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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hybridbusse



Larry Laffer
12.06.2009, 02:23
Hallo!

Ich weiß ja nicht, wie sehr Euch das interessiert, aber wie steht Ihr zum Thema Hybridbusse?

Hybridbusse nutzen die Bremsenergie, speichern sie in einer zusätzlichen Batterie, um sie dann beim Anfahren zu nutzen. Die zusätzliche Batterie muß natürlich irgendwann auf dem Sondermüll entsorgt werden, aber der Schadstoffausstoß und Energieverbrauch sinkt, weil die Bremsenergie nicht als Wärme in die Luft geblasen, sondern zurückgewonnen wird.

Erste Versuche mit dieser Technologie gab es bereits in den 70er Jahren, bevor sie rund dreißig Jahre lang niemanden mehr interessiert hat. Auf einmal feiert sie eine Renaissance. Wie seht Ihr das? Ich persönlich halte es bei Stadtbussen, die nunmal sehr, sehr häufig anfahren und bremsen für sinnvoll - trotz der zweiten Autobatterie. Im Gegenteil: Ich halte es für skandalös, daß das nicht schon seit 25 Jahren Standard ist.

LZB
12.06.2009, 02:38
Hallo!

Ich weiß ja nicht, wie sehr Euch das interessiert, aber wie steht Ihr zum Thema Hybridbusse?

Hybridbusse nutzen die Bremsenergie, speichern sie in einer zusätzlichen Batterie, um sie dann beim Anfahren zu nutzen. Die zusätzliche Batterie muß natürlich irgendwann auf dem Sondermüll entsorgt werden, aber der Schadstoffausstoß und Energieverbrauch sinkt, weil die Bremsenergie nicht als Wärme in die Luft geblasen, sondern zurückgewonnen wird.

Erste Versuche mit dieser Technologie gab es bereits in den 70er Jahren, bevor sie rund dreißig Jahre lang niemanden mehr interessiert hat. Auf einmal feiert sie eine Renaissance. Wie seht Ihr das? Ich persönlich halte es bei Stadtbussen, die nunmal sehr, sehr häufig anfahren und bremsen für sinnvoll - trotz der zweiten Autobatterie. Im Gegenteil: Ich halte es für skandalös, daß das nicht schon seit 25 Jahren Standard ist.


Nein, skandalös sicher nicht. NiMH- Accus gibt es noch keine 25 Jahre. Die Akkus damals waren viel zu schwer, sodass beim Beschleuigen der zusätzlichen Masse der Spareffekt dahin war.

Selbst die erste Generation NiMH war noch zu schwer.
Heute wiegen sie 40..50% weniger bei ca. 3-facher Ladekapazität gegenüber damals. Da kann sich sowas dann eher rechnen.

Noch besser wird es, wenn man Litium Akkus nutzen könnte. Da spricht zur Zeit aber die begrenzte Zahl der Ladezyklen eine Rolle.

Wirklich interessant wird es für derartige Großgefährte (eben auch LKW´s) wenn sich Brennstoffzellen durchsetzen können. Aber bis dahin wird es noch ein Weilchen dauern.

Larry Laffer
12.06.2009, 02:51
Sicher spielt das Gewicht eine Rolle. Nun darf man aber nicht vergessen, daß Erfindungen, auch weiterentwickelte Batterien, nicht als Gottesgabe vom Himmel fallen, sondern daß die Forschung in eine bestimmte Richtung zu lenken ist.

In den Jahren 1979 bis 1981 hat Daimler-Benz insgesamt zwanzig Exemplare des Mercedes-Benz O 305 OE gebaut. Sonderexemplare des O 305, die z.B. auch die Bogestra (http://www.ruhr-bus.de/bog305g1.JPG) eingesetzt hat.

Diese Fahrzeuge wurden in Wesel und in Stuttgart eingesetzt, da sie durch die Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt worden. Danach lag die Forschung aber rund 25 Jahre brach, weil sie politisch nicht gewollt war. Hätte man in den frühen 80er Jahren mit derselben Intensität weitergearbeitet, wäre es zweifelsohne viel früher möglich gewesen, moderne Hybridbusse fahren zu lassen. Doch statt dessen kam Kohls "geistig-moralische Wende", stolz wurde verkündet, daß man den "ökologischen Quatsch" jetzt sein lassen würde.

Und als man dann, im 21. Jahrhundert gemerkt hat, daß die Umwelt doch nicht ganz so unzerstörbar ist, da hat man die Forschung wieder aufgenommen. Da feierte eine längst vergessene Technologie auf einmal eine Renaissance. Unter anderem auch bei der Bogestra (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/3/31/Bgs_solaris.jpg).

LZB
12.06.2009, 03:27
Sicher spielt das Gewicht eine Rolle. Nun darf man aber nicht vergessen, daß Erfindungen, auch weiterentwickelte Batterien, nicht als Gottesgabe vom Himmel fallen, sondern daß die Forschung in eine bestimmte Richtung zu lenken ist.

In den Jahren 1979 bis 1981 hat Daimler-Benz insgesamt zwanzig Exemplare des Mercedes-Benz O 305 OE gebaut. Sonderexemplare des O 305, die z.B. auch die Bogestra (http://www.ruhr-bus.de/bog305g1.JPG) eingesetzt hat.

Diese Fahrzeuge wurden in Wesel und in Stuttgart eingesetzt, da sie durch die Länder Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt worden. Danach lag die Forschung aber rund 25 Jahre brach, weil sie politisch nicht gewollt war. Hätte man in den frühen 80er Jahren mit derselben Intensität weitergearbeitet, wäre es zweifelsohne viel früher möglich gewesen, moderne Hybridbusse fahren zu lassen. Doch statt dessen kam Kohls "geistig-moralische Wende", stolz wurde verkündet, daß man den "ökologischen Quatsch" jetzt sein lassen würde.

Und als man dann, im 21. Jahrhundert gemerkt hat, daß die Umwelt doch nicht ganz so unzerstörbar ist, da hat man die Forschung wieder aufgenommen. Da feierte eine längst vergessene Technologie auf einmal eine Renaissance. Unter anderem auch bei der Bogestra (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/3/31/Bgs_solaris.jpg).

Ach! Wenn man die gesamten Forschungs- und Fördergelder nicht der Atomlobby in den Arsch geschoben hätte, sondern mehr in Brennstoffzellen, wären wir da auch sicher weiter.
Andererseits gibt es nicht nur Deutschland.
Die Japaner sind uns um Lägen in der Batterieforschung voraus.
Und das ist auch gut so.
Denn wenn diese Technologie nicht dort so massiv voran käme, würde Deine gepriesene Renaissance noch länger in den Schubladen liegen und verrotten.

So sind wir, wenn wir den Anschluß nicht auch auf dem Gebiet verpassen wollen gezwungen Geld in die Hand zu nehmen.

Skandalös, um Deinem Begriff noch einmal aufzunehmen, ist es, das es neuerdings immer erst 5 vor 12 werden muß, bevor man merkt, das um 12 der Zug abfährt (und dann nicht mehr zum Normalpreis :003:, sondern zum Dauer-Spezial (nämlich überteuert).

BW Frankfurt 1
12.06.2009, 09:00
Ich bin für O-Busse und Trams im Stätischen Verkehr. Es gibt noch Heute Städte bei denen die Trams kurz vor dem Aus stehen, weil sie zu sehr am Stadtsäckel Knabern. Das finde ich Skandalös!!!!
Eine der für mich schlimmsten Entscheidungen der Vergangenen Jahrzehnte war definitiv die Einstellung des Größten Straßenbahn Netzes Europas, nämlich das der Hansestadt Hamburg. Bestechend war am letzten Betriebstag die Rede eines Politikers mit den Worten " Mag sein das es ein Fehler war " . Nicht mal 2 Jahre Später wurde bereits wieder darüber gesprochen eine Straßenbahn zu bauen. Inzwischen gab es dazu X Planungen und grade ganz Aktuell wurde eine neue Strecke auserkoren. Ich hoffe das sie nicht wieder im Keim erstickt wird.

Zu Hybridbussen dem eigentlichen Thema. Sicher ist es eine Gute Technik dennoch gibt es auch noch andere Varianten, Wasserstoff / Gas / Elektro stehen auf unmittelbar gleicher Ebene. Von daher würde ich erstmal warten was die Zeit bringt bevor nun Vorschnell mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Zumal die Techniken heute auch noch Extrem Teuer sind und eine Umstellung heute für Klein und Mittelgroße Unternehmer gar nicht Tragbar ist.
Man darf auch nicht Vergessen das unser Land Spitzenreiter im Umweltschutz ist. Was Bringt es aber der Welt wenn China jedes Jahr den Co2 Ausstoß verdoppelt, während wir ein paar gram Co2 mehr einsparen. So lange nicht das Perpetuum mobile gefunden wurde wird es diese Debatte ewig geben. In 25 Jahren wird in irgendeinem Forum jemand schreiben es ist Skandalös das noch heute Hybridbusse fahren wo es seit 20 Jahren Warp Antriebe gibt ;)

vzinn
12.06.2009, 09:22
Das Problem ist aber bei der Straßenbahn, dass die Schaffung einer neuen Trasse viel teurer ist, als das Einrichten einer Buslinie ist. Sinnvoll ist es nur bei einem entsprechenden Fahrgastaufkommen. Bei den Obussen ist das Problem, dass er seine Trasse nicht verlassen kann. Man könnte ihn mit einer Batterie ausstatten, aber bisher müssen die Stromabnehmer ja immer wieder mit Hand angelegt werden. Sinnvoll ist es nur bei einem entsprechenden Fahrgastaufkommen.
Gerade Stadtbusse sehe ich als sinnvolles Einsatzgebiet von Hybridfahrzeugen. Die Batterie muss eigentlich nur so stark sein dass ich ein oder zweimal Anfahren kann. Die Vorraussetzung ist eine Batterie die viele Ladungszyklen aushält. Für diesen Fall wäre eine Batterie in Richtung Kondensator eine Variante. Es gibt schon erste Versuche, dass die Batterie im Haltestellenbereich mit Hilfe von Induktion geladen werden. Wenn sich das in die Praxis umsetzen lässt, könnte man elektrische Stadtbusse mit relativ kleinen Batterien bauen.
Die Brennstoffzelle halte ich für überbewertet, da sie nur eine Art von Batterie ist, da Wasserstoff bisher nur mit Hilfe von elektrischen Strom erzeugt werden kann. Wenn ich dies allerdings als geschlossenes System konzipiere, kann ich damit eine Batterie ersetzen. Um dabei aber auf eine vernünftige Kapazität zu kommen, müsste ich den Wasserstof aber wieder stark verdichten.

Volker

MD 612
12.06.2009, 19:17
In Leipzig wird ja nun mittlerweile seit knapp zwei Jahren ein Hybrid-Gelenkbus getestet. Wie man hört, fährt er inzwischen recht störungsfrei. Aber eine nennenswerte Kosteneinsparung soll wohl nicht zu verzeichnen sein. Die Kraftstoffeinsparung bewegt sich bei weiten nicht auf dem erwarteten Niveau. Die Zusatzkosten bei der Beschaffung, die ja nicht nur für die Batterie, sondern auch für die recht komplizierte Regeltechnik anfällt, können wohl nicht so recht hereingespielt werden.

Mittlerweile hat man sich beim örtlichen Verkehrsbetrieb wieder ernsthaft mit der Idee eines O-Bus-Netzes auseinandergesetzt. Ein Gutachten sei in Arbeit und sollte eigentlich schon Ende April vorliegen, Ende Juni soll es nun soweit sein. Interessant dabei ist, dass man sich Kosteneinsparungen beim Aufbau erhofft, weil die Fahrleitungen der geplanten Linien teilweise im Bereich von weiterhin genutzten Straßenbahnstrecken hängen werden. Da die derzeitigen Tragwerke der Straßenbahnfahrleitung nicht für die zusätzliche Gewichtsbelastung durch die parallelen O-Bus-Fahrdrähte ausgelegt sind, müssten in den betroffenen Straßen auch die Straba-Fahrleitungen erneuert werden. Die dafür notwendigen Mittel werden kurzerhand zu den Investitionsmitteln für den O-Bus-Bau hinzugerechnet und dadurch (hoffentlich) entsprechend gefördert, so die Rechnung der Verkehrsbetriebe. So kommt man recht kostengünstig zur sowieso fälligen Erneuerung etlicher Kilometer Straßenbahnfahrleitung...

Gruß Peter

Larry Laffer
13.06.2009, 15:51
Ach! Wenn man die gesamten Forschungs- und Fördergelder nicht der Atomlobby in den Arsch geschoben hätte, sondern mehr in Brennstoffzellen, wären wir da auch sicher weiter.

Ja gut, aber die ÖPNV-Lobby macht halt keine Parteispenden. Atom-Angie findet ja nicht einfach Atomkraftwerke toll, sondern sie findet immer das toll, was am meisten Geld zahlt. Das hat ihr ihr großes Vorbild (http://www.sculpturepark.de/politwagen/images/birne_t.jpg) beigebracht.


Skandalös, um Deinem Begriff noch einmal aufzunehmen, ist es, das es neuerdings immer erst 5 vor 12 werden muß, bevor man merkt, das um 12 der Zug abfährt (und dann nicht mehr zum Normalpreis :003:, sondern zum Dauer-Spezial (nämlich überteuert).

Ja, das täte ich so unterschreiben. Wie gesagt, hätte man die Forschung 1981 nicht abgebrochen, wären Hybridbusse heute gang und gäbe.


---====--- Beitrag hinzugefügt um 14:51 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 14:50 ---====---


In Leipzig wird ja nun mittlerweile seit knapp zwei Jahren ein Hybrid-Gelenkbus getestet. Wie man hört, fährt er inzwischen recht störungsfrei. Aber eine nennenswerte Kosteneinsparung soll wohl nicht zu verzeichnen sein. Die Kraftstoffeinsparung bewegt sich bei weiten nicht auf dem erwarteten Niveau. Die Zusatzkosten bei der Beschaffung, die ja nicht nur für die Batterie, sondern auch für die recht komplizierte Regeltechnik anfällt, können wohl nicht so recht hereingespielt werden.

Gut, das ist so eine Sache: Bei der Bogestra sollen die Erfahrungen anders aussehen. Es muß also weitergeforscht werden! Größter Nachteil ist aber m.E. nach wie vor, daß die zweite Batterie nach sechs Jahren im Einsatz sechs Millionen Jahre auf dem Sondermüll rumliegt.

Larry Laffer
19.06.2009, 01:19
Ich möchte Euch das Bild des 1979er Hybridbusses nicht vorenthalten. Da das Copyright aber ungeklärt ist, kann ich es nicht einbinden, sondern nur verlinken. Es ist wahrscheinlich (!) ein Pressefoto der Daimler-Benz AG, da bin ich mir aber nicht sicher.

Klick mich! (http://mercedesbenzblogphotodb.files.wordpress.com/2009/03/mercedes-benz-o-302-hybrid-bus.jpg)

Ja ja, das war vor dreißig Jahren.

Zugbeleidiger
19.06.2009, 12:29
Hybridbus ist für mich keine Alternative zum Städtischen Verkehr. Ich kenn aus meiner Kindheit noch das System des O-Bus (http://de.wikipedia.org/wiki/O-Bus#Deutschland) und bin nach wie vor davon überzeugt, dass es die beste Lösung für den Innerstädtischen Verkehr ist. Neben der Straßenbahn. Der O-Bus gleitet fast lautlos durch die Strassen. Das ist vor allem Nachts ein RIESEN Vorteil für die Anwohner. Er hinterlässt keinerlei schädliche Abgase.

Im Individualverkehr und öffentlichen Überlandverkehr könnte meiner Meinung nach die Brennstoffzelle das Rennen gewinnen. Nicht jedes Dörfchen hat einen Eisenbahnanschluss.

Hybridfahrzeuge? Nein ich glaube nicht an den Siegeszug solcher Gefährte. Zumindest nicht auf Dauer. Als Zwischenlösung bis zur endgültigen Ablösung fossiler Brennstoffe durch die Brennstoffzelle könnte es aber durchaus eine Lösung sein.

mium91
19.06.2009, 12:35
Also Der Vorteil an O-Busen ist wie man in Essen schon die erfahrung emacht hat das an Steilen Beren die O-Busse besser hochkommen als die die mit Diesel fahren.
Auserdem ist der Vorteil der O-Busse klar auf der Hand, Du brauchst kein GEnerator deenn mitlerweile kannst du einen E-Motor so umpolen das du den Motor als GEnerator nutzen kannst. Und du kannst die Elektrische rückspeisung direkt in die Oberleitung einführen! So sparst du noch die Batterie. Ergebnis 1 Generator oder besser gesat 1 Dieselmotor sparen und die Batterie. das macht schon einies an Gewicht aus aber den Zuatzgewicht von den Stromabnehmern ist nich nenenswert!

MFG
Sven

Larry Laffer
19.06.2009, 12:47
Die Frage ist doch, ob sich das Anbringen von Oberleitungen für Busse, die vielleicht nur einmal die Stunde fahren, auch lohnt. Klar, wenn irgendwo alle zehn, fünfzehn oder zwanzig Minuten ein Bus fährt, da schon. Selbst bei einem Halbstundentakt würde ich noch mit mir reden lassen.

Aber beim Stundentakt? Wären da Hybridfahrzeuge, also dieselelektrische Antriebe nicht besser?

mium91
19.06.2009, 12:51
nee ich glaub nicht denn du brauchst dann ja einmal einen Dieselmotor und einen generator und wieder ein E-Motor. so wie bei BR 605 ICE-TD.

MFG
sven

Larry Laffer
19.06.2009, 12:57
Ja, genau. Die Bremsenergie wird in einer zusätzlichen Batterie gespeichert und beim Anfahren wieder genutzt. So funktioniert das Hybridprinzip.

Zugbeleidiger
19.06.2009, 13:01
Die Frage ist doch, ob sich das Anbringen von Oberleitungen für Busse, die vielleicht nur einmal die Stunde fahren, auch lohnt. Klar, wenn irgendwo alle zehn, fünfzehn oder zwanzig Minuten ein Bus fährt, da schon. Selbst bei einem Halbstundentakt würde ich noch mit mir reden lassen.

Aber beim Stundentakt? Wären da Hybridfahrzeuge, also dieselelektrische Antriebe nicht besser?

Nee Larry, da hast uns falsch verstanden. Im innerstädtischen Verkehr, also da wo min. alle 10Min. ein Bus kommt, da sollten O-Busse fahren.
Überlandverkehr, also dort wo nur 2x am Tag oder jede Stunde ein Bus vorbei kommt, dort sollten die Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen: Ich entwickele einen neuen Typ von Hybridbus. Innerhalb der City mit Oberleitung und wenns raus geht oder wegen was auch immer auf eine Nichtelektrifizierte Strecke (Umleitung-Unfalletc.) DANN mit Brennstoffzelle. So würdest du ein Höchstmaß an Flexibilität erreichen.

Bat
19.06.2009, 13:04
Also ..., Autoscooter mit Hilfsmotor?:039:

mium91
19.06.2009, 13:05
und Generator!

Larry Laffer
19.06.2009, 13:06
Du hast ja zumindest bereits jetzt die Situation, daß O-Busse auch Hilfsmotoren mit Dieselantrieb haben, um etwa bei Umleitungen flexibel genug zu sein. Die Frage ist, ob ein Bus mit sovielen verschiedenen Antriebsarten nicht "zu schwer" würde.

Ich sage doch auch nicht, daß der Hybridbus DIE Lösung ist. Aber ich prangere an, daß eine dreißig Jahre alte Technologie auf einmal als absolute Neuheit und beste Lösung überhaupt präsentiert wird. Ich kritisiere aufs schärfste, daß die in den 70er Jahren begonnene Forschung nach alternativen Antriebsmethoden dreißig Jahre lang brach lag.

Bat
19.06.2009, 13:13
Hmmm ... , ich habe jemanden in der Familie, der ist auf einer Siemens-Gedenktafel in Berlin verewigt, für seinen Bau und seine Erfindung einer funktionstüchtigen Magnetschwebebahn ..., 19hundertlangsam ... irgendwann!

Meistens ist es den Geldgebern eben nicht wichtig, wenn es nicht dem Krieg dient. Du kennst doch das Spiel ... .:039:

Knallkopf
19.06.2009, 14:30
Das wichtigste ist doch auch deren Fahrplangestalltung !
Was nutzt eine Buslinie,wenn zeitgleich und parallel dazu die Straßenbahn,S- oder U-Bahn fährt und in schwachen Zeiten (z.B. Nachts ),wegen der Wirtschaftlichkeit überhaupt keiner fährt von allen !
Denn noch gibt es ja unter den verschiedenen Verkehrsträgern kein Miteinander ....

Larry Laffer
20.06.2009, 12:32
Hmmm ... , ich habe jemanden in der Familie, der ist auf einer Siemens-Gedenktafel in Berlin verewigt, für seinen Bau und seine Erfindung einer funktionstüchtigen Magnetschwebebahn ..., 19hundertlangsam ... irgendwann!

Meistens ist es den Geldgebern eben nicht wichtig, wenn es nicht dem Krieg dient. Du kennst doch das Spiel ... .:039:

Das sind ganz üble Verschwörungstheorien, die Du hier verbreitest! Natürlich ist unseren Politikern nur am Wohle der Bevölkerung und der Umwelt gelegen, alles andere ist populistischer Müll, den Du hier verbreitest!

(Ich soll Dich von einigen Rechtskonservativen grüßen, die wir beide kennen:021: )

AOG
20.06.2009, 16:05
Hmmm ... , ich habe jemanden in der Familie, der ist auf einer Siemens-Gedenktafel in Berlin verewigt, für seinen Bau und seine Erfindung einer funktionstüchtigen Magnetschwebebahn ..., 19hundertlangsam ... irgendwann!

Meistens ist es den Geldgebern eben nicht wichtig, wenn es nicht dem Krieg dient. Du kennst doch das Spiel ... .:039:

1933, Reichspatent 643316 :004:

In der Tat wurde dafür kein Geld locker gemacht, weil es nicht kriegswichtig war.

Hermann Kemper (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Kemper)

Bat
20.06.2009, 21:12
1933, Reichspatent 643316 :004:

In der Tat wurde dafür kein Geld locker gemacht, weil es nicht kriegswichtig war.

Hermann Kemper (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Kemper)

Nein, aber dicht dran ... .:032:


---====--- Beitrag hinzugefügt um 20:12 ---====--- Vorheriger Beitrag war um 20:11 ---====---


Das sind ganz üble Verschwörungstheorien, die Du hier verbreitest! Natürlich ist unseren Politikern nur am Wohle der Bevölkerung und der Umwelt gelegen, alles andere ist populistischer Müll, den Du hier verbreitest!

(Ich soll Dich von einigen Rechtskonservativen grüßen, die wir beide kennen:021: )

Gruß zurück und sie sollen schön heimisch bleiben ... !:004:

Larry Laffer
07.07.2009, 00:42
So, es gibt neues. Daimler-Benz und Evonik bauen gemeinsam ein Batteriewerk bei Dresden. Ziel ist es, elektronische Antriebe für Automobile weiterzuentwickeln. Daimler-Benz ist auch einer der wichtigsten Bushersteller für kommunale Verkehrsunternehmen in Deutschland.

Also, wenn Ihr als Dienstwagen einen 300 PS starken Mercedes haben wollt, werdet Busfahrer :24:

nimmi
07.07.2009, 02:00
So, es gibt neues. Daimler-Benz und Evonik bauen gemeinsam ein Batteriewerk bei Dresden. Ziel ist es, elektronische Antriebe für Automobile weiterzuentwickeln. Daimler-Benz ist auch einer der wichtigsten Bushersteller für kommunale Verkehrsunternehmen in Deutschland.

Also, wenn Ihr als Dienstwagen einen 300 PS starken Mercedes haben wollt, werdet Busfahrer :24:

Ich habe als Dienstwagen leider nur 7600PS bis 8500PS starke Bombardier zur Verfügung. Muß ich jetzt neidisch sein?

:24::24::24:


Gruß M.

Larry Laffer
07.07.2009, 02:02
Wie man im Formel 1 Thread vielleicht schon gemerkt hat, bin ich ein absoluter Mercedes-Fan, von daher kann ich das nicht objektiv beurteilen.

Tolbiacum
08.07.2009, 21:14
Die Technik geht immer weiter.

Erstes Flugzeug mit Brennstoffzelle über Hamburg - Hamburg ...


http://www1.ndr.de/nachrichten/hamburg/antares104.html


Gruß T

mr-it
28.07.2009, 12:31
Naja es gab ja mal den DUO-Bus, also halb Dieselbus und halb Elektrobus. Dieser war ja zu schwer und hatte deshalb im Dieselbetrieb einen hohen Verbrauch.
Wobei das ja so in Esslingen Neckar gemacht wurde, in der Stadt mit Strom und sobald man aus der Stadt raus war im Dieselmodus weiter. Bei der Rückfahrt konnten die Stromabnehmer automatisch wieder hochgefahren werden. Sowas ist ja auch in ein Hybridbus der seine Bremsenergie zurückspeisen konnte.

Larry Laffer
28.07.2009, 12:57
Wobei der seine Bremsenergie nur zurückspeist, wenn er an der Oberleitung hängt. Das ist bei oberleitungsgebundenen Schienenfahrzeugen heute Standard, daß Energie zurückgespeist wird.

Einen Tag nachdem das erste Formel 1 Rennen von einem Auto mit Hybridantrieb gewonnen wurde, gaben die Stadtwerke Neuss bekannt, daß sie rund drei Millionen Euro in elf neue Busse investieren werden. Alles Dieselbusse. Erst im kommenden Jahr wird man auf Busse mit Hybridantrieb setzen. Derweil machen die VRR-Kollegen bei der Bogestra gute Erfahrungen mit ihrem Hybridbus.

Larry Laffer
13.08.2009, 01:36
So, nachdem das Thema Hybrid gerade nochmal aufgebracht worden ist, noch etwas dazu.

Eins der Hauptprobleme ist ja zu zusätzliche Batterie, in der die Bremsenergie und später auch die Abwärme aus dem Motor gespeichert wird, da diese auf dem Sondermüll entsorgt werden muß.

Lösbar wäre das u.a. durch eine vollmechanische Lösung. Also nicht der Busfahrer, der wie bei Fred Feuerstein trampelt, sondern mit einem Schwungrad. Mit genau derselben Technologie, mit der an Spielzeugautos seit Generationen Kinder erfreut werden.

Motorsport-Total (http://www.motorsport-total.com/f1/news/2008/10/Williams_KERS_um_57_Millionen_Euro_billiger_081017 28.html)

Honda hat bisher 59 Millionen Euro in die Entwicklung der Hybridtechnologie investiert, während Williams gerade mal zwei Millionen Euro ausgegeben hatte.

Und zwar für die vollmechanische Schwungradversion. So etwas muß sich auch auf Stadtbusse übertragen lassen, um ohne zusätzliche Batterie auszukommen. Somit würde die kinetische Energie vollmechanisch gespeichert werden. Auch das Gewicht für den zusätzlichen Elektromotor und die zweite Batterie würden wegfallen.

Bedauerlich, daß von der Busbauindustrie nicht in diese Richtung gearbeitet wird. Möglicherweise liegt es aber auch daran, daß neben PR-wirksamen "Elektrobussen" niemand ein wirkliches Interesse daran hat, Energieverbrauch und Schadstoffausstoß zu vermindern.

Bat
13.08.2009, 12:22
Ich glaube, mich dunkel daran zu erinnern, dass die Schwungräder wegen ihrer Größe (bei passender Effektivität) und des Wartungsaufwandes der rotierenden Teile durchgefallen sind ... ?

Wer möchte in seinem 1,6 Meter hohen Auto schon ein 3,2 Meter hohes Schwungrad haben ... !:13:

Larry Laffer
13.08.2009, 12:34
Wer möchte in einem 1,60m hohen Linienbus mitfahren?

Nein, hier gilt natürlich wiederum dasselbe wie generell bei der Hybridtechnologie: Erfindungen sind keine Zufälle, sondern das Ergebnis einer in eine bestimmte Richtung gelenkten Forschung. Und das bedeutet eben, wenn wir jetzt nicht in die Entwicklung mechanischer Energiespeichermöglichkeiten investieren, dann wird es bei Drei-Meter-Schwungrädern für 1,50-Autos bleiben. Wenn die Wissenschaft aber die Möglichkeit erhält, weiter zu entwickeln und zu optimieren, dann dürfte es nicht mehr lange dauern bis es adäquate Lösungen für Hybridbetrieb gibt, ohne daß man eine zweite Batterie betreiben muß.

KERS-Hybrid (http://www.youtube.com/watch?v=2jJST4_BlgA)

Das ist zwar ein Werbefilm von Mercedes-Benz, zeigt aber anschaulich, wie das ganze funktioniert. Leider wird zwar der Bogen zur S-Klasse geschlagen, nicht aber zum Linienbus, der etwa dieselbe Motorstärke hat.

Aber zu einer flächendeckenden Einführung bei Linienbussen gehört auch eine staatliche Förderung. Also nicht darauf vertrauen, daß kommunale Verkehrsunternehmen, die unter beständigem Druck stehen, den Kostendeckungsgrad zu senken, mit "neuen" Technologien "experimentieren", sondern solche Busse (ebenso wie die Forschung) finanziell fördern. Dadurch hätte man den großflächigen Praxiseinsatz und die Laboratorien würden im großen Stil Rückmeldungen erhalten.

Bat
13.08.2009, 12:47
... . Aber zu einer flächendeckenden Einführung bei Linienbussen gehört auch eine staatliche Förderung. Also nicht darauf vertrauen, daß kommunale Verkehrsunternehmen, die unter beständigem Druck stehen, den Kostendeckungsgrad zu senken, mit "neuen" Technologien "experimentieren", sondern solche Busse (ebenso wie die Forschung) finanziell fördern. ...

Na gut, wem nehmen wir das Geld weg, dass dafür benötigt würde ... ?:039:

Larry Laffer
13.08.2009, 12:59
Man könnte es z.B. auch den Konjunkturpaketen nehmen, Linienbusse sind neue Vermögenswerte, man könnte es aber auch aus bestehenden Forschungsgeldern bezahlen.

Das Problem bleiben die Steuersenkungsorgien der letzten Jahre und Jahrzehnte - Körperschaftssteuer von 40% auf 15% runter, Spitzensteuersatz von 53% auf 42% runter und so weiter und so fort. Daß da das Geld für Forschung und Bildung fehlt, ist nicht weiter verwunderlich.

Bat
13.08.2009, 13:05
Wenn man Schwungradantriebe in Panzer einbauen könnte, wäre die Finanzierung schon durch ... !:032:

Larry Laffer
16.08.2009, 01:52
Naja, Umweltschutz nutzt der Bundeswehr nunmal nichts, wenn sie damit beschäftigt ist, uns in Afghanistan zu verteidigen.

Wohl aber die deutsche Busbauindustrie. Ja, die gibt es: Daimler-Benz unterhält Buswerke in Ulm, Mannheim und Dortmund. Wenn der deutsche Staat nicht in Forschung und Entwicklung investiert, dann wird diese in anderen Ländern gemacht. Aktuell haben wir bereits die Situation, daß die Bogestra ihren Hybridbus aus Polen importieren mußte. Und da stellt sich in der Tat die Frage, ob das denn sein muß. Ob wir in Deutschland niemanden haben, der in der Lage ist, Busse mit derselben Technologie zu bauen.

Die deutsche Busindustrie wird aber nur dann in Forschung investieren, wenn sie sicher sein kann, daß es auch Leute gibt, die die Produkte kaufen. Und der Markt für Linienbusse ist eben kein Markt für Kartoffeln, auf dem es etliche Abnehmer gibt, sondern es gibt für Linienbusse nur einen potentiellen Käufer: Den Staat. Niemand wird der Bogestra auf der "Linie" 320 Konkurrenz machen, indem er sie eigenwirtschaftlich betreibt. Und solange die Mehrheit der kommunalen Verkehrsunternehmen, aus lauter Kostendruck, solche Investitionen nicht tätigen, solange wird ein privater Bushersteller nicht von sich aus in Forschung investieren. Daher muß der Staat zwei Dinge tun: Einerseits direkt die Forschung bezuschussen, andererseits aber auch dafür sorgen, daß kommunale Verkehrsunternehmen in großer Zahl diese Busse bestellen. Ansonsten werden ausländische Bushersteller den deutschen den Rang ablaufen. Und soll es das wirklich sein? Daß Busse aus Polen importiert werden müssen? Wohl kaum, oder?!

Larry Laffer
24.08.2009, 01:21
Mercedes-Benz S 400 Hybrid (http://www.youtube.com/watch?v=k96gVTob9hs)

Ich hoffe, Ihr seid nicht böse, über die modernste Art zu reisen für 61 Jahre. Es ist auch ein Fehler, sie meinten 51 Jahre. Von 1835 bis zur Erfindung des Automobils im Jahr 1886.

In der Tradition sollte man aber auch einen weiteren Punkt nennen: "30 Jahre vergeigter Umweltschutz."

Danke, Helmut Kohl für Deine geistig-moralische Wende und die Ankündigung, den "ökologischen Quatsch" jetzt mal sein zu lassen!