BR 143
09.06.2009, 16:49
Nun, nachdem wir die letzten 4 Jahre ausnahmslos in der Schweiz Urlaub
machten, dachten wir, probieren wir es dieses Jahr doch mal mit Österreich.
Ein fataler Fehler, könnte man meinen, was man so im Vorfeld der
Reiseplanungen und dem Kontakt mit den Einheimischen erleben musste.
Kurz, die Art und Weiße des Benehmens einiger Mitglieder eines
österreichischen Bahnforums spiegelt in keinster Weiße das typische
Verhalten der "Eingeborenen" wider. Ich würde es eher als "die schlechtere
Seite dieser Menschen" dort bezeichnen. Abgesehen von dem einen oder
anderen Bahnbediensteten, waren die Erfahrungen mit den Leuten dort
durchweg positiv.
Wer ein erstes mal nach Österreich reist, dem empfehle ich im Vorfeld
unbedingt das Buch "Eine Gebrauchsanweisung für Österreich" zu lesen.
Vieles, nicht alles, trifft haargenau so zu wie es in dem Buch beschrieben
wurde/wird. Beispiel Eisenbahn:
Unsere Reise begann am 16.06.09 in Stuttgart und unsere Fahrt führte uns
via München und Salzburg sowie Attnang-Puchheim nach Altmünster am
Traunsee. Abgesehen davon, dass ich noch Brezeln für die Fahrt besorgen
musste und dadurch schier die Eisenbahn verpasst hätte, weil der Kollege
mit seiner S-Bahn eine Minute zu früh abfuhr und wir wegen unserer
Verspätung des EC 317 Saarbrücken-Graz in Salzburg den "Tschechen" nicht
fotografieren konnten, war die Sache eigentlich ganz in Ordnung.
Die erste Bekanntschaft mit ÖBB-Bahnpersonal machten wir dann in der Salzburger Lounge. Trotz das zwei ÖBB-Mitarbeiter vor Ort waren, machte keiner von ihnen Anstalten einen Blick auf unseren Fahrschein zu werfen zu wollen. So lies man uns einfach stehen. Als wir dann im Begriff waren uns einen Platz zu suchen, wurde man dann auf uns aufmerksam.
Die zweite Begegnung, immer noch in Salzburg, war dann nur indirekt. Am
Gleis 3 fuhr IC 65 aus München ein und dieser brachte aus München 2 DB
IR-Wagen mit, die ein ÖBB-Mitarbeiter nun hier abschloss. Auf die Fragen
der Einsteigewilligen warum er diese Wagen abschließt, reagierte er
überhaupt nicht, er lies die Leute einfach stehen, würdigte sie keines
Blickes. Die noch am Bahnsteig stehenden Reisenden mussten sich also mit
den anderen 4 ÖBB-Wagen des Zuges begnügen.
Wir benutzten ab Salzburg ÖBB IC 641 mit dem wohlklingenden Namen
"Styriarte Graz". Die Buchstaben "ÖBB" vor der Zuggattung bedeuten dabei,
dass dieser Zug aus modernisierten Wagenmaterial besteht. Alles weitere
ohne nennenswerte Vorfälle.
Die nächsten 3 Wochen verbringen wir also im Salzkammergut. Ich verzichte
darauf über jeden einzelnen Tag zu berichten, sondern beschränke mich auf
die Eigenartigkeiten der Verkehrsunternehmen.
Altmünster ist ein Nachbarort des Hauptortes Gmunden (OÖ). Vielleicht ist
Gmunden aus der Fernsehserie "Schloßhotel Orth" bekannt. Anscheinend ist
man sich auch hier vor Ort nicht im Klaren, ob dieses alte Gemäuer nun
"Orth" oder "Ort" geschrieben wird. Beide Schreibweisen werden auf
Ansichtskarten und ebenso auf Verkehrsschildern angetroffen. Zwischen Orth und Ort, also Gmunden, verkehrt alle 40 min ein Zug. Was heißt Zug, eine
"Gummieisenbahn", also ein Traktor in Dampflokoptik mit 2 Anhängern.
Sehenswert ist die Seilbahn zum Grünberg. In einer von 26 Gondeln geht es
mit 3m pro Sekunde auf den Berg hinauf. Die Seilbahn selbst mutet an als ob
sie noch der Kaiser selbst eröffnet hat. Schließlich wurde seit der
Eröffnung 1957 kaum etwas eröffnet. Nun, der Kaiser war da schon lange tot,
also wurde das nichts mit der Eröffnung :-)
Es ist allerdings ein Erlebnis mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur
Grünbergseilbahn zu fahren, Von Altmünster her ganz besonders. Zwar
verkehrt werktags rund alle 60 min ein Bus ab Altmünster nach Gmunden, am
Samstag hat es derer 6 Fahrten und am Sonntag gar nur 3, allerdings sucht
man eine zentrale Verknüpfungsstelle Bahn/Bus oder Bus/Bus vergebens. Die
Regionalbusse aus Bad Ischl oder Neukirchen über Altmünster halten am
Franz-Josef-Platz in der Nähe der Straßenbahn, die wiederum zum Bahnhof
fährt. Die meisten Busse fahren ab hier weiter zum Busbahnhof an der
Habertstraße. Busbahnhof halte ich allerdings für etwas übertrieben. es hat
lediglich an 2 Haltestellen Platz für 6 Busse gleichzeitig. Weder die 4
Gmundener Stadtbusse noch die Straßenbahnlinie fährt diesen "zentralen"
Punkt an. Einen richtigen Takt sucht man in den Fahrplänen der Regionalbusse ebenfalls vergeblich. Einige Linien haben jedoch einen annähernden Takt, der nicht ganz auf die Minute passt.
Will man also zur Grünberg-Seilbahn fährt man ab Altmünster entweder mit
dem Zug nach Gmunden, dort mit der Straßenbahn zum Franz-Josef-Platz läuft
anschließend zum Rathausplatz und benutzt ab dort den Stadtbus der Linie 4.
Oder man fährt mit dem Bus nach Gmunden, Franz-Josef-Platz, wenn man in
Altmünster die 10 bis 20 min Gehzeit zum Bahnhof scheut.
In Gmunden hat man also ein echtes Problem mit Bahn und Bus! Ach übrigens,
die Sache mit dem Stadtbus ist auch nicht so einfach. Eigentlich fährt er
alle 30 min, ist so erstmal nicht schlecht, aber ... dies gilt nur
für die Linie 1 und 2, über Mittag ist außerdem 1,5h Pause! Die Linie 3
verkehrt stündlich und die Linie 4 auf dem Nordast von 8 bis 17 Uhr
stündlich mit 3h Pause am Mittag und auf dem Südast, also der
Streckenführung, die uns zur Grünberg-Seilbahn bringt, gerade noch 4x am Tag um 8, 10, 14 und 16 Uhr! Außerdem verkehren alle Stadtbuslinien nur bis
Samstagmittag, dann ist Wochenende. Mit Außnahme der Linie 4, die im
Sommer als "Wander- und Badebus" bezeichnet, ab Samstagmittag und den
ganzen Sonntag, alle 60 min fährt. Allerdings nur auf dem Abschnitt
Kirchplatz-Unterm Stein. Eine Verknüpfung mit anderen Regionallinien oder
gar der Straßenbahn sucht man vergebens. Dementsprechend ist auch der
Füllgrad der Busse. In den meisten Fällen gehörte der Mercedes Travego, der
Steyer, der Solaris Urbino oder der Neoplan uns ganz allein.
Eine Information über den Verkehrsverbund Oberösterreich sucht man an allen
Haltestellen vergebens! Und das nicht nur in Gmunden sondern
Landesweit! Auch in der Landeshauptstadt Linz!
Nachdem man in dem Wandergebiet am Grünberg den Weg gefunden hat (die
Beschilderung der Wege lässt überall stellenweise sehr zu wünschen übrig),
kann man vielleicht mit dem Bus ab "Franzl im Holz" wieder nach Gmunden
fahren! Da haben wir aber leider die Rechnung ohne Stern und Haferl
gemacht, denn ab Franzl im Holz fährt nur an Schultagen ein Bus um 7, 13
und 14 Uhr! Die Webadresse von Stern und Haferl ist seit Wochen nicht zu
erreichen!
Interessant zum Busverkehr in dieser Region wäre noch dieses: Die Buslinie
Gmunden-Neukirchen Großalm ist an sich eine feine Sache nur endet diese
Linie an der Großalm im Nichts! Auf der Straße 10 km weiter wäre man in
Steinbach am Attersee und noch einmal 16 km dazu wäre man in Seewalchen am Attersee. Hier hätte man zuerst eine sinnvolle Linie, die ein weiteres
Tourismusgebiet erschließt und zudem noch eine schnelle Verbindung! Mit der
ÖBB kann man von Gmunden nach Seewalchen gar nicht fahren, weil das nur bis Kammer-Schörfling geht und dieses wiederum auch nur 3x am Tag!
Wenn man sich bedenkt, dass es eine Buslinie von Bad Ischl nach Wels gibt,
der immerhin erstens fast paralell zur Bahn fährt und zweitens rund 2,5h
unterwegs ist, dann wäre die Linie Gmunden-Seewalchen der absolute Hit!
Aber nun genug vom Bus, kommen wir zu Bahn. Die Salzkammergutbahn an sich ist eine feine Sache. Im Gegensatz zu anderen Bahnen, ist hier noch richtig Eisenbahn! Da hat es mechanische Stellwerke mit handbedienten Schranken (Altmünster) ebenso, wie ortsbediente, schlüsselabhänge Weichen (Bad Aussee) oder Kurswagenverbindungen in die Hauptstadt Wien.
Die Pünktlichkeit lässt stellenweise etwas zu wünschen übrig, Verspätungen
von um die 10 min sind an der Tagesordnung, jedoch gefährdet das in der Regel keinerlei Anschlüsse, da es diese nicht gibt! Abgesehen von Steeg-Gosau, wo Busanschluss nach Hallstatt und/oder zum Gosausee besteht. Zug 3427 Stainach Irdning-Attnang Puchheim hat definitiv für diese Fahrplanlage das falsche Wagenmatierial. Gefahren wird hier mit 4 ÖBB-IC Wagen, gelegentlich auch mit einem DB IR-Wagen statt einem ÖBB IC-Wagen. Ab Attnang Puchheim wird dieser Zug als IC 647 "Dommuseum Wien Rudolf der Stifter" nach Wien weitergeführt. Durch eine Berufsschule in Bad Ischl bricht hier so ziemlich jeden Tag das Chaos aus.
Die REX (Linz-) Attnang Puchheim-Stainach Irdning verkehren mit
"Talent"-Triebwagen, bis auf eben zwei Ausnahmen, bei denen erstens die
IC-Garnitur und zweitens eine City-Shuttle Garnitur zum Einsatz kommt. Die
R-Züge nach Obertraun verkehren Mo-Fr mit City-Shuttle Garnituren, am
Wochenende teilweise mit Talent.
Interessant ist der Betrieb der R-Züge zwischen Obertraun Dachsteinhöhlen
und Obertraun Koppenbrüllerhöhle. Hier werden die Zugfahrten als Sperrfahrt
auf Ersatzsignal durchgeführt. Der nächste bediente Bahnhof wäre wieder das
rund 10 km entfernte Bad Aussee im Bundesland Steiermark. Dazwischen gibt
es, soweit ich das beobachten konnte, keine Kreuzungs- und
Blockmöglichkeit!
Bei großer Verspätung der Züge aus Attnang, werden diese an den
Dachsteinhölen gewendet, der Rest bis zur Koppenbrüllerhöhle wird im SEV
mit einem Kleinbus gefahren, so wie es bei uns der Fall war.
Der Bahnhofsname Obertraun Dachsteinhöhle ist etwas verwirrend, denn zur
Talstation der Dachsteinhöhlenseilbahn sind es von hier noch gut 4km zu
laufen. Besser man fährt mit dem Zug bis Steeg Gosau und benutzt ab dort
den Bus direkt bis zur Talstation der Seilbahn.
Auch sollte man nicht den Fehler machen an den Dachsteinhöhlen auszusteigen um zur Koppenbrüllerhähle zu laufen und sich dabei wohlmöglich noch an der Beschilderung zu orientieren! Tut man dies werde aus geplanten 4 km ganz schnell 10 km! Wir haben fast 3 Stunden für diesen Weg benötigt.
Gleiches gilt für den Wanderweg von Obertraun Koppenbrüllerhöhle nach Bad
Aussee. Laut Wegweiser sind dies 2:40h. Nach 15 min Weg trifft man auf den
Höhleneingang zur Koppenbrüllerhöhle und auf ein Wanderschild welches uns
sagt, dass es nach Bad Aussee 2:45h sind! Im weiteren Verlauf trifft man
auf eine Jausenstation an der ein Schild verrät, dass man die Hälfte des
Weges geschafft hätte. Bad Aussee Bahnhof ist hier mit 1h geschildert!
Effektiv haben wir für diesen Weg, abzüglich der halben Stunde Mittagspause
und 10 min Wartezeit an einem Fotostandpunkt von 11:15 bis 16 Uhr direkt
bis Bad Aussee benötigt. Der Bahnhof Aussee und der Ort selbst liegen
nochmals 20 min auseinander! Aus 2:45h sind also fast 4h geworden,
abzüglich Pausen sind wir immernoch bei rund 3,5h. Lustigerweise benötigt
man laut Beschilderung in der Gegenrichtung 3h! Etwas unlogisch sind sie
also teilweise schon die Schilder!
Aber zurück zur Bahn. Ein Erlebnis ist ebenfalls eine Fahrt mit Stern und
Haferl von Gmunden nach Lambach. Ersteinmal sollte man nicht auf eine
Beschilderung nach dem Seebahnhof in Gmunden hoffen. Man findet zwar eine
Beschilderung zu einem Arzt für Frauenheilkunde, einen Zahnarzt, einer
Tankstelle und so diverser anderer Sachen, aber Seebahnhof? Fehlanzeige!
Wenn man ihn dann gefunden hat, steht man vor einem verschlossenem , halb
verfallenem Gebäude, einem ebenso verfallenem Bahnsteig und man denkt
eigentlich gar nicht daran, dass hier noch Züge fahren sollen. Der
aushängene Fahrplan, den man trotz das er nicht hinter Glas hängt noch
lesen kann, behauptet aber, rund alle 60 werktags und immerhin noch
annähernd alle 2h am Wochenende würde hier ein Zug fahren. Und tatsächlich,
es fährt auch einer. Ein netter kleiner Triebwagen, der seine Herkunft aus
der Schweiz nicht verleugnen kann. Ein Fabrikschild habe ich leider nicht
gefunden.
Also ab geht die Reise, über Gleise auf denen bei uns schon lange keine
Züge mehr fahren würden. Der kleine Triebwagen schaukelt zwar wie ein
Schaukelpferd, aber er bleibt schön brav auf diesen zwei Metallschienen!
In Kirchham Ort hieß es dann "Endstation-Alles aussteigen, ab hier ist
Schienenersatz!" Weder am Bahnhof noch im Zug gab es eine Information
darüber. Der Lokiführer schloß schön seinen Triebwagen ab, sicherte ihn und
wir bestiegen alle einen VW-Bus der auch schon bessere Tage hatte! Mit
diesem Gefährt und dem Lokiführer als Busfahrer ging es dann nach
Vorchdorf. Hier durfte wieder auf den Zug umgestiegen werden. Umgestiegen
werden müsste sowieso, da die Strecke bis hier schmalspurig und im weiteren
Verlauf bis Lambach normalspurig ist. Ein ebenso alter Triebwagen wie
vorher, brachte uns weiter nach Lambach.
Während 30 min Aufenthalt hier, weil halt, wie schon gesagt, die Anschlüsse
unter den Verkehrsmitteln doch nicht das Wahre sind, gab es schnell ein
Kilo Erdbeeren frisch vom Feld. Gekaufte natürlich, nicht selbst
gepflückte! Währenddessen konnten wir noch die Rangierarbeiten mit einem
Güterzug und zwei "Herkules" beobachten, die sich alsbald auf die Reise
nach Steyrermühl machten. Diese ÖBB-Strecke wird nur noch im Güterverkehr
betrieben und ging einst ebenfalls bis Gmunden Seebahnhof, weswegen dort
auch noch das ÖBB-Logo am Gebäude prangt.
Wir setzten unserer Fahrt nach Linz fort um dort die neue Pöstlingbergbahn
zu testen. Ehrlich gesagt bin ich von dieser Bahn mehr als enttäuscht.
Erstens sind die Fahrzeuge viel zu klein dimensioniert, für beide
Fahrtrichtungen gab es für die meisten Fahrgäste nur einen Stehplatz. Und
mit einem Sondertarif von 5,80 EUR ist sie sehr heftig! Eine Information an
den Automaten, dass es eine Tageskarte Linz mit Pöstlingbergbahn gibt
fehlt. Außerdem verkaufen die meisten Automaten diese Karten gar nicht, so
das wir hier erst eine Tageskarte Linz kauften und anschließend noch eine
Fahrkarte für den Pöstlingberg. Im Übrigen nehmen alle Automaten, außer den neuen der Pöstlingbergbahn, nur Münzgeld!
Zurück am Bahnhof konnten wir noch etwas den Betrieb beobachten und ich
muss sagen, bei den ÖBB wird noch fast überall richtig Eisenbahn gespielt.
Was hier von Wendzügen an Loks weggestellt und wieder zugestellt werden ist
eine wahre Freude. Innerhalb von 45 min konnten wir 3 Lokwechsel und 4
Parktauschs beobachten!
Auch interessant die Fahrt von Gmunden über Grünau im Almtal nach Wels. Den Bus hatten wir wie immer, bis auf kurze Strecken für uns allein, ebenso
anschließend den Zug, bestehend aus zwei Triebwagen. Interessant auch der
Fahrplan der Strecke, kein einziger Zug fährt mit einem anderen im Takt,
jede Zugfahrt hat eine exakt andere Fahrplanlage! Anschlüsse in Wels an die
Westbahn gibt es dabei im Zeitraum von 3 min bis 15 min!
Oder die Fahrt mit der Schafbergbahn! Ich hoffe, dass man in Österreich
mittlerweile bereut hat die Strecke Bad Ischl-Salzburg abzubauen.
Stattdessen fährt man heute Bus. Richtig! Wieder allein im Bus, bis auf
zwei Omas, die den Taschen nach zu urteilen, vom Einkaufen kamen. Ich
dachte, das wenigstens auf dieser touristischen Strecke mehr im Bus los
wäre.
Die Schafbergbahn selbst ist schon interessant, allerdings habe ich noch
nie auf einer Bergbahn eine Platzkarte benötigt! Seltsam, seltsam!
So haben wir also 3 Wochen Urlaub auch rumgebracht. Alles in allem ist es
recht nett in Österreich, aber in Sachen ÖPV haben sie noch viel zu lernen!
So sind zum Beispiel Ansagen in Zügen und Bussen wahrer Luxus!
Die Rückreise traten wir dann am Samstag 06.06.09 an. Zuerst ging es mit dem Talent nach Attnang-Puchheim, von dort mit einem IC nach Salzburg. Vor dem IC hätte sollen noch ein Nahverkehrszug nach Salzburg fahren, wo der abgeblieben ist, weiß ich nicht. Zur planmäßigen Abfahrtszeit um 10:52 in Attnang erschien er nicht, auch nicht bis 10 min später zur Abfahrt des IC. Eine Ansage über den Verbleib des Regiozuges kam nicht und auch die Anzeige wurde einfach auf den IC geändert.
Ab Salzburg benutzten wir RJ 60, der am Wagenstandanzeiger mit einer Doppelgarnitur geschildert ist, aus der der Zug selbstverständlich NICHT bestand. So durften wir, und einige andere Fahrgäste die 150m von unserem, vermeintlich richtigen Standplatz, wieder nach Hinten laufen. Ein älterer Herr sprach den "Aufsichtsmitarbeiter" darauf an und konnte ihm lediglich ein Schulterzucken entlocken. So richtig interessiert war er an dem Problem des Herren nicht, was man an seinem deutlichen Gesichtsausdruck und seinem Desinteresse sehr gut erkennen konnte. Um auf das Buch vom Anfang zurück zu kommen. Hier lautet eine Textstelle sinngemäß so "Jeder Fahrgast weiß was er will und weiß er nicht Bescheid hat sich halt im Vorfeld der Reise schlecht informiert, wozu also Fragen fragen?". Genau diesen Eindruck hatten wir, zumindest bei den ÖBBlern in Salzburg bei zwei Besuchen genau zweimal!
Der hoch angepriesene Superzug der ÖBB entpuppte sich ebenfalls als Servicewüste. Weder wurden bei uns in der 1. Klasse die kostenlosen Zeitungen verteilt, noch wurden wir nach einem Wunsch aus dem Bistro gefragt. Und das in 1:28h Fahrzeit. An unseren 1. Klass Plätzen im Abteil direkt hinter dem Bistro kann es aber nicht gelegen haben, denn ich gehe davon aus, dass der Service an ALLEN Plätzen in der 1. Klasse stattfindet!
Fazit: In vielen Teilen ist die ÖBB noch die gute alte Bahn, was den Eisenbahner in Bezug auf Fahrzeugvielfalt und Farbvarianten freut, andererseits ist sie aber irgendwo zwischen 1970 und 1980 hängen geblieben!
Gruß Jens
machten, dachten wir, probieren wir es dieses Jahr doch mal mit Österreich.
Ein fataler Fehler, könnte man meinen, was man so im Vorfeld der
Reiseplanungen und dem Kontakt mit den Einheimischen erleben musste.
Kurz, die Art und Weiße des Benehmens einiger Mitglieder eines
österreichischen Bahnforums spiegelt in keinster Weiße das typische
Verhalten der "Eingeborenen" wider. Ich würde es eher als "die schlechtere
Seite dieser Menschen" dort bezeichnen. Abgesehen von dem einen oder
anderen Bahnbediensteten, waren die Erfahrungen mit den Leuten dort
durchweg positiv.
Wer ein erstes mal nach Österreich reist, dem empfehle ich im Vorfeld
unbedingt das Buch "Eine Gebrauchsanweisung für Österreich" zu lesen.
Vieles, nicht alles, trifft haargenau so zu wie es in dem Buch beschrieben
wurde/wird. Beispiel Eisenbahn:
Unsere Reise begann am 16.06.09 in Stuttgart und unsere Fahrt führte uns
via München und Salzburg sowie Attnang-Puchheim nach Altmünster am
Traunsee. Abgesehen davon, dass ich noch Brezeln für die Fahrt besorgen
musste und dadurch schier die Eisenbahn verpasst hätte, weil der Kollege
mit seiner S-Bahn eine Minute zu früh abfuhr und wir wegen unserer
Verspätung des EC 317 Saarbrücken-Graz in Salzburg den "Tschechen" nicht
fotografieren konnten, war die Sache eigentlich ganz in Ordnung.
Die erste Bekanntschaft mit ÖBB-Bahnpersonal machten wir dann in der Salzburger Lounge. Trotz das zwei ÖBB-Mitarbeiter vor Ort waren, machte keiner von ihnen Anstalten einen Blick auf unseren Fahrschein zu werfen zu wollen. So lies man uns einfach stehen. Als wir dann im Begriff waren uns einen Platz zu suchen, wurde man dann auf uns aufmerksam.
Die zweite Begegnung, immer noch in Salzburg, war dann nur indirekt. Am
Gleis 3 fuhr IC 65 aus München ein und dieser brachte aus München 2 DB
IR-Wagen mit, die ein ÖBB-Mitarbeiter nun hier abschloss. Auf die Fragen
der Einsteigewilligen warum er diese Wagen abschließt, reagierte er
überhaupt nicht, er lies die Leute einfach stehen, würdigte sie keines
Blickes. Die noch am Bahnsteig stehenden Reisenden mussten sich also mit
den anderen 4 ÖBB-Wagen des Zuges begnügen.
Wir benutzten ab Salzburg ÖBB IC 641 mit dem wohlklingenden Namen
"Styriarte Graz". Die Buchstaben "ÖBB" vor der Zuggattung bedeuten dabei,
dass dieser Zug aus modernisierten Wagenmaterial besteht. Alles weitere
ohne nennenswerte Vorfälle.
Die nächsten 3 Wochen verbringen wir also im Salzkammergut. Ich verzichte
darauf über jeden einzelnen Tag zu berichten, sondern beschränke mich auf
die Eigenartigkeiten der Verkehrsunternehmen.
Altmünster ist ein Nachbarort des Hauptortes Gmunden (OÖ). Vielleicht ist
Gmunden aus der Fernsehserie "Schloßhotel Orth" bekannt. Anscheinend ist
man sich auch hier vor Ort nicht im Klaren, ob dieses alte Gemäuer nun
"Orth" oder "Ort" geschrieben wird. Beide Schreibweisen werden auf
Ansichtskarten und ebenso auf Verkehrsschildern angetroffen. Zwischen Orth und Ort, also Gmunden, verkehrt alle 40 min ein Zug. Was heißt Zug, eine
"Gummieisenbahn", also ein Traktor in Dampflokoptik mit 2 Anhängern.
Sehenswert ist die Seilbahn zum Grünberg. In einer von 26 Gondeln geht es
mit 3m pro Sekunde auf den Berg hinauf. Die Seilbahn selbst mutet an als ob
sie noch der Kaiser selbst eröffnet hat. Schließlich wurde seit der
Eröffnung 1957 kaum etwas eröffnet. Nun, der Kaiser war da schon lange tot,
also wurde das nichts mit der Eröffnung :-)
Es ist allerdings ein Erlebnis mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur
Grünbergseilbahn zu fahren, Von Altmünster her ganz besonders. Zwar
verkehrt werktags rund alle 60 min ein Bus ab Altmünster nach Gmunden, am
Samstag hat es derer 6 Fahrten und am Sonntag gar nur 3, allerdings sucht
man eine zentrale Verknüpfungsstelle Bahn/Bus oder Bus/Bus vergebens. Die
Regionalbusse aus Bad Ischl oder Neukirchen über Altmünster halten am
Franz-Josef-Platz in der Nähe der Straßenbahn, die wiederum zum Bahnhof
fährt. Die meisten Busse fahren ab hier weiter zum Busbahnhof an der
Habertstraße. Busbahnhof halte ich allerdings für etwas übertrieben. es hat
lediglich an 2 Haltestellen Platz für 6 Busse gleichzeitig. Weder die 4
Gmundener Stadtbusse noch die Straßenbahnlinie fährt diesen "zentralen"
Punkt an. Einen richtigen Takt sucht man in den Fahrplänen der Regionalbusse ebenfalls vergeblich. Einige Linien haben jedoch einen annähernden Takt, der nicht ganz auf die Minute passt.
Will man also zur Grünberg-Seilbahn fährt man ab Altmünster entweder mit
dem Zug nach Gmunden, dort mit der Straßenbahn zum Franz-Josef-Platz läuft
anschließend zum Rathausplatz und benutzt ab dort den Stadtbus der Linie 4.
Oder man fährt mit dem Bus nach Gmunden, Franz-Josef-Platz, wenn man in
Altmünster die 10 bis 20 min Gehzeit zum Bahnhof scheut.
In Gmunden hat man also ein echtes Problem mit Bahn und Bus! Ach übrigens,
die Sache mit dem Stadtbus ist auch nicht so einfach. Eigentlich fährt er
alle 30 min, ist so erstmal nicht schlecht, aber ... dies gilt nur
für die Linie 1 und 2, über Mittag ist außerdem 1,5h Pause! Die Linie 3
verkehrt stündlich und die Linie 4 auf dem Nordast von 8 bis 17 Uhr
stündlich mit 3h Pause am Mittag und auf dem Südast, also der
Streckenführung, die uns zur Grünberg-Seilbahn bringt, gerade noch 4x am Tag um 8, 10, 14 und 16 Uhr! Außerdem verkehren alle Stadtbuslinien nur bis
Samstagmittag, dann ist Wochenende. Mit Außnahme der Linie 4, die im
Sommer als "Wander- und Badebus" bezeichnet, ab Samstagmittag und den
ganzen Sonntag, alle 60 min fährt. Allerdings nur auf dem Abschnitt
Kirchplatz-Unterm Stein. Eine Verknüpfung mit anderen Regionallinien oder
gar der Straßenbahn sucht man vergebens. Dementsprechend ist auch der
Füllgrad der Busse. In den meisten Fällen gehörte der Mercedes Travego, der
Steyer, der Solaris Urbino oder der Neoplan uns ganz allein.
Eine Information über den Verkehrsverbund Oberösterreich sucht man an allen
Haltestellen vergebens! Und das nicht nur in Gmunden sondern
Landesweit! Auch in der Landeshauptstadt Linz!
Nachdem man in dem Wandergebiet am Grünberg den Weg gefunden hat (die
Beschilderung der Wege lässt überall stellenweise sehr zu wünschen übrig),
kann man vielleicht mit dem Bus ab "Franzl im Holz" wieder nach Gmunden
fahren! Da haben wir aber leider die Rechnung ohne Stern und Haferl
gemacht, denn ab Franzl im Holz fährt nur an Schultagen ein Bus um 7, 13
und 14 Uhr! Die Webadresse von Stern und Haferl ist seit Wochen nicht zu
erreichen!
Interessant zum Busverkehr in dieser Region wäre noch dieses: Die Buslinie
Gmunden-Neukirchen Großalm ist an sich eine feine Sache nur endet diese
Linie an der Großalm im Nichts! Auf der Straße 10 km weiter wäre man in
Steinbach am Attersee und noch einmal 16 km dazu wäre man in Seewalchen am Attersee. Hier hätte man zuerst eine sinnvolle Linie, die ein weiteres
Tourismusgebiet erschließt und zudem noch eine schnelle Verbindung! Mit der
ÖBB kann man von Gmunden nach Seewalchen gar nicht fahren, weil das nur bis Kammer-Schörfling geht und dieses wiederum auch nur 3x am Tag!
Wenn man sich bedenkt, dass es eine Buslinie von Bad Ischl nach Wels gibt,
der immerhin erstens fast paralell zur Bahn fährt und zweitens rund 2,5h
unterwegs ist, dann wäre die Linie Gmunden-Seewalchen der absolute Hit!
Aber nun genug vom Bus, kommen wir zu Bahn. Die Salzkammergutbahn an sich ist eine feine Sache. Im Gegensatz zu anderen Bahnen, ist hier noch richtig Eisenbahn! Da hat es mechanische Stellwerke mit handbedienten Schranken (Altmünster) ebenso, wie ortsbediente, schlüsselabhänge Weichen (Bad Aussee) oder Kurswagenverbindungen in die Hauptstadt Wien.
Die Pünktlichkeit lässt stellenweise etwas zu wünschen übrig, Verspätungen
von um die 10 min sind an der Tagesordnung, jedoch gefährdet das in der Regel keinerlei Anschlüsse, da es diese nicht gibt! Abgesehen von Steeg-Gosau, wo Busanschluss nach Hallstatt und/oder zum Gosausee besteht. Zug 3427 Stainach Irdning-Attnang Puchheim hat definitiv für diese Fahrplanlage das falsche Wagenmatierial. Gefahren wird hier mit 4 ÖBB-IC Wagen, gelegentlich auch mit einem DB IR-Wagen statt einem ÖBB IC-Wagen. Ab Attnang Puchheim wird dieser Zug als IC 647 "Dommuseum Wien Rudolf der Stifter" nach Wien weitergeführt. Durch eine Berufsschule in Bad Ischl bricht hier so ziemlich jeden Tag das Chaos aus.
Die REX (Linz-) Attnang Puchheim-Stainach Irdning verkehren mit
"Talent"-Triebwagen, bis auf eben zwei Ausnahmen, bei denen erstens die
IC-Garnitur und zweitens eine City-Shuttle Garnitur zum Einsatz kommt. Die
R-Züge nach Obertraun verkehren Mo-Fr mit City-Shuttle Garnituren, am
Wochenende teilweise mit Talent.
Interessant ist der Betrieb der R-Züge zwischen Obertraun Dachsteinhöhlen
und Obertraun Koppenbrüllerhöhle. Hier werden die Zugfahrten als Sperrfahrt
auf Ersatzsignal durchgeführt. Der nächste bediente Bahnhof wäre wieder das
rund 10 km entfernte Bad Aussee im Bundesland Steiermark. Dazwischen gibt
es, soweit ich das beobachten konnte, keine Kreuzungs- und
Blockmöglichkeit!
Bei großer Verspätung der Züge aus Attnang, werden diese an den
Dachsteinhölen gewendet, der Rest bis zur Koppenbrüllerhöhle wird im SEV
mit einem Kleinbus gefahren, so wie es bei uns der Fall war.
Der Bahnhofsname Obertraun Dachsteinhöhle ist etwas verwirrend, denn zur
Talstation der Dachsteinhöhlenseilbahn sind es von hier noch gut 4km zu
laufen. Besser man fährt mit dem Zug bis Steeg Gosau und benutzt ab dort
den Bus direkt bis zur Talstation der Seilbahn.
Auch sollte man nicht den Fehler machen an den Dachsteinhöhlen auszusteigen um zur Koppenbrüllerhähle zu laufen und sich dabei wohlmöglich noch an der Beschilderung zu orientieren! Tut man dies werde aus geplanten 4 km ganz schnell 10 km! Wir haben fast 3 Stunden für diesen Weg benötigt.
Gleiches gilt für den Wanderweg von Obertraun Koppenbrüllerhöhle nach Bad
Aussee. Laut Wegweiser sind dies 2:40h. Nach 15 min Weg trifft man auf den
Höhleneingang zur Koppenbrüllerhöhle und auf ein Wanderschild welches uns
sagt, dass es nach Bad Aussee 2:45h sind! Im weiteren Verlauf trifft man
auf eine Jausenstation an der ein Schild verrät, dass man die Hälfte des
Weges geschafft hätte. Bad Aussee Bahnhof ist hier mit 1h geschildert!
Effektiv haben wir für diesen Weg, abzüglich der halben Stunde Mittagspause
und 10 min Wartezeit an einem Fotostandpunkt von 11:15 bis 16 Uhr direkt
bis Bad Aussee benötigt. Der Bahnhof Aussee und der Ort selbst liegen
nochmals 20 min auseinander! Aus 2:45h sind also fast 4h geworden,
abzüglich Pausen sind wir immernoch bei rund 3,5h. Lustigerweise benötigt
man laut Beschilderung in der Gegenrichtung 3h! Etwas unlogisch sind sie
also teilweise schon die Schilder!
Aber zurück zur Bahn. Ein Erlebnis ist ebenfalls eine Fahrt mit Stern und
Haferl von Gmunden nach Lambach. Ersteinmal sollte man nicht auf eine
Beschilderung nach dem Seebahnhof in Gmunden hoffen. Man findet zwar eine
Beschilderung zu einem Arzt für Frauenheilkunde, einen Zahnarzt, einer
Tankstelle und so diverser anderer Sachen, aber Seebahnhof? Fehlanzeige!
Wenn man ihn dann gefunden hat, steht man vor einem verschlossenem , halb
verfallenem Gebäude, einem ebenso verfallenem Bahnsteig und man denkt
eigentlich gar nicht daran, dass hier noch Züge fahren sollen. Der
aushängene Fahrplan, den man trotz das er nicht hinter Glas hängt noch
lesen kann, behauptet aber, rund alle 60 werktags und immerhin noch
annähernd alle 2h am Wochenende würde hier ein Zug fahren. Und tatsächlich,
es fährt auch einer. Ein netter kleiner Triebwagen, der seine Herkunft aus
der Schweiz nicht verleugnen kann. Ein Fabrikschild habe ich leider nicht
gefunden.
Also ab geht die Reise, über Gleise auf denen bei uns schon lange keine
Züge mehr fahren würden. Der kleine Triebwagen schaukelt zwar wie ein
Schaukelpferd, aber er bleibt schön brav auf diesen zwei Metallschienen!
In Kirchham Ort hieß es dann "Endstation-Alles aussteigen, ab hier ist
Schienenersatz!" Weder am Bahnhof noch im Zug gab es eine Information
darüber. Der Lokiführer schloß schön seinen Triebwagen ab, sicherte ihn und
wir bestiegen alle einen VW-Bus der auch schon bessere Tage hatte! Mit
diesem Gefährt und dem Lokiführer als Busfahrer ging es dann nach
Vorchdorf. Hier durfte wieder auf den Zug umgestiegen werden. Umgestiegen
werden müsste sowieso, da die Strecke bis hier schmalspurig und im weiteren
Verlauf bis Lambach normalspurig ist. Ein ebenso alter Triebwagen wie
vorher, brachte uns weiter nach Lambach.
Während 30 min Aufenthalt hier, weil halt, wie schon gesagt, die Anschlüsse
unter den Verkehrsmitteln doch nicht das Wahre sind, gab es schnell ein
Kilo Erdbeeren frisch vom Feld. Gekaufte natürlich, nicht selbst
gepflückte! Währenddessen konnten wir noch die Rangierarbeiten mit einem
Güterzug und zwei "Herkules" beobachten, die sich alsbald auf die Reise
nach Steyrermühl machten. Diese ÖBB-Strecke wird nur noch im Güterverkehr
betrieben und ging einst ebenfalls bis Gmunden Seebahnhof, weswegen dort
auch noch das ÖBB-Logo am Gebäude prangt.
Wir setzten unserer Fahrt nach Linz fort um dort die neue Pöstlingbergbahn
zu testen. Ehrlich gesagt bin ich von dieser Bahn mehr als enttäuscht.
Erstens sind die Fahrzeuge viel zu klein dimensioniert, für beide
Fahrtrichtungen gab es für die meisten Fahrgäste nur einen Stehplatz. Und
mit einem Sondertarif von 5,80 EUR ist sie sehr heftig! Eine Information an
den Automaten, dass es eine Tageskarte Linz mit Pöstlingbergbahn gibt
fehlt. Außerdem verkaufen die meisten Automaten diese Karten gar nicht, so
das wir hier erst eine Tageskarte Linz kauften und anschließend noch eine
Fahrkarte für den Pöstlingberg. Im Übrigen nehmen alle Automaten, außer den neuen der Pöstlingbergbahn, nur Münzgeld!
Zurück am Bahnhof konnten wir noch etwas den Betrieb beobachten und ich
muss sagen, bei den ÖBB wird noch fast überall richtig Eisenbahn gespielt.
Was hier von Wendzügen an Loks weggestellt und wieder zugestellt werden ist
eine wahre Freude. Innerhalb von 45 min konnten wir 3 Lokwechsel und 4
Parktauschs beobachten!
Auch interessant die Fahrt von Gmunden über Grünau im Almtal nach Wels. Den Bus hatten wir wie immer, bis auf kurze Strecken für uns allein, ebenso
anschließend den Zug, bestehend aus zwei Triebwagen. Interessant auch der
Fahrplan der Strecke, kein einziger Zug fährt mit einem anderen im Takt,
jede Zugfahrt hat eine exakt andere Fahrplanlage! Anschlüsse in Wels an die
Westbahn gibt es dabei im Zeitraum von 3 min bis 15 min!
Oder die Fahrt mit der Schafbergbahn! Ich hoffe, dass man in Österreich
mittlerweile bereut hat die Strecke Bad Ischl-Salzburg abzubauen.
Stattdessen fährt man heute Bus. Richtig! Wieder allein im Bus, bis auf
zwei Omas, die den Taschen nach zu urteilen, vom Einkaufen kamen. Ich
dachte, das wenigstens auf dieser touristischen Strecke mehr im Bus los
wäre.
Die Schafbergbahn selbst ist schon interessant, allerdings habe ich noch
nie auf einer Bergbahn eine Platzkarte benötigt! Seltsam, seltsam!
So haben wir also 3 Wochen Urlaub auch rumgebracht. Alles in allem ist es
recht nett in Österreich, aber in Sachen ÖPV haben sie noch viel zu lernen!
So sind zum Beispiel Ansagen in Zügen und Bussen wahrer Luxus!
Die Rückreise traten wir dann am Samstag 06.06.09 an. Zuerst ging es mit dem Talent nach Attnang-Puchheim, von dort mit einem IC nach Salzburg. Vor dem IC hätte sollen noch ein Nahverkehrszug nach Salzburg fahren, wo der abgeblieben ist, weiß ich nicht. Zur planmäßigen Abfahrtszeit um 10:52 in Attnang erschien er nicht, auch nicht bis 10 min später zur Abfahrt des IC. Eine Ansage über den Verbleib des Regiozuges kam nicht und auch die Anzeige wurde einfach auf den IC geändert.
Ab Salzburg benutzten wir RJ 60, der am Wagenstandanzeiger mit einer Doppelgarnitur geschildert ist, aus der der Zug selbstverständlich NICHT bestand. So durften wir, und einige andere Fahrgäste die 150m von unserem, vermeintlich richtigen Standplatz, wieder nach Hinten laufen. Ein älterer Herr sprach den "Aufsichtsmitarbeiter" darauf an und konnte ihm lediglich ein Schulterzucken entlocken. So richtig interessiert war er an dem Problem des Herren nicht, was man an seinem deutlichen Gesichtsausdruck und seinem Desinteresse sehr gut erkennen konnte. Um auf das Buch vom Anfang zurück zu kommen. Hier lautet eine Textstelle sinngemäß so "Jeder Fahrgast weiß was er will und weiß er nicht Bescheid hat sich halt im Vorfeld der Reise schlecht informiert, wozu also Fragen fragen?". Genau diesen Eindruck hatten wir, zumindest bei den ÖBBlern in Salzburg bei zwei Besuchen genau zweimal!
Der hoch angepriesene Superzug der ÖBB entpuppte sich ebenfalls als Servicewüste. Weder wurden bei uns in der 1. Klasse die kostenlosen Zeitungen verteilt, noch wurden wir nach einem Wunsch aus dem Bistro gefragt. Und das in 1:28h Fahrzeit. An unseren 1. Klass Plätzen im Abteil direkt hinter dem Bistro kann es aber nicht gelegen haben, denn ich gehe davon aus, dass der Service an ALLEN Plätzen in der 1. Klasse stattfindet!
Fazit: In vielen Teilen ist die ÖBB noch die gute alte Bahn, was den Eisenbahner in Bezug auf Fahrzeugvielfalt und Farbvarianten freut, andererseits ist sie aber irgendwo zwischen 1970 und 1980 hängen geblieben!
Gruß Jens