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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Danke an die örtliche Aufsicht in FF im April um xx Uhr an Gleis 7



Sp Dr 60
19.04.2010, 22:15
Moin,
ich hoffe mal der entsprechnde Kollege liest hier mit. Ich möchte mich einfach mal dafür bedanken, dass der entsprechende Kollege in Zusammenarbeit mit dem Kollegen Fdl Kundenservice erlebbar gemacht hat. nachdem der ICE xxx auf Grund von Bauarbeiten +18 hatte und damit der ICE xxx Anschluß nach AA mit Anschluß nach BLST von der TP nicht zum warten bestimmt wurde hat der Fdl den ICE xxx auf dem Nachbargleis einfahren lassen und die örtliche Aufsicht den Zug warten lassen bis alle umgestiegen waren. Das nenne ich Kundenservice, nachdem ich net der einzieg Fahrgast war, der innerlich gekocht hat. Daher sage ich mal vielen Dank an alle die dabei mitegmacht haben, macht weiter so!!!
Grüße

nimmi
20.04.2010, 01:11
Und der betreffende Kollege wird sich dank deiner Schilderung gegenüber seinem Vorgesetzten äußern müssen, was seiner Motivation sicherlich nicht dienlich ist. Lob ist zwar an sich eine ganz feine Sache, muß aber nicht immer förderlich sein. Mitunter ist Diskretion einfach besser...
Wie sagte mal ein Kollege zu mir, als es um das Thema "tricksen" ging: "Das Problem ist nicht, das sich die Leute beschweren, sondern das sie sich bedanken!". Bedanken, ohne sich über die möglichen Folgen der mit ihrem Dank verbundenen Information im Klaren zu sein- meist aus Unkenntnis der Zusammenhänge.

Ich würde mich freuen, wenn du dem Kollegen den Ärger ersparen könntest.

Das Forum bietet die dafür erforderliche Funktion... Edit...:026:


Gruß M.

ÖzF
20.04.2010, 01:26
vielleicht hört besagter niemals von seinem Vorgesetzten davon, da die Verspätungsminuten anderweitig verbucht wurden. Vielleicht sind sie in dem ganzen Statistikwust einfach untergegangen. Ich persönlich rechtfertige gerne Verspätungsminuten vor meinem Vorgesetzten, wenn man dadurch Reisende glücklich machen konnte und ich weiß, dass die Verspätungen nicht umsonst entstanden sind. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!!

Gruß

ÖzF, der die Realität noch nicht ganz aus den Augen verloren hat!

liebe70
20.04.2010, 02:08
vielleicht hört besagter niemals von seinem Vorgesetzten davon, da die Verspätungsminuten anderweitig verbucht wurden. Vielleicht sind sie in dem ganzen Statistikwust einfach untergegangen. Ich persönlich rechtfertige gerne Verspätungsminuten vor meinem Vorgesetzten, wenn man dadurch Reisende glücklich machen konnte und ich weiß, dass die Verspätungen nicht umsonst entstanden sind.Wenn das zu Lasten Dritter geht, dann ist das aber nicht fein. :002:

Ich hatte das Pech, daß der Fdl eines größeren Bahnhofes mir einen Code 41 reinwürgte, den ich aber nicht verzapft hatte. Der Fdl machte eine Zugkreuzung Einfahrt NE-EVU und abfahrbereitem ICE. Nun brauchte das NE-EVU wohl etwas länger als erwartet und geplant. Damit das vermutlich nicht auffiel, schrieb der Fdl im Code 41 sinngemäß "verspätete Fertigmeldung durch Zugpersonal vom ICE". Sein Pech und mein Glück war, daß die zuständige TPmich anrief und nachfragte, was gewesen war. Dadurch erfuhr ich von der Aktion, stellte sie richtig und informierte sicherheitshalber auch meinen Gruppenleiter.

Meine Konsequenz daraus: Bekomme ich nicht rechtzeitig die Zustimmung zur Abfahrt, frage ich bei Tf, Fdl und TP nach dem Grund bzw. wenn ich sehe, daß sich die Abfahrt verzögert, informiere ich von mir aus die beteiligten Stellen bzw. veranlasse die Unterrichtung.

So bin ich abgesichert und nach mir die Sintflut. "Dankesschreiben" könnt ihr an den Fdl schicken, der mir den Code 41 unterjubelte.

Gruß, Ralf

Maddrax
20.04.2010, 17:11
Habe mal die Zugnummern entfernt und das Datum verschleiert.

ÖzF
20.04.2010, 21:30
Tja, da es mittlerweile um ordentlich Knete geht, sind alle bestrebt, die Schuld von sich zu schieben, oder anders gesagt, die Wahrheit zu finden. Von daher hat deine TP genau richtig gehandelt. Ich persönlich verteile seltenst 41. Meist wissen die Tf gar nicht, dass das System 2 Min Verspätung ausspuckt, die ich begründen muss.

VT605
20.04.2010, 21:58
@ÖzF
Oh doch, das bekommen wir schon mit. Da klingelt nämlich ganz schnell unser Handy und der Lokdienst oder der Sofortverfolger sind dran. Da habe ich dann schon die abenteuerlichsten Fragen und Begründungen vom Netz gehört. Sehr beliebt nach einem Halt vorm Signal die Frage ob ich Probleme mit meinem Tfz habe, das war nämlich ins System als Begründung eingegeben worden. Oder bei einem 45 min. verspätetem Zug, warum ich 3 min dabeigepackt habe, das ich angehalten habe um eine Fehlleitung zu verhindern hatte das Netz nicht als Grund angegeben.
Ein anderes Mal wurde ich angerufen bei einem Autoreisezug der bereits mit 4 Stunden Verspätung unterwegs war, warum wir in Düsseldorf 5 min Verspätung bei der Entladung gemacht haben(Der Zug fuhr ab Düsseldorf als Lr planmäßig weiter und es war nachts 2 Uhr).

Blocksignal
20.04.2010, 23:10
Mit der Umsetzung des UIC-Merkblattes 450-2 werden bei den Mitgliedsbahnen neue Standards bei der Kodierung von Verspätungen geschaffen. Zur Umsetzung wird die Richtlinie 420.9001 ab 12. Dezember 2010 neu herausgegeben/angepasst.

Die Kodierliste ändert sich wesentlich. So wird nicht mehr nach konzerninternen und konzernexternen EVU unterschieden. Auch der Bereich der DB-Netz (konzerneigene Infrastruktur) und der privater Infrastruktur wird zusammengefasst unter dem Begriff Betreiber der Schienenwege (BdS). Die Kodierliste wird neu in die Bereiche primäre Verspätungsursachen (BdS, EVU, externe Ursachen) und sekundäre Verspätungsursachen, wie alle Verspätungen die sich aus primären Ursachen ergeben (z. B. Wendeverspätungen oder Zugfolge)
Neu ist das sich aus der Kodierung nicht mehr erkennen lässt ob es sich um ein konzerninternes EVU oder ein externes EVU handelt.

Für Diskussionen hat im letzten FIT das folgende Fallbeispiel gesorgt:
Fehlleitung Zug xxxxx am Bf F-Hausen. Tf fährt trotz falschen Fahrtrichtungsanzeiger los.
Die daraus entstehenden Verspätungen werden neu mit der 18 kodiert "Betriebliches Personal Netz".
Die Begründung dafür lautete: Ursache der Fehlleitung ist die Einstellung des falschen Fahrweges durch den Fdl.
Soweit klar. Wie hat man es mal gelernt? Solange nur einer einen Fehler macht passiert meist noch nichts.
Doch nun kommt es:
Das der Tf vom Zug xxxxx durch den Fahrtrichtungsanzeiger die Fehlleitung hätte erkennen müssen, ist für die Zuordnung der Verspätungsursache nicht relevant. :007:

Was lernen wir daraus? Wenn man also als Tf mit dem Fdl noch eine Rechnung offen hat fährt man einfach los. Der Tf ist fein raus und der Fdl ist angemeiert.
Hat der Tf keine Rechnung mehr offen, einen guten Tag und ist aufmerksam freuen wir uns nach wie vor über eine Meldung per GSM-R, idealerweise vor der Abfahrt, an den zuständigen Fdl das hier der Fahrweg nicht korrekt sei. :27:

Irgendwann bin ich nur noch damit beschäftigt aus der Kodierliste die richtige Begründung heraus zu suchen. Während ich also noch rätsele, blättere und überlege steht doch glatt der nächste Zug am Signal. Wie begründe ich denn so was?
Wie ist die Kodierung für "Verspätung durch suchen in der Kodierliste"? :039:

Blocksignal

Gallusrowdy
20.04.2010, 23:26
Wie ist die Kodierung für "Verspätung durch suchen in der Kodierliste"? :039:

Blocksignal

9999 lieber Blocksignal und liebe Grüße an AKW

VT605
20.04.2010, 23:33
Für Diskussionen hat im letzten FIT das folgende Fallbeispiel gesorgt:
Fehlleitung Zug xxxxx am Bf F-Hausen. Tf fährt trotz falschen Fahrtrichtungsanzeiger los.
Die daraus entstehenden Verspätungen werden neu mit der 18 kodiert "Betriebliches Personal Netz".
Die Begründung dafür lautete: Ursache der Fehlleitung ist die Einstellung des falschen Fahrweges durch den Fdl.
Soweit klar. Wie hat man es mal gelernt? Solange nur einer einen Fehler macht passiert meist noch nichts.
Doch nun kommt es:
Das der Tf vom Zug xxxxx durch den Fahrtrichtungsanzeiger die Fehlleitung hätte erkennen müssen, ist für die Zuordnung der Verspätungsursache nicht relevant. :007:

Was lernen wir daraus? Wenn man also als Tf mit dem Fdl noch eine Rechnung offen hat fährt man einfach los. Der Tf ist fein raus und der Fdl ist angemeiert.
Hat der Tf keine Rechnung mehr offen, einen guten Tag und ist aufmerksam freuen wir uns nach wie vor über eine Meldung per GSM-R, idealerweise vor der Abfahrt, an den zuständigen Fdl das hier der Fahrweg nicht korrekt sei. :27:



Das in dem Fall beide(Tf und FDL) verantwortlich sind ist sicher richtig. Ich denke auch nicht, das ein Tf mit Absicht in eine Fehlleitung fährt, dafür ist die Arbeit hinterher zu groß(Befehl schreiben, Führerstand bei Wendezügen wechseln oder gar drumrumfahren mit dem Tfz). Ich gestehe, ich kenne auch nicht alle Richtungsbuchstaben. Wenn ich z.B. im Berliner Raum unterwegs bin, mit seinen mehrfach eingleisigen Strecken, wo auch das Gegengleis nur durch Zs2 gekennzeichnet wird, kenne ich auch nicht alle Buchstaben. Mittlerweile sind die Buchstaben in den Fahrplan mit aufgenommen, leider gibt es dabei jedoch auch relativ oft Fehler. Bis jetzt habe ich zum Glück erst zwei Fehlleitungen zu spät gemerkt, als ich bereits über die entscheidenden Weichen drüberweg war, beide male konnten aber ohne sehr große Verspätungen und Probleme zum Glück wieder hingebogen werden. Eine vor kurzem war ohne Zs2, da hatte ich keine Schuld, bei der anderen habe ich auch "geschlafen", ist aber schon Jahre her.

maschwa
20.04.2010, 23:38
(...)
Für Diskussionen hat im letzten FIT das folgende Fallbeispiel gesorgt:
Fehlleitung Zug xxxxx am Bf F-Hausen. Tf fährt trotz falschen Fahrtrichtungsanzeiger los.
Die daraus entstehenden Verspätungen werden neu mit der 18 kodiert "Betriebliches Personal Netz".
Die Begründung dafür lautete: Ursache der Fehlleitung ist die Einstellung des falschen Fahrweges durch den Fdl.
Soweit klar. Wie hat man es mal gelernt? Solange nur einer einen Fehler macht passiert meist noch nichts.
Doch nun kommt es:
Das der Tf vom Zug xxxxx durch den Fahrtrichtungsanzeiger die Fehlleitung hätte erkennen müssen, ist für die Zuordnung der Verspätungsursache nicht relevant. :007:

Was lernen wir daraus? Wenn man also als Tf mit dem Fdl noch eine Rechnung offen hat fährt man einfach los. Der Tf ist fein raus und der Fdl ist angemeiert.
Hat der Tf keine Rechnung mehr offen, einen guten Tag und ist aufmerksam freuen wir uns nach wie vor über eine Meldung per GSM-R, idealerweise vor der Abfahrt, an den zuständigen Fdl das hier der Fahrweg nicht korrekt sei. :27:

Blocksignal

Da irrst Du! Das war bisher, wenn auch unter anderer Kodierung, schon so! Und ehrlich, aber ich traue es keinem Tf zu, so zu regieren, wie du 's beschreibst, denn er schneidet sich ggf. selbst in's Fleisch (Mehrarbeit bei erforderlichem ggf. mehrfachen Fahrtrichtungswechsel, Verspätungen welche einem ggf. Feierabend/ Pausen u.ä. versauen)! Mit dieser Mutmaßung gehst Du eindeutig zu weit. Genauso , wie ich niemandem Vorsatz beim Einstellen einer falschen Fahrstraße vorwerfe, werfe ich keinem vor ggf. nicht sofort den falschen Fahrweg mit Vorsatz "übersehen" zu haben. Du gehst weiterhin von einem haltenden Zug aus, was ist aber mit Zügen, die mit ggf. höheren Geschwindigkeiten fahren und es "nur" zu spät erkennen???? Schnellbremsung hat auch ihre Gefahren, also nicht immer wirklich eine Wahl....



Irgendwann bin ich nur noch damit beschäftigt aus der Kodierliste die richtige Begründung heraus zu suchen. Während ich also noch rätsele, blättere und überlege steht doch glatt der nächste Zug am Signal. Wie begründe ich denn so was?
Wie ist die Kodierung für "Verspätung durch suchen in der Kodierliste"? :039:
Blocksignal

Dafür gibt es Schulungen, und außer dass sich die Inhalte ändern ist das alles nichts neues! Wie habt ihr das bisher gehandhabt???? Was wird bei den Schulungen gelehrt? Wie willig seid ihr in der Umsetzung?? Ist eigentlich der Sinn der Veranstaltung jedem bewusst??? Es handelt sich schließlich um EU-Vorgaben, zur Minimierung (Anreizsystem) von Störungen und da hilft nur erkennen und dann abstellen... Wie soll das denn sonst erfolgen??? Auch eine Fehlleitung kann diverse Hintergründe haben und die gilt es abzustellen (fehlerhafte/ widersprüchliche Infos in Eintragungen, etc.). Warum fühlt sich eigentlich immer jeder sofort angepi.... ohne evtl. auch mal das Potential zu sehen???? Richtig ausgeführt kann man nämlich aus der Datenmenge richtig interessante Schlüsse ziehen. Aber so lange es immer nur dargestellt wird, als ob es ein Fluch wäre, wird das nie funktionieren. Der Sofo, der VT605 befragt und Widersprüche entdeckt, macht dies auch nur zur Klärung und ggf. Abstellung. Leider wird das System aber immer wieder missbraucht....

mfg
maschwa

VT605
20.04.2010, 23:54
Der Sofo, der VT605 befragt und Widersprüche entdeckt, macht dies auch nur zur Klärung und ggf. Abstellung. Leider wird das System aber immer wieder missbraucht....

mfg
maschwa
Da fehlt uns auch oft das Hintergrundwissen. Vor Jahren habe ich auch noch "allergisch" reagiert wenn der der SoFo anrief. Mittlerweile weiß ich, das deren Aufgabe nicht darin besteht uns anzusch..., sondern um solche Widersprüche zu klären. Jetzt reagiere ich natürlich wesentlich gelassener auf solch einen Anruf, selbst wenn er so wie vor einiger Zeit 5h nach Feierabend kommt(war aber auch eine nette Frauenstimme).:003:

Bndf 464
21.04.2010, 00:05
Du gehst weiterhin von einem haltenden Zug aus, was ist aber mit Zügen, die mit ggf. höheren Geschwindigkeiten fahren und es "nur" zu spät erkennen???? Schnellbremsung hat auch ihre Gefahren, also nicht immer wirklich eine Wahl....

Dem muss ich widersprechen mit Verweis auf 408.0591 (1). Demnach muss ich, wenn ich erkenne dass mein Zug in einen falschen Fahrweg eingelassen wird, sofort anhalten. Die Formulierung sofort anhalten in der 408 bedeutet für mich immer Anker werfen mit allem was geht, also Führerbremsventil auf die große Bohrung - sprich: Schnellbremsung einleiten. Wenn dadurch jemand im Zug stürzt, die Cola umfällt und auf die neuen Klamotten läuft ist das natürlich bedauerlich, aber für meine Handlungsweise nicht relevant.

Zum Thema anhalten <> sofort anhalten vgl. auch 408.0691 (4)a

maschwa
21.04.2010, 00:10
ok, in der Auslegung hast du natürlich recht, es könnte ja auch eine Einfahrt in einen stromlosen Abschnitt sein... Nur ob 's schlussendlich reicht, ist die Frage!

mfg
maschwa


---====--- Beitrag hinzugefügt am um 23:10 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 23:07 ---====---

@ VT 605 , genau da liegt das Problem. Keinem wurden die wahren Hintergründe mal in Ruhe erklärt! Und evtl. wurde so auch "Druck" erzeugt. Allerdings bedenklich an der falschen Stelle! Aber die Diskussion hatten wir ja schon in einem anderen Zusammenhang....

mfg
maschwa

Bndf 464
21.04.2010, 00:26
ok, in der Auslegung hast du natürlich recht, es könnte ja auch eine Einfahrt in einen stromlosen Abschnitt sein... Nur ob 's schlussendlich reicht, ist die Frage!

...und wenn ich einen Nothaltauftrag bekomme, dann überlege ich auch erst ob ich vielleicht in einem stromlosen Abschnitt zum stehen komme???

Sofort heißt unmißverständlich sofort - das ist ausnahmsweise keine Auslegungssache sondern Fakt. Wenn ich mit meinem Zug in einen falschen Fahrweg eingelassen werde, dann muss ich als Tf annehmen, dass da in der Betriebsstelle irgendwas nicht stimmt - eventuell dadurch sogar Gefahr droht. Daher wäre es je nach Situation angebracht abzuwägen ob Maßnahmen bei Gefahr gem. Ril 408 zu treffen sind.

Und nun sagt nicht, dass "wenn ich auf Hauptsignal fahre der Fahrweg gesichert ist" - mag sein! Aber in einem Bahnhof in meinem ehemaligen Wirkungsbereich ist vor einigen Jahren ein Zug mit Hp1 über den abweisenden Strang einer Weiche gefahren - und auf dem Gleis kamen drei weiße Lichter entgegen!

Grundsätzlich hast du natürlich recht, man muss je nach Situation abwägen und entscheiden. Nur muss ich mein Handeln möglicherweise danach einem Staatsanwalt rechtfertigen (ja ich hole wieder die Keule mit dem Mann in schwarz raus) und der weiß nur was in unserem Regelwerk steht.

maschwa
21.04.2010, 00:38
Du scheinst mich falsch zu verstehen! Mit "ob 's reicht..." ist doch nur gemeint: ob die Fehlleitung noch verhindert wird (und das bedeutet: ich noch vor der richtigen Abzweigweiche halte), ist fraglich. In allem anderen habe ich Dir doch schon recht gegeben!

mfg
maschwa

Blocksignal
21.04.2010, 11:27
Vielleicht muss ich mal was gerade rücken.

Mit meinem Beitrag von gestern Abend wollte ich erst mal nur darauf hinweisen das es zum Fahrplanwechsel eine neue Kodierliste gibt und wie sie aufgebaut ist.
Die angesprochene Fehlleitung war ein Fallbeispiel, was nicht bedeutet das es so oder ähnlich nicht auch in der Praxis vorkommt.

Natürlich wird im täglichen Betrieb weder der Fdl noch der Tf bewusst und mit Absicht den falschen Fahrweg einstellen oder befahren. Davon gehe ich mal aus.
Das ein Tf der in halb Deutschland Streckenkenntnis hat nicht jeden Richtungsanzeiger kennen kann ist doch klar. Ich weiß auch nicht welcher Tf auf welchem Zug sitzt und umgekehrt dürfte es ähnlich sein. So war das mit dem "Rechnung offen haben" auch nicht gemeint. Ich habe ja reichlich Smileys gesetzt.

maschwa hat ja die erforderliche Mehrarbeit durch den Tf, die daraus entsteht, beschrieben. Auch für den Fdl bedeutet es Mehrarbeit. Neben einem bösen Anruf vom Disponenten darf man auch noch schriftlich Stellung zum Vorkommnis nehmen.
Es liegt mir fern die die Verantwortung einer von mir verursachten Fehlleitung jemand anderem in die Schuhe zu schieben. In meinen 22 Jahren als Fdl (immer auf Bahnhöfen oder Abzweigstellen mit mehreren Richtungen) habe ich 4 durch mich verursachte Fehlleitungen zu vertreten. Damit kann ich leben. Mein Chef übrigens auch.

So eine Schulung zum Thema Kodierungen hatten wir gerade im Rahmen des FIT. Wie viel davon im Dezember noch hängen geblieben ist werden wir sehen. Die Schulung ließ jedoch mehr Fragen offen als sie beantwortete. Von einigen Fdl in der Fläche wird das neue "Anreizsystem" (schon so ein schönes Wort) als weiteres Mittel der Führungsetage gesehen die bestehenden Mängel nur besser zu verwalten.
Im letzten Halbjahr 2009 gab es in einem Netzbezirk durch Weichen- bzw. Fahrbahnstörungen ca. 5000 min. Verspätungen, durch Fdl verursachte Verspätungen betrugen ca. 130 min. Auf die Fdl wird nun entsprechend eingewirkt noch besser zu arbeiten um die 130 min. auf Null zu reduzieren. Über die anderen 5000 Minuten spricht niemand. Mit der Weiche schimpfen hat ja auch keinen Sinn. Mehr Personal für die Instandhalter zur Wartung oder zur zeitnahen Störungsbeseitigung gibt es nicht. Das kostet zu viel.
Für mich durchaus nachvollziehbar das da manch Fdl eine ablehnende Haltung zur ganzen Verspätungsbegründerei einnimmt. Tenor der Veranstaltung: Es kommt bestimmt nichts dabei heraus.

Natürlich kann man aus den Daten interessante Schlüsse ziehen und vielleicht passiert ja auch hin und wieder was im Nachhinein um Verspätungen zu reduzieren.
Damit mehr Verständnis bei den Fahrdienstleitern dafür geweckt wird sollten die Ergebnisse und Schlussfolgerungen auch mal dargestellt werden. Daran hapert es bis jetzt.
Welchen Anreiz hat der Fdl der minutiös jede Verspätung absolut korrekt und sofort in das System eingibt gegenüber dem, der "fünfe gerade sein" lässt? Mehr in der Lohntüte? Anerkennung vom Chef? Vermutlich nichts davon.

Die Teilnehmerunterlagen zur Schulung sind auch meist am Bürotisch ausgedacht und sind nicht immer ganz verständlich. Ich habe mal ein Beispiel angehängt.
Welche Verspätung soll ich begründen? Die des IKE oder die des RE? Was sind Abhänger? Liegt Rich vor oder hinter Raas? Wird eine Schleifleiste durch einen Turmtriebwagen untersucht?

Ich bin auf Lösungsvorschläge gespannt.

Die neue Ril 420.9001 gibt es unter: http://fahrweg.dbnetze.com/site/dbnetz/zubehoer__assets/de/anhaenge/nutzungsbedingungen/snb/snb__2011__anlage__7.2.pdf
Die neue Kodierungstabelle ist auf Seite 8.

Blocksignal

Gallusrowdy
21.04.2010, 11:43
für mich bitte die 20 nehmen
Abhänger sind die Strippen die vom Tragseil zur Fahrleitung gehen und die hochhalten.
Da es ja keine Leitern und Erdungsstangen mehr auf den Tfz gibt muss entweder der Turmtriebwagen raus oder abgeschleppt werden. Beim deformieren der Strab und festhängen an der Fahrleitung muss der Turmtriebwagen zum befreien sowieso hin.

Trennhuepfer
21.04.2010, 12:46
Dem muss ich widersprechen mit Verweis auf 408.0591 (1). Demnach muss ich, wenn ich erkenne dass mein Zug in einen falschen Fahrweg eingelassen wird, sofort anhalten. Die Formulierung sofort anhalten in der 408 bedeutet für mich immer Anker werfen mit allem was geht, also Führerbremsventil auf die große Bohrung - sprich: Schnellbremsung einleiten. Wenn dadurch jemand im Zug stürzt, die Cola umfällt und auf die neuen Klamotten läuft ist das natürlich bedauerlich, aber für meine Handlungsweise nicht relevant.

Zum Thema anhalten <> sofort anhalten vgl. auch 408.0691 (4)a

Und wenn die Fahrtrichtung erst an der Weiche erkennbar ist?


Auf dem Kölner Güterring waren im Bereich Köln Kalk bis vor gut einem halben Jahr noch Formsignale istalliert, dort konnte man anhand der Signalstellung (Hp1/Hp2) den Laufweg des Zuges erkennen.
Da dort nun die tolle ESTW Technik zum Einsatz kommt, hat man vergessen einen Richtungsanzeiger zu verbauen, denn der war vorher ja auch nicht da.
Nun bekommt man, egal wo man langfährt immer Hp1 (oder Ks1 nennt es wie Ihr wollt) Hg ist 60 km/h, Rücksprache mit dem Fdl ergab "Ist bekannt und gemeldet, so lange bis sich da was tut müsst Ihr uns schon vertrauen!"

Und nun ???

Mach mal den Kölner Güterring dicht, den Anschiss von der BZ will ich nicht ernten! :13:

VT605
21.04.2010, 19:24
@Blocksignal
Das ist bei uns auch nicht viel anders. Verspätungen durch unsere mangelhaften Fahrzeuge sind egal, aber wehe Tf oder Zub machen 3-4 min Verspätung. Vor kurzem habe ich Dank guter BZ und schnellem Zub mit einem Zug 15 min Verspätung rausgefahren, in Koblenz hatten wir danach eine!!! Minute Haltezeitüberschreitung laut RIS, was aber nicht stimmte. Sofort bekam mein Zugführer einen Anruf wieso, weshalb, warum.

heetENkoel
21.04.2010, 23:16
Zu den Codierungen. im Bahnhof xxx wo Regelmäßig LPW der EVU xxx durchgeführt werden, sind seit Einführung der GSMR Fertigmeldung über die Bundesweit Einheitliche Nr. die Verspätungsursachen verursacht durch Personalwechsel im System rapide zurückgegangen. Komisch, wa?

(xxx sind von mir bewusst gesetzt worden)

Sp Dr 60
22.04.2010, 22:40
Also ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass so ein hübscher 11er schneller kommt als man denkt. Das blöde ist meist nur, dass der Fdl schneller denn 11er hat als ein Tf seine 41,51,61oder 71. Aber an so einem hübschen 11er ist noch keiner gestorben. Es kommt halt immer drauf an, welche Folgen das für die Kunden hat... Wie sagte der Fdl so herrlich. Wo gehobelt wird fallen auch mal Späne. Das blöde ist nur, dass die Zü einem immer ne Ausrede sucht, aber beim 11er glauben die das immer. Irgendwie seltsam. Sosnt wenn man ehrlich ist, glauben die meisten es nicht, aber wehe man abucht nen 11er da fragt keiner. Naja so sieht der Chef wenigstens, dass man arbeitet. Das einzige, was mih an den SoFo ärgert ist, dass die einen anscheißen. Ich bin doch auch nicht blöd und scheiße mich selber beim Chef an. Der hat kein Verständnis für den 11er weil der ksotet Geld dann gibts wieder nen Anschiß und fertig. Aber den größten Witz finde ich die schriftliche Stellungnahme. Wenn da steht verspätete Signalbedienung. Abhilfe Signal auf Fahrt gestellet, was soll ich da noch schreiben, außer mea maixima maxima culpa, Schuld anerkannt Unterschrift??

Bndf 464
24.04.2010, 01:51
Und wenn die Fahrtrichtung erst an der Weiche erkennbar ist?


Auf dem Kölner Güterring waren im Bereich Köln Kalk bis vor gut einem halben Jahr noch Formsignale istalliert, dort konnte man anhand der Signalstellung (Hp1/Hp2) den Laufweg des Zuges erkennen.
Da dort nun die tolle ESTW Technik zum Einsatz kommt, hat man vergessen einen Richtungsanzeiger zu verbauen, denn der war vorher ja auch nicht da.
Nun bekommt man, egal wo man langfährt immer Hp1 (oder Ks1 nennt es wie Ihr wollt) Hg ist 60 km/h, Rücksprache mit dem Fdl ergab "Ist bekannt und gemeldet, so lange bis sich da was tut müsst Ihr uns schon vertrauen!"

Und nun ???

Mach mal den Kölner Güterring dicht, den Anschiss von der BZ will ich nicht ernten! :13:

Ich verstehe nicht ganz was du mir damit genau sagen willst. Es gibt also zwei verschiedene Fahrwege die gleich signalisiert werden ohne Richtungsanzeiger? Dürfte in Deutschland nicht gerade Seltenheitswert haben.

Was ändert das an der Vorgehensweise die ich beschrieben habe? Es heißt ja ausdrücklich "wenn Sie erkennen, dass..." - und hier erkenne ich eben erst an der Weiche.

Auch wenn die Kollegen dort das manchmal nicht ganz wahr haben wollen, so gelten die Regelwerke ja nicht nur für uns draußen auf der Strecke, sondern auch innerhalb des Bunkers. Traurig aber wahr, wenn ich wie vor einigen Monaten geschehen als Tf der BZ erklären muss, was sie mir anzuordnen hat.

Oder hast du die Aussage konkret auf die Maßnahmen bei Gefahr bezogen? Ich kenne den Kölner Güterring nicht, aber wenn ich aufgrund der Situation zu dem Ergebnis komme, dass möglicherweise Gefahr für Leib und Leben besteht, dann mache ich auch den Kölner Güterring dicht. Wer das nicht tut aus Angst vor einem Anschiss von der BZ oder dem TL oder sonstwem, der handelt meiner Ansicht nach verantwortungslos.

Schöne Grüße
Bndf 464