so langsam bewußt werden.

AOG
15.06.2010, 12:59
Sicher spielt das Elternhaus eine gewisse Rolle für die Wahlentscheidung. Dies muss aber nicht zwangsläufig falsch sein. Manchmal gibt es aber auch Biografien, die so gar nicht in dieses Muster passen. Z.B. die Brüder Bernhard Vogel (http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Vogel_%28Ministerpr%C3%A4sident%29) (CDU) und Hans-Jochen Vogel (http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Jochen_Vogel)(SPD).

Und ob man es glaubt oder nicht, es gibt auch Stammwähler, die dies aus Überzeugung tun. Es gibt auch Politiker, die im Laufe ihres politischen Lebens die Partei gewechselt haben usw.

Es bringt auch nichts, auf die Wähler zu schimpfen, die nicht die gleiche Partei (oder den Wunschpartner für eine Koalition) gewählt haben, wie man selbst.

sven0403
15.06.2010, 14:21
Was oder wen jemand wählt muss er/sie doch ganz allein mit seinem gewissen ausmachen. Den treuen Wähler sollte es doch überhaupt nicht geben, Parteien und Programme verändern sich, das muss doch nicht in jedem Fall passend sein.
Eine Tendenz eine bestimmte Richtung zu wählen ist OK aber immer die gleiche Partei??? das könnte ich mir nicht vorstellen.

sbb.lokmaster
15.06.2010, 14:29
Du wirst lachen, es gibt solche Regionen, da brauch kein andere Antreten, als wie der Vertreter der Partei, die da schon seit 50 Jahren das sagen hat. Sehr stark ist das z.B. in Bayern vertreten, da wird am Wahlsonntag erst in die Kirche gegangen, dann ins Wahllokal, das auf dem Dorf meistens zweckmäßigerweise beim Wirt untergebracht ist, und wie schon immer der Kandidat der CSU gewählt, weil der der Großbauer aus dem Dorf oder Nachbardorf ist, und von dem hängen viele ab.

Und ich habe das selber schon so erlebt, da ich vor Jahren selber eine Zeitlang Wahlhelfer im Landkreis Rosenheim war. Dort sagte dann der Vater noch zur Familie, bevor man zur Wahlurne schritt: "und das mir ja keiner das Falsche wählt, Ihr habt gehört, was der Pfarrer gesagt hat". Und da keiner aus der Familie wollte, das später der Haussegen schief hing, haben eben alle aus der Familie das getan, wie Ihnen geheissen wurde, auch wenn Sie eigentlich am liebsten einen anderen Wählen würden.

120er_Michl
15.06.2010, 14:52
Und ich habe das selber schon so erlebt, da ich vor Jahren selber eine Zeitlang Wahlhelfer im Landkreis Rosenheim war. Dort sagte dann der Vater noch zur Familie, bevor man zur Wahlurne schritt: "und das mir ja keiner das Falsche wählt, Ihr habt gehört, was der Pfarrer gesagt hat". Und da keiner aus der Familie wollte, das später der Haussegen schief hing, haben eben alle aus der Familie das getan, wie Ihnen geheissen wurde, auch wenn Sie eigentlich am liebsten einen anderen Wählen würden.
Das habe ich auch oft erlebt, wenn es Wahlsonntag ist. Beim Gottesdient sagte der Pfarrer in der Predigt, sie sollen CSU wählen und nicht die SPD. Ich hätte es gerne gemacht, wenn ich gewollt hätte, die Predigt zu unterbrechen. Dann hätte ich den Pfarrer angeschissen. Was glaubt ihr, was da los gewesen wäre, wenn ich das gemacht hätte. Natürlich habe ich die SPD gewählt und keine andere Partei.

AOG
15.06.2010, 18:01
Was oder wen jemand wählt muss er/sie doch ganz allein mit seinem gewissen ausmachen. Den treuen Wähler sollte es doch überhaupt nicht geben, Parteien und Programme verändern sich, das muss doch nicht in jedem Fall passend sein.
Eine Tendenz eine bestimmte Richtung zu wählen ist OK aber immer die gleiche Partei??? das könnte ich mir nicht vorstellen.
Was aber, wenn es zur eigenen Meinung nur eine wählbare Partei gibt und alle anderen Parteien eine gegensätzliche Politik verfolgen?

Zu den geschilderten "Wahlempfehlungen" durch den Pfarrer oder das "Familienoberhaupt" in Bayern, da mag es sicher geben. Doch ob die Menschen nur deshalb mehrheitlich die CSU wählen, möchte ich stark anzweifeln. Es dürfte wohl eher an der Bevölkerungsstruktur in den einzelnen Wahlkreisen liegen.

Auf dieser interaktiven Karte (http://vis.uell.net/nrw/10/atlas.html) könnt ihr sehen, wo die einzelnen Parteien ihr größtes Wählerpotential haben. Sehr deutlich ist hier zu erkennen, dass es ein starkes Stadt - Landgefälle gibt.

Vmax
25.06.2010, 09:30
Rüttgers gibt auf . Komplett !

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:abgabe-aller-politischer-aemter-ruettgers-zieht-sich-komplett-zurueck/50134079.html

Vmax