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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Hinweis] Integrierter Taktfahrplan U-Bahn Berlin



DIXI MEISTER
24.05.2009, 15:50
In einem Beitrag des letzten PM-Magazins fand ich folgenden Beitrag und interressanten Film!

http://www.pm-magazin.de/de/heftartikel/druck_artikel.asp?artikelid=3659


http://www.math.tu-berlin.de/~stiller/fotos/bvg/B5_de.mp4 (http://www.math.tu-berlin.de/%7Estiller/fotos/bvg/B5_de.mp4)

Taktfahrpläne sind ja seit einiger Zeit in Deutschland schon in größerem Ausmass vorzufinden.
Integrierte Taktfahrpläne lassen sich aber auf Grund ihrer Komplexität nur in regional eng begränzten Räumen realisieren.
Der Film zeigt eindrucksvoll welcher gewaltige Aufwand hierfür betrieben werden muss!
Integrierter Taktfahrplan heißt: An allen Umsteigbahnhöfen ohne Wartezeit in alle Richtungen umsteigen können.
Das man dafür auch Hochleistungsrechner einer Universität einsetzt, bzw. mit einer solchen zusammenarbeitet war mir bis jetzt nicht bekannt.

AOG
25.05.2009, 19:50
Ein interessanter Bericht.

Leider ist so etwas nur in einem "geschlossenen" System wie einer U-Bahn möglich. Straßen- und Stadtbahnen, die sich den Verkehrsraum mit Autos, Fußgängern und Radfahrern teilen müssen, werden durch diese allzu häufig ausgebremst.

Schotter
25.05.2009, 20:19
Bei den Hochbahn Bussen in Hamburg läuft das so das die Busse GPS überwacht sind und ein ständiger Daten Abgleich mit dem Bus, Fahrplan, Haltestelle und Rechner erfolgt. Ist da jetzt der Nachtbus 662 nach Langenhorn unterwegs mit Halt am Mundsburg so erscheint beim Fahrer eine Meldung im Display das er "warten auf Anschluss" soll. Bei der U-Bahn ist das auch zu Beobachten an der Haltestelle Borgweg. Dort wartet die Bahn auf den Bus Anschluss nach Meldung an den U-Bahn Fahrer

Blockwärter
25.05.2009, 21:26
Integrierte Taktfahrpläne lassen sich aber auf Grund ihrer Komplexität nur in regional eng begränzten Räumen realisieren.
.
Solche regional begränzten Räume wie die Schweiz oder der 3-Löwen-Takt in Baden-Württemberg.
Soweit mit bekannt handelt es sich bei beiden um integrierte Taktfahrpläne und die Bereiche sind nicht gerade klein.

DIXI MEISTER
26.05.2009, 18:25
Ein wenig fürs Verständnis:

Taktfahrplan:

Züge einer Linie/eines Produktes verkehren auf Umsteigebahnhöfen immer zur gleichen Zeit.
Z.B. bei Stundentakt 7:23 Uhr, 8:23 Uhr, 9:23, ........
Kommt jetzt ein Zug einer anderen Linie/anderes Produkt im Stundentakt Minute 24 auf diesem Bahnhof an, so beträgt die Wartezeit für den Reisenden 59 Minuten um auf die andere Linie/Produkt umsteigen zu können. Die Bahnreise wird für den Kunden unattraktiv. Der Vorteil liegt hier nur dabei, dass der Kunde weiß, wann ein Zug seiner Linie/Produkt abfährt......immer zur Taktzeit.
Muss der Kunde mehrere Linien benutzen, um von A nach B zu kommen, so verlängert sich die Gesamtreisezeit um die jeweilige Wartezeit beim Umsteigen. Der Vorteil schneller Züge kann damit zunichte gemacht werden und der Kunde wird evtl. andere Verkehrsmittel benutzen.
Um dem entgegenzuwirken wurde das Konzept des Integralen Taktfahrplans entwickelt. Fahren aber gerade keine Züge ein/aus, wird die teure Infrastruktur nicht genutzt

Integraler Taktfahrplan:

Alle Züge der einzelnen Linien verkehren weiterhin im Takt, kommen aber auf den einzelnen Umsteigeknoten zur gleichen Zeit an und fahren dann wieder nach der Zeit, welche zum Umsteigen benötigt wird, gleichzeitig wieder in alle Richtungen ab. Das Problem besteht darin, dass die Entfernung der einzelnen Umsteigeknoten unterschiedlich ist und die Züge der einzelnen Linien oder Produkte verschiedene Geschwindigkeiten fahren. Auch ist dafür eine entsprechende Infrastruktur nötig, z.B. ausreichende Anzahl an Bahnsteigen, Rolltreppen, Unter/Überführungen, Einfahr/Ausfahrgleise, usw. Und dies an allen Umsteigeknoten, da die Umsteigezeit ja auch relativ kurz sein soll. Kurzfristig ist dies nur in territorial eng begrenzten Netzen möglich. Das Konzept eignet sich vorerst nur im ÖPNV. Hier können aber auch andere Vekehrsträger z.B. Tram, Bus, U-Bahn einbezogen werden. Der Vorteil besteht darin, dass sich die Gesamtreisezeit von A nach B deutlich verringert, und somit Kunden gehalten bzw. neue dazugewonnen werden können.
Nachteil:
Fahren aber gerade keine Züge ein/aus, wird die teure Infrastruktur nicht genutzt und kostet unnötig Geld.


Die Anforderungen an die Erstellung eines solchen Fahrplans sind in jeder Hinsicht enorm. Wahrscheinlich lohnt aber dieser Aufwand!